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Newsblog zum Coronavirus+++ Berchtesgadener Land: Touristen reisen ab +++

Leere Tische und Bänke stehen vor einem Lokal im Ortskern von Berchtesgaden. (dpa-Bildfunk / Peter Kneffel)
Im Kreis Berchtesgadener Land reisen die Touristen nun ab. (dpa-Bildfunk / Peter Kneffel)

Im Kreis Berchtesgadener Land gilt seit dem Mittag ein Lockdown - weswegen Touristen die Region nun verlassen. Inzwischen ist auch das gesamte Ruhrgebiet nun Risikogebiet. Weitere Entwicklungen in unserem Newsblog.

Dienstag, 20. Oktober

+++ Die corona-bedingten Einschränkungen im bayerischen Landkreis Berchtesgaden haben hunderte Feriengäste zur Abreise gezwungen. Hinzu kommen nach Angaben des örtlichen Tourismusverbands mehrere tausend Gäste, die in der Region die Herbstferien verbringen wollten und dies wegen der angeordneten Schließung der Hotels nun nicht können.

+++ Die Stadt Oberhausen ist mit 52,7 laut Robert Koch-Institut (RKI) über den Inzidenzwert von 50 gekommen, womit nun das gesamte Ruhrgebiet als Risikogebiet gilt. Auf einer Karte des RKI zieht sich ein durchgehender roter Streifen von Aachen bis Bielefeld. Die Städteregion Aachen sowie Solingen, Gelsenkirchen und Herne sind sogar dunkelrot markiert - sie liegen über dem Wert von 100 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Die Stadt Köln liegt mit dem Wert 97,8 noch knapp unter der 100. 

Coronakrise in Deutschland: Die Zahl der Neuinfektionen treibt auch den #Inzidenzwert in die Höhe: Immer mehr Städte und Kreise überschreiten den Grenzwert von 50. Wir erklären, welche Aussagekraft die Werte haben.

+++ Im Iran ist die Zahl der Menschen, deren Tod mit einer Covid-19-Erkrankung in Verbindung gebracht wird, offenbar deutlich höher als bislang angegeben. Aus dem Krisenstab heißt es, die amtliche Statistik müsse mit 2,5 multipliziert werden, um an die realen Zahlen zu kommen. Die Nachrichtenagentur ISNA zitiert ein Mitglied des Krisenstabs. Nach dieser Berechnung läge die Zahl der Corona-Todesfälle bei mehr als 840 pro Tag - und nicht wie vom Gesundheitsministerium angegeben bei 337. Dass es im Iran eine hohe Dunkelziffer - auch bei der Zahl der Infektionen - gibt, war schon länger vermutet worden. Als Grund wird auch angeführt, dass vergleichsweise wenig getestet wird. Seit Ausbruch der Pandemie wurden mehr als 30.000 Tote gemeldet.

+++ Der Sagrotan-Hersteller Reckitt Benckiser profitiert in der Corona-Pandemie weiter von einem starken Absatz seiner Hygieneprodukte und Desinfektionsmittel. Die Briten erhöhten daher ihre Umsatzprognose für das laufende Jahr. Das Unternehmen strebt für 2020 ein Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich an.

+++ Die norditalienische Region Lombardei verhängt wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus eine nächtliche Ausgangssperre. Ab Donnerstag müssen die Menschen von 23.00 Uhr bis 05.00 Uhr zu Hause bleiben, wie die Behörden mitteilten. Ausnahmen sind aus medizinischen oder beruflichen Gründen möglich. Die Maßnahme soll bis zum 13. November dauern.

+++ Der Gesundheitszustand des an Covid-19 erkrankten Chefunterhändlers der Palästinenser, Erekat, ist nach Angaben seiner Familie stabil. Der 65-Jährige werde weiter auf der Intensivstation des Hadassah-Krankenhauses in Jerusalem behandelt und künstlich beatmet, berichtete die Palästinensische Befreiungsorganisation PLO, deren Generalsekretär Erekat ist.

Saeb Erekat, Chefunterhändler der Palästinenser, in seinem Büro in Ramallah | Deutschlandfunk (Deutschlandfunk)Saeb Erekat ist an Covid-19 erkrankt und wird künstlich beatmet - hier ein Archivbild von 2018. (Deutschlandfunk)

+++ In Deutschland sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts innerhalb eines Tages 6.868 neue Corona-Infektionsfälle gemeldet worden. Am Vortag hatte die Zahl bei 4.325 Fällen gelegen. Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus im Zusammenhang stehenden Todesfälle stieg um 47 auf 9.836. Rechnerisch sind aktuell in Deutschland rund 68.500 Menschen infiziert.

Jeden Tag fassen wir aktuelle Zahlen zur Corona-Pandemie in Deutschland zusammen. Dort finden Sie zum Beispiel auch Angaben über die Zahl der belegten Intensivbetten und die Lage in den einzelnen Bundesländern. 

+++ Im bayerischen Kreis Berchtesgadener Land gelten wegen extrem gestiegener Corona-Infektionszahlen ab heute Mittag wieder strikte Ausgangsbeschränkungen. Das Verlassen der eigenen Wohnung sei dann nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt, teilte Agrarministerin Kaniber nach einer Krisensitzung mit dem Landratsamt und der Regierung von Oberbayern in Bad Reichenhall mit. Zudem müssen nach Angaben von Landrat Kern Schulen und Kitas schließen. Die vollständige Meldung lesen Sie hier.

+++ Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen in Europa gibt es eine Debatte um Grenzschließungen in Deutschland. Bayerns Innenminister Hermann hält es angesichts der sich zuspitzenden Lage in Europa für möglich, dass man wieder über Grenzkontrollen sprechen muss. "Die Diskussion um verstärkte Grenzkontrollen könnte wieder aufflammen, falls das Infektionsgeschehen in den Nachbarländern außer Kontrolle gerät", sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Hermann gibt aber auch zu bedenken, dass es enge wirtschaftliche Beziehungen mit intensivem Pendelverkehr von Arbeitnehmern, etwa mit Tschechien und Österreich, gebe. Zuletzt hatte Bundesaußenminister Maas (SPD) vor erneuten Grenzschließungen im Zuge der Corona-Pandemie gewarnt. Man habe im Frühjahr dieses Jahres schlechte Erfahrungen gemacht mit der zu schnellen Schließung von Grenzen.

+++ Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Meidinger, hat Unterricht mit halben Klassen in Hotspots angemahnt. Obwohl in vielen Städten und Regionen der kritische Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche überschritten werde, laufe der Regelbetrieb an den Schulen weiter, sagte er der "Rhein-Neckar-Zeitung". "Bei diesem Wert müsste es eigentlich eine Rückkehr zum Wechselbetrieb mit halbierten Klassen geben." Er kenne aber kaum eine Kommune, die entsprechend handele. Er sei besorgt, dass diese Richtwerte für verschärfte Hygieneschutzmaßnahmen an Schulen "komplett ignoriert würden, um Schulen auf Teufel komm raus offen zu halten". 

+++ Eine Umfrage zu Open Data in Kommunen zeigt, dass öffentlich zugängliche Daten der Verwaltung hilfreich sein können bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. 212 Kommunen waren von der Bertelsmann Stiftung und dem Institut für Urbanistik befragt, worden. Gut die Hälfte von ihnen sieht Vorteile in der Corona-Krise. Zu offenen Daten rund um Corona gehörten Ansteckungszahlen, Angaben zur Auslastung von Kliniken oder auch etwa zur Koordination von Hilfsmaßnahmen unter Kommunen. Viele Kommunen, die bereits Open Data anbieten, seien in NRW zu finden. Als Vorreiter gelten demnach etwa Köln, Düsseldorf, Bonn, aber auch Moers am Niederrhein sowie Berlin, Hamburg oder Freiburg. Profitieren von offenen Daten könnten Bildungseinrichtungen, Wissenschaftler, Bürger und Organisationen oder auch Unternehmen.

Montag, 19. Oktober

+++ Die Grenzen Kanadas zu den USA bleibt mindestens einen weiteren Monat geschlossen. Die Regelung gilt nun vorerst bis zum 21. November, wie der für die öffentliche Sicherheit Kanadas zuständige Minister Bill Blair bekanntgibt. Die Grenze zwischen Kanada und den USA ist seit Ende März weitgehend dicht. Nur unbedingt notwendige Grenzübertritte werden erlaubt.

+++ Bayerns Ministerpräsident Söder ist nach eigenen Worten bereit, zur Bekämpfung der Corona-Pandemie Kompetenzen von den Ländern auf den Bund zu verlagern. Er sei zwar ein überzeugter Föderalist, aber der Föderalismus stoße zunehmend an seine Grenzen, sagt der CSU-Chef. Es würde helfen, Rechte von den Ländern auf den Bund zu übertragen und in einem beschleunigten Parlamentsverfahren im Infektionsschutzgesetz zu verankern. In diesem Zusammenhang forderte er eine bundesweit einheitliche Ausweitung der geltenden Verpflichtung zum Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen. Die erweiterte Maskenpflicht solle in Regionen gelten, in denen es mehr als 35 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gibt, und dort dann in Schulen, auf stark frequentierten öffentlichen Plätzen und auch am Arbeitsplatz obligatorisch werden.

+++ Angesichts steigender Corona-Zahlen gilt in Belgien ab heute ein "Teil-Lockdown". Cafés und Restaurants bleiben für vier Wochen geschlossen. Für die Brüsseler Stadtregion waren ähnliche Maßnahmen bereits in der vergangenen Woche verhängt worden. Belgien kämpft seit Mitte September gegen einen massiven Wiederanstieg der Corona-Neuinfektionen. Auch die Zahl der Einweisungen in Krankenhäuser nimmt zu.

+++ Auch Österreich verschärft die Corona-Maßnahmen. Dazu gehören Obergrenzen von sechs Personen bei privaten Zusammenkünften in Gebäuden und von zwölf Menschen im Freien. Betroffen seien auch Yoga- und Tanzkurse, Geburtstagsfeiern, Hochzeiten und Vereinstreffen, sagte Bundeskanzler Kurz. Außerdem muss bei Kultur- und Sportveranstaltungen wie Bundesliga-Spielen und Opern ständig ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

+++ Der Chefunterhändler der Palästinenser, Saeb Erekat, muss wegen seiner Covid-19-Erkrankung künstlich beatmet werden. Der Zustand des 65-Jährigen habe sich weiter verschlechtert, teilt eine Krankenhaussprecherin mit. Erekat zählt zu den Risikopatienten, weil er sich 2017 einer Lungentransplantation unterziehen musste. Er gilt als einer der profiliertesten Politiker in der Führung der Palästinenser seit Jahrzehnten.

+++In Deutschland sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts innerhalb eines Tages insgesamt 4.325 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Zuvor lag die Zahl bei 5.587. Erfahrungsgemäß sind die Werte an Montagen wie auch an Sonntagen niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI weitergeben. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag bei 9.789; das waren 12 mehr als am Vortag. Rein rechnerisch gibt es derzeit 61.710 aktive Fälle in Deutschland. Laut dem derzeitigen RKI-Lagebericht werden 769 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 354 von ihnen werden beatmet. Die ausführlichen tagesaktuellen Zahlen finden Sie hier.

+++Wegen der verschärften Corona-Lage sind von heute an wieder bundesweit telefonische Krankschreibungen möglich. Die Regelung gilt vorerst bis zum Jahresende. Patienten mit leichten Erkältungssymptomen müssen sich somit nicht in eine Praxis begeben. Auf diese Weise soll die Gefahr möglicher Ansteckungen in vollen Wartezimmern verringert werden. Die Krankschreibung gilt für sieben Tage – und kann per Telefon für weitere sieben Tage verlängert werden.

+++Auch auf dem sogenannten Integrationsgipfel, der heute in Berlin stattfindet, dürfte die Corona-Pandemie das Schwerpunktthema sein. Bei der Veranstaltung kommt Bundeskanzlerin Merkel in einer Videokonferenz mit Vertretern von rund 40 Migrantenverbänden zusammen.

+++Bundestagsvizepräsident Kubicki warnt vor negativen Folgen für die Demokratie, sollten wichtige Beschlüsse zur Bekämpfung der Corona-Pandemie nicht vom Parlament gefasst werden. Es sei die Aufgabe des Bundestags, wesentliche Entscheidungen zu treffen, und nicht die Aufgabe von Regierungsmitgliedern, erklärte der FDP-Politiker. Die vollständige Meldung können Sie hier nachlesen.

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