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Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 21. Juli +++

US-Präsident Donald Trump hat sich erneut in der Öffentlichkeit mit Mund-Nase-Schutz gezeigt.  (picture-alliance/dpa)
US-Präsident Donald Trump mit Maske (picture-alliance/dpa)

In der US-Hauptstadt Washington gilt ab heute eine Maskenpflicht. Die Corona-Krise verschlimmert die ohnehin katastrophale Versorgungslage im Jemen. Beim Motorenhersteller MAN sollen 3.000 Jobs in Deutschland wegfallen. Weitere Entwicklungen in unserem Newsblog.

Dienstag, 21. Juli

+++ Nach einer Empfehlung der Gesundheitsminister von Bund und Ländern sollen sich Reiserückkehrer aus Risikogebieten verpflichtend auf das Coronavirus testen lassen. Man sei sich einig, dass die Tests ausgeweitet werden müssten, ein konkreter Beschluss sei aber noch nicht gefasst, teilte Berlins Gesundheitssenatorin Kalayci nach einer Videoschalte mit ihren Kollegen mit. Details sollten auf einer erneuten Gesundheitsminister-Runde am Freitag besprochen werden. 

+++ In den USA wollen große Konzerne nach der Corona-Pandemie ihre Büroflächen verkleinern. Gründe seien zum einen Sparmaßnahmen, aber auch gute Erfahrungen mit dem Home-Office der Mitarbeiter, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters. Das Blatt beruft sich dabei auf die jüngsten Geschäftsberichte von mehr als 25 großen US-Unternehmen. 

Inzwischen gehört es schon fast zum Alltag: Im Nah- wie Fernverkehr, in Bus und Bahn gilt eine Maskenpflicht. Soweit die Theorie. Die Praxis sieht häufig anders aus: Trotz regelmäßiger Hinweise von Verkehrsbetrieben kommen Fahrgäste der Aufforderung nicht nach. Wer ist für die Durchsetzung dieser Schutzregel zuständig?

+++ Fans müssen bei den Spielen der Football-Profiliga NFL in der kommenden Saison auf den Tribünen Gesichtsmasken tragen. Das twitterte NFL-Sprecher Brian McCarthy. Noch ist unklar, ob wegen der Coronakrise überhaupt Zuschauerinnen und Zuschauer zugelassen werden. Die New York Jets und die New York Giants wollen nach eigenen Angaben vor leeren Rängen spielen. Andere Klubs haben vor, die Anzahl der Fans im Stadion stark zu reduzieren.

+++ Der Großmotorenhersteller MAN Energy Solutions will fast 4.000 seiner weltweit etwa 14.000 Arbeitsplätze abbauen. Allein in Deutschland seien rund 3.000 Beschäftigte betroffen, teilte das Augsburger Unternehmen mit. Begründet werden die Maßnahmen hauptsächlich mit der Corona-Pandemie.

+++ Die Corona-Krise verschlimmert die ohnehin katastrophale Versorgungslage im Jemen. Bis Jahresende werde die Zahl der Hungernden im Süden des Landes um mehr als eine Million auf 3,2 Millionen Menschen steigen, warnte das Welternährungsprogramm (WFP) in Rom. Das entspreche 40 Prozent der dortigen Bevölkerung. Im gesamten Jemen wurden bislang mehr als 1.600 Corona-Infektionen und 456 Todesfälle bekannt.

Das Land leidet laut dem UNO-Programm unter dem jahrelangen Krieg, einer Heuschreckenplage und Überflutungen, die Bewässerungssysteme zerstörten. Das WFP versorgt 13 Millionen Menschen im gesamten Jemen mit Nahrungsmitteln sowie 1,1 Millionen Kinder und Frauen mit Ernährungshilfe. Die Organisation benötigt nach eigenem Bekunden dringend 737 Millionen US-Dollar (636 Millionen Euro), um die Hilfen bis Ende 2020 fortführen zu können. Nach Einschätzung der UNO ist der Jemen der Schauplatz der schlimmsten humanitären Krise weltweit.

+++ Die USA haben beim deutschen Biotechunternehmen Biontech und dem US-Konzern Pfizer Corona-Impfstoff im Wert von fast 1,7 Milliarden Euro bestellt. Für dieses Geld sollen die zwei Unternehmen 100 Millionen Dosen des derzeit gemeinsam von ihnen entwickelten Impfstoffkandidaten liefern, wie Biontech in Mainz mitteilte.

Nahaufnahme einer Pipette, mit der ein Testimpfstoff platziert wird. (imago images / Westend61)Impfstofftest im Labor (imago images / Westend61)

+++ Die Zahl der registrierten täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel ist so hoch wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Wie die Deutsche Presse-Agentur mit Verweis auf das israelische Gesundheitsministerium meldet, wurden am Vortag 1.977 Fälle erfasst. Ein Wert von 2.000 Neuinfektionen pro Tag gilt in dem Land als Marke für noch schärfere Einschränkungen bis hin zu einem kompletten Lockdown.

Nach Protesten gegen die Regierung des israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu haben Demonstranten zeitweilig den Zugang zum Parlament blockiert. Die Menschen wenden sich gegen eine bevorstehende Abstimmung, die darauf abzielt, der Staatsführung mehr Rechte bei Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus einzuräumen.

+++ Der baden-württembergische Gesundheitsminister Lucha hat einen bundesweit einheitlichen Umgang mit Urlaubsrückkehrern gefordert. Er hoffe, dass sich seine Ressortkolleginnen und -kollegen aus den Bundesländern auf ein abgestimmtes Vorgehen verständigen, sagte der Grünen-Politiker im Südwestrundfunk. Einheitliche Vorgaben könnten Empfehlungen bei der Aus- und Wiedereinreise sein oder Regeln, welche Reisenden nach ihrer Rückkehr auf das Coronavirus getestet würden. Lucha appellierte an Urlauber, sich die Wahl ihres Reiseziels genau zu überlegen. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen heute in einer Telefonkonferenz über das Thema beraten.

+++ Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Geisel hat trotz Kritik ein Video des umstrittenen Rappers Farid Bang mit einem Appell zum Respekt vor den Corona-Regeln veröffentlichen lassen.

Der Rapper Farid Bang ist in einem Video in Düsseldorf zu sehen. Im Untertitel steht: "Haltet euch an die Abstandsregeln, die wir in der Altstadt haben, die wir generell in Düsseldorf haben." (Screenshot: Youtube-Kanal der Landeshauptstadt Düsseldorf)Youtube-Video des Rappers Farid Bang (Screenshot: Youtube-Kanal der Landeshauptstadt Düsseldorf)

Auf die geplante Veröffentlichung eines gemeinsamen Videos verzichtete der SPD-Politiker allerdings laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur. Mehr dazu in unserer ausführlichen Meldung.

+++ Die Corona-Krise droht einer Studie zufolge die Kinderarmut in Deutschland zu verschärfen. Die Bertelsmann-Stiftung erklärte, Eltern benachteiligter Kinder und Jugendlicher arbeiteten häufig in Teilzeit oder Minijobs. In der Pandemie seien sie überdurchschnittlich stark von Arbeitsplatzverlust oder Einkommenseinbußen betroffen. Es bestehe die Gefahr, dass viele arme Kinder durchs Raster fielen, warnte der Vorstand der Bertelsmann-Stiftung, Dräger.

Derzeit seien 2,8 Millionen der Kinder und Jugendlichen in Deutschland von Armut betroffen – das sind gut 21 Prozent. Als spezielles Problem wird der in der Pandemie eingeführte digitale Schulunterricht genannt. 24 Prozent der Kinder in Haushalten, die Grundsicherung beziehen, haben laut der Studie keinen Zugang zu einem internetfähigen Computer.

+++ US-Präsident Trump hat die Menschen in den USA wegen der Coronavirus-Krise erstmals zum Tragen von Masken aufgefordert. Er sagte auf einer Pressekonferenz in Washington, die Bürger sollten auf einen Mund-Nasen-Schutz zurückgreifen, wenn die Abstandsregeln nicht eingehalten werden könnten. Ob man die Masken möge oder nicht – sie seien wirksam. Kurz zuvor hatte Trump auf Twitter das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes bereits als "patriotisch" bezeichnet. Der Präsident hatte Masken als Mittel gegen die Ausbreitung des Coronavirus monatelang abgelehnt.

Donald Trump vor einer Tafel, auf der über die Entwicklung der Todesfälle in der Corona-Pandemie in verschiedenen Staaten informiert wird. (Consolidated News Photos)Donald Trump (Consolidated News Photos)

+++ Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln hat die Idee einer staatlichen Subvention für eine flächendeckende Vier-Tage-Woche kritisiert. Der Vorschlag erkläre die Wirtschaftskrise zum Dauerzustand, sagte der Arbeitsmarktexperte des arbeitgebernahen Instituts, Schäfer, im Deutschlandfunk. Weniger zu arbeiten führe zu weniger Produktion und zu weniger Steuereinnahmen. Das sei es, was eine Wirtschaftskrise ausmache, betonte Schäfer. Es sei gefährlich, dies staatlich zu fördern. Wer weniger arbeiten wolle, könne das mit seinem Arbeitgeber vereinbaren.

Die Linken-Vorsitzende Kipping hatte angeregt, die Corona-Pandemie zum Anlass zu nehmen, die Arbeitszeit mit vorübergehenden staatlichen Zuschüssen für Unternehmen zu reduzieren. Auch in Österreich wird das Thema als Instrument zur Überwindung der Corona-Krise diskutiert. Welche Vor- und Nachteile kann die Reduzierung der Arbeitszeit haben und wo wird das Ganze schon ausprobiert? Ein Überblick.

+++ Der Bund der Steuerzahler fordert, die Verwendung der geplanten Coronahilfen der Europäischen Union streng zu kontrollieren. Nach der Einigung auf dem EU-Gipfel sagte der Präsident des Steuerzahlerbundes, Holznagel, der "Rheinischen Post", er sehe es äußerst kritisch, wenn Zuschüsse in Milliardenhöhe gewährt werden, die nicht mit konkreten Programmen und Maßnahmen verknüpft seien. Es bestehe die Gefahr, dass dieses Geld einfach verkonsumiert werde.

+++ In Deutschland sind seit gestern 454 neue Infektionen mit dem Coronavirus festgestellt worden. Wie das Robert Koch-Institut mitteilt, sind im selben Zeitraum fünf mit dem Virus infizierte Patienten verstorben. Die Gesamtzahl der festgestellten Todesfälle stieg damit auf 9.095. Rund 203.000 Menschen haben sich demnach seit Beginn der Pandemie in Deutschland nachweislich angesteckt. Bei rund 187.000 von ihnen gehen die Behörden davon aus, dass sie inzwischen wieder genesen sind. Die Zahl der bekannten aktiven Fälle liegt damit bundesweit bei etwa 5.100.

Ausführlicher schauen wir hier auf die Entwicklung im Land: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland.

+++ In Brüssel beraten die Fraktionsvorsitzenden des Europäischen Parlaments am Vormittag über die Ergebnisse des Finanzgipfels der Staats- und Regierungschefs. Vertreter des Parlaments hatten sich zuletzt kritisch geäußert, vor allem zu einer möglichen Verwässerung der Regelung, wonach Zahlungen an Mitgliedstaaten reduziert oder ganz gestrichen werden können, wenn sie Rechtsstaatsprinzipien missachten

Dienstag, 21. Juli

+++ Die irische Fluggesellschaft Ryanair will offenbar zum 1. November ihre Basis am Flughafen Hahn im Hunsrück schließen. Auch die Standorte in Berlin-Tegel und im nordrhein-westfälischen Weeze sollen noch vor dem Winter aufgegeben werden, berichtete die Deutsche Presse-Agentur unter Bezugnahme auf ein internes Schreiben des Unternehmens. Ryanair war wegen der Coronavirus-Krise in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten.

+++ Nicht wenige Studierende haben durch die Schließungen in der Corona-Pandemie ihre Nebenjobs verloren. Doch ihre Anträge auf Corona-Hilfsgelder werden in vielen Fällen abgelehnt - laut Bundesbildungsministerium knapp 26.000 von den bisher bearbeiteten 65.000 Anträgen. Woran das liegt, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten

Die Vorsitzende der Partei "Die Linke", Kipping, wirbt in der Coronakrise für eine Vier-Tage-Woche. Auch in Österreich wird das Thema als Instrument zur Überwindung der Corona-Krise diskutiert. Welche Vor- und Nachteile kann die Reduzierung der Arbeitszeit haben und wo wird das Ganze schon ausprobiert? Ein Überblick.

+++ Die Corona-Pandemie hat deutliche Auswirkungen auf die Restaurant- und Kneipenlandschaft Spaniens. Nach Angaben des spanischen Gastronomieverbandes mussten wegen ausbleibender Gäste während der Krise landesweit rund 40.000 Bars, Restaurants und Hotels dauerhaft schließen. Das entspricht etwa 13 Prozent der gastronomischen Betriebe Spaniens. Bis Ende des Jahres rechnet der Verband damit, dass die Zahl der geschlossenen Betriebe auf 65.000 ansteigt. Die Hotel- und Gastrobranche ist ein zentraler Sektor der spanischen Wirtschaft.

Ein Kellner schließt eine Bar auf der Plaza Mayor in Madrid.  (Ricardo Rubio/Europa Press/dpa )Die Gäste kommen auch nach der Wiedereröffnung der Cafés, Restaurants und Bars nicht ausreichend wieder. (Ricardo Rubio/Europa Press/dpa )

Auch das deutsche Gastgewerbe hat die Coronakrise fest im Griff. Die DLF-Wirtschaftsredaktion hat einen Überblick über die Auswirkungen der Pandemie hierzulande erstellt: Coronakrise im Gastgewerbe - Umsatzeinbruch bedroht Tausende Jobs (Deutschlandfunk, Wirtschaftsgespräch, 20.07.2020)

+++ In Österreich gilt ab Freitag wieder eine Maskenpflicht in Supermärkten sowie Bank- und Postfilialen. Bundeskanzler Kurz sagte, auf diese Weise sollten besonders gefährdete Kunden geschützt werden. Die Maske habe aber auch einen symbolischen Effekt: "Je mehr sie aus unserem Alltag verschwindet, desto stärker wird die Sorglosigkeit." Österreich hatte Mitte März strikte Corona-Beschränkungen eingeführt, sie mittlerweile aber deutlich gelockert. Nun aber steigen die Infektionszahlen wieder. Gestern hatte die Zahl der Covid-Erkrankten in österreichischen Krankenhäusern erstmals seit Ende Mai wieder die Marke von hundert Patienten überschritten.

+++ Der Berliner Senat hat etliche Lockerungen der Corona-Beschränkungen beschlossen. Im Restaurant etwa dürfen bald - vermutlich schon ab Samstag - wieder bis zu sechs Gäste an einem Tisch sitzen, auch wenn sie nicht zu einem Haushalt gehören und 1,50 Meter Abstand nicht eingehalten werden können. Grundsätzlich seien Abstandsregeln aber noch nicht verzichtbar, erklärte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne). Im Gegenteil, die Infektionszahlen seien nur niedrig, weil sich Menschen verantwortungsvoll verhielten. "Wer das nicht tut, gefährdet nicht nur sich, sondern auch andere." Auch im Sportbereich gibt es weitere Lockerungen. 

+++ Das Gesundheitsministerium in Brandenburg sieht derzeit keine Notwendigkeit, ein Bußgeld bei Verstößen gegen die Maskenpflicht im Land einzuführen. Die weiterhin geringen Infektionszahlen habe man vor allem dem verantwortungsvollen Verhalten der Bevölkerung zu verdanken, sagte Ministerin Nonnemacher (Grüne). Man setze auf Einsicht und Verantwortungsgefühl, ergänzte sie. Klar sei aber, dass das Virus noch da sei. Niemand dürfe jetzt nachlässig werden.

Der Vorsitzende der Fraktion BVB/Freie Wähler, Vida, sprach sich in einem Interview dafür aus, Maskenverweigerer in Corona-Zeiten mit einem Bußgeld zu belegen. Die AfD-Fraktion in Potsdam hatte hingegen zuvor erfolglos Klage und einen entsprechenden Eilantrag gegen die Maskenpflicht eingereicht.

+++ Indien ist offenbar stärker von der Coronavirus-Pandemie betroffen als bisher gedacht. Die Auswertung von Blutproben von mehr als 20.000 Menschen in Neu Delhi zeigen, dass bereits ein Viertel der Getesteten Antikörper im Blut hatte, war also bereits infiziert war. Die offiziellen Zahlen sprachen bisher von weniger als einem Prozent der Bevölkerung. Laut indischem Gesundheitsministerium merken viele Menschen gar nicht, dass sie infiziert sind. Allerdings gibt es in Indien auch weniger Corona-Tests als in reicheren Ländern.

Besucher mit Mundschutz beim Lotus Tempel in Neu Delhi.  (AFP/Money SHARMA)In Neu Delhi besitzt bereits ein Viertel der Bevölkerung Antikörper gegen das Coronavirus. (AFP/Money SHARMA)

+++ Im Kampf gegen die rasante Ausbreitung des Coronavirus hat Israel einen zentralen Corona-Beauftragten ernannt. Der 70 Jahre alte Professor Gabi Barabasch solle den Posten übernehmen, berichteten israelische Medien übereinstimmend. Der Arzt und Epidemiologe gilt als Verfechter einer strikten Linie im Kampf gegen das Coronavirus. Er hat die bisherige Politik des Gesundheitsministeriums als gescheitert kritisiert und sich gegen rasche Lockerungen ausgesprochen.

+++ Laut einer noch unveröffentlichten Studie eines deutsch-chinesischen Gemeinschaftslabors in der chinesischen Stadt Wuhan haben ehemalige Corona-Erkrankte dauerhaft so viele Antikörper im Blut, dass sie eine erneute Infektion wahrscheinlich abwehren können. Untersucht wurden fast 330 Menschen mit leichten bis schweren Symptomen, die zu den ersten Infizierten weltweit gehören. Direkt nach der Infektion hätten sich sehr viele Antikörper gebildet, die Konzentration habe einen Höhepunkt erreicht und sei danach wieder gefallen.

Auch andere Studien hatten ergeben, dass die Antikörper nach einer Covid-19-Erkrankung weniger werden. Manche Fachleute vermuten, dass das zu einer geringeren Immunität führt.

+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben 522 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet.

Damit haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts seit Beginn der Corona-Krise mindestens 202.345 Menschen nachweislich infiziert. 9.090 Personen starben an oder mit dem Virus, das sind vier mehr als am Vortag. Die Zahl der Genesenen wird vom RKI auf 188.100 geschätzt.

+++ Nach tagelangen Beratungen haben die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union auf ihrem Gipfel in Brüssel einen Durchbruch erzielt. Sie einigten sich auf das Hilfsprogramm zur Überwindung der wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise und zugleich auf das größte Haushalts- und Finanzpaket der EU-Geschichte.

Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, und Charles Michel, Präsident des Europäischen Rates, stoßen sich an den Ellbogen. (dpa / AP / EPA Pool / Stephanie Lecocq  )Ursula von der Leyen und Charles Michel (dpa / AP / EPA Pool / Stephanie Lecocq )

Das Konjunkturprogramm gegen die Folgen der Pandemie umfasst 750 Milliarden Euro. Davon sollen nur noch 390 Milliarden Euro als nicht rückzahlbare Zuschüsse vergeben werden, die übrigen 360 Milliarden Euro sind für Kredite vorgesehen. Der EU-Finanzrahmen bis 2027 wird bei rund 1074 Milliarden Euro liegen. Ländern, die gegen die Rechtsstaatlichkeit verstoßen, können die Mittel künftig gekürzt werden. Dafür ist im Rat der Mitgliedstaaten allerdings ein Beschluss mit qualifizierter Mehrheit erforderlich.

Weiterführende Informationen zu den Ergebnissen in Brüssel:

- Darauf haben sich die Staats- und Regierungschefs geeinigt

- Finanzrahmen sieht Millionen für Ostdeutschland vor

- EU will Schulden mit Hilfe neuer Abgaben und Steuern tilgen

- Lob und Kritik nach Einigung in Brüssel

- Staats- und Regierungschefs bewerten Ergebnisse unterschiedlich

Kritik von deutschen Europaabgeordneten

+++ Die Coronavirus-Pandemie hat die Steuereinnahmen von Bund und Ländern im Juni einbrechen lassen. Sie sanken um 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das geht aus dem Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervor. Im ersten Halbjahr 2020 sei das Steueraufkommen insgesamt um 9,1 Prozent gefallen. Im Bericht heißt es, die konjunkturellen Auswirkungen der Corona-Krise sowie die damit in Zusammenhang stehenden steuerlichen Maßnahmen belasteten das Steueraufkommen weiterhin signifikant.

+++ In Brasilien sind bereits mehr als 80.000 Menschen im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gestorben. Dies geht aus Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília hervor. Demnach stieg die Zahl der Toten auf 80.120. Zuletzt waren täglich rund 1.000 Todesfälle gemeldet worden, vergangene Woche durchbrach Brasilien die Marke von zwei Millionen bestätigten Infizierten. Nur in den USA wurden bislang mehr Infektionen und Todesfälle in der Pandemie verzeichnet. Die tatsächlichen Zahlen in Brasilien dürften aber noch weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet. Präsident Bolsonaro hatte das Coronavirus zu Beginn der Pandemie als "kleine Grippe" bezeichnet.

+++ Die Lehrergewerkschaft in Florida hat den US-Bundesstaat verklagt. Als Grund nannte sie die für kommenden Monat geplante Wiederaufnahme des Unterrichts. Damit würde die Gesundheit von Lehrern und Schülern gefährdet, hieß es zur Begründung. Florida verzeichnet in den Vereinigten Staaten eine besonders hohe Zahl an Corona-Infektionen.

Montag, 20. Juli

+++ Die Weltgesundheitsorganisation zeigt sich ermutigt über erste Tests mit zwei möglichen Impfstoffen gegen das Coronavirus. Der Leiter der Notfallabteilung, Ryan, sprach von guten Nachrichten. Zugleich sagte er in Genf, dass noch ein langer Weg zu gehen sei. Jetzt müssten umfangreiche Untersuchungen unter realen Bedingungen folgen. - Ryan äußerte sich, nachdem Wissenschaftler der Universität Oxford mitgeteilt hatten, dass ihr experimenteller Impfstoff bei Hunderten von Probanden eine schützende Immunreaktion ausgelöst habe. Auch chinesische Forscher meldeten Erfolge.

Seit Bars und Kneipen nur unter strengen Corona-Auflagen und Clubs häufig gar nicht geöffnet haben, treffen sich die Menschen im öffentlichen Raum. Meistens bleibt es bei einem friedlichen Beisammensein – aber manchmal kommt es auch zu Räumungen oder gar zu gewaltsamen Ausschreitungen, wie am vergangenen Wochenende in Frankfurt am Main. Steigt diese Gefahr? Erfahrungen aus ausgewählten deutschen Großstädten.

+++ Der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, warnt, dass die Aufhebung von Corona-Beschränkungen wieder rückgängig gemacht werden könnten. Hunderte Menschen hielten sich am Wochenende nicht an die Abstandsregeln und versammelten sich in großen Gruppen vor Bars und Restaurant - etliche trugen keine Masken. Die Polizei müsse die Vorschriften durchsetzen, fordert Cuomo. Sollte dies weiterhin nicht geschehen, müsse die Öffnung von Bars und Restaurants rückgängig gemacht werden.

+++ Die Lehrergewerkschaft in Florida hat den US-Bundesstaat wegen der für kommenden Monat geplanten Wiederaufnahme des Unterrichts verklagt. Die Pädagogen der Florida Education Association argumentieren, damit würde die Gesundheit von Lehrern und Schülern gefährdet.

+++ In Spanien steigen die Infektionszahlen wieder. Die Neufälle pro Tag seien auf 27 pro 100.000 Einwohner angewachsen, teilte die Behörde für Gesundheitliche Notfälle mit. Am Ende der Kontakteinschränkungen im Juni waren es nur acht Fälle. Seitdem wurden in Spanien 201 neue Corona-Hotspots registriert, besonders viele in den katalanischen Städten Barcelona und Lleida.

+++ Wissenschaftler aus Großbritannien und China melden Fortschritte bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus. Die Fachzeitschrift "The Lancet" berichtet, zwei erprobte Mittel erwiesen sich als gut verträglich und sorgten für eine Immunisierung gegen die Lungenkrankheit Covid-19. Nach Verabreichung würden Antikörper gegen das Coronavirus gebildet. Mehr Einzelheiten

Nahaufnahme einer behandschuhten Hand, die ein Fläschchen mit der Aufschrift "Covid-19 - Coronavirus Vaccine" hält (picture alliance / Bildagentur-online/Tetra-Images)Die Suche nach einem Impfstoff gegen Sars-CoV-2 läuft weltweit auf Hochtouren (picture alliance / Bildagentur-online/Tetra-Images)

+++ Bangladesch hat einen großangelegten Test eines potenziellen Covid-19-Impfstoffs des chinesischen Unternehmens Sinovac Biotech genehmigt. Der Phase-III-Test solle nächsten Monat beginnen und 4.200 Freiwillige umfassen, sagt der Direktor des Bangladesh Medical Research Council, Mahmood Uz Jahan, der Nachrichtenagentur Reuters. Die Hälfte von ihnen werde geimpft. Sinovac habe nach Testpersonen außerhalb Chinas gesucht, weil sich dort die Zahl der Corona-Fälle verringert habe. In Bangladesch gibt es mehr als 207.000 bestätigte Infektionen und rund 3.000 Todesfälle.

+++ Der Fahrdienstvermittler Uber stellt in den USA den Gesundheitsbehörden Daten von Fahrern und Fahrgästen zu Verfügung, um Kontakte von Corona-Infizierten nachzuverfolgen. Wie Uber-Manager erklärten, könnten die Information helfen, Kandidaten für eine Quarantäne ausfindig zu machen. Es darf nur von Behörden genutzt werden. Obwohl der Dienst schon seit Monaten zur Verfügung steht, wurde er in vielen Virus-Hotspots, zum Beispiel in Texas und Florida, nicht genutzt. Massachusetts hingegen teilt Uber oder dem Konkurrenten Lyft mit, wenn eine an Corona erkrankte Person einen Fahrdienst genutzt hat. Uber selbst sperrt Kunden mit nachgewiesener Corona-Infektion für mindestens 14 Tage den Zugang zu seiner Plattform.

+++ Staatliche chinesische Medien geben den Hongkonger Demonstranten die Schuld am Anstieg der Zahl der Corona-Infektionen in der Metropole. Die inoffizielle Vorwahl der demokratischen Oppositionsparteien zur Bestimmung ihrer Kandidaten für die Wahl am 6. September sowie die Proteste vom 1. Juli gegen das neue Sicherheitsgesetz hätten laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua die dritte Corona-Welle in Hongkong ausgelöst, berichtete das Nachrichtenportal Hong Kong Free Press (HKFP) am Montag.

Mehrere prodemokratische Demonstranten protestieren auf den Straßen von Hongkong gegen das umstrittene Sicherheitsgesetz. (dpa / picture alliance / MAXPPP)Haben die Proteste gegen das neue Sicherheitsgesetz in Hongkong eine dritte Corona-Welle ausgelöst? (dpa / picture alliance / MAXPPP)

+++ Das Bundesbildungsministerium hat die Fördergelder zur Erforschung des Coronavirus erhöht. Die ursprünglich vorgesehenen Mittel von 15 Millionen Euro seien verdreifacht worden, teilte Ministerin Karliczek in Berlin mit. Mit nun 45 Millionen Euro sollen knapp 90 Projekte gefördert werden - unter anderem Untersuchungen zur Wirksamkeit der Behandlung von Covid-19-Patienten mit Blutplasma von Menschen, die eine Infektion bereits überstanden haben, und zum Einfluss genetischer Faktoren wie der Blutgruppe auf den Schweregrad der Erkrankung. Außerdem sollen Studien zu ethischen, rechtlichen und sozialen Fragestellungen im Zusammenhang mit der Pandemie unterstützt werden.

+++ Die Hilfsorganisation Weißer Ring warnt vor einem Anstieg häuslicher Gewalt infolge der Corona-Pandemie. Der Bundesvorsitzende Ziercke sagte der "Rheinischen Post", aus Erfahrung wisse man, dass sich Spannungen in Gewalt entladen könnten, wenn Menschen auf engem Raum zusammensäßen. Zudem seien die Menschen psychischen Belastungen wie Ängsten um Gesundheit oder Jobverlust ausgesetzt. Erfahrungen der Organisation zeigten, dass sich solche Gewalttaten nicht unbedingt schnell in Statistiken niederschlügen. Oft dauere es, bis sich die Opfer Hilfe suchten, um sich aus der Situation zu befreien. - Mit einer bundesweiten Kampagne macht der Weiße Ring zurzeit auf häusliche Gewalt aufmerksam.

+++ Die WHO-Chefwissenschaftlerin Soumya Swaminathan hält es für denkbar, dass "wir Mitte 2021 über einen Impfstoff verfügen, der auf breiter Basis eingesetzt werden kann." Sie sagte der Deutschen Presse-Agentur, im Moment seien mehr als 20 Impfstoffkandidaten in klinischen Studien. Deshalb sei man zuversichtlich, dass ein paar von ihnen funktionieren werden: "Es wäre sehr viel Pech, sollten alle scheitern. Es ist möglich, dass wir Anfang 2021 Ergebnisse haben werden. So früh im neuen Jahr könnten wir schließlich einen Impfstoff haben. Dann müsste er hergestellt und auf Masse produziert werden."

+++ Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie auf die kritische Situation in ägyptischen Gefängnissen hingewiesen. Bis Mitte vergangener Woche seien in verschiedenen Haftanstalten mindestens 14 Insassen mutmaßlich an einer Infektion mit dem Corona-Virus gestorben, teilte die Organisation mit. Sie beruft sich dabei auf Zeugenaussagen und auf Briefe, die aus den Gefängnissen geschmuggelt worden seien. Die Gesundheitsversorgung dort sei unzureichend. Insassen würden weder auf den Krankheitserreger getestet noch würden mögliche Symptome überwacht.

+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben 249 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts seit Beginn der Corona-Krise mindestens 201.823 Menschen nachweislich infiziert. 9.086 Personen starben an oder mit dem Virus, das sind zwei mehr als am Vortag. Die Zahl der Genesenen wird vom RKI auf 187.800 geschätzt, ein Zuwachs von 300 Personen.

Wegen der Corona-Pandemie ist das Tourismusgeschäft in eine schwere Krise geraten. Reisetermine wurden abgesagt oder verschoben. Auch in der derzeitigen Ferienzeit herrscht große Unsicherheit. In Deutschland bleibt es bei der Regelung, dass Kunden auf Wunsch ihr Geld zurückbekommen und keine Gutscheine akzeptieren müssen. Alles Weitere können Sie hier nachlesen.

+++ Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände erwartet eine komplette Erholung der hiesigen Wirtschaft im übernächsten Jahr. BDA-Präsident Kramer sagte der "Augsburger Allgemeinen", er gehe davon aus, dass man 2022 wieder das Leistungsniveau aus der Zeit vor der Corona-Pandemie verzeichnen könne. Schließlich sei der Bedarf nach den Waren und Dienstleistungen der deutschen Wirtschaft nicht grundsätzlich eingebrochen, und die Nachfrage werde die Produktion nach dem Ende der Pandemie wieder ankurbeln. Kramer rief die Unternehmen auf, derzeit nicht die Ausbildung zu vernachlässigen.

+++ In Frankreich gilt ab heute eine Maskenpflicht in öffentlichen Innenräumen und damit auch in Geschäften.

+++ Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sieht die Situation der Wirtschaft eher pessimistisch. Der Präsident der Vereinigung, Schweitzer, sagte in einem Interview, das zweite Quartal sei für die Wirtschaft "schlicht eine Katastrophe" gewesen. Der Einbruch der Wirtschaft durch die Corona-Pandemie sei tief und der Weg heraus führe nicht so steil wieder nach oben wie viele im Frühjahr gehofft hätten. Schweitzer sprach sich für zusätzliche milliardenschwere staatliche Hilfen aus. +++

+++ Auch der Arbeitgeberverband geht davon aus, dass es lange dauern wird, bis sich die deutsche Wirtschaft wieder von den Folgen der Corona-Pandemie vollständig erholt hat. BDA-Präsident Kramer sagte der "Augsburger Allgemeinen", er gehe davon aus, dass man erst 2022 wieder das Leistungsniveau aus der Zeit vor der Corona-Pandemie verzeichnen könne. Der Bedarf nach den Waren und Dienstleistungen der deutschen Wirtschaft sei nicht grundsätzlich eingebrochen. Die Nachfrage werde die Produktion nach dem Ende der Pandemie wieder ankurbeln. +++

+++ Der EU-Sondergipfel, bei dem über Milliarden-Hilfen für die von der Corona-Pandemie geschädigte europäische Wirtschaft beraten wird, geht noch einmal in die Verlängerung. Auch in der Nacht konnten sich die 27 Staats- und Regierungschefs nicht einigen, jetzt soll am Nachmittag weiter verhandelt werden. Strittig ist unter anderem, welcher Anteil der Hilfsgelder als Kredit vergeben werden soll und welcher Anteil als nicht zurückzuzahlender Zuschuss ausgezahlt wird. Außerdem geht es um die Frage, wie Länder, die Hilfgelder bekommen, kontrolliert werden, ob sie zuvor gemachte Reform-Versprechen tatsächlich einhalten. +++

+++ In Südafrika ist die Zahl der Menschen, die nach offiziellen Angaben mit oder durch eine Covid-19-Erkrankung gestorben sind, auf über 5.000 gesteigen. Auf dem afrikanischen Kontinent ist Südafrika am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen. Bislang wurden rund 364.000 Infektionen registriert; das Land liegt damit weltweit an fünfter Stelle. Nach wie vor am stärksten betroffen sind die USA mit mehr als 3,7 Millionen registrierten Infektionen. +++

Sonntag, 19. Juli

+++ Der britische Premierminister Johnson hat einen zweiten landesweiten Lockdown in Großbritannien so gut wie ausgeschlossen. Es handle sich dabei um ein Mittel wie die atomare Abschreckung. "Ich will sicherlich nicht davon Gebrauch machen", sagte der Regierungschef dem "Sunday Telegraph". Er glaube auch nicht, dass Großbritannien wieder darauf angewiesen sein werde, so Johnson. Mit mehr als 45.000 Toten gilt das Vereinigte Königreich als das am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land in Europa.

Die Bestimmung der Dunkelziffer ist schwierig. Mit Blick auf die Corona-Pandemie liegt das unter anderem daran, dass sehr viele Infektionen milde verlaufen. Und wer gar nicht merkt, dass er sich infiziert hat, lässt sich in der Regel auch nicht testen und isoliert sich nicht. Wir haben wichtige Informationen zur Dunkelziffer zusammengetragen.

+++ Bei dem EU-Gipfel in Brüssel über Corona-Hilfen für die Mitgliedsstaaten hat es heute viele Einzel- und Gruppengespräche gegeben - eine Einigung steht aber aus. Die Plenarsitzung mit allen Staats- und Regierungschefs wurde mehrfach verschoben. Luxemburgs Premierminister Bettel sagte, er habe selten in so vielen Punkten so diametral entgegengesetzte Positionen gesehen. Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Macron schlossen ein Scheitern des bereits um einen Tag verlängerten Sondergipfels nicht aus. Strittig ist vor allem, in welcher Form die insgesamt geplanten 750 Milliarden Euro ausgezahlt werden sollen.

+++ Bayern will allen Rückkehrern aus dem Urlaub an seinen Flughäfen einen kostenlosen Corona-Test anbieten. Das Land werde Testzentren an den Airports einrichten, damit man sich dort auf das Virus untersuchen lassen könne, sagt Bayerns Ministerpräsident Söder (CSU) im vorab veröffentlichten Sommerinterview des ZDF. 

+++ Fast 100.000 Menschen in drei weiteren Städten Kataloniens sollen ihre Häuser vorerst nicht mehr verlassen. Die Behörden erweitern damit die bereits bestehende Empfehlung für vier Millionen Katalanen einschließlich der Bewohner der Hauptstadt Barcelona. Wohnungen sollen nur für absolut notwendige Besorgungen verlassen werden. Die Gesundheitsbehörden Kataloniens hatten zuletzt über 1.200 Infektionen an einem Tag gemeldet. Eine zwangsweise Ausgangssperre gibt es aber nicht.

Über die akuten Symptome und Auswirkungen einer Infektion mit dem Coronavirus ist inzwischen viel bekannt. Wie aber sehen die Langzeitfolgen der Erkrankung COVID 19 aus, wenn die eigentliche Infektion überstanden ist? Die Forschung ist noch ganz am Anfang, es gibt aber erste Erkenntnisse. Ein Überblick.

+++ Nach einem größeren Corona-Ausbruch von Mitarbeitern einer Hähnchenschlachterei im niedersächsischen Lohne sieht der Landkreis keine Veranlassung für eine Schließung des Betriebs. Es handele sich um eine Ermessensfrage, sagte der Landrat des Landkreises Vechta, Winkel (CDU). "Wir konnten keinen bestimmten Infektionsherd feststellen", sagte Winkel. Es gebe zwar ein größeres Ausbruchsgeschehen, das sich auf ein Kartonage-Lager zurückführen lasse, wo sich einige Mitarbeiter in den Pausen getroffen hatten. Das Hygienekonzept des Betriebs sei aber gut. Die Mehrheit der Betroffenen habe sich wohl in der Freizeit infiziert.

+++ Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat nach dem Ausbruch von Covid-19 in der chinesischen Region Xinjiang davor gewarnt, dass die Umerziehungslager in der Region zu "Todeslagern" werden. Die Menschenrechtler forderten eine sofortige Auflösung der Lager und mehr Transparenz beim Kampf gegen die Corona-Pandemie in Xinjiang. Freigelassene berichteten, dass die medizinische Betreuung dort vollkommen unzureichend sei, so die GfbV. Da in den Lagern auf kleinem Raum oft tausende Menschen lebten, sei die Ansteckungsgefahr besonders groß. Chinas Behörden haben die Lager nach Angaben der Menschenrechtler seit 2017 eingerichtet, um muslimische Nationalitäten gewaltsam zu assimilieren.

+++ Die Corona-Finanzhilfen für Selbstständige sind nach Auffassung der zuständigen Berufsverbände zu bürokratisch organisiert und damit nur bedingt hilfreich. Ein Sprecher des Verbands der Gründer und Selbstständigen sagte in Berlin, es sei völlig realitätsfern, dass Ausgaben für die Lebenshaltungskosten nicht geltend gemacht werden könnten. Schon die Soforthilfe des Bundes im März habe diesen Mangel aufgewiesen. Hinzu komme die Bedingung, dass die Anträge von Steuerberatern gestellt werden müssten, was für Viele ein zusätzlicher finanzieller Aufwand sei. 

+++ Nach hunderten neuen Ansteckungen in den vergangenen zwei Wochen schlagen die Behörden in Hongkong Alarm. Regierungschefin Carrie Lam sagte, die Lage sei "wirklich kritisch". "Es gibt keine Anzeichen, dass die Lage unter Kontrolle gebracht wird." Am Sonntag meldeten die Behörden 108 Neuinfektionen binnen eines Tages - für Hongkong ein neuer Höchstwert. 

+++ In Deutschland gibt es 202 bestätigte Neuinfektionen. Damit waren nach Angaben des Robert Koch-Instituts seit Beginn der Krise mindestens 201.574 Menschen nachweislich infiziert. 9.084 Menschen starben an oder mit dem Virus, das ist einer mehr als am Vortag. Die Zahl der Genesenen liegt nach Schätzungen des RKI bei 187.400. Damit sind akut etwa 5.100 Menschen in Deutschland erkrankt.

+++ 66 Mitarbeiter eines Geflügel-Schlachthofes in Niedersachsen sind positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Betroffen ist ein Betrieb der Firma Wiesenhof in Lohne, wie der Landkreis Vechta mitteilte. Insgesamt wurden mehr als 1.000 Personen getestet.

Geflügelfleisch wird am 05.12.2017 in den Produktionshallen des Geflügelproduzenten Wiesenhof in Lohne (Niedersachsen) verarbeitet. (dpa)Die Wiesenhof-Geflügelschlachterei in Lohne (dpa)

+++ Kanzleramtschef Braun ist der Ansicht, man habe Corona in Deutschland im Griff. Aber das sei eine Momentaufnahme, sagte er der "Bild am Sonntag" – das Virus sei nach wie vor im Land. Braun erklärte, dass Großveranstaltungen im Kulturbereich und Fußballspiele mit Fans im Stadion voraussichtlich im Herbst wieder erlaubt werden könnten. An der Maskenpflicht müsse man bis zur Zulassung eines Impfstoffs aber festhalten.

+++ In der australischen Großstadt Melbourne sind Gesichtsmasken ab Mittwoch obligatorisch. Grund sind die wieder deutlich steigenden Infektionszahlen im Bundesstaat Victoria. Künftig muss jeder Bewohner von Melbourne und dem benachbarten Mitchell Shire beim Verlassen des Hauses einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Wer ohne erwischt wird, dem droht ein Bußgeld von umgerechnet gut 120 Euro.


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