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Newsblog zum CoronavirusDie Entwicklungen vom 21 und 22. November

Eine trotz Corona-Pandemie belebte Einkaufsstraße in Schwedens Hauptstadt Stockholm. Niemand trägt eine Mund-Nasen-Bedeckung. (Fredrik SANDBERG / TT News Agency / AFP)
Eine trotz Corona-Pandemie belebte Einkaufsstraße in Schwedens Hauptstadt Stockholm (Fredrik SANDBERG / TT News Agency / AFP)

Der Teil-Lockdown in Deutschland soll nach einer Beschlussvorlage der Bundesländer bis zum 20. Dezember verlängert und zudem verschärft werden. Frankreichs Präsident Macron hat eine Lockerung der strikten Corona-Einschränkungen in Aussicht gestellt. In den USA hat das Biotech-Unternehmen "Regeneron" eine Notfall-Zulassung für sein Medikament gegen die Covid-19-Krankheit erhalten. Weitere Entwicklungen im Newsblog.

Sonntag, 22. November

+++ Der Teil-Lockdown in Deutschland soll nach einer Beschlussvorlage der Bundesländer bis zum 20. Dezember verlängert und zudem verschärft werden. Eine weitere Verlängerung ist möglich. Für das Weihnachtsfest gelten aber Ausnahmen, vor allem bei den Kontaktbeschränkungen. Alle Einzelheiten hier.

+++ Bundeskanzlerin Merkel und Finanzminister Scholz haben die Bürgerinnen und Bürger grundsätzlich auf eine Verschärfung des bestehenden Teil-Lockdowns eingestellt. Um wieder Zugriff auf die Corona-Pandemie und die Kontaktnachverfolgung zu bekommen, müsse man sicherlich noch einiges tun, sagte Merkel auf einer Pressekonferenz in Berlin. Mit Blick auf die für Mittwoch geplanten Beratungen mit den Regierungschefs der Länder sagte sie, es gebe eine Vielzahl von Gesprächsrunden, damit man in drei Tagen Ergebnisse vorstellen könne.

+++ Die G20-Gruppe der großen Industrienationen will einen gerechten und erschwinglichen weltweiten Zugang zu Corona-Impfstoffen sicherstellen. Das geht aus der Abschlusserklärung des G20-Gipfels hervor. Angesichts der Corona-Pandemie sprachen sich die Teilnehmer auch für eine Stärkung der Weltgesundheitsorganisation aus. Die USA unter Präsident Trump hatten im Juli ihren Rückzug aus der WHO für 2021 angekündigt. Der gewählte US-Präsident Biden will diesen Schritt zurücknehmen.

Weltweit wird an Impfstoffen geforscht. Besonders erfolgversprechend sind sogenannte mRNA-Impfstoffe, so wie Biontech und Pfizer sie entwickeln. Was sie so attraktiv macht und welche Risiken damit verbunden sind – ein Überblick mit dem Infektiologen Leif Erik Sander.

+++ England, Schottland, Wales und Nordirland bereiten laut Reuters Lockerungen für Weihnachten vor.

+++ In Berlin ist gegen die staatlich angeordneten Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie protestiert worden. Wie die Polizei mitteilte, gingen in der Hauptstadt rund 1.000 Menschen auf die Straße. Gegendemonstranten versuchten, den Protest zu stören. Die Polizei griff unter anderem ein, um Sitzblockaden aufzulösen. In Frankfurt am Main demonstrierten ebenfalls rund 1.000 Personen gegen die Corona-Maßnahmen.

Teilnehmer des Protestzugs gegen die Corona-Politik gehen die Bornholmer Straße in Berlin entlang. (dpa_Bildfunk / Fabian Sommer)Demonstration in Berlin gegen die Corona-Politik (dpa_Bildfunk / Fabian Sommer)

+++ Das Coronavirus ist zum ersten Mal auch in einer französischen Nerzfarm nachgewiesen worden. Nach Angaben mehrerer Ministerien befindet sich der betroffene Hof in der Region Eure-et-Loir im Norden des Landes. Die rund tausend Nerze müssen dort getötet werden. Produkte aus den Fellen müssen entsorgt werden.

+++ In den USA könnten bereits Mitte Dezember Impfungen gegen das Coronavirus durchgeführt werden. Das sagte der Leiter der Impfstoff-Arbeitsgruppe der US-Regierung, Slaoui, dem Fernsehsender CNN. Man plane, die Vakzine binnen 24 Stunden nach der Zulassung an die zuständigen Zentren liefern zu können. Mit einer Zulassung durch die US-Arzneimittelbehörde wird Berichten zufolge bis zum 10. Dezember gerechnet.

Europa kämpft derzeit mit der zweiten Welle der Coronapandemie. Hilfe im Kampf gegen das Virus verspricht man sich von den neuen Impfstoffen, die derzeit entwickelt werden. Bundeskanzlerin Merkel zeigte sich nach der jüngsten Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs der EU zuversichtlich, dass bereits im Dezember oder spätestens im Januar der erste Impfstoff in der EU zugelassen wird. Doch dann folgt die nächste Herausforderung: eine möglichst schnelle Impfung breiter Gesellschaftsschichten.

+++ Frankreichs Präsident Macron hat eine Lockerung der strikten Corona-Einschränkungen in Aussicht gestellt. Sein Sprecher sagte, der Staatschef wolle am Dienstag Einzelheiten mitteilen. Die angekündigten Lockerungen sollen in drei Stufen und gemäß der Gesundheitslage im Land erfolgen. Die erste Lockerung soll "um den 1. Dezember herum" eintreten. Dann könnten Geschäfte und Lokale wieder öffnen, wobei Bars und Restaurants weiterhin Beschränkungen unterliegen sollen. 

+++ Vor den Beratungen zwischen Bund und Ländern zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie gibt es mehrere Vorschläge, um die Situation an den Schulen zu verbessern. Um deren Schließung zu verhindern, sprach sich Gesundheitsminister Spahn dafür aus, beim Auftreten eines Infektionsfalls umgehend die Klasse in häusliche Isolation zu schicken.

Nach negativen Schnelltests am fünften Tag könnten die Schüler wieder zurückkehren, sagte der CDU-Politiker dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Der Vorsitzende der Jungen Union, Kuban, sprach sich dafür aus, bessere Voraussetzungen für den digitalen Unterricht zu schaffen. Nur dann ließen sich ältere Schüler oder Berufsschüler verantwortungsvoll nach Hause schicken, sagte Kuban den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". Die Bildungsgewerkschaft GEW fordert kostenlose Masken für Schüler und Lehrer.

"Zutritt nur mit Mundschutz!" steht auf einem Schild am Eingang zu einer Schule. (Picture Alliance / dpa / Annette Riedl)Die sozialen Beschränkungen während der Coronapandemie führen zu psychischen Störungen bei Kindern, meinen Experten. (Picture Alliance / dpa / Annette Riedl)

+++ Bei einer Demonstation gegen Anti-Corona-Maßnahmen hat eine Rednerin in Hannover sich bei einem Auftritt selbst als eine Art "Sophie Scholl" erklärt - und damit heftige Reaktionen im Netz ausgelöst. Auf einem Video, das bei Twitter bis zum Sonntagmorgen über eine Million Mal angeklickt und tausendfach kommentiert wurde, ist eine junge Frau zu sehen, die auf kleinen Bühne spricht: "Ich fühle mich wie Sophie Scholl, da ich seit Monaten hier aktiv im Widerstand bin, Reden halte, auf Demos gehe, Flyer verteile", sagt sie - und vergleicht sich dabei mit der von den Nazis hingerichteten Widerstandskämpferin.

Nach wenigen Sätzen taucht ein junger Mann vor der Bühne auf. "Für so einen Schwachsinn mache ich doch keinen Ordner mehr", protestiert er und reicht der Frau sein orangefarbenes Leibchen. Es handele sich um eine "Verharmlosung vom Holocaust", die "mehr als peinlich" sei.

+++ Ein Sprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt die europäischen Regierungen vor einer dritten Infektionswelle. "Sie haben es versäumt, die notwendige Infrastruktur in den Sommermonaten aufzubauen, nachdem sie die erste Welle unter Kontrolle gebracht hatten", so David Nabarro von der WHO in einem Interview mit Schweizer Zeitungen. "Jetzt ist die zweite Welle da. Wenn sie nicht jetzt die notwendige Infrastruktur aufbauen, werden wir Anfang kommenden Jahres eine dritte Welle haben."

Ein Schild an einem Wanderparkplatz weist auf die Sperre von Wanderwegen und Parkplätzen durch die Verfügung des Landratsamtes Berchtesdadener Land zur Eindämmung der Corona-Infektionen hin (dpa/Lino Mirgeler)Folgt der zweiten Welle eine dritte? (dpa/Lino Mirgeler)

+++ Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut 15.741 neue Corona-Infektionen in den vergangenen 24 Stunden gemeldet. Das sind rund 1.200 Infektionen weniger als als am Sonntag vor einer Woche. An Sonntagen und Montagen sind die gemeldeten Zahlen stets geringer, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Am vergangenen Freitag war mit mehr als 23.600 gemeldeten Fällen ein neuer Höchststand erreicht worden.

+++ Spitzenpolitiker von Union und SPD plädieren für eine Verlängerung des derzeitigen Teil-Lockdowns. Unter anderem der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Söder argumentierte, um ein schönes Weihnachten zu verbringen, müsse man den Lockdown auf jeden Fall um zwei bis drei Wochen verlängern und auch vertiefen. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung drängen auch die unionsgeführten Länder auf eine Verlängerung der Beschränkungen.

+++ In mehreren deutschen Städten sind heute weitere Demonstrationen gegen die Corona-Beschränkungen angemeldet. Die größte soll in Berlin stattfinden. Zu der als "Schweigemarsch" angemeldeten Kundgebung im Stadtteil Prenzlauer Berg werden rund 5.000 Teilnehmer erwartet. Auch Gegendemonstranten haben sich angekündigt. 

+++ In den USA hat das Biotech-Unternehmen "Regeneron" eine Notfall-Zulassung für sein Medikament gegen die Covid-19-Krankheit erhalten. Die Arzneimittelbehörde FDA erklärte, das Mittel könne beitragen, einen Krankenhausaufenthalt von Corona-Patienten zu vermeiden und dadurch das Gesundheitssystem entlasten. Der Wirkstoff des Medikaments soll verhindern, dass das Virus menschliche Zellen angreift

+++ Die Zahl der registrierten Corona-Infektionen in den USA hat die Marke von 12 Millionen überschritten. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore sind es inzwischen knapp 12 Millionen 44-tausend Ansteckungen. Damit hat die Zahl innerhalb einer Woche um etwa eine Million zugenommen. Die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden erreichte mit rund 195.500 einen neuen Höchststand

+++ Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert zum Schutz gegen Corona-Infektionen im Unterricht kostenlose Alltagsmasken für Schüler und Schülerinnen sowie Lehrkräfte. Letztere sollen auf Wunsch auch die sichereren FFP2-Schutzmasken erhalten können, wie die GEW-Vorsitzende Tepe den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte. Es sei Aufgabe des Arbeitgebers, für die notwendigen Gesundheitsschutzmaßnahmen der Beschäftigten, aber auch der Kinder und Jugendlichen zu sorgen. Tepe warb außerdem erneut für die Umstellung auf Wechselunterricht

Samstag, 21. November

+++ In China ist nach einzelnen bestätigten Corona-Infektionen in der Metropole Tianjin ein Massentest für drei Millionen Menschen angeordnet worden. In der Stadt im Nordosten des Landes waren nach Angaben der Behörden fünf neue Fälle erfasst worden. Auch in der Millionenmetropole Schanghai waren in einem Krankenhaus zwei Menschen positiv auf das Virus getestet worden. Die Gesundheitsbehörde ordnete daraufhin Tests von mehr als 4.000 Menschen in dem Krankenhaus an. Nachdem in der Stadt Manzhouli in der Inneren Mongolei ebenfalls zwei Fälle gemeldet worden waren, wurden alle Bus- und Zugverbindungen in die Stadt an der Grenze zu Russland unterbrochen, hieß es in einem Bericht.

+++ In den USA sind seit dem Beginn der Pandemie bereits mehr als zwölf Millionen bestätigte Infektionen gemeldet worden. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor. Damit nahm die Zahl der bekannten Infektionen innerhalb einer Woche um eine Million zu

+++ Russlands Präsident Putin hat der internationalen Gemeinschaft einen breiten Zugang zu Corona-Impfstoffen angeboten. Russland sei bereit, seine drei entwickelten Präparate bedürftigen Staaten zur Verfügung zu stellen, sagte Putin beim G20-Treffen. Konkurrenz unter den Pharma-Herstellern sei unausweichlich, aber es gehe zuerst um die humanitäre Seite. Russland hat bislang für keinen seiner Impfstoffe eine internationale Zulassung. Die Wirksamkeit von "Sputnik-V" ist zudem noch nicht von unabhängiger Seite nachgewiesen worden.

Saudi-Arabiens König Salman eröffnet den G20-Gipfel als Gastgeber per Videoschalte. (afp/Fayez Nureldine )Saudi-Arabiens König Salman eröffnet den G20-Gipfel als Gastgeber per Videoschalte. (afp/Fayez Nureldine )

Der G20-Gipfel findet aufgrund der Pandemie virtuell statt. Der saudische König Salman hatte das Treffen als Gastgeber eröffnet. Er rief die Teilnehmenden dazu auf, in der Corona-Pandemie Entwicklungsländern zu helfen.

+++ Bundeskanzlerin Merkel hat beim G20-Treffen eine engere internationale Zusammenarbeit bei der Verteilung von Corona-Impfstoffen angemahnt. In einer vorab aufgezeichneten Videobotschaft sagte sie, um die Pandemie einzudämmen, müsse der Zugang zu einer Impfung für jedes Land möglich und bezahlbar sein. Merkel warb für eine Beteiligung an der internationalen Impfstoff-Initiative Covax. Ziel der Initiative ist, bis Ende 2021 weltweit zwei Milliarden Impfdosen zu verteilen. Die bisher dafür eingezahlten Mittel reichten noch nicht aus, sagte Merkel. Ihren Angaben zufolge kamen bisher knapp fünf Milliarden US-Dollar zusammen, Deutschland beteiligt sich mit gut einer halben Milliarde Dollar. Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Tedros, forderte beim G-20-Treffen eine faire weltweite Verteilung von Corona-Impfstoffen.

+++ Das Filmfestival "Berlinale" soll trotz der Coronavirus-Pandemie nicht verschoben werden. Es soll wie geplant zwischen dem 11. und 21. Februar 2021 stattfinden, sagte Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek im Deutschlandfunk Kultur. Als Grund führte sie an, dass auch das Frühjahr coronabedingt unsicher sei. Eine Verschiebung in den wärmeren Monat Mai schloss sie aus, da die Berlinale dann nach den Filmfestspielen in Cannes stattfinden würde. Dies würde unweigerlich weniger Branchenbesucher anziehen, sagte sie. Man werde sich auf Kinovorführungen konzentrieren und keine Empfänge organisieren.

+++ Der demokratische Gouverneur des US-Bundesstaats New York, Cuomo, erhält für seine TV-Briefings zum Coronavirus einen Internationalen Emmy. Dies teilte die International Academy of Television Arts & Sciences mit.

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo (AP)New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo (AP)

Cuomo werde mit dem "Founders Award" der Akademie geehrt, weil er seine Ansprachen im Fernsehen dazu genutzt habe, die Öffentlichkeit zu informieren und zu beruhigen, sagte der Präsident der Akademie. Der Preis wird an Personen oder Organisationen vergeben, die kulturelle Grenzen zum Wohl der Menschlichkeit überbrückten, hieß es.

+++ In Leipzig sind erneut Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen auf die Straße gegangen. Der Kurt-Masur-Platz wurde von der Polizei gesperrt, nachdem die Grenze von 500 Teilnehmern erreicht war. Die dort angemeldete Kundgebung wurde jedoch überraschend abgesagt. Die Polizei teilte mit, der Versammlungsleiter habe die Anmeldung zurückgezogen, nachdem sein Attest zur Maskenbefreiung nicht akzeptiert worden sei. Alle Personen auf dem Platz seien daraufhin aufgefordert worden, den Bereich zu verlassen. Zu Gegenprotesten kamen mehrere hundert Menschen in der Innenstadt zusammen.

Teilnehmer der Kundgebung des Aktionsnetzwerkes "Leipzig nimmt Platz" haben sich auf dem Augustusplatz versammelt. Ihr Protest richtet sich gegen eine Kundgebung von Gegnern der Corona-Politik. (dpa_Zentralbild / Hendrik Schmidt)Gegenprotest in Leipzig (dpa_Zentralbild / Hendrik Schmidt)

Vor zwei Wochen hatte eine teils chaotische "Querdenken"-Demonstration in Leipzig für politische Debatten gesorgt. Viele Teilnehmer hielten sich nicht an die Maskenpflicht, es gab Rangeleien und Angriffe auf Journalisten. Die Anweisung zur Auflösung der Demonstration wurde nicht befolgt. Gegner der Corona-Maßnahmen kamen heute auch in Bochum, Göppingen und Pforzheim zu Demonstrationen zusammen, weitere Proteste waren in Hannover und Berlin geplant. Die Teilnehmerzahlen lagen jeweils bei einigen hundert Personen.

+++ Am Corona-Massentest in der norditalienischen Provinz Südtirol haben bereits mehr als 210.000 Menschen teilgenommen. Wie die Behörden mitteilten, erhielten bis Samstagnachmittag mehr als 2.300 Menschen ein positives Corona-Testergebnis. Das entspreche 1,1 Prozent der Abstriche.

Medizinisches Personal wartet in einer Turnhalle. (AP/ Antonio Calanni)Eine Turnhalle in Bozen dient als Teststation. (AP/ Antonio Calanni)

+++ Bundeswirtschaftsminister Altmaier hat den Unternehmen weitere Hilfen in Aussicht gestellt, sollte der Corona-Lockdown verlängert und verschärft werden. Man werde niemanden im Regen stehen lassen, sagte der CDU-Politiker im Interview der Woche des Deutschlandfunks.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) mit Mund-Nase-Schutz (dpa/Sven Hoppe)Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) (dpa/Sven Hoppe)

Ob die November-Hilfen eins zu eins auch im Dezember gewährt würden, könne erst nach den Bund-Länder-Beschlüssen am kommenden Mittwoch geklärt werden. Altmaier warnte vor einer abermaligen Vertagung der Entscheidungen. Alle Beteiligten brauchten jetzt Klarheit. Ziel müsse es sein, ein Weihnachtsfest zu feiern, das diesem Anspruch nahekommt, wenn auch im bescheidenen Rahmen.

+++ In Lettland hat die Zahl der erfassten Corona-Neuinfektionen mit 642 Fällen binnen 24 Stunden einen neuen Höchststand erreicht. Damit habe es seit Ausbruch der Pandemie im Frühjahr mehr als 12.700 erfasste Fälle in dem baltischen EU-Land gegeben, teilte
die  Gesundheitsbehörde in Riga mit.
Angesichts der steigenden Neuinfektionen hat die Regierung in Riga zum zweiten Mal einen rund einmonatigen Notstand bis zum 6. Dezember aufgerufen.

+++ Italiens Regierung will die Finanzhilfen für die von den Corona-Sperren besonders betroffenen Firmen etwa in Handel, Kultur und Gastronomie noch einmal aufstocken. Das Kabinett verabschiedete am Freitagabend ein Dekret, das rund zwei Milliarden Euro an Hilfen für den Rest des Jahres 2020 umfasst. In Italien gelten seit Anfang November in sogenannten Roten Zonen strenge Ausgangsbeschränkungen. Außerdem ist dort ein Großteil der Geschäfte zu. Das neue Not-Paket sieht auch Hilfen zur Unterstützung armer Menschen und zum Kauf von Arzneimitteln zur Behandlung von Patienten mit Covid-19 vor.

+++ Der Immunschutz gegen eine erneute Coronavirus-Infektion hält laut einer Studie aus Großbritannien länger an als vermutet. Die Wahrscheinlichkeit, sich binnen sechs Monaten erneut zu infizieren, ist nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern der Universität Oxford gering. Studienergebnisse seien diesbezüglich sehr ermutigend, erklärte Professor David Eyre. Denn sie legten nahe, dass die meisten Menschen, die Covid-19 hatten, es zumindest kurzfristig nicht wieder bekommen werden. Die Studie wurde allerdings noch nicht durch mehrere Fachexperten unabhängig begutachtet. 

Im Deutschlandfunk berichtete kürzlich der Musiker Markus Wallrafen, dass er sich innerhalb weniger Monate zweimal mit dem Coronavirus angesteckt hat (Audio-Link).

+++ Im Iran gilt in der Hauptstadt Teheran und mehr als 160 weiteren Städten seit heute ein strenger Lockdown, um einem weiteren Anstieg der Corona-Fallzahlen entgegenzuwirken. Schulen, Universitäten und Basare wurden für zunächst zwei Wochen geschlossen. Zwei Drittel der Beamten im öffentlichen Dienst müssen von zu Hause aus arbeiten. Außerdem dürfen zwischen 21.00 Uhr abends und 4.00 Uhr früh außer Taxis keine Pkw mehr unterwegs sein. Aus wirtschaftlichen Erwägungen hatte Präsident Ruhani einen Lockdown bisher abgelehnt. Die Infektionszahlen sind jedoch in den vergangenen Wochen dramatisch gestiegen. Fast im Minutentakt sterben im Iran Menschen, die sich mit dem Virus angesteckt haben.

+++ In den USA hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages einen Höchststand erreicht. Die Behörden meldeten am Freitag gut 195.500 neue Fälle, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore hervorging. Der bislang höchste Tageswert war am Vortag registriert worden und lag bei 187.833 Fällen.

+++ Angesichts der weiter hohen Corona-Infektionszahlen plädiert Kanzleramtschef Braun dafür, die Hygienemaßnahmen an Schulen zu verschärfen. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte der CDU-Politiker, Jugendliche trügen wesentlich zur Verbreitung der Infektion bei. Man solle darüber nachdenken, ältere Schüler vermehrt zu Hause zu unterrichten und bei der Suche nach großen Unterrichtsräumen auch auf Bürgerhäuser oder Kinosäle ausweichen. Ziel sei es, die Schulen weiter offen zu lassen, so Braun. Auch der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Dobrindt, sagte der "Passauer Neuen Presse", das Infektionsgeschehen an den Schulen müsse stärker gebremst werden. Der Virologe Kekulé sprach sich in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" für geteilte Klassen und Wechselunterricht aus.

Einzelne Sitzplätze in einem Kinosaal vom Kino Astor Grand Cinema sind mit Zetteln mit aufgedrucktem angedeuteten Virus-Symbol abgesperrt, damit Kino-Besucher einen Abstand von 1,5 Meter zueinander einhalten können.  (dpa/ Julian Stratenschulte)Schulunterricht im Kino? Kanzleramtschef Helge Braun hält das für denkbar. (dpa/ Julian Stratenschulte)

+++ Polen lockert in der Vorweihnachtszeit die Corona-Schutzmaßnahmen für den Einzelhandel. Unter Einhaltung strengster Hygieneauflagen dürften Geschäfte in Einkaufszentren vom 28. November an wieder öffnen, sagte Ministerpräsident Morawiecki in Warschau. Am 4. und 17. Dezember soll es außerdem zwei verkaufsoffene Sonntage geben. Es gehe um die Rettung von Millionen von Arbeitsplätzen, erklärte Morawiecki. Anfang November hatte die Regierung die Schließung aller Geschäfte in Einkaufszentren verfügt - Ausnahmen galten für Lebensmittelläden, Drogerien und Apotheken. Der landesweite Fernunterricht an allen Schulen wird bis zu den Feiertagen verlängert.

+++ Hongkong und Singapur verzichten wegen einer Zunahme von Coronavirus-Infektionen darauf, den Tourismus zwischen den beiden Regionen anzukurbeln. Die Luftverkehr-Vereinbarung, die eigentlich morgen in Kraft treten sollte, werde um mindestens zwei Wochen verschoben, teilte der Minister für Handel und wirtschaftliche Entwicklung in Hongkong, Yau, mit. Hongkong meldete am Samstag 43 neue Coronavirus-Fälle, darunter 13 örtliche Fälle, die nicht nachverfolgt werden konnten. Gemäß der Vereinbarung sollen Reisen zwischen Hongkong und Singapur ohne anschließende Quarantäne möglich sein. Voraussetzung sind Corona-Tests nach der Ankunft am Zielort.

+++ Bundesforschungsministerin Karliczek hat betont, dass es keine Pflicht zur Impfung gegen das Coronavirus geben werde. Die Impfung bleibe absolut freiwillig, sagte die CDU-Politikerin der Neuen Osnabrücker Zeitung. Sie unterstrich zugleich, dass auch nach einer Zulassung die Wirksamkeit und Sicherheit der entsprechenden Mittel weiter beobachtet würden.

Hier finden Sie Impfrisiken im Faktencheck.

+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 22.964 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Das sind rund 500 Fälle mehr als vor einer Woche. Der bisherige Höchststand war gestern mit mehr als 23.600 Neuinfektionen erreicht worden. Wie aus den Angaben auf der Internetseite des RKI hervorgeht, stiegt die Zahl der Menschen, die an oder mit dem Virus gestorben sind, um 254 auf 13.884.

+++ Der Deutsche Schaustellerbund warnt davor, dass die Absage der Weihnachtsmärkte in diesem Jahr der Adventstradition auf Dauer ein Ende setzen könnte. DSB-Hauptgeschäftsführer Hakelberg sagte der Deutschen Presse-Agentur, wenn die Schausteller-Familienbetriebe die Coronavirus-Pandemie nicht überlebten, werde es "Weihnachtsmärkte, so wie wir sie kennen und lieben, zukünftig nicht mehr geben". Das weitreichende Verbot in diesem Jahr komme "in seiner Wirkung einem Berufsausübungsverbot gleich" und bedeute für die Mehrzahl der Vereinsmitglieder einen Ausfall sämtlicher Einnahmen, beklagte Hakelberg. Vielen drohe der Untergang.

+++ Der älteste Sohn des amtierenden US-Präsidenten, der 42-jährige Donald Trump Junior, hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Er habe in dieser Woche von der Infektion erfahren, habe keine Symptome und sei in Quarantäne, teilte ein Sprecher in Washington mit. Vor ihm hatten sich bereits Präsident Trump selbst und die First Lady sowie deren gemeinsamer Sohn Barron infiziert. Sie haben sich mittlerweile wieder erholt.

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