Die Nachrichten

Die Nachrichten

Die Nachrichten

Newsblog zum Coronavirus+++ Coronavirus: Entwicklungen vom 11. und 12. Mai +++

Menschen sitzen im Berliner Volkspark am Weinberg auf der Wiese, darunter viele junge Menschen, und genießen die sommerlichen Temperaturen bei Sonnenschein. (imago / Jens Schicke)
Volkspark am Weinberg in Berlin-Mitte am 8. Mai (imago / Jens Schicke)

Die Reproduktionszahl ist nach jüngsten Angaben des Robert Koch-Instituts erneut unter den kritischen Wert von eins gesunken. Top-Immunologe Fauci hat vor dem US-Senat davor gewarnt, zu schnell zur Normalität zurückzukehren. Bundeskanzlerin Merkel macht Hoffnung auf eine schrittweise Öffnung der Grenzen zu den Nachbarländern. Wichtige Entwicklungen in unserem Newsblog.

Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier in unserem Newsblog.

Dienstag, 12. Mai

+++ Die Verteidigungsminister der EU-Staaten wollen angesichts der Corona-Pandemie die militärische Hilfe für zivile Stellen besser koordinieren. Die Krise sollte ein zusätzlicher Antreiber für Zusammenarbeit innerhalb der EU sein, sagte der EU-Außenbeauftragte Borrell nach der Videokonferenz. Es gebe eine wachsende Nachfrage nach Unterstützung von Seiten des Militärs.

+++ Wann können Menschen in der Coronakrise wieder in Freibädern und Hallenbädern schwimmen? Diese Frage stellen sich derzeit viele Freizeit-Sportler. Nach wie vor sind fast alle Bäder im Land geschlossen. Was bedeutet das für Sportler, Schüler und Vereine? Ein Überblick.

+++ Die Reproduktionszahl ist nach jüngsten Angaben des Robert Koch-Instituts erneut unter den kritischen Wert von eins gesunken. Sie lag laut dem täglichen Lagebericht bei 0,94. Damit steckt eine corona-infizierte Person im Schnitt im Laufe der Erkrankung weniger als einen weiteren Menschen an. Von einem erneut ansteigenden Trend gehe man nicht aus, heißt es in dem Bericht weiter. Allerdings habe der Rückgang bei den Neuerkrankungs-Zahlen inzwischen möglicherweise ein gleichbleibendes Niveau erreicht.

+++ Der Immunologe Fauci hat die Mitglieder des US-Senats in der Corona-Krise vor einer schnellen Rückkehr zur Normalität gewarnt. Er sagte bei einer Video-Anhörung, dies könnte ernste Konsequenzen haben. Wenn die Richtlinien nicht beachtet würden, bestehe das reale Risiko eines Ausbruchs, den man nicht kontrollieren könne. Auch die Bemühungen um eine wirtschaftliche Erholung könnten zurückgeworfen werden. Zugleich hielt Fauci es für möglich, dass durch die Corona-Pandemie mehr Menschen in den USA gestorben sind als bisher bekannt. Laut Johns-Hopkins-Universität gibt es dort inzwischen mehr als 1,3 Millionen nachgewiesene Infektionen. Mehr als 80.000 Menschen sind mit oder an einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

+++ Der Virologe Christian Drosten hat Falschinformationen zur Corona-Pandemie kritisiert. In sozialen Medien kursierten zum Beispiel millionenfach abgerufene Videos, die "voller Unsinn" seien, sagte der Charité-Wissenschaftler im NDR-Podcast. Zum Teil seien Ärzte und Professoren dabei, "die irgendeinen Quatsch in die Welt setzen", ohne je zu den Themen gearbeitet zu haben. Hinzu kämen "richtige Verschwörungstheoretiker". Drosten rügte das als "unverantwortlich".

In einem offenen Brief hatten Ärzte und Virologen aus der ganzen Welt Unternehmen wie Facebook und Twitter aufgefordert, stärker gegen Falschnachrichten vorzugehen.

+++ Bundeskanzlerin Merkel hat in der Corona-Krise Hoffnung auf eine schrittweise Öffnung der Grenzen zu den Nachbarländern gemacht. Wenn es das Infektionsgeschehen hergebe, habe man eine klare Perspektive zur Wiederherstellung der offenen Binnengrenzen in der EU, sagte die Kanzlerin in einer digitalen Sitzung der Unionsfraktion. Wie die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Teilnehmer berichtet, betonte Merkel, dass Lockerungen immer in Kooperation mit den Nachbarstaaten erfolgen müssten. Ihr sei wichtig, dass die Kontrollen nicht "bis ultimo" fortgesetzt würden, so Merkel weiter. Es werde an vielen Stellen aber ein zweistufiger Prozess sein.

+++ In Deutschland findet nach Einschätzung des Virologen Jonas Schmidt-Chanasit derzeit eine gezielte, langsame Corona-Durchseuchung der Bevölkerung statt. Das sei im Sinne der Überwindung der Pandemie auch richtig so, sagte Schmidt-Chanasit im Deutschlandfunk. Denn die einzige Alternative dazu wäre die Bereitstellung von Impfstoffen und Medikamenten. Ob und wann das möglich sei, wisse aber niemand.

+++ In Sachsen-Anhalt bleiben sportliche Wettkämpfe und Training unter wettkampfähnlichen Bedingungen bis Ende des Monats verboten. Diese Regelung betreffe auch den Berufssport, sagte Innenminister Stahlknecht in Magdeburg. Damit können die Drittliga-Vereine 1. FC Magdeburg und Hallescher FC mindestens bis zum 27. Mai nur in Kleingruppen von maximal fünf Sportlern trainieren. Dies läuft einem Beschluss des Deutschen Fußball-Bundes zuwider, der bereits am 26. Mai wieder in den Spielbetrieb der 3. Liga einsteigen will. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff warf dem DFB vor, Druck auf Politik und Vereine auszuüben. 

+++ Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Laschet hat für sein Bundesland eine Aussetzung der Quarantäne-Pflicht für Rückkehrer aus dem Ausland in Aussicht gestellt. Laschet verwies auf ein Gerichtsurteil, das die 14-tägige Quarantäne-Pflicht im benachbarten Niedersachsen außer Kraft gesetzt hat. Zur Begründung hieß es, die weltweiten Corona-Fallzahlen ließen nicht mehr zu, Einreisende pauschal zur Quarantäne zu verpflichten. Nordrhein-Westfalen wolle dem folgen, erklärte Laschet. Die Regelung trage nicht zum Gesundheitsschutz bei und sei europafeindlich.

+++ Mehrere norditalienische Regionen in Italien wollen Strände so schnell wie möglich wieder öffnen. Die Emilia-Romagna will ab kommenden Montag neben Bars, Restaurants und Friseuren auch den Zugang zum Meer erlauben. Eine zu lange Blockade der Wirtschaft hätte "schwerwiegende soziale Auswirkungen", sagte der Tourismusbeauftragte Corsini. Auch Venetien will ab Montag "alles, was möglich ist, öffnen", sagte Regionalpräsident Zaia. Ligurien ist ebenfalls bereit, das bisherige Strandverbot aufzuheben. 

Das Bild zeigt einen Strand. Im Hintergrund ist eine im Sand liegende Frau zu sehen, die ein Buch in der Hand hält und liest. Dahinter ist intensiv blau Himmel und Meer zu sehen. (Dan-Dumitriu/Unsplash)Wie leicht kann man sich am Strand anstecken? (Dan-Dumitriu/Unsplash)

+++ In der Debatte um eine Aufhebung der strengen Einreisebeschränkungen wächst der Druck der SPD auf Bundesinnenminister Seehofer. SPD-Fraktionschef Mützenich sprach sich dafür aus, die Grenzen nach Frankreich, Luxemburg und zu den Niederlanden trotz der Corona-Pandemie wieder zu öffnen. Das sei besonders in Regionen mit starkem Besucher- und Pendlerverkehr wichtig.
Die SPD-Innenpolitikerin Vogt betonte, angesichts der Lockerungen in anderen Bereichen dürften die Grenzkontrollen und -schließungen zu den Nachbarländern nicht länger außen vor bleiben.

+++ Solo-Selbstständige in Nordrhein-Westfalen dürfen von den Corona-Soforthilfen 2.000 Euro für ihren Lebensunterhalt nutzen. Dies gelte für alle, die im März und April einen Antrag auf Soforthilfe gestellt hätten, aber keine Grundsicherung erhielten, teilte Wirtschaftsminister Pinkwart in Düsseldorf mit. Damit dürften viele endlich Planungssicherheit haben, sagte der FDP-Politiker. Nordrhein-Westfalen beschreitet damit einen anderen Weg, als der Bund vorgeschlagen hatte. 

+++ Viele Bundesländer lockern die Beschränkungen zum Schutz gegen das Coronavirus von dieser Woche an nach und nach. Kontaktbeschränkungen ändern sich ebenso wie Vorschriften für Geschäfte, die Gastronomie, den Tourismus oder den Sport. Wir haben zusammengetragen, was von nun an gilt und welche weiteren Schritte schon feststehen. 

+++ Nach neuen Corona-Infektionen in der chinesischen Großstadt Wuhan haben die örtlichen Behörden offenbar Tests für die gesamte Stadtbevölkerung angeordnet. Wie chinesische Medien und die Nachrichtenagentur Reuters berichten, müssen die Stadtbezirke innerhalb von zehn Tagen einen Plan für den Massentest erarbeiten. Bis wann alle elf Millionen Bewohner getestet sein sollen, ist unklar. In den vergangenen Tagen waren erstmals seit einem Monat sechs neue Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. 

+++ In der Corona-Krise haben viele schlecht bezahlte Jobs von der Pflege bis zum Supermarkt eine neue Wertschätzung bekommen. Deutlich geworden ist auch die Bedeutung von Erntehelfern und anderen Saisonarbeitern. Doch ihr Einsatz bleibt umstritten. Erntehelfer in Deutschland: Klare Regeln oder "Klöckner-Chaos"?

+++ Die Europäische Union will unabhängiger von Medikamentenlieferungen aus Asien werden. Die Corona-Krise habe die bestehenden Versorgungsprobleme verstärkt, sagte EU-Kommissarin Kyriakides bei einer Video-Konferenz der Gesundheitsminister. Ziel müsse es sein, lebenswichtige Medikamente innerhalb der EU herzustellen. Bundesgesundheitsminister Spahn kündigte an, diese Debatte werde eines der Hauptthemen der deutschen Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr sein. Er sprach sich für finanzielle Anreize aus, um die Produktion wichtiger Wirkstoffe wieder nach Europa zu verlagern.

+++ In Thüringen sollen von morgen an wieder Demonstrationen ohne Beschränkungen der Teilnehmerzahl möglich sein. Wie das Gesundheitsministerium in Erfurt mitteilte, einigte sich die Landesregierung auf eine entsprechende Verordnung. In Thüringen sind derzeit Versammlungen von bis zu 50 Teilnehmern unter freiem Himmel erlaubt.

+++ Die Schließung von Schulen und Kindertagesstätten hat einer Studie zufolge unter den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie den größten Effekt. Dadurch sei die Wachstumsrate der bestätigten Infektionen um 7,9 Prozentpunkte verringert worden, heißt es in der Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg. Etwas geringer mit fünf beziehungsweise 3,4 Punkten seien die Auswirkungen der Ausgangsbeschränkungen und die Einstellung des Profi- und Breitensports. Die gesamte Studie finden Sie hier.

Ein Mädchen auf dem Fahrrad steht vor der Fassade einer Kita mit der Aufschrift "Wir vermissen euch". (Picture Alliance / dpa / Franziska Kaufmann)Auch die Schließung der Kitas war wirksam - sagt eine neue Studie. (Picture Alliance / dpa / Franziska Kaufmann)

+++ Das Hilfswerk Unicef befürchtet wegen der Corona-Pandemie eine deutlich höhere Kindersterblichkeit. Millionen Kinder hätten nur einen eingeschränkten Zugang zur Gesundheitsversorgung und zu routinemäßigen Impfungen, erklärte Unicef. Dies könne zu einem signifikanten Anstieg der Kindersterblichkeit führen. Gleichzeitig erhöhten Ausgangsbeschränkungen, Schulschließungen und die daraus folgende Isolation die ohnehin hohen Belastungen für die ärmsten und benachteiligten Jungen und Mädchen.

+++ Der Anstieg der Reproduktionszahl in den vergangenen Tagen ist laut Robert-Koch-Institut auch auf einzelne Ausbruchsherde zurückzuführen. RKI-Vizepräsident Schaade verwies etwa auf die Infektionen mit dem Coronavirus in Schlachthöfen. Zugleich betonte er, die Reproduktionszahl sei nur ein Parameter, um die Dynamik der Corona-Übertragung zu beurteilen. Seit Samstag liegt dieser Wert in Deutschland wieder über eins. Die Reproduktionszahl gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung im Schnitt mit dem Erreger ansteckt. Liegt sie höher als eins, breitet sich eine Krankheit aus.

+++ Die Zahl der Mitarbeiter in Schlachtbetrieben, die positiv auf das Corona-Virus getestet wurden, hat weiter zugenommen. In einem Schlachthof in der Nähe von Pforzheim in Baden-Württemberg wurden rund 400 der 1.100 Mitarbeiter positiv getestet. Auch in dem Coesfelder Betrieb des Unternehmens Westfleisch, das wegen der Corona-Infektionen geschlossen wurde, ist die Zahl der bestätigten Fälle weiter gestiegen und liegt jetzt bei mehr als 250.

+++ Das Thema Reisen in Corona-Zeiten beschäftigt auch das ARD-Büro in Stockholm - das heute über Entwicklungen in Dänemark berichtet.

+++ Das niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat die dort geltende grundsätzliche Quarantänepflicht für Einreisende aus dem Ausland für ungültig erklärt. Dem Urteil zufolge lassen es die weltweiten Corona-Fallzahlen nicht zu, Einreisende pauschal als krankheitsverdächtig anzusehen. Damit fehle aber die Grundlage für den Erlass der entsprechenden Rechtsverordnung. Laut Infektionsschutzgesetz komme die Anordnung einer Quarantäne durch Rechtsverordnungen lediglich für Erkrankte, Krankheits- und Ansteckungsverdächtige sowie Virusträger in Frage, erklärten die Richter in dem unanfechtbaren Beschluss. Weitergehende Regelungen, die weitere Kreise der Bevölkerung wie etwa Einreisende pauschal einer Isolierung aussetzten, müssten wegen der damit verbundenen Freiheitsbeschränkungen dagegen zwingend durch ein eigenes Gesetz geregelt werden. Dieses sei Aufgabe des Landtags als Gesetzgeber. Geklagt hatte der Besitzer eines Ferienhauses in Schweden, der dorthin reisen wollte, ohne sich bei der Rückkehr zwei Wochen in Quarantäne begeben zu müssen. Die Entscheidung der Lüneburger Richter kann nicht angefochten werden.

+++ Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP, Lambsdorff, plädiert dafür, die Quarantäne-Pflicht für Rückkehrer aus europäischen Ländern zu lockern. In der ARD sagte Lambsdorff, Grenzen und Infektionen hätten nichts miteinander zu tun. Pauschale Regeln seien der falsche Weg. Grenzen sollten immer nur dann geschlossen werden, wenn es ein Infektionsgeschehen gebe. Zuvor hatte sich bereits Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Laschet für eine Lockerung der Quarantäne-Pflicht ausgesprochen.

+++ Bei einem Brand in einem Krankenhaus für Corona-Patienten im russischen Sankt Petersburg sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. 150 Patienten und Mitarbeiter konnten nach Angaben von Rettungskräften in Sicherheit gebracht werden. Der Brand war auf einer Intensivstation im sechsten Stock der Klinik ausgebrochen. Bei den Opfern soll es sich um Patienten handeln, die an Beatmungsgeräte angeschlossen waren. Eines von ihnen könnte nach Einschätzung der Feuerwehr in Brand geraten sein.

+++ Was ist der aktuelle Stand in der Coronakrise? Wir haben wichtige Entwicklungen und Zahlen zur Pandemie in Deutschland und der Welt für Sie zusammengestellt - in aller Kürze und übersichtlich.

+++ Die Coronakrise führt auch bei den Minijobs in Deutschland zu einem starken Rückgang. Das belegen die Zahlen der Minijob-Zentrale in Essen, die der Deutschlandfunk-Wirtschaftsredaktion vorliegen. Bereits Ende März waren danach im besonders betroffenen Gastgewerbe im Jahresvergleich gut elf Prozent der 450-Euro-Jobs weggefallen. Im verarbeitenden Gewerbe waren es 6,3 Prozent.

+++ Der Elektroautohersteller Tesla hat die Produktion in seinem Stammwerk im US-Bundesstaat Kalifornien trotz eines behördlichen Verbots wieder hochgefahren. Nach Ansicht von Firmenchef Musk haben die Behörden mit dem wegen der Corona-Pandemie erlassenen Verbot ihre Kompetenzen überschritten. Er werde sich notfalls festnehmen lassen, schrieb Musk auf Twitter.

+++ Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einer zweiten Ansteckungswelle mit dem Coronavirus. Der Leiter der WHO-Nothilfe, Ryan, sagte, die Staaten müssten in der Lage sein, Ansteckungsherde schnell auszumachen und Kontaktwege nachzuvollziehen. Die WHO rechnet nicht damit, dass es bald eine sogenannte Herdenimmunität gibt.

+++ Der Kurznachrichtendienst Twitter will Falschinformationen und Verschwörungstheorien zum Coronavirus ab sofort mit Warnhinweisen versehen. Irreführende und umstrittene Tweets würden gekennzeichnet, teilten führende Unternehmensvertreter in einem Internetbeitrag mit.

Wir haben mehrere erklärende Artikel zu dem Thema verfasst, so etwa darüber, wie Bill Gates zum Ziel von Verschwörungstheoretikern geworden ist. Außerdem können Sie hier nachlesen, wie in dem millionenfach geteilten Video "Plandemic" Falschbehauptungen verbreitet werden.

Montag, 11. Mai

+++ In den USA sind mehr als 80.000 Menschen an oder mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Nach jüngsten Angaben der Johns-Hopkins-Universität haben sich dort mittlerweile 1,3 Millionen Menschen infiziert.

+++ In Sachsen sind erneut Hunderte Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Corona-Beschränkungen zu protestieren.

+++ Das Weiße Haus hat eine Maskenpflicht für die Mitarbeiter im Westflügel angeordnet. Zuletzt war eine Sprecherin von US-Vizepräsident Pence positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Auch ein Diener von Präsident Trump hat sich angesteckt.

+++ Die EU-Kommission ist offenbar nun doch bereit, bei abgesagten Reisen wegen der Corona-Krise eine Gutschein-Lösung mitzutragen. Diese sollen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, ein Jahr lang gültig sein.  

+++ Die  Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), Allmendinger, hat vor einer Retraditionalisierung der Geschlechterverhältnisse gewarnt. In diesem Zusammenhang kritisierte sie die Fahrpläne zur Öffnung von Kitas und Schulen. Hier sei sehr viel mehr möglich, um die Familien, insbesondere Frauen zu entlasten, sagte sie am Abend im ARD-Fernsehen.

+++ Die EU-Kommission will laut "Handelsblatt" empfehlen, die in der Corona-Krise eingeführten Grenzkontrollen schrittweise wieder abzuschaffen. Ziel müsse wieder die uneingeschränkte Personenfreizügigkeit sein. In Deutschland war Bundesinnenminister Seehofer zuletzt wegen der andauernden Grenzkontrollen zu mehreren Nachbarländern unter Druck geraten.

+++ Der besonders heftig von der Corona-Pandemie betroffene US-Bundesstaat New York will Ende der Woche seine Beschränkungen langsam wieder lockern - allerdings nur in den Regionen, die bestimmte Bedingungen erfüllen. 

+++ Die Vereinten Nationen befürchten, dass in Afrika wegen Corona-bedingter Engpässe bei der medizinischen Versorgung bis 2021 rund 500.000 Menschen zusätzlich an Aids oder damit zusammenhängenden Krankheiten sterben könnten. WHO-Chef Tedros warnte vor einem "historischen Rückschritt".

+++ Der Internationale Währungsfonds gewährt Ägypten Nothilfen in Höhe von umgerechnet 2,5 Milliarden Euro. Zur Begründung heißt es: Die Pandemie habe zu schweren wirtschaftlichen Verwerfungen geführt - durch das Erliegen des Tourismus und bedeutende Kapitalflucht.  

+++ US-Präsident Trump hat den oppositionellen Demokraten erneut vorgeworfen, die Corona-Einschränkungen zu langsam aufzuheben - und zwar aus politischen Gründen. Pennsylvanias Gouverneur Wolf wies die Kritik zurück: "Das Virus gibt den Zeitplan vor."  

+++ Der türkische Präsident Erdogan hat erneut eine zeitweise Ausgangssperre angekündigt. Sie gilt von Samstag bis Dienstag, einem nationalen Feiertag. Betroffen sind mehrere Städte, die Erdogan aber nicht konkret benannte.

+++ Bei der angeschlagenen Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof kommt es wegen der Corona-Krise zu Standortschließungen und Entlassungen. Das teilte das Unternehmen den Beschäftigten in einem Brief mit. Die Gewerkschaft verdi reagierte empört.

+++ Die Bundesregierung hat die bei den Protesten gegen die Corona-Maßnahmen verbreiteten kruden Theorien verurteilt. "Wer so etwas verbreitet, der will unser Land spalten und die Menschen gegeneinander aufbringen", sagte Regierungssprecher Seibert. Auch die "hohe Aggressivität" bei manchen Demonstrationen mache der Regierung Sorgen, sagte Seibert. "Wer Polizisten oder Journalisten angreift, der kann sich nicht verstecken hinter dem Recht auf freie Meinungsäußerung und friedliche Versammlung."

+++ Die kanadische Regierung will von der Corona-Pandemie betroffene Großunternehmen finanziell unterstützen, die Hilfe allerdings an Klimavorgaben knüpfen. "Unternehmen, die Gelder erhalten, müssen sich zu künftigen Klima- und Nachhaltigkeitszielen bekennen", sagte Finanzminister Morneau.

+++ Die von der britischen Regierung angekündigten Lockerungen in der Corona-Krise sind bei der Opposition, bei der Wirtschaft und bei den Gewerkschaften auf Kritik gestoßen.

+++ Seit heute müssen weitere Jahrgangsstufen in vielen Bundesländern wieder zur Schule gehen. Einen Überblick über die Regelungen finden Sie hier

+++ In Italien befinden sich nach offiziellen Angaben erstmals seit zwei Monaten weniger als 1.000 Corona-Patienten auf Intensivstationen.

+++ Der wegen Corona unterbrochene Spielbetrieb im Fußball-DFB-Pokal der Männer soll im Juni fortgesetzt werden. Vorbehaltlich einer politischen Erlaubnis seien die beiden Halbfinals für den 9. und 10. Juni, das Endspiel in Berlin für den  4. Juli geplant, teilte der Deutsche Fußball-Bund mit.

+++ Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Schuster, warnt davor, sich bei Demonstrationen gegen coronabedingte Beschränkungen mit Rechtsradikalen gemein zu machen. Diese nutzten die durch die Corona-Krise entstandenen Ängste, um antisemitische Verschwörungsmythen und ihr radikales Weltbild zu verbreiten. Mehr zum Thema Verschwörungstheorien finden Sie hier.

Eine Frau hält während einer Protestkundgebung ein Schild mit der Aufschrift "Viren bringen keine Krankheit! Im kranken Immunsystem fühlen sich Viren wohl!" (dpa/Sebastian Gollnow)In mehreren Städten haben Verschwörungstheoretiker gegen die Corona-Auflagen demonstriert. (dpa/Sebastian Gollnow)

+++ Der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Fürst, hat das Schreiben konservativer katholischer Würdenträger gegen die Corona-Beschränkungen als gefährlich bezeichnet. Wer die Bemühungen der Politik, Menschenleben zu schützen, in eine dubiose Weltverschwörung umdeute, spiele mit dem Feuer, erklärte Fürst.

+++ Ungarn hat die Botschafter von Island, Dänemark, Norwegen, Finnland und Schweden einbestellt - die Regierung wirft den nordischen Ländern vor, Fake News verbreitet zu haben. Die Außenminister der fünf Länder hatten in einem Schreiben an Ungarns Ministerpräsident Orban ihre Besorgnis darüber geäußert, dass die Rechtsstaatlichkeit ausgehöhlt werde.

+++ Bundeskanzlerin Merkel hat eindringlich an die Bürger appelliert, sich an das Abstands- und Maskengebot im Kampf gegen das Coronavirus zu halten. Es werde in der aktuellen neuen Phase der Pandemie notwendig sein, "dass wir bei all den Lockerungen auch wirklich Sicherheit haben, dass die Menschen sich an die Grundgebote halten".

+++ Russlands Präsident Putin kündigt trotz weiter steigender Infektionszahlen Lockerungen an. So sollen Land- und Bauwirtschaft wieder hochgefahren werden. Zudem sollen die Regionen selbst entscheiden können, ob sie Beschränkungen lockern oder verschärfen. In den vergangenen 24 Stunden registrierten die Behörden mehr als 11.600 Neuinfizierte. Die Gesamtzahl stieg damit auf etwa 221.000.

+++ Die Bundesregierung stellt bis zu 750 Millionen Euro für die Entwicklung und Produktion eines Corona-Impfstoffs zur Verfügung. Forschungsministerin Karliczek (CDU) erklärte in Berlin, das Programm ergänze die internationalen Anstrengungen Deutschlands bei der Impfstoffentwicklung. Man wolle Studien mit einer größeren Zahl von Probanden ermöglichen, als dies sonst üblich sei.

+++ Die Urlaubszeit rückt näher. Aber dieses Jahr wird vieles von dem, was wir gewohnt sind, nicht möglich sein. Hier finden Sie den aktuellen Stand dessen, was in der Ferienplanung geht - und was nicht.

Ein VW-Bus T 2 fährt hinter einem blühenden Rapsfeld vorbei. (imago / A. Friedrichs)Ein VW-Bus T 2 fährt hinter einem blühenden Rapsfeld vorbei. (imago / A. Friedrichs)

+++ CSU-Generalsekretär Blume hat der FDP vorgeworfen, in der Corona-Krise ihren Kompass verloren zu haben. Blume sagte der Deutschen Presse-Agentur wörtlich, "bei der FDP brennen die Sicherungen durch". Der Vorsitzende Lindner habe seine Partei nicht im Griff, es reihe sich Totalausfall an Totalausfall. Als Beispiel nannte Blume den Protest von Thüringens FDP-Vorsitzenden Kemmerich gegen Corona-Auflagen. Kemmerich demonstriere mit Rechtsextremen und Verschwörungstheoretikern und verstoße gegen Abstands- und Maskenpflicht, kritisierte Blume. Als ein weiteres Beispiel nannte er FDP-Vize Theurer. Dieser hatte den in die Kritik geratenen grünen Tübinger Oberbürgermeister Palmer zum Wechsel in die FDP aufgerufen.

+++ Wie breitet sich das Coronavirus in Europa aus? Das können Sie hier im Detail nachlesen. Wir aktualisieren die Zahlen täglich. Auch ein bisschen über Europas Grenzen hinaus.

+++ Wegen der geplanten Geisterspiele aufgrund der Corona-Pandemie entsteht den 36 Profivereinen der Fußball-Bundesliga und der 2. Liga ein Verlust von insgesamt mehr als 91 Millionen Euro. Das hat das Fachmagazin "Kicker" errechnet. Demnach verlieren die Bundesligisten netto rund 70 Millionen und die Zweitligisten etwa 22 Millionen Euro. Der tatsächliche Verlust dürfte etwas geringer ausfallen, da viele Fans von der anteiligen Rückerstattung des Kaufpreises ihrer Dauerkarte absähen, heißt es weiter.

+++ Das Zentrum der belgischen Hauptstadt Brüssel ist ab sofort offiziell eine Fußgänger- und Radfahrerzone. Denn Fußgängerinnen und Fußgänger dürfen im sogenannten "Pentagon" die gesamte Breite der Straßen nutzen, nicht nur die Bürgersteige. Auch Radfahrer erhalten mehr Platz. Dagegen dürfen Autos, Busse, Straßenbahnen und Lastwagen höchsten 20 Kilometer pro Stunde fahren und müssen den Vorrang von Fußgängern und Radfahrern respektieren.

+++ In Großbritannien fordern zahlreiche Künstler wegen der Coronakrise Änderungen bei ihren Honoraren. Die Krise habe gezeigt, dass man als Musiker zu stark abhängig von Live-Auftritten sei. Die Erlöse aus Streaming-Diensten seien dagegen (bislang) fast zu vernachlässigen. Und das müsse sich ändern. Eine klare Botschaft an die Adresse von Spotify also.

+++ Die FDP-Bundestagsabgeordnete Strack-Zimmermann hat den Chef des thüringischen Landesverbands, Kemmerich, aufgefordert, die Partei zu verlassen. Hintergrund ist die Teilnahme Kemmerichs an einer Kundgebung gegen die Corona-Beschränkungen gemeinsam mit AfD-Vertretern. Strack-Zimmermann sagte im Deutschlandfunk, Kemmerich habe sich von Rechtsradikalen zum thüringischen Ministerpräsidenten wählen lassen. Statt ein bisschen demütig zu sein, mache er sich jetzt mit Rechtsradikalen gemein. Sie empfinde nicht, dass er noch in der richtigen Partei sei. Kemmerich war wenige Tage nach seiner Wahl als Ministerpräsident zurückgetreten.

Das Foto zeigt Thomas Kemmerich. (dpa-Bildfunk / Martin Schutt)Thomas Kemmerichs Teilnahme an einer Demonstration gegen Corona-Beschränkungen sorgt parteiintern für Streit. (dpa-Bildfunk / Martin Schutt)

+++ In Südkorea sind die Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen wegen des jüngsten Anstiegs bei den Neuinfektionen teilweise rückgängig gemacht worden. Für die Hauptstadt Seoul, die benachbarten Provinz Gyeonggi und die Städte Incheon sowie Daegu wurde angeordnet, alle Clubs und Bars wieder zu schließen. Zudem wurde die für kommenden Mittwoch geplante Öffnung eines Teils der Schulen verschoben.

+++ In Deutschland findet nach Einschätzung des Virologen Jonas Schmidt-Chanasit derzeit eine langsame Corona-Durchseuchung der Bevölkerung statt. Das sei im Sinne der Überwindung der Pandemie auch richtig so, sagte Schmidt-Chanasit im Deutschlandfunk. Denn die einzige Alternative dazu wäre die Bereitstellung von Impfstoffen und Medikamenten. Ob und wann das möglich sei, wisse aber niemand.

+++ Zu Beginn der schrittweisen Lockerungen nach rund acht Wochen Lockdown mahnt der französische Gesundheitsminister Veran zur Vorsicht. Sollte die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus wieder stark zunehmen, werde die Regierung erneut Sperrmaßnahmen ergreifen, sagt Veran dem Sender BFM-Fernsehen. Seit heute können die Menschen in Frankreich wieder ohne Passierschein vor die Tür. Die Geschäfte öffnen wieder, die Beschränkungen für Sport oder Spaziergänge fallen weg. Restaurants und Bars bleiben aber zu. Schrittweise sollen auch Schulen und andere Einrichtungen aufmachen.

+++ Die vom britischen Premierminister Johnson angekündigten Lockerungen in der Coronakrise stoßen auf Kritik. Der Vorsitzende der oppositionellen Labour-Partei, Starmer, sagte, Johnsons Rede hinterlasse mehr Fragen als Antworten. Der Fraktionschef der Schottischen Nationalpartei im Parlament, Blackford, sprach von Verwirrung. Die britische Handelskammer betonte, die Unternehmen brauchten klare Anweisungen, wie sie ihre Mitarbeiter schützen sollten. Johnson hatte angekündigt, dass Bürger, die nicht von zu Hause aus arbeiten können, ab heute wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können. Von Mittwoch an sind sportliche Aktivitäten im Freien erlaubt. Ab Juni soll der Unterricht an den Grundschulen schrittweise aufgenommen werden.

+++ Der Städte- und Gemeindebund erwartet beim Hochfahren des Schul- und Kitabetriebs in den kommenden Wochen große Herausforderungen. Man müsse einen Schichtbetrieb organisieren, damit nicht zu viele Kinder gleichzeitig im Schulgebäude seien, sagte Verbandspräsident Brandl der Zeitung "Welt". Auch müssten die Taktzeiten der Busse angepasst und im ländlichen Raum neue Verbindungen organisiert werden. Mit Blick auf bisherige Ausschreibungsverfahren könnten diese Busdienste erst im Oktober etabliert werden, warnte Brandl. Man brauche aber schnelle Entscheidungen. Für eine weitere Öffnung des Kita-Betriebs forderte er Zugeständnisse von der Politik. Diese müsse es zulassen, dass mehr Kinder gleichzeitig betreut werden könnten, selbst wenn das mit einem höheren Risiko verbunden sei. Andernfalls stießen die Einrichtungen schnell an personelle Grenzen.

+++ Die Kolleg*innen von "Le Monde" in Frankreich begleiten den Neustart des öffentlichen Lebens dort mit ihrem Liveblog - natürlich auf Französisch. Das "confinement", wie der Lockdown dort heißt, hat 56 Tage gedauert.

+++ Was ist der aktuelle Stand in der Coronakrise? Wir haben wichtige Entwicklungen und Zahlen zur Pandemie in Deutschland und der Welt für Sie zusammengestellt - in aller Kürze und übersichtlich.

Digital erzeugtes Bild des Coronavirus (dpa / picture alliance / Chris Clor)Digital erzeugte Darstellung des Coronavirus (dpa / picture alliance / Chris Clor)

+++ Die Coronakrise wird nach Einschätzung des Ifo-Instituts in vielen Branchen Arbeitsplätze kosten. Eine Umfrage des Instituts hat ergeben, dass im April mehr als die Hälfte der Betriebe in der Gastronomie beschlossen hat, Beschäftigte zu entlassen oder befristete Verträge auslaufen zu lassen. Dies gelte auch für 50 Prozent der Hotels und 43 Prozent der Reisebüros. Auch die Autobranche ist demnach stark betroffen. 39 Prozent der Firmen planten, Stellen zu streichen. Ein Ifo-Sprecher sagte, die Krise schlage auf den deutschen Arbeitsmarkt durch. Im Durchschnitt hätten 18 Prozent der Betriebe in Deutschland Arbeitsplätze gestrichen.

+++ Die Debatte über die Demonstrationen gegen die Corona-Beschränkungen geht weiter: Die Proteste haben nach Einschätzung des Politologen Mannewitz Verbindungen zum rechtsextremen Spektrum. Zum jetzigen Zeitpunkt richteten sich die Kundgebungen mehrheitlich gegen die Maßnahmen der Regierung, sagte der Politikwissenschaftler von der Technischen Universität Chemnitz im Deutschlandfunk. Unter den Demonstrierenden seien aber viele rechte Verschwörungstheoretiker, die das Coronavirus für eine Erfindung hielten.

+++ Nach zahlreichen Corona-Fällen in der Fleischindustrie sieht der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Laumann keine Versäumnisse bei der Aufsicht der Betriebe. Seit einem halben Jahr seien die Kontrollen der Schlachthöfe Schwerpunkt des Arbeitsschutzes in Nordrhein-Westfalen, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Mit Blick auf die umstrittenen Sammelunterkünfte der Arbeiter meinte Laumann, dort könne das Land nicht kontrollieren, weil es keine Werkswohnungen seien. Dies sei Aufgabe der Gesundheitsämter vor Ort. Laumann schloss nicht aus, dass es auch in manchen Orten eine Kultur des Wegguckens gegeben habe.

+++ Nach den Demonstrationen gegen die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie warnen Politiker vor einer Radikalisierung des Protests. Die SPD-Vorsitzende Esken sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, wer die Pandemie leugne und zum Verstoß gegen Schutzvorschriften aufrufe, nutze die Verunsicherung der Menschen schamlos dafür aus, die Gesellschaft zu destabilisieren und zu spalten. CDU-Generalsekretär Ziemiak warnte in der "Augsburger Allgemeinen", Extremisten heizten die Sorgen der Bürger mit Verschwörungstheorien an und verbreiteten Falschnachrichten. 

Einen ausführlichen Artikel zum Thema Verschwörungstheorien finden Sie hier - mit Hintergrundinformationen zum Thema "Widerstand 2020".

Eine Frau hält während einer Protestkundgebung ein Schild mit der Aufschrift "Viren bringen keine Krankheit! Im kranken Immunsystem fühlen sich Viren wohl!" (dpa/Sebastian Gollnow)Politiker warnen vor einer Radikalisierung der Proteste gegen die Corona-Einschränkungen. (dpa/Sebastian Gollnow)

+++ Das Robert Koch-Institut hat neue Zahlen zur Coronakrise bekannt gegeben. Nach der im Internet veröffentlichten Übersicht gibt es rund 169.600 Infektionsfälle, das sind etwa 360 mehr als gestern. Die im Vergleich zu den Vortagen verhältnismäßig niedrige Zahl könnte damit zusammenhängen, dass am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermittelt haben. 145.600 Menschen gelten als genesen. Die Zahl der Todesfälle wird mit mehr als 7.400 angegeben.

+++ In mehreren Bundesländern treten ab heute neue Lockerungen in Bezug auf die Corona-Schutzmaßnahmen in Kraft. In Nordrhein-Westfalen darf erstmals seit acht Wochen wieder die Gastronomie öffnen. In Niedersachsen können Ferienwohnungen und -häuser unter Auflagen wieder touristisch vermietet werden. Auch Campingplätze dürfen dort wieder angesteuert werden. In Rheinland-Pfalz sind Museen und Galerien wieder zugänglich. In Baden-Württemberg ist Sport ohne Körperkontakt im Freien ab sofort wieder erlaubt.

Hier unser Überblick: Was in den Bundesländern erlaubt ist

+++ Auch Frankreich beginnt heute damit, die Ausgangsbeschränkungen schrittweise zu lockern. Menschen können grundsätzlich wieder ohne Passierschein vor die Tür. Für Sport oder Spaziergänge gibt es keine Beschränkungen mehr. Auch die Geschäfte sollen wieder öffnen. Restaurants und Bars bleiben aber geschlossen. In Départements, die nicht so stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen sind, dürfen Parks und Gärten wieder öffnen. Schrittweise sollen auch Schulen und Kinderkrippen wieder aufmachen. Die Bewegungsfreiheit bleibt aber eingeschränkt. Wer sich mehr als 100 Kilometer von seinem Wohnort entfernen will, braucht einen triftigen Grund.

+++ Der britische Premierminister Johnson hat einen Plan zur Lockerung der Corona-Einschränkungen vorgestellt. In einer Fernseh-Ansprache sagte er, es sei noch nicht an der Zeit, den Lockdown zu beenden. Wer aber nicht von zuhause aus arbeiten könne, werde ermutigt, ab morgen wieder zur Arbeit zu gehen. Sportliche Aktivitäten im Freien seien ab Mittwoch wieder ohne Zeitbeschränkung möglich. Ab 1. Juni solle der Unterricht an den Grundschulen schrittweise aufgenommen werden. 

+++ In der Stadt Rosenheim ist der von Bund und Ländern vereinbarte Grenzwert für Coronavirus-Neuinfektionen erneut überschritten worden. Nach Behördenangaben lag der Wert bei 50,5 Ansteckungen pro 100.000 Einwohnern. Damit sind fünf Orte in Deutschland bekannt, in denen die vereinbarte Obergrenze überschritten wird: neben der bayerischen Stadt Rosenheim die Landkreise Greiz und Sonneberg in Thüringen, Coesfeld in Nordrhein-Westfalen und Steinburg in Schleswig-Holstein.


Unser Archiv:

Die Entwicklungen vom 10. Mai können Sie hier nachlesen: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen vom 8. und 9. Mai können Sie hier nachlesen: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen von Mittwoch, 6. Mai können Sie hier nachlesen: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen von Montag, 4. Mai und  Dienstag, 5. Mai können Sie hier nachlesen: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen vom Freitag, 1. Mai , bis Sonntag, 3. Mai, lesen Sie hier: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen von Mittwoch, 29. April, und Donnerstag, 30. April, lesen Sie hier: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen von Montag, 27. April, und Dienstag, 28.April, lesen Sie hier: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen von Freitag, 24. April, bis Sonntag, 26.April, lesen Sie hier: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen von Donnerstag, 23. April, und Mittwoch, 22. April, lesen Sie hier: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen vom Dienstag, 21. April, lesen Sie hier: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen vom Montag, 20. April, lesen Sie hier: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen vom Sonntag, 19. April, lesen Sie hier: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen von Samstag, 18. April, können Sie hier nachlesen: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen von Freitag, 17. April, können Sie hier nachlesen: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen von Donnerstag, 16. April, können Sie hier nachlesen: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen von Mittwoch, 15. April, können Sie hier nachlesen: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen von Dienstag, 14. April, können Sie hier nachlesen: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen von Samstag, 11. April, bis Montag, 13. April, können Sie hier nachlesen: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen von Freitag, 10. April, können Sie hier nachlesen: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen von Donnerstag, 9. April, können Sie hier nachlesen: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen von Mittwoch, 8. April, können Sie hier nachlesen: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen von Dienstag, 7. April, können Sie hier nachlesen: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen von Montag, 6. April, können Sie hier nachlesen: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen von Sonntag, 5. April, können Sie hier nachlesen: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen von Freitag, 3. April, bis Samstag, 4. April, können Sie hier nachlesen: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen von Mittwoch, 1. April, bis Donnerstag, 2. April, können Sie hier nachlesen: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen von Montag, 30. März, bis Dienstag, 31. März, können Sie hier nachlesen: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen von Samstag, 28. März, bis Sonntag, 29. März, können Sie hier nachlesen: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen von Donnerstag, 26. März, und Freitag, 26. März, können Sie hier nachlesen: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen von Dienstag, 24. März, und Mittwoch, 25. März, können Sie hier nachlesen: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklungen von Sonntag, 22. März, und Montag, 23. März, können Sie hier nachlesen: Newsblog zu Covid-19

Die Entwicklung von Freitag, 20. bis Samstag, 21. März, können Sie hier nachlesen: Newsblog zu Covid-19.

Nachrichtenportal