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Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 30. bis 31. Juli +++

Protestierende in Marseille halten ein grünes Plakat mit einer Zeichnung in die Höhe. Darauf ein Mann, der eine Impfspritze wie eine Waffe hält.  (MAXPPP)
Mehr als 150 Kundgebungen gegen die Corona-Politik gab es heute in Frankreich - wie hier in Marseille. (MAXPPP)

In Frankreich haben 200.000 Menschen gegen den Gesundheitspass und eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen protestiert +++ China verzeichnet einen deutlichen Anstieg der Corona-Infektionen +++ In Deutschland ist mittlerweile rund ein Fünftel der Jugendlichen einmal gegen Corona geimpft +++ Mehr in unserem Newsblog.

Das ist unser Archiv für den 30. und 31.7.2021. Aktuelle Entwicklungen lesen Sie in unserem Newsblog zur Corona-Pandemie

Samstag, 31. Juli

+++ Der Protest gegen den Gesundheitspass und die Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen in Frankreich hält an. Insgesamt gingen im Laufe des Tages rund 200.000 Menschen auf die Straße, um gegen die neuen Bestimmungen zu demonstrieren. Allein in der Hauptstadt Paris versammelten sich 14.000 Menschen. Insgesamt waren in mehr als 150 Städten, darunter Toulon, Montpellier, Bordeaux, Marseille und Nizza, Kundgebungen angemeldet. Die neuen Bestimmungen in Frankreich sehen eine Corona-Impfpflicht etwa für Gesundheits- und Pflegekräfte sowie Feuerwehrleute vor. 

+++ Bei den Protesten in Paris kam es nach Polizeiangaben zu Ausschreitungen. Dabei wurden drei Polizisten verletzt und 19 Demonstranten festgenommen.

+++ Die Aufwertung des Gesundheitspasses in Frankreich wirkt sich auch auf den Fußball aus. Sportler brauchen künftig eben diesen Pass, um am Vereinsfußball teilnehmen zu können. Das gab der französische Fußballverband (FFF) bekannt. Nur mit diesem Ausweis, in dem Negativ-Tests, Impfungen oder eine überstandene Corona-Infektion vermerkt sind, sei es künftig möglich, Fußball zu spielen, die Umkleideräume zu nutzen und die Tribünen zu betreten.

+++ China verzeichnet den stärksten Ausbruch des Coronavirus seit Monaten. In insgesamt 14 Provinzen meldeten die Behörden einen Anstieg der Infektionsfälle. Derzeit zirkuliere vor allem die Delta-Variante, erklärte der Sprecher der Nationalen Gesundheitskommission. Im Juli registrierten die Behörden 328 symptomatische Infektionen. Das sind fast genauso viele wie im gesamten Zeitraum von Februar bis Juni.

Der verwaiste Busbahnhof von Nanjing: Ein rundes Gebäude mit chinesischen Schriftzeichen auf dem Dach.  (HPIC)Das Virus breitete sich von der Neun-Millionen-Metropole Nanjing ausgehend über ganz China. Fernreisen wie hier vom Busterminal aus wurden verboten. (HPIC)

+++ Trotz des Verbots von Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen ist die Berliner Polizei mit mehreren Hundertschaften im Stadtgebiet unterwegs. Die Polizei hatte für das Wochenende mehrere Demonstrationen verboten, darunter eine Kundgebung auf der Straße des 17. Juni. Das Oberverwaltungsgericht bestätigte das Verbot in einem Fall, andere Entscheidungen stehen noch aus.

+++ Die ab Sonntag geltende neue Corona-Einreiseverordnung bringt nach Darstellung des Deutschen Kulturrats Verbesserungen für Künstlerinnen und Künstler mit sich. Grund sei eine Regelung zur Erleichterung der Einreise aus Hochrisikogebieten, die eine Ausnahme von der Quarantänepflicht vorsehe. Die Ausnahme gilt demnach für nicht vollständig geimpfte Personen, die auf der Grundlage vertraglicher Verpflichtungen an künstlerischen oder kulturellen Produktionen oder Präsentationen teilnehmen.

+++ Die britischen Gesundheitsbehörden haben alle Schwangeren aufgefordert, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Hintergrund ist die vermehrte Ausbreitung der Delta-Variante, wie in einem offenen Brief an schwangere Frauen, Hausärzte und Geburtshelfer der leitenden Hebamme des Gesundheitsdienstes in England, Jacqueline Dunkley-Bent, deutlich wird. Der Impfstoff könne Schwangere davor schützen, ins Krankenhaus zu müssen, erklärte Dunkley-Bent in dem Schreiben.

Nach dem Willen mancher Politiker sollten alle Kinder und Jugendlichen gegen Corona geimpft werden. Dabei hat eine Ansteckung mit dem Virus für sie kaum ernsthafte gesundheitliche Folgen. Oder doch? Wir haben den aktuellen Forschungsstand für Sie zusammengefasst

+++ Jeder fünfte Jugendliche in Deutschland zwischen 12 und 17 Jahren hat mittlerweile eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Das teilte Bundesgesundheitsminister Spahn per Twitter mit. In absoluten Zahlen sind es 900.000. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hatte im Mai den Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen, vor wenigen Tagen folgte auch die Freigabe für Moderna.

Wie geht es nach den Sommerferien in den Schulen weiter? Diese Frage treibt nicht nur viele Eltern um, sondern auch Politik und Wissenschaft. Klare Antworten sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, weil die Entwicklung der Pandemie nur zu modellieren, aber keineswegs vorherzusehen ist. Dennoch ist es das erklärte Ziel der Politik, dass das Schuljahr so "normal" wie möglich beginnt. Ein aktueller Überblick zu einem Zeitpunkt, an dem die Sommerferien in einigen Bundesländern zwar gerade erst beginnen, in anderen aber beinahe schon enden.

+++ Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Fischbach, fordert vor dem neuen Schuljahr eine Corona-Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission für ab 12-Jährige. Es gebe inzwischen zahlreiche Studien, die die Impfung positiv bewerteten, sagte Fischbach der "Ärzte Zeitung". Die Eltern brauchten eine klare Perspektive, wie es weitergehe. Für Deutschland empfiehlt die Stiko die Impfung bisher nur Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Vorerkrankungen.

Testzentrum am Flughafen in Düsseldorf (dpa/picture alliance/Rupert Oberhäuser)Werden Corona-Tests demnächst kostenpfichtig? (dpa/picture alliance/Rupert Oberhäuser)

+++ Die Bundesregierung plant ein Ende der kostenlosen Coronatests. "Bundesgesundheitsminister Spahn hat schon vor Wochen gesagt, dass er es für denkbar hält, die Tests zu einem späteren Zeitpunkt für Ungeimpfte nicht mehr kostenlos anzubieten", teilte das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage mit. Der genaue Zeitpunkt sei noch festzulegen. Wie aus Regierungskreisen verlautete, gibt es dazu allerdings noch keine Einigung.

+++ Ab dem 1. August gilt nicht nur eine generelle Testpflicht für Einreisende. Der Bund hat auch die Einstufung von Ländern geändert - die Kategorie "Risikogebiet" gibt es nicht mehr, dafür aber "Hochrisikogebiete" und "Virusvariantengebiete". Was das bedeutet und welche Länder aktuell wie bewertet werden, haben wir in diesem Beitrag zusammengefasst.

+++ Die US-Gesundheitsbehörde CDC hält die Delta-Variante des Coronavirus für deutlich gefährlicher als frühere Varianten. Sie werde so leicht übertragen wie die Windpocken, zitieren mehrere Medien aus einem unveröffentlichten Papier. Zudem sei die Delta-Variante eher in der Lage, auch Geimpfte anzustecken. CDC-Direktorin Walensky sagte der "New York Times", neue Forschungsergebnisse zeigten, dass geimpfte Menschen, die mit der Delta-Variante infiziert waren, große Mengen des Virus in Nase und Rachen trugen. Die Zahlen zeigten jedoch auch, dass Impfungen vor schweren Verläufen und Krankenhausaufenthalten schützten.

+++ Der Medizinstatistiker Gerd Antes unterstützt die Forderung, neben der Inzidenz auch andere Kennzahlen zur Bewertung der Corona-Lage heranzuziehen. Ein Modell dazu hatte die Deutsche Krankenhausgesellschaft vorgestellt. Zugleich kritisiert Antes, die Politik verlasse sich zu sehr auf Tests. Die derzeit genutzten Tests übersähen teilweise jeden zweiten Infizierten. "Zu glauben, dass die Testerei uns den Rücken freihalte, wird uns im Herbst schwer auf die Füße fallen", sagte der Freiburger Wissenschaftler im Deutschlandfunk (Audio-Link). Das Wichtigste sei, sich impfen zu lassen.

+++  Im Umfeld der Olympischen Spiele sind 21 weitere Corona-Fälle registriert worden. Der Höchstwert war am Freitag mit 27 Neuinfektionen erreicht worden. Athleten sind dieses Mal nicht betroffen. Die Zahl der positiven Tests rund um die Wettkämpfe in Japan stieg damit auf 241.
Insgesamt infizierten sich demnach bislang 23 Sportlerinnen und Sportler mit dem Coronavirus. 

+++ Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen steigt weiter. Sie liegt nun bei 16,9 - nach 16,5 am Vortag, wie das Robert Koch-Institut mitteilt. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 2.400 Corona-Neuinfektionen, das waren rund 480 mehr als vor einer Woche. Zugleich wurden 21 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet.

Mehr aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland können Sie in diesem Artikel lesen.

+++ Die Deutsche Krankenhausgesellschaft fordert eine Abkehr von der Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuansteckungen als maßgeblichen Richtwert in der Pandemie. Die Politik müsse endlich handeln und einen Indikatoren-Mix festlegen, sagte der Chef der Krankenhausgesellschaft, Gaß, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Es könne doch nicht sein, dass das Robert Koch-Institut auf allen Daten sitze und keine neuen Vorschläge mache, kritisierte er. 

Freitag, 30. Juli

+++ Das Berliner Verwaltungsgericht hat mehrere Eilanträge gegen Demonstrationsverbote von Gegnern der Corona-Politik zurückgewiesen.

Das teilte ein Sprecher des Gerichts dem RBB-Hörfunk mit. Darunter falle auch eine "Querdenken"-Versammlung, zu der mehr als 22.000 Teilnehmer angemeldet waren. Ein anderer Eilantrag war von den Initiatoren einer Demonstration unter dem Motto "Friede, Freiheit, Wahrheit" eingereicht worden. Dazu waren 3.500 Teilnehmer angemeldet. Wie der Sprecher sagte, hat das Gericht die Einschätzung der Polizei zu möglichen Gesundheitsgefahren bestätigt.

Gestern hatte die Berliner Polizei zwölf für Samstag und Sonntag geplante Kundgebungen untersagtHeute wurde der Polizei zufolge eine 13. Demonstration verboten. Betroffen seien Versammlungen, deren Teilnehmer regelmäßig Infektionsschutzmaßnahmen nicht akzeptierten.

+++ Die Sächsische Impfkommission empfiehlt eine Corona-Schutzimpfung für alle Kinder ab zwölf Jahren.

Eine Kinderärztin impft einen Jungen mit dem Corona-Impfstoff Comirnaty von Biontech-Pfizer. (picture alliance/dpa / David Young)Coronavirus - Corona-Impfungen bei einer Kinder-Arztpraxis. (picture alliance/dpa / David Young)

Damit weicht die Landes-Impfkommission von der Linie der Stiko ab, die eine Immunisierung für Kinder und Jugendliche nur in Ausnahmefällen empfiehlt. Der Vorsitzende der Sächsischen Impfkommission, Grünewald, sagte im Deutschlandfunk Kultur, die Empfehlung beruhe auf der Grundlage relativ neuer Daten von rund 6,1 Millionen Impfungen an Kindern und Jugendlichen in den USA. Auch aus Israel habe man seit einer Woche Daten von einer hohen sechsstelligen Zahl an Impfungen.

Die Nutzen-Risiko-Abwägung falle demnach zugunsten der Impfung für alle Kinder ab zwölf aus.

+++ Der Verband der Amtsärzte regt an, die Unabhängigkeit der Ständigen Impfkommission organisatorisch abzusichern.

"Man müsste überlegen, wie die Stiko künftig aufgehängt ist, um ihre Neutralität und Unabhängigkeit zu sichern", sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Teichert, der "Ärzte Zeitung". Derzeit ist die Stiko am Robert Koch-Institut angesiedelt - und damit an einer Bundesbehörde. Damit gerate die Stiko aber "in den Bereich Politik und Politikberatung", erklärte Teichert. Auch brauche die Kommission hauptamtliche Strukturen, die die professionelle Arbeit der ehrenamtlich tätigen Kommissionsmitglieder unterstütze.

+++ Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther fordert den Bund auf, die sogenannten Corona-Bürgertests so schnell wie möglich kostenpflichtig zu machen.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther während der Videokonferenz mit den Regierungschefs der Länder und Bundeskanzlerin Merkel. Günther sitzt in einem Büro und schaut auf einen Großbildschirm. (dpa/Axel Heimken)Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (Archivbild). (dpa/Axel Heimken)

Die Bundesregierung sollte schon in der kommenden Woche ein konkretes Datum für die Umstellung auf die Kostenpflichtigkeit festlegen, sagte der CDU-Politiker der Zeitung "Die Welt". Dieses Datum könnte der 20. September sein. Bis dahin hätte jeder bisher Ungeimpfte noch die Chance, sich vollständig impfen zu lassen, ergänzte Günther.

In der Debatte über Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche hat die Ständige Impfkommission der Politik zuletzt vorgeworfen, Druck ausüben zu wollen.

+++ Das Bundeskabinett hat für neue Regeln für die Einreise nach Deutschland gestimmt.

Eine entsprechende Verordnung von Gesundheitsminister Spahn (CDU) wurde im Umlaufverfahren beschlossen, wie die stellvertretende Regierungssprecherin Demmer mitteilte. Die Neuregelung diene dazu, die Eintragung zusätzlicher Infektionen nach Deutschland möglichst gering zu halten.

Ein Schild mit der Aufschrift "Einreise nur mit negativen Corona-Test" steht an der deutsch-tschechischen Grenze. (dpa)Coronavirus - Grenzverkehr zwischen Bayern und Tschechien (dpa)

Ab Sonntag müssen alle Menschen ab zwölf Jahren bei ihrer Einreise nachweisen können, dass bei ihnen das Übertragungsrisiko verringert ist: mit dem Nachweis einer Impfung, einem Nachweis als Genesener oder einem negativen Testergebnis. Eine solche Vorgabe gibt es bisher schon für alle Flugpassagiere. Künftig gilt dies für alle Verkehrsmittel, also auch bei Einreisen per Auto oder Bahn.

Außerdem soll es nur noch zwei statt drei Kategorien für weltweite Gebiete mit höheren Infektionsrisiken geben: Hochrisikogebiete und Gebiete, in denen neue, besorgniserregende Virusvarianten kursieren.

Mehr zu den neuen Regeln - und den Ausnahmen - in unserem ausführlichen Artikel.

+++ Die Theater am New Yorker Broadway wollen bei der Wiedereröffnung im September nach rund anderthalbjähriger Pause nur Publikum mit Impf-Nachweis zulassen.

Zu sehen ist ein Broadway-Theater in New York City. (IMAGO / ZUMA Wire)Der Broadway in New York City. (IMAGO / ZUMA Wire)

Auch alle Beschäftigten und die Schauspielerinnen und Schauspieler an den insgesamt 41 Theatern müssten geimpft sein, teilte der Branchenverband "Broadway League" mit. Ausnahmen gebe es für Kinder unter zwölf Jahren, für die noch kein Impfstoff zugelassen ist. Sonderregeln gelten demnach auch für Menschen, bei denen medizinische Gründe oder religiöse Überzeugungen eine Impfung verhinderten - diese müssten einen negativen Test vorzeigen.

+++ Mehrere Clubs in Berlin sollen für ein Pilotprojekt jetzt wieder drinnen öffnen dürfen, wenn die Gäste vorher einen PCR-Test machen.

Menschen feiern auf dem RAW-Gelände in Berlin im Club Cassiopeia. (picture alliance / dpa / Sophia Kembowski)Menschen feiern auf dem RAW-Gelände in Berlin im Club Cassiopeia. (picture alliance / dpa / Sophia Kembowski)

Das hat die Senatskulturverwaltung angekündigt. Das Projekt solle unter wissenschaftlicher Begleitung der Berliner Charité zeigen, ob und wie Tanzveranstaltungen in Clubs auch in der Pandemie sicher gemacht werden können.

+++ Die Corona-Testpflicht für Einreisen nach Deutschland kommt nach Ansicht des Grünen-Politikers Dahmen zu spät. Der Bundestagsabgeordnete und Mediziner sagte im Deutschlandfunk, viele Menschen hätten ihre Urlaubsreise bereits hinter sich und in etlichen Fällen das Coronavirus wieder zurück nach Deutschland gebracht. Während der gesamten Pandemie sei deutlich geworden sei, dass die Mobilität der Menschen das Infektionsgeschehen beschleunigt habe. 

+++ Vor dem Hintergrund einer nachlassenden Impfnachfrage geben erste Bundesländer ungenutzte Impfdosen an den Bund zurück, beispielsweise Hamburg und Berlin.

Das Foto zeigt eine Impfstoffdose von Pfizer-BioNtech. (imago)Das Foto zeigt eine Impfstoffdose von Pfizer-BioNtech. (imago)

Beide wollen nach Recherchen der Deutschen Presse-Agentur jeweils rund 60.000 nicht genutzte Dosen des Vakzins von Astrazeneca zurückgeben, die noch mehrere Monate haltbar sind. Andere Bundesländer prüften dies noch, so die dpa. Die Agentur zitiert einem Schreiben des Bundesgesundheitsministeriums an die Länder. Darin werde die Möglichkeit eröffnet, "Impfstoffdosen, die in der nationalen Impfkampagne nicht mehr zum Einsatz kommen und deren Lagerhaltung eine Weitergabe an Drittstaaten im Rahmen von Spenden zulassen", an das zentrale Lager des Bundes zurückzugeben.

+++ Angesichts hoher Corona-Inzidenzen bei Jüngeren fordern Schüler- und Studierendenverbände mehr Impfangebote. Der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, es gebe in den jüngeren Bevölkerungsgruppen eine hohe Impfbereitschaft. Die Angebote reichten aber noch nicht aus. Schramm kritisierte, dass die Ständige Impfkommission keine generelle Impf-Empfehlung für die 12- bis 16-Jährigen ausgesprochen hat. Paul Klär, Vorstandsmitglied des freien Zusammenschlusses von Student*innenschaften, kritisierte, dass junge Bevölkerungsgruppen viel später die Möglichkeit gehabt hätten, sich impfen zu lassen. Daher gingen dort jetzt die Inzidenzen nach oben. 

+++ Bayerns Ministerpräsident Söder hat seinen Stellvertreter Aiwanger von den Freien Wählern wegen dessen Äußerungen zu Corona-Impfungen kritisiert. Der CSU-Vorsitzende sagte dem Magazin "Der Spiegel", er mache sich Sorgen um Aiwanger. Dieser wandele auf einem schmalen Grat. Söder betonte, wer glaube, sich bei rechten Gruppen und Querdenkern anbiedern zu können, verlasse die bürgerliche Mitte und nehme am Ende selbst Schaden. Ein Ende der Koalition seiner CSU mit den Freien Wählern in Bayern sieht Söder aber nicht. Aiwanger hatte im Interview mit dem Deutschlandfunk unter anderem von einer Jagd auf Ungeimpfte gesprochen.

Hubert Aiwanger (l, Freie Wähler), stellvertretender Ministerpräsident und Staatsminister für Wirtschaft, Landentwicklung und Energie, und Markus Söder (r, CSU), Ministerpräsident von Bayern, gehen gemeinsam nach der Kabinettssitzung, die im Hofgarten des Regierungssitz stattfand, zu einer abschließenden Pressekonferenz. Im Mittelpunkt stand erneut die Corona-Krise. Unter anderem hat der Ministerrat entscheiden, wie es bei den ffnungen von Bars und Kneipen weitergehen soll. (picture alliance / dpa / Peter Kneffel)Bayerns Ministerpräsident Söder (CSU, rechts) hat seinen Stellvertreter Hubert Aiwanger (Freie Wähler, links) für dessen Äußerungen zu Impfungen kritisiert. (picture alliance / dpa / Peter Kneffel)

+++ In Tokio ist der Notstand wegen der angespannten Corona-Lage bis Ende August verlängert worden. Wie die japanische Regierung mitteilte, werden die Maßnahmen auch auf mehrere Präfekturen außerhalb des Schauplatzes der Olympischen Spiele ausgeweitet. Gestern waren in Japan erstmals mehr als 10.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert worden. Heute wurden allein in Tokio 3.300 neue Fälle gemeldet.

+++ Weitere Ermittlungen wegen möglichen Abrechnungsbetrugs bei Testzentren: In Berlin, Köln sowie im brandenburgischen Falkensee und im hessischen Butzbach gab es in den vergangenen Tagen insgesamt 147 Durchsuchungen, wie Polizei und Generalstaatsanwaltschaft mitteilen. In 47 Fällen gebe es den Anfangsverdacht eines Betruges.

+++ Forscher haben das Coronavirus auf dem Display von Smartphones nachgewiesen. Einer Studie zufolge könnte diese Testmethode ähnlich treffsicher sein wie gängige Corona-Schnelltests. Mehr

+++ Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind in Deutschland innerhalb eines Tages 2.454 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 17. Außerdem wurden 30 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion gemeldet.

Mehr Zahlen zu den Ansteckungen, zur Belegung der Intensivstationen und zu den Impfungen haben wir hier für Sie zusammengefasst.

+++ Auf die Bundespolizei kommt durch die künftige Testpflicht mehr Arbeit zu. Der für die Bundespolizei zuständige Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Teggatz, rechnet mit Stichproben. Im Deutschlandfunk sagte er, er gehe davon aus, dass diese Stichproben einen abschreckenden Effekt hätten. Dies sei auch wegen der drohenden Bußgelder in Höhe von bis zu 25.000 Euro zu erwarten. Teggatz betonte, die Bundespolizei wäre personell auch in der Lage, stationäre Kontrollen einzurichten, wenn dies von politischer Seite gewollt würde.

+++ In Sydney in Australien soll die Armee die Polizei dabei unterstützen, die Einhaltung von Quarantäne zu überprüfen. Die Behörden im Bundesstaat New South Wales kündigten an, ab Montag würden 300 Soldaten und Soldatinnen - wie bislang schon Polizeikräfte - Menschen zu Hause aufsuchen, um Quarantäne-Anordnungen zu kontrollieren. Die Stadt befindet sich in der sechsten Woche eines auf neun Wochen angelegten Lockdowns. Das Virus verbreitet sich dennoch weiter, die Behörden führen dies auf die Delta-Variante zurück.

+++ Der Rechtsethiker Steffen Augsberg von der Universität Gießen hat sich gegen eine Impfpflicht in Deutschland ausgesprochen. Augsberg, der auch Mitglied des Ethikrates ist, sagte im Deutschlandfunk, solange es noch andere Möglichkeiten gebe - und dies scheine bei der Impfung der Fall zu sein - müsse man sich bemühen, dass das Tempo wieder besser werde. Dies gelinge aber vielleicht auch durch eine Ausweitung des Impfangebots und nicht durch eine pauschale Verpflichtung. Das gesamte Interview können Sie hier hören.

+++ Die Testpflicht bei der Einreise nach Deutschland soll ab Sonntag ausgeweitet werden. Das Bundeskabinett will heute eine entsprechende Verordnung beschließen. Demnach müssten ab dem 1. August alle Personen ab 12 Jahren, die nach Deutschland einreisen, nachweisen, dass sie entweder gegen das Coronavirus geimpft, von einer Erkrankung genesen oder auf eine Infektion hin getestet sind. Dies solle unabhängig davon gelten, ob die Reiserückkehrer per Bahn, Auto oder Flugzeug nach Deutschland kommen, hieß es in Berlin. Mehr

+++ Vizekanzler Scholz hat die geplante allgemeine Testpflicht für Einreisende verteidigt. Es gehe darum, die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger in diesem Land zu schützen, sagte der SPD-Politiker im ARD-Fernsehen. Situationen wie im Herbst letzten Jahres müssten vermieden werden. Da helfe das Impfen, aber auch das Testen.

Aktuell, 29.06.2021, Duisburg, Olaf Scholz im Portrait, Bundesfinanzminister und SPD Kanzlerkandidat zu Gast im Huettenwerk Krupp Mannesmann (HKM) in Duisburg (picture alliance / Flashpic / Jens Krick)Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) (picture alliance / Flashpic / Jens Krick)

+++ Corona-Ansteckungen, die wahrscheinlich auf Reisen passiert sind, spielen laut dem Robert Koch-Institut eine zunehmende Rolle beim Infektionsgeschehen in Deutschland. Das schreibt das RKI in seinem wöchentlichen Lagebericht. In der Zeit vom 28. Juni bis 25. Juli sind demnach 3.662 Fälle gemeldet worden, in denen die Betroffenen dem Virus wahrscheinlich im Ausland ausgesetzt waren. Als wahrscheinliche Infektionsländer in den vier betrachteten Wochen wurden Spanien, die Türkei und die Niederlande am häufigsten genannt, vor Kroatien und Griechenland. Der überwiegende Anteil der Corona-Übertragungen finde allerdings weiterhin innerhalb Deutschlands statt, betont das RKI - die Rede ist von mindestens 81 Prozent.

Eine aktuelle Liste aller Corona-Risiko-, Hochinzidenz- und Virusvariantengebiete finden Sie hier.

+++ Die Bildungsgewerkschaft GEW wirft den Bundesländern in der Corona-Pandemie Versäumnisse in der Vorbereitung des neuen Schuljahres vor. Mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen sagte die GEW-Vorsitzende Finnern der "Rheinischen Post", die Schulen hätten in den Ferien zwar alles getan, seien aber immer noch nicht gut genug vorbereitet auf den Umgang mit der Pandemie. Die Politik habe zuviel Zeit vertrödelt. Es sorge für Unsicherheit, dass zum Herbst hin unter Umständen die Delta-Variante auf 30 Schülerinnen und Schüler in oft viel zu kleinen Klassenräumen treffen könne. Viele dieser Räumlichkeiten könnten noch immer nicht richtig gelüftet werden. Auch Luftfilter seien vielerorts noch nicht installiert, die Zeit bis zum Beginn des neuen Schuljahres werde knapp. 

+++ In der Debatte um Corona-Schutzimpfungen für Kinder und Jugendliche wächst der Druck auf die Ständige Impfkommission Stiko. Auch Bundestagspräsident Schäuble setzt sich nun mit Nachdruck dafür ein, dass die Stiko eine Impfempfehlung für Jugendliche ab 12 Jahren ausspricht. Der CDU-Politiker sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", das Risiko, das vom Corona-Virus ausgehe, sei auch für Kinder um ein Vielfaches höher als ein Impfrisiko. Es stehe dem Bundestagspräsidenten zwar nicht an, die Stiko zu kritisieren, so Schäuble, aber er wolle sie dennoch an ihre Verantwortung erinnern. 

+++ US-Präsident Biden will die ins Stocken geratene Impfkampagne mit Geldgeschenken wieder vorantreiben. Die Bundesstaaten und Kommunen seien dazu aufgerufen, Bürgerinnen und Bürgern einen finanziellen Anreiz zu geben, um sie zu einer Impfung gegen das Coronavirus zu bewegen, sagte Biden auf einer Pressekonferenz in Washington. Der Präsident brachte eine Zahlung von 100 Dollar ins Gespräch. Das Geld könnten die Verwaltungen aus den Covid-Hilfsfonds des Bundes in Höhe von 350 Milliarden Dollar nehmen, hieß es. 

Hier können Sie einen aktuellen Beitrag unserer Washington-Korrespondentin zur Debatte um das Impfen und die Maskenpflicht in den USA hören.

Impfung eines Mannes in einem Impfzentrum in Seattle/ USA (picture alliance/ ZUMAPRESS/ Paul Christian Gordon)Impfzentrum in Seattle/ USA: Die Impfkampagne in den USA ist ins Stocken geraten. (picture alliance/ ZUMAPRESS/ Paul Christian Gordon)

+++ Der Städtetag NRW hat das Aussetzen der Inzidenzstufe 3 in Nordrhein-Westfalen grundsätzlich begrüßt. Geschäftsführer Dedy sagte der "Rheinischen Post", mit Blick auf den Fortschritt der Impfkampagne sei es richtig, die bisherigen Stufen der Corona-Schutzverordnung neu zu bewerten. Dedy, der auch Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags ist, betonte jedoch, dass er Alleingänge einzelner Länder nicht als hilfreich empfinde und sprach sich für ein bundesweit abgestimmtes Vorgehen aus.

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