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Newsblog zum Coronavirus+++ Coronavirus: Entwicklungen vom 7. und 8. Juli +++

Luftaufnahme vom Strand von Alcúdia mit angrenzenden Hotelanlagen. (imago / Hans Blossey)
Auch Mallorca gilt nun als Risikogebiet. (imago / Hans Blossey)

Ganz Spanien - und damit auch Mallorca - gilt ab Sonntag als Risikogebiet +++ In den Niederlanden ist die Zahl der Neuinfektionen stark gestiegen +++ Die Delta-Variante dominiert auch in den USA

Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier in unserem Newsblog

Donnerstag, 8. Juli 

+++ Die Bundesregierung will nach einem Medienbericht ganz Spanien als Corona-Risikogebiet einstufen. Wie die Funke Mediengruppe unter Berufung auf Regierungskreise meldete, soll zudem Zypern zum Hochinzidenzgebiet erklärt und damit eine Quarantänepflicht für Reiserückkehrer eingeführt werden, die nicht geimpft oder genesen sind.

+++ Der bayerische Gesundheitsminister Holetschek (CSU) hat den Sonderweg des Freistaats bei der Zuschauer-Rückkehr in die Fußball-Stadien verteidigt. Zur neuen Saison dürfen die Vereine in Bayern ihre Stadien zu 35 Prozent auslasten. Maximal sind 20.000 Fans erlaubt - das betrifft ohnehin nur den FC Bayern. In anderen Teilen Deutschlands sind bis zu 50 Prozent Auslastung und maximal 25.000 Zuschauer in den Arenen erlaubt. Bayerns Entscheidung sei ein abgewogener erster Schritt hin zu mehr Normalität, der aber weiterhin nur unter der Überschrift "Umsicht und Vorsicht" umgesetzt werden kann, sagte Holetschek der Deutschen Presse-Agentur.

+++ In den Niederlanden ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in hohem Maße gestiegen. Heute wurden rund 5.500 Fälle gemeldet. Vor einer Woche waren es nur rund 800 Infektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt nun bei 67 Fällen pro 100.000 Einwohner. Der Anstieg der Neuinfektionen wird mit der Verbreitung der Delta-Variante begründet. Von den Neuinfektionen sind den Angaben zufolge vor allem Jugendliche betroffen. Viele haben sich demnach in Diskotheken und Nachtclubs angesteckt.

+++ Die Delta-Variante des Coronavirus ist jetzt auch in den USA die dominierende. Aus Genom-Analysen des Virus gehe hervor, dass inzwischen mehr als die Hälfte aller Ansteckungen auf Delta zurückgingen, sagte die Chefin der US-Gesundheitsbehörde CDC, Walensky, in Washington. In einzelnen Landesteilen wie dem Mittleren Westen liege der Anteil bereits bei rund 80 Prozent. Die Delta-Variante setzt sich nach Walenskys Angaben vor allem in Regionen mit einer niedrigen Impfquote durch.

Die Delta-Variante des Coronavirus gilt im Vergleich zum Wildtyp als ansteckender und gefährlicher. Erstmals im Oktober 2020 in Indien entdeckt, breitet sie sich inzwischen in vielen Weltregionen aus. Auch in Deutschland steigt ihr Anteil. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

+++ In Hamburg soll in einer Woche mit dem Beginn des "Kultursommers" ein Impuls für den Neustart der Live-Kultur nach Corona gesetzt werden. Das Programm umfasst mehr als 700 Veranstaltungen in den Bereichen Musik, Kunst, Film, Literatur, Theater, Kinder- und Jugendkultur. Insgesamt werden den Angaben zufolge mehr als 100 Orte in 39 Stadtteilen bespielt.

+++ Digitale Corona-Impfnachweise sollen ab morgen, Freitag, in Apotheken auch für Genesene zu bekommen sein, die eine Impfdosis bekommen haben. Dafür ist nun die notwendige technische Lösung umgesetzt worden, wie der Deutsche Apothekerverband in Berlin mitteilte. Genesene müssen dazu drei Dokumente in der Apotheke vorlegen: einen Ausweis mit Foto, den Nachweis eines positiven PCR-Tests und den Nachweis über die einmalige Impfung, etwa im gelben Impfbuch.

Kunden warten vor einer Apotheke im Stadtteil Eimsbüttel.  (dpa)Digitale Corona-Impfausweise sind jetzt in der Apotheke zu erhalten. (dpa)

+++ In Afrika breitet sich die Corona-Pandemie immer schneller aus. Der Kontinent habe gerade die Woche mit den meisten neuen Covid-19-Fällen erlebt, warnte die Regionaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation, Moeti, in der kongolesischen Hauptstadt Brazzaville. Die Fallzahlen verdoppelten sich nun alle 18 Tage. Die sehr ansteckende Delta-Variante sei inzwischen in zehn Ländern der Region nachgewiesen worden. Nach WHO-Angaben wurden in Afrika bislang 50 Millionen Impfdosen verabreicht. Das seien aber nur 1,6 Prozent aller global verimpften Dosen.

+++ Die Medizinischen Dienste haben ihre Qualitätsprüfungen in den Pflegeheimen wegen der Corona-Pandemie deutlich einschränken müssen. Nach Angaben des Spitzenverbands Bund der Krankenkassen wurden die Regelprüfungen durch den Gesetzgeber für mehr als acht Monate ausgesetzt. Daher habe es 2020 nur in 6.600 Pflegeeinrichtungen solche Prüfungen gegeben. 2019 seien es noch mehr als 24.000 gewesen.

+++ Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Bach, hat der japanischen Regierung zugesichert, während der Sommerspiele in Tokio alle Corona-Maßnahmen zu unterstützen. Zur Not gehöre dazu auch der Ausschluss aller Zuschauer aus den Stadien, sagte Bach nach seiner Ankunft in der japanischen Hauptstadt. Zwei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele wurde in Tokio der Corona-Notstand ausgerufen. Wie die Regierung von Ministerpräsident Suga mitteilte, gilt die Regelung vom kommenden Montag bis zum 22. August. Damit finden die Olympischen Spiele vollständig unter dem Notstand statt.

+++ Gestern wurden in Deutschland mehr als 960.000 Impfdosen verabreicht. 40,8 Prozent der Gesamtbevölkerung sind vollständig geimpft, das sind mehr als 33,9 Millionen Menschen.

Eine ausführliche Übersicht über Infektionszahlen, die Belegung von Intensivbetten und Impfungen finden Sie hier.

+++ Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist erneut leicht gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts liegt der Wert bei 5,2. Gestern lag er bei 5,1. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen eines Tages 970 Corona-Neuinfektionen. Das sind etwa 80 mehr als vor einer Woche. Zudem wurden 31 weitere Todesfälle verzeichnet. In Deutschland haben bisher mehr als 57 Prozent der Menschen eine erste Impfdosis erhalten, rund 40 Prozent sind vollständig geimpft.

+++ Angesichts eines sinkenden Impftempos wird in Deutschland über kreativere Angebote diskutiert. Der Leiter des Hamburger Impfzentrums und Präsident des Virchow-Bundes, Heinrich, empfahl mehr mobile Impfaktionen und Impfungen ohne Termin in den Zentren. Die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Johna, schlug im Gespräch mit der "Rheinischen Post" vor, nicht zu warten, bis die Menschen ins Impfzentrum oder zum Hausarzt kämen. Die SPD-Gesundheitspolitikerin Dittmar sagte der Zeitung "Die Welt", man müsse sich auch in Fußgängerzonen, Wohnsiedlungen und bei Veranstaltungen impfen lassen können. Saarlands Ministerpräsident Hans, CDU, sprach sich gegenüber der Funke-Mediengruppe für zusätzliche Anreize aus, etwa durch Verlosungen attraktiver Preise.

+++ In Deutschland sind seit Februar knapp 4.000 Menschen trotz vollständigem Impfschutz an Covid-19 erkrankt. Das geht aus dem Lagebericht des Robert Koch-Instituts hervor. Die geschätzte Impfeffektivität über alle Impfstoffe hinweg liege bei Erwachsenen bei knapp über 90 Prozent, heißt es.

Mittwoch, 7. Juli

+++ Die Zahl der weltweiten Todesfälle, die mit dem Coronavirus in Verbindung gebracht werden, ist auf nahezu vier Millionen gestiegen. WHO-Generaldirektor Tedros erklärte in New York, dieser tragische Meilenstein werde vermutlich noch von einer weitaus höheren Dunkelziffer übertroffen. Die Weltgesundheitsorganisation warnt zudem vor einer vorzeitigen Aufhebung der Corona-Maßnahmen. Ihr Notfalldirektor Ryan forderte die Länder dazu auf, Auflagen mit Bedacht zu lockern, um nicht das Erreichte zu verspielen.

+++ Die US-Metropole New York hat ihre Helden im Kampf gegen die Corona-Pandemie mit einer Konfettiparade geehrt. Bei heißem Sommerwetter von über 30 Grad zogen am Mittwoch 14 Umzugswagen und 260 Gruppen - unter anderem Ärzte, medizinische Angestellte, Lieferboten oder Erzieher - über die Festroute in Manhattan, teilweise im Papierschnipsel-Regen. Schaulustige am Straßenrand jubelten ihnen zu und hielten Plakate hoch, auf denen unter anderem "Danke, Helden" oder "Mut, Stärke, Hoffnung" stand. Auch Bürgermeister Bill de Blasio nahm an der Parade teil.

Das Foto zeigt die Parade zum Dank an die Helden der Pandemie in New York. Hier halten Menschen "Thank-you-Schilder" hoch. (imago / Pacific Press Agency)Parade für die Helden der Pandemie in New York. (imago / Pacific Press Agency)

+++ In der Ex-Sowjetrepublik Turkmenistan müssen sich ab sofort alle Erwachsenen gegen das Coronavirus impfen lassen. Das sei für alle ab 18 Jahren verpflichtend, doch gebe es Ausnahmen, gab das Gesundheitsministerium bekannt. Zugelassen sind in Turkmenistan mehrere Präparate, darunter Sputnik V aus russischer Produktion und CoronaVac aus China. Die Impfkampagne in dem abgeschotteten Land mit rund 5,9 Millionen Einwohnern begann im März, als erstes waren Ältere aus Hochrisikogruppen dran. Die Dosen werden in staatlichen Kliniken verabreicht.

+++ Regierungen sollten aus Sicht eines Top-Funktionärs der Weltgesundheitsorganisation WHO in der Frage einer Aufhebung von Corona-Beschränkungen "extreme Vorsicht" walten lassen: "Wenn man öffnet, werden Übertragungen zunehmen", warnte Michael Ryan auf einer WHO-Pressekonferenz. Denn nicht alle seien geimpft. Und es bestehe weiter Ungewissheit, wie stark eine Immunisierung die Verbreitung des Virus bremse.

+++ Laut dem Robert Koch-Institut ist die Delta-Variante in Deutschland mit einem Anteil von 59 Prozent bereits seit Ende Juni die dominierende Variante des Coronavirus. Das geht aus dem heute veröffentlichten Bericht des RKI zu Virusvarianten von SARS-CoV-2 in Deutschland hervor. Vor einer Woche hatte das RKI den Anteil der Variante noch mit 37 Prozent angegeben. Der Anteil der Alpha-Variante, die sich zuvor stark ausgebreitet habe, beträgt nach den heutigen Daten nur noch 33 Prozent

Die Delta-Variante ist inzwischen auch in Deutschland die am weitesten verbreitete Coronavirus-Mutation. Sie gilt im Vergleich zum Wildtyp als ansteckender und gefährlicher. Ein Überblick.

+++ Indonesien hat den Lockdown angesichts der steigenden Coronafälle auf das ganze Land ausgeweitet. Innerhalb von 24 Stunden seien fast 34.400 Neuinfektionen gemeldet worden, teilte die Regierung mit. Das sind rund 3.000 mehr als am Vortrag. Die Zahl der Todesfälle sei um knapp 300 auf 1.040 gestiegen. Den Angaben zufolge breitet sich die Delta-Variante zunehmend aus.

++++ In Großbritannien sind zum ersten Mal seit Januar wieder mehr als 30.000 Neuinfektionen an einem Tag registriert worden.

+++ In Nordrhein-Westfalen werden die Corona-Beschränkungen in Kreisen und kreisfreien Städten mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter zehn deutlich gelockert. Die Landesregierung werde eine neue "Inzidenzstufe Null" einführen, sagte Gesundheitsminister Laumann in Düsseldorf. Die Verordnung gilt demnach ab Freitag. In vielen Bereichen sind dann Masken und Abstandhalten nur noch eine Empfehlung.

+++ Die Bundesregierung will voraussichtlich schon im August alle weiteren Lieferungen des Corona-Impfstoffes von AstraZeneca an ärmere Länder spenden. Das geht aus einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Papier von Außen-, Gesundheits-, Finanz- und Entwicklungsministeriums sowie dem Kanzleramt hervor. Demnach sollen in einem ersten Schritt mindestens 500.000 Dosen an die internationale Impfstoff-Initiative Covax zur globalen Verteilung von Covid-19-Impfstoffen ohne regionale Vorfestlegung gegeben werden.

+++ Frankreich fürchtet in der Corona-Pandemie "eine schnelle vierte Welle". Die hochansteckende Delta-Variante könne den Franzosen "den Sommer verderben", warnte Regierungssprecher Attal nach der wöchentlichen Sitzung des Corona-Kabinetts unter Leitung von Präsident Macron. Die Regierung prüft eine Impf-Pflicht für das Gesundheitspersonal und neue Auflagen für nicht Immunisierte. Nach Angaben Attals ist die Delta-Variante in Frankreich inzwischen für mehr als 40 Prozent der Neuinfektionen verantwortlich. Ihr Anteil habe sich seit Mitte Juni jede Woche verdoppelt. Im Pariser Großraum ist die Zahl der Neuinfektionen wieder über den Alarmwert von 50 pro 100.000 Einwohnern gestiegen. 

+++ Die Bundesregierung will verstärkt bei Impfmuffeln für die Corona-Impfung werben, um möglichst wenig Krankheitsfälle im Herbst und große Immunität in der Bevölkerung zu erreichen. Das Gesundheitsministerium will dafür die bestehende Impfkampagne "lauter stellen", wie ein Ministeriumssprecher ankündigte. Unter anderem TV- und Radiospots sollten an diejenigen gerichtet sein, die über eine zweite Impfung oder über eine Impfung generell nachdenken.

+++ Und hier die wichtigsten Corona-Daten aus Deutschland in der dpa-Grafik:

Die Grafik zeigt die wichtigsten Corona-Zahlen für Deutschland. (dpa-Grafik)Corona in Deutschland (07.07.2021) (dpa-Grafik)

+++ Die Quote der vollständig gegen das Coronavirus geimpften Menschen in Deutschland wird voraussichtlich morgen die Marke von 40 Prozent überspringen. Heute lag die Quote nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 39,9 Prozent. Gestern wurden laut RKI fast 700.000 Impfungen verabreicht. Mehr als 47,5 Millionen Menschen (57,1 Prozent) haben mindestens eine Impfung bekommen, rund 33,2 Millionen Menschen sind vollständig geimpft.

Weitere Zahlen zum Coronavirus in Deutschland haben wir hier zusammengestellt.

+++ In Tokio soll während der Olympischen Sommerspiele wieder der Corona-Notstand ausgerufen werden. Über entsprechende Pläne der japanischen Regierung berichten mehrere lokale Medien. Demnach wird es immer wahrscheinlicher, dass bei den Wettkämpfen keine Zuschauer anwesend sein werden. In Japan steigen gut zwei Wochen vor der Eröffnungsfeier am 23. Juli die Infektionszahlen wieder an. Heute wurden für die Hauptstadt Tokio 920 neue Fälle gemeldet. Das ist der höchste Wert seit Mitte Mai. 

+++ Die europäische Gesundheitsbehörde hat einen erheblichen Anstieg der Corona-Infektionen im Zusammenhang mit der Fußball-Europameisterschaft festgestellt. Bis zum Ende der dritten Turnierwoche habe es mehr als 2.500 Fälle in sieben Ländern gegeben, die mit der EM in Zusammenhang stünden, bestätigte die EU-Agentur. Die Entwicklung sei angesichts der Corona-Lage nicht unerwartet, sagte die zuständige Direktorin Lefevre der Deutschen Presse-Agentur. Am stärksten betroffen ist nach den Angaben Schottland mit 1.991 Fällen. Auch in Finnland wurden mehr als 400 Ansteckungen registriert.

+++ Wegen der Coronapandemie ist die Zahl der Verkehrsunfälle im vergangenen Jahr deutlich gesunken: Um gut 16,4 Prozent auf etwa 2,2 Millionen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Zahl der Toten und Verletzten sank den Angaben zufolge auf den tiefsten Stand seit mehr als 60 Jahren: 2020 verloren 2.719 Menschen ihr Leben auf den Straßen, 10,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

+++ Der seit zwei Wochen andauernde Corona-Lockdown in der australischen Metropole Sydney ist um eine weitere Woche verlängert worden. Grund sei, dass die Bevölkerung noch weitgehend ungeimpft sei, sagte der Gesundheitsminister des Staats New South Wales, Hazzard. Von der Maßnahme betroffen sind neben der größten Stadt Australiens auch einige umliegende Gemeinden. Heute wurden 27 Neuinfektionen mit der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus binnen 24 Stunden gemeldet. Neun Prozent der Erwachsenen in Australien sind bislang vollständig geimpft. 

Menschen warten vor einem Impfzentrum in Olympiapark von Sydney, Australien (dpa-Bildfunk / AAP / Dan Himbrechts)Menschen warten vor einem Impfzentrum in Olympiapark von Sydney - bislang ist nur ein kleiner Teil der Bevölkerung gegen Corona geimpft. (dpa-Bildfunk / AAP / Dan Himbrechts)

+++ Die Weltgesundheitsorganisation hat weitere Entzündungshemmer in die Medikamentenpalette zur Behandlung von Covid-19 aufgenommen. Die UNO-Organisation sprach eine Empfehlung für Tocilizumab und Sarilumab aus. Die zwei Wirkstoffe, die ursprünglich für rheumatische Gelenksentzündungen entwickelt wurden, seien für schwer kranke Corona-Patienten lebensrettend, hieß es. Daten von mehr als 10.000 Kranken in 27 klinischen Studien hätten gezeigt, dass diese Medikamente das Sterberisiko bei schwer Erkrankten um 13 Prozent senkten. Die Wahrscheinlichkeit, dass solche Patienten künstlich beatmet werden müssen, falle um 28 Prozent. 

+++ Bundesgesundheitsminister Spahn hat Hoffnungen auf eine baldige Aufhebung aller Corona-Beschränkungen gedämpft. Es sei prinzipiell richtig, dass viele Auflagen nach und nach fallen könnten, wenn mehr Menschen geimpft seien, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Er widersprach aber Außenminister Maas von der SPD. Dieser hatte die Erwartung geäußert, dass bis August alle Menschen ein Impfangebot bekommen würden und damit alle Beschränkungen aufgehoben werden könnten. Spahn sagte dazu, im August könnten gar nicht alle eine volle Impfung bekommen haben, weil es den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung brauche. 

Das Interview mit Jens Spahn können Sie hier lesen und hören.

+++ Die besonders strengen Reisebeschränkungen für Portugal, Großbritannien und Nordirland, Russland, Indien und Nepal werden von heute an wieder gelockert. Die fünf Länder, in denen sich besonders ansteckende Coronavirus-Varianten ausgebreitet hatten, werden vom Virusvariantengebiet zum Hochinzidenzgebiet zurückgestuft. Damit ist die Einreise nach Deutschland für alle Personengruppen wieder möglich. Für vollständig Geimpfte und Genesene entfällt die Quarantänepflicht ganz, für alle anderen wird sie verkürzt.

Mehr zu den Risikogebieten können Sie in diesem Beitrag lesen.

+++ Die Corona-Inzidenz in Deutschland ist wieder leicht gestiegen. Das Robert Koch-Institut gab den Wert mit 5,1 an. Gestern lag er bei 4,9. Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages 985 Neuinfektionen. Das sind fast 200 mehr als vor einer Woche. 48 weitere Todesfälle wurden verzeichnet.

+++ Bundesjustizministerin Lambrecht lehnt eine Aufhebung der Maskenpflicht in Innenräumen vorerst ab. Die SPD-Politikerin sagte der Funke-Mediengruppe, auch eine Impfung biete keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Weitergabe des Virus. Das habe sich zuletzt an der Ausbreitung der Delta-Variante in einigen Ländern gezeigt. Weiteres zur Debatte in der Meldung.

+++ Schülervertreter haben von den Behörden ein Impfangebot für alle Jugendlichen innerhalb der Sommerferien gefordert. Gerade wenn es um den Schulstart danach gehe, seien Impfungen ein Schlüsselfaktor für sicheren Unterricht, sagte der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Schramm, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Bestenfalls müsste es die Erstimpfung zu Anfang der Ferien geben, damit zum Schulstart die zweite erfolgen könne.

+++ Das Kompetenzzentrum "Jugendschutz.net" hat vor verschärften Gefahren für junge Menschen im Internet im Zuge der Coronakrise gewarnt. Die Pandemie führe dazu, dass Kinder und Jugendliche häufiger und länger online seien, teilte das gemeinsame Projekt von Bund und Ländern mit. Minderjährige würden zudem in Messenger-Diensten, Sozialen Netzwerken und bei Onlinespielen zunehmend mit Inhalten konfrontiert, die sie gefährden könnten. Der Leiter des Zentrums, Glaser, verwies auf sexuelle Anmache, rassistische Hetze oder Verletzungen der Privatsphäre. Hinzu kämen vermeintlich lustige Mutproben. So werde etwa als sogenannte "Corona-Challenge" dazu aufgerufen, öffentliche Toiletten oder Griffe in U-Bahnen abzulecken und das Ganze zu filmen. Die Videos würden dann weiterverbreitet und generierten Tausende von Likes, kritisierten die Jugendschützer.

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