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Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 2. bis 4. April +++

Nicola Buhlinger-Göpfarth (r), Fachärztin für Allgemeinmedizin, impft in ihrer Praxis eine Patientin gegen das Coronavirus.  (picture alliance/dpa - Christoph Schmidt)
Corona-Impfung beim Hausarzt (picture alliance/dpa - Christoph Schmidt)

Es wird über Lockerungen für Geimpfte diskuiert. In Mumbai wird ein Lockdown verhängt. Die Niederlande gelten ab sofort als Corona-Hochrisikogebiet. Diese und weitere Entwicklungen in unserem Newsblog.

Sonntag, 4. April

+++ Indiens Bundesstaat Maharashtra und seine als Finanzmetropole bekannte Hauptstadt Mumbai schränken das öffentliche Leben weiter ein. Aufgrund stark gestiegener Infektionszahlen werden von Montag an Einkaufszentren und Gaststätten geschlossen und an Wochenenden ein kompletter Lockdown verhängt, wie der zuständige Staatsminister Nawab Malik nach einer Kabinettsitzung ankündigt. In dem Bundesstaat gelten zudem nächtliche Ausgangssperren.

+++ Der SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach befürwortet den Vorstoß von Gesundheitsminister Spahn, Geimpften mehr Freiheiten zurückzugeben. Es habe sich gezeigt, dass sich Geimpfte nur noch selten ansteckten und dass sie im Fall einer Infektion wahrscheinlich nicht mehr ansteckend für andere seien, sagte Lauterbach dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Kritik kam von der Deutschen Stiftung Patientenschutz. Die Botschaft von mehr Freiheiten löse sich bei genauem Hinschauen schnell in Rauch auf, erklärte der Stiftungsvorstand Brysch. Unklar bleibe etwa, ab welchem Inzidenzwert die dritte Welle gebrochen sei und mit welchem Ausweis eine Impfung dokumentiert werden könne.

+++ Die Bundesregierung stuft jetzt auch die Niederlande wegen der Corona-Infektionszahlen als sogenanntes Hochinzidenzgebiet ein. Wie das Robert Koch-Institut weiter mitteilte, müssen von dort Einreisende ab Dienstag einen negativen Coronatest vorweisen. Die Quarantänepflicht von zehn Tagen mit der Möglichkeit, sich nach fünf Tagen mit einem zweiten Test zu befreien, bleibe unverändert. Für Pendler gebe es Ausnahmeregelungen. Die Niederlande mit rund 17 Millionen Einwohnern befinden sich seit Mitte Dezember in einem Lockdown. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei etwa 300 Infektionen pro 100.000 Einwohner.

+++ Die britische Regierung will Impfnachweise nach israelischem Vorbild einführen, um Stadien, Kinos und Nachtclubs wieder öffnen zu können. Staatsminister Gove schreibt in einem Gastbeitrag für den "Sunday Telegraph", das Nachtleben und die Unterhaltungsbranche hätten im vergangenen Jahr einen Schlag hinnehmen müssen. Deshalb müsse man über alles nachdenken, was den Betrieben helfen könne, früher zu öffnen. In Israel habe sich mit den sogenannten grünen Pässen gezeigt, wie das öffentliche Leben wieder Fahrt aufnehmen könne, so Gove.   

Ein Mann hält ein Smartphone in der Hand, auf dem der sogenannte "Grüne Pass" abgebildet ist. (dpa)Der "Grüne Pass" in Israel ermöglicht den Besuch von Konzerten und anderen Veranstaltungen. (dpa)

+++ Nach den Protesten der sogenannten Querdenken-Bewegung in Stuttgart kommt Kritik von der Deutschen Polizeigewerkschaft. Während in anderen Teilen des Landes die Versammlungsbehörden und die Polizei hart und konsequent reagiere und agiere, scheine es so, als sei in Stuttgart alles möglich, sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft in Baden-Württemberg, Kusterer. Solche Demonstrationen könnten verboten werden. Die Zuständigkeit dafür liege bei der Stadt; die Polizei werde aber kritisiert, weil sie nicht eingeschritten sei. 

+++ Die Stiftung "Off Road Kids" warnt, durch die Pandemie seien mehr Jugendliche von Obdachlosigkeit bedroht. Der Vorstandssprecher der Stiftung, Seidel, sagte der dpa, wo es in Familien brodele, könne es im Lockdown zum totalen Zerwürfnis kommen. "Das endet dann schon mal mit dem Rausschmiss." Betroffen seien vor allem Jugendliche und Heranwachsende ab 17 Jahre. Die Stiftung habe im vergangenen Jahr 2474 Hilferufe bekommen, doppelt so viele wie im Vorjahr. 

+++ In Kanada ist die Schwelle von einer Million Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie überschritten worden. Das berichten mehrere kanadische Fernsehsender. Seit Beginn der Pandemie sind in Kanada 23.000 Menschen an Covid-19 gestorben.

+++ Bundesinnenminister Seehofer ist für ein stärkeres Eingreifen des Bundes in der Pandemie. Der CSU-Politiker sagte der Zeitung "Welt am Sonntag", es gebe eine große Sehnsucht in der Bevölkerung nach einheitlichen Regeln. Ein Bundesgesetz sollte nach seinen Worten genau vorschreiben, welche Schritte bei den jeweiligen Inzidenzwerten unternommen werden müssten - von der Verschärfung bis zur Lockerung. Da es von Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden müsste, wäre größtmögliche Legitimation hergestellt, so Seehofer. Es bleibe dabei, dass Bund und Länder an einem Strang ziehen müssten. 

Horst Seehofer (CSU), Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, kommt mit Mund-Nasenbedeckung zur Sitzung des Bundestages.  (dpa)Bundesinnenminister Seehofer plädiert für bundeseinheitliche Regeln in der Corona-Krise. (dpa)

+++ Vollständig geimpfte Bürger sollen Gesundheitsminister Spahn zufolge künftig mehr Freiheiten zurückbekommen und wie Personen mit negativem Test behandelt werden. Dies solle gelten, wenn die dritte Welle gebrochen und etwa beim Einzelhandel ein Schnelltest-System aufgebaut worden sei, wird der CDU-Politiker in der "Bild am Sonntag" zitiert. Wer geimpft sei, könne dann ohne weiteren Test ins Geschäft oder zum Friseur. Zudem müssten nach einer neuen Einschätzung des Robert-Koch-Instituts vollständig Geimpfte auch nicht mehr in Quarantäne.

Nach Ostern starten die Corona-Impfungen bei den Hausärztinnen und Hausärzten. Wer wann und wo womit geimpft werden kann, haben wir hier zusammengefasst.

+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 12.196 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden 68 neue Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche waren binnen eines Tages 17.176 Neuinfektionen und 90 neue Todesfälle verzeichnet worden. Das RKI weist darauf hin, dass rund um die Osterfeiertage weniger Tests gemacht und gemeldet werden. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sank im Vergleich zum Vortag weiter von 131,4 auf 127.

+++ Bundesaußenminister Maas hat die gestrige Kundgebung der so genannten Querdenken-Bewegung mit gut 10.000 Teilnehmern in Stuttgart kritisiert. Alle hätten das Recht zu demonstrieren, schrieb der SPD-Politiker auf Twitter. Wenn aber Tausende ohne Maske und Abstand unterwegs seien, verstoße das gegen jede Regel und erst Recht gegen jede Vernunft. 

+++ Der Vorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes, Hilgers, hat mehr Beachtung von Kinderrechten in der Corona-Pandemie angemahnt. Er sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland, immer wenn man die Politik über Grundrechte während der Pandemie reden höre, sei nur von typischen Erwachsenenrechten die Rede: Reisefreiheit, Berufsfreiheit oder Ausgangsfreiheit. Von den Einschränkungen der Kinderrechte spreche niemand. Ihr Recht auf Gesundheit und Bildung werde in der Corona-Politik nicht genügend berücksichtigt. 

+++ In der Nacht ist ein neuer landesweiter Lockdown in Frankreich in Kraft getreten. Im Großraum Paris sollen 6.600 Einsatzkräfte die Einhaltung der Regeln überprüfen. Dazu gehört eine nächtliche Ausgangssperre ab 19 Uhr. Die meisten Geschäfte müssen schließen, Bürgerinnen und Bürger dürfen sich grundsätzlich nur zehn Kilometer von ihrem Wohnort entfernen. Schulferien werden landesweit vereinheitlicht und verlängert. Der dritte französische Lockdown ist damit insgesamt deutlich weniger strikt als die vorangegangenen.

Demonstrierende tragen einen rot bezogenen Theatersessel durch die Straßen (AFP/Sébastien Bozon)Symbolischer Abschied von der Kultur: Demonstration in Besançon gegen Corona-Beschränkungen (AFP/Sébastien Bozon)

Samstag, 3. April

+++ Der Deutsche Journalisten-Verband protestiert gegen Übergriffe auf Journalistinnen und Journalisten bei den Corona-Protesten in Stuttgart. Der Bundesvorsitzende Überall erklärte, die "offensichtliche Untätigkeit der Polizeibeamten" mache ihn wütend. 

+++ In der norditalienischen Stadt Brescia haben Unbekannte zwei Brandsätze auf ein Impfzentrum geworfen. Wie die Zeitung "Corriere della Sera" berichtet, entstand Sachschaden, aber es wurde niemand verletzt. Die Impfungen können fortgesetzt werden. 

+++ Die Polizei berichtet inzwischen von mehr als 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei den Protesten in Stuttgart und bewertet das Geschehen als "an sich friedlich". 

+++ Die Tagesschau bricht eine Live-Schalte zu den Corona-Protesten nach Stuttgart aus Sicherheitsgründen ab, weil nach Angaben des Korrespondenten Steine geworfen werden. Eine Journalistin berichtet von weiteren Übergriffen. 

+++ Die Türkei meldet einen Höchststand an Neuinfektionen mit dem Coronavirus: Binnen 24 Stunden seien 44.756 neue Corona-Fälle registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Das sei der höchste Tageswert seit dem Beginn der Pandemie. 

+++ Das baden-württembergische Gesundheitsministerium reagiert mit Kritik auf die Corona-Proteste in Stuttgart. Ministerialdirektor Lahl erklärte, die Stadt habe sich sehenden Auges in diese Situation manövriert, indem sie sich gegen ein Verbot der Demo entschieden habe. "Das war aus infektiologischer Sicht in dieser Phase der Pandemie falsch", so Lahl. Außerdem stellt sich für ihn die Frage, wie man der Bevölkerung erklären solle, dass sich an den Osterfeiertagen nur fünf Menschen aus zwei Haushalten treffen dürften, während Tausende Demonstranten ohne Maske und ohne Mindestabstand durch die Stadt zögen.

+++ Die Polizei Stuttgart berichtet in einer Zwischenbilanz ihres Einsatzes bei den Corona-Protesten, gegen den Leiter einer Versammlung am Marienplatz werde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Zudem prüfe man ein Video, auf dem zu sehen sein soll, wie ein Demonstrant einen Journalisten schlägt.  

+++ In Stuttgart haben sich mehrere tausend Menschen zu Protesten gegen Corona-Beschränkungen versammelt. Die erwartete Zahl von 2.500 Teilnehmern wurde Beobachtern zufolge bereits am Vormittag überschritten. Aufgerufen hat unter anderem die "Querdenken"-Bewegung, die in Baden-Württemberg vom Verfassungsschutz beobachtet wird. 

Die Demonstrantinnen und Demonstranten tragen überwiegend keine Masken und halten keine Abstände ein. Ein Sprecher der Stadt erklärt dazu auf Twitter, man beobachte tausende Ordnungswidrigkeiten. Gegen diese "jetzt und konkret" vorzugehen, sei verhältnismäßig schwierig. Verstöße würden jedoch dokumentiert und nachverfolgt. 

Ein Fotoreporter berichtet, ein Teilnehmer der Demonstration habe versucht, ihm die Maske vom Gesicht zu reißen.

+++ In Deutschland haben inzwischen mehr als zehn Millionen Menschen mindestens eine Erstimpfung gegen das Corona-Virus erhalten. Wie das Robert Koch-Institut meldet, wurden am Karfreitag fast 217.000 Immunisierungen durchgeführt. Rund 146.500 Menschen erhielten erstmals das Vakzin, mehr als 70.000 Menschen ihre zweite Dosis. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums liegt die Quote bei der Erstimpfung damit bei 12,1 Prozent.

+++ Die Niederlande stellen die Impfung mit dem Präparat des Herstellers Astrazeneca bis auf Weiteres ein. Bereits gestern hatte das Gesundheitsministerium in Den Haag beschlossen, das Vakzin nicht mehr an Menschen unter 60 Jahren zu verabreichen. Grund für den vorläufigen Stopp sind ähnlich wie in Deutschland Thrombose-Fälle, die vorwiegend bei Frauen im Alter von 25 bis 65 Jahre aufgetreten waren. Eine Person starb. Der Impfstopp gilt zunächst bis zum kommenden Mittwoch. Dann wird eine erneute Stellungnahme der Europäischen Arzneimittelagentur zu dem Wirkstoff erwartet.

Die britische Arzneimittelbehörde hat 30 Fälle von seltenen Blutgerinnseln im Zusammenhang mit dem Coronavirus-Impfstoff von Astrazeneca festgestellt. Die Fälle nach dem Verimpfen von 18,1 Millionen Dosen seien bis zum 24. März aufgetreten, teilte die Behörde mit. Das Risiko im Zusammenhang mit dieser Art von Blutgerinnseln sei aber weiter sehr klein und die Vorteile überwögen jedes Risiko. 

+++ Italien will in der Corona-Impfkampagne bis Ende April eine halbe Million Dosen pro Tag spritzen. In der letzten Aprilwoche solle es so weit sein, sagte der außerordentliche Kommissar für den Corona-Notfall, Figliuolo, einer italienischen Zeitung. Im April würden stetig Impfstoff-Lieferungen erwartet. Wenn das Halbe-Million-Ziel bis Ende des Monats erreicht würde, könne die Impfkampagne im September abgeschlossen werden, erklärte der Armee-General weiter. Italien will außerdem die Unternehmen in den Impfplan mit einbeziehen.

+++ In Stuttgart sind heute mehrere Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen sowie Gegenproteste geplant. Neben kleineren Versammlungen soll es am Nachmittag eine Kundgebung der sogenannten "Querdenken"-Bewegung auf dem Cannstatter Wasen geben. Dazu werden etwa 2.500 Menschen erwartet. Die Polizei ist mit mehreren hundert Beamten im Einsatz. 

+++ Die Bundesagentur für Arbeit will ihre Mitarbeiter impfen und steht laut der "Rheinischen Post" auch für die Impfung der Arbeitslosen bereit. "Sobald genug Impfstoff da ist, möchten wir unseren rund 100.000 Kollegen eine Impfung anbieten", hieß es aus der Behörde. Die Bundesagentur für Arbeit beschäftige rund 300 Ärzte, die sonst für die Untersuchung der Arbeitslosen da seien. Hinzu kämen die vertraglich gebundenen Betriebsärzte. Sollte es gewünscht werden, könnte die Behörde auch Arbeitslose impfen, berichtet die Zeitung.

+++ Der Iran plant Massenimpfungen gegen das Coronavirus ab September. "Die US-Sanktionen haben zwar unsere Planungen zurückgeworfen, aber trotzdem rechnen wir bis Ende September mit dem Start der Massenimpfungen", sagte der wissenschaftliche Leiter des nationalen Coronas-Stabs, Ghanei. Bis dahin seien auch Testphasen der iranischen Impfstoffe beendet und auch sie könnten landesweit eingesetzt werden.

+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut 18.129 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Das sind gut 2.340 weniger als eine Woche zuvor. Die 7-Tage-Inzidenz sank im Vergleich zum Vortag von 134 auf 131,4. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Ansteckung lag bei 120. 

Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

+++ Bundesbildungsministerin Karliczek betrachtet die Fortführung des Präsenzunterrichts an Schulen nach den Osterfeiertagen mit Skepsis. Es werde überall eine Gratwanderung sein und sehr vom regionalen Infektionsverlauf abhängen, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Sie sprach sich für Wechselunterricht mit Test- und Hygienekonzepten bei Inzidenzen bis 100 aus. Nach Ostern müssten Schüler zwei Mal pro Woche getestet werden. In einigen Bundesländern sind entsprechende Testpflichten geplant.

Ein Schüler sitzt mit einem Mundschutz im Klassenzimmer und schreibt.  (picture alliance / Eibner-Pressefoto | Fleig / Eibner-Pressefoto)Präsenzunterricht an einer Schule in der Coronazeit in Baden-Württemberg (picture alliance / Eibner-Pressefoto | Fleig / Eibner-Pressefoto)

+++ Der frühere Bundesinnenminister de Maizière schlägt vor, in Deutschland die verfassungsrechtliche Möglichkeit eines Ausnahmezustands einzuführen. Der CDU-Politiker sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", das Grundgesetz sollte entsprechend geändert werden, um bei künftigen Krisen rascher handeln zu können. Das derzeitige Entscheidungsverfahren - zum Beispiel im Rahmen von Ministerpräsidenten-Konferenzen - verlange zu viel Zeit, erklärte de Maizière. Ihm schwebe ein "befristeter Ausnahmezustand" vor, mit einem ressortübergreifenden Krisenstab, der Weisungsrecht gegenüber Ländern und Kommunen habe.

+++ Argentiniens Präsident Fernández ist nach eigenen Angaben positiv auf das Coronavirus getestet worden, obwohl ihm bereits vor Wochen der russische Impfstoff Sputnik V gespritzt wurde. Der ernüchternde Testbefund habe ihn ausgerechnet an seinem 62. Geburtstag ereilt, schrieb der Staatschef in der Nacht zu Samstag auf Twitter. Aufgrund seiner Kopfschmerzen und erhöhten Temperatur von 37,3 Grad habe er sich zunächst einem Antigen-Test unterzogen und nach dem positiven Ergebnis in Quarantäne begeben.

+++ Wissenschaftler dämpfen die Hoffnung auf einen baldigen Durchbruch bei der Suche nach Medikamenten gegen das Coronavirus. Man dürfe nicht sehr optimistisch sein, dass Arzneimittel in Kürze die Sterblichkeit bei intensivmedizinisch behandelten Patienten drastisch senken könnten, sagte der Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Kluge. Im Laufe der Pandemie habe es immer wieder Glauben und Hoffen gegeben - doch 99 Prozent der Medikamente seien in Studien durchgefallen.

Das Bild zeigt kugelförmige Coronaviren, aufgenommen mit einem Elektronenmikroskop. (dpa / C.S. Goldsmith, A. Tamin /CDC via AP)Coronaviren, aufgenommen mit einem Elektronenmikroskop (dpa / C.S. Goldsmith, A. Tamin /CDC via AP)

+++ Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Harbarth, sieht die Corona-Krise als Belastungsprobe. Die Pandemie sei in allen freiheitlichen Ordnungen ein Stresstest für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, auch in Deutschland, sagte Harbarth den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Zugleich erklärte er, dass sich die Bekämpfung des Coronavirus in den Bahnen des Rechts vollziehe. Die Justiz komme ihrer Aufgabe uneingeschränkt nach. Er halte nichts von alarmistischen Abgesängen auf den Rechtsstaat, betonte der Verfassungsgerichtspräsident.

+++ Für mehr als jeden dritten Solo-Selbstständigen in freien Berufen (37,7 Prozent) ist das Jahr 2020 in Deutschland schlecht oder sehr schlecht verlaufen. Für fast jeden Fünften (19 Prozent) ist der bisher entstandene wirtschaftliche Schaden sogar existenzbedrohend. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Freie Berufe, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe laut Vorabbericht vorliegt. Dem Bericht zufolge haben vier von zehn Freiberuflern im vergangenen Jahr Corona-Hilfen beantragt. 

+++ Bundespräsident Steinmeier hat die Menschen in Deutschland zum Zusammenhalt im Kampf gegen die Corona-Pandemie aufgerufen. In seiner Osteransprache sagte Steinmeier wörtlich "Raufen wir uns alle zusammen!" und "Holen wir raus, was in uns steckt!". Es gehe nicht darum, sich über andere oder "die da oben" zu empören, sondern zu zeigen, dass "es geht, wenn alle ihren Teil tun". Zugleich zeigte der Bundespräsident Verständnis für Enttäuschung und Ohnmacht vieler Bürgerinnen und Bürger. Bei manchen gehe es im Lockdown längst nicht nur um verlorenes Einkommen, sondern um die blanke Existenz.

+++ Bei einer Zunahme der Impfstoffliefermenge wirbt der Deutsche Hausärzteverband für eine allmähliche Aufgabe der Impfreihenfolge gegen das Coronavirus. Der Vorsitzende der Organisation, Weigeldt, sagte der "Rheinischen Post", die Priorisierung bedeute eine gute Leitlinie für die Ärztinnen und Ärzte, solange der Impfstoff noch in geringen Mengen verfügbar sei. Bald müsse sich der Blick aber stärker auf die Gesundheit der einzelnen Menschen richten. Ein Mann von 69 Jahren mit Hypertonus und Diabetes sollte vielleicht eher die Impfung erhalten als eine 72-jährige Triathletin, betonte Weigeldt.

+++ Wegen steigender Corona-Infektionszahlen gilt in Hamburg eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr früh. In dieser Zeit darf niemand mehr ohne triftigen Grund sein Haus oder seine Wohnung verlassen. Die Regelung gilt zunächst bis zum 18. April. Das hatte der Hamburger Senat am Mittwoch beschlossen. Auch das Land Berlin verhängt für die Ostertage eine teilweise Ausgangssperre. Von 21 Uhr bis 5 Uhr früh dürfen nur zwei Menschen gemeinsam draußen unterwegs sein.

Hamburg: Nur wenige Passanten sind am Morgen in der Mönckebergstraße in der Innenstadt unterwegs. (dpa-Bildfunk / Christian Charisius)Coronavirus - Hamburg (dpa-Bildfunk / Christian Charisius)

Freitag, 2. April 

+++ In den USA werden nach Angaben der Seuchenbehörde CDC inzwischen fast drei Millionen Personen pro Tag geimpft. Insgesamt leben etwa 328 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten. Mehr als hundert Millionen Personen hätten zumindest eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten, 58 Millionen seien komplett geimpft. Präsident Biden hatte nach seinem Amtsantritt die Impfkampagne im Land massiv beschleunigt. Er hat als Ziel ausgegeben, bis zum 19. April rund 90 Prozent der Erwachsenen zumindest einmal zu impfen. In den USA sind derzeit Vakzine von drei Herstellern zugelassen: Johnson & Johnson, Biontech/Pfizer und Moderna.

+++ In den Niederlanden dürfen nach dem Tod einer Frau vorerst keine Menschen unter 60 Jahren mehr mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpft werden. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, teilte Gesundheitsminister de Jonge in Den Haag mit.

+++ Der US-Seuchenbehörde CDC zufolge können Geimpfte wieder reisen. Für sie bestehe dabei nur ein "niedriges Risiko", heißt es in einer überarbeiteten Empfehlung der Behörde. Wer die Impfungen abgeschlossen habe, müsse auch nicht mehr vor oder nach einer Reise einen Test vornehmen oder sich in Quarantäne begeben. Bislang riet die CDC allen US-Bürgern von nicht unbedingt notwendigen Reisen ab.

+++ Der Virologe Drosten hält angesichts steigender Corona-Zahlen einen "ernsthaften Lockdown" für unausweichlich. Darum werde man nicht herumkommen, sagte der Chefvirologe der Berliner Charité dem Magazin "Spiegel". In Städten wie Paris oder London habe man gesehen, dass ein Teil-Lockdown mit abgestuftem Maßnahmenkatalog gegen die agressivere Virus-Variante nicht durchgreife.

+++ Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gaß, erwartet trotz der hohen Zahl von Corona-Neuinfektionen keine Versorgungsengpässe in den Kliniken. Eine totale Überlastung des Gesundheitssystems oder gar Triage werde es in den kommenden Wochen absehbar nicht geben, sagte er der "Bild"-Zeitung. Jeder Schwerkranke werde eine angemessene Versorgung erhalten. De facto habe man mehr Kapazitäten auf den Intensivstationen als in der zweiten Welle, betonte Gaß.

+++ Bundesgesundheitsminister Spahn will am kommenden Mittwoch mit den Gesundheitsministern der Länder über das Thema Zweitimpfung sprechen. Das kündigte der CDU-Politiker per Twitter an. Nach einer neuen Empfehlung der Ständigen Impfkommission sollen Menschen unter 60 Jahren, die bei der ersten Corona-Impfung den Astrazeneca-Impfstoff bekommen haben, für die Zweitimpfung auf einen anderen Wirkstoff umsteigen.

+++ Wie geht es weiter mit unter 60-Jährigen, die bereits mit dem Astrazeneca-Vakzin eine erste Impfdosis erhalten haben? Bundesgesundheitsminister Spahn plant, am kommenden Mittwoch mit den Gesundheitsministern der Länder über die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zu Zweitimpfungen sprechen.

Das kündigte der CDU-Politiker bei Twitter an.

Die ergänzte Empfehlung der Stiko zu Zweitimpfungen schaffe Klarheit für die etwa 2,2 Mio Bürgerinnen und Bürger unter 60 Jahren, die in den vergangenen Wochen eine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten hätten, erklärte Spahn. Sie könnten nach 12 Wochen ihre Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff erhalten - zugelassen in Deutschland sind Biontech oder Moderna. Nach individueller Aufklärung im ärztlichen Ermessen sei auch eine zweite Dosis des Astrazeneca-Präparats möglich, ergänzte Spahn. Wie der Gesundheitsminister weiter erklärte, stehen diese Zweitimpfungen frühestens ab Mitte April an.

Mehr zum Thema: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Astrazeneca-Entscheidung

+++ Auch in Großbritannien sind inzwischen mehr Fälle von Blutgerinnseln im zeitlichen Zusammenhang mit Impfungen mit Astrazeneca registriert worden.

In einem aktuellen Bericht der britischen Arzneimittelbehörde werden rund 30 Fälle gezählt, bei insgesamt mehr als 18 Millionen Impfungen mit Astrazeneca. In dem Bericht heißt es, das Risiko, diesen speziellen Typ von Blutgerinnseln zu bekommen, sei sehr klein. Es seien bislang 22 Fälle der auch in Deutschland aufgetretenen Hirnvenenthrombosen und acht andere Arten von Thrombosen gemeldet worden. Die Behörde betonte aber, die Vorteile der Impfungen gegen Covid-19 seien weiterhin größer als die Risiken.

Mehr zum Thema: Was über die Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe bekannt ist

+++ Der von Bundesfinanzminister Scholz angekündigte Sicherungsfonds für Kulturveranstaltungen soll mit bis zu 2,5 Milliarden Euro ausgestattet werden.

Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP hervor. Ziel der Bundesregierung sei es, Kulturveranstaltungen möglichst bald wieder planbar zu machen. Der Fonds solle ermöglichen, dass Veranstaltungen aufgrund der coronabedingten Unterauslastung eine finanzielle Unterstützung zur Deckung ihrer Kosten erhielten. Weil entsprechende Kulturveranstaltungen noch nicht absehbar seien, stehe der Zeitpunkt für den Start des Sonderfonds noch nicht fest.

+++ Papst Franziskus hat am Karfreitag das provisorische Corona-Impfzentrum des Vatikans besucht.

Papst Franziskus (M) besucht am Karfreitag Bedürftige und Gesundheitspersonal im Corona-Impfzentrum des Vatikans.  (dpa / Salastampa)Papst Franziskus hat am Karfreitag das Corona-Impfzentrum des Vatikans besucht. (dpa / Salastampa)

Das Oberhaupt der katholischen Kirche sprach in der dafür genutzen Audienzhalle mit Helfern und Impfkandidaten. Der Vatikan will insgesamt 1.200 Obdachlose und andere Bedürftige gegen Corona immunisieren. Der Papst selbst und die meisten Mitarbeiter sind bereits geimpft.

+++ Angesichts hoher Impfquoten haben einige Bundesländer die Corona-Regeln in Alten- und Pflegeheimen gelockert. In Mecklenburg-Vorpommern können Bewohner zum Beispiel je nach Impffortschritt im Heim öfter Besucher empfangen und auch untereinander mehr unternehmen. In der Tagespflege in Thüringen sind Gruppenangebote in Abhängigkeit von der Infektionslage möglich. Auch in Bayern, Hessen oder Schleswig-Holstein wurden vor kurzem die Bestimmungen entschärft.

Die Stiftung Patientenschutz hält die bisherigen Lockerungen für nicht ausreichend. Vorstand Brysch sprach in dem Zusammenhang im Deutschlandfunk von "Freiheitsberaubung".

+++ Hunderte Menschen haben in der Münchner Innenstadt gefeiert. Die Polizei löste das Zusammenkommen auf dem Gärtnerplatz am Donnerstagabend schließlich auf.

Bis zu rund 400 Menschen seien mit Klapptischen, Alkohol und lauter Musik, allerdings zumeist ohne Mindestabstand auf dem Platz gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Mehrere Anwohner klagten über Ruhestörung. Rund 30 Beamte räumten schließlich das Gelände.

+++ Das Saarland startet am Dienstag mit seinem Corona-Modellversuch, dem sogenannten Saarland-Modell.

Der Ministerrat habe die entsprechende Verordnung gestern Abend beschlossen, teilte die Landesregierung mit. Bei Vorlage eines negativen Tests, mit Kontaktnachverfolgung und unter bestimmten Hygienevorkehrungen sollen so weitere Bereiche wieder geöffnet werden.

Restaurants und Cafés sollen laut Mitteilung in ihrem Außenbereich wieder Gäste empfangen können, wenn diese vorher reservieren und die Kontakte nachverfolgt werden können. Zudem dürfen sich draußen wieder bis zu zehn Menschen treffen, wenn alle einen negativen Test vorlegen können. Mit Kontaktnachverfolgung und negativem Test dürfen auch Kinos, Theater und Konzerthäuser wieder öffnen.

+++ Unter 60-Jährige in Deutschland, die eine erste Corona-Impfung mit dem Impfstoff von Astrazeneca bekommen haben, sollen bei der zweiten ein anderes Mittel erhalten.

(IMAGO | MiS) (IMAGO | MiS)

Das geht aus einer überarbeiteten Empfehlung der Ständigen Impfkommission hervor. Zwar gebe es noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Impfungen mit verschiedenen Mitteln. Bis entsprechende Daten vorlägen, werde jedoch eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs zwölf Wochen nach der Erstimpfung empfohlen. Zu dieser Klasse gehören die Produkte von Pfizer/Biontech und von Moderna.

Bund und Länder waren am Dienstag einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission gefolgt, das Astrazeneca-Mittel in der Regel nur noch für Menschen über 60 einzusetzen. Bei 2,7 Millionen verabreichten Astrazeneca-Dosen waren 31 Verdachtsfälle einer sogenannten Hirnvenenthrombose gemeldet worden.

Weiterführende Lektüre: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Astrazeneca-Entscheidung

+++ Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 21.888 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Das sind 315 mehr als am vergangenen Freitag.

Das RKI-Logo in blauer Schrift auf weißem Papier. (dpa/Marijan Murat)Das RKI-Logo (dpa/Marijan Murat)

Die 7-Tage-Inzidenz blieb im Vergleich zu gestern nahezu unverändert bei 134. Die Zahl der Menschen, die in den vergangenen 24 Stunden an oder mit einer Infektion starben, beträgt 232.

Unser ausführlicher Blick auf die Entwicklung: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

+++ Indien meldet den höchsten Stand an täglichen Neuinfektionen seit sechs Monaten. Mit 81.466 neuen Fällen steigt die Gesamtzahl der bisher festgestellten Infektionen mit dem Coronavirus auf 12,3 Millionen, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht.

+++ Der amerikanische Immunologe Fauci hält es für möglich, dass die USA den Astrazeneca-Impfstoff nicht einsetzen müssen.

Der Immunologe Dr. Anthony Fauci bei der Senatsanhörung am 12.05.2020 zur Coronakrise in den USA (dpa/picture alliance - CNP/AdMedia)Immunologe Dr. Anthony Fauci warnt vor zu frühen Lockerungen in den USA (dpa/picture alliance - CNP/AdMedia)

Der Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten sagte der Nachrichtenagentur Reuters, sein allgemeines Gefühl sei, dass man angesichts der vertraglichen Beziehungen mit einer Reihe von Unternehmen über genügend Dosen verfüge. In den USA ist Astrazeneca bisher nicht freigegeben. In Deutschland wird das Mittel nur noch bei Menschen ab 60 Jahren eingesetzt. 

+++ Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert eine rasche Antwort auf die Frage, ob Geimpfte für andere infektiös sind oder nicht. Vorstand Brysch sagte der Deutschen Presse-Agentur, es sei unerträglich, dass diese Schlüsselfrage immer noch nicht beantwortet sei. Als oberste Pandemie-Behörde müsse das Robert Koch-Institut hier endlich für Klarheit sorgen, denn noch immer würden zu viele Freiheitsrechte eingeschränkt. Insbesondere bekämen das jetzt Pflegeheimbewohner zu spüren, von denen zwar über drei Viertel bereits eine zweite Impfung erhalten hätten, jedoch ohne dass sich für diese an den restriktiven Regelungen etwas geändert habe.

Donnerstag, 1. April

+++ In Deutschland sind einer Umfrage zufolge wieder deutlich mehr Bürger für eine Verschärfung der Corona-Einschränkungen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap für den ARD-Deutschlandtrend.

Jeder Zweite plädiert demnach für härtere Maßnahmen. Das sind 16 Prozentpunkte mehr als Mitte März. 24 Prozent der Befragten bewerten die aktuellen Regelungen als angemessen. Ebenfalls etwa jedem Vierten gehen die Corona-Maßnahmen hingegen zu weit. Dementsprechend offen zeigen sich die Befragten gegenüber den Forderungen von Intensivmedizinern, das gesellschaftliche Leben zwei bis drei Wochen lang deutlich stärker herunterzufahren und erst danach zu prüfen, ob mit begleitenden Schutzmaßnahmen und Corona-Tests Lockerungen möglich sind. Gut zwei Drittel (67 Prozent) halten einen solchen härteren Lockdown für eher richtig, 30 Prozent für eher falsch.

+++ Unter 60-Jährige, die eine erste Corona-Impfung mit dem Impfstoff von Astrazeneca bekommen haben, sollen bei der zweiten ein anderes Mittel erhalten. Das geht aus einer überarbeiteten Empfehlung der Ständigen Impfkommission hervor. Zwar gebe es noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Impfungen mit verschiedenen Mitteln. Bis entsprechende Daten vorlägen, werde jedoch eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs zwölf Wochen nach der Erstimpfung empfohlen. Zu dieser Klasse gehören die Produkte von Pfizer/Biontech und von Moderna. Wegen möglicher Nebenwirkungen hatte die Ständige Impfkommission zuvor empfohlen, Astrazeneca in der Regel nicht mehr für Menschen unter 60 Jahren einzusetzen.

Anfang März meldeten mehrere europäische Länder, dass sie die Corona-Impfung mit AstraZeneca ausgesetzt haben. Bei mehreren Menschen gab es Fälle von Blutgerinnsel und niedrigen Thrombozytenwerten. Die European Medicines Agency (EMA) bestätigte hingegen die Sicherheit der Impfung. (picture alliance / NurPhoto / Mauro Ujetto) (picture alliance / NurPhoto / Mauro Ujetto)

+++ Die Zahl der von der US-Seuchenbehörde CDC ausgelieferten Impfdosen übersteigt die Marke von 200 Millionen. Inzwischen habe man mehr als 153 Millionen Dosen verimpft, teilt die Behörde mit. Abgeschlossen sei die Impfung bei 56,1 Millionen Amerikanern. In den USA leben etwa 328 Millionen Menschen.

+++ Die EU unterstützt Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland und die Slowakei mit zusammen 2,85 Millionen zusätzlichen Corona-Impfdosen. An der Aktion beteiligen sich 19 Mitgliedsstaaten. Allein Deutschland verzichtet auf mehr als eine halbe Million Impfdosen. Nicht teilnehmen wollten Österreich, Slowenien und Tschechien. Nach Einschätzung der beteiligten EU-Länder haben Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland und die Slowakei ernsthafte Probleme in ihrer Impfkampagne. Denn sie haben bei ihren Bestellungen zu sehr auf den Impfstoff von Astrazeneca gesetzt, bei dem es zu massiven Lieferproblemen kommt. 

+++ Die erneut verstärkte Ausbreitung des Coronavirus in Südamerika hat zu abermaligen Grenzschließungen geführt. Bolivien macht ab Freitag seine Grenze mit Brasilien für sieben Tage dicht, wie die bolivianische Regierung am Donnerstag ankündigte. Chile wiederum schließt alle seine Grenzen bis Ende April. Mit der Schließung seiner Grenze zu Brasilien reagiert Bolivien auf den zuletzt dramatischen Anstieg der Infektionszahlen im Nachbarland. 

+++ Bundeskanzlerin Merkel hat die Bürger wegen der Corona-Pandemie dazu aufgerufen, die Kontakte an den bevorstehenden Feiertagen zu reduzieren. Es solle ein ruhiges Osterfest im kleinen Kreis werden, sagte Merkel in ihrem Video-Podcast. Die CDU-Politikerin äußerte zugleich die dringende Bitte, auf alle nicht zwingenden Reisen zu verzichten. Es gehe darum, alles zu tun, damit das Gesundheitssystem der Herausforderung standhalten könne.

30.03.2021, Berlin: Bundeskanzlerin Merkel (CDU) spricht im Kanzleramt bei einer Pressekonferenz über den weiteren Umgang mit dem Astrazeneca-Impfstoff.  (dpa / Markus Schreiber)Merkel appelliert an die Bürger, Ostern zurückgezogen zu feiern. (dpa / Markus Schreiber)

 

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