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Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 6. bis 8. März +++

Ursula von der Leyen mit Mundschutz. (Pool Reuters/Yves Herman)
Ursula von der Leyen geht ab April von 100 Millionen Dosen Impfstoff pro Monat für die EU aus. (Pool Reuters/Yves Herman)

Die EU-Kommissionspräsidentin geht davon aus, dass die EU-weite Impfkampagne Fahrt aufnimmt. Vizekanzler Scholz verspricht erhöhte Impfkapazitäten in Deutschland. In Paraguay ist die Regierung unter Druck, weil sie zu wenig Impfstoff und Medikamente gegen das Coronavirus beschafft hat. Weitere Entwicklungen im Newsblog.

Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier in unserem Newsblog.

Montag, 8. März

+++ Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur einigten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern auf flächendeckende Corona-Impfungen durch die niedergelassenen Ärzte ab April. Der Impfstoff solle über den Großhandel und die Apotheken in die Praxen kommen, heißt es. Der bürokratische Aufwand für die Arztpraxen solle auf ein Minimum reduziert werden.

Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten hatten sich in ihrer jüngsten Videokonferenz darauf geeinigt, die niedergelassenen Ärzte spätestens Anfang April in die Impfstrategie einzubeziehen

+++ Die Bundesregierung will den Ländern die Bestellung von Corona-Selbsttests für Laien erleichtern. Bis morgen Mittag könnten die Länder insgesamt 10,5 Millionen Stück beim Pharmakonzern Roche bestellen, heißt es in einem Brief von Bundesgesundheitsminister Spahn und dem für die Infrastruktur zuständigen Minister Scheuer. Der breite Einsatz von Selbsttests ist ein Baustein in der Öffnungsstrategie von Bund und Ländern. Allerdings ist das Angebot von Schnelltests vielerorts noch knapp.

+++ Inmitten der ersten Welle der Corona-Pandemie hatte der Street-Art-Künstler Banksy den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eines Krankenhauses im südenglischen Southampton ein Gemälde gestiftet. Nun soll es dem gesamten Personal des britischen Gesundheitsdienstes NHS zugute kommen.

Eine Krankenschwester fotografiert mit ihrem Handy das neue Banksy-Kunstwerk: Es zeigt einen Jungen, der mit einer Krankenschwester als Superheldin spielt. (picture alliance / empics)Das Banksy-Kunstwerk "Game Changer" tauchte in einer Klinik in Southampton auf. (picture alliance / empics)

Wie das Auktionshaus Christie's mitteilte, soll das Schwarz-Weiß-Bild am 23. März versteigert werden. Der Schätzwert liegt umgerechnet zwischen drei und vier Millionen Euro.

+++ In Italien sind mehr als 100.000 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus Sars-CoV-2 registriert worden. Binnen 24 Stunden starben nach Angaben des Gesundheitsministeriums 318 weitere Menschen. Die bestätigte Gesamtzahl stieg damit auf 100.103. Damit handelt es sich um die zweithöchste Zahl in Europa, nur Großbritannien verzeichnete bisher mehr Todesfälle.

Italien ist weltweit das siebte Land, das offiziell die Marke von 100.000 Corona-Todesfällen überschritten hat. Neben Großbritannien sind das auch die USA, Brasilien, Mexiko, Indien und Russland. Das Robert Koch-Institut gibt die Zahl der Todesfälle in Deutschland in Verbindung mit Covid-19 derzeit mit rund 72.000 an.

Zu sehen ist Regierungschef Mario Draghi, im Hintergrund die Flagge Italiens und der EU. (dpa / Italian Government / Filippo Attili)Italiens Regierungschef Draghi. (dpa / Italian Government / Filippo Attili)

Italien war von der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 früher und heftiger als andere Länder in Europa heimgesucht worden und kämpft gerade gegen wieder deutlich steigende Infektionszahlen. Regierungschef Draghi bat seine Landsleute trotzdem um Zuversicht. Wenn die Impfkampagne wie geplant beschleunigt werde, gebe es Anlass, auf Besserung zu vertrauen.

+++ Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat die Empfehlungen für Geimpfte in der Corona-Pandemie gelockert. Vollständig geimpfte Menschen könnten fortan bei sich zu Hause wieder ohne Schutzmaske und Abstandsregeln Gäste empfangen, wenn diese ebenfalls geimpft seien.

Geimpfte könnten auch nicht geimpfte Gäste aus höchstens einem anderen Haushalt bei sich empfangen, solange bei diesen kein hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bestehe. Geimpften wird auch nicht mehr empfohlen, sich in Quarantäne zu begeben und testen zu lassen, wenn sie Kontakt zu einem Corona-Positiven hatten und selbst keine Krankheitssymptome aufweisen.

Allerdings werden auch geimpfte Menschen weiterhin aufgerufen, Masken zu tragen und Abstand zu anderen einzuhalten, wenn sie sich in der Öffentlichkeit befinden. Auch von Reisen und größeren Menschenansammlungen wird weiter grundsätzlich abgeraten.

+++ Der Anspruch auf einen kostenlosen Corona-Schnelltest pro Woche stellt die Apotheken in Deutschland vor erhebliche Herausforderungen. Darauf hat die Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Overwiening, im ZDF hingewiesen. Es werde nicht möglich sein, dies sofort überall umzusetzen. So müsse es separate Wege in den Geschäftsräumen für Testkunden geben. Die Mitarbeiter bräuchten zudem für den eigenen Schutz eine entsprechende Ausrüstung.

Ein Apotheker nimmt bei einer Frau einen Abstrich in der Nase vor. (dpa / Oliver Berg)Schnelltest in einer Apotheke in Hagen. (dpa / Oliver Berg)

Seit heute haben alle Bürgerinnen und Bürger Anspruch auf einen Corona-Schnelltest pro Woche. Die Kosten übernimmt der Bund. Tatsächlich sind die Tests aber noch nicht überall verfügbar. Neben Apotheken sollen weitere Stellen im Gesundheitssystem die Tests durchführen. Details werden noch in den Ländern geklärt.

+++ Nach massivem Druck auch aus der eigenen Partei wegen der Masken-Affäre zieht sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Löbel umgehend aus der Politik zurück. Wie sein Wahlkreisbüro bestätigte, trat Löbel aus der CDU aus. Er hatte zuvor bereits mitgeteilt, dass er seinen Sitz im Bundestag mit sofortiger Wirkung aufgebe

Die Unionsabgeordneten Nüßlein und Löbel. (dpa)Die Unionsabgeordneten Nüßlein und Löbel (dpa)

Auch der CSU-Politiker Nüßlein ist aus seiner Partei ausgetreten. Das bestätigte Generalsekretär Blume. Sein Bundestagsmandat will Nüßlein aber nach Dlf-Informationen bis zum Ende der Legislaturperiode behalten. CSU-Chef Söder hatte Nüßlein zur Aufgabe des Mandats aufgerufen.

Die Spitze der Unionsfraktion kündigt strenge Verhaltensregeln und umfassende Aufklärung an. Bundesgesundheitsminister Spahn kündigte an, die Namen aller Abgeordneten zu nennen, die im Zusammenhang mit der Maskenbeschaffung gegenüber dem Ministerium aufgetreten seien. Der FDP-Parteivorsitzende Lindner regte einen unabhängigen Sonderermittler zur Aufklärung der Masken-Affäre an.

+++ In Österreich müssen sich erstmals Einwohnerinnen und Einwohner einer größeren Stadt auf Ausreisebeschränkungen wegen einer hohen Corona-Inzidenz einstellen. Wer Wiener Neustadt, einen Ort mit rund 45.000 Bürgerinnen und Bürgern, verlassen wolle, benötige ab Mittwoch einen negativen Coronatest, teilte die Stadt mit. Sanktionen für Ausreisen ohne negatives Testergebnis solle es allerdings erst ab Samstag geben.

In der Stadt, die etwa 50 Kilometer von Wien entfernt ist, liegt die Sieben-Tages-Inzidenz aktuell bei etwa 560. Ab einer Inzidenz von 400 sieht eine Verordnung des Gesundheitsministeriums Ausreisebeschränkungen vor. Betroffen waren davon bisher aber eher kleine Gemeinden, berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

+++ Menschen in Pflegeberufen sowie Erzieherinnen und Erzieher werden häufiger wegen Covid-19 krankgeschrieben als Personen aus anderen Berufsgruppen. Das geht aus einer Untersuchung der Techniker Krankenkasse hervor. Die mitgliederstärkste gesetzliche Krankenkasse in Deutschland verzeichnete knapp 28.000 Covid-19-Diagnosen bei rund 5,4 Millionen Versicherten.

+++ Die meisten Eltern in Deutschland kommen laut einer Forsa-Umfrage gut oder sehr gut mit Homeschooling und Homeoffice zurecht: Nur 14 Prozent der gut 3000 befragten Eltern mit Kindern im schulpflichtigen Alter antworteten demnach, die Doppelbelastung "gar nicht gut" zu bewältigen.

+++ Im Mannheimer Kongresszentrum Rosengarten findet im Rahmen einer Aerosolstudie ein Klassik-Konzert vor 300 Zuschauern statt. Dabei soll auch getestet werden, wie lange der Einlass aller Personen dauert, wenn diese Schnelltests absolvieren müssen.

+++ Der syrische Staatschef Assad ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie das Präsidialamt in Damaskus mitteilte, hat sich auch Assads Ehefrau infiziert. Beiden gehe es gesundheitlich aber gut.

+++ In Thailand sollen geimpfte Reisende von einer verkürzten Einreisequarantäne profitieren. Wer ein bis zu drei Monate altes Impfzertifikat und einen negativen Test vorweist, muss nur noch fünf Tage in Quarantäne, für Ungeimpfte mit Testnachweis sind es zehn Tage.Eine Arzthelferin tropft die Abstrichlösung auf einen Corona-Schnelltest. (dpa/Sebastian Gollnow)Corona-Schnelltest (dpa/Sebastian Gollnow)

+++ Die Frankfurter Buchmesse will im Oktober wieder Verlage, Autoren und Besucher vor Ort empfangen. Die Messe sei als Präsenzveranstaltung mit ergänzenden digitalen Formaten geplant und könne flexibel an die Pandemielage angepasst werden, teilten die Veranstalter in Frankfurt am Main mit. 2020 hatte es die Buchmesse nur als Online-Veranstaltung gegeben.

+++ In Norwegen gab es coronabedingt 2020 so wenige Hochzeiten wie seit 1927 nicht mehr: Laut Statistikbehörde wurden 19 Prozent weniger Ehen geschlossen als im Vorjahr - insgesamt wurden 16.200 Paare getraut. Viele hätten wegen der Corona-Schutzmaßnahmen ihre Hochzeiten aufgeschoben.

+++ Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes traut den Praxen 2,5 Millionen Corona-Impfungen pro Woche zu: "Wir sind 50.000 Hausärzte, dazu kommen Gynäkologen und Kinder- und Jugendärzte, die auch Eltern mitimpfen könnten", sagte Verbandschef Weigeldt der "WirtschaftsWoche". Bei durchschnittlich zehn Impfungen pro Tag schaffe man sicher 2,5 Millionen Menschen pro Woche.

Ein Flaschchen des Covid-19-Impfstoffes von AstraZeneca wird aus der Verpackung genommen. Madrid, 27.02.2021. (IMAGO / PA Images / Isabel Infantes)Covid-19-Impfstoff von AstraZeneca (IMAGO / PA Images / Isabel Infantes)

+++ In den meisten Bundesländern werden ab heute einzelne Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelockert. Demnach dürfen sich wieder fünf Menschen aus zwei Haushalten treffen. Darüber hinaus darf der Einzelhandel – abhängig von der jeweiligen Sieben-Tage-Inzidenz – Termine vergeben oder für eine begrenzte Zahl von Kunden öffnen.

Was gilt von diesem Montag an? Lesen Sie hier mehr über die neuen Regelungen.

+++ Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 5.011 Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages gemeldet. Das sind etwa 280 mehr als am Montag vor einer Woche. Außerdem wurden 34 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Ansteckung registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt das RKI mit 68 an.

+++ Österreich hat Impfungen mit einer Charge des Herstellers Astrazeneca nach einem Todes- und einem Krankheitsfall vorsichtshalber gestoppt. Das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen teilte mit, es gebe zwei Meldungen in zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung aus derselben Charge des Vakzins. Aktuell liege kein Hinweis auf einen kausalen Zusammenhang vor. Der Stopp sei eine Vorsichtsmaßnahme.

+++ Im vergangenen Jahr sind nach Angaben des Deutschen Richterbundes bei den Gerichten mehr als 10.000 Eilverfahren und Klagen gegen Corona-Auflagen eingegangen. Auch in diesem Jahr zeichne sich in vielen Gerichten bislang kein Rückgang ab.

+++ Neuseeland hat seine Bestellung des Impfstoffes von BioNTech/Pfizer um weiter 8,5 Millionen auf zehn Millionen aufgestockt. Der Inselstaat rechnet mit einer Lieferung in der zweiten Jahreshälfte, teilte Ministerpräsidentin Ardern mit.

+++ Als Konsequenz aus der Corona-Pandemie hat Kanzleramtsminister Braun die Schaffung einer zivilen Reserve zur Unterstützung staatlicher Behörden in Krisenlagen vorgeschlagen.

Sonntag, 7. März

+++ EU-Kommissionschefin von der Leyen rechnet mit einer deutlich erhöhten Geschwindigkeit der Impfkampagne in der EU. Von der Leyen sagte der "Stuttgarter Zeitung", dass sich die Impfstoff-Liefermengen im April nochmal verdoppeln könnten, auch weil weitere Impfstoffe vor der Zulassung stünden. Sie erwarte im zweiten Quartal die Lieferung von rund 100 Millionen Impfdosen pro Monat in die EU.

+++ Vizekanzler Scholz (SPD) rechnet mit einem Ausbau der Impfkapazitäten in Deutschland. Es werde bis zu zehn Millionen Impfungen pro Woche geben, sagte der SPD-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl im ZDF. Das gelte ab Ende März und die Monate April, Mai und Juni.

+++ Norwegens Regierungschefin Solberg hat in einer Fernsehsprache die Verschärfung der Corona-Beschränkungen angedeutet. Einzelheiten nannte sie noch nicht, Dienstag will sie die Zustimmung des Parlaments für ihre Pläne einholen, berichtet der norwegische Sender NRK. Aktuell dürfen nur Menschen mit Wohnsitz in Norwegen sowie in einigen Fällen Pendler aus den Nachbarländern ins Land einreisen. In Regionen mit niedrigen Fallzahlen sind aber viele Einrichtungen des öffentlichen Lebens wie Cafés, Läden und Fitnessstudios geöffnet.

+++ In Paraguays Hauptstadt Asunción haben am Wochenende tausende Menschen teils gewaltsam gegen die Regierung protestiert, weil es zu wenig Medikamente und zu wenig Impfstoff gegen das Coronavirus gibt. Nun hat der Präsident des Landes, Benitez, eine Regierungsumbildung angekündigt.

06.03.2021, Paraguay, Asuncion: Demonstranten protestieren gegen die Regierung von Präsident Mario Abdo Benitez als Reaktion auf den Mangel an Medikamenten für Covid-19-Patienten in Krankenhäusern und die geringe Verfügbarkeit des Impfstoffs. (AP)Paraguay hat kaum Impfstoff gegen das Coronavirus zur Verfügung. Zahlreiche Bürger fordern den Rücktritt der gesamten Regierung. (AP)

+++ Das Bundesland Berlin sieht sich für die kostenlosen Corona-Schnelltests ab morgen gut vorbereitet. Gesundheitssenatorin Kalayci forderte die Bürgerinnen und Bürger auf, von der Möglichkeit eines Gratis-Tests pro Woche regen Gebrauch zu machen. Es stünden über das gesamte Gebiet Berlins verteilt 16 Testzentren zur Verfügung.

Mit Blick auf die Einführung der Schnelltests kritisierte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Dreyer dagegen Bundesgesundheitsminister Spahn. Dieser habe behauptet, 500 Millionen Einheiten vertraglich für Deutschland gesichert zu haben, sagte die SPD-Politikerin der Funke-Mediengruppe. Das Versprechen sei nicht eingehalten worden und ihr Land habe selbst Tests beschafft. Ähnlich äußerte sich Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Schwesig.

In Deutschland sind erste Corona-Schnelltests zur Eigenanwendung im Handel verfügbar. Wie funktionieren sie und was ist der Unterschied zu den bisherigen Schnelltests? Die wichtigsten Infos im Überblick.

+++ Österreich hat Impfungen mit einer Charge des Astrazeneca-Impfstoffs nach einem Todes- und einem Krankheitsfall vorsichtshalber gestoppt. Das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen teilte mit, es gebe zwei Meldungen in zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung aus derselben Charge des Vakzins. Aktuell liege kein Hinweis auf einen kausalen Zusammenhang vor. Der Stopp sei eine Vorsichtsmaßnahme.

Im Landesklinikum Zwettl im Bundesland Niederösterreich war eine Krankenschwester an den Folgen schwerer Gerinnungsstörungen gestorben, eine weitere erlitt eine Lungenembolie. Astrazeneca erklärte laut der Nachrichtenagentur APA, mit den Behörden im Kontakt zu stehen und die Untersuchungen voll zu unterstützen.

Restaurants in Israel haben wieder geöffnet. (dpa/ picture alliande/ZUMA Wire)Restaurants in Israel haben wieder geöffnet (dpa/ picture alliande/ZUMA Wire)

+++ In Israel dürfen Restaurants und Cafés ab heute wieder öffnen. Diese Änderung der Corona-Beschränkungen teilte das Büro von Ministerpräsident Netanjahu mit. Im Innenraum dürfen nur Gäste mit einem sogenannten "grünen Pass" bedient werden. Alle anderen müssen draußen Platz nehmen. Einen "grünen Pass" erhalten in Israel Menschen, die eine Corona-Infektion hinter sich haben sowie diejenigen, deren zweite Impfung mindestens eine Woche zurückliegt. Für alle gelten weiterhin sämtliche Abstands- und Hygieneregeln.

+++ Der rheinland-pfälzische CDU-Spitzenkandidat Baldauf hat wegen des Skandals um Geschäfte mit Corona-Schutzmasken die Unions-Bundestagsabgeordneten Nüßlein und Löbel zu sofortigem Mandatsverzicht aufgefordert. Er sei über die Vorgänge entsetzt, sagte Baldauf der Zeitung "Bild am Sonntag". Sollten sich die Abgeordneten weigern, ihr Mandat niederzulegen, solle die Union sie aus der Fraktion ausschließen. Der Mannheimer Christdemokrat Löbel hat eingeräumt, dass seine Firma bei der Vermittlung eines Geschäfts mit Corona-Masken 250.000 Euro Provision erhalten hat. Als Konsequenz gab er seinen Sitz im Auswärtigen Ausschuss des Bundestags auf. 

+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 8.103 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind 213 Fälle mehr als am Sonntag vergangener Woche. Zudem sind weitere 96 Menschen an oder mit dem Krankheitserreger gestorben. Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen der letzten sieben Tage pro 100.000 Einwohner, beträgt nach Angaben des RKI 66,1.

Lesen Sie hier alle relevanten Zahlen.

+++ Der Vorsitzende der Christdemokraten im Europäischen Parlament, Weber, hat den Exportstopp für den Astrazeneca-Impfstoff verteidigt. Es gehe nicht um Europe first, aber auch die EU müsse ihre Bürger selbstverständlich schützen, sagt der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Europa sei derzeit eine der am stärksten von der Pandemie betroffenen Regionen. Wenn Lieferzusagen nicht eingehalten würden wie im Fall von Astrazeneca, sei die Option eines Exportstopps für in der EU produzierte Impfstoffe richtig, betonte Weber. 

+++ Nach einwöchigem Lockdown sind in der neuseeländischen Millionenmetropole Auckland die Corona-Beschränkungen wieder gelockert worden. In der größten Stadt des Landes durften Schulen und Geschäfte wieder öffnen. Zudem sind Versammlungen von bis zu 100 Menschen unter Einhaltung von Abstandsregeln wieder erlaubt.

+++ Fortschritte bei der beruflichen Gleichstellung werden durch Corona wieder zunichte gemacht. Das ergab eine Studie der Unternehmensberatung PWC. In Deutschland wie in den meisten anderen OECD-Ländern seien Frauen von Arbeitslosigkeit stärker betroffen gewesen als Männer. "Bis Ende 2021 wird die Situation von berufstätigen Frauen voraussichtlich auf das Niveau von 2017 abfallen", heißt es in der Studie zum Internationalen Frauentag am 8. März. PWC verglich dafür unter anderem Berufstätigkeit, Arbeitszeiten, Löhne und Arbeitslosenquoten von Männern und Frauen. Unter den 33 OECD-Staaten schnitten die nordeuropäischen Länder und Neuseeland am besten ab, Deutschland komme aktuell auf Platz 19.

Samstag, 6. März

+++ Zahlreiche Menschen haben in verschiedenen Länder gegen die Corona-Schutzmaßnahmen protestiert, darunter viele Rechtspopulisten und Rechtsextremisten. In Wien kamen bis zu 10.000 Menschen zusammen. Etwa 200 Gegendemonstranten fuhren mit Fahrrädern durch die Stadt. Im schweizerischen Chur beteiligten sich 4.000 Menschen an einem "Stillen Protest". Sie zogen schweigend durch die Stadt. In Schweden gingen hunderte Menschen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen auf die Straßen. 

+++ In Leipzig haben Gegner der Corona-Einschränkungen weniger Menschen mobilisieren können als angekündigt. Die Polizei sprach in einer ersten Schätzung von etwa 350 Fahrzeugen bei verschiedenen Autokorsos. Angemeldet waren etwa 1.000 Fahrzeuge. Die Teilnehmer hatten Plakate an die Autoscheiben geheftet und dabei etwa die Impfungen kritisiert. Per Fahrrad und Motorrad beteiligten sich nach Angaben der Einsatzkräfte mehr als 1.000 Menschen an Gegenprotesten.

 +++ Im Saarland haben hunderte Franzosen und Deutsche gegen die Corona-Bestimmungen für Grenz-Pendler demonstriert. Etwa 300 Menschen seien zum Grenzübergang "Goldene Bremm" in Saarbrücken gekommen, teilte die Polizei mit. Die meisten Teilnehmer hätten sich im Département Moselle auf französischer Seite versammelt. Der Protest richtete sich vor allem gegen die Regelung, alle 48 Stunden einen Coronatest vorlegen zu müssen. Das sei Berufspendlern nicht zuzumuten, hieß es. Mit der Einstufung der französischen Grenzregion Moselle als Virusvariantengebiet gelten seit Anfang März strengere Einreisebeschränkungen nach Deutschland.

+++ Der Bayerische Jugendring hat vor der geplanten Kinder- und Jugendkonferenz mit Ministerpräsident Söder am Montag die sofortige Öffnung von Jugendtreffs, Jugendhäusern und Jugendzentren gefordert. Die Schmerzgrenze sei überschritten, sagte Verbandspräsident Fack. Junge Menschen brauchten jetzt dringend eine Perspektive. Es sei enttäuschend, dass die Jugend in den jüngsten Beschlüssen von Bund und Ländern wieder nicht vorgekommen sei. Beschäftigte in der Jugendarbeit müssten in die Impfverordnung des Bundes aufgenommen und kostenlose PCR- und Schnelltests erhalten, verlangte er. Auch Ferienprogramme sollten ab Ostern wieder möglich sein, mit bis zu 50 Personen im Freien. Bund und Länder müssten für die Pfingst-, Sommer- und Herbstferien zusätzliche Freizeit-Angebote finanzieren. Fack führte aus, mit Vorgaben für Gesundheitsschutz und Hygiene könne Jugendarbeit trotz Pandemie verantwortungsvoll gestaltet werden. Der Bayerische Jugendring hat einen Forderungskatalog und einen Stufenplan vorgelegt. Der CSU-Politiker Söder hatte im Februar angekündigt, er wolle die Angelegenheiten von Kindern und Jugendlichen in der Corona-Pandemie zur Chefsache machen. 

+++ Der US-Pharmakonzern Merck berichtet von positiven Studienergebnissen bei seinem Covid-19-Medikament "Molnupiravir". Es sei ein schnellerer Virus-Rückgang bei Patienten in einem frühen Krankheitsverlauf festgestellt worden, teilte das Unternehmen mit. Das Mittel, das Merck gemeinsam mit dem US-Unternehmen Ridgeback Bio entwickelt, soll im Mai die Testphase abgeschlossen haben.

+++ Ein Sturm auf Museums-Tickets nach viermonatiger Corona-Zwangspause hat die Server des Kölner Museum Ludwig zusammenbrechen lassen. Nächste Woche ist dort eine Andy Warhol-Ausstellung zu sehen. 

+++ Die hohe Nachfrage nach Corona-Selbsttests hat die Internetseite des Discounteres Lidl abstürzen lassen. Wie das Unternehmen mitteilte, war das Online-Angebot deswegen zeitweise nicht erreichbar. In Kürze seien die Selbsttests nicht mehr nur online, sondern auch in allen Filialen erhältlich hieß es weiter. Der Verkauf durch den Handel hat heute begonnen. Beim Discounter Aldi waren die Tests vielerorts nach kurzer Zeit ausverkauft

+++ Bundesgesundheitsminister Spahn hat die Corona-Teststrategie der Bundesregierung gegen Kritik verteidigt. Es sei nie vereinbart worden, dass der Bund die Tests beschaffe, sagte der CDU-Politiker bei einer digitalen Gesprächsrunde. Die Schnelltests seien mehr als genug verfügbar. Zudem seien die Selbsttests, die in Drogerien, Discountern und Apotheken erhältlich sind, eine Hilfe, um private Situationen wie beispielsweise Familientreffen abzusichern, sagte Spahn.

+++ Unternehmen in Großbritannien können nun kostenlose Corona-Schnelltests für ihre Beschäftigten beantragen. Auch Firmen mit weniger als 50 Angestellten könnten sich bis Ende März für das Angebot registrieren, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Tests zeigten spätestens nach einer halben Stunde ein Ergebnis. Sie würden dabei helfen, positiv Getestete sofort zu isolieren und Infektionsketten zu durchbrechen.

+++ Ungarn meldet trotz Lockdown mit mehr als 7.200 Corona-Neuinfektionen einen neuen Höchstwert. Das sind 14 Prozent mehr Fälle als am Freitag, wie die Behörden mitteilen. Das Land mit rund zehn Millionen Einwohnern weist eine der höchsten Infektions- und Todesraten weltweit auf. Zuletzt stiegen die Zahlen trotz eines Teil-Lockdowns rasant an.+

Grenzpolizisten kontrollierten Autofahrer bei der Einreise nach Ungarn (imago images/Sven Simon)Grenzkontrollen an der österreichisch-ungarischen Grenze (imago images/Sven Simon)

++ Saudi-Arabien will einem Medienbericht zufolge die meisten Coronavirus-Beschränkungen am Sonntag aufheben. Die Menschen dürfen dann wieder in Restaurants essen, und auch die Kinos werden wieder geöffnet, wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf einen Vertreter des Innenministeriums meldet. Auch andere Freizeit- und Unterhaltungsaktivitäten seien dann wieder möglich. 

+++ Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie soll es in Barcelona wieder ein großes Popkonzert mit 5000 Zuschauern geben. Die Eintrittskarten für den Auftritt der spanischen Indie Popband Love of Lesbian am 27. März waren binnen Stunden ausverkauft, wie die Veranstalter auf Twitter mitteilten. Das Konzert findet mit einem speziellen Abstands- und Hygienekonzept statt.

+++ Der Dalai Lama hat seine erste Corona-Impfung bekommen. Das 85-jährige geistliche Oberhaupt der Tibeter forderte alle Menschen auf, "tapfer zu sein und sich impfen zu lassen". Gemeinsam mit dem Dalai Lama wurden zehn weitere Menschen, die in seiner Residenz in Dharmsala leben, geimpft. Alle bekamen den Astrazeneca-Impfstoff.

+++ Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Landsberg, hat die Teststrategie der Bundesregierung kritisiert und fehlende Antworten angemahnt. Landsberg sagte der Düsseldorfer "Rheinischen Post" mit Blick auf die Pläne zum Einsatz von Schnelltests, die Kommunen seien grundsätzlich bereit, dieses Vorhaben zu unterstützen und Schnelltest-Zentren aufzubauen. Es fehle jedoch Klarheit, wer welche Aufgaben, etwa bei Beschaffung der Tests, übernehmen solle. Zudem werde eine "vernünftige digitale Lösung" zur Erfassung der Testergebnisse und zur Vergabe von Testterminen benötigt, sagte Landsberg. 

+++ In Deutschland steigt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz leicht auf 65,6, wie das Robert-Koch-Institut mitteilt. Der Wert gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche rechnerisch neu positiv getestet werden. Laut RKI wurden in 9557 neuen Fällen Menschen positiv auf Corona getestet. Außerdem werden 300 weitere Fälle gemeldet, in denen Menschen starben, die positiv getestet wurden.

+++ Im Zoo von San Diego im US-Bundesstaat Kalifornien sind die ersten Menschenaffen gegen Covid-19 geimpft worden. Das bestätigte der Betreiber des Zoos, die San Diego Zoo Wildlife Alliance, auf Twitter. "Der Impfstoff wurde speziell für Tiere entwickelt", hieß es weiter. Geimpft wurden laut "National Geographic" vier Orang-Utans und fünf Bonobos, demnächst sollen vier weitere Affen an der Reihe sein. 

Orang-Utans  (dpa)Orang-Utans (dpa)

+++ In Paraguay ist es wegen des Umgangs der Regierung mit der Corona-Krise zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Die Polizei setzte Gummigeschosse und Tränengas ein, Demonstranten brannten Barrikaden ab und warfen Steine. In dem südamerikanischen Land haben die Neuinfektionen einen Rekordwert erreicht. Am Freitag musste bereits der Gesundheitsminister zurücktreten.

+++ Der Chefvirologe am Heidelberger Universitätsklinikum, Kräusslich, hat Sorge, dass sich in der Phase zwischen Erst- und Zweitimpfung weitere Corona-Varianten bilden könnten. Mit Blick auf die von Bund und Ländern geplanten Lockerungen sagte er der Rhein-Neckar-Zeitung: "Besorgniserregend wäre insbesondere, wenn wir in den nächsten Wochen in eine Situation kämen, dass zahlreiche Menschen nach der Erstimpfung einen nicht kompletten Schutz haben und gleichzeitig sehr viele Infektionen stattfinden." Das wäre eine Brutstätte für die Selektion von Varianten, die möglicherweise dem Impfstoff entkommen könnten.

+++ Der Chef der Ständigen Impfkommission, Mertens, erwartet nach April ein deutlich höheres Impftempo in Deutschland. Er verstehe den Frust der Menschen über das Impfmanagement, sagte Mertens der Augsburger Allgemeinen. Er gehe jedoch davon aus, dass im zweiten und dritten Quartal so viel Impfstoff zur Verfügung stehen werde, dass ihn die Zentren nicht mehr verimpfen können und die Arztpraxen aushelfen müssten, sagte der Vorsitzende der am Robert Koch-Institut angesiedelten Expertengruppe.

Ein Polizeibeamter wartet in einem Impfzentrum auf seine Corona-Impfung. (picture alliance / dpa / Marijan Murat)Impfen gegen Coron. (picture alliance / dpa / Marijan Murat)

+++ Kanzleramtschef Braun macht wenig Hoffnungen für Reisen über Ostern und bleibt auch mit Blick auf den Sommerurlaub vorsichtig. "Ich bin sehr skeptisch, was Reisen an Ostern angeht", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Für den Sommerurlaub sei es "ein bisschen kühn, darüber schon zu spekulieren". Braun betonte aber, er sei sich ziemlich sicher, dass man sich im Sommer draußen wieder normal bewegen könne.

+++ CSU-Generalsekretär Blume wirft dem Bundesgesundheitsministerium Versäumnisse beim Thema Schnelltests vor. "Tests sind die Brücke bis zum Impfangebot für alle. Aber leider sehen wir auch hier wieder: Es wurde zu spät, zu langsam, zu wenig bestellt", sagte Blume der Zeitung "Die Welt". Man müsse deutlich sagen, es seien wohl Fehler im Bundesgesundheitsministerium passiert. Kritik an der Teststrategie der Regierung kommt auch von den Grünen. Längst hätte diese eine Teststrategie vorlegen und viele Millionen Tests kaufen können, aber nach Monaten gründe die Regierung jetzt erst eine Task Force, sagte Grünen-Parteichefin Baerbock dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

+++ In Brasilien hält eine von der Regierung eingesetzte Expertengruppe hält laut Insidern 3.000 Corona-Tote pro Tag für möglich. Sollten keine ernsthaften Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in dem südamerikanischen Land ergriffen werden, sei dieses Szenario möglich. Krankenhäuser ständen vor dem Kollaps. Brasilien ist weltweit eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder.

+++ Weltweit haben sich seit Beginn der Pandemie fast 116 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. An oder mit dem Virus gestorben sind mehr als 2,7 Millionen, wie eine Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten ergibt. Am stärksten betroffen sind die USA mit knapp 29 Millionen Infektionen und rund 520.000 Toten.

+++ Die Corona-Selbsttests sind ab heute im Handel erhältlich. Damit können Menschen bei sich selbst einen Nasenabstrich machen. Beim Discounter Aldi waren die Tests vielerorts bereits nach kurzer Zeit ausverkauft. Weitere Discounter und Supermärkte wollen in den nächsten Tagen nachziehen. Auch zwei Drogeriemarkt-Ketten wollen von Dienstag an die Tests verkaufen. Der Verkauf ist pro Kunde auf eine Packung mit fünf Tests begrenzt. Mehr Informationen dazu, wie die Selbsttests funktionieren, finden Sie hier.

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