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Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 15. bis 16. Juli +++

Viele Menschen schlendern über die Bierstraße. (imago)
Auf der so genannten Bierstraße auf Mallorca war zuletzt noch viel los, nur Sicherheitsabstände wurden offenkundig nicht durchgängig eingehalten, Masken als Mund-Nase-Schutz kaum getragen. (imago)

New York, Caracas, Mallorca und andere Orte verschärfen ihre Corona-Auflagen. Der Familiennachzug von Flüchtlingen nach Deutschland ist seit dem Corona-Ausbruch nahezu zum Erliegen gekommen. Die Corona-Krise führt nach Angaben des Deutschen Städtetages zu einem historischen Einbruch bei der Gewerbesteuer. Weitere Entwicklungen in unserem Newsblog.

Donnerstag, 16. Juli

+++Der Gouverneur des Bundesstaates New York kündigt strengere Auflagen für Bars und Gaststätten an. Alkohol etwa dürfe nur noch an Gäste ausgeschenkt werden, die auch Essen bestellten, gibt Andrew Cuomo bekannt. Wenn ein Lokal drei Mal gegen die Auflagen zum Mindestabstand verstoße, werde es dichtgemacht. Die bisherigen Vorgaben würden nicht eingehalten, klagt Cuomo. "Es ist falsch, es ist gefährlich, es ist egoistisch, es ist inakzeptabel. Es ist auch illegal." New York gehörte im Frühjahr zu den Hotspots der Corona-Pandemie. Zuletzt waren die Auflagen gelockert worden. 

+++ Nach dem Lockdown auf Mallorca fürchten Gastronomen um ihre wirtschaftliche Existenz. Hier würden die Existenzen von Menschen zerstört, die mit der Party gar nichts zu tun hätten, sagte die Betreiberin des Lokals "Krümels Stadl, Marion Pfaff, dem Nachrichtenportal "t-online.de". Sie halte die Entscheidung der spanischen Behörden für eine "absolute Überreaktion. Wegen der Zwangsschließung von Lokalen am "Ballermann" in Folge von Partys ohne Maske und Sicherheitsabstand wacht die Polizei nun über die Einhaltung der Regeln. Am Mittag herrschte im betroffenen Herzstück der vor allem bei deutschen Touristen beliebten Feiermeile an der "Bier-" und "Schinkenstraße" gähnende Leere. Neben Polizisten waren dort nur wenige Menschen zu sehen. Alle Lokale, die normalerweise oft schon mittags voll sind, waren zu. Das galt auch für die vom Dekret der Regionalregierung ebenfalls betroffene Party-Straße Punta Ballena im vor allem von britischen Touristen besuchten Magaluf westlich der Insel-Hauptstadt Palma.

+++ Bund und Länder wollen bei akuten Corona-Ausbrüchen örtlich begrenzte Reisebeschränkungen ermöglichen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Die Nachrichtenagentur AFP zitiert aus einer Beschlussvorlage von Kanzleramtschef Braun und den Staatskanzleien der Länder. Demnach sollen Beschränkungen, Zitat, "zielgerichtet erfolgen und müssen sich nicht auf den gesamten Landkreis beziehungsweise die gesamte kreisfreie Stadt beziehen". Vielmehr sollen Sperren sich auf "tatsächlich betroffene Bereiche" beschränken. Für eine solche Regelung sprechen sich auch die Gesundheitsminister der Länder in einem Papier aus, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Abriegelung ganzer Bezirke zum Beispiel in Hamburg oder Berlin sei nicht möglich, heißt es darin. 

Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus wird durch Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen und verstärkte Tests zwar verlangsamt – verhindert wird sie dadurch allerdings nicht. Wirksamstes Mittel gegen Sars-CoV-2 und die vom Virus ausgelöste Erkrankung Covid-19 wäre ein Impfstoff. Weltweit wird daran geforscht, auch von deutschen Firmen. Die ersten Präparate gehen bald in die klinische Phase. Wir erklären, was das bedeutet und ab wann eine Impfung zur Verfügung stehen könnte.

+++ Nach mehreren Menschenansammlungen trotz Corona-Pandemie wird in Köln ein zusätzlicher Biergarten genehmigt, um die bisherigen Feier-Hotspots zu entlasten. Das Ordnungsamt hat die "Erlaubnis zur Sondernutzung" für den sogenannten Pop-up-Biergarten erteilt. Es liegt ein genehmigtes Hygienekonzept vor. Die Idee dahinter: Mit einer neuen Anlaufstelle könnten bisherige Feier-Hotspots in Köln entlastet werden, die schon mehrmals geräumt werden mussten. Der Biergarten soll an der Vogelsanger Straße entstehen. In der Nähe befindet sich der Stadtpark, einer der Hotspots der vergangenen Wochen, an dem sich viele Menschen trafen.

+++ Im Iran droht den Krankenhäusern ein Mangel an Betten und medizinischem Personal. Die seit Anfang Juni um sich greifende zweite Welle sei weitaus schwerer als die erste, sagt ein Vertreter des Coronavirus-Krisenstabs der halbamtlichen Nachrichtenagentur ISNA zufolge. Im Iran seien bisher 13.608 Infizierte gestorben, darunter 198 in den letzten 24 Stunden, sagt die Sprecherin des Gesundheitsministeriums im staatlichen Fernsehen. Die Zahl der Infektionen sei um 2.500 auf insgesamt 267.061 gestiegen.

+++ Angesichts steigender Corona-Zahlen in Venezuela hat Staatschef Maduro einen Lockdown für die Hauptstadt Caracas verhängt. Nur noch in wichtigen Bereichen wie dem Gesundheitswesen, der Telekommunikation und der Sicherheit dürfe weiter gearbeitet werden, erklärte Maduro. Die übrige Bevölkerung müsse zu Hause bleiben. Die Beschränkungen gelten neben der Hauptstadt auch für den angrenzenden Bundesstaat Miranda. Insgesamt sind sechs Millionen Menschen betroffen.

+++ Die portugiesische Polizei nimmt nach Razzien in mehreren Kliniken fünf Personen fest, die eine "Ozon-Therapie" zur Vorbeugung und Heilung von Covid-19 angepriesen haben. Die Festgenommenen - zwei Männer und drei Frauen im Alter zwischen 32 und 62 Jahren - hätten Menschen ausgenutzt, die sich vor einer Ansteckung fürchteten oder möglicherweise tatsächlich infiziert seien, so die Polizei. Auch durch Corona-Tests ohne dafür notwendige Lizenzen und Standards könnten die Kliniken zur Verbreitung des Virus beigetragen haben. Um welche Einrichtungen es sich handelt, wurde zunächst nicht bekannt.

+++ Der Familiennachzug von Flüchtlingen nach Deutschland ist seit dem Corona-Ausbruch nahezu zum Erliegen gekommen. Im zweiten Quartal des laufenden Jahres haben die deutschen Botschaften im Ausland nach einem Bericht der "Rheinischen Post" 95 Prozent weniger Visa für den Familiennachzug erteilt als im vorigen Quartal. Grund dafür seien die weltweiten Reiseeinschränkungen. Das geht aus einer Antwort des Auswärtigen Amtes auf eine schriftliche Frage der flüchtlingspolitischen Sprecherin der Grünen, Luise Amtsberg, hervor, die der Zeitung vorliegt.

Flüchtlinge auf dem Weg von Mazedonien in ein Camp nahe der serbischen Stadt Presevo. (EPA, dpa picture-alliance)Viele Kinder und Jugendliche, die ohne ihre Eltern eingereist sind, leben in Deutschland. (EPA, dpa picture-alliance)

+++ Sachsens Ministerpräsident Kretschmer lehnt Ausreisesperren für Landkreise mit besonders vielen Corona-Infektionen weiter ab. Der CDU-Politiker sagte im Deutschlandfunk, eine solche Regelung wäre nicht akzeptabel. Deshalb würden die Bundesländer dem auch nicht zustimmen. Kretschmer erklärte, wenn es einen Ausbruch an einer Stelle gebe, habe das nichts mit dem ganzen Landkreis zu tun. Deshalb müsse der Fokus in den nächsten Wochen auf zielgenauen Maßnahmen liegen.

+++ Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Felbermayr, warnt, die EU habe zu wenig Geld, um in Krisen stabilisieren zu können. Das habe sich in der Coronakrise gezeigt. Mit dem neuen EU-Haushalt müssten nun die richtigen Weichen für die Zukunft gestellt werden. Die Vorschläge der Kommission seien aber noch nicht ausreichend.

Das gesamte Interview mit dem IfW-Präsidenten hören Sie hier.

+++ Indien schließt erneut Touristenregion in Goa. Das Gebiet war erst vor zwei Wochen aus dem Lockdown wieder eröffnet worden. Indien hat laut Gesundheitsministerium inzwischen fast eine Million Infizierte. Allein in den letzten 24 Stunden seien 606 Menschen an den Folgen von Sars-Cov-2 gestorben. 

+++ Die Grenzen in Europa sind weitgehend offen, Sommerurlaube können unter bestimmten Bedingungen auch stattfinden. Aber wie und was sind die Vorschriften in den einzelnen Ländern für Deutsche? Und wie steht es um das Infektionsgeschehen? Einen Überblick lesen Sie hier.

+++ Trotz einiger Anzeichen für eine Erholung muss die Weltwirtschaft nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) weiterhin massiv durch Konjunkturprogramme gestützt werden. Die wirtschaftliche Aktivität habe "begonnen, schrittweise zu erstarken", erklärte IWF-Chefin Georgieva in einer Botschaft an die G20-Finanzminister, die sich am Wochenende zu Beratungen zusammenfinden. Die Weltwirtschaft sei weiterhin Herausforderungen und Risiken ausgesetzt, darunter eine mögliche zweite Welle der Corona-Pandemie, warnte Georgieva.

+++ Die Zahl der registrierten Infektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat die Marke von 200.000 überschritten. Seit Beginn der Corona-Krise waren mindestens 200.260 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) meldete. In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9078 mit dem Virus infizierte Menschen - das sind sieben mehr im Vergleich zum Vortag. Bis Donnerstagmorgen hatten 186.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Entwicklungen in den einzelnen Bundesländern fasst das Robert Koch-Institut hier zusammen.

+++ Bundesaußenminister Maas warnt vor einem Scheitern des EU-Gipfels zum Corona-Wiederaufbau. Der am Freitag beginnende zweitägige Gipfel sei "eine historische Chance, um als Werte- und Solidargemeinschaft zu zeigen: Wir lassen niemanden zurück", sagte Maas den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die stark von dem Virus betroffenen Länder müssten besonders unterstützt werden, denn die Auswirkungen seien dramatisch und unverschuldet.

+++ Die Corona-Krise führt nach Angaben des Deutschen Städtetages zu einem historischen Einbruch bei der Gewerbesteuer - der wichtigsten Einnahmequelle der Kommunen. "Die kommunalen Haushalte werden am Ende des Jahres so hohe Einbußen erleiden, wie wir sie noch nicht erlebt haben", sagte die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Städtetages, Göppert, der Deutschen Presse-Agentur. Im zweiten Quartal sei die Gewerbesteuer auf die Hälfte des Vorjahresniveau zusammengeschrumpft, hieß es unter Bezug auf eine Umfrage unter Städten zur Entwicklung des Gewerbesteueraufkommens.

+++ Die Corona-Pandemie könnte in Lateinamerika und der Karibik im laufenden Jahr weitere 45,4 Millionen Menschen in die Armut stürzen. Damit gäbe es in der Region 230,9 Millionen Arme, teilte die UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik mit. In der ganzen Region rechnet die Kommission für 2020 mit einem Rückgang der Wirtschaftskraft um 9,1 Prozent. Damit dürfte das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Lateinamerika und der Karibik Ende des Jahres in etwa auf dem Niveau von 2010 liegen.

Eine obdachlose Familie in der Innenstadt der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires (dpa / Mika Schmid)Die Armut in Argentinien ist nicht zu übersehen. Viele Familie leben auf der Straße. (dpa / Mika Schmid)

Mittwoch, 15. Juli

+++ Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigt eine Geldzahlungen an alle Bürger an. Sein Plan sieht eine Summe von umgerechnet etwa 188 Euro für Alleinstehende und bis zu umgerechnet 754 Euro für Familien mit drei oder mehr Kindern vor. Das Gesamtvolumen soll sechs Milliarden Schekel betragen. Die Wirtschaft müsse in Gang gebracht werden, sagt Netanjahu in einer Fernsehansprache. Der Regierungschef steht wegen seiner Reaktion auf die Epidemie in der Kritik. Die Arbeitslosenquote beträgt 21 Prozent, ein Rekord. In Israel sind fast 44.000 Infektionen und 375 Todesfälle durch das Virus bekannt.

+++ Die Folgen der Corona-Krise können nach Ansicht von Melinda Gates nur durch mehr Gleichberechtigung abgemildert werden. Würde dies ignoriert, könnte die Krise verlängert, die wirtschaftliche Erholung verlangsamt werden und die Weltwirtschaft Billionen kosten, argumentiert Gates in einem Gastbeitrag für das Magazin "Foreign Affairs". Gates ruft deshalb politische Entscheidungsträger dazu auf, die Krise als Gelegenheit zu nutzen, alte Systeme durch neue und bessere zu ersetzen. Eine detaillierte Zusammenfassung lesen Sie hier.

+++ Irland setzt weitere Lockerungsmaßnahmen aus. Die sogenannte Phase 4 werde um drei Wochen auf den 10. August verschoben, kündigt Ministerpräsident Micheal Martin an. Ursprünglich sollten etwa Bars und Gaststätten wieder öffnen. Der R-Wert - ein Maß für die Ansteckungsrate - sei über 1,0 gestiegen, sagt Martin. Damit steckt jeder Infizierte statistisch gesehen mehr als eine weitere Person an.

+++ Die US-Seuchenzentren CDC melden 60.971 neue Infektionen und 773 Tote in den Vereinigten Staaten. Damit sind in den USA insgesamt mehr als 3,4 Millionen Fälle und 135.991 Todesfälle verzeichnet. Der Gouverneur von Oklahoma, Kevin Stitt, gibt bekannt, dass er positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Er ist der erste Regierungschef eines US-Bundesstaates, von dem dies bekannt ist. Stitt hatte am 20. Juni die Wahlkampfveranstaltung von Präsident Donald Trump in Tulsa in Oklahoma besucht.

+++ Durch die Corona-Pandemie fallen derzeit weltweit dutzende Impfkampagnen bei Kindern aus. Dies berichten die Weltgesundheitsorganisation und das Kinderhilfswerk Unicef. WHO-Direktor Tedros äußerte die Befürchtung, dass die ausbleibenden Impfungen zu mehr Todesfällen und Leid unter Kindern führen könnten als das Coronavirus. Nach Angaben der beiden Organisationen haben bereits jetzt hätten mehr als 60 Länder Lieferschwierigkeiten beim Impfstoff gegen Masern gemeldet. Auch seien Kinderimpfungen gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten wegen der Pandemie deutlich zurückgegangen. Als Gründe wurde die Angst vieler Familien vor Arztbesuchen während der Pandemie sowie fehlendes Geld genannt. Zudem sei medizinisches Personal vermehrt bei der Pflege von Covid-19-Kranken gebunden.

+++ Der Fleisch-Konzern Tönnies darf an seinem Hauptstandort in Rheda-Wiedenbrück wieder schlachten. Rund vier Wochen nach dem Corona-Ausbruch in dem Betrieb hob die Stadtverwaltung den angeordneten Produktionsstopp mit sofortiger Wirkung auf. Damit kann die Produktion schrittweise wieder hochgefahren werden. Ursprünglich sollte der Stopp bis zum 17. Juli dauern. Teilbereiche wie eine Lebensmittelproduktion, Technik und Verwaltung durften nach Zustimmung der Behörden bereits mit der Arbeit beginnen. Im Juni hatten sich bei Tönnies mehr als 1.500 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Zur Begründung hieß es, das Infektionsrisiko sei gering, da der Abstand zwischen den Mitarbeitern eingehalten und die Räume belüftet werden könnten. Der Antrag für die Wiederinbetriebnahme des Bereichs Zerlegung wird noch geprüft. Teilbereiche wie eine Lebensmittelproduktion, Technik und Verwaltung durften nach Zustimmung der Behörden bereits mit der Arbeit beginnen. Im Juni hatten sich bei Tönnies mehr als 1.500 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Der Betrieb wurde daraufhin geschlossen.

+++ Das Auswärtige Amt hat die Reisewarnung für Norwegen aufgehoben, wie ein Sprecher des Ministeriums in Berlin mitteilt. Für Luxemburg sprach das Amt eine Reisewarnung wegen steigender Neuinfektionen aus. Am Dienstag hatte das Außenministerium die Reisewarnung für Schweden aufgehoben.

+++ Die Balearischen Inseln wollen entschlossener gegen den ausufernden Party-Tourismus vorgehen. Die Regionalregierung hat beschlossen, dass alle Lokale auf der sogenannten Bierstraße auf Mallorca schließen müssen, um das Risiko für Corona-Infektionen zu verringern.

Menschen feiern auf Mallorca in Bars und Kneipen. (pa/dpa/Birdy Media/Wrobel)Party an der "Bierstraße" auf Mallorca (pa/dpa/Birdy Media/Wrobel)

+++ Zur Abwehr einer möglichen zweiten Corona-Infektionswelle setzt die EU-Kommission auf das Vernetzen der Warn-Apps verschiedener Länder. Zudem müssten die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen verbessert und lokale Hotspots frühzeitig bekämpft werden, erklärte Kommissionsvize Schinas in Brüssel. Vor allem müsse koordinierter als zu Beginn der Pandemie gehandelt werden. Gesundheitskommissarin Kyriakides warnte davor, im Kampf gegen das Virus nachzulassen.

Präsentation der offiziellen Corona-Warn-App (Hannibal Hanschke/Reuters Pool/dpa)Coronavirus - Vorstellung der Corona-Warn-App (Hannibal Hanschke/Reuters Pool/dpa)

+++ Die japanische Hauptstadt Tokio hat das Corona-Warnsystem auf die rote und damit höchste Stufe gestellt. Damit reagierten die Behörden auf einen deutlichen Anstieg der täglichen Infektionsraten. Gouverneurin Yuriko Koike rief dazu auf, Warnungen an Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen herauszugeben. Sie selbst bat die Einwohner von Tokio, auf unnötige Reisen zu verzichten. Auch sollten die Testkapazitäten an Universitäten hochgefahren werden. Gesundheitsexperten zufolge steigen vor allem die Infektionszahlen unter jungen Menschen, die zum Teil ohne Symptome bleiben. Es wird befürchtet, dass diese die das Coronavirus beim Besuch der Eltern auf dem Land verbreiten könnten.

+++ In Deutschland steigt die Sorge, dass die Infektionszahlen mit der Urlaubssaison wieder ansteigen könnten. Manche sprechen sogar von einer möglichen "zweiten Welle". Sind diese Sorgen begründet? Steigt die Gefahr durch die Urlaubssaison? Und was heißt "zweite Welle" überhaupt? Darüber herrscht unter Expertinnen und Experten keine Einigkeit.

+++ In der Debatte um mögliche Ausreisesperren für Landkreise mit hohen Corona-Zahlen haben mehrere Bundesländer klare Regelungen verlangt. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff sagte im ZDF, es bestehe noch dringender Gesprächsbedarf. Man müsse differenzierte Lösungen haben, die vor allem verhältnismäßig sein müssten. Die Berliner Gesundheitssenatorin Kalayci von der SPD hält lokale Ausreiseverbote in der Hauptstadt für schwer umsetzbar. In Berlin hätten Bezirke die Größenordnung von Landkreisen in anderen Bundesländern, sagte sie im RBB-Hörfunk. Es sei aber sinnvoll, wenn Menschen, die in Hotspots lebten, zuhause blieben. Das sei klarer und einfacher als wenn alle anderen Bundesländer Einreisesperren verhängen müssten. In der Debatte soll es morgen eine Schaltkonferenz von Kanzleramtschef Braun mit den Staatskanzleien der Länder geben. Ursprünglich war berichtet worden, dass die Beratungen schon heute fortgesetzt werden.

Verl: Wohnsiedlung, in der Mitarbeiter des Fleischerbetriebs Tönnies untergebracht sind, unter Quarantäne (imago/Noah Wedel)Verl: Wohnsiedlung, in der Mitarbeiter des Fleischerbetriebs Tönnies untergebracht sind, unter Quarantäne (imago/Noah Wedel)

+++ Ein experimenteller Coronavirus-Impfstoff der US-Biotech-Firma Moderna zeigt einer Studie zufolge ermutigende Ergebnisse. In der ersten Phase der klinischen Tests hätten die Probanden Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt, erklärte das an der Erhebung beteiligte Nationale Institut für Allergien und Infektionskrankheiten. Bei den 45 Teilnehmern im Alter von 18 bis 55 Jahren habe es keine ernsthaften Nebenwirkungen gegeben, hieß es weiter. Noch in diesem Monat solle der Impfstoff an rund 30.000 Personen getestet werden. Letztlich würden die Forschungen von Moderna aber bis Ende Oktober 2022 dauern.

+++ Der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach hat Bundesbildungsministerin Karliczek mit Blick auf den Schulbetrieb nach den Sommerferien Konzeptionslosigkeit vorgeworfen. Immer nur zu betonen, man werde Lösungen von Schule zu Schule finden, sei zu wenig, sagte Lauterbach der Zeitung "Die Welt". Er hätte sich gewünscht, dass man im Sommer ein nationales Konzept entwickele. Denkbar wäre beispielsweise, dass die Klassen ausgedünnt würden, dass der Unterricht über den ganzen Tag gestreckt werde und dass es einen qualitativ hochwertigen Onlineunterricht gebe. - Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Hubig, hatte Ende Juni erklärt, man strebe nach den Sommerferien die Rückkehr zum Regelbetrieb an.

Ein kleiner Junge saust in Berlin mit seinem Schulranzen auf dem Rücken in die Schule. Foto: Volkmar Heinz/dpa-Zentralbild/ZB | Verwendung weltweit (picture alliance / ZB / Volkmar Heinz)Wie wird der Schulstart nach den Sommerferien? Mit coronagerechtem Abstand, mit Mundschutz und Unterricht in Schichten? (picture alliance / ZB / Volkmar Heinz)

+++ In Deutschland gibt es 351 bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 199.726 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut mitteilte. 9.071 mit dem Virus infizierte Menschen starben, 186.000 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Damit gibt es in Deutschland rechnerisch rund 4.650 aktive Fälle. Mehr Details zu den aktuellen Zahlen haben wir hier für Sie zusammengestellt

+++ Bei vielen Sportereignissen ist wegen der Corona-Pandemie weiter offen, in welcher Form sie abgehalten werden können. Für die Skispringer hofft Dreifach-Weltmeister Markus Eisenbichler darauf, dass bei der Vierschanzentournee im kommenden Winter wieder Fans dabei sein können. Er sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Das wäre ganz schlimm für mich, wenn bei einer Tournee oder bei anderen Highlights keine Zuschauer dabei wären". Im kommenden Winter ist neben der traditionsreichen Vierschanzentournee rund um den Jahreswechsel für Ende Februar/Anfang März die Weltmeisterschaft der nordischen Skisportler im bayerischen Oberstdorf geplant.

Der deutsche Skispinger Markus Eisenbichler bei der Qualifikation auf der Bergiselschanze in Innsbruck. (dpa)Der deutsche Skispinger Markus Eisenbichler (dpa)

+++ In Israel haben Demonstranten den Rücktritt von Ministerpräsident Netanjahu gefordert. Tausende Menschen versammelten sich gestern Abend in Jerusalem vor der Residenz des Regierungschefs. Die Proteste richten sich angesichts wieder steigender Infektionszahlen auch gegen das Krisenmanagement der Regierung in der Corona-Krise. Netanjahu werden unter anderem zu schnelle Lockerungen und eine mangelnde Vorbereitung auf eine zweite Welle vorgeworfen. Außerdem ist der Politiker wegen Betrugs, Untreue und Bestechlichkeit angeklagt. Er streitet alle Vorwürfe ab.


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