Die Nachrichten
Die Nachrichten

Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 3. und 4. Juni +++

Ein Marderhund in einem Käfig in der chinesischen Guangzhou (AFP / Peter PARKS)
Die Corona-Beschränkungen in den Niederlanden sind weiter gelockert worden. (AFP / Peter PARKS)

Der Virologe Drosten vermutet, dass das neuartige Coronavirus über Pelzfarmen auf den Menschen übertragen wurde. 45,4 Prozent der Deutschen sind mindestens einmal geimpft. In den Niederlanden darf man ab heute wieder Kulturstätten und die Innengastronomie besuchen. Weitere Entwicklungen im Newsblog.

Freitag, 4. Juni

+++ Die belgische Regierung hat für kommende Woche weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen angekündigt. Einen Monat nach der Öffnung ihrer Außenbereiche dürfen Cafés und Restaurants ihre Kunden ab Mittwoch auch wieder in geschlossenen Räumen bedienen, wie Regierungschef De Croo nach Regierungsberatungen bekanntgab. Ab dem 9. Juni dürfen Kinos, Sporthallen und Saunas wieder öffnen, wenn sie sich an bestimmte Belüftungsregeln halten. Zudem wird die Besucherzahl bei Shows oder Sportveranstaltungen - ebenfalls unter Corona-Auflagen - deutlich erhöht. 

+++ Ab Montag können Reisende auch ohne den bisher obligatorischen PCR-Test nach Spanien einreisen. Ein Antigentest, ein Nachweis einer vollständigen Impfung oder einer Genesung von einer Corona-Erkrankung reiche dann aus, teilte das spanische Gesundheitsministerium mit. Das erleichtert auch Reisen zu der bei Deutschen beliebten Urlauberinsel Mallorca, da jetzt bei Hin- und Rückflug ein negativer Antigentest ausreicht. Dieser ist schneller und deutlich günstiger.

+++ Mexiko will gespendeten Impfstoff aus den USA an der gemeinsamen Grenze einsetzen, um diese möglichst bald wieder öffnen zu können. Die USA haben angekündigt, 25 Millionen Impfdosen an andere Länder zu spenden - der südliche Nachbar soll davon gut eine Million Dosen des Vakzins von Johnson & Johnson bekommen. Damit will Mexiko zunächst ein Drittel der Menschen im Alter zwischen 18 und 40 Jahren impfen, die in den Gemeinden an der US-Grenze leben, wie Außenminister Ebrard mitteilte.

Eine Familie überquert die Stanton-Brücke von El Paso in Texas aus zurück nach Ciudad Juárez. (AFP / Herika Martinez)Menschen an der Grenze zwischen Mexiko und den USA. (AFP / Herika Martinez)

+++ Eine Löwin ist in einem indischen Zoo gestorben, nachdem sie zuvor positiv auf Corona getestet worden war. Auch weitere Löwen im Arignar Anna Zoological Park in der Stadt Chennai seien positiv getestet worden, teilten die indische Nachrichtenagentur IANS und andere Medien unter Berufung auf eine Mitteilung des Zoos mit. Demnach sei die verstorbene Löwin Neela asymptomatisch gewesen und habe lediglich kurz vor ihrem Tod am Donnerstag Nasensekret gezeigt. Andere Löwen in dem Zoo hätten teils gehustet und den Appetit verloren. Weitere Proben seien an Labore geschickt worden, die kranken Tiere würden behandelt. Ihre Tierpflegerinnen und Tierpfleger seien gegen Corona geimpft und trügen zudem Schutzanzüge, hieß es.

+++ Die USA haben eine große Corona-Impfstoff-Spende für das südkoreanische Militär auf den Weg gebracht. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Price, schrieb am Freitag auf Twitter, eine Million Dosen des Präparats von Johnson & Johnson seien unterwegs nach Südkorea. Damit werde die Sicherheit und Einsatzbereitschaft von südkoreanischen und amerikanischen Truppen sichergestellt. Der Impfstoff von Johnson & Johnson entfaltet seine volle Wirkung bereits nach einer Dosis.

+++ Serbien beginnt mit der Produktion des russischen Impfstoffs Sputnik V gegen das Coronavirus. Der in Serbien für Innovation und Technologie zuständige Minister Popovic und Russlands Vizepremier Borissow feierten in Belgrad den Produktionsstart im Torlak-Institut für Virologie, berichtete das serbische Nachrichtenportal "danas.rs". Binnen sechs Monaten sollen dort in russischer Lizenz vier Millionen Impfdosen hergestellt werden. Nach dem Willen der serbischen Regierung solle damit auch anderen Ländern in der Region geholfen werden.

+++ Reisende aus Deutschland müssen in Dänemark von Samstagnachmittag an nicht mehr in Quarantäne. Dies gilt auch für Dänen, die von einer Deutschlandreise zurückkehren. "Deutschland öffnet sich wieder für uns", sagte Außenminister Kofod. Ein negativer Corona-Test wird aber weiter verlangt. Die neue Regel tritt morgen um 16.00 Uhr in Kraft. Zuletzt mussten deutsche Dänemark-Urlauber entweder geimpft sein oder nach der Einreise in Quarantäne gehen.

+++ Im Kampf gegen Covid-19 haben die Länder laut der Weltgesundheitsorganisation rund zwei Milliarden Impfdosen an ihre Einwohner verteilt. Doch nur 0,5 Prozent davon seien den Menschen in den ärmsten Staaten zugutegekommen, erklärte der Berater der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Aylward, in Genf. In diesen ärmsten Staaten, viele davon in Afrika, lebten rund zehn Prozent der Weltbevölkerung, schätzungsweise rund 7,9 Milliarden Menschen.

Das Foto zeigt eine Impfung in Kampala/Uganda im Juni 2021. (imago)Das Foto zeigt eine Impfung in Kampala/Uganda im Juni 2021. (imago)

+++ Seitenscheibe runter und Arm raus: Mehrere Ärzte wollen in Meerbusch bei Düsseldorf morgen fast 3.000 Impfwillige im Vorbeifahren impfen. Dazu richten sie einen Drive-in-Parcours in einem Gewerbegebiet ein. An vier Stationen soll alles rund um den Pieks abgewickelt werden, berichten Arzt Markus Groteguth und seine Kollegen auf ihrer Homepage. "Alle Termine waren in sechs Stunden ausgebucht, wir hatten fast 50 000 Besucher auf der Webseite", sagte Organisatorin Maria Groteguth. Geimpft werden nur Menschen aus dem Einzugsbereich der Praxis in Meerbusch mit vorheriger Online-Terminanmeldung. 120 freiwillige Helfer und 20 Arzthelferinnen, Krankenschwestern und Ärzte stehen bereit.

+++ Durch eine Sicherheitslücke in der Software eines Corona-Schnelltestanbieters mit Stationen in München und Berlin konnten Unbefugte auf Testergebnisse und andere sensible Daten zugreifen. Entdeckt wurde die Schwachstelle durch das Hackerkollektiv "Zerforschung". Der betroffene Anbieter, die MyDerma GmbH mit Sitz in Berlin, teilte mit, die "mögliche Schwachstelle" habe einige Tage lang bestanden, sei aber, "wie wir sehen können, von niemandem genutzt" worden.

+++ Aufgrund der sich bessernden Corona-Lage in Italien stehen für weitere Regionen deutliche Lockerungen bevor. Gesundheitsminister Speranza will eine Anordnung unterzeichnen, wonach die Regionen Abruzzen und Umbrien in Mittelitalien sowie Ligurien und Venetien im Norden sogenannte Weiße Zonen würden, wie sein Ministerium in Rom mitteilte. Damit gelten ab Montag in 7 der rund 20 Regionen die lockersten Corona-Regeln. Dann entfällt etwa die nächtliche Ausgangssperre, die derzeit im Rest des Landes um 23.00 Uhr beginnt, und ab Montag erst um Mitternacht. Zudem dürfen in Restaurants innen und außen mehr Gäste an einem Tisch sitzen. Überall gilt weiter die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung.

+++ Wegen sinkender Corona-Infektionszahlen streicht die Bundesregierung am Sonntag Italien, Tschechien und weite Teile Österreichs von der Liste der Risikogebiete. Das gilt auch für beliebte Urlaubsgebiete in Kroatien, 8 von 26 Schweizer Kantonen sowie für die französische Insel Korsika, wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilte. Hinzu kommen einige Überseegebiete Frankreichs und der Niederlande sowie der Vatikan. Wer aus diesen Gebieten auf dem Landweg nach Deutschland kommt, muss künftig keinerlei Einreisebeschränkungen wegen Corona mehr beachten. Nur Flugpassagiere müssen noch einen negativen Test vorweisen. Gelockert werden die Einreisebeschränkungen auch für die Türkei, Schweden und Litauen. Diese drei Länder werden vom Hochinzidenz- zum Risikogebiet zurückgestuft.

Mehr Informationen zu den Risikogebieten finden Sie hier. 

+++ Urlauber und Einheimische auf Mallorca haben in der Nacht zum Freitag das von der Justiz angeordnete vorzeitige Ende der nächtlichen Ausgangssperre gefeiert. Wie auf Aufnahmen des TV-Senders IB3 zu sehen ist, kam es an der Playa de Palma zu Trinkgelagen und größeren Menschenansammlungen. Eigentlich sollte die nächtliche Ausgangssperre auf der bei deutschen Urlaubern beliebten Baleareninsel erst in der Nacht zu Sonntag enden. Doch Spaniens Oberster Gerichtshof hatte die Sperrstunde sowie die Beschränkung der Personenzahl bei privaten Treffen am Donnerstag für gesetzwidrig erklärt. Beide Beschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie waren sofort außer Kraft gesetzt.

+++ Die sieben führenden Industrieländer, unter ihnen Deutschland, wollen auf künftige Pandemien besser vorbereitet sein. Die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass man solche weltweiten Krankheitsausbrüche nur gemeinsam bewältigen könne und nicht im nationalen Alleingang, erklärte Gesundheitsminister Spahn nach dem G7-Ministertreffen in Oxford.

Eine Intensivpflegerin versorgt auf der Intensivstation am Klinikum Braunschweig einen an Covid-19 erkrankten Patienten.  (dpa-Bildfunk / Ole Spata)Eine Intensivpflegerin versorgt auf der Intensivstation am Klinikum Braunschweig einen an Covid-19 erkrankten Patienten. (dpa-Bildfunk / Ole Spata)

+++ Zur Versorgung ärmerer Länder mit Corona-Impfstoff befürwortet die Europäische Union Zwangslizenzen. Das geht aus einem Vorschlag für Gespräche im Rahmen der Welthandelsorganisation hervor, den die EU-Kommission veröffentlichte

+++ Ungarn beendet die Massenimpfungen gegen das Coronavirus und reduziert die Zahl der Impfzentren. Ministerpräsident Orban sagte in einer Radioansprache, das Impfprogramm der Regierung bedeute eine große Belastung für Ärzte und Krankenhäuser. Außerdem hätten viele Menschen bereits eine Impfung erhalten. Bürger, die noch nicht geimpft sind, müssen sich jetzt auf eigene Faust bei den verbliebenen Anbietern um einen Termin bemühen, wie der Regierungschef erklärte. Seinen Angaben zufolge haben 54 Prozent der ungarischen Bevölkerung von rund zehn Millionen Menschen eine erste Dosis erhalten, 38 Prozent haben den vollen Impfschutz.

+++ Die bayerische Staatregierung hat den Katastrophenfall aufgehoben. Hintergrund seien die gesunkenen Infektionszahlen, teilte Ministerpräsident Söder nach eine Kabinettssitzung mit. Es nun umfangreiche Lockerungen geben. Es sei jetzt an der Zeit, mehr Normalität zu ermöglichen. Ab Montag würden und die Kontaktmöglichkeiten im privaten Bereich wieder erleichtert. Auch für Schülerinnen und Schüler soll es je nach Infektionsgeschehen Präsenzunterricht geben. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird ihre drei EM-Gruppenspiele in München voraussichtlich vor Publikum austragen. Er halte es für vertretbar, 20 Prozent der Zuschauer in das Stadion zu lassen, führte Söder aus.

+++ Kinder und Jugendliche können sich auch gegen den Willen ihrer Eltern gegen das Coronavirus impfen lassen. "Wenn mir ein 14-Jähriger klar erklären kann, warum er geimpft werden will und das Thema auch versteht, dann ist eine Impfung ohne Einwilligung der Eltern möglich", sagte Jakob Maske, Bundespressesprecher vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Eine Empfehlung an Ärzte, Kinder und Jugendliche ohne Einwilligung der Eltern zu impfen, wollte Maske aber nicht aussprechen. Der goldene Weg sei, die Eltern mit ins Boot zu holen.

+++ In Indien geht die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus zurück. Das Land meldete am Freitag weitere 132.364 Fälle innerhalb von 24 Stunden. Diese Zahl war damit geringer als die der genesenen Patienten. Wegen des rückläufigen Trends lockerten die Behörden in mehreren Unionsstaaten ihre Corona-Beschränkungen.

Indien, Hyderabad: Tagelöhnerinnen warten während des coronabedingten Lockdowns auf einem Gehweg auf eine Transportmöglichkeit. (Mahesh Kumar A/AP/dpa)Coronavirus in Indien (Mahesh Kumar A/AP/dpa)

+++ Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt jetzt bei 29,7. Am Vortag hatte der Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 34,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche gelegen. Binnen eines Tages wurden zudem 3.165 Neuinfektionen verzeichnet. Das sind 4.215 weniger als vor einer Woche. Deutschlandweit hat das RKI zudem 86 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Allerdings ist es möglich, dasss wegen des gestrigen Feiertags in einigen Bundesländern nicht alle Gesundheitsämter ihre Daten übermittelt haben.

Mehr aktuelle Zahlen rund um das Coronavirus finden Sie hier.

+++ Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Mertens, hat in der Debatte um Corona-Kinderimpfungen erneut angedeutet, dass es keine generelle Empfehlung geben wird. "Es ist keine generelle Empfehlung der Stiko für alle gesunden Kinder zu erwarten", sagte Mertens am Freitag im ZDF. Für die Empfehlung einer Impfung bei allen gesunden Kindern reichten die Daten bei weitem nicht aus.

+++ Die Gehälter der Vorstandschefs von Europas wichtigsten Unternehmen sind in der Corona-Krise auf den niedrigsten Stand der vergangenen zehn Jahre gesunken. Im Schnitt verdienten die Top-Manager der 62 in den führenden Börsenindizes Stoxx Europe 50 und Euro Stoxx 50 vertretenen Konzernen im vergangenen Jahr 5,31 Millionen Euro, zwölf Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie aus einer Reuters vorliegenden Studie der Vergütungsberatung hkp hervorgeht. Dabei kommt ihnen zugute, dass ihre Direktvergütungen - also Fixgehalt, kurzfristige Boni und neu erworbenen Ansprüche auf langfristige Boni - nur zu 30 Prozent erfolgsabhängig sind. Denn die Nettogewinne der von ihnen geführten Unternehmen sind im Corona-Jahr 2020 um fast die Hälfte eingebrochen.

+++ Der CDU-Politiker Voigt fordert, unter einer Sieben-Tage-Inzidenz von 20 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner sämtliche Corona-Auflagen aufzuheben. Der Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Thüringen sagte der "Bild"-Zeitung, man müsse den Menschen endlich etwas zutrauen und dürfe ihnen "nicht mit unnütz gewordenen Maßnahmen den Sommer vermiesen". Unter einer 20er-Inzidenz lagen nach Angaben des Robert Koch-Instituts zuletzt Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Brandenburg.

+++ Für das internationale Corona-Impfprorgamm COVAX stehen mittlerweile 9,6 Milliarden Dollar zur Verfügung, um in mehr als 90 der ärmsten Länder Impfungen durchzuführen. Die USA kündigten an, 60 Millionen Corona-Impfdosen, die als Spenden für andere Länder vorgesehen seien, über die COVAX-Initiative zu verteilen. Weitere 20 Millionen sollten direkt an Länder mit Bedarf geschickt werden, erklärte das Weiße Haus. Eine Auslieferung sei bis Ende Juni geplant. Ein weltweiter online-Spendenaufruf zur Finanzierung von COVAX hatte fast zweieinhalb Milliarden Dollar zusätzlich eingebracht, wie die Impfinitiative Gavi, die das Programm leitet, in Genf mitteilte.

Donnerstag, 3. Juni

+++ Großbritannien setzt Portugal wieder auf eine Liste von Reisezielen, bei denen Rückkehrer wegen des Coronavirus mit einer Quarantäne rechnen müssen. Der britische Verkehrsminister Shapps sagte, die "schwierige Entscheidung", Portugal von der Liste der sicheren Reiseländer in der Coronavirus-Pandemie zu nehmen, sei wegen steigender Infektionszahlen dort und Bedenken wegen neuer Varianten des Virus getroffen worden.

+++ Nach dem Tod eines an Covid-19 erkrankten jungen Indien-Rückkehrers in Dresden hat das Gesundheitsamt für alle Bewohner eines Hochhauses Quarantäne angeordnet. Es handelt sich um ein Studentenwohnheim. Hintergrund sei der schnelle Krankheitsverlauf des Mannes, dessen Gesundheit sich nach zunächst gutem Allgemeinzustand rapide verschlechtert habe, teilte die Stadt mit. Er war zuvor aus Indien zurückgekehrt und hatte keine erkennbaren Vorerkrankungen. Es bestehe der begründete Verdacht, dass die Infektion auf eine Virusvariante zurückzuführen sei. Wie alt der Mann war, wurde nicht mitgeteilt.

+++ Das Hilfswerk Unicef hat in der Pandemie Millionen Kinder versorgt - vor allem mit Wasser und anderen lebensnotwendigen Gütern.

+++ Während die Industrieländer den Höhepunkt der Corona-Krise anscheinend hinter sich haben, kämpft Afrika mit rasant steigenden Infektionszahlen und Impfstoffmangel. Angesichts der Lage warnte die Weltgesundheitsorganisation, dass Afrika nicht auf eine dritte Pandemie-Welle vorbereitet sei. Besonders betroffen seien Uganda sowie die Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, Kinshasa.

"Viele afrikanische Krankenhäuser und Kliniken sind noch lange nicht darauf vorbereitet, einen enormen Anstieg an schwer erkrankten Patienten zu bewältigen", sagte die WHO-Regionaldirektorin für Afrika. "Die Gefahr einer dritten Welle in Afrika ist real und nimmt zu", fügte sie hinzu.

Gleich mehrere Varianten des ursprünglichen Coronavirus sind in Deutschland angekommen. Dominierend ist immer noch die britische Variante B.1.1.7, aber auch B.1.617 aus Indien wird vermehrt nachgewiesen. Wie gefährlich sind die Coronavirus-Varianten, wie wirksam die Impfstoffe noch? Ein Überblick.

+++ 60 Menschen haben im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg nach Angaben des Bezirksamtes kurz nach oder im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Erhalt einer Impfbescheinigung ihre Bereitschaft als Wahlhelfer zurückgezogen. Das Wahlamt prüfe die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahren, sagte Stadträtin Heiß der Deutschen Presse-Agentur. Zunächst hatte der Tagesspiegel berichtet. Wahlhelfer haben Anspruch auf eine Schutzimpfung gegen das Coronavirus. Sie gehören zur Prioritätsgruppe drei.

Das Foto zeigt einen Helfer mit AstraZeneca-Impfstoff für die COVAX-Initiative am Ivato International Airport in Antananarivo, Madagaskar.  (AFP / Mamyrael)Die G7-Staaten wollen COVAX voranbringen. (AFP / Mamyrael)

+++ Die Gesundheitsminister der sieben größten Industrienationen G7 haben sich dafür ausgesprochen, das internationale Corona-Impfprogramm COVAX zu unterstützen. Zum Auftakt ihrer zweitägigen Konferenz in Oxford sagte der britische Resssortchef Hancock, global betrachtet sei die Menschheit nur so stark wie das schwächste Glied in der Kette. Deshalb müsse man Daten besser austauschen, um die Ausbreitung von Krankheiten frühzeitig zu stoppen.

+++ Das Weiße Haus hat die Pläne von US-Präsident Biden zur Verteilung von Impfstoffen in aller Welt bekanntgegeben. Auch AP berichtet darüber.

+++ Ein Spendenaufruf zur Finanzierung von Covax hat die Erwartungen übertroffen. Bei der Online-Veranstaltung mit Regierungen und Stiftungen aus aller Welt kamen zusätzlich 2,4 Milliarden Dollar (knapp zwei Milliarden Euro) zusammen, wie die Impfinitiative Gavi in Genf mitteilte. Damit stehen nun insgesamt 9,6 Milliarden Dollar zur Verfügung, um in mehr als 90 der ärmsten Länder Corona-Impfkampagnen durchzuführen.

+++ Und hier die dpa-Übersicht über die vergangenen sieben Tage in Deutschland.

Die Grafik zeigt die Corona-Fälle der letzten 7 Tagein Deutschland. (dpa-Grafik)Corona-Fälle der letzten 7 Tage (03.06.2021) (dpa-Grafik)

+++ Jeder zweite Erwachsene in Großbritannien ist mittlerweile vollständig gegen Corona geimpft. "Ein weiterer wichtiger Meilenstein heute", twitterte Impf-Staatssekretär Zahawi. "50 Prozent aller Erwachsenen in Großbritannien haben nun den Schutz von zwei Impfdosen." Mehr als drei Viertel der Erwachsenen haben bislang eine erste Corona-Impfung erhalten.

+++ Die Menschen in Deutschland sehen die EU-Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie einer Umfrage zufolge deutlich kritischer als andere Europäer. Nur 35 Prozent der Befragten in der Bundesrepublik waren mit den Maßnahmen zufrieden, im Vergleich zu 48 Prozent im EU-Durchschnitt. Dies geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten neuen Eurobarometer unter knapp 27 000 Menschen hervor. Auch EU-weit ist eine knappe Mehrheit von 50 Prozent unzufrieden, in Deutschland 63 Prozent.

+++ Eine EU-Studie hat einen starken Anstieg von Antisemitismus auf Online-Plattformen in der Corona-Pandemie festgestellt. In den ersten zwei Monaten dieses Jahres seien auf Twitter, Facebook und Telegram dreizehn mal so viele antisemitische Inhalte auf Deutsch wie in den Vorjahresmonaten festgestellt worden, erklärte die EU-Kommission als Auftraggeberin der Studie des Instituts für Strategischen Dialog (ISD) am Donnerstag in Brüssel.

+++ Bundespräsident Steinmeier hat zu einer Weiterentwicklung der Europäischen Union nach der Überwindung der Corona-Pandemie aufgerufen. Europa, über das gern leichtfertig schlecht geredet werde, habe "nach einigen nationalen Reflexen" am Anfang der Krise ein «wirklich bemerkenswertes Maß an Zusammenhalt und Solidarität gezeigt», sagte er am Donnerstag in Berlin nach einem Gespräch mit Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen.

+++ Am Mittwoch sind in Deutschland fast 1,2 Millionen Menschen gegen Corona geimpft worden. Laut Impfdashboard des Bundesgesundheitsministeriums wurden bislang insgesamt 52,8 Millionen Impfdosen verabreicht. Demnach sind bisher 44,6 Prozent (37,1 Millionen) der Menschen in Deutschland mindestens einmal und 19,6 Prozent (16,3 Millionen) vollständig geimpft. In den Bundesländern gibt es Unterschiede. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften verzeichnet das Saarland mit 48 Prozent. Sachsen liegt mit 39,4 Prozent etwas hinter den anderen Bundesländern zurück.

+++ Angesichts der gesunkenen Corona-Zahlen normalisiert sich offenbar auch in vielen Krankenhäuser in Mitteldeutschland die Lage langsam wieder. Der Chef der Krankenhausgesellschaft in Sachsen-Anhalt, Schütte, sagte dem MDR, die Kliniken dürften noch in diesem Monat versuchen, wieder auf 80 bis 90 Prozent des Normalbetriebs hochzufahren. Aufgeschobene Behandlungen sollten in zwei bis drei Monaten abgearbeitet werden. Ähnlich äußerten Schüttes Kollegen in Thüringen und Sachsen. - Bundesweit meldeten die Gesundheitsämter dem Robert-Koch-Instituts heute 4.640 Corona-Neuinfektionen, rund 1.700 weniger als vor einer Woche. Die Inzidenz ging demnach wieder leicht zurück - auf nun 34,1.

+++ Dank gesunkener Corona-Zahlen öffnen weitere große Freizeitparks für Geimpfte, Getestete oder Genesene. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise empfängt seit heute das Wunderland Kalkar und der Familienpark Schloss Beck in Bottrop wieder Besucher. Morgen soll der Moviepark in Bottrop folgen. Das Phantasialand in Brühl plant die Wiedereröffnung für den 10. Juni. Anbieter wie der Europa-Park im baden-württembergischen Rust oder der Heide-Park im niedersächsischen Soltau haben ihren Betrieb bereits seit Längerem wieder aufgenommen. Die Besucher müssen allerdings in der Regel verschiedene Auflagen beachten. Außerdem sind vielfach die erlaubten Besucherzahlen noch reduziert.

+++ Die Europäische Union hat sich einem Kommissionssprecher zufolge rund 55.000 Dosen der Antikörper-Therapie des US-Biotechnologiekonzerns Regeneron zur Behandlung von Covid-19 gesichert. Es ist erst das zweite Medikament gegen eine Coronavirus-Infektion, das die Staatengemeinschaft bezieht. Bislang wurde lediglich das antiviral wirkende Mittel Remdesivir von Gilead gekauft. Regeneron hat den Schweizer Roche-Konzern mit der Herstellung seines Präparats beauftragt. Die Arznei darf dank einer vorläufigen Genehmigung bereits eingesetzt werden. Die reguläre EU-Zulassung wird zwischen August und Oktober erwartet.

+++ Bundesgesundheitsminister Spahn hat erneut eine solidarische Verteilung von Impfstoffen angemahnt. "Die Europäische Union hilft gerade, die Welt zu impfen. 50 Prozent der in der Europäischen Union hergestellten Impfstoffe werden und wurden exportiert, weil wir sehr genau wissen: Wir sind erst sicher, wenn alle auf der Welt sicher sind", sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Deswegen werde er beim Treffen mit seinen G7-Kollegen in Oxford "einmal mehr dafür werben, dass nicht nur die Europäische Union in die Welt exportiert". Großbritannien, das die G7-Ratspräsidentschaft inne hat, und die USA haben bisher fast keine Impfstoffe exportiert.

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, gibt eine Pressekonferenz zur aktuellen Lage in der Corona-Pandemie. (picture alliance/ dpa/ Kay Nietfeld)Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) trifft sich heute in Oxford mit seinen Amtskollegen der übrigen G7-Staaten. (picture alliance/ dpa/ Kay Nietfeld)

+++ In Deutschland spielt die zuerst in Indien aufgetretene und als besorgniserregend eingestufte Corona-Variante Delta (B.1.617.2) nach Daten des Robert Koch-Instituts weiter eine untergeordnete Rolle. Ihr Anteil an untersuchten Proben aus der Woche vom 17. bis 23. Mai betrug demnach 2,1 Prozent. In den Wochen zuvor hatte der Anteil leicht, aber beständig zugenommen, auf bis zu 2,4 Prozent. Den größten Anteil hat die in Großbritannien entdeckte Variante Alpha (B.1.1.7). Sie ist für rund 93 Prozent der Infektionen verantwortlich. Die Weltgesundheitsorganisation hatte kürzlich beschlossen, die einzelnen Varianten nach dem griechischen Alphabet zu benennen. Damit will sie vermeiden, dass Länder oder Regionen mit bestimmten Varianten in Verbindung gebracht und Menschen stigmatisiert werden. 

+++ Eine in Vietnam entdeckte Coronavirus-Variante ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation anders als von den örtlichen Behörden dargestellt keine Hybrid-Mutation. Ein Sprecher sagte der Zeitung "Nikkei", nach Defintion der WHO handele es sich nicht um eine neue Variante. Die bei Gen-Sequenzierungen gefundene Mutation sei vielmehr ein Strang der zuerst in Indien aufgetretenen Variante B.1.617. Sie weise einige weitere Mutationen auf und werde nun intensiv beobachtet. Vietnams Gesundheitsminister Nguyen Thanh Long hatte vergangene Woche erklärt, man habe in Vietnam eine Hybrid-Variante aus den beiden Mutationen B.1.617 und B.1.1.7. entdeckt, die zuerst in Indien beziehungsweise Großbritannien aufgetreten waren.

Virusvariante: Wie gefährlich ist B.1.617? Weitere Hintergrundinformationen finden Sie hier.

+++ Bundesfinanzminister Scholz hat eine positive Bilanz der vor einem Jahr beschlossenen Konjunktur-Maßnahmen in der Coronapandemie gezogen. Der SPD-Politiker sagte im ZDF, dadurch, dass man viel Geld eingesetzt habe, sei es gelungen, die Wirtschaft zu stabilisieren. Deutschland sei viel besser durch die Krise gekommen als vorhergesagt worden sei. Bundeswirtschaftsminister Altmaier, CDU, sagte, der Anstieg der Arbeitslosigkeit sei hierzulande einer der geringsten in ganz Europa gewesen. Die Regierung hatte im Juni 2020 ein Konjunkturpaket beschlossen, mit dem die Folgen der Corona-Pandemie für Wirtschaft und Gesellschaft abgefedert werden sollten. Dazu gehörten neben der Mehrwertsteuersenkung und einem Kinderbonus Überbrückungshilfen sowie Steuererleichterungen für Unternehmen.

+++ Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist wieder leicht gesunken. Der Wert lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 34,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche. Gestern wurde der Wert mit 36,8 angegeben. Binnen eines Tages wurden 4.640 Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Das sind 1.673 weniger als vor einer Woche. Deutschlandweit hat das RKI zudem 166 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert. Gut 19 Prozent der Gesamtbevölkerung sind inzwischen vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

Wie viel wird getestet und wie viele Tests fallen positiv aus? Aktuelle Zahlen finden Sie hier zusammengefasst.

+++ Die Gesundheitsminister der G7-Staaten treffen sich heute im britischen Oxford. Bundesgesundheitsminister Spahn und die sechs anderen Gesundheitsminister wollen unter anderem über die gemeinsame Abwehr künftiger Pandemien sprechen. EU-Gesundheitskommissarin Kyriakides drängte darauf, das politische Momentum zu nutzen, um die globalen Gesundheitsstrukturen zu stärken. Nötig seien eine bessere Überwachung und eine stärkere globale Zusammenarbeit, vor allem beim Austausch von Daten und bei der Kommunikation über Krankheitserreger. Zu der Gruppe der G7 gehören Großbritannien, Deutschland, die USA, Frankreich, Italien, Kanada und Japan.

+++ Die Präsidentin des nationalen Olympischen Komitees (NOC) für Tokio 2020 schließt eine erneute Verschiebung der Spiele aus. "Wir können nicht noch einmal verschieben", sagte Hashimoto der Zeitung Nikkan Sports. Die Spiele sollen am 23. Juli in Tokio eröffnet werden.

Seiko Hashimoto steht an einem Rednerpult  (picture alliance / Kyodo )Seiko Hashimoto, Präsidentin des Tokioter olympischen Organisationskomitees (picture alliance / Kyodo )

+++ Der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach erwartet für die kommenden Wochen eine entspanntere Infektionslage. Die Sieben-Tage-Inzidenz werde sich in den nächsten Tagen bei einem Wert von rund 35 einpendeln, sagte Lauterbach der Funke Mediengruppe. Die aktuellen Öffnungsschritte führten zwar zu mehr Infektionen. Gleichzeitig aber seien immer mehr Menschen durch Impfungen geschützt. Hinzu komme, dass sich vieles jetzt draußen abspiele, wodurch sich das Infektionsrisiko ebenfalls absenke. Zugleich warnte Lauterbach vor einer vierten Welle gegen Ende des Sommers. So werde sich bis dahin etwa die indische Mutante wahrscheinlich in zahlreichen europäischen Ländern ausbreiten und sich durch den Sommertourismus und Reiserückkehrer schnell über den Kontinent und damit auch in Deutschland verteilen. 

+++ In Chile geraten die Krankenhäuser wegen der Corona-Pandemie an ihre Grenzen. Die Intensivstationen seien zu 96,7 Prozent ausgelastet, sagte der Beauftragte für die Intensivpflege des chilenischen Gesundheitswesens, Luis Castillo, im Radiosender Cooperativa. Im ganzen Land seien nur noch 146 Intensivbetten frei. Bei den meisten Intensivpatienten handele es sich um Menschen mit Covid-19. Ein Großteil sei noch nicht geimpft worden. In Chile sind bereits rund 53 Prozent der Menschen vollständig geimpft. Das südamerikanische Land liegt damit weltweit auf einem der vordersten Plätze.

Hier geht es zu unserem Archiv

Nachrichtenportal