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Newsblog zum Coronavirus+++ Entwicklungen vom 10. Oktober +++

Am Boden ist das rote Bild einer Maske zu sehen und dazu der Hinweis: "Bitte Mund-Nase-Bedeckung tragen. Danke". (imago images / Michael Weber)
Warnhinweis im Stuttgarter Hauptbahnhof (imago images / Michael Weber)

Stuttgart hat in der Corona-Pandemie die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband kritisiert das Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Risikogebieten. In Tschechien steigen die Infektionszahlen weiter an. Die Entwicklungen im Newsblog.

Samstag, 10. Oktober

+++ Brasilien verzeichnet fast 150.000 Tote im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Nach jüngsten Angaben des Gesundheitsministeriums haben sich 5.082.637 Menschen mit dem Virus infiziert.   

+++ In Frankreich hat es innerhalb von 24 Stunden fast 27.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gegeben. Das ist seit Ausbruch der Pandemie der höchste Wert für einen Tag, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums in Paris hervor geht. In zahlreichen Städten, darunter Paris, Lyon, Lille und Marseille, gilt bereits die höchste Corona-Warnstufe.

+++ Stuttgart hat in der Corona-Pandemie die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten, wie die baden-württembergische Landeshauptstadt mitteilte. Man bereite derzeit Einschnitte wie die Einführung einer Sperrstunde, Alkoholkonsum-Beschränkungen und die Maskenpflicht innerhalb des City-Rings vor.

+++ Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband kritisiert das Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Risikogebieten, das inzwischen in mehreren Bundesländern gilt. Hauptgeschäftsführerin Hartges sagte im Deutschlandfunk, sie habe Zweifel, ob die Maßnahme in dieser Form und in dieser Geschwindigkeit verhältnismäßig sei. So seien viele juristische Fragen ungeklärt.

+++ In Österreich hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen einen Rekordwert erreicht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gibt es 1.235 neue Fälle. Insgesamt stieg die Zahl der sogenannten aktiven Fälle auf 10.800.

+++  In Tschechien steigen die Corona-Infektionszahlen weiter an. Am Freitag wurden den Behörden 8.618 neue Fälle gemeldet, wie heute bekannt wurde. Das waren knapp 3.300 mehr als am Vortag. Es ist der vierte Tagesrekord in Folge. In Tschechien, das knapp 10,7 Millionen Einwohner hat, müssen von Montag an Theater, Kinos, Museen, Galerien und Sportstätten schließen - zunächst für zwei Wochen.

Ein Sanitäter des tschechischen Universitätsklinikums Hradec Kralove führt einen Corona-Test bei einer Person im Auto durch. (dpa / CTK / David Taneèek)Coronavirus-Test in Tschechien (dpa / CTK / David Taneèek)

Auch in Polen, in der Ukraine und in Russland melden die Behörden zahlreiche Neuinfektionen.

+++ Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist weiter gestiegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut innerhalb von 24 Stunden 4.721 weitere nachgewiesene Fälle gemeldet. Die Zahl liegt damit noch einmal über der vom Freitag. Die Infektions-Höchstwerte vom Frühjahr sind aber noch nicht erreicht. Neu gemeldet wurden 15 Todesfälle. Die Zahl der Menschen in Deutschland, deren Tod mit Covid-19 in Verbindung gebracht wird, stieg damit auf 9.604.

- Ausführlicher beschäftigen wir uns hier mit dem Thema: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

+++ Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Gassen, hält Warnungen, die Corona-Pandemie gerate außer Kontrolle, für irreführend. Es müsse damit aufgehört werden, auf die Zahl der Neuinfektionen zu starren wie das Kaninchen auf die Schlange, sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Dies führe zu falschem Alarmismus.

- Der Epidemiologe Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig sieht steigende Infektionszahlen nicht als geeignetes Kriterium zur Beurteilung des Verlaufs der Corona-Pandemie an.

- Unsere Analyse: Was bedeutet der rasante Anstieg der Neuinfektionen?

-Aus der Nachrichtenredaktion: Welche Zahlen wir zum Coronavirus nennen und warum

+++ Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann empfiehlt, wegen steigender Corona-Infektionszahlen auf Urlaub im Herbst zu verzichten. "Vielleicht sollten die Bürger in den Herbstferien nicht groß in der Gegend herumreisen. Weder im Inland, noch im Ausland - und schon gar nicht in Risikogebiete", sagte der Grünen-Politiker im Interview mit "Heilbronner Stimme", "Mannheimer Morgen" und "Südkurier". 

Kretschmann trägt eine leuchtend gelbe Mund- und Nasenbedeckung aus Stoff.  (dpa/Sebastian Gollnow)Ministerpräsident Kretschmann mit Mundschutz vor einer Landtagssitzung (dpa/Sebastian Gollnow)

+++ Mit Köln hat auch die viertgrößte deutsche Stadt eine wichtige Corona-Warnstufe überschritten: Innerhalb von sieben Tagen wurden mehr als 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner registriert. Damit wird Köln zum Corona-Risikogebiet - wie zuvor schon Berlin, Frankfurt am Main oder Bremen. Weitere Städte stehen kurz davor, die Marke zu überschreiten.

Auf einer Werbeanzeige der Stadt Köln wird für das Abstandhalten im öffentlichen Raum geworben. (dpa / Oliver Berg )Köln während der Corona-Pandemie (dpa / Oliver Berg )

Um die steigende Zahl an Corona-Infektionen in den Griff zu bekommen, verschärfen mehrere größere Städte in Deutschland ab heute die Auflagen. In Köln beispielsweise dürfen sich höchstens noch fünf Personen aus verschiedenen Haushalten in der Öffentlichkeit treffen. Im öffentlichen Raum gilt zudem ab 22 Uhr ein Alkoholverbot, in Fußgängerzonen eine Maskenpflicht. Zudem wird die Personenzahl bei Feiern beschränkt. Bei privaten Festen außer Haus sind maximal noch 25 Personen erlaubt. Vom Feiern in der eigenen Wohnung wird abgeraten. Mehr als zehn Personen sollten in jedem Fall nicht zusammen kommen, heißt es.

+++ Nach Ansicht des Präsidenten des Bundesverfassungsgerichtes, Harbarth, funktioniert der Rechtsstaat in Deutschland während der Corona-Krise bemerkenswert gut.

Stephan Harbarth, Verfassungsrichter und Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, spricht während einer mündlichen Verhandlung (dpa/Sebastian Gollnow)Stephan Harbarth, Verfassungsrichter und Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, spricht während einer mündlichen Verhandlung (dpa/Sebastian Gollnow)

Die Justiz arbeite in einer beachtlichen Geschwindigkeit, sagte Harbarth dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. So hätten Gerichte in zahlreichen Eilentscheidungen zum Beispiel Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen genehmigt. Der Verfassungsrechtler verwies darauf, dass neben der Versammlungsfreiheit auch das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit gelte. Wenn verschiedene Grundrechte kollidierten, müssten Gerichte sie gegeneinander abwägen und staatliche Entscheidungen überprüfen, so Harbarth.

+++  Der Arbeitsmarkt übersteht die Coronakrise nach den Worten des Chefs der zuständigen Bundesagentur erstaunlich gut.

Scheele sagte der "Funke Mediengruppe", bisher hätten 150.000 Menschen wegen der Pandemie ihren Arbeitsplatz verloren. Das sei für jeden Betroffenen schlimm, aber bei 33,5 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten - Zitat - kein Erdrutsch. So lange die Infektionszahlen nicht massiv hochschnellten und die Politik örtlich und nicht mehr flächendeckend eingreife, werde der Arbeitsmarkt das aushalten.


+++ Russland verzeichnet die höchste Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus seit Beginn der Pandemie. 

Innerhalb der vergangenen 24 Stunden wurden 12.126 Neuinfektionen nachgewiesen. Allein in der Hauptstadt Moskau wurden 3.700 Neuinfektionen diagnostiziert. Das Bürgermeisteramt überlegt, Bars zu schließen und forderte die Einwohner dazu auf möglichst von Zuhause aus zu arbeiten.

+++ Der US-Konzern Microsoft will seinen Beschäftigten auf Dauer ermöglichen, von Zuhause aus zu arbeiten.

Das Magazin "The Verge" berichtet über neue Richtlinien, nach denen Mitarbeitende auch über die Corona-Pandemie hinaus im Homeoffice bleiben können. Für bis zu 50 Prozent der Arbeitszeit soll das problemlos funktionieren. Wer sich dafür entscheidet, vollständig von Zuhause zu arbeiten, verliert allerdings seinen festen Büroplatz. Für diese Beschäftigten soll es die Option geben, im Bedarfsfall Ausweichplätze zu nutzen.

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