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Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 17. und 18. Mai +++

Angela Merkel  und Emmanuel Macron (Bernd von Jutrczenka / dpa )
Angela Merkel und Emmanuel Macron befürchten, dass die bisherigen Maßnahmen zur Stärkung der Wirtschaft nicht ausreichen. (Bernd von Jutrczenka / dpa )

Frankreich und Deutschland plädieren für einen umfangreichen Hilfsfonds für die EU. Zum Auftakt der WHO-Jahrestagung hat der Chef der Weltgesundheitsorganisation, Tedros, im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie eine unabhängige Untersuchung angekündigt. Die Europäische Arzneimittelbehörde prüft eine "bedingte Marktzulassung" des Wirkstoffs Remdesivir für den Einsatz bei Covid-19-Erkrankungen. Weitere Entwicklungen in unserem Newsblog.

Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier in unserem Newsblog.

Montag, 18. Mai

+++ Bundeskanzlerin Merkel und der französische Präsident Macron setzen sich in der Corona-Krise für einen Hilfsfonds im Umfang von 500 Milliarden Euro ein. Merkel sagte nach einer Videokonferenz mit Macron, die bereits beschlossenen Programme reichten zur Bekämpfung der Folgen der Corona-Krise nicht aus.

+++ Im münsterländischen Coesfeld nimmt die Firma Westfleisch ab morgen die Arbeit schrittweise wieder auf. Der Betrieb war vor einer Woche geschlossen worden, nachdem zahlreiche Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden waren.

+++ Die Bundesregierung wird ihre weltweite Reisewarnung wegen der Corona-Pandemie voraussichtlich Mitte Juni aufheben. Außenminister Maas sagte nach einer Videokonferenz mit seinen Amtskollegen aus zahlreichen europäischen Ländern, er gehe davon aus, dass die Reisewarnung ab dem 15. Juni durch landesspezifische Hinweise ersetzt werden könnte. Es sei aber noch zu früh zu sagen, in welchen Ländern am ehesten ein Sommerurlaub möglich sein werde.

+++ Im Süd-Sudan ist Vizepräsident Riek Machar positiv auf das Corona-Virus getestet worden. 

+++ Der türkische Präsident Erdogan hat wegen der Corona-Krise eine viertägige Ausgangssperre am Ende des Fastenmonats Ramadan angekündigt. Sie soll am Vorabend des sogenannten Zuckerfests am 23. Mai beginnen und für das ganze Land gelten. 

+++ Angesichts der Herausforderungen durch das Coronavirus hat WHO-Chef Tedros mehr Unterstützung für die Weltgesundheitsorganisation gefordert. Die Pandemie habe gezeigt, dass Investitionen in die Gesundheit im Mittelpunkt stehen müssten, sagte Tedros in einer Videobotschaft zum Auftakt der Jahrestagung. Zugleich kündigte er an, eine unabhängige Untersuchung der Reaktion auf die Pandemie in Auftrag zu geben. Chinas Präsident Xi versicherte, sein Land sei immer offen, transparent und verantwortungsvoll im Umgang mit dem Virus gewesen. Das wird vor allem von den USA bezweifelt. UNO-Generalsekretär Guterres kritisierte, dass sich die internationale Gemeinschaft bei der Corona-Pandemie nicht besser abgestimmt habe. Die Länder hätten unterschiedliche und manchmal widersprüchliche Strategien befolgt. Dafür zahle die Welt nun einen hohen Preis.

+++ Die Europäische Union will den Weg für einen Einsatz des Medikaments Remdesivir bei Covid-19-Patienten offenbar in Kürze frei machen. Der Direktor der europäischen Arzneimittelbehörde EMA, Rasi, sagte bei einer Anhörung im EU-Parlament in Brüssel, es könnte sein, dass in den kommenden Tagen eine "bedingte Marktzulassung" erteilt werde. Damit würde die Nutzung des Medikaments in Europa ermöglicht, noch bevor es vollständig zugelassen ist. Der vom US-Biotechkonzern Gilead entwickelte Wirkstoff wurde ursprünglich gegen Ebola entwickelt. Die EMA empfahl den Einsatz von Remdesivir gegen Covid-19 kürzlich auch außerhalb klinischer Studien. In den USA ist Remdesivir seit kurzem für die Verwendung in Notfällen zugelassen. Gilead hatte Daten zur Verfügung gestellt, die zeigten, dass das Medikament die Krankheitsdauer bei Patienten verkürzen kann.

Eine Ampulle des Medikaments liegt verpackt in einem Plastikbeutel auf einer Hand. (dpa/Ulrich Perrey)Remdesivir wird weltweit gegen Covid-19 getestet - hier eine Ampulle an der Uniklinik in Hamburg-Eppendorf (dpa/Ulrich Perrey)

Bislang gibt es weder einen Impfstoff noch ein Medikament für die durch das Coronavirus ausgelöste Krankheit Covid-19. Weltweit wird aber daran geforscht.

+++ In mehreren europäischen Ländern ist die Zahl der neuen Todesopfer durch die Corona-Pandemie auf den niedrigsten Stand seit langem gesunken. So wurden in Italien nach Angaben des Zivilschutzes 145 Tote binnen 24 Stunden verzeichnet. Dies war die geringste Zahl seit dem 9. März. Spanien registrierte 87 weitere Corona-Tote und damit zum ersten Mal seit zwei Monaten weniger als 100. In Großbritannien wurden 170 weitere Todesfälle gemeldet. Dies ist die niedrigste Zahl seit Ende März.

+++ In den USA ist die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion auf fast 90.000 gestiegen. Wie die Johns-Hopkins-Universität mitteilte, wurden landesweit bislang fast 1,5 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Das sind mehr als 30 Prozent der weltweit registrierten Infektionsfälle.

+++ Jedes dritte Kind in Deutschland kommt mit den Einschränkungen in der Corona-Krise schlecht zurecht. Das geht aus ersten Ergebnissen einer Elternumfrage des Deutschen Jugendinstituts hervor, die dem Deutschlandfunk vorliegen. Demnach beurteilen vor allem Eltern mit finanziellen Schwierigkeiten die Lage ihrer Kinder negativ. Jedes vierte Elternteil stimmte der Aussage eher oder ganz zu, dass sich ihr Kind zurzeit einsam fühle, da Schule, Kita, Vereinssport und die Treffen mit Freunden weggebrochen sind. In jeder fünften Familie (22 Prozent) herrscht laut der Studie zurzeit häufig oder sehr häufig ein konflikthaltiges beziehungsweise "chaotisches" Klima.

+++ Das Robert-Koch-Institut meldet im Vergleich zu gestern 342 neue Infektionen mit dem Coronavirus. In Deutschland haben sich damit nachweislich rund 174.700 Menschen angesteckt. 154.600 sind genesen. 7.935 Infizierte sind an oder mit dem Coronavirus gestorben. Seit gestern wurden dem RKI 21 neue Todesopfer gemeldet. Die Zahlen können sich nachträglich noch ändern, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Zahlen übermitteln.

+++ Heute beginnt die Jahresversammlung der Weltgesundheitsorganisation. Sie dürfte vor allem von der Corona-Pandemie geprägt sein. Das zweitägige Treffen findet als Online-Tagung statt. WHO-Chef Tedros sprach von einer der wichtigsten Jahresversammlungen seit der Gründung der Organisation 1948. Die USA und China streiten seit Wochen darüber, wer für die Pandemie verantwortlich ist und wo sie genau entstanden ist.

+++ In Indien steigt die Zahl der Corona-Infizierten stärker an als bisher. Nach offiziellen Angaben wurden mehr als 96.000 Infektionen registriert; mehr als 3.000 Erkrankte starben. Das Innenministerium in Neu Delhi erklärte, die Ausgangssperre für die 1,3 Milliarden Bürger des Landes sei deshalb mindestens bis zum Ende des Monats verlängert worden.

+++ Bundesaußenminister Maas berät heute mit seinen Kollegen aus zehn Urlaubsländern über mögliche Lockerungen der Reisebeschränkungen. Zu der Videokonferenz sind die Außenminister von Spanien, Italien, Österreich, Griechenland, Kroatien, Portugal, Malta, Slowenien, Zypern und Bulgarien eingeladen. Es geht um eine gemeinsame Linie bei der Öffnung der Grenzen für Touristen. Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Bareiß, sagte der "Stuttgarter Zeitung", die Chancen stünden gut, dass man die Sommerferien nicht nur im Inland, sondern auch im europäischen Ausland verbringen könne.

Hier erfahren Sie, wie der Urlaub 2020 aussehen könnte.

+++ In mehreren Bundesländern sind die Einschränkungen für das Gastgewerbe seit heute weiter gelockert. In Hamburg, Hessen, Sachsen, Thüringen, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Schleswig-Holstein dürfen Hotels wieder öffnen und Ferienwohnungen wieder vermietet werden. In fast allen Bundesländern können zudem die Restaurants und Cafés nun auch im Innenbereich Gäste empfangen. Dabei gelten aber weiterhin die Abstands- und Hygieneregeln.

In diesem Stück aktualisieren wir regelmäßig, was in den Bundesländern erlaubt ist.

+++ Die US-Wirtschaft könnte nach Einschätzung der Notenbank Fed im laufenden Quartal um bis zu 30 Prozent schrumpfen. Fed-Direktor Powell sagte dem Fernsehsender CBS, er halte eine Zunahme der Arbeitslosenquote auf 20 bis 25 Prozent für wahrscheinlich. Im ersten Quartal war die Wirtschaftsleistung der USA um 4,8 Prozent geschrumpft. Damals hatte die Pandemie noch keine übermäßig großen Auswirkungen auf die Konjunktur. Powell betonte, im dritten Quartal könnte es wieder ein Wirtschaftswachstum geben. Entscheidender Faktor sei aber, dass sich das Coronavirus nicht weiter ausbreite. Für eine komplette Erholung sei womöglich ein Impfstoff nötig, erklärte Powell.

+++ Die Europäische Kommission befürchtet eine Bevorteilung Deutschlands durch die hiesigen Corona-Hilfen. Ihre Vizepräsidentin Vestager sagte der "Süddeutschen Zeitung", es gebe zwischen den EU-Ländern riesige Unterschiede bei der staatlichen Unterstützung. Laut den Statistiken entfalle die Hälfte der von der Kommission genehmigten Corona-Hilfen auf Deutschland. Es bestehe die Gefahr, dass dies den Wettbewerb auf dem europäischen Binnenmarkt verzerre und die wirtschaftliche Erholung verlangsame.

+++ Erneut gibt es in einem deutschen fleischverarbeitenden Betrieb zahlreiche Fälle von Infektionen mit dem Corona-Virus. Wie der Landkreis Osnabrück mitteilte, ergaben Tests in einem Unternehmen in der Stadt Dissen, dass sich 92 Mitarbeiter angesteckt haben. Sie und ihre Kontaktpersonen wurden in Quarantäne geschickt; die Produktion ist eingestellt. Wie es weiter hieß, wohnen viele der Betroffenen in Sammelunterkünften und werden von Subunternehmen beschäftigt. Zuletzt war bereits in anderen deutschen Schlachthöfen die Covid-19-Lungenkrankheit ausgebrochen.

+++ Die CDU-Vorsitzende Kramp-Karrenbauer hat den Familien eine längere finanzielle Hilfe in der Coronakrise in Aussicht gestellt. Sie sagte der "Saarbrücker Zeitung", was Familien derzeit leisteten, sei enorm. Sie wolle daher, dass der Anspruch auf Lohnfortzahlung für die Väter und Mütter bis zum Ende des Jahres fortgesetzt werde. Zudem solle die Bezugsdauer von sechs auf zehn Wochen erhöht werden. Eltern, die wegen der Corona-Pandemie ihre Kinder zu Hause betreuen müssen und deshalb nicht arbeiten können, haben seit dem 30. März Anspruch darauf, vom Staat sechs Wochen lang 67 Prozent ihres entgangenen Nettoeinkommens zu erhalten - maximal 2.016 Euro pro Monat. Diese Anspruchszeit endet nun nach und nach.

Ein Vater sitzt mit seiner Tochter an einem Tisch und malt (imago images / Westend61)Eltern sollen in der Corona-Krise besser unterstützt werden. (imago images / Westend61)

+++ In Indien ist die Ausgangssperre wegen der Corona-Pandemie erneut verlängert worden. Das Innenministerium in Neu Delhi erklärte, die Maßnahme gelte nun bis mindestens Ende des Monats. Die Ausgangssperre für alle 1,3 Milliarden Bürger des Landes war Ende März verhängt worden. Die damit einhergehende Einstellung des Zugverkehrs hat Millionen Wanderarbeiter bei der Rückkehr in ihre Heimat vor große Probleme gestellt. Viele von ihnen sind bereits bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen oder auf langen Fußmärschen an Hunger und Erschöpfung gestorben.

+++ Die Belegschaft eines Brüsseler Krankenhauses hat der belgischen Premierministerin Wilmès bei einem Besuch demonstrativ den Rücken zugekehrt. Rund 100 Menschen - darunter neben Ärztinnen und Ärzten auch Pflege- und Reinigungskräfte - brachten damit ihren Unmut über die Arbeitsbedingungen in der Coronakrise zum Ausdruck. Einer der Pfleger sagte dem Sender RTBF, die Politiker kehrten den Hilferufenden ständig den Rücken zu. Die Teams seien unterbesetzt, was auch die Burn-Out-Raten zeigten.

Sonntag, 17. Mai

+++ SPD-Fraktionschef Mützenich zeigt grundsätzlich Verständnis für die Proteste gegen Beschränkungen des Alltags in der Coronakrise.

Er sagte der Funke Mediengruppe, man sei im Sinne der Gesundheit gezwungen gewesen, zeitlich befristet Grundrechte einzuschränken - und die würden jetzt berechtigterweise zurückgefordert. Mützenich betonte, die Demonstrierenden hätten allerdings ganz unterschiedliche Motive. Es sollte Lernprozesse geben, mit wem man sich gemein mache und mit wem nicht.

+++ Die Belegschaft eines Brüsseler Krankenhauses hat der belgischen Premierministerin Wilmès bei einem Besuch demonstrativ den Rücken zugekehrt.

Rund 100 Menschen - darunter neben Ärztinnen und Ärzten auch Pflege- und Reinigungskräfte - brachten damit ihren Unmut über die Arbeitsbedingungen in der Coronakrise zum Ausdruck. Einer der Pfleger sagte dem Sender RTBF, die Politiker kehrten den Hilferufenden ständig den Rücken zu. Die Teams seien unterbesetzt, was auch die Burn-Out-Raten zeigten. Ein Sprecher der Premierministerin sagte, Wilmès habe in der Klinik 40 Minuten mit Vertretern der Demonstrierenden gesprochen. Dort sei die Atmosphäre freundlicher gewesen. Wilmès selbst twitterte, kein Thema sei tabu gewesen, weder die psychische Belastung noch die Finanzierung des Gesundheitswesens.

+++ In einer Flüchtlingseinrichtung in St. Augustin bei Bonn sind 70 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Das hat die Bezirksregierung Köln mitgeteilt. Demnach wurden in der Unterkunft 300 Personen getestet. Weitere Ergebnisse stehen noch aus. In der Einrichtung sind zurzeit 489 Menschen untergebracht. Nach Angaben der Behörden wurden die infizierten Personen isoliert. Die meisten zeigten keine oder schwache Symptome. Ob sich auch Betreuer und Sicherheitskräfte angesteckt haben, ist nicht bekannt. 60 negativ getestete Personen seien in andere Einrichtungen gebracht worden.

+++ Eine Tracing-App soll bei der Nachverfolgung und Durchbrechung von Infektionsketten helfen, doch auf dem Markt ist sie in Deutschland immer noch nicht. Die Diskussion über ein wichtiges Detail hat den Termin verzögert. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Tracing-App.

Die App soll rechtzeitig zur geplanten Rückkehr zur Reisefreiheit in Europa Mitte Juni fertig sein. (imago images / Idriss Bigou-Gilles)Die App soll rechtzeitig zur geplanten Rückkehr zur Reisefreiheit in Europa Mitte Juni fertig sein. (imago images / Idriss Bigou-Gilles)

+++ Die Bundesregierung geht davon aus, dass trotz der Corona-Pandemie in diesem Sommer ein Urlaub auch in anderen europäischen Staaten möglich sein wird.

Der Tourismusbeauftragte Bareiß sagte der "Stuttgarter Zeitung", die Chancen stünden gut, dass man die Sommerferien nicht nur im Inland, sondern auch im europäischen Ausland verbringen könne. Ziel sei es, dass alle Länder in Europa wieder bereist werden könnten - sofern die Entwicklung der Pandemie das zulasse und auch vertrauenswürdige Schutzkonzepte vorlägen. Bundesaußenminister Maas hatte im Deutschlandfunk zuvor erklärt, dass die Reisewarnung durch Reisehinweise für die einzelnen Länder ersetzt werden könnte. Heute sagte er im ARD-Fernsehen aber auch, was man am Sommerurlaub als normal empfinde, werde es dieses Jahr nirgendwo geben.

Zelt, Wohnwagen, Ferienhaus: Wie der Urlaub 2020 aussehen könnte, haben wir hier zusammengetragen.

+++ Katar hat für Verstöße gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie strenge Strafen verhängt.

Wer ohne Maske in der Öffentlichkeit unterwegs ist, muss seit heute mit bis zu drei Jahren Haft und umgerechnet bis zu 50.800 Euro Geldstrafe rechnen. Die Maskenpflicht gilt laut Innenministerium für alle Menschen, die das Haus verlassen. Ausgenommen seien Personen, die allein in einem Fahrzeug unterwegs seien. Neben Saudi-Arabien zählt Katar zu den am stärksten betroffenen Ländern in der arabischen Welt.

+++ Brandenburgs Ministerpräsident Woidke hat den internationalen Museumstag 2020 deutschlandweit eröffnet.

Dies fand wegen des Coronavirus digital statt. Per Video würdigte Woidke, der auch Schirmherr des diesjährigen Museumstags ist, dass bundesweit viele Museen in der Corona-Krise die "produktive Distanz" genutzt und neue Wege zur Präsentation von Kulturschätzen und zur Wissensvermittlung gefunden hätten.

+++ Die Konjunktur in Deutschland wird nach Ansicht des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel auch nach dem Ende der Alltagsbeschränkungen für lange Zeit Schaden nehmen.

Man müsse die Prognosen vom Beginn der Krise revidieren, sagte IfW-Präsident Felbermayr dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Vielmehr werde man wohl auch im dritten Quartal nicht zum Normalniveau zurückfinden, da man zu tief gefallen sei. Auf den Lockdown als solchen entfällt laut IfW etwa ein Drittel des Schadens am Bruttoinlandsprodukt. Hinzu träten weitere belastende Faktoren, allen voran rasant zunehmende Ängste vor der Zukunft, da das Vertrauen einen Schock erlitten habe. Diese Furcht wirke sich sehr viel nachhaltiger aus als die Bedrohung durch das Virus, betonte Felbermayr.

+++ Die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus wird noch dauern, und so richten sich einige Hoffnungen darauf, die Krankheit Covid-19 künftig wenigstens besser behandeln zu können. Noch in diesem Sommer werden Studienergebnisse erwartet.

Forscher in Schutzkleidung arbeiten an einem Medikament gegen Covid-19. (picture alliance / Zoonar.com / Robert Kneschke)Forscher arbeiten an Medikament gegen Covid-19 (picture alliance / Zoonar.com / Robert Kneschke)

+++ Erstmals seit zwei Monaten sind in Spanien weniger als 100 neue Corona-Todesfälle innerhalb eines Tages gemeldet worden.

Binnen 24 Stunden starben nach Angaben der Gesundheitsbehörden 87 Menschen. Auf dem Höhepunkt der Epidemie Anfang April waren 950 Todesfälle binnen eines Tages registriert worden. Spanien ist eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder weltweit.

Alle europäischen Länder sind vom Coronavirus betroffen. Ein Überblick über die Lage, den wir täglich aktualisieren.

+++ In der chinesischen Millionen-Metropole Jilin werden nach neuen Corona-Fällen die Vorbeuge-Maßnahmen verschärft.

Der Distrikt ordnete die Schließung aller Geschäfte an. Der Lebensmitteleinzelhandel stellt eine Ausnahme dar. Im gesamten Distrikt, der von Behörden als Hochrisiko-Zone eingestuft wird, sind drei neue Infektionen registriert worden. Gleichzeitig erklärte der oberste Gesundheitsberater der Regierung, das Risiko einer zweiten Corona-Welle bleibe bestehen. Wegen fehlender Immunität sei die Mehrheit der Chinesen derzeit weiterhin anfällig für das Virus, sagte Zhong Nanshan dem Sender CNN. 

+++ Nach dem Wiederbeginn der Fußball-Bundesliga hat der bayerische Ministerpräsident Söder eine Diskussion über die Rückkehr von Zuschauern in die Stadien abgelehnt.

Der CSU-Politiker sagte dem Fernsehsender "Sport1", mit Corona könne man keinen Deal machen. Es sei vernünftiger und klüger, Schritt für Schritt zu gehen. Niedersachsens Ministerpräsident Weil sagte, nach der Sommerpause müsse man klären, ob man auch wieder Zuschauer ins Stadion lasse. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer stellte einen Stadionbesuch ab September in Aussicht.

+++ Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Knobloch, beklagt offenen Antisemitismus bei Demonstrationen gegen die Coronamaßnahmen.

Unter dem Deckmantel des politischen Protests würden inmitten deutscher Großstädte Verschwörungstheorien und teils offener Judenhass verbreitet, sagte Knobloch.

+++ In mehreren europäischen Städten haben am Samstag Tausende gegen die Einschränkungen in der Corona-Pandemie protestiert.

Demonstrant in Warschau bei Protest gegen Corona-Beschränkungen in Polen. Auf seinem Mundschutz steht ein kritischen Statement gegen die Regierungspartei PiS. (imago images / ZUMA Wire)Protest gegen Corona-Beschränkungen in Warschau. (imago images / ZUMA Wire)

In Polens Hauptstadt Warschau setzte die Polizei Tränengas gegen die Demonstrierenden ein. Die Stadt bezeichnete die Versammlung als illegal, weil sie nicht vorab genehmigt worden sei. Dutzende Menschen wurden festgenommen, darunter auch ein Senator von der oppositionellen Bürgerplattform. Im Londoner Hyde Park wurden 13 Personen festgenommen. 

+++ Der Philosoph Michael Hampe wirft Anhängern von Verschwörungsmythen in der Corona-Krise Eitelkeit als Motiv vor.

Hampe sagte im Deutschlandfunk, es sei eine merkwürdige Erscheinung der Gegenwart, dass sich manche Menschen von Wissenschaftlern nicht mehr sagen lassen wollten, was sie meinen sollen, sich genau das dann aber von anderen Personen sagen ließen. Es sei "nicht mündig, einfach das Personal auszuwechseln, das sagt, wo es langgeht".

+++ Die für Kultur zuständigen Minister von Bund und Ländern haben Vorschläge für eine schrittweise Öffnung von Kultureinrichtungen erarbeitet.

Eine dauerhafte Schädigung der Kulturlandschaft in Deutschland wegen der Coronavirus-Krise müsse verhindert werden, heißt es in dem Konzept für Bundeskanzlerin Merkel, aus dem die Deutsche Presse-Agentur zitiert.

Im Zentrum stehen demnach Pläne, die individuell an die jeweilige Spielstätte oder Einrichtung angepasst werden sollen. So könnten in Theatern etwa Sitzreihen freigelassen und Veranstaltungen ins Freie verlegt werden. Für Kinos würden möglichst nahe beieinanderliegende Termine zur Wiedereröffnung angestrebt.

+++ In Brasilien steigt die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus rasch an.

Nach Angaben der amerikanischen Johns Hopkins Universität verzeichnet das südamerikanische Land inzwischen die viertmeisten Ansteckungen weltweit - mehr als 233.500. Die Zahl der an oder mit Covid-19 Verstorbenen wird mit 15.662 angegeben (Stand: 17.5., 9 Uhr).

Ein Friedhofsmitarbeiter in Manaus, Brasilien, mit Kreuzen für neue Gräber. (AFP / MICHAEL DANTAS)Ein Friedhofsmitarbeiter in Manaus, Brasilien, mit Kreuzen für neue Gräber. (AFP / MICHAEL DANTAS)

Das Gesundheitsministerium in Brasilia meldete allein in den vergangenen 24 Stunden knapp 15.000 neue Fälle. Experten gehen allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus, weil in Brasilien vergleichsweise wenig getestet wird.

Unsere ausführliche Analyse: Warum es in Brasilien so viele Coronavirus-Fälle gibt.

+++ UNO-Generalsekretär Guterres hat vor einer besonderen Bedrohung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen und Intersexuellen in der Corona-Pandemie gewarnt.

Guterres sagte, es gebe Berichte, dass Covid-19-Richtlinien von der Polizei missbraucht würden, um LGBTI-Personen und Organisationen ins Visier zu nehmen.

+++ Estland beendet um Mitternacht den wegen der Corona-Pandemie verhängten Ausnahmezustand.

Die Sonderregeln galten seit Mitte März. Einige Einschränkungen bleiben allerdings in Kraft. Sie sollen laut einer Mitteilung der Staatskanzlei schrittweise gelockert und auf neue Rechtsgrundlagen übertragen werden. Dies sei wichtig, um einen neuen Ausbruch der Krankheit zu verhindern, erklärte Regierungschef Ratas. In Estland geht die Zahl der gemeldeten Covid-19-Fälle nach Daten der Johns-Hopkins-Universität seit mehreren Wochen zurück.

+++ Das Robert-Koch-Institut meldet im Vergleich zu gestern 583 neue Infektionen mit dem Coronavirus.

In Deutschland haben sich damit nachweislich 174.355 Menschen angesteckt. 153.400 sind genesen. Etwas mehr als 7.900 Infizierte sind an oder mit dem Coronavirus gestorben. Die Zahlen könnten nachträglich steigen, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Zahlen übermitteln.

Die Virus-Reproduktionszahl "R" liegt nach Angaben des RKI weiterhin unter dem kritischen Wert von 1,0. Der R-Wert gibt an, wie viele andere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Laut jüngstem Lagebericht waren es 0,88.

Mit den aktuellen Entwicklungen befassen wir uns auch in diesen ausführlichen Stücken: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland und Wie sich das Coronavirus in Europa ausbreitet.

+++ Natürlich ist die Corona-Pandemie auch in den Sonntagszeitungen ein Schwerpunkt der Kommentare. Die Rheinpfalz am Sonntag macht sich zum Beispiel Gedanken über das richtige Maß, in dem die Alltagsbeschränkungen gelockert werden sollten. Hier geht es zu unserer Presseschau.

+++ Verfassungsschutz-Präsident Haldenwang hat sich besorgt über die Proteste gegen die staatlichen Corona-Schutzmaßnahmen geäußert. Seine Behörde sehe einen Trend, dass Extremisten die Demonstrationen instrumentalisierten, sagte Haldenwang der Zeitung "Welt am Sonntag". 

Ein Demonstrant auf der Münchner Theresienwiese. Er hält ein Schild mit der Aufschrift "Corona ist ein politischer Spuk!" (Felix Hörhager / dpa)Ein Demonstrant auf der Münchner Theresienwiese (Felix Hörhager / dpa)

Tausende Menschen haben in mehreren Städten in Deutschland erneut gegen die Beschränkungen zur Eindämmung der Coranavirus-Pandemie demonstriert. Dabei gab es dieses Mal auch Protest gegen diese sogenannten "Hygiene-Demos".

Mit Fake News und Verschwörungstheorien in der Corona-Krise befassen wir uns hier ausführlicher:

- Corona-Falschnachrichten: 
- Selbsternannte Partei: Wie Widerstand 2020 die Corona-Krise in Frage stellt1131416
- Verbreitete Anschuldigungen: Wie Bill Gates zum Ziel von Verschwörungstheoretikern wurde

+++ Die Grünen fordern eine grundlegende Reform der Fleischproduktion in Deutschland.

Der Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 in mehreren Schlachthöfen werfe ein Schlaglicht auf dramatische Probleme der Agrarindustrie, schreibt Parteichef Habeck in einem Sieben-Punkte-Plan, über den die Funke Mediengruppe berichtet. Die Grünen verlangen unter anderem einen Mindestpreis für Tierprodukte, ein Verbot von Werkverträgen über Subunternehmen, bessere Haltungsbedingungen für Tiere und eine Ausweitung der staatlichen Kontrollen in den Betrieben.

+++ Vier Monate nach den ersten Corona-Fällen in Deutschland haben Wissenschaftler die Ansteckungsketten dieser Patientengruppe analysiert. Die in der Fachzeitschrift "The Lancet Infectious Diseases" veröffentlichte Studie bestätigt, dass Infizierte bereits vor den ersten Symptomen ansteckend sind. 

+++ Der frühere US-Präsident Obama hat sich in seltener Weise zur Tagespolitik in der Corona-Krise geäußert. sowohl indirekt seinen Nachfolger Trump als auch die Diskriminierung von Schwarzen in Amerika.

Der frühere US-Präsident Barack Obama spricht in einer Videobotschaft zu High-School-Absolventen  (AFP / GETTY IMAGES NORTH AMERICA)Der frühere US-Präsident Barack Obama spricht in einer Videobotschaft zu High-School-Absolventen (AFP / GETTY IMAGES NORTH AMERICA)


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