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Newsblog zum Coronavirus+++ 11.409 Neu-Infektionen in Deutschland +++

Röhrchen mit den Abstrichen von Personen, die sich in einem Corona-Testzentrum einem PCR-Test unterzogen haben (imago/Sven Simon)
Röhrchen mit den Abstrichen von Personen, die sich in einem Corona-Testzentrum einem PCR-Test unterzogen haben (imago/Sven Simon)

Dem Robert Koch-Institut sind binnen eines Tages wieder mehr als 11.000 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. In Deutschland drohen laut Medizinern Personal-Engpässe auf den Intensivstationen. Die WHO warnt vor einer Überlastung der Krankenhäuser in Europa. Weitere Entwicklungen in unserem Newsblog.

Dienstag, 27. Oktober

+++ Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 11.409 neue Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Am Dienstag vor einer Woche hatte die Zahl bei 6.868 gelegen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg im Vergleich zu den Angaben von gestern um 42 auf 10.098. Die Reproduktionszahl lag in Deutschland laut RKI-Bericht bei 1,37. Das bedeutet, dass zehn Infizierte knapp 14 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet ein etwa zehn Tage altes Infektionsgeschehen ab.

+++ Fast zwei Drittel der Deutschen rechnen damit, dass es wegen der dramatisch steigenden Corona-Infektionszahlen wieder zu Schließungen von Geschäften, Restaurants oder Schulen kommen wird. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 63 Prozent, dass sie einen solchen Lockdown erwarten. Nur 23 Prozent glauben nicht daran, 13 Prozent machten keine Angaben. Unter einem Lockdown versteht man weitreichende Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

+++ Intensivmediziner warnen vor Engpässen bei der Versorgung von Covid-19-Patienten wegen des Fehlens von Pflegepersonal. Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Janssens, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, man habe einen dramatischen Mangel an Pflegekräften. Es gebe inzwischen ausreichend Kapazitäten an freien Intensivbetten und Beatmungsgeräten. Das allein helfe aber nicht weiter, wenn man kein Personal habe, um die Patienten zu versorgen. Grob geschätzt fehlten bundesweit 3.500 bis 4.000 Fachkräfte für die Intensivpflege, sagte Janssens. 

Montag, 26. Oktober

+++ In französische Krankenhäuser sind am Montag mehr als 1.300 Corona-Patienten eingeliefert worden. Das ist die höchste Zahl an einem Tag seit Anfang April, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet. Insgesamt werden demnach mehr als 17.700 an Covid-19 erkrankte Menschen in französischen Kliniken behandelt. Dieser Wert liege deutlich unter dem bisherigen Höchststand Mitte April. Damals waren es rund 32.300 Patienten. Am Montag lagen nach Angaben der französischen Gesundheitsbehörde mehr als 2.760 Patienten auf Intensivstationen - 186 mehr als am Sonntag. Das Gesundheitsministerium meldete zudem mehr als 26.700 bestätigte Neuinfektionen.

+++ In Spanien sind über das Wochenende mehr als 50.000 Neuinfektionen gemeldet worden. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der offiziellen Corona-Fälle auf fast 1,1 Millionen, wie das Gesundheitsministerium meldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 stieg demnach um 279 auf mehr als 35.000. Am Sonntag war in Spanien für sechs Monate der Notstand ausgerufen worden

+++ Die Weltgesundheitsorganisation hat vor einer Überlastung der Krankenhäuser in Europa durch rasant steigende Corona-Infektionszahlen gewarnt.

Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation. (WHO/Christopher Black via AP)Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation. (WHO/Christopher Black via AP)

Die Intensivstationen füllten sich zu schnell mit Covid-19-Patienten, betonte der Generaldirektor der WHO, Tedros, in Genf. Die Krankenhäuser kämen an ihre Kapazitätsgrenzen. Jeder Einzelne müsse sich an die Schutzkonzepte halten. Wichtig sei vor allem der Abstand zu anderen Menschen. Zugleich zeigte Tedros Verständnis dafür, dass die Menschen müde und frustriert seien. Sie litten mental und physisch.

+++ Bundeskanzlerin Merkel will am Mittwoch mit den Ministerpräsidenten beraten. Zur Eindämmung des Coronavirus plant sie laut einem Bericht der "Bild" einen "Lockdown light" vorzuschlagen. Das könnte demnach vor allem Bars und Restaurants treffen. Schulen und Kindergärten sollten möglichst offen bleiben, außer in Regionen mit sehr hohen Infektionszahlen. Auch Geschäfte könnten unter bestimmten Einschränkungen offen gehalten werden. Die Kanzlerin will zwei Tage früher als geplant, erneut mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder über die Entwicklung beraten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder zu steigenden Infektionszahlen und weiteren Corona-Maßnahmen eine Pressekonferenz. (AFP POOL)Bundeskanzlerin Angela Merkel (AFP POOL)

Regierungssprecher Seibert sagte nach einem Treffen des sogenannten Corona-Kabinetts in Berlin, dass die Nachverfolgung von Kontakten von Infizierten in einigen Kommunen nicht mehr möglich sei. Die Krankenhäuser verzeichneten eine Zunahme von Covid-Patienten, auch auf Intensivstationen. Deswegen gelte es weiterhin, Kontakte zu reduzieren. Angesichts der drastisch steigenden Neu-Infektionszahlen sei allen bewusst, dass jeder Tag zähle.

Bei den Beratungen am Mittwoch soll es nach Auffassung der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Dreyer auch darum gehen, ob die Kontakte deutschlandweit weiter eingeschränkt werden müssen. "Wir sind in einer sehr ernsten Situation", sagte die SPD-Politikerin während einer Video-Schalte des Corona-Bündnisses Rheinland-Pfalz mit Blick auf die zunehmenden Corona-Neuinfektionen.

+++ Der Christkindlesmarkt in Nürnberg fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Das teilte die Stadt Nürnberg mit Blick auf steigende Corona-Fallzahlen mit.

+++ Der italienische Dirigent Riccardo Muti hat die Regierung seines Landes gebeten, die coronabedingte Schließung von Theatern, Kinos und Konzerthallen zu überdenken. In einem in der Zeitung "Corriere della Sera" veröffentlichten Brief an Regierungschef Conte schrieb der 79-Jährige, die Gesellschaft brauche geistige Nahrung von Musik und Theater, sonst werde sie hässlich.

+++ Der zweite Landkreis in Bayern macht dicht: Wegen rasant steigender Infektionszahlen mit dem Coronavirus geht der Kreis Rottal-Inn in einen Lockdown. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen sei auf weit über 200 gestiegen, heißt es. Ab Dienstag, 0 Uhr, trete "ein Lockdown in Kraft - dazu gehört auch die Schließung von Schulen und Kindertagesstätten und die Absage aller Veranstaltungen". Die Maßnahmen seien vergleichbar mit denen im Berchtesgadener Land, der bereits vergangene Woche in einen Lockdown gegangen ist. Für 15 Uhr wird eine Pressekonferenz mit Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml angekündigt. 

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