Die Nachrichten
Die Nachrichten

Newsblog zum Coronavirus+++ Bund für Test-Pflicht bei Einreise +++

Eine Mitarbeiterin eines Testcenters am Fähranleger nimmt einen Abstrich von einem Touristen. (picture alliance/dpa/Hauke-Christian Dittrich)
Tests bei Einreise, unabhängig vom Urlaubsland - das plant laut einem Zeitungsbericht die Bundesregierung. (picture alliance/dpa/Hauke-Christian Dittrich)

Die Bundesregierung bereitet offenbar eine "schnellstmögliche Ausweitung der Test-Pflichten bei Einreise" vor +++ Die Diskussion über Impfskepsis und mögliche Konsequenzen daraus geht weiter +++ Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland liegt nun bei 14,5. +++ Mehr in unserem Newsblog.

Montag, 26. Juli

+++ Die Bundesregierung bereitet einem Zeitungsbericht zufolge eine Verschärfung der Corona-Reiseauflagen vor. Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe melden, will das Gesundheitsministerium eine "schnellstmögliche Ausweitung der Test-Pflichten bei Einreise". Bisher müssen Flugpassagiere und Einreisende aus Hochrisikogebieten einen negativen Corona-Test vorlegen – es sei denn, sie sind vollständig geimpft oder genesen. Künftig wolle Minister Spahn einen Test offenbar unabhängig davon verlangen, aus welchen Gebieten und mit welchen Verkehrsmitteln die Reisenden nach Deutschland kommen. Über die Pläne hatte die Nachrichtenagentur Reuters schon Mitte Juli berichtet.

+++ Die USA verweigern Europäern und anderen Ausländern wegen der Coronavirus-Pandemie weiter die Einreise ins Land. Gründe seien die hoch ansteckende Delta-Variante und die steigenden Infektionszahlen in den Vereinigten Staaten, sagte Präsidialamtssprecherin Psaki in Washington. Für wie lange das Einreiseverbot voraussichtlich noch gilt, ließ Psaki offen. Fluglinien und Touristik-Konzerne hatten massiv für eine Aufhebung der Beschränkungen geworben, die für Europäer seit mehr als einem Jahr in Kraft sind. 

+++ Der SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach warnt davor, nach den Sommerferien den Schulbetrieb ohne Corona-Schutzmaßnahmen wieder aufzunehmen. Aus den Bundesländern habe er schon von der Idee gehört, den Unterricht ohne jede Einschränkung auch bei hohen Inzidenzen durchzuführen, sagte Lauterbach der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Dies sei gefährlich, weil sich sehr viele Kinder infizieren könnten. Es sei unklar, wie viele nach einer Covid-19-Erkrankung mit Spätfolgen oder gar einem schwächeren Immunsystem zu kämpfen hätten, betonte Lauterbach. Er fordert deshalb, an Schutzmaßnahmen wie Masken, Tests, Quarantäne und Wechselunterricht festzuhalten.

Eine Frau unterrichtet ihre beiden Töchter während der Coronapandemie zu Hause. (imago-images / photothek / Ute Grabowsky)Wie geht es nach den Sommerferien weiter? Wenn es nach SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach geht, auch im Wechselunterricht. (imago-images / photothek / Ute Grabowsky)

+++ Patientenvertreter haben sich kritisch zur Debatte über eine Impfpflicht in Deutschland geäußert. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Brysch, sagte der "Rheinischen Post", es sei brandgefährlich, öffentlich über eine Impfpflicht zu sinnieren. Vielmehr gelte es, die Skeptiker mit Argumenten zu überzeugen. Kern einer solchen Debatte müsse der Selbstschutz vor Corona sein. Brysch warf der Bundesregierung vor, diese Debatte zu scheuen. Damit überlasse sie den Impfgegnern und Verschwörungstheoretikern das Feld.

Sollte es für Nicht-Geimpfte Einschränkungen geben? Kanzleramtschef Braun (CDU) hat das vorgeschlagen und damit eine kontroverse Debatte ausgelöst. Justizministerin Lambrecht (SPD) etwa lehnt seinen Vorstoß ab – andere stimmen Braun zu. Die Bundesregierung stellte nochmals klar: Eine allgemeine Impfpflicht wird es in Deutschland nicht geben. Hier die wichtigsten Standpunkte in der Debatte zusammengefasst.

+++ Die Sieben-Tage-Inzidenz der in Deutschland nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen ist erneut leicht gestiegen. Sie liegt jetzt bundesweit bei 14,5 nach 14,3 am Vortag, wie das Robert Koch-Institut mitteilte. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI 1.545 weitere Infektionsfälle innerhalb der vergangenen 24 Stunden. 38 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus.

+++ Mediziner rechnen bei einer möglichen vierten Corona-Welle mit weniger Patienten auf den Intensivstationen als in der letzten Hochphase. Er sei sich sicher, dass die Patienten-Zahlen auf den Intensivstationen und in den Krankenhäusern bei einer vierten Welle nicht so hoch sein werden wie bei der dritten Welle, sagte das Vorstandsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Kluge. Im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland verwies er aber zugleich darauf, dass einige Regeln - wie etwa das Maskentragen in Supermärkten - weiter nötig seien.

 

Hier geht es zu unserem Archiv

Nachrichtenportal