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Newsblog zum Coronavirus+++Entscheidung über Düsseldorfer Großkonzert fällt Ende August+++

Merkur Spiel-Arena in Düsseldorf (Revierfoto)
Das Konzert mit bis zu 13.000 Zuschauern soll in der Düsseldorfer Merkur Spiel-Arena stattfinden. (Revierfoto)

Ob das geplante Großkonzert in Düsseldorf Anfang September stattfinden darf, soll erst kurz vorher entschieden werden. Reisende, die mit Zügen der Deutschen Bahn aus Risikogebieten einreisen, sollen ihre Daten zur Verfügung stellen. Trotz der Testpanne bleibt Bayerns Gesundheitsministerin Huml im Amt. Weitere Entwicklungen in unserem Newsblog.

Donnerstag, 13. August

+++ Schulschließungen dürfen nach den Worten von Bundesfamilienministerin Giffey in der Corona-Pandemie nur das letzte Mittel sein. Wenn es sie dennoch geben sollte, dann keinesfalls flächendeckend, sondern punktuell oder regional, erklärte die SPD-Politikerin in Berlin.

+++ Ob das umstrittene Großkonzert am 4. September in Düsseldorf stattfinden darf, entscheidet sich spätestens vier Tage vorher. Darauf verständigten sich die Stadt Düsseldorf und die nordrhein-westfälische Landesregierung. Für das Konzert mit 13.000 Zuschauern hat der Vorverkauf bereits begonnen. 

+++ Wirte im Rheinland wollen ihre Terrassen und Biergärten abends länger öffnen, um die fehlenden Umsätze durch die Corona-Krise auszugleichen. Ihr Branchenverband Dehoga hat deshalb die Verantwortlichen in den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf gebeten, die Sperrzeiten in der Außengastronomie zu ändern. 

+++ Reisende, die mit Zügen der Deutschen Bahn aus Risikogebieten einreisen, sollen ihre Daten in Online-Formulare eintragen. Die stehen von nun an auf der Internetseite des bundeseigenen Konzerns zur Verfügung, wie ein Sprecher mitteilte. Darin müssten die Kunden Angaben zu ihrem Zug, ihre Adresse sowie Ziele und Aufenthaltsorte in Deutschland angeben. Auch mögliche Covid-19-Krankheitssymptome sollen in dem Formular angegeben werden. Man informiere mit Durchsagen in den Zügen darüber, dass die behördliche Pflicht bestehe, Kontaktdaten und Angaben zur Reise zu hinterlegen, hieß es.

+++ Angesichts der Verzögerungen bei den Ergebnissen von Corona-Tests hat Bayerns Ministerpräsident Söder eine "große Panne" eingeräumt und eine Aufarbeitung zugesagt. Gesundheitsministerin Huml bleibt im Amt - obwohl sie ihren Rücktritt angeboten hatte. 

Die Daten werden laut Bahn sicher gespeichert und nur auf offizielle Nachfrage den Gesundheitsbehörden zur Verfügung gestellt. Nach einem Monat würden sie gelöscht. Ob Reisende der Aufforderung nachkommen, werde allerdings nicht kontrolliert. Der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Jung, kritisierte, wenn die Reisenden aus Risikogebieten und ihre Angaben nicht richtig kontrolliert würden, seien die Maßnahmen und Ankündigungen der Bahn wirkungslos und verzichtbar.

+++ Der Vorsitzende der Grünen-Fraktion im bayerischen Landtag, Hartmann, hat Bayerns Ministerpräsident Söder vorgeworfen, sich vor der Ankündigung kostenloser Tests nicht ausreichend darüber informiert zu haben, was logistisch möglich sei. Söders Test-Debakel sei der schwerste Fehler, der bisher in der Bekämpfung der Corona-Pandemie passiert sei, sagte Hartmann im Deutschlandfunk. Die bayerische SPD fordert den Rücktritt der Gesundheitsministerin. "Frau Huml muss zurücktreten und Herr Söder muss sich erklären", sagte Generalsekretär Grötsch im Bayerischen Rundfunk.

+++ Die finnische Regierung empfiehlt ihren Bürgern das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Dieser solle in öffentlichen Verkehrsmitteln und in anderen Situationen getragen werden, in denen sich enge körperliche Kontakte nicht vermeiden ließen, sagte Ministerpräsidentin Marin in Helsinki. Damit folgt ihre Regierung einer Empfehlung der nationalen Gesundheitsbehörde. Zugleich riet Marin ihren Landsleuten in Regionen mit verhältnismäßig hohen Infektionszahlen, von Zuhause zu arbeiten. Finnland hat noch immer auf die Einwohnerzahl gerechnet eine der geringsten Neuinfektionsraten Europas. Aber auch im nördlichsten EU-Land nehmen die Zahlen seit einiger Zeit wieder zu.

+++ Indien verzeichnet erneut einen Höchstwert bei den täglichen Corona-Neuinfektionen. Das Gesundheitsministerium meldet 66.999 neue Ansteckungen binnen 24 Stunden. Damit hat das Land den 15. Tag in Folge mindestens 50.000 neue Fälle verzeichnet. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus steigt auf fast 2,4 Millionen, das sind nach den USA und Brasilien die drittmeisten weltweit. 

+++ In Berlin hat die erste Schule kurz nach den Sommerferien wegen eines möglichen Corona-Falls zunächst wieder geschlossen. Eine Lehrkraft habe angegeben, positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden zu sein, teilte der Bezirk laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa mit. Die Bestätigung des Gesundheitsamts stehe noch aus. Es handelt sich demnach um das Gerhart-Hauptmann-Gymnasium im Ortsteil Friedrichshagen.

+++ Bundesgesundheitsminister Spahn hat sich zurückhaltend über die Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern geäußert. Im ZDF nannte der CDU-Politiker die Verzögerungen "ärgerlich". In außergewöhnlichen Zeiten passierten aber auch Fehler. Entscheidend sei, dass sie transparent gemacht und dann schnell behoben würden, wie es die bayerische Staatsregierung ja auch mache.

+++ Der Virologe Martin Stürmer hält die Zulassung des russischen Coronavirus-Impfstoffs nach verkürzter Testphase für grob fahrlässig. Es bestehe eine große Gefahr, dass Nebenwirkungen aufträten, die in den vorangegangenen Tests nicht entdeckt worden seien, sagte der leitende Virologe beim IMD-Labor in Frankfurt am Main im Deutschlandfunk.

+++ In Deutschland ist die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit dem Coronavirus um 1.445 gestiegen. Es handelt sich um den höchsten Wert seit Anfang Mai. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts liegt die Gesamtzahl der Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie damit bei 219.964. Vier Menschen starben im Zusammenhang mit einer Sars-CoV-2-Infektion innerhalb der letzten 24 Stunden. Damit stiegt die Zahl der Toten auf 9.211. Die Zahl der Genesenen lag laut RKI bei etwa 199.500.

+++ Im Bundeskanzleramt finden heute Beratungen über die Lage an Schulen in der Corona-Krise statt. Nach Regierungsangaben geht es um einen Austausch zu den Herausforderungen, vor denen die Schulen in Zeiten der Pandemie stünden. Thema sollen auch digitale Bildungsangebote sein. An dem Treffen nehmen demnach Bundeskanzlerin Merkel, Bildungsministerin Karliczek, die SPD-Kovorsitzende Esken sowie mehrere Kultusminister der Länder teil. Die Grünen-Vorsitzende Baerbock kritisierte im ZDF, das Treffen komme viel zu spät und hätte schon nach den Osterferien stattfinden müssen. 

+++ Nach der Senkung der Mehrwertsteuer sind die Verbraucherpreise in Deutschland erstmals seit mehr als vier Jahren wieder gesunken. Das Statistische Bundesamt teilte mit, im Juli seien die Preise im Vergleich zum Vormonat um fast eineinhalb Prozent niedriger ausgefallen. Auf das gesamte Jahr gesehen liegt der Rückgang bei 0,1 Prozent. Um den Konsum in der Corona-Krise anzuregen, hat die Bundesregierung die Mehrwertsteuer vom 1. Juli an befristet bis Ende des Jahres gesenkt: von 19 auf 16 Prozent beziehungsweise von 7 auf 5 Prozent.

+++ Die Zahl der Zeitarbeiter in Deutschland ist laut einem Zeitungsbericht in der Corona-Krise deutlich gesunken. Im Mai seien in der Branche knapp 625.000 Menschen beschäftigt gewesen, rund 124.00 weniger als ein Jahr zuvor, schreibt die Rheinische Post unter Berufung auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Zur Erklärung hieß es, da viele Unternehmen in der Krise ihre Priorität darauf legten, ihre Stammbelegschaft zu halten, würden die Stellen von Zeitarbeitern oft als erste gestrichen.

Mittwoch, 12. August

+++ Griechenland und Frankreich melden Höchstwerte: Griechenland meldet 262 Neuinfektionen, das ist die höchste tägliche Zahl seit dem Beginn der Pandemie. Den Daten der Gesundheitsbehörden zufolge gibt es damit 6.177 bekannte Infektionen und 216 Todesfälle. Frankreich meldet mit 2.524 bestätigten Neuinfektionen die größte tägliche Zunahme seit dem Ende des Lockdowns. Der Durchschnittswert der vergangenen sieben Tage liegt demnach inzwischen bei 1.810, der höchste Wert seit dem 24. April, als die Epidemie in Frankreich voll ausgeprägt war. Insgesamt sind damit 206.696 Fälle verzeichnet.

+++ In Bayern warten zehntausende Reiserückkehrer nach Corona-Tests noch auf das Ergebnis, darunter 900 nachweislich positiv getestete. Bayerns Gesundheitsministerin Huml sagte in München, etwa 44.000 Befunde seien noch nicht übermittelt worden. Sie bedauere den Zeitverzug, sagte Huml. Es gebe eine Übermittlungsproblematik. Angaben, wie lange die Menschen bereits warten, konnte Huml nicht machen. Die positiv Getesteten sollten bis Donnerstagmittag ihre Ergebnisse bekommen.

+++ Norwegen rät von Reisen nach Deutschland ab: Aus Sorge vor einem stärkeren Anstieg der Corona-Zahlen weitet das Land seine Reisebeschränkungen auf weiterer Staaten und Regionen in Europa aus. Die norwegischen Beschränkungen gelten ab Samstag auch für Polen, die Niederlande, Malta, Zypern und Island, die zum dänischen Königreich zählenden Färöer-Inseln sowie mehrere Regionen in Schweden und Dänemark. Wer aus diesen Ländern und Gebieten nach Norwegen einreisen will, muss für zehn Tage in Quarantäne. Die am 16. März eingeführten Grenzkontrollen werden um 60 Tage bis Mitte Oktober verlängert. Bis zum 1. Oktober rät das norwegische Außenministerium zudem von allen nicht zwingend notwendigen Reisen ins Ausland ab, von nun an auch in Länder wie Deutschland, die bislang als "grün" galten und nun allesamt als "gelb" eingestuft werden. 

+++ Das Robert Koch-Institut hat Angaben korrigiert, wonach es den Einsatz eines Impfstoffs gegen das Coronavirus im Herbst für möglich hält. Das RKI hatte auf seiner Internetseite zunächst berichtet, dass vorläufige Prognosen die Verfügbarkeit eines Mittels bis dahin möglich erscheinen ließen. Nun sagte eine Sprecherin dem Deutschlandfunk, der Bericht sei veraltet und versehentlich auf der Hompage publiziert worden. Er wurde inzwischen vom Netz genommen. Das RKI erklärte stattdessen, man rechne inzwischen nicht mit einem Impfstoff-Einsatz im Herbst. Eine aktualisierte Version des Papiers solle in Kürze veröffentlicht werden. Auch der Deutschlandfunk hatte im Newsblog darüber berichtet, dass ein Corona-Impfstoff schon im Herbst zur Verfügung stehen könnte. Wir haben die Meldung aus unserem Blog entfernt.

Wie weit die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus ist, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

+++ Absage zweier Sportveranstaltungen: In Paris ist der diesjährige Marathon nach zweimaliger Verschiebung endgültig abgesagt worden. Im schweizerischen Aigle und Martigny sind wegen der Coronavirus-Pandemie die Straßenrad-Weltmeisterschaften abgesagt worden.

+++ Die Schweiz lockert ihre Corona-Maßnahmen: In dem Land dürfen ab Oktober wieder Großveranstaltungen mit mehr als tausend Personen durchgeführt werden. Eine entsprechende Lockerung der Corona-Maßnahmen hat die Regierung in Bern beschlossen. Ab 1. Oktober dürfen unter strengen Auflagen wieder Anlässe mit mehr als 1.000 Personen stattfinden, erklärt die Regierung. Bislang waren diese bis Ende August untersagt. Die Kantone müssen die Veranstaltungen bewilligen. Außerdem beschloss die Regierung, die Maskentragepflicht im öffentlichen Verkehr auszuweiten. Ab kommenden Samstag sind Schutzmasken auch in Flugzeugen obligatorisch.

+++ Der Reisekonzern TUI soll weitere staatliche Hilfen erhalten, um Verluste aus der Corona-Krise zu überbrücken. Wie das Unternehmen in Hannover mitteilte, wird ein schon bestehender Kredit der Förderbank KfW um 1,05 Milliarden Euro aufgestock. TUI hatte bereits ein erstes Hilfsdarlehen über 1,8 Milliarden Euro zugesprochen bekommen.

+++ Etwa jede vierte Corona-Neuinfektion in Nordrhein-Westfalen geht derzeit auf Menschen zurück, die von Reisen ins Ausland oder innerhalb Deutschlands zurückkehren. Das teilte das Landesgesundheitsministerium mit. Allein am größten nordrhein-westfälischen Flughafen in Düsseldorf waren nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein am vergangenen Samstag 71 von gut 1850 Abstrichen im Testzentrum positiv.

+++ Die staatliche Förderbank KfW hat in der Corona-Krise so viele Kredite vergeben wie nie. Den Angaben zufolge stieg das Fördervolumen im ersten Halbjahr auf 76,2 Milliarden Euro. Das war mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum (33,6 Mrd.). Im Inland verdreifachte sich das Fördervolumen aufgrund der Corona-Hilfsprogramme auf 63 Milliarden Euro (20,8 Mrd.).

+++ Die britische Wirtschaft ist im Frühjahr wegen der Corona-Pandemie eingebrochen. Wie das Statistikamt in London mitteilte, verzeichnete das Bruttoinlandsprodukt von April bis Juni im Vergleich zum Vorquartal ein Minus von rund 20 Prozent.

+++ China hat die Corona-Einreisebestimmungen für 36 europäische Staaten gelockert, darunter Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Wer eine Aufenthaltsgenehmigung für die Volksrepublik besitzt, kann sich seit Anfang der Woche auch ohne Einladungsschreiben für ein Visum bewerben. Das teilte die chinesische Botschaft in Berlin mitteilte. Nach Ausbruch der Corona-Krise im März hatte die Volksrepublik die Einreise nur noch in seltenen Fällen genehmigt.

+++ Die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen in Deutschland hat den höchsten Wert seit Anfang Mai erreicht. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 1226 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Höher lag der Wert zuletzt am 09. Mai mit 1251 registrierten Neuinfektionen.

Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) äußerte sich besorgt über die Entwicklung und verlangte mehr Wachsamkeit. Die derzeitigen Infektionszahlen könne das Gesundheitssystem noch gut bewältigen, meinte der CDU-Politiker. Mit jeder Infektion werde es für die Gesundheitsämter aber schwieriger.

+++ Russlands Gesundheitsminister Murashko hat Zweifel an der Wirksamkeit und Sicherheit des gestern zugelassenen russischen Corona-Impfstoffs "Sputnik V" zurückgewiesen. Sie seien unbegründet und von Konkurrenzgedanken getrieben, zitiert ihn die Nachrichtenagentur Interfax. Die Zulassung nach verkürzter Testphase war international kritisiert worden. Bundesgesundheitsminister Spahn hält den russischen Corona-Impfstoff für potenziell gefährlich.

Fläschen mit russischem Coronavirus-Impfstoff (AFP/ Dmitry Kurakin / Russia's Health Ministry)Russland hat nach eigenen Angaben den ersten Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen (AFP/ Dmitry Kurakin / Russia's Health Ministry)

+++ Deutschland ist in der Corona-Pandemie nach Einschätzung vieler Menschen enger zusammengerückt. In einer Umfrage für die Bertelsmann-Stiftung bewerteten die Befragten den gesellschaftlichen Zusammenhalt nach dem ersten Höhepunkt des Infektionsgeschehens positiver als zu Jahresbeginn. Demnach fiel der Anteil derjenigen, die den Zusammenhalt in Deutschland gefährdet sahen, von 46 Prozent im Februar auf nur noch 26 Prozent im Mai und im Juni.

+++ In der belgischen Hauptstadt Brüssel gilt ab sofort eine Maskenpflicht für den gesamten öffentlichen Raum. Alle Menschen müssten ab sofort etwa in Parks oder auf der Straße Mund und Nase bedecken, teilen die Behörden mit. Zur Begründung hieß es, die Schwelle von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen eines Tages sei überschritten worden.

+++ In Neuseeland wird wegen des neuen Corona-Ausbruchs möglicherweise die Parlamentswahl verschoben. Eigentlich sollte sich das Parlament heute auflösen, um den Weg für die Abstimmung am 19. September freizumachen. Dieser Schritt wurde laut Premierministerin Ardern ausgesetzt. Gestern waren erstmals nach mehr als 100 Tagen lokale Ansteckungen in Neuseeland mit dem Coronavirus gemeldet worden.

+++ Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat mit Zurückhaltung auf die vom russischen Präsidenten Putin verkündete Zulassung eines Corona-Impfstoffes reagiert. Die WHO begrüßte alle Fortschritte bei der Entwicklung zu Covid-19-Impfstoffen, wies aber zugleich darauf hin, dass die beschleunigte Forschung gemäß bewährter Prozesse vonstattengehen sollte. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur kündigte ein WHO-Sprecher an, man werde die Einzelheiten der Versuche überprüfen.

+++ Erste Länder haben bereits Interesse an Russlands Coronavirus-Impfstoff "Sputnik V" bekundet - dem ersten zugelassenen weltweit. Der brasilianische Bundesstaat Paraná kündigte an, ein Abkommen mit Russland zu schließen, um den Impfstoff selbst zu produzieren. Auch Israel teilte mit, grundsätzlich an "Sputnik V" interessiert zu sein. 

Russlands Impfung gegen COVID-19  (imago)Russlands Impfung gegen COVID-19 (imago)

+++ Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat sich dagegen ausgesprochen, im Fall einzelner Corona-Infektionen ganze Schulen zu schließen. "Wenn ein Corona-Fall in einer Schule auftaucht, muss nicht direkt die Schule für 14 Tage geschlossen werden", sagte er der "Rheinischen Post". Es reiche, wenn einzelne Klassen oder Kurse zu Hause blieben. Voraussetzung dafür sei natürlich, dass die Schülerinnen und Schüler auch nur in diesen Gruppen zusammenkämen.

+++ Die Corona-Krise hat nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation, ILO, weltweit Auswirkungen auf die Ausbildung junger Menschen. Die Lehreinrichtungen mit mehr als 70 Prozent aller Schüler, Studenten und Auszubildenden hätten seit Beginn der Pandemie bis auf weiteres geschlossen, teilte die ILO bei der Vorstellung einer Studie in Genf mit. Das Coronavirus habe eine globale Bildungsmisere verursacht und schränke das produktive Potenzial einer ganzen Generation ein, sagte Generaldirektor Ryder. Der Wechsel vom normalen Unterricht zum Online-Lernen habe nicht ohne Komplikationen stattgefunden. Vor allem in ärmeren Staaten gäbe es Probleme mit mangelhafter technischer Ausrüstung. Fast 40 Prozent der jungen Menschen verspürten nun Unsicherheit über ihre berufliche Zukunft.

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