Die Nachrichten

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Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 29. bis zum 30. August +++

Ein Patient erhält in den USA eine Injektion eines COVID-19- Impfstoffes (AFP / Chandan Khanna)
Eine Injektion mit einem Impfstoff-Kandidaten an einem Patienten in den USA (AFP / Chandan Khanna)

Die US-Arzneimittelbehörde FDA wird womöglich noch vor Abschluss einer Erprobung in der dritten klinischen Phase grünes Licht für einen Impfstoff geben. Das RKI meldete derweil 785 neue Fälle. International wächst die Sorge, sich ein zweites Mal anzustecken. Weitere Entwicklungen in unserem Newsblog.

Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier in unserem Newsblog.

Sonntag, 30. August

+++ Die US-Arzneimittelbehörde FDA will bei der künftigen Zulassung eines Covid-19-Impfstoffs keine Zeit verlieren. FDA-Chef Stephen Hahn sagt der "Financial Times", die Behörde sei darauf vorbereitet, bereits vor Abschluss einer Erprobung in der dritten klinischen Phase grünes Licht zu geben. Normalermale muss ein neues Medikament drei Phasen der klinischen Erprobung am Menschen überstehen, bevor es zugelassen wird. Die dritte Phase ist dabei üblicherweise entscheidend vor einer Zulassung. Diese kann aber auf Beschluss der FDA abgekürzt werden.

Eine Hand in Gummihandschuhe gehüllt hält eine Einwegspritze mit Impfstoff zur Injektion mit einer Kanüle - Symbolbild Corona-Impfstoff (imago/Sven Simon)Eine Hand in Gummihandschuhe gehüllt hält eine Einwegspritze mit Impfstoff zur Injektion mit einer Kanüle - Symbolbild Corona-Impfstoff (imago/Sven Simon)

+++ In Indien haben die Behörden 78.761 Corona-Neuinfektionen gemeldet. So viele Fälle binnen eines Tages sind seit Beginn der Pandemie noch in keinem anderen Land nachgewiesen worden. Ingesamt stieg die Zahl der Menschen in Indien, die sich infiziert haben, auf über 3,5 Millionen. Nur in den USA und Brasilien sind die Zahlen noch höher.

Wie Indien mit der Corona-Pandemie und den steigenden Zahlen umgeht, haben wir hier zusammengestellt.

Weltweit stieg die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen auf mehr als 25 Millionen, wie die Nachrichtenagenturen AFP und Reuters auf Grundlage offizieller Angaben melden.

+++ In Israel sind rund 2.000 Angestellte öffentlicher Labore in den Streik getreten, weil sie sich durch die zahlreichen Corona-Tests überfordert fühlten. Im Rahmen des Streiks werden bis auf Weiteres nur noch lebenswichtige Tests ausgewertet und nur Corona-Infizierte informiert - nicht aber Menschen, deren Tests negativ ausfallen.

+++ Bundespräsident Steinmeier hat mit Empörung darauf reagiert, dass am Samstagabend Demonstranten eine Absperrung am Reichstagsgebäude in Berlin durchbrochen haben und auf die Treppe des Gebäudes gestürmt sind. Er sagte, Reichsflaggen und rechtsextreme Pöbeleien vor dem Deutschen Bundestag seien ein unerträglicher Angriff auf das Herz der Demokratie. Das werde man niemals hinnehmen. Zugleich dankte er den Polizeieinsatzkräften.

Bundesinnenminister Seehofer (CSU) sagte der Zeitung "Bild am Sonntag", dass Chaoten und Extremisten das Gebäude, ein Symbol der Demokratie, für ihre Zwecke missbrauchten, sei unerträglich. Der SPD-Kanzlerkandidat Scholz schrieb auf Twitter, Nazisymbole, Reichsbürger- und Kaiserreichsflaggen hätten vor dem Deutschen Bundestag nichts zu suchen. Die Fraktionschefin der Grünen, Göring-Eckardt, sprach von erschütternden Bildern.

Protestierende hatten gestern versucht, das Reichstagsgebäude zu stürmen. Nach Polizeiangaben durchbrachen sie eine Absperrung und griffen Einsatzkräfte mit Flaschen und Steinen an. Die Polizei drängte sie mit Pfefferspray zurück. Der Fraktionsvorsitzende der Linken, Bartsch, dankte den Einsatzkräften dafür. Der FDP-Innenpolitiker Kuhle erklärte, die Behörden in der Bundeshauptstadt müssten in der Lage sein, das Durchbrechen der Absperrung um das Reichstagsgebäude zu verhindern. Wenn er sehe, wie schwarz-weiß-rote Fahnen vor dem Parlament geschwenkt werden, werde ihm schlecht.

Der AfD-Vorsitzende Chrupalla erklärte, der "großartige Erfolg dieses bürgerlichen Protestes gegen die Politik der etablierten Parteien" werde "durch die wenigen Randalierer nicht geschmälert".

An den Protesten gegen die Corona-Politik hatten schätzungsweise 38.000 Menschen teilgenommen. Es gab 300 Festnahmen. Mit den Demonstrationen in Berlin befasst sich auch unsere Presseschau am Sonntag.

+++ Der Publizist Heribert Prantl hat die gegen Coronaregeln protestierenden Menschen aufgefordert, sich klar gegen Rechtsextremisten abzugrenzen. Es sei das Kalkül von Neonazis, sich mit Sympathisanten der "Querdenker" zu vermischen. "Dieses Kalkül muss durchkreuzt werden", sagte Prantl im Deutschlandfunk. Die friedlichen Protestierer müssten sich mit der Polizei Strategien zur Abgrenzung überlegen. Ein Kritiker der Coronaregeln, der seriös sein will, "darf die Präsenz von Neonazis nicht gleichgültig oder billigend in Kauf nehmen", sagte Prantl. Die Demokratie schreibe Abstandsregeln zu Rechtsextremisten vor. Gleichzeitig betonte Prantl, dass die Demonstrationsfreiheit ein Grundrecht sei und bleibe.

+++ Nach monatelangen Schließungen aufgrund der Corona-Pandemie starten die Theater und Opernhäuser in Deutschland verhalten in die neue Saison. Viele große Häuser dürfen lediglich einen Bruchteil der sonstigen Sitzplätze besetzen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Opernbesuche während der Pandemie (AFP)Opernbesuche während der Pandemie (AFP)

+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 785 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies meldete das Robert Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen. Die Gesamtzahl der Fälle stieg auf 241.771. Sechs weitere Menschen starben an oder mit einer Coronavirus-Infektion; insgesamt sind es jetzt 9.295. Die Zahl der Genesenen beträgt Schätzungen zufolge 214.900. Damit sind rein rechnerisch derzeit rund 17.570 Menschen infiziert. Am Wochenende werden von den Gesundheitsämtern in der Regel weniger Fälle gemeldet als an Werktagen. 

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Samstag bei 1,04 (Vortag: 0,94). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,01 (Vortag: 1,01). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Ausführlicher beschäftigen wir uns hier mit dem Thema: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland.

Zur Einordnung: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum

+++ In Ungarn sind am Sonntag 292 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden vermeldet worden. Es handelt sich um den höchsten Tageswert seit Beginn der Pandemie im Land im März. Die Regierung hatte bereits angekündigt, ab kommendem Dienstag die Grenzen für Urlauber zu schließen.

+++ Französische Ärztinnen und Ärzte haben vor dem Beginn des Schuljahres am Dienstag eine Maskenpflicht für alle, die älter als sechs Jahre sind, gefordert. "Die für den Beginn des Schuljahrs am 1. September geplanten Regeln schützen weder das Personal noch die Schüler und ihre Familien", heißt es in einem offenen Brief von Medizinern, den die Zeitung "Le Parisien" veröffentlichte. Am Dienstag kehren in Frankreich mehr als zwölf Millionen Schülerinnen und Schüler aus den Sommerferien in die Klassenzimmer zurück.

+++ Deutsche Kinderärzte raten Eltern dringend, ihre Kinder in diesem Herbst gegen Grippe impfen zu lassen. Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, Hübner, verwies darauf, dass Kinder den Influenza-Virus maßgeblich übertragen würden. Abgesehen von den Gesundheitsrisiken für die Mädchen und Jungen selbst gebe es in Zeiten der Corona-Pandemie eine gesellschaftliche Verpflichtung zum Schutz anderer, sagte Hübner der Zeitung "Welt am Sonntag". Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt die Influenza-Regelimpfung für alle Kinder ab einem Alter von sechs Monaten.

Derzeit meistgelesen auf deutschlandfunk.de: So weit ist die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus.

+++ Der Soziologe Armin Nassehi hält den Mund-Nasenschutz für ein mittlerweile "politisierbares Requisit". "Wer die Maske trägt, hat eingesehen, dass es eine Krise gibt", sagte Nassehi im Deutschlandfunk. Sie sei ein Symbol für Anpassung und richtiges Verhalten. Wer protestieren wolle, werde daher keine tragen. Denn so würde wiederum ein Kontext produziert, in dem das Tragen der Maske mit Peinlichkeit in Verbindung gebracht wird. Nassehi sagte, dass man die Maske kaum mehr dafür tragen könne, wofür sie da sei: Nämlich für den Infektionsschutz. "Man demonstriert eine Haltung", sagte er.

+++ Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Laschet wünscht sich für den Karneval in der Corona-Pandemie eine gemeinsame Regelung mit dem benachbarten Bundesland Rheinland-Pfalz.

Diese solle von den Vereinen mitgetragen werden, sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag". Dann würden die Menschen verstehen, dass man mit dem Virus nicht so feiern könne, wie es üblich gewesen sei. Karneval, wie man ihn kenne – mit vielen Menschen auf engem Raum und Alkohol – sei schwer vorstellbar. Angesichts von anderen ausgefallenen Festen und Veranstaltungen sei doch klar, dass auch der Karneval zur Disposition stehe, ergänzte Laschet.

+++ Der Bundestag verstärkt nach der Sommerpause seine Maßnahmen zum Infektionsschutz. In einer Hausmitteilung empfiehlt Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble das Tragen einer Maske in allen Gebäuden des Bundestages ab dem 1. September. "Im Plenarsaal, in Sitzungssälen und Besprechungsräumen sowie in Büroräumen, insbesondere dem eigenen, kann die Maske abgenommen werden, wenn man einen Sitzplatz mit dem erforderlichen Abstand von mindestens 1,5 Metern eingenommen hat und eine gute Belüftung gewährleistet ist", zitiert die dpa aus dem Schreiben. Abgenommen werden könne die Maske auch bei Redebeiträgen im Plenarsaal und anderen Sitzungssälen, wobei auch hier auf die Einhaltung des Mindestabstands zu achten sei. Eine solche Empfehlung hatte Schäuble vor kurzem den Bundestagsabgeordneten in einem Schreiben gegeben. Die neue Hausmitteilung richtet sich vorrangig an die rund 3.100 Beschäftigten der Bundestagsverwaltung sowie die knapp 2.800 Mitarbeiter der Abgeordneten.

+++ Brasilien hat die Schwelle von 120.000 Pandemie-Toten überschritten. In dem südamerikanischen Land mit 212 Millionen Einwohnern starben inzwischen 120.262 Menschen an oder mit dem Coronavirus, wie das Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte. Mehr als 3,8 Millionen Menschen in dem Land haben sich mit dem Virus infiziert. Brasilien ist weltweit das zweite Land mit mehr als 120.000 Corona-Toten. Noch mehr Tote zählen nur die USA mit mehr als 182.000. Anders als in Europa und Asien, wo die Infektionszahlen und Todesfälle zunächst stark anstiegen und dann mit den Ausgangssperren wieder zurückgingen, verharrt die Pandemie in Brasilien seit drei Monaten auf einem hohen Niveau mit durchschnittlich rund tausend Todesfällen am Tag. Das Virus hat sich inzwischen in empfindlicheren Bevölkerungsgruppen und im Landesinneren ausgebreitet. Besonders hart betroffen sind die armen Bewohner übervölkerter Favelas oder Slums sowie indigene Völker im Amazonas-Gebiet. Der ultrarechte brasilianische Präsident hat die Gefahr durch das Coronavirus immer wieder kleingeredet. 

+++ In Ecuador haben Forscher das Corona-Virus erneut bei einem Patienten nachgewiesen, der eine solche Infektion bereits überstanden hatte. Der Krankheitserreger sei bei der Person im Mai und dann erneut im August entdeckt worden, teilte das Institut für Mikrobiologie der Universität von Quito mit. Es habe sich um zwei verschiedene Stämme des Coronavirus gehandelt. Der Mann sei nur leicht erkrankt. Zuvor hatten bereits Forscher in Hongkong, Belgien, in den Niederlanden und in den USA von Fällen erneuter Ansteckungen mit dem Coronavirus berichtet.

Samstag, 29. August

+++ Großbritannien meldet 1.108 neue Fälle. Das sind etwas weniger als am Freitag. Weitere zwölf Personen seien binnen 28 Tagen nach einem positiven Corona-Test gestorben, teilt die Londoner Regierung mit. Großbritannien hatte die Tests zuletzt ausgeweitet, vor allem in Regionen, wo es zu lokalen Virus-Ausbrüchen gekommen ist.

+++ Wissenschaftler haben einer Studie zufolge eine erneute Corona-Infektion eines bereits seit längerem genesenen Patienten in den USA nachgewiesen. Dies zeige, dass die Immunität nach einer Infektion nicht absolut sei und Mehrfachansteckungen möglich seien, hieß es in der Studie. Zudem sei die zweite Erkrankung des Patienten schwerer ausgefallen als die erste. Es sei aber unklar, inwieweit daraus generelle Schlussfolgerungen gezogen werden könnten. Zuletzt hatten bereits Forscher in Hongkong, Belgien und den Niederlanden von dokumentierten Fällen erneuter Infektionen berichtet. Sie gelten bislang als Einzelfälle. Die ausführliche Meldung lesen Sie hier.

+++ Kurz vor dem Start der Tour de France am frühen Nachmittag wurden die Ausschluss-Regelungen für die Rennradteams erneut angepasst. Wie Tourchef Prudhomme mitteilte, werden Mannschaften nun doch bei zwei Coronainfektionen innerhalb von sieben Tagen im gesamten Team - inklusive Betreuungsstab - vom Wettbewerb ausgeschlossen. Die Entscheidung sei aufgrund der stark steigenden Fallzahlen in Frankreich von einem Krisenstab der Regierung getroffen worden.

+++ In Indien sind 76.472 Neuinfektionen binnen eines Tages registriert worden. Das sind zwar etwas weniger als an den vergangenen Tagen, als Rekordwerte gemeldet wurden. Doch Indien verzeichnet derzeit den steilsten Anstieg bei den Infektionszahlen weltweit. Insgesamt seien mittlerweile rund 3,46 Millionen Ansteckungsfälle nachgewiesen, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus sei um 1.021 auf 62.550 gestiegen. In Indien leben rund 1,38 Milliarden Menschen.

In Indien wird einem Mann mit Maske ein Abstrich aus der Nase entnommen. (www.imago-images.de)Corona-Test in Indien (www.imago-images.de)

+++ Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet für Deutschland 1.479 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Damit bleiben die Infektionszahlen weitgehend stabil. Laut RKI starb ein weiterer Menschen an oder mit einer Coronainfektion.

+++ Der CDU-Vorsitzkandidat Röttgen hat sich dafür ausgesprochen, dass Reisen in Corona-Risikogebiete künftig vorab bei den Gesundheitsämtern angezeigt werden müssen. Es sei nicht rational, mitten in einer Pandemie in eine Gegend zu fahren, die ein Corona-Risikogebiet darstelle, sagte Röttgen der "Welt". Wer das tue, müsse akzeptieren, dass dieser Urlaub keine reine Privatangelegenheit mehr sei, denn er gefährde damit die öffentliche Gesundheit.

Statistiken des Robert Koch-Instituts und aus den Bundesländern zeigen: Viele Menschen bringen das Virus aus dem Urlaub mit. Informationen zu den gestiegenen Infektionszahlen haben wir hier zusammengestellt.

+++ Die für heute angemeldeten Kundgebungen in Berlin gegen die Corona-Schutzmaßnahmen dürfen endgültig stattfinden. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg bestätigte in der Nacht im Wesentlichen die beiden gestrigen Eilbeschlüsse des Verwaltungsgerichts. Damit ist das polizeiliche Verbot der Demonstration aufgehoben. Laut dem Verwaltungsgericht kann die Demonstration stattfinden – allerdings unter konkreten Auflagen.

Der Soziologe Dieter Rucht sieht unter den Teilnehmern von Protesten gegen die Corona-Maßnahmen viele Einzelgruppen – neben sogenannten "besorgten Bürgern" etwa auch Rechtsextreme. Den Versuch, die Demonstration zu verbieten, nennt er im Deutschlandfunk unklug.

Ob Großdemonstrationen zu steigenden Infektionszahlen führen können, ist bisher nicht ganz klar. Unter welchen Bedingungen es schon zu sogenannten "Superspreading-Events" kam, können Sie hier nachlesen.

+++ Argentinien meldet mit 11.717 Corona-Neuinfektionen einen neuen Tageshöchstwert, in dem südamerikanischen Land leben knapp 45 Millionen Menschen. Dennoch kündigt die Regierung eine Lockerung der landesweiten Schutzmassnahmen an. Künftig dürfen bis zu zehn Personen im Freien zusammenkommen, wenn sie eine Maske tragen und auf die Abstandsregeln achten, wie Präsident Fernandez in einer Fernsehansprache erklärt. Bislang wurden in dem südamerikanischen Land 392.009 Ansteckungen mit dem Coronavirus bestätigt, 8.271 Menschen sind an oder mit der Infektion gestorben.

Ein Polizist mit Maske läuft durch Buenos Aires, Argentinien. (Imago)Ein Polizist mit Maske läuft durch Buenos Aires, Argentinien. (Imago)

+++ In der chinesischen Stadt Wuhan sollen am Dienstag Schulen und Kindergärten wieder öffnen. Mehr als 2.800 Bildungs- und Betreuungsinstitute sowie 1,4 Millionen Kinder und Jugendliche sind davon betroffen, wie die lokalen Behörden mitteilten. Die Universität der Stadt ist bereits seit Montag geöffnet. In Wuhan wurden seit Mitte Mai keine lokalen Übertragungen des Coronavirus mehr registriert.

+++ SPD-Kanzlerkandidat Scholz hat im Falle eines Wahlsiegs Steuererhöhungen für Besserverdienende angekündigt. Der Bundesfinanzminister sagte der "Rheinischen Post", angesichts der vielen Aufgaben, die der Staat jetzt schultere, müsse klar sein, dass Leute, die ein paar hunderttausend Euro verdienten, künftig einen höheren Beitrag zur Finanzierung des Gemeinwesens leisten könnten.

+++ Der designierte FDP-Generalsekretär Wissing fordert ein baldiges Ende der staatlichen Hilfen für Unternehmen in der Corona-Pandemie. Wissing sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", die staatliche Beteiligung berge die Gefahr eines starken politischen Einflusses auf Unternehmen. Das könne nicht lange gut gehen. Der CDU-Politiker Merz sagte im "Interview der Woche" des Deutschlandfunks, es sei fragwürdig, dass der Bund an 500 Unternehmen beteiligt sei.

Freitag, 28. August

+++ In Frankreich steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen stark an. In den vergangenen 24 Stunden seien 7.379 neue Fälle gezählt worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Am Vortag waren es mehr als 6000. Die Gesundheitsbehörden sprechen inzwischen von einem exponentiellen Anstieg. Die Bundesregierung hat für den Großraum Paris und weite Teile der Mittelmeerküste eine Reisewarnung ausgesprochen. Was die steigenden Fallzahlen in Frankreich bedeuten, haben wir für Sie hier zusammengefasst

+++ Das Berliner Verwaltungsgericht hat das Verbot der für morgen geplanten Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen aufgehoben. Die Entscheidung wurde von vielen Politikern begrüßt. Das Land Berlin will aber doch noch ein Verbot erwirken. Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier.

Wegen des Streits um die verbotene Großdemonstration gegen die Corona-Politik am Samstag in Berlin hat Innensenator Geisel, SPD, vor einem konfliktreichen Wochenende in der Hauptstadt gewarnt. Er sagte der Süddeutschen Zeitung, es gebe eine ganz erhebliche Androhung von Gewalt. Die Polizei sei jedoch auf alle Szenarien vorbereitet. Tausende Polizisten seien auch aus anderen Bundesländern und vom Bund zusammengezogen worden. Lesen Sie hier mehr zu den Hintergründen des Verbots

+++ Bundeskanzlerin Merkel hat erneut an die Menschen appelliert, das Coronavirus ernst zu nehmen und sich verantwortungsvoll zu verhalten. Die meisten täten dies, sodass die Situation in Deutschland nicht so schlimm sei wie in anderen Ländern, sagte Merkel in ihrer jährlichen Sommerpressekonferenz in Berlin. Das liege auch daran, dass das Gesundheitssystem hierzulande gut aufgestellt sei. Es sei aber davon auszugehen, dass sich die Pandemie im Herbst und Winter verschärfen werde.

+++ Auch der Weihnachtsmarkt in der Kölner Altstadt wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Das Risiko und die Infektionsgefahr seien zu groß, vor allem bei der An- und Abreise und in Warteschlangen, teilte der Vernstalter mit. Zuvor war bereits der Markt am Kölner Dom abgesagt worden. Hier geht es zu unserer Nachrichtenmeldung.  

Besucherin an einem Stand des Kölner Weihnachtsmarkt (Deutschlandradio / Andreas Diel)Der Weihnachtsmarkt auf dem Kölner Alter Markt ist bei Besuchern sehr beliebt (Deutschlandradio / Andreas Diel)

+++ Der Casino- und Hotelkonzern MGM Resorts International entlässt in den USA 18.000 Mitarbeiter. Konzernchef Bill Hornbuckle erklärte in einer Mitteilung an die Belegschaft, zwar hätten nach dem Corona-Shutdown zahlreiche Casinos wieder öffnen können. Die Branche leide aber nach wie vor unter der Pandemie. MGM hatte im März wegen der Corona-Krise alle seine Casino-Hotels in den USA geschlossen und 62.000 seiner 70.000 Mitarbeiter in den Zwangsurlaub geschickt. Die meisten Casinos haben ihren Betrieb inzwischen zwar wieder aufgenommen, die Besucherzahlen erholen sich aber nur langsam. Der Konzern betreibt landesweit Casinos, darunter in Las Vegas das Bellagio, das MGM Grand und das Mirage.

+++ Die Niederlande ziehen das Aus für die Nerz-Zucht vor. Nach Corona-Infektionen auf zahlreichen Farmen haben die Niederlande das vorzeitige Ende der Pelztier-Produktion angekündigt. Zum 1. März 2021 müssen alle Zuchtbetriebe ihren Arbeit einstellen, kündigte die Regierung in Den Haag an. Ein Verbot der Zucht war nach einem Gerichtsurteil bereits früher beschlossen worden, doch das sollte erst 2024 in Kraft treten. Auf mehr als 40 Nerz-Farmen waren Infektionen mit dem Coronavirus festgestellt worden. In mehreren Fällen waren auch Menschen angesteckt worden. Alle Tiere der betroffenen Betriebe waren getötet worden.

Neugeborene Nerz-Welpen in einem Käfig auf einer Nerzfarm in den Niederlanden (dpa/VidiPhoto)Nerz-Welpen auf einer Farm in der niederländischen Provinz Gelderland (dpa/VidiPhoto)

+++ Deutsche Reisende müssen sich von diesem Montag an bei Ankunft in Estland in eine zweiwöchige Quarantäne begeben. Dies geht aus einer vom Außenministerium in Tallinn veröffentlichten Liste von Ländern mit hohen Corona-Ansteckungsraten hervor. Grund dafür ist demnach die steigende Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland. Wegen der Quarantänepflicht rät das Auswärtige Amt von nicht notwendigen touristischen Reisen in den baltischen Ostseestaat ab.

 

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