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Newsblog zu Covid-19+++ Coronavirus: Die Entwicklungen vom 6. April +++

HANDOUT - 28.03.2020, Großbritannien, London: Boris Johnson auf einem Bildschirm während einer Videoschalte aus der häuslichen Quarantäne Foto: Andrew Parsons/10 Downing Street/dpa  (Andrew Parsons/10 Downing Street/dpa)
Coronavirus - Großbritannien (Andrew Parsons/10 Downing Street/dpa)

Der mit dem Coronavirus infizierte britische Premierminister Johnson ist auf die Intensivstation verlegt worden. In den USA sind über 10.000 Menschen an Covid-19 gestorben. Vor dem 19. April wird es keine Lockerung der Maßnahmen in Deutschland geben. Die wichtigsten Entwicklungen in unserem Newsblog.

Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier in unserem Newsblog.

Montag, 6. April

+++ Der mit dem Coronavirus infizierte britische Premierminister Boris Johnson ist auf die Intensivstation verlegt worden. Der Gesundheitszustand des 55-Jährigen habe sich im Verlauf des Nachmittags verschlechtert, teilte sein Sprecher mit. Johnson, der seine Coronavirus-Infektion Ende März öffentlich gemacht hatte, war am Sonntag auf Anraten seiner Ärzte ins Krankenhaus eingeliefert worden.

+++ Frankreich erhöht im Konflikt um die Finanzierung der Folgen der befürchteten Wirtschaftskrise den Druck auf die anderen EU-Mitgliedsstaaten. Finanzminister Le Maire sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", er werde einem Ergebnis bei der geplanten Video-Konferenz mit seinen EU-Kollegen nur dann zustimmen, wenn darin auch ein neuer Solidaritätsfonds vereinbart werde. Le Maire betonte, dies sei als vierte Säule neben den bisher diskutierten Finanzierungs-Instrumenten zu verstehen. Derzeit im Gespräch sind bereits Mittel des Eurokrisenfonds ESM und der Europäischen Investitionsbank. Kommissionspräsidentin von der Leyen hatte zudem eine europäische Kurzarbeit-Initiative auf den Weg gebracht. Ein zusätzlicher Fonds müsste durch gemeinsame Schulden der Euro-Zonen-Länder finanziert werden. 

+++ In Hamburg sind in der vergangenen Woche drei Bewohner eines stark vom Coronavirus betroffenen Pflegeheims in Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Den Zusammenhang könne man bestätigen, sagte ein Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde. Nach Angaben der Behörde haben sich in der Einrichtung im Stadtteil Wellingsbüttel mittlerweile 47 Menschen mit dem Coronavirus infiziert: 38 Bewohner sowie neun Pflegekräfte. Die negativ auf Covid-19 getesteten Bewohner des betroffenen Wohnbereichs, wurden in eine andere Pflegeeinrichtung verlegt, um weitere Infektionen zu verhindern.

+++ In den USA sind über 10.000 Menschen an Covid-19 gestorben. Das geht aus den Zahlen der Johns-Hopkins-Universität hervor. Demnach gibt es in den USA derzeit 347.003 bestätigte Infektionen, 18.953 Genesene und 10.335 Tote.

Aufbau von Corona-Notaufnahmen vor dem Bellevue Hospital in New York City  (dpa/ picture alliance/ ZUMA Wire/ Ron Adar)Aufbau von Corona-Notaufnahmen vor dem Bellevue Hospital in New York City (dpa/ picture alliance/ ZUMA Wire/ Ron Adar)

+++ Bundeskanzlerin Merkel sendet dem britischen Premierminister Johnson Genesungswünsche: "Viel Kraft und gute Besserung" wünsche sie Johnson, heißt es auf dem Twitter-Account von Regierungssprecher Seibert. Der an Covid-19 erkrankte Johnson befindet sich derzeit für Untersuchungen im Krankenhaus - und führt von dort die Regierungsgeschäfte weiter.

+++ Die Verlangsamung der Ausbreitung des Coronavirus in einigen Ländern hat laut Experten Auswirkungen an den Börsen: Dax und EuroStoxx50 stiegen am Montag um jeweils mehr als fünf Prozent auf rund 10.075 und 2800 Punkte. An der Wall Street gewann der US-Standardwerteindex Dow Jones knapp fünf Prozent.

+++ In bestimmten Berufen soll die Arbeitszeit vorübergehend auf bis zu zwölf Stunden am Tag ausgedehnt werden dürfen. Das geht laut "Handelsblatt" aus dem Entwurf einer Verordnung hervor, die das Bundesarbeitsministerium im Einvernehmen mit dem Gesundheitsministerium erarbeitet habe. Die Regelung würde demnach nur für die Zeit der Corona-Krise und zunächst befristet bis Ende Juni gelten. Bestimmte Branchen wurden bereits konkret genannt.

+++ In Deutschland sollen Krankenhäuser verpflichtet werden, die Zahl ihrer Intensivbetten täglich an ein Zentralregister zu melden. Das sieht eine Anordnung vor, die Bundesgesundheitsminister Spahn auf den Weg brachte. Bisher ist die Meldung an das Register freiwillig. Zuletzt gab es unterschiedliche Angaben, wie viele Intensivbetten in Deutschland zur Verfügung stehen.

+++ Italien hat den dritten Tag in Folge weniger Patienten auf Intensivstationen vermeldet. Allerdings stieg die Zahl der Toten innerhalb eines Tages wieder um 636 auf insgesamt 16.523, wie der Zivilschutz mitteilte. Experten betonten, dass die Zahl der Toten das Ansteckungsbild von vor einigen Wochen widerspiegele.

+++ Das staatliche Gesundheitssystem in dem besonders vom Coronavirus betroffenen US-Staat New York hat laut Gouverneur Cuomo die Kapazitätsgrenzen erreicht. Er wolle US-Präsident Trump darum bitten, ein in der Stadt New York liegendes Krankenhausschiff für Covid-19-Patienten nutzen zu können, sagte Cuomo. Das Schiff war ursprünglich dafür gedacht, Patienten ohne Covid-19 aufzunehmen und so die Krankenhäuser zu entlasten.

Dem Gouverneur zufolge steht der US-Bundesstaat möglicherweise "am Höhepunkt oder am Beginn des Höhepunkts" der Krise. Darauf deuteten der Rückgang der Einlieferungen ins Krankenhaus und andere Faktoren hin, sagt Cuomo. Die Maßnahmen wie Schul- und Geschäftschließungen werden in New York bis zum 29. April verlängert.

Das Bild zeigt ein Lazarettschiff des US-Militärs im Hafen von New York. (dpa / AP Photo/Kathy Willens)Zur Entlastung der Krankenhäuser in der Coronavirus-Krise liegt ein Lazarettschiff des US-Militärs im Hafen von New York. (dpa / AP Photo/Kathy Willens)

+++ Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird am Samstag eine Fernsehansprache zur aktuellen Lage in der Corona-Pandemie halten. Das teilt eine Sprecherin des Bundespräsidenten mit. Die Ansprache solle in ARD und ZDF jeweils im Anschluss an die Hauptnachrichtensendungen ausgestrahlt werden.

+++ Bundeskanzlerin Angela Merkel schließt eine Lockerung der zahlreichen Einschränkungen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens vor dem 19. April aus. Zugleich versicherte sie, sobald es die gesundheitliche Lage zulasse, werde das öffentliche Leben zum Zustand von vor der Krise zurückkehren. Man müsse aber immer im Blick haben, ob Menschenleben gefährdet seien. Mehr Informationen zur Diskussion um mögliche Exit-Strategien haben wir hier zusammengestellt.

Zudem bezeichnete die Kanzlerin die Corona-Krise als die größte Bewährungsprobe für die Europäische Union.

+++ Norwegen hat nach Regierungsangaben die Epidemie unter Kontrolle gebracht. Statistisch gesehen übertrage ein Infizierter das Virus inzwischen an 0,7 andere Personen, sagte Gesundheitsminister Bent Höie. Die Regierung hat sich das Ziel gesetzt, diese Zahl auf unter 1,0 zu drücken. Am Mittwoch will sie entscheiden, ob die laufenden Beschränkungen über Mitte April hinaus verlängert werden.

+++ Wegen ihrer besonderen Belastung in der Corona-Krise sollen Pflegekräfte eine Sonderprämie von 1.500 Euro erhalten. Darauf habe man sich am Wochenende mit der Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche verständigt, teilte die Gewerkschaft Verdi mit. Demnach sollen Vollzeit-Beschäftigte in der stationären Langzeitpflege und der ambulanten Pflege mit dem Juli-Gehalt zusätzlich 1.500 Euro bekommen. Bei Teilzeitbeschäftigten wird die Höhe der Prämie nach den tatsächlich geleisteten Stunden berechnet. Auszubildende in der Pflege sollen eine Prämie von 900 Euro erhalten.

+++ Die tschechische Regierung erwägt eine Lockerung ihrer Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie. Wenn das Wachstum der Neu-Infektionen in den kommenden Tagen weiter abflache, könnten ab Donnerstag einige Geschäfte wieder öffnen und einige Aktivitäten im Freien wieder zugelassen werden, sagt Gesundheitsminister Adam Vojtech. Tschechien gehört zu den europäischen Ländern, die wegen des Virus-Ausbruchs besonders früh besonders strenge Maßnahmen ergriffen haben.

+++ Europas größter Versicherer Allianz will seinen Aktionären trotz Corona-Krise und gegen den Rat der europäischen Aufseher eine Dividende für 2019 auszahlen. Die Anteilseigner sollen bei der Hauptversammlung am 6. Mai wie geplant über eine Dividende von 9,60 Euro je Aktie abstimmen. Wegen der Coronavirus-Pandemie findet die Versammlung in virtueller Form statt.

+++  Das wegen der Coronavirus-Pandemie erlassene Gottesdienst-Verbot in Sachsen verstößt nicht gegen das Grundrecht der Religionsfreiheit. Die Regelung zur Bekämpfung der weiteren Verbreitung des Virus sei nicht zu beanstanden, teilte das Verwaltungsgericht Leipzig mit. Gegen den Beschluss kann demnach Beschwerde zum Sächsischen Oberverwaltungsgericht (OVG) in Dresden eingelegt werden. (AZ: 3 L 182/20)

Die Stühle in einer Kirche sind allesamt hochgestellt, im Hintergrund ist eine Jesus-Figur an der Wand zu sehen. (Getty Images / Sean Gallup)Vorbereitungen für den Live-Stream eines ökumenischen Gottesdienstes (Getty Images / Sean Gallup)

+++ Das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Tschechien macht die Coronavirus-Pandemie zum Thema einer Sitcom. Die Dreharbeiten für die neue Serie mit dem Titel "Die Liebe in Zeiten von Corona" sollen bereits in einer Woche beginnen, wie eine Sprecherin des Senders CT mitteilte. Man habe sich entschlossen, gegen die derzeitige belastende Situation mit Humor anzukämpfen.

+++ In deutschen Krankenhäusern werden nach Angaben der Bundesregierung derzeit 198 Corona-Patienten aus anderen EU-Mitgliedsländern behandelt. Dabei handele es sich um 130 Patienten aus Frankreich, 44 aus Italien und 24 aus den Niederlanden, wie ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte. Zudem habe die Bundesregierung Kenntnis darüber, dass es Zusagen über 58 weitere Plätze in Kliniken gebe. Der Sprecher verwies darauf, dass die Bundesländer Zusagen entsprechend ihrer Kapazitäten machten.

+++ Regierungsprecher Steffen Seibert hat eine App zur Nachverfolgung von Corona-Infektionen als "ganz zentralen Baustein" zur Senkung der Ansteckungsquoten bezeichnet. Die deutsche App solle mit Software-Anwendungen in anderen europäischen Staaten kompatibel und in den nächsten Tagen oder Wochen zum Download verfügbar sein. Ziel der App ist es, möglichst viele Kontaktpersonen von Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, rasch und anonym über ihr Risiko zu informieren.

Seibert sagte, Vorgaben des Datenschutzes würden bei der Entwicklung der App, die vergangene Woche in Berlin mit Bundeswehr-Soldaten getestet worden war, auf jeden Fall beachtet. Für den Einsatz einer App, die über Bluetooth funktioniert und keine Standortdaten an staatliche Stellen weitergibt, zeichnet sich ein breiter politischer Konsens ab.

+++ Kleinere Firmen sollen in der Corona-Krise schneller an dringend benötigte Hilfskredite kommen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz sagte, Banken müssten künftig nicht mehr prüfen, ob die Unternehmen als Kreditnehmer eine wirtschaftliche Perspektive hätten. Der Staat übernehme das Ausfallrisiko bei Krediten in Höhe von bis zu 800.000 Euro komplett. Es sei aber mit Kriterien aus der Vergangenheit sichergestellt, dass die Unternehmen eigentlich gesund seien.

+++ Die Bundesregierung will derzeit keine Stichtage für ein Zurückfahren der Beschränkungen nennen. Regierungssprecher Steffen Seibert bekräftigte die jüngsten Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass sie noch keinen solchen Stichtag nennen könne und dies in der jetzigen Situation auch unverantwortlich wäre.

+++ Bei der Bahn sind die Fahrgastzahlen in den vergangenen Wochen eingebrochen: Das Reiseaufkommen im Fernverkehr liege aktuell bei 10 bis 15 Prozent des sonst üblichen Niveaus, sagte Konzernchef Richard Lutz. Im Regionalverkehr seien es 15 Prozent. Derzeit seien rund drei Viertel der üblicherweise fahrenden Züge im Einsatz, sagte Lutz. Eine weitere Reduzierung sei nicht angedacht. Gewerkschaften hatten in den vergangenen Tagen gefordert, das Zugangebot weiter runterzufahren, um Beschäftigte zu schützen. Zu Ostern stellte Lutz mit Blick auf die Buchungszahlen bisher keine erhöhte Nachfrage fest.

+++ Der britische Premierminister Boris Johnson befindet sich laut einem Regierungssprecher weiterhin im Krankenhaus. Johnson habe weiterhin Covid-19-Symptome und unterziehe sich nun einigen Routineuntersuchungen. Er regiere derzeit vom Krankenhaus aus, wo er zur Beobachtung bleibe. Meldungen eines russischen Mediums, wonach der Premierminister beatmet werde, seien Falschmeldungen, sagte der Sprecher.

+++ Laut den Daten der Johns-Hopkins-Universität gibt es weltweit bereits mehr als 70.000 Corona-Tote. In Italien starben demnach rund 16.000 Corona-Infizierte, in Spanien mehr als 13.000, in den USA knapp 10.000 und in Frankreich mehr als 8.000. Den höchsten Anteil an Corona-Toten relativ zur Bevölkerungszahl gibt es demnach bislang in Spanien und Italien. In beiden Ländern starben etwa 27 Menschen pro 100.000 Einwohner an dem Virus. In Deutschland waren es dagegen 1,9 Todesfälle pro 100.000 Einwohner, in China 0,24.

+++ Wer aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehrt, soll künftig unabhängig von einem konkreten Corona-Verdacht für 14 Tage in Quarantäne. Das empfehle das Corona-Krisenkabinett den Bundesländern, berichten mehrere Agenturen.

+++ Nach einer religiösen Massenveranstaltung suchen Behörden in Pakistan laut einem dpa-Bericht nach Zehntausenden Anhängern der islamischen Glaubensbewegung Tablighi Jamaat. Bereits 40.000 Teilnehmer des Treffens befänden sich nach der mehrtägigen Veranstaltung im März in Quarantäne, sagte demnach ein Sprecher der Bewegung.

+++ Zahlreiche Fußballklubs der Bundesliga und der 2. Bundesliga haben nach der Unterbrechung durch die Coronavirus-Pandemie das Training wieder aufgenommen. Abgesehen vom SC Freiburg und Werder Bremen befanden sich alle Erstligisten wieder auf unterschiedliche Weisen im Training. Unmut gab es deshalb in Bremen.

+++ Zur Eindämmung des Coronavirus gilt in Jena seit heute eine Pflicht zum Tragen von Mundschutz in Supermärkten sowie Bussen und Bahnen. Dazu unser ausführlicher Hintergrund-Artikel: Gesichtsmasken und Schutz: Was man zu Atemschutzmasken wissen sollte.

+++ Österreich will seine Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus direkt nach Ostern langsam lockern. Bundeskanzler Kurz (ÖVP) gab die Öffnung von kleinen Geschäften sowie Bau- und Gartenmärkten unter strengen Auflagen ab dem 14. April als Ziel aus.

Ab dem 1. Mai sollen dann laut Reuters alle Geschäfte, Einkaufszentren und Frisöre den Betrieb wieder aufnehmen. Ob dies so komme, werde Ende April entschieden. Schulen sollen bis Mitte Mai geschlossen bleiben, Veranstaltungen sind demnach bis mindestens Ende Juni gestrichen.

+++ In Japan soll in Tokio und sechs weiteren Präfekturen für einen Monat der Ausnahmezustand verhängt werden. Das kündigte Ministerpräsident Abe an. Drastische Einschränkung des öffentlichen Lebens wie in anderen Staaten solle es trotzdem nicht geben, berichtet Reuters.

+++ In einem Zoo in New York ist offenbar ein Tiger positiv auf das Coronavirus getestet worden. Laut dem Zoo leiden mindestens drei weitere Tiger und drei Löwen unter Husten und haben sich sehr wahrscheinlich auch angesteckt.

Der "Bronx Zoo" in New York City. (dpa / AP Photo / Jim Fitzgerlad)Der "Bronx Zoo" in New York City. (dpa / AP Photo / Jim Fitzgerlad)

+++ Der hessische Antisemitismusbeauftragte Becker ruft laut AFP zum Widerstand gegen eine zunehmende "antisemitische Corona-Hetze" auf. Das Virus führe derzeit nicht nur zu erheblichen gesundheitlichen, gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen, sondern auch zu einer gefährlichen Ausbreitung antisemitischer Hassbotschaften und Verschwörungstheorien, gerade in den sozialen Netzwerken. Dort würden zunehmend Juden und der Staat Israel für die Ausbreitung des Coronavirus verantwortlich gemacht.

+++ Das traditionsreiche Klassik-Festival "Prager Frühling" findet in diesem Jahr wegen der Coronakrise nur online statt. Man habe sich für diese alternative Form entschieden, damit Musik selbst in dieser schwierigen Situation den Zuhörern Hoffnung bringen könne, sagte Festival-Direktor Roman Belor.

+++ In Russland gibt es laut der Nachrichtenagentur Reuters fast tausend Neuinfektionen binnen eines Tages - so viele wie noch nie. Die Behörden meldeten 954 neue bestätigte Fälle, am Tag zuvor waren es noch 658. Insgesamt seien damit 6343 Ansteckungsfälle registriert. Wie sich das Coronavirus in Europa ausbreitet.

+++ Das Deutsche Rote Kreuz hat vor einer unhaltbaren Situation in Senioren- und Pflegeheimen wegen der Coronavirus-Pandemie gewarnt. Wie DRK-Präsidentin Hasselfeldt der "Funke Mediengruppe" sagte, ist die Versorgung mit Schutzmaterial bis hin zu Desinfektionsmitteln völlig unzureichend. Sie äußerte die Sorge, dass die Krankenhäuser in den nächsten Wochen viele Menschen aus Heimen aufnehmen müssten. Das gelte es zu verhindern, um die Kapazitäten in den Kliniken nicht zusätzlich unter Druck zu setzen.

+++ Die Bundesregierung will offenbar zusätzliche Hilfen in großem Umfang für den deutschen Mittelstand beschließen. Das sogenannte Corona-Krisenkabinett wolle auf seiner heutigen Sitzung ein entsprechendes Kreditprogramm verabschieden, berichtet die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Regierungskreise. Unternehmen sollen demnach für eine begrenzte Zeit mit einer 100-prozentigen statt der bislang nur 90-prozentigen Staatshaftung abgesichert werden. Wegen des Restrisikos sperren sich derzeit viele Banken und Sparkassen gegen eine Gewährung zusätzlicher Kreditlinien für Firmenkunden.

+++ Der britische Premier Johnson hat nach Angaben der Regierung die Nacht im Krankenhaus verbracht. Er solle dort im Laufe des Tages Tests unterzogen werden. Johnson führe aber weiter die Regierungsgeschäfte, wurde betont. Johnson kam gestern in die Klinik, weil er zehn Tage nach einem positiven Coronavirus-Test noch hartnäckige Symptome gehabt habe.

+++ Der US-Technologiekonzern Apple hat einen Gesichtsschutz entwickelt. Die Masken aus durchsichtigem Plastik deckten das gesamte Gesicht ab und seien für Krankenhauspersonal bestimmt, teilte Konzernchef Tim Cook bei Twitter mit. Das Unternehmen werde in der Lage sein, eine Million pro Woche herzustellen. Neben Apple haben auch viele weitere Konzerne in der Coronaviruskrise ihre Produktion umgestellt. Apple habe außerdem weltweit mehr als 20 Millionen Atemschutzmasken über die eigenen Zulieferer besorgt, hieß es weiter.

+++ In Deutschland hat die Zahl der registrierten Corona-Infektionen nach Angaben der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität die Marke von 100.000 überschritten. Laut ihrer Zählung gibt es rund 100.100 Ansteckungen. 1.576 Menschen sind demnach bislang an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Besonders hohe Zahlen verzeichnen Bayern und Nordrhein-Westfalen. Das deutsche Robert-Koch-Institut kommt in seiner heute früh veröffentlichten neuen Zählung auf rund 95.400 registrierte Infektionen und 1.434 Tote. Ausführlicher blicken wir hier auf die Entwicklung: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

+++ Der US-Flugzeughersteller Boeing lässt seine Produktion im Großraum Seattle auf unbestimmte Zeit ruhen. Eigentlich war die Schließung bis zum kommenden Mittwoch befristet. Sie werde nun mit Blick auf die Gesundheit und Sicherheit der Belegschaft verlängert, teilte das Unternehmen in einer E-Mail den rund 30.000 betroffenen Angestellten mit.

+++ In Berlin kommt heute das sogenannte "Coronakrisen"-Kabinett der Bundesregierung zusammen. Auf dem Tisch liegt unter anderem eine Vorlage von Innenminister Seehofer, wonach Grenzkontrollen auf weitere Übergänge an Nachbarländern ausgedehnt werden sollen. Außerdem geht es um seinen Vorschlag zu einer Quarantäne-Verpflichtung für alle über den Luftweg Einreisende.


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