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Newsblog zu Covid-19+++ Coronavirus: Entwicklungen vom 6.Mai +++

Rote Punkte zeigen auf einer digitalen Karte die Ausbruchszentren von COVID-19 in Europa an. (Unsplash / Clay Banks)
3,7 Millionen haben sich weltweit mit dem Coronavirus infiziert (Unsplash / Clay Banks)

Die Zahl der Coronavirus-Infizierten weltweit steigt auf über 3,7 Millionen. In Europa hat sich Virus womöglich bereits ab Dezember ausgebreitet und damit früher als bislang angenommen. Mehr als 13.000 Freiwillige würden sich zu Forschungszwecken mit dem Coronavirus infizieren lassen. Die wichtigsten Entwicklungen in unserem Newsblog.

Mittwoch, 06. Mai

+++ Zahl der Corona-Infizierten weltweit steigt auf 3,7 Millionen

Die Zahl der Infizierten weltweit ist laut Johns-Hopkins-Universität in den USA inzwischen auf über 3,7 Millionen Menschen gestiegen. Mehr als 250.000 Menschen sind gestorben, mehr als 1,2 Millionen sind genesen. In den USA, dem weltweit am stärksten betroffenen Land, stieg die Zahl der Neuinfizierten nach Angaben der Behörde zur Seuchenbekämpfung (CDC) um 22.303 auf knapp 1,194 Millionen. Am Dienstag hatte die Zahl der neuen Fälle nach Angaben der CDC 19.138 betragen, am Montag 29.886. Die Zahl der Toten stieg um 2.523 auf 70.802, nachdem der Anstieg am Dienstag bei 823 und am Montag bei 1.721 gelegen hatte. 

In Frankreich hat sich die Zahl der neuen Virus-Toten etwas verringert. Das Gesundheitsministerium berichtet über 278 neue Fälle. Am Dienstag waren es 330 gewesen, was den stärksten Anstieg innerhalb von sechs Tagen bedeutet hatte. Insgesamt sind den Angaben zufolge in Frankreich damit 25.809 Menschen an Covid-19 gestorben. Der Zahl der Virus-Intensivpatienten in Krankenhäusern ist - seit vier Wochen in Folge - rückläufig.

Die Zahl der neuen Virus-Fälle in Italien steigt wieder an. Zuletzt habe es 369 Todesfälle binnen 24 Stunden gegeben, nach 236 am Tag davor, teilt die Zivilschutz-Behörde mit. Damit liege die Gesamtzahl nun bei 29.684. Die Zahl der Neuinfektionen stieg um 1444 nach 1075 am Vortag und liegt nun bei 214.475.

Wir geben einen Überblick über die Entwicklungen in Europa und Deutschland: 

+++ Coronavirus hat sich womöglich früher in Europa ausgebreitet

Das Coronavirus hat sich womöglich früher in Europa ausgebreitet als bisher angenommen. Ein Patient, der Ende Dezember in einem Krankenhaus in der Nähe von Paris wegen des Verdachts auf Lungenentzündung behandelt wurde, hatte nach Angaben des behandelnden Arztes das Coronavirus. Darüber berichtet die BBC. Die zuvor bestätigten ersten drei Coronavirus-Fälle in Frankreich datieren auf den 24. Januar. Die erste Mensch-zu-Mensch-Übertragung innerhalb Europas wurde bisher in Deutschland vermutet. Ein Mann aus dem Landkreis Starnberg in Bayern hatte sich Ende Januar vermutlich bei einer Kollegin aus China angesteckt. Detaillierte Informationen finden Sie hier.

+++ Coronavirus-Task-Force des Weißen Hauses soll nun doch nicht aufgelöst werden

US-Präsident Donald Trump will die Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses nun doch nicht auflösen. Wegen des Erfolgs werde die Task Force ihre Arbeit auf unbestimmte Zeit mit ihrem Schwerpunkt auf Sicherheit und Wiederöffnung des Landes fortsetzen, twittert Trump. Sie werde sich dabei auch auf Impfstoffe und Therapeutika konzentrieren. Am Dienstag hatte Trump noch angekündigt, dass die Task Force ihre Arbeit einstellen werde.

+++ WHO warnt vor zu laxem Umgang bei Lockerungsmaßnahmen

Die WHO warnt vor den Folgen eines zu laxen Umgangs mit Vorsichtsmaßnahmen bei der Rückkehr in den Alltag. Es bestehe das Risiko, dass es zu einem erneuten Lockdown komme, wenn die Länder den Ausstieg aus den Beschränkungen nicht äußerst vorsichtig angehen würden, sagt WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus.

+++ New Yorks U-Bahn unterbricht in Corona-Krise ihren 24-Stunden-Betrieb 

Die New Yorker U-Bahn hat wegen der Corona-Pandemie zum ersten Mal in ihrer Geschichte ihren 24-Stunden-Betrieb auf unbestimmte Zeit unterbrochen. Am frühen Mittwochmorgen standen alle Züge des größten Metro-Systems Nordamerikas für einige Stunden still, um die Wagen in den 472 Stationen zu desinfizieren. Der Bundesstaat New York hatte die Maßnahme vergangene Woche angekündigt, um die Sicherheit dringend benötigter Arbeitskräfte im Nahverkehr zu erhöhen. Seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen in der von der Pandemie stark betroffenen Millionenmetropole ist die Zahl der täglichen U-Bahn-Fahrer, die normalerweise bei mehr als fünf Millionen liegt, um rund 92 Prozent gesunken. In den vergangenen Wochen hatten sich viele Obdachlose in den Zügen eingerichtet. Etwa 100 Mitarbeiter der New Yorker Verkehrsbetriebe sind bereits an Covid-19 gestorben.

+++ Opposition kritisiert Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen

Der FDP-Vorsitzende Lindner bemängelte, es fehle weiterhin ein Fahrplan für das Anfahren der Wirtschaft. Linken-Fraktionschef Bartsch sagte, die Vereinbarungen zur Wiederaufnahme des Kita-Betriebs seien zu dürftig. Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Hofreiter äußerte die Sorge, dass die Situation aufgrund der Lockerungen entgleiten könne.

Die Länder haben sich zufrieden über die Einigung mit dem Bund über eine weitere Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen geäußert. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig sagte, einerseits würden wichtige Fragen wie das Kontaktverbot bundeseinheitlich geregelt, andererseits könne man in einigen Bereichen unterschiedlich vorgehen. Beides sei kein Gegensatz, sondern passe zusammen. Niedersachsens Regierungschef Weil meinte, Deutschland sei jetzt nicht mehr im absoluten Krisenmechanismus. Lob kam auch aus der Wirtschaft. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks erklärte, die Lockerungen seien für viele Betriebe existenziell.

+++ 13.000 Freiwilllige wären bereit, sich mit dem Coronavirus anstecken zu lassen

Auf der Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus sind mehr als 13.000 Freiwillige nach eigenen Angaben bereit, sich zu Forschungszwecken gezielt mit Sars-CoV-2 anstecken zu lassen. Sie haben sich online bei der US-amerikanischen Kampagne "1 Day sooner" registriert. Die Organisation wirbt für Tests an Freiwilligen, mit denen die Erforschung von Impfstoffen beschleunigt werden könnte. Gesucht werden Menschen im Alter von 20 bis 45 Jahren, die keine Vorerkrankungen haben. Vorzugsweise sollen sie in Regionen leben, in denen das Coronavirus schon stark verbreitet ist. Die Organisatoren argumentieren, so versuche man, das relative zusätzliche Risiko für die Versuchspersonen gering zu halten. 

Vorgeschlagen werden sogenannte "Human Challenge Trials", in denen Versuchspersonen noch nicht zugelassene Impfstoffe erhalten und danach gezielt dem Virus ausgesetzt werden. In der klassischen Erprobung von Impfstoffen bleibt es dagegen dem Zufall überlassen, ob die Versuchspersonen dem Virus in ihrem Alltag begegnen oder nicht. Dadurch sind größere Stichproben und längere Zeiträume nötig. In der gegenwärtigen Pandemie könne eine Beschleunigung um jeden einzelnen Tag Leben retten, erklären die Organisatoren der Kampagne - daher auch der Name "1 Day sooner". Die Kampagne wirft ethische Fragen auf. Mehr dazu in unserem Beitrag.

+++ China verspottet USA in Satire-Video mit Legofiguren

Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua hat ein Satire-Video veröffentlicht, das den Umgang der USA mit dem Coronavirus kritisiert. In einer Animation mit Lego-Figuren werden Aussagen der Regierungen beider Länder gegenübergestellt. Den USA wird darin vorgeworfen, das Coronavirus trotz Warnungen aus China lange unterschätzt zu haben. Eine animierte Freiheitsstatue erklärt: "Es ist nur eine Grippe". Der zwei Minuten lange Clip "Once upon a virus" wurde binnen einer Woche mehr als 1,7 Millionen Mal aufgerufen.

+++ Wie geht es mit Freibädern und Schimmbädern nun weiter?

Wann können Menschen in der Coronakrise wieder in Freibädern und Hallenbädern schwimmen? Diese Frage stellen sich derzeit viele Freizeit-Sportler. Nach wie vor sind fast alle Bäder im Land geschlossen. Was bedeutet das für Sportler, Schüler und Vereine? Wir geben einen Überblick.

+++ Gaststätten, Freibäder und Fitnessstudios in NRW öffnen wieder

Ab dem 11. Mai soll in NRW das öffentliche Leben ein Stück weit zurückkehren: Gaststätten sollen öffnen, Fitnessstudios und Sporthallen wieder den Betrieb aufnehmen. Breitensport im Freien ist schon ab Donnerstag möglich.

+++ Bund und Länder haben vereinbart, die Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum bis zum 5. Juni zu verlängern.

Darauf einigten sich Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder. Dies sei möglich, weil man das Ziel einer langsameren Ausbreitung des Virus erreicht habe, sagte Bundeskanzlerin Merkel nach einer Konferenz mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten. Die Menschen hätten sich verantwortungsvoll auf die Beschränkungen eingelassen. Diese würden zunächst bis zum 5. Juni verlängert. Allerdings dürften sich künftig Angehörige zweier Haushalte treffen. Bayerns Ministerpräsident Söder betonte, solange es weder Medikamente noch einen Impfstoff gebe, bleibe die Gefahr bestehen. Die einzige echte Antwort auf die Krankheit seien Kontaktbeschränkungen. 

Grundsätzlich sollen die Bundesländer jetzt selbst über weitere Lockerungen entscheiden. Sie verpflichten sich zu strengen Maßnahmen, wenn in einzelnen Kreisen die Zahl der Neuinfektionen zu hoch ist. Geschäfte sollen unabhängig von ihrer Fläche unter Auflagen wieder öffnen dürfen. Der Breitensport unter freiem Himmel wird wieder erlaubt, die Fußball-Bundesliga kann nach dem 15. Mai ohne Stadionzuschauer fortgesetzt werden. Die Notbetreuung in Kitas wird ausgeweitet, Besuche in Pflegeheimen sollen von jeweils einer festen Kontaktperson erlaubt werden.

Alle wichtigen Änderungen im Überblick finden Sie in unserem Beitrag: Kontaktbeschränkungen werden verlängert und gelockert

+++ Das Bundeskabinett hat zur Unterstützung der Gastronomie eine Mehrwertsteuersenkung für die Branche beschlossen.

Die Steuer auf Speisen wird vom 1. Juli an für ein Jahr von 19 auf 7 Prozent reduziert. Damit sollten Restaurants und Gaststätten bei einer Öffnung besser durchstarten können, erklärte das Finanzministerium. Die Spitzen von Union und SPD hatten sich vor zwei Wochen auf die Maßnahme geeinigt. Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen.

Die Steuererleichterung bei der Kurzarbeit wurde ebenfalls gebilligt. Zuschüsse der Arbeitgeber zum Kurzarbeitergeld für Lohnausfälle zwischen März und Dezember sollen von der Lohnsteuer befreit werden.

+++ Schulen, Gastronomie, Besuche in Kliniken und Heimen, Laden-Öffnungen, Fußball-Bundesliga: Die Bundesregierung will mit den Regierungschefs der Länder heute weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen vereinbaren. Das geht aus der Beschlussvorlage für die Schaltkonferenz zwischen Bundeskanzlerin Merkel und den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten hervor. Diese liegt auch dem Deutschlandfunk vor. Wir stellen die wichtigsten Punkte hier vor.

+++ Der Trierer Politikwissenschaftler Uwe Jun sieht in der zunehmenden Eigenständigkeit der Bundesländer in der Corona-Krise keinen Machtverlust von Kanzlerin Merkel. Die Bundeskanzlerin habe formell ohnehin wenig tun können, sagte Jun im Deutschlandfunk.

+++ Die Wirtschaft der Eurozone könnte laut der EU-Frühjahrsprognose wegen der Corona-Krise dieses Jahr um 7,75 Prozent schrumpfen und sich auch im nächsten Jahr nicht vollständig erholen. Die EU-Kommission sprach bei der Vorlage ihrer Prognose von einer Rezession historischen Ausmaßes. Europa erlebe einen ökonomischen Schock, wie es ihn seit der großen Depression nicht mehr gegeben habe, sagte Wirtschaftskommissar Gentiloni. Ausführlichere Informationen gibt es hier.

Ein Mann montiert Teile eines bei Seat in Spanien hergestellten Beatmungsgeräts zusammen. (picture alliance/ZUMA Press/Ramon Costa)Bei Seat in Katalonien werden nun statt Autos Beatmungsgeräte hergestellt. (picture alliance/ZUMA Press/Ramon Costa)

+++ Die Corona-Hilfen für Unternehmen müssen aus Sicht des Chefs des Umweltbundesamts, Dirk Messner, an ökologische Auflagen geknüpft werden.

Klimaschutz müsse Leitlinie bei allen Konjunkturprogrammen sein, forderte Messner im Gespräch mit Deutschlandfunk Nova. Dann sei eine echte Transformation der Wirtschaft möglich.

+++ Microsoft-Gründer Bill Gates setzt sich mit seiner Stiftung unter anderem für die Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus ein. Er ist daher derzeit vermehrt in den Medien – und Ziel von Verschwörungtheoretikern. Wir liefern Hintergründe und einen Faktencheck

+++ Die Zahl der Coronavirus-Infizierten im deutschen Gesundheitswesen ist einem Zeitungsbericht zufolge innerhalb von zwei Wochen deutlich gestiegen.

Zwei Krankenpfleger arbeiten in Schutzkleidung in einem Krankenzimmer auf der Intensivstation des Uniklinikums Essen, in dem ein Corona-Patient aus Frankreich behandelt wird.  (picture alliance / dpa / Marcel Kusch)Corona-Infizierte retten - und gleichzeitig Menschen an den europäischen Außengrenzen sterben lassen: Diese Kluft bleibe, sagt Sabine Hark. (picture alliance / dpa / Marcel Kusch)

Es gebe inzwischen mehr als 10.000 registrierte Fälle, das sei ein Anstieg um mehr als ein Drittel, berichtet die "Augsburger Allgemeine". Das Blatt beruft sich auf Daten des Robert Koch-Instituts. 16 Berufstätige im medizinischen Bereich seien im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Weiter heißt es, die tatsächlichen Zahlen könnten noch höher liegen, da nur für zwei Drittel aller Corona-Infektionen entsprechend aufgeschlüsselte Daten vorlägen.

+++ Angesichts der Coronavirus-Pandemie will der Bundestag verstärkt die Virenübertragung vom Tier auf den Menschen in den Blick nehmen.

Wie die Vorsitzende des Umweltausschusses, Kotting-Uhl, mitteilte, müssen diese Übertragungswege, sogenannten Zoonosen, besser erforscht werden, um künftig die weltweite Ausbreitung von Erregern zu verhindern. 

+++ Aus Sicht des FDP-Vorsitzenden Lindner kommen die voraussichtlichen Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen zu spät. Die Kehrtwende, über die in Medien berichtet werde, sei richtig, wenn auch zu zögerlich, sagt er im ZDF. Er hätte sich eine solche Politik "der Schonung der Freiheit und des Gesundheitsschutzes" schon vor 14 Tagen gewünscht. Bundeskanzlerin Merkel habe "die Ausfahrt verpasst".

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer hält ein individuelles Vorgehen der Länder bei den Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen für gerechtfertigt. Deutschland sei "sehr gut durch diese Krise gekommen. Wir haben einen Flächenbrand gemeinsam ausgetreten", sagt der CDU-Politiker ebenfalls im ZDF. 

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) zieht nach seiner Rede in einer Sondersitzung des Sächsischen Landtages seinen Mundschutz an. (dpa / Robert Michael )Michael Kretschmer zieht einen Mundschutz an. (dpa / Robert Michael )

+++ Angesichts der Corona-Pandemie warnen die Vereinten Nationen vor einer besonderen Gefährdung von Menschen mit Behinderungen.

UNO-Generalsekretär Guterres sagte, die Pandemie verschärfe die Ungleichheiten, denen die rund eine Milliarde Menschen mit Behinderungen auf der Welt ausgesetzt seien. Dazu gehörten unter anderem Probleme bei der Umsetzung grundlegender Hygienemaßnahmen und unzugängliche Gesundheitseinrichtungen.

+++ Die Historikerin Hedwig Richter plädiert für einen entspannten Umgang mit Verschwörungstheoretikern in Zeiten von Corona.

Die Professorin der Bundeswehr-Universität München sagte im Deutschlandfunk, Verschwörungtheorien habe es schon immer gegeben. Sie seien heutzutage ein Minderheitenphänomen, das über die sozialen Netzwerke sichtbarer werde. Bei solchen Theorien gehe es immer darum, die Komplexität der Welt zu reduzieren. Auch wenn es durchaus Frauen gebe, die diesen Theorien anhingen, seien besonders Männer anfällig dafür, glaubt Richter. Durch ihre Sozialisation seien einige Männer nicht dazu in der Lage, ihre eigene Unsicherheit und ihr eigenes Unwissen anzuerkennen. Sie bräuchten dann das Korsett der Verschwörungstheorie, um mit der Welt umzugehen. Es gehe aber auch dabei um eine Minderheit der Männer, betonte Richter. Die Historikerin sieht durch diese Theorien aber weder die Demokratie in Gefahr noch eine Spaltung der Gesellschaft.

Eine Einordung und einen Faktencheck zur Gruppe "Widerstand 2020" haben wir hier zusammengestellt.

+++ Der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Linnemann hat die Forderungen nach staatlichen Kaufprämien für Neuwagen kritisiert.

Dies sei zum jetzigen Zeitpunkt das falsche Signal, sagte er im Deutschlandfunk. Angesichts der Folgen der Coronapandemie brauche man erst wieder ein erhöhtes Verbrauchervertrauen. Wichtiger sei somit eine Öffnungsdebatte und die Frage, was in einem zweiten Rettungsprogramm zielgerichtet organisiert werden könne.

+++ In Deutschland ist die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen um 947 auf 164.807 gestiegen, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilt. Die Zahl der Covid-19-Todesfälle legt um 165 auf 6996 zu. Die Genesenen schätzt das RKI auf nun 137.400. Somit ist die Zahl der Neuinfektionen im Vergleich zu den Vortagen zwar gestiegen - die Zahl der akut Kranken sinkt derzeit aber noch weiter. Sie liegt nun auf Grundlage dieser Zahlen bei über 20.000 - wie bei allen Zahlen gilt: plus Dunkelziffer. Zur Dunkelziffer haben wir den Stand der Forschung hier zusammengefasst.

+++ Die Bundesregierung rechnet infolge der Corona-Krise mit einem starken Anstieg beim Bezug von Hartz IV-Leistungen. Das Bundesarbeitsministerium geht davon aus, dass es in den kommenden sechs Monaten bis zu 1,2 Millionen zusätzliche Bedarfsgemeinschaften geben wird. Das teilte das Ministerium auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion im Bundestag mit. Die Antwort der Regierung liegt den Zeitungen der "Funke Mediengruppe" vor.

+++ Bundestagswahl per Brief? Das könnte im kommenden Jahr anstehen. Um die Bundestagswahl auch bei neuen Corona-Wellen im Herbst 2021 durchführen zu können, bereitet die Koalition einem Medienbericht zufolge eine Novelle des Wahlrechtes vor. Das berichtet die "Rheinische Post" unter Berufung auf Innen- und Rechtsexperten von Union und SPD. Danach solle die Möglichkeit geschaffen werden, über die Zusammensetzung des nächsten Bundestages allein durch Briefwahl zu entscheiden.

Dienstag, 05. Mai

+++Das Medikament Remdesivir des US-Unternehmens Gilead könnte am Donnerstag in Japan zur Behandlung von Covid-19-Patienten zugelassen werden. Gesundheitsminister Katsunobu Kato sagt, an diesem Tag komme ein Prüfungsausschuss des Ministeriums zu Beratungen zusammen. Die US-Lebensmittelbehörde FDA hatte Remdesivir vergangene Woche eine Notzulassung erteilt. Über den Stand der Entwicklung von neuen Wirkstoffen informieren wir Sie hier.

+++ In den USA will das Weiße Haus die Coronavirus-Arbeitsgruppe unter Vizepräsident Mike Pence einem Zeitungsbericht zufolge in den kommenden Wochen auflösen. Die "New York Times" berichtet, die Task Force werde eingestellt, da die USA auf die erste Phase der Öffnung des Landes zusteuerten, die Präsident Donald Trump nach den Ausgangssperren der vergangenen Wochen anstrebe, zitiert das Blatt einen Insider.

+++ In Großbritannien sind inzwischen mehr Menschen an einer Coronavirus-Infektion gestorben als in jedem anderen europäischen Land. Bis Ende April gab es nach Regierungsangaben über 29.400 Todesfälle. Das sind mehr als in Italien. Weltweit verzeichnen nur die USA mehr Todesfälle durch das Virus. Die britische Statistikbehörde nennt sogar noch höhere Zahlen. Demnach gab es bislang mehr als 32.300 Todesfälle, bei denen Covid-19 entweder bestätigt oder vermutet wurde.

Eine Krankenschwester bereitet sich auf die Entnahme einer Probe in einem Covid- 19-Testzentrum auf dem Parkplatz des Bowhouse Community Centre vor. (dpa-news / Andrew Milligan)Großbritannien verzeichnet mehr als 20.000 Corona-Tote. (dpa-news / Andrew Milligan)

+++ Nordrhein-Westfalen kündigt an, dass Bewohner von Alters- und Pflegeheimen ab kommendem Sonntag wieder Besuch von Familienangehörigen und Freunden bekommen dürfen. Es seien aber strenge Auflagen vorgesehen, erklärte das Landesgesundheitsministerium


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