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Newsblog zu Covid-19+++ Coronavirus: Entwicklungen von Dienstag, 24. März, und Mittwoch, 25. März +++

Der Marine-Hubschrauber der Bundeswehr «NH90 Sea Lion» fliegt bei seinem Erstflug am 08.12.2016 über dem Gelände von Airbus Helicopters Deutschland in Donauwörth (Bayern). (dpa / picture-alliance / Karl-Josef Hildenbrand)
Erstflug des Marine-Hubschraubers «NH90 Sea Lion» (dpa / picture-alliance / Karl-Josef Hildenbrand)

In Spanien ist die Zahl der Coronavirus-Infektionen erneut gestiegen: binnen eines Tages um 8.500 auf über 56.000. Viele Krankenhäuser sind überfordert. In Deutschland werden nach Angaben des Berliner Virologen Drosten inzwischen 500.000 Menschen pro Woche auf das Virus getestet. Die wichtigsten Entwicklungen in unserem Newsblog.

Mittwoch, 25. März

+++ Musikstars wie Billie Eilish, Mariah Carey, Tim McGraw, Alicia Keys und die Backstreet Boys wollen während der Coronavirus-Krise für einen guten Zweck in ihren eigenen vier Wänden ein Konzert geben. Elton John soll die "Wohnzimmer"-Aktion moderieren, teilten die Veranstalter mit. Die Künstler werden in ihren Wohnzimmern alleine auftreten und sich dabei mit dem Smartphone filmen.

+++ Frankreich will bis auf Weiteres wegen der Coronavirus-Pandemie seine Soldaten aus Irak abziehen. Den Einsatz der Luftwaffe gegen die radikal-islamische IS-Miliz will Frankreich fortsetzen, so das Verteidigungsministerium. 

Der französische Staatspräsident Macron setzt das Militär im Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie im Land ein. Mit der Operation "Résilience" sollten Hubschrauber eingesetzt werden, um Patienten in den französischen Überseegebieten in der Karibik, in Südamerika und im Indischen Ozean zu transportieren. 

+++ In Deutschland sind bislang nach Zahlen der Johns-Hopkins-Universität 37.323 Infektionen registriert worden. Dabei wurden 206 Tote gezählt.

+++ Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma hat in der Coronavirus-Krise vor Rassismus gewarnt. Mehrere Länder in Mittelost- und Südosteuropa nutzten die gegenwärtige Situation aus, um rassistische Positionen als Regierungshandeln zu legitimieren und umzusetzen, teilte der Zentralratsvorsitzende Rose mit. In Bulgarien etwa forderten Politiker der extremen Rechten die Regierung auf, Kontrollstellen in allen von Roma bewohnten Stadtvierteln einzurichten. Mehrere lokale Behörden riegelten daraufhin die Gebiete bereits ab, erklärte Rose. Damit sind de facto bereits tausende Menschen gesetzeswidrig von jeder medizinischen Versorgung ausgeschlossen.

+++ Die Weltgesundheitsorganisation hat davor gewarnt, die strikten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zu früh wieder aufzuheben. Das letzte, was Länder nun brauchen, ist, dass Schulen und Unternehmen öffnen, nur um dann wegen eines Wiederauflebens des Virus erneut zu schließen, wie WHO-Chef Ghebreyesus in Genf mitteilte. Der weitgehende Stillstand von Wirtschaft und Gesellschaft gebe Ländern ein Zeitfenster, sich besser auf die Bewältigung der Krise vorzubereiten.

+++ Das britische Parlament hat ein Notstandsgesetz für die Bewältigung der Coronavirus-Pandemie verabschiedet. Regierung und Behörden haben so Vollmachten, um die beschlossenen Ausgangsbeschränkungen und Schließungen von Geschäften und anderen Gebäuden notfalls mit Zwangsmaßnahmen durchzusetzen. Auch der Zugriff auf private Daten wird erleichtert. 

+++ Vor dem Hintergrund massiver Kurseinbrüche an den Börsen wegen der Coronavirus-Krise hat die EU-Kommission neue Leitlinien für Firmenübernahmen verabschiedet. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen teilte in Brüssel in einer Videobotschaft mit, alle Mitgliedsstaaten seien fortan dazu angehalten, ausländische Direktinvestitionen in ihren Ländern intensiver zu kontrollieren. Es gelte, die strategisch wichtigen Technologien und Konzerne zu schützen.

+++ Auch Berlin nimmt - ebenso wie andere Bundesländer - in den kommenden Tagen schwer kranke Corona-Patienten aus Italien auf. Fünf Menschen sollen in der Charité intensivmedizinisch betreut werden, wie die Senatskanzlei mitteilte. Wann sie in der Hauptstadt eintreffen, ist noch nicht klar. Die Beschäftigten der Charité forderten in einem offenen Brief an die Klinikleitung, den Regierenden Bürgermeister Müller und Gesundheitssenatorin Kalayci mehr Schutzausrüstung wie Masken, Handschuhe und Desinfektionsmittel.

+++ Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte verspricht der Wirtschaft weitere Hilfen. Das bereits angekündigte Paket über 25 Milliarden Euro könnte verdoppelt werden, sagte Conte in einer Rede vor dem Parlament. Die Regierung arbeite an weiteren Maßnahmen. Zudem forderte Conte Sondermaßnahmen der Europäischen Union.

+++ Angehörige des Gesundheits- und Rettungswesens sowie der sozialen Dienste, die in Deutschland oder Österreich arbeiten, aber in Tschechien leben, dürfen die Grenze nun doch weiter täglich überschreiten. Das habe Innenminister Jan Hamacek auf Grundlage entsprechender Wünsche aus den beiden Nachbarstaaten entschieden, teilte seine Sprecherin in Prag mit. Zur Begründung hieß es, diesen Berufen komme eine Schlüsselaufgabe bei der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie zu. Tschechien hatte Mitte März den Notstand ausgerufen und einen weitgehenden Ein- und Ausreisestopp verhängt. 

+++ Die Intensivärzte in Deutschland stellen sich darauf ein, in der Coronavirus-Epidemie Entscheidungen über Leben und Tod treffen zu müssen. Für diesen Fall beschlossen sieben medizinische Fachgesellschaften einen Katalog mit Handlungsempfehlungen, der dem Deutschlandfunk Kultur vorliegt. In dem Papier heißt es, es sei wahrscheinlich, dass auch in Deutschland in naher Zukunft und trotz bereits erfolgter Kapazitätserhöhungen nicht mehr alle Patienten, die unter einem schweren Verlauf der Lungenkrankheit Covid-19 litten, intensivmedizinisch behandelt werden könnten.

+++ Die führenden Industriestaaten G7 wollen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus auch den ärmeren Ländern helfen. Wie Bundesaußenminister Maas mitteilte, haben Deutschland und Großbritannien bei einer gemeinsamen Videokonferenz Vorschläge für eine entsprechende internationale Kooperation vorgelegt. 

+++ Bundesgesundheitsminister Spahn will bis Ostern ein Konzept vorlegen, wie das öffentliche Leben in Deutschland in der Corona-Krise mindestens in Teilen wieder möglich werden kann. Die Frage, wie man diesen Krisenmodus verlasse, werde jeden Tag wichtiger, sagte Spahn der Wochenzeitung "Die Zeit". Gebraucht würden Vorschläge, die speziell auf Ältere und chronisch Kranke zugeschnitten seien. Wenn man diese Bevölkerungsgruppen schütze, könne man gleichzeitig an anderen Stellen wieder normales Alltagsleben ermöglichen.

+++  In Großbritannien haben sich nach Angaben von Premierminister Johnson mehr als 400.000 Menschen gemeldet, um freiwillig dem Nationalen Gesundheitsdienst im Kampf gegen das Coronavirus zu helfen. Der NHS ist chronisch unterfinanziert und überlastet. Im vergangenen Jahr war er neben dem Brexit das zentrale Thema im Wahlkampf.

+++ Berlin nimmt schwer kranke Corona-Patienten aus Italien auf und folgt damit dem Beispiel anderer Bundesländer. Die fünf Betroffenen sollen an der Charité intensivmedizinisch betreut werden. Unterdessen haben Beschäftigte in einem offenen Brief an ihre Klinikleitung und an die Politik dringend Unterstützung gefordert. Unter anderem verlangen sie ausreichend Schutzkleidung.

+++ In Italien gib es weitere Todesopfer infolge von Covid-19. Wie die Behörden mitteilten, stieg die Zahl der Fälle um 683 auf 7.503. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen beläuft sich jetzt auf 74.386. Zuvor waren es 69.176.

+++ Auch Thailand schließt jetzt seine Grenzen. Es würden sowohl alle Übergänge an den Landesgrenzen als auch der Flug- und Schiffsverkehr ins Königreich gestoppt, hieß es in einer Mitteilung. Die Entscheidung trifft vor allem die Tourismusbranche, eine der Haupteinnahmequellen des Landes. Zehntausende Touristen sitzen in dem südostasiatischen Urlauberland fest.

+++ Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie wird auch über gemeinsame EU-Kreditprogramme diskutiert. Eine weitere Möglichkeit wäre der Europäischen Stabilitätsmechanismus, der über Kreditlinien von rund 400 Milliarden Euro verfügt. Der niederländische Finanzminister Wopke Hoekstra hält einen Zugriff auf den ESM wegen der Corona-Krise zum gegenwärtigen Zeitpunkt für zu früh. Es sei klüger, nicht mit der schwersten Waffe zu beginnen, die man in Reserve habe, sagte Hoekstra.

+++ Die Vereinten Nationen wollen mit einem globalen Nothilfeplan Millionen Menschen in Krisenländern vor der Corona-Pandemie schützen. Die hochansteckende Infektionskrankheit COVID-19 sei eine Bedrohung für die gesamte Menschheit, warnte UNO-Generalsekretär António Guterres in New York. Er rief die Länder auf, Gelder bereitzustellen. Die UNO brauchte mehr als zwei Milliarden US-Dollar zur Eindämmung der Infektion in Südamerika, Afrika, dem Nahen Osten und Asien. 

+++ Auch der zweite Corona-Test bei Bundeskanzlerin Angela Merkel ist negativ ausgefallen. Das teilte ein Regierungssprecher mit. Die Kanzlerin arbeite weiterhin von ihrer häuslichen Quarantäne aus.

+++ Die sieben führenden Industriestaaten haben nach den Worten von US-Außenminister Mike Pompeo in einer Video-Konferenz über die Rolle Chinas diskutiert. Pompeo warf der Volksrepublik erneut vor, sie habe zu spät ihre Informationen über das Coronavirus mit den anderen Staaten geteilt. Pompeo sprach von einer Desinformationskampagne.

+++ Der Bundestag hat wegen der Coronakrise beschlossen, die Schuldenbremse auszusetzen. Im Parlament stimmten 469 Abgeordnete mit Ja. Es gab drei Gegenstimmen und 55 Enthaltungen. Damit wurde die notwendige Kanzlermehrheit erreicht.

+++ Jeder zweite Deutsche fürchtet einer Ipsos-Umfrage zufolge wegen der Corona-Pandemie um seinen Job. Noch größer seien die Befürchtungen in Vietnam, wo 66 Prozent der Menschen um ihren Arbeitsplatz bangten, teilt das Institut mit. Dicht darauf folge Italien mit 63 Prozent.

+++ Die Schulabschlussprüfungen in Deutschland sollen trotz Corona-Krise nach jetzigem Stand weiterhin stattfinden. Darauf haben sich die Kultusminister der Länder in einer Telefon-Schaltkonferenz geeinigt. Wie die Kultusministerkonferenz weiter mitteilte, ist eine Absage von Prüfungen vorerst nicht notwendig. Sie fänden zum geplanten beziehungsweise zu einem späteren Termin statt, soweit dies aus Infektionsschutzgründen zulässig sei. 

+++ Der Bundestag hat wegen der Coronakrise einen Nachtragshaushalt im Umfang von 156 Milliarden Euro beschlossen. Die Summe setzt sich zusammen aus zusätzlichen Ausgaben und erwarteten Steuerausfällen. Für den Etat ist eine Ausnahme von der gesetzlich verankerten Schuldenbremse erforderlich. Die namentliche Abstimmung darüber läuft noch und benötigt eine Mehrheit aller Abgeordneten im Bundestag. 

Das Parlament beschloss außerdem einen Stabilisierungsfonds mit einem Volumen von 600 Milliarden Euro, um die Wirtschaft zu stützen. Der Bundesrat muss allen Vorhaben am Freitag noch zustimmen. 

+++ In Spanien sind nach einer neuen Bilanz 3.434 Menschen an der Corona-Virus-Infektion gestorben. Innerhalb eines Tages sei die Zahl der Toten um mehr als 700 gestiegen, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit. Damit sind in Spanien jetzt mehr Menschen an der Lungenkrankheit gestorben als im Ursprungsland China. Allein in Italien liegt die Zahl mit mehr als 6.800 Toten noch höher.

+++ Der britische Thronfolger, Prinz Charles, ist nach Angaben des Königshauses in London, positiv auf das Coronavirus getestet worden.

+++ Ausländische Erntehelfer und andere Saison-Arbeitskräfte dürfen wegen der Corona-Pandemie vorerst nicht mehr nach Deutschland kommen. Wie das Bundesinnenministerium mitteilte, gilt das Einreiseverbot von Mittwochnachmittag an. In der Landwirtschaft in Deutschland arbeiten jährlich knapp 300.000 Saisonarbeitskräfte, die vor allem aus Osteuropa kommen.

+++ Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Deutschland ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts auf 31.554 gestiegen. Das waren 4.000 Fälle mehr als gestern. Die Zahl der Toten hat sich von 114 auf 149 erhöht. Laut der amerikanischen Johns Hopkins Universität gibt es in der Bundesrepublik rund 33.000 Infizierte. 159 Menschen seien an der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. 

+++ Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Wieler, sagte in Berlin, Deutschland stehe erst am Anfang der Epidemie. Auch hierzulande werde die Zahl der Todesfälle steigen. Dass in der Bundesrepublik bislang weniger Menschen an Covid-19 gestorben seien als in anderen europäischen Ländern, liege zum Teil daran, dass von Anfang an breit getestet worden sei. Auch seien nicht so viele alte Menschen erkrankt.

+++ Bundesarbeitsminister Heil hat im Dlf-Interview zugesagt, dass die Bundesregierung in der Corona-Krise um jeden Arbeitsplatz kämpfen werde. Sie könne allerdings nicht versprechen, dass jeder Job erhalten bleibe, sagte der SPD-Politiker. Er stellte in Aussicht, dass es nach dem Abklingen der Pandemie konjunkturelle Maßnahmen geben könne, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln.

+++ FDP-Chef Lindner hat eine "Exit-Strategie" für die deutschen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie gefordert. Seine Partei trage zwar viele Entscheidungen mit, frage sich zugleich aber jeden Tag, wie lang die Maßnahmen noch nötig seien, sagte Lindner dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Die Corona-Krise dürfe nicht alle Koordinaten des Zusammenlebens verändern.

+++ In den USA ist der Weg für das größte Konjunkturpaket der jüngeren Geschichte zur Linderung der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie frei. Wie amerikanische Medien übereinstimmend berichteten, haben sich Demokraten und Republikaner im Kongress geeinigt. Dem Vernehmen nach hat das Konjunkturpaket ein Volumen von umgerechnet bis zu zwei Billionen US-Dollar.

+++ Die Lokführergewerkschaft GDL fordert, das Fahrtenangebot für Bahnreisende wegen der Corona-Krise deutlich zu reduzieren. Der GDL-Vorsitzende Weselsky sagte der Deutschen Presseagentur, die Fahrgastzahlen seien deutlich gesunken. Deshalb sollte die Bahn jetzt Personalreserven bilden, um auch in den nächsten Wochen ein verlässliches Grundangebot aufrechterhalten zu können.

+++ Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität aus den USA gibt es bis heute Morgen in Deutschland 32.991 gemeldete Corona-Fälle und 159 Tote. Das Robert-Koch-Institut kommt wegen einer anderen Zählweise auf niedrigere Werte. Dort sind bislang 31.554 Krankheitsfälle gemeldet sowie 149 Todesfälle.

+++ Außenminister Maas hat zu mehr internationaler Solidarität im Kampf gegen die Corona-Pandemie aufgerufen. Das Resultat der nationalen Kraftanstrengungen dürfe nicht eine Spirale nationaler Egoismen sein, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

+++ Die italienische Regierung hat die Strafen für Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie deutlich erhöht. In einem Dekret heißt es, wer positiv auf das Coronavirus getestet sei und sich nicht an die Quarantäne-Auflage halte und die Wohnung verlasse, könne mit Gefängnis von einem bis zu fünf Jahren bestraft werden. 

+++ Bundesarbeitsminister Heil hat Lohnerhöhungen für Arbeitnehmer gefordert, die eine besondere Last in der Corona-Krise tragen. Man sehe gerade unglaublich viele Heldinnen und Helden des Alltags. Diese hätten nicht nur warme Worte, sondern langfristig auch mehr Geld verdient, sagte der SPD-Politiker der Funke Mediengruppe. Dies könne man allerdings nicht staatlich verordnen. Heil ist ab 7:15 Uhr im Deutschlandfunk-Interview

+++ Der Bundestag entscheidet heute im Eilverfahren über Milliardenhilfen für Unternehmen und Bürger im Zusammenhang mit der Corona-Krise. Es wird erwartet, dass auch weite Teile der Opposition wegen der erheblichen wirtschaftlichen Folgen mit den Regierungsparteien stimmen.

+++ Nach einer Berechnung der Nachrichtenagentur AFP leben nun 2,6 Milliarden Menschen weltweit unter Beschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie. Das ist rund ein Drittel der Weltbevölkerung. 

Dienstag, 24. März

+++ In mehreren Staaten sind weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ergriffen worden - nach einer Berechnung von AFP leben nun 2,6 Milliarden Menschen weltweit unter Beschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie. 

+++ Die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada hat die Verlegung der Olympischen Spiele auf das nächste Jahr als "richtig" bezeichnet. Wada-Präsident Witold Banka sagte, die Gesundheit und Sicherheit der Athleten habe in dieser herausfordernden Situation oberste Priorität. 

+++ Die EU-Kommission hat weitere Teile der deutschen Hilfen für Unternehmen in der Coronavirus-Krise gebilligt. Es handele sich um Garantien für Kredite zu günstigen Konditionen, teilte ein Sprecher der Behörde in Brüssel mit. Die EU-Kommission billigt derzeit im Eiltempo Hilfsmaßnahmen der EU-Länder gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie.

+++ Wegen der drohenden Gefahr durch das Coronavirus fordert die Europäische Union Griechenland auf, ältere und kranke Menschen aus den überfüllten Flüchtlings-Lagern zu verlegen. Die Regierung in Athen lehnt eine Umsiedlung der Menschen auf das griechische Festland ab. Die Begründung: Bislang gebe es keine Coronavirus-Fälle in den Lagern.

+++ Weltweit steigt die Zahl der bestätigten Infizierungen mit dem neuartigen Corona-Virus auf mehr als 400.000. Die Johns Hopkins Universität verzeichnet um 19:15 Uhr 407.485 Fälle, 18.227 Tote und 104.234 Menschen, die bereits wieder genesen sind. 

+++ US-Präsident Donald Trump dagegen rechnet damit, dass die Beschränkungen in den USA schon bald wieder aufgehoben werden können. Er würde sich freuen, wenn dies bis Ostern der Fall sei, sagt Trump dem Fernsehsender Fox. Die Menschen müssten wieder zur Arbeit gehen, um die wirtschaftlichen Schäden durch die Ausbreitung des Coronavirus möglichst gering zu halten.

+++ Frankreich hat angekündigt, seine Ausgangsbeschränkungen insgesamt für mindestens sechs Wochen aufrechtzuerhalten.

+++ Italien hat erneut einen starken Anstieg der Corona-Todesfälle gemeldet. Innerhalb von 24 Stunden seien 743 weitere Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilte der italienische Zivilschutz mit. Dennoch hofft Ministerpräsident Giuseppe Conte, dass er die drastische Einschränkung des öffentlichen Lebens bald lockern kann.

+++ Europa und die USA sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO jetzt das Zentrum der Coronavirus-Pandemie. 85 Prozent der neuen Infektionsfälle in den vergangenen 24 Stunden seien in Europa oder den USA gemeldet worden, sagt eine Sprecherin. Man erwarte, dass die Zahl der Toten "erheblich" steigen werde.

+++ Bayern hat sein Hilfspaket wegen der Corona-Krise auf 20 Milliarden Euro verdoppelt. Dies sei nötig, um den Wohlstand für die nächste Generation zu sichern, sagte Ministerpräsident Söder in München. Das Geld solle der Wirtschaft und der medizinischen Versorgung zugutekommen.

+++ Die Fluggesellschaften befinden sich nach eigenen Angaben wegen der Coronavirus-Pandemie in der schlimmsten Krise ihrer Geschichte. Die erwarteten Umsatzeinbußen dürften mehr als doppelt so hoch ausfallen, als man bereits Anfang März prognostiziert habe, teilte die Internationale Luftverkehrs-Vereinigung IATA mit. Man gehe inzwischen von Verlusten im Passagiergeschäft von umgerechnet 233 Milliarden Euro aus.

+++ In Schleswig-Holstein müssen die Abiturienten wegen der Corona-Pandemie voraussichtlich keine Prüfung mehr ablegen. Bildungsministerin Prien teilte mit, sie werde dem Kabinett morgen einen entsprechenden Beschlussvorschlag machen. Auch die Prüfungen zum ersten allgemeinbildenden und zum mittleren Schulabschluss sollten in diesem Schuljahr nicht abgenommen werden.

+++ Das Präsidium der Deutschen Fußball-Liga will die Aussetzung des Spielbetriebs in der Bundesliga und 2. Bundesliga bis mindestens zum 30. April verlängern. Einem entsprechenden Vorschlag müssen die 36 Klubs der beiden Ligen bei einer außerordentlichen DFL-Mitgliederversammlung noch zustimmen - das dürfte aber nur Formsache sein.

++++ Indiens Regierungschef Narendra Modi ordnete eine dreiwöchige "vollständige Ausgangssperre" für die 1,3 Milliarden Bürger seines Landes an. Damit gelten nach einer Berechnung der Nachrichtenagentur AFP weltweit für 2,6 Milliarden Menschen Ausgangssperren

+++ Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) findet die Verschiebung der Olympischen und  Paralympischen Spiele in Tokio richtig. DBS-Präsident Beucher sagte, die Entscheidung orientiere sich am wichtigsten Gut: der Gesundheit der Menschen.

+++ Der Deutsche Olympische Sportbund hat die Verschiebung der Olympischen und der Paralympischen Sommerspiele in Tokio begrüßt. Die nunmehr schnelle und klare Entscheidung sei ein richtiger und enorm wichtiger Schritt für den internationalen Sport und die Weltgemeinschaft. 

+++ Das IOC veröffentlicht jetzt die offizielle Erklärung: Verschiebung der Olympischen Spiele um ein Jahr.

+++ Auch das Büro des japanischen Regierungschefs twittert inzwischen, dass sich Premier Abe und IOC-Chef Bach über eine Verschiebung der Olympischen Spiele um ein Jahr einig sind.

+++ Die japanische Regierung will dem IOC vorschlagen, die Olympischen Spiele um ein Jahr zu verschieben. Das meldet der japanische Fernsehsender NHK. Der Schritt sei angesichts der Coronavirus-Pandemie unvermeidlich, weil die ursprünglich für Juli und August angesetzten Wettkämpfe unter den gegebenen Umständen nicht vollständig ausgetragen werden könnten, sagte Premier Abe dem Fernsehsender zufolge.

+++ Auch Frankreich holt seine Staatsbürger zurück. Wir zitieren aus einer Erklärung von Staatssekretär Djebarri: Er bezieht sich auf das Rückholprogramm und schreibt: "In den letzten Tagen hat es mehr als 60.000 unserer Landsleute die Rückkehr nach Frankreich ermöglicht. So konnten in Marokko in der vergangenen Woche mehr als 140 Flüge organisiert werden, die die Repatriierung von mehr als 20.000 Französinnen und Franzosen ermöglicht haben. In Tunesien und Algerien konnten mehr als 10.000 unserer Landsleute nach Frankreich zurückkehren. Auch in Portugal und Spanien wurden in den letzten Tagen kommerzielle Sonderflüge durchgeführt, die die Rückkehr von mehreren hundert Personen ermöglichten."

Weiter heißt es: "Ähnlich wurde mittels planmäßiger oder außerplanmäßiger kommerzieller Flüge in mehreren Dutzend Ländern, in denen sich unsere Landsleute vorübergehend aufhalten, in Lateinamerika, Asien, dem Nahen Osten und Afrika, vorgegangen. Allein gestern Abend konnten wir zum Beispiel fast 300 Landsleute aus Peru zurückholen. Morgen sollten wir in der Lage sein, mehr als 400 Franzosen von den Philippinen zu repatriieren. Lösungen werden auch in Indien oder in der Dominikanischen Republik gefunden, wo sich viele unserer Landsleute befinden. Und natürlich werden diese Aktionen auch in allen anderen Ländern, in denen sich Französinnen und Französen aufhalten, durchgeführt."

+++ Angesichts der verheerenden Coronavirus-Pandemie hat die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, das Aussetzen von Sanktionen verlangt. Sie erwähnte den Iran, Kuba, Nordkorea, Venezuela und Simbabwe. "Mit Blick auf die explosiven Konsequenzen wie Todesfälle, Leid und weitere Ansteckungen ist es lebensnotwendig, dass der Zusammenbruch von Gesundheitssystemen in allen Ländern vermieden wird", sagte Bachelet.

+++ Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat Ermittlungen zur Ausbreitung des Coronavirus im beliebten Wintersportort Ischgl aufgenommen. Wie die Behörde mitteilte, geht sie dem Verdacht nach, dass ein Gastronomiebetrieb Ende Februar einen positiven Test einer Mitarbeiterin nicht den Gesundheitsbehörden gemeldet habe. Das Land Tirol hatte der Staatsanwaltschaft eine Anfrage des ZDF mit dem entsprechenden Verdacht weitergeleitet

+++ In Italien schließen demnächst die ersten Tankstellen. Das kündigen die Betreiberverbände an. Ab Mittwochabend sollen demnach zunächst die Zapfstellen an Autobahnen dichtmachen, dann sollen nach und nach auch andere Tankstellen folgen. Zur Begründung geben die Verbände vor dem Hintergrund der Corona-Krise an, es sei unmöglich geworden, den Betrieb aufrecht zu halten ohne die Gesundheit zu gefährden.

+++ Auch der weltweit drittgrößte Sportartikelkonzern Puma zieht Konsequenzen: Der Vorstand um Björn Gulden will laut Reuters "angesichts dieses drastischen Umsatzrückgangs" für den April auf sein Gehalt verzichten - das dürften insgesamt etwa 170.000 Euro sein. Das Unternehmen meldete zudem für rund 1.400 Mitarbeiter in Deutschland für die kommenden drei Wochen Kurzarbeit angemeldet.

+++ Der Bayerische Rundfunk veröffentlicht wichtige Rufnummern in der Krise:

+++ Wegen der Zunahme der Coronafälle werden die Vorgaben für Krankmeldungen gelockert. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung bestätigte heute in Berlin mit, dass sich Patientinnen und Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege ab sofort für bis zu 14 Tage krank schreiben lassen können - nach telefonischer Rücksprache mit dem Hausarzt. Die telefonische Bestätigung der Arbeitsunfähigkeit ist auch dann möglich, wenn es einen Verdacht auf eine Coronainfektion gibt. Sprich: Patienten müssen nicht in die Praxis kommen - und sollten es auch nicht. Wenn ein Coronavirus-Test gemacht werden soll, soll der Arzt dem Patienten sagen, wo dieser sich testen lassen kann. In einigen Regionen brauchen Patienten für die Untersuchung eine Überweisung. Diese soll die Praxis per Post schicken.

+++ Der olympische Fackellauf in Japan ist sowieso schon umstritten - und soll nun noch weiter begrenzt werden. Medien berichten, dass der Lauf am Donnerstag in der Präfektur Fukushima ohne Fackel, ohne Fackelträger und ohne Zeremonie beginnen solle. Vielmehr, so heißt es, werde die Fackel in einer Laterne untergebracht und von einem Fahrzeug transportiert - entlang von leeren Straßenrändern, wie es sich die örtlichen Organisatoren erhoffen. Ob die Spiele überhaupt stattfinden, ist aber auch noch ungewiss.

+++ Thailand hat wegen der Coronavirus-Pandemie den Ausnahmezustand ausgerufen. Premierminister Prayuth Chan-Ocha teilte in Bangkok mit, dieser gelte von diesem Freitag an für einen Monat.

+++ "Wir riskieren neue Infektionsketten": In NRW sorgen sich Kinderärzte, dass die Regeln zur Notbetreuung in Schulen und Kitas gelockert werden.

+++ Das Robert Koch-Institut meldet auch heute wieder einen deutlichen Anstieg der Infektionszahlen. Demnach haben sich inzwischen 27.436 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Das sind fast 4.800 mehr als am Tag zuvor. die Zahl der Toten liegt nun bei 114. Die amerikanische Johns Hopkins Universität aus Baltimore meldet derzeit mehr als 29.000 Infizierte und 123 Tote. Diesen Zahlen zufolge haben sich mehr als 450 Menschen in Deutschland wieder von der Infektion erholt. Wie aussagekräftig die Zahlen sind - darüber haben wir gerade einen erklärenden Bericht veröffentlicht.

+++ In Sachsen ist eine Gruppe von Corona-Patienten aus Italien eingetroffen. Sie waren mit einer Maschine der italienischen Luftwaffe zum Flughafen Leipzig-Halle geflogen worden. Es handelt sich um ingesamt acht Personen, die nun in sächsischen Krankenhäusern behandelt werden sollen.

+++ In China wird die Abriegelung der Provinz Hubei weitgehend aufgehoben, die nach der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus verhängt worden war. 

+++ Laut "Bild"-Zeitung bereitet NRW als erstes Bundesland einen Bußgeldkatalog für Verstöße gegen die Corona-Schutzmaßnahmen vor. Bei unerlaubten Besuchen in Krankenhäusern und Altenheimen sollen demnach 800 Euro fällig werden.

+++ Die Fraktionen im Bundestag bereiten heute die wichtige Sitzung mit Beschlüssen über Hilfsprogramme in der Corona-Krise vor. Die meisten Fraktionen haben dafür digitale Sitzungen angekündigt. Morgen soll der Bundestag im Schnellverfahren mehrere Gesetzesvorhaben beschließen und auch eine Notfallregelung für die Schuldenbremse in Kraft setzen, die dem Bund neue Kredite in Höhe von 156 Milliarden Euro ermöglicht.

+++ Die Finanzminister der Eurozone und der übrigen EU-Staaten beraten am Abend über weitere Maßnahmen gegen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie. Zur Debatte stehen unter anderem vorsorgliche Kreditlinien des Eurorettungsschirms ESM. Nach den Worten von Eurogruppen-Chef Mario Centeno geht es um "eine neue Verteidigungslinie gegen das Coronavirus als Teil einer koordinierten Antwort auf die Krise".


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Newsblog zum Coronavirus / Covid-19: Entwicklungen vom Mittwoch, 18. März, bis Donnerstag, 19. März 2020

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