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Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 18. bis 20. November 2020 +++

Ein Fotograf mit Maske steht auf der Ausblicks-Plattform des New Yorker Rockefeller Center (AFP/Angela Weiss)
New York ist von der Corona-Pandemie besonders betroffen (AFP/Angela Weiss)

In den USA sterben jeden Tag etwa 1.300 Menschen mit dem Coronavirus. Im Iran werden die Vorkehrungen zur Eindämmung der Pandemie drastisch verschärft. Wirtschaftsminister Altmaier (CDU) ist nach einem Corona-Fall in seinem Umfeld vorsorglich in Quarantäne. Weitere Entwicklungen im Newsblog.

Freitag, 20. November

+++ In den USA vergrößert sich das Ausmaß der ohnehin schon tragischen Coronavirus-Krise. Landesweit kommt es nun zu durchschnittlich mehr als 1.300 Corona-Todesfällen pro Tag, dem höchsten Wert seit dem katastrophalen Frühjahr in New York City. Wie aus offiziellen Daten hervorging, erreichten die USA am Donnerstag den Höchststand von fast 188.000 Coronavirus-Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Die Zahl der im Krankenhaus wegen Covid-19 behandelten Patienten stieg ebenfalls auf einen neuen Höchstwert von mehr als 80.000.

+++  Im Iran werden ab Samstag die Vorkehrungen zur Eindämmung des Coronavirus verschärft. Etwa 160 Städte und Ortschaften, darunter die Hauptstadt Teheran, werden staatlichen Medien zufolge als "rote" Hochrisiko-Gebiete eingestuft. Hier gelten für zunächst zwei Wochen die strengsten Maßnahmen. So müssen unter anderem alle Geschäfte und Unternehmen, die nicht dringend benötigte Waren oder Dienstleistungen anbieten, schließen. Für den Autoverkehr werden die Städte abgeriegelt. Weniger strenge Einschränkungen sollen in "orangen" und "gelben" Städten gelten.

+++ Wirtschaftsminister Altmaier (CDU) ist nach einem Coronafall in seinem Umfeld vorsorglich in Quarantäne. Ein erster Coronatest des Ministers sei negativ gewesen, teilte das Ministerium mit. Altmaier wurde getestet, weil einer seiner engeren Mitarbeiter an Covid-19 erkrankt ist. Er werde seinen Dienstgeschäften auch von zuhause weiter nachgehen.

+++ Sobald ein Corona-Impfstoff zur Verfügung steht, können Niederländer sich gratis und freiwillig impfen lassen. Eine Verpflichtung werde es nicht geben, kündigte das Gesundheitsministerium in Den Haag an. Als erste Gruppe sollen Menschen über 60 Jahre, besonders Gefährdete und Pflegepersonal an der Reihe sein. Das Ministerium erwartet, dass etwa 3,5 Millionen Niederländer im ersten Quartal des neuen Jahres geimpft werden können. Da sehr wahrscheinlich nicht sofort genügend Dosen des Impfstoffes für die rund 17 Millionen Einwohner vorliegen würden, sollten sie in Staffeln geimpft werden.

Mehr zum Thema Impfen finden Sie hier

+++ Auch an diesem Wochenende wird Berlin Schauplatz von Demonstrationen gegen die Corona-Politik. Die voraussichtlich größte ist ein "Schweigemarsch" aus dem Lager der Impfgegner. Für Sonntagmittag sind laut Polizei am S-Bahnhof Bornholmer Straße 5.000 Teilnehmer angemeldet, die zur Straße des 17. Juni, also ins Regierungsviertel, ziehen wollen. Parallel sind zwei kleine Gegendemos angesetzt. Laut einer Polizeisprecherin ist der Einsatz nicht vergleichbar groß wie bei den jüngsten Protesten.

+++ Tschechien senkt seine Corona-Warnstufe von der höchsten auf die zweithöchste der fünf Stufen. Das gelte von Montag an, sagte Gesundheitsminister Blatny nach einer Kabinettssitzung. Der Mediziner appellierte an die Bevölkerung, sich weiter verantwortungsvoll zu verhandeln. Die Pandemie sei "unberechenbar".

Menschen tragen Masken in Prag, Tschechien.  (www.imago-images.de)Menschen tragen Masken in Prag (www.imago-images.de)

+++ Leipzig erwartet ein weiteres Demonstrationswochenende mit Gegnern der Corona-Schutzmaßnahmen. Im Stadtgebiet seien für Samstag acht Versammlungen angemeldet, darunter eine aus dem Umfeld der "Querdenken"-Bewegung, teilte die Stadtverwaltung mit. Laut Polizeidirektion werde von Teilnehmerzahlen im unteren vierstelligen Bereich ausgegangen. Der sächsische Verfassungsschutz warnte vor einer Unterwanderung der Anti-Corona-Proteste durch Rechtsextremisten. Für die Teilnahme an der Veranstaltung mit Corona-Gegnern werde bundesweit in der rechtsextremistischen Szene mobilisiert.

+++ Italien meldet 37.242 neue Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden. Die Zahl der Todesfälle liegt den Angaben des Gesundheitsministeriums zufolge bei 699. Tags zuvor waren sowohl die Infektions- als auch die Todesfälle niedriger. Insgesamt verzeichnet Italien seit Ausbruch der Pandemie im Februar 1,346 Millionen Fälle und 48.569 Tote.

+++ Frankreich hat nach Ansicht der nationalen Gesundheitsbehörde den Höhepunkt von Neuinfektionen in der aktuellen Phase der Corona-Pandemie bereits hinter sich. "Auch wenn die Indikatoren auf hohem Niveau bleiben, legt ihre Beobachtung nahe, dass der epidemiologische Spitzenwert der zweiten Welle überwunden wurde", heißt es in einer Erklärung der Behörde. In der vergangenen Woche habe es einen Rückgang positiver Tests um 40 Prozent gegeben. Auch in den Krankenhäusern und auf Intensivstationen wurden demnach weniger Patientinnen und Patienten aufgenommen.

+++ In der Türkei sind binnen eines Tages 141 Menschen an oder mit dem Virus gestorben. Das waren so viele wie noch nie seit Ausbruch der Pandemie, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Insgesamt liegt die Totenzahl damit bei 12.084. Es gab zudem weitere 5103 an Covid erkrankte Patienten. Seit Juli weist die Türkei nur noch Corona-Fälle mit Symptomen aus. Kritiker bemängeln, dass dadurch das wahre Ausmaß der Pandemie in der Türkei verschleiert wird.

+++ Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat die in der Corona-Einreiseverordnung von Nordrhein-Westfalen geregelte Quarantänepflicht für Auslandsrückkehrer aus Risikogebieten gekippt.

+++ Kanzleramtschef Braun plädiert mit Blick auf das nächste Bund-Länder-Gespräch zur Corona-Krise dafür, ein besonderes Augenmerk auf Schulen zu legen. Mit den bisherigen Maßnahmen sei es zwar gelungen, die Infektionsdynamik zu brechen. Die Zahlen seien aber noch nicht nach unten gegangen, sagte Braun dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. 

"Zutritt nur mit Mundschutz!" steht auf einem Schild am Eingang zu einer Schule. (Picture Alliance / dpa / Annette Riedl)Die sozialen Beschränkungen während der Coronapandemie führen zu psychischen Störungen bei Kindern. (Picture Alliance / dpa / Annette Riedl)

+++ Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Europa durchbricht die Marke von 15 Millionen. Dies ergibt eine Zählung der Nachrichtenagentur Reuters. Demnach beträgt die Zahl der bisher in Europa registrierten Infizierten 15.046.656 und der bisher an oder mit dem Virus Verstorbene 344.401. Damit entfällt auf Europa in beiden Kategorien global gesehen in etwa ein Viertel der Gesamtzahlen. Nach der Reuters-Analyse dauerte es in Europa neun Monate, bis die Marke von fünf Millionen Fällen durchbrochen wurde, die folgenden zehn Millionen Fälle wurden in weniger als zwei Monaten registriert. In Europa am härtesten getroffen ist mittlerweile Frankreich, das Russland überholte. Weltweit rangiert Frankreich hinter den USA, Indien und Brasilien auf dem vierten Platz.

+++ Vor den nächsten Corona-Beratungen der Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Merkel (CDU) am kommenden Mittwoch hat Bildungsministerin Karliczek (CDU) um Verständnis für ein regional unterschiedliches Vorgehen an den Schulen geworben. "Es wird von der Länderseite nichts vorgestellt werden können, was einmal für alle in ganz Deutschland gilt, sondern man muss immer auf die regionalen Gegebenheiten Rücksicht nehmen", sagte sie in Berlin.

+++ Schweden meldet mit 7.240 Neuinfektionen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert. Die bis dato höchste Zahl von neuen Infektionen wurde Anfang des Monats mit 5.990 verzeichnet. Den Daten des Gesundheitsamts zufolge stieg die Zahl der Todesfälle um 66 auf insgesamt 6.406. Schweden hat in der Pandemie eine lockerere Strategie verfolgt als andere Länder. Im Vergleich zu den nordischen Nachbarn ist die Todesrate im Verhältnis zur Einwohnerzahl in Schweden um einiges höher, im Vergleich zu größeren europäischen Ländern aber niedriger.

+++ Bei den deutschen Strafverfolgungsbehörden sind mittlerweile mindestens rund 13.000 Fälle rund um die Coronahilfen aufgelaufen, wie das Magazin "WirtschaftsWoche" zu einer bundesweiten Umfrage bei Staatsanwaltschaften und Landeskriminalämtern (LKA) berichtet. Die Ermittler untersuchten vor allem, ob sich die Antragsteller des Subventionsbetruges schuldig gemacht haben und sich die Hilfsgelder zu Unrecht sichern wollten. 

Bunte Stoffmasken hängen an einer Leine (imago-images/Westend)Stoffmasken an einer Leine (imago-images/Westend)

+++ Die Mainzer Firma Biontech und der amerikanische Pharmakonzern Pfizer beantragen in den USA eine Zulassung für ihren Corona-Impfstoff. Das entsprechende Gesuch werde der Arzneimittelbehörde der Vereinigten Staaten, FDA, übergeben, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Lieferung des Impfstoffs könnte Ende dieses Jahres beginnen, sollte eine Genehmigung vorliegen.

+++ Bundeskanzlerin Merkel rechnet bereits im Dezember oder um die Jahreswende mit der Zulassung eines Corona-Impfstoffes in Europa. Die Nachrichten der letzten Tage stimmten sie zuversichtlich, sagte die CDU-Politikerin nach einem Video-Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs. Zugleich verwies Merkel auf die Vorbereitungen zum Aufbau von Impfzentren. Und so soll die Impfung gegen das Coronavirus dann organisiert werden.

+++ Wird der Corona-Lockdown bis Dezember oder sogar Januar verlängert? Seit Anfang November gelten in Deutschland wieder strengere Kontaktbeschränkungen. Bund und Länder wollen damit erreichen, dass die Zahl der täglichen positiven Corona-Tests wieder deutlich zurückgeht – und, wie immer wieder betont wird, damit auch das "Weihnachtsfest retten". Doch nun mehren sich die Stimmen, die eine Verlängerung des Teil-Lockdowns und auch eine Verschärfung der Maßnahmen nicht mehr ausschließen.

+++ Die pandemiebedingten Überbrückungshilfen für Studierende werden bis zum Ende des Wintersemesters 2021 wieder eingesetzt. Aufgrund der Corona-Lage in Deutschland werde die Unterstützung weiter benötigt, teilte Bundesbildungsministerin Karliczek in Berlin mit.

+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut innerhalb eines Tages 23.648 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet. Das ist ein neuer Höchststand. Am Freitag vor einer Woche war mit 23.542 verzeichneten Fällen die bisher größte Zahl registriert worden. Im Vergleich zu gestern waren es gut 1000 Fälle mehr. Neu gemeldet wurden zudem 260 Todesfälle. Die Zahl der Menschen, deren Tod mit Covid-19 in Verbindung steht, stieg damit auf 13.630.

+++ Unternehmen und Beschäftigte können auch weiterhin mit der Zahlung des Kurzarbeitergeldes durch den Staat rechnen. Der Bundestag billigte die Verlängerung der Bezugsdauer und der in der Coronakrise geltenden Erleichterungen bis Ende 2021. Mit dem Beschluss können Kurzarbeiter bis zu 24 Monate Lohnersatz bekommen.

+++ In den USA sind mehr als 2.200 Menschen binnen 24 Stunden im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Das meldete die Johns Hopkins Universtität.

+++ Der US-Immunologe Anthony Fauci hat Bedenken zurückgewiesen, wonach die Entwicklung der Corona-Impfstoffe zulasten der Verträglichkeit und Wirksamkeit beschleunigt worden sei. Die Geschwindigkeit des Prozesses habe die Sicherheit in keiner Weise kompromittiert, sagte er im Weißen Haus. Auch die wissenschaftliche Integrität sei nicht beeinträchtigt worden. Die Daten der Studien zu den Impfstoffen seien von unabhängigen Experten beurteilt worden, die niemandem etwa schuldeten, auch nicht der Regierung.

+++ In China haben fast eine Millionen Menschen bereits einen Corona-Impfstoff erhalten. Das teilte der Chef des Pharmakonzerns Sinopharm, Liu Jingzhen, mit und betonte, es habe keine Berichte über schwerwiegende Nebenwirkungen gegeben. Nur wenige Menschen zeigten leichte Symptome.

+++ Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bedford-Strohm, und der frühere Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Marx, planen an Heiligabend in München einen ökumenischen Gottesdienst unter freiem Himmel. Man wollen damit eine Gelegenheit bieten, die Weihnachtsbotschaft mit einer größeren Anzahl Menschen zu feiern, als die Corona-Schutzmaßnahmen in einer Kirche erlauben würden, erklärten sie. 

Das Oberhaupt der serbischen orthodoxen Kirche, Patriarch Irinej. (AP/Darko Vojinovic)Das Oberhaupt der serbischen orthodoxen Kirche, Patriarch Irinej, ist an den Folgen einer Covid-19-Infektion gestorben. (AP/Darko Vojinovic)

+++ Das Oberhaupt der serbisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Irinej, ist nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Bei dem Neunzigjährigen war Anfang November eine Ansteckung diagnostiziert worden. Seitdem war er in einem Belgrader Militärhospital behandelt worden. Vor zwei Wochen starb der Metropolit der serbisch-orthodoxen Kirche in Montenegro, Amfilohije, im Alter von 82 Jahren im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

+++ Die strengen Ausgangssperren im australischen Bundesstaat Victoria waren wirksam: Zum ersten Mal seit drei Wochen wurden keine Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Laut Daten des Gesundheitsministeriums gibt es lediglich zwei aktive Infektionen mit dem Virus.

+++ Die Weltgesundheitsorganisation rät von dem Medikament Remdesivir ab. Es habe keinen entscheidenden Einfluss auf die Überlebenswahrscheinlichkeit, teilte die WHO mit. Auch seien keine Auswirkungen auf die Notwendigkeit für künstliche Beatmung oder die Zeit bis zu einer Besserung festzustellen.

+++ Das Bundesinnenministerium hat eine Regelung zurückgenommen, nach der es Bundesbeschäftigten möglich gewesen wäre, bei Bahnfahrten einen zusätzlichen Sitzplatz zum Abstandhalten zu buchen. Der Plan habe in der Öffentlichkeit für Irritationen gesorgt, erklärte ein Sprecher in Berlin. Zugleich verwies er darauf, dass derzeit Gespräche innerhalb der Bundesregierung liefen, welche Regelungen künftig für Dienstreisen im Personenverkehr gelten sollten.

+++ In der norditalienischen Provinz Südtirol beginnt heute ein Corona-Massentest. Dafür wurden 200 Test-Stationen eingerichtet. Die Aktion dauert drei Tage. Die Teilnahme ist freiwilllig. Das Ergebnis soll nach spätestens einer halben Stunde vorliegen. Die Behörden hoffen, dass rund zwei Drittel der Bürger sich testen lassen, das wären rund 350.000 Menschen.

Donnerstag, 19. November

+++ In Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona dürfen alle Bars und Restaurants sowie alle Kinos und Theater wegen einer Besserung der Corona-Lage ab Montag nach mehr als fünf Wochen wieder öffnen. Für alle Gastronomiebetriebe werde es in der gesamten Region im Nordosten Spaniens aber ab 21.30 Uhr eine Sperrstunde geben, teilte die Regionalregierung mit. Neben weiteren Einschränkungen soll im Innenbereich die Auslastung auf maximal 30 Prozent beschränkt werden. Restaurants und Bars sind in Katalonien seit dem 16. Oktober per Dekret dicht.

+++ Die Zahl der Neuinfektionen in Frankreich geht zurück. Das Gesundheitsministerium meldet 21.150 weitere Fälle binnen eines Tages nach 28.383 am Mittwoch. Im Krankenhaus liegen den Angaben zufolge derzeit 32.345 mit Corona infizierte Patienten, knapp 500 weniger als einen Tag zuvor. Die Zahl der Patienten auf Intensivstationen ist innerhalb von 24 Stunden um 122 auf 4653 gesunken. Insgesamt wurden in Frankreich bislang fast 2,1 Millionen Corona-Fälle bestätigt. Die Zahl der Corona-Toten ist um 429 auf 47.127 gestiegen.

+++ Die britische Regierung unterstützt die schwer von der Corona-Krise getroffenen Sportarten mit einem Hilfspaket im Umfang von 300 Millionen Pfund (336 Millionen Euro). Vor allem Rugby, dem Pferdesport und im kleinen Rahmen auch dem Fußball soll mit dem Rettungspaket geholfen werden, wie das Ministerium für Digital, Kultur, Medien und Sport mitteilte.

+++ Die Corona-Pandemie verschärft laut den Vereinten Nationen weltweit massiv die Armut. Besonders die Menschen in den Staaten des Südens seien die Leidtragenden der globalen ökonomischen Talfahrt, warnte die UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad) in Genf. Die Krise drohe bis zu 130 Millionen Menschen in extreme Armut zu stürzen, heißt es in einem Unctad-Bericht über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie. Zum ersten Mal seit 1998 wachse die Armut in der Welt wieder.

Indien, Kolkata: Nonnen des katholischen Ordens "Missionarinnen der Nächstenliebe", gegründet von Mutter Teresa, tragen Mundschutze und Gesichtsschutze bei der Verteilung von Nahrungsmittel an arme und obdachlose Menschen.  (dpa / Bikas Das)Katholische Nonnen verteilen in der Corona-Pandemie essen an arme und obdachlose Menschen in Kalkutta. (dpa / Bikas Das)

+++ Die Hamburger Schulbehörde hat eine erste Auswertung der Corona-Infektionen an den Hamburger Schulen vorgelegt. Das umfangreiche Datenmaterial soll für weiterführende wissenschaftliche Studien zur Verfügung gestellt werden. Die Auswertung zeigt: Die Ansteckungsgefahr ist in der Schule offensichtlich viel geringer als außerhalb der Schule. So haben sich von 372 zwischen den Sommer- und Herbstferien mit Corona infizierten Schülerinnen und Schülern mit großer Wahrscheinlichkeit mindestens 292 (78 Prozent) gar nicht in der Schule, sondern außerhalb der Schule infiziert. Auffällig ist auch, dass sich jüngere Schülerinnen und Schüler unter 12 Jahren nur halb so häufig infizieren wie ältere, ältere sich aber wiederum genauso häufig infizieren wie Erwachsene.  

+++ Die US-Seuchenkontrollbehörde CDC rät von Reisen während des verlängerten Thanksgiving-Wochenendes ab. Sie betont, dass es sich zwar um keine verpflichtende Anordnung handle, wohl aber um eine "starke Empfehlung". Grund sei die Besorgnis, dass sich das Coronavirus an Reiseknotenpunkten wie Busbahnhöfen und Flughäfen ausbreiten könnte. Thanksgiving ist für viele Amerikaner der wichtigste Feiertag und Anlass für Familienbesuche- und Feiern. Dieses Jahr fällt der Tag auf den 26. November.

+++ Der norwegische König Harald V. und seine Frau Königin Sonja befinden sich wegen eines Corona-Falls in ihrem Umfeld in Quarantäne. Grund dafür ist, dass das Coronavirus am Donnerstag bei einer angestellten Person des königlichen Hofes nachgewiesen wurde, mit der Sonja Kontakt hatte. Sowohl Harald als auch Sonja sind symptomfrei, wie das norwegische Königshaus mitteilte.

+++ Das italienische Gesundheitsministerium meldet 36.176 Neuinfektionen und 653 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Am Vortag waren es knapp 1.900 Neuansteckungen weniger, aber 100 Todesfälle mehr. Insgesamt verzeichnet das früh von Corona getroffene Land seit dem ersten Ausbruch im Februar rund 1,3 Millionen Infektionen und 47.870 Todesfälle.

+++ Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus startet die Landesregierung in Südtirol in Norditalien am Freitagmorgen einen kostenlosen Corona-Massentest. Die Aktion unter dem Motto "Südtirol testet" läuft über drei Kerntage. Die Provinz Bozen-Südtirol hofft, dass bis Sonntag rund zwei Drittel der Bürger an den Antigen-Schnelltests teilnehmen. Das wären etwa 350.000 Menschen. Die Teilnahme ist freiwillig. Die kleine Alpen-Provinz geht damit in Italien einen Sonderweg.

Eine Pflegekraft in Mailand nimmt an einer Corona-Teststation im San-Paolo-Krankenhaus einen Abstrich. (dpa / AP / Luca Bruno)Test auf das Coronavirus in Italien (dpa / AP / Luca Bruno)

+++ Das tschechische Parlament hat einer Verlängerung des Notstands aufgrund der Corona-Pandemie nur bis zum 12. Dezember zugestimmt. Die Minderheitsregierung aus populistischer ANO und Sozialdemokraten hatte sich für eine Dauer bis kurz vor Weihnachten ausgesprochen. Sie konnte sich damit aber nicht durchsetzen. Es gebe gewisse Erfolge, aber die entscheidende Wende im Kampf gegen die Pandemie stehe noch aus, mahnte Regierungschef Babis. Der Notstand gilt im stark von der Corona-Krise betroffenen Tschechien bereits seit dem 5. Oktober.

+++ Die Zahl der Corona-Intensivpatienten in deutschen Krankenhäusern steigt weiter leicht. Nach Angaben des sogenannten DIVI-Register werden derzeit 3.592 Corona-Intensivpatienten behandelt. Vor zwei Tagen hatte die Zahl noch bei 3.518 gelegen. Die Zahl der freien Intensivbetten sank von 6.518 am Dienstag auf 6.285 am Donnerstag. Die Werte verändern sich zeitversetzt zur Zahl der Neuinfektionen, weil schwere Krankheitsverläufe meist erst zwei bis vier Wochen nach der Ansteckung auftreten.

+++ Die Weltgesundheitsorganisation WHO beklagt eine wachsende Zahl an Corona-Todesfällen in Europa. In den vergangenen beiden Wochen habe die Zahl der Sterbefälle in Verbindung mit Covid-19-Erkrankungen um 18 Prozent zugenommen, sagte der Direktor der WHO-Region Europa, Hans Kluge, auf einer Online-Pressekonferenz in Kopenhagen. Vergangene Woche seien mehr als 29.000 Todesfälle registriert worden, was bedeute, dass alle 17 Sekunden eine Person in der europäischen Region mit Covid-19 sterbe. 

+++ Bundeskanzlerin Merkel fordert die Bürger zu einer weiteren Kontaktreduzierung auf, um die Corona-Neuinfektionen zu reduzieren. Man solle auf alle nicht notwendigen Kontakte derzeit verzichten, sagt sie in einem Bürgerdialog. Sie hoffe, dass der Einsatz von Schnelltests mehr Sicherheit in Pflegeheimen bringe.

+++ Im größten Schutzgebiet für indigene Gemeinschaften in Brasilien ist die Corona-Pandemie nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen und Stammesvertretern völlig außer Kontrolle geraten. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus sei in den vergangenen drei Monaten im Reservat der Yanomami und Ye'kwana um 250 Prozent von 335 auf 1.202 gestiegen, hieß es in einer von der NGO Rede Pró-Yanomami e Ye'kwana vorgestellten Studie. Allerdings werde nur sehr wenig getestet, und die Einhaltung von Abstandsregeln sei in den dörflichen Strukturen unmöglich. Die Autoren der Studie gingen davon aus, dass von den rund 27.000 Indigenen in der Region etwa 10.000 bereits mit dem Virus in Kontakt gekommen sein könnten. Die Indigenen machen vor allem illegale Goldsucher für das Einschleppen des Coronavirus in ihre Territorien verantwortlich.

+++ Die Verhandlungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union über die bilateralen Beziehungen nach dem Brexit sind wegen eines positiven Coronavirus-Falls ausgesetzt. EU-Verhandlungschef Michel Barnier teilte mit, ein Mitglied seiner Delegation sei positiv auf das Virus getestet worden. Daher würden die Gespräche mit der britischen Delegation unter David Frost "für eine kurze Zeit" unterbrochen. Sein Team werde unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften die Arbeit fortsetzen, sagte Barnier.

EU-Unterhändler Michel Barnier (r) und David Frost in Brüssel (Olivier HOSLET/POOL/AFP)David Frost und Michel Barnier in Brüssel (Olivier HOSLET/POOL/AFP)

+++ Nach einem Corona-Ausbruch mit mindestens 15 Toten in einem Berliner Pflegeheim muss die Heimleitung nach Angaben von Gesundheitssenatorin Kalayci (SPD) gehen. Die Heimaufsicht habe den weiteren Einsatz der Leitung im Bezirk Lichtenberg untersagt, sagte sie in einer Fragestunde im Abgeordnetenhaus. Bis Freitagnachmittag würden vom Träger neue Personalvorschläge für die Position erwartet. "Die Feststellung des Gesundheitsamtes und der Heimaufsicht zeigen, dass Hygienevorgaben nicht beachtet worden sind", sagte die Senatorin zur Begründung.

+++ Nach der Absage des Nation League Spiels Schweiz - Ukraine wegen positiver Coronatests sind alle ukrainischen Spieler bei der Ankunft in Kiew negativ getestet worden. Darunter seien auch die zuvor positiv getesteten Sergej Kriwzow und Junior Moraes, teilte der ukrainische Verband am in Kiew mit. Die neuen Tests seien unmittelbar auf dem Flughafen von Mitarbeitern eines UEFA-zertifizierten Labors vorgenommen worden.

+++ Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Wieler, hat erneut dazu aufgerufen, die Corona-Regeln einzuhalten. Man sei noch lange nicht über den Berg, sagte Wieler in Berlin. Durch die hohen Fallzahlen könnten manche Kliniken an ihre Grenze kommen. Deshalb müsse die Zahl der Neuinfektionen eingedämmt werden. Die jüngsten Entwicklungen bei der Herstellung eines Impfstoffs nannte Wieler sehr ermutigend. Er sei überrascht, dass es derart schnell Ergebnisse gebe.

+++ In Afrika erhöht sich die Zahl der registrierten Corona-Infektionen im Vergleich zu anderen Regionen der Welt weiterhin nur moderat. Nach Angaben der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union stieg die Zahl der Fälle auf dem gesamten Kontintent erstmals über die Grenze von zwei Millionen und beträgt jetzt 2 Millionen 13-tausend. Das sind immer noch weniger als etwa in Frankreich. Experten gehen allerdings von einer hohen Dunkelziffer in Afrika aus.

+++ Das in Dänemark bei Nerzen festgestellte neuartig mutierte Coronavirus ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums "aller Wahrscheinlichkeit nach" ausgerottet. Das Ministerium in Kopenhagen beruft sich in einer Mitteilung auf entsprechende Erkenntnisse des Staatlichen Serum-Instituts. Demnach sind seit dem 15. September keine Infektionen mit dem sogenannten Cluster-5-Virus mehr festgestellt worden.

+++ Wegen Quarantänemaßnahmen fallen in drei von zehn Handwerksbetrieben Beschäftigte aus. Das geht aus einer Befragung unter fast 2.000 Unternehmen hervor, die der Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) gemacht hat. In den betroffenen Betrieben fehle jeder fünfte Beschäftigte, sagte ZDH-Präsident Wollseifer dem Deutschlandfunk. Gründe seien Erkrankungen, Quarantäne oder weil Angehörige oder Kinder betreut werden müssten.

Ein Friseur mit Mundschutz schneidet einem Kunden die Haare. (dpa / pictue alliance / Jörg Carstensen)Auch Friseursalons sind von Quarantäne betroffen und müssen daher auf Mitarbeiter verzichten. (dpa / pictue alliance / Jörg Carstensen)

+++ In den USA ist erstmals ein Corona-Test für den Hausgebrauch zugelassen worden. Die Arzneimittelbehörde FDA erteilte einem Produkt des US-Herstellers "Lucira Health" die Genehmigung. FDA-Chef Hahn erklärte, der Test, der auf Erbgut des Erregers Sars-CoV-2 reagiere, sei zunächst aber nur auf Verschreibung eines Arztes erhältlich.

+++ In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut 22.609 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind etwa 5.000 mehr als gestern und etwa 750 mehr als am Donnerstag vor einer Woche. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg den Angaben zufolge um 251 auf insgesamt 13.370.

Die ausführlichen Zahlen finden Sie hier

+++ Das von Bundestag und Bundesrat beschlossene Infektionsschutzgesetz kann bereits heute in Kraft treten. Bundespräsident Steinmeier setzte gestern Abend seine Unterschrift darunter. Mit der Neufassung sollen die Corona-Schutzmaßnahmen vor Gericht besser Bestand haben. Das Gesetz listet detailliert auf, welche Auflagen von Landesregierungen und den Behörden verordnet werden können. Oppositionsvertreter beklagten in der gestrigen Bundestagsdebatte ein zu geringes Mitspracherecht des Parlaments bei Eingriffen in die Grundrechte. Aus Protest gegen die Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes waren in Berlin tausende Menschen auf die Straße gegangen. Viele Teilnehmer missachteten die Auflagen für Masken und Abstand. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei. 

Bundestag und Bundesrat haben eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen. Das Gesetz regelt unter anderem, welche Grundrechtseinschränkungen zur Eindämmung von Pandemien zulässig sind. Ein Überblick.

+++ Seit Beginn der Corona-Pandemie sind im Bundestag 89 Infektionsfälle festgestellt worden. Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf die Bundestagsverwaltung berichten, nahm die Zahl seit Ende September um mehr als 50 zu. Unter den Betroffenen waren 15 Abgeordnete. Die anderen Fälle betrafen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Verwaltungsangestellte und Beschäftigte von Fremdfirmen. Inklusive der externen Dienstleister sind im Bundestag rund 10.000 Menschen tätig.

 

Mittwoch, 18. November

+++ Ein führendes Mitglied der Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses, Admiral Brett Giroir, sieht die USA in der Corona-Pandemie an einem "gefährlichen Punkt". Man verzeichne momentan den stärksten Anstieg der Fallzahlen, sagte Giroir dem SEnder MSNBC. "Unsere Krankenhausaufnahmen nehmen Woche für Woche um 25 Prozent zu, unsere Todesfälle nehmen Woche für Woche um 25 Prozent zu - und das bewegt sich nicht in die richtige Richtung". Es handele sich nicht um falschen Alarmismus, sondern um die schlimmste Steigerungsrate bei Corona-Fällen, die die USA in der Pandemie bislang gesehen habe. Und derzeit gebe es kein Zeichen der Abflachung.

Seit Anfang November liegt die Zahl der täglich nachgewiesenen Corona-Infektionen in den Vereinigten Staaten bei mehr als 100.000 - Tendenz steigend. Am Dienstag waren es rund 162.000. Die Zahl der Toten hat mittlerweile fast die Marke von 250.000 erreicht. In keinem anderen Land der Welt ist eine so hohe Zahl an Todesfällen bekannt. Relativ zur Einwohnerzahl sind in Belgien, Spanien und Argentinien jedoch mehr Menschen als in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern infolge einer Corona-Infektion gestorben.

+++ Das Berliner Verwaltungsgericht hat einer Gruppe von Regierungskritikern eine ursprünglich erteilte Genehmigung für eine Kundgebung vor dem Kanzleramt entzogen. In dem Beschluss, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, heißt es, der Antrag, die "allwöchentliche 154. Merkel-muss-weg.Kundgebung" auf dem Forum vor dem Bundeskanzleramt zuzulassen, sei abgelehnt worden. Dem Anspruch des Antragstellers stehe entgegen, dass am Mittwoch eine Sitzung des Bundestages stattfinde und deren ungestörte Durchführung sicherzustellen sei. Eine Anmeldung der Kundgebung für einen anderen Ort, einige Meter entfernt, wäre dagegen möglich. Gegen den Beschluss sei eine Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht zulässig. Vor dem Kanzleramt demonstriert seit Jahren mittwochs eine kleine Gruppe, zu der AfD-Mitglieder gehören, gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Ihre Kundgebung war ursprünglich auch für diesen Mittwoch genehmigt worden.

+++ Das Mainzer Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer haben nach Abschluss der letzten Analysen bei der Erprobung ihres Corona-Impfstoffs eine Wirksamkeit von 95 Prozent gemeldet. Das Mittel zur Bekämpfung von Covid-19 funktioniere über alle Altersgruppen hinweg ähnlich gut, hieß es weiter. So betrage die Wirksamkeit in der Gruppe von Menschen über 65 Jahren 94 Prozent. Vergangene Woche hatten Biontech und Pfizer bekanntgegeben, dass ihr Impfstoff nach Zwischenergebnissen klinischer Studien einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19 biete. Auch der amerikanische Pharmakonzern Moderna hatte zuletzt für sein ähnliches Präparat eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent errechnet.

+++ Angesichts steigender Corona-Zahlen schließt die US-Ostküstenmetropole New York erneut ihre Schulen. Die Stadt habe die Schwelle von drei Prozent positiven Corona-Tests überschritten und werde die Lerneinrichtungen deshalb ab Donnerstag vorübergehend dicht machen, schrieb Bürgermeister Bill de Blasio auf Twitter. New York war im Frühjahr zum Epizentrum der Pandemie in den USA geworden und hatte Mitte März alle Schulen schließen müssen. Über den Sommer hatte sich das Infektionsgeschehen wieder stabilisiert, eine erneute Öffnung war jedoch immer wieder verschoben worden. Die ersten Schulen konnten schließlich erst ab Ende September wieder öffnen. Zuletzt hatte sich die Lage jedoch wieder angespannt.

+++ Das italienische Gesundheitsministerium meldet 34.283 Neuinfektionen und damit mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle steigt um 753 und damit so stark wie seit Anfang April während der ersten Welle nicht mehr. Insgesamt sind damit in Italien 47.217 Tote und mehr etwa 1,27 Millionen Infektionen verzeichnet.

+++ Vor der Abstimmung über das Infektionsschutzgesetz haben Bundestagsbesucher für Irritationen gesorgt. Abgeordnete berichten, von Menschen bedrängt worden zu sein. Die Pressestelle des Bundestags teilte dem Deutschlandfunk mit, die Bundestagspolizei untersuche die Fälle. Unseren ausführlichen Bericht lesen Sie hier: AfD schleust offenbar "Gäste" in den Bundestag ein, um Abgeordnete zu beeinflussen.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) wird von einer Frau mit einer Handykamera gefilmt (Dietmar Muhlbock @deltamikeplus)Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) wird von einer Frau mit einer Handykamera gefilmt (Dietmar Muhlbock @deltamikeplus)

+++ Der Bundestag hat der Änderung des Infektionsschutzgesetzes zugestimmt. Für die Neufassung votierten 415 Abgeordnete, 236 waren dagegen, acht enthielten sich. In der vorangegangenen Debatte hatten Politiker der Großen Koalition noch einmal für die Neuregelung geworben.. Ausführliche Informationen finden Sie in unserem Bericht "Bundestag beschließt Änderungen des Infektionsschutzgesetzes".

+++ Von 100 Klagen gegen Corona-Auflagen vor Verwaltungsgerichten sei in Hessen nur eine einzige erfolgreich gewesen, sagte Hessens Ministerpräsident Bouffier (CDU) im Bundesrat. Deshalb hätte seine Landesregierung eigentlich keine Präzisierung der Regelung auf Bundesebene über die möglichen Einschränkungen gebraucht. Dennoch sei die Reform des Bevölkerungsschutzgesetzes wichtig, um bundeseinheitlichere Regelungen zu ermöglichen.

+++ Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Schneider, hat Hoffnungen auf eine Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen gedämpft. Jetzt eher auf lange Sicht zu fahren, sei sinnvoller als ein ständiges Hin und Her, sagte Schneider in Berlin. Man sollte sich darauf einstellen, dass die Strecke bis März gehe. Statt Erleichterungen sei es mit Blick auf die Infektionslage eher so, dass über weitere Verschärfungen gesprochen werde, stellte er mit Blick auf den laufenden Abstimmungsprozess zwischen Bund und Ländern klar.

+++ Die seit Anfang des Monats geltenden Einschränkungen des Teil-Lockdowns haben nach Angaben des Deutschen Richterbunds in den meisten Fällen vor Gericht Bestand. In etwa neun von zehn Eilverfahren hätten Verwaltungsgerichte die staatlichen Maßnahmen bestätigt, teilte der Richterbund nach einem Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" mit. 

+++ In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut 17.561 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind gut 900 Fälle weniger als vor einer Woche. Auch gestern und vorgestern war der Wert im Vergleich zur Vorwoche niedriger. Genauere Angaben zu den Corona-Zahlen in Deutschland finden Sie hier

Die Gründerin des Vereins "Digitale Bildung für alle e.V", Pausder, hat vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie eine nicht ausreichende Digitalisierung an den Schulen bemängelt. Bisher habe sich hier nicht viel getan; es gebe nach wie vor zu wenig mobile Geräte, sagte Pausder im Deutschlandfunk. Auch ein schnelles Internet sei an den Schulen ein rares Gut

+++ Kinderschutzverbände haben den Appell von Bund und Ländern kritisiert, die Kontakte von Kindern und Jugendlichen weiter zu begrenzen. Der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerks, Hofmann, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, soziale Interaktion sei für die Entwicklung von Jugendlichen sehr wichtig. Es sei völlig unverhältnismäßig und kinderfeindlich, dies auf eine einzige Kontaktperson zu beschränken. Auch der Deutsche Kinderschutzbund sieht den Vorstoß mit Sorge

+++ In den USA wurde erstmals ein Corona-Schnelltest zugelassen, der komplett von zu Hause aus durchgeführt werden kann. Die Arzneibehörde FDA bestätigte das Testkit des kalifornischen Herstellers Lucira Health im Eilverfahren. Es soll binnen 30 Minuten ein Ergebnis liefern. Wie treffgenau das Produkt eine Covid-19-Infektion erkennt, teilte die FDA nicht mit.

+++ Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dazu aufgerufen, künftige Corona-Impfstoffe mit ärmeren Ländern zu teilen. Deutschland und Europa sollten ein politisches Signal senden, dass sie bereit seien, von Beginn an einen Teil der Kontingente abzugeben, schrieb der Bundespräsident in einem Gastbeitrag für den "Tagesspiegel".

Eine schwarze Frau mit Maske desinfiziert sich in Nigeria vor dem Kirchenbesuch die Hände. (PIUS UTOMI EKPEI / AFP)Maske und Desinfektionsmittel gehören in Nigeria zum Corona-Alltag. Ob auch der Impfstoff den afrikanischen Kontinent in ausreichendem Maße erreicht? (PIUS UTOMI EKPEI / AFP)

+++ Als erstes europäisches Land hat Frankreich die Schwelle von zwei Millionen Coronafällen überschritten. Bislang sind dort mehr als 46.000 Menschen an oder mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

+++ Australien reagiert nach einem erneuten Auftreten von Corona-Fällen in der Metropole Adelaide mit einem sechstägigen Lockdown. Damit bleiben ab Mitternacht Schulen, Restaurants und Fabriken geschlossen. Die Menschen sind aufgefordert, Zuhause zu bleiben. Zuvor waren mindestens 17 Virusfälle in Verbindung mit einem Quarantäne-Hotel gemeldet worden. Um den Ausbruch einzudämmen, wurden hunderte Menschen isoliert. 

+++ Bundestag und Bundesrat stimmen heute über Änderungen des Infektionsschutzgesetzes ab. Mit den von den Regierungsfraktionen eingebrachten Vorschlägen sollen die Maßnahmen zum Schutz vor der Corona-Pandemie auf eine sichere rechtliche Grundlage gestellt werden.

+++ Zur nächsten Videokonferenz mit Bundeskanzlerin Merkel wollen die Länder einen eigenen Vorschlag für das weitere Vorgehen in der Coronavirus-Pandemie vorbereiten. Aus Berliner Senatskreisen hieß es, man wolle sich am Montag darüber abstimmen.

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