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Newsblog zum Coronavirus+++ Entwicklungen vom 16. und 17. Januar 2021 +++

Leere Straßen abends in München (dpa / Sven Simon)
Leere Straßen in München (dpa / Sven Simon)

Zwei Tage vor dem Bund-Länder-Treffen über eine mögliche Verschärfung der Alltagsbeschränkungen sickern mögliche Einzelheiten durch. Polizei und Ordnungsamt sind am Wochenende mehrfach eingeschritten, um sicherzustellen, dass Corona-Auflagen eingehalten werden. In Österreich wird der Lockdown um zwei Wochen verlängert. Weitere Entwicklungen in unserem Newsblog.

Sonntag, 17. Januar

+++ Brasilien hat die Coronavirus-Impfstoffe der Hersteller Sinovac und Astrazeneca zugelassen. Die Notfallgenehmigung erteilte die brasilianische Gesundheitsbehörde; damit kann das Land nun mit der Impfung seiner Bevölkerung beginnen. Das südamerikanische Land steckt seit der Pandemie in einer schweren Wirtschaftskrise. Die Zahl der Arbeitslosen und Obdachlosen hat sich vervielfacht.

+++ Der Umgang von Politik, Wissenschaft und Medien mit der Corona-Krise ist nach Ansicht des Psychologen Jan Kalbitzer zu negativ. Im Deutschlandfunk forderte Kalbitzer von Politikern und Wissenschaftlern, "nicht immer auf dem Verzicht und den Regeln rumzureiten". Stattdessen müssten sie Ressourcen zu Verfügung stellen, damit Menschen die Einschränkungen langfristig durchhalten können, etwa, indem Virologen erklären, wie man sich weiter in den Arm nehmen kann, "weil wir das brauchen". 

Viele Menschen gingen sehr verantwortungsvoll mit der Situation um. Berichtet werde aber in ganz Deutschland über einen Kindergeburtstag, auf dem sich 30 Leute treffen. Das sei "absurd", betonte Kalbitzer.

+++ Die Polizei hat bei einer Protestaktion in Amsterdam gegen die Corona-Politik der niederländischen Regierung hart durchgegriffen. Die Einsatzkräfte hätten Wasserwerfer gegen hunderte Demonstrierende eingesetzt, um die Versammlung aufzulösen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. 

Ein regierungskritischer Demonstrant steht bei einer Kundgebung am Museumsplatz einem Polizisten gegenüber. (dpa/Robin Van Lonhuijsen)Coronavirus-Proteste in den Niederlanden (dpa/Robin Van Lonhuijsen)

+++ Zwei Tage vor dem Bund-Länder-Treffen über eine mögliche Verschärfung der Alltagsbeschränkungen sickern mögliche Einzelheiten durch. Das Magazin "Business Insider" meldet unter Berufung auf Regierungskreise, zur Vermeidung einer Ausbreitung mutierter Coronaviren gebe es Pläne für eine bundesweite nächtliche Ausgangssperre. Offen sei noch, in welchem Zeitfenster eine solche gelten solle und ob sie erst ab einer bestimmten Inzidenz in Kraft träte. Die Länder hätten der Maßnahme bereits grundsätzlich zugestimmt. Darüber hinaus sei eine Vorgabe im Gespräch, wonach beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr nur noch die besonders effektiven FFP2-Masken getragen werden dürfen.

+++ Die Theologin Margot Käßmann hat die aktuellen Corona-Regeln zur Einschränkung von Kontakten scharf kritisiert. Dass sich nur Menschen aus zwei Haushalten treffen sollten, sei noch nachvollziehbar, schreibt die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in der "Bild am Sonntag". Die neue Ein-Personen-Regel bezeichnete sie allerdings als "lebensfremden Unsinn". Bei Entscheidungen über Corona-Maßnahmen müssten ab sofort genauso viele Familienexperten mit am Tisch sitzen wie Virologen, fordert die Theologin.

In Deutschland, aber auch international, sind die Immunisierungen gegen das Coronavirus mit dem Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer angelaufen. Es stellt sich unter anderem die Frage nach möglichen Nebenwirkungen. Ein Überblick.

+++ Polizei und Ordnungsamt sind am Wochenende mehrfach eingeschritten, um sicherzustellen, dass Corona-Auflagen eingehalten werden. Unter anderem wurde die Polizei zu einer Hochzeitsfeier in einer Wohnung gerufen, wo sich etwa 60 Menschen aufhielten. Dabei wurden die Personalien notiert und Verstöße gegen den Infektionsschutz festgehalten. In Hamburg löste die Polizei eine Party mit mehr als 30 Menschen auf, die laut einem Gast schon zwei Tage dauerte. In der Halle waren Brettspiele und Tischkicker aufgebaut. Auch in Brandenburg wurden mehrere kleinere Zusammenkünfte von Menschen aufgelöst.

+++ Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will in der Debatte um eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Schutzmasken die Arbeitgeber in die Verantwortung nehmen. Wenn jetzt in Bayern und vermutlich bald auch in weiteren Bundesländern Vorgaben zum Tragen von FFP2-Masken gemacht würden, seien klare und verlässliche Regelungen für die Beschäftigten erforderlich, fordert Verdi-Chef Werneke. "In jedem Fall müssen die Unternehmen ihren Beschäftigten FFP2-Masken kostenfrei und in ausreichender Stückzahl zur Verfügung stellen."

+++ Der Vorschlag von Außenminister Maas, Menschen mit Corona-Impfung von Beschränkungen auszunehmen, ist auf Kritik gestoßen. Der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Brysch, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, Zusammenhalten sei jetzt wichtiger als Polarisieren. Maas schade damit der Impfkampagne, zumal niemand wisse, ob ein Geimpfter das Virus weitergeben könne, so Brysch. Die FDP nannte Maas‘ Vorstoß populistisch und undurchdacht.

+++ Die FDP hat die anderen Bundestagsfraktionen um Unterstützung für eine Sondersitzung am kommenden Dienstag gebeten – und zwar vor den neuen Beratungen von Bund und Ländern zur Corona-Pandemie. Bundeskanzlerin Merkel sollte nach unserer Staatsauffassung im Parlament über eine veränderte Pandemie-Lage und neue Grundrechtseinschränkungen informieren, heißt es in einem Schreiben von Parteichef- und Fraktionschef Lindner und dem Ersten Parlamentarischen Geschäftsführer Buschmann.

Handgefertigte Mund-Nase-Bedeckungen aus Stoff werden in einem Kiosk in Düsseldorf zum Kauf angeboten.  (imago / Ralph Peters)Handgefertigte Mund-Nase-Bedeckungen aus Stoff werden in einem Kiosk in Düsseldorf zum Kauf angeboten. (imago / Ralph Peters)

+++ Bundeswirtschaftsminister Altmaier will Medienberichten zufolge die Beantragung von Corona-Hilfen vereinfachen. Wie das Magazin "Der Spiegel" und mehrere Nachrichtenagenturen übereinstimmend berichten, soll künftig nur noch ein Kriterium für den Erhalt der Überbrückungshilfen III gelten. Maßgeblich sei dann nur noch, dass Firmen für den jeweiligen Monat einen Umsatzrückgang von mindestens 30 Prozent nachweisen könnten. Die Vorschüsse auf spätere Zahlungen sollen auf insgesamt 150.000 Euro angehoben werden. Außerdem sollen künftig verderbliche und saisonale Waren zu den erstattungsfähigen Fixkosten gezählt werden.

+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut 13.882 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Das sind gut 3.000 Fälle weniger als heute vor einer Woche. 445 weitere Menschen sind demnach binnen 24 Stunden im Zusammengang mit dem Virus verstorben. Am Wochenende fallen die Zahlen in der Regeln niedriger aus, da nicht alle Gesundheitsämter ihre Zahlen an das RKI melden und auch weniger Tests vorgenommen und ausgewertet werden. Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug 136 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner.

+++ Österreich verlängert den Corona-Lockdown um weitere zwei Wochen. Bundeskanzler Sebastian Kurz begründete dies in Wien damit, dass Mutationen des Virus nun auch in Österreich angekommen seien. Die Lage habe sich nochmals deutlich verschärft. Ziel sei nun, vom 8. Februar an Handel und Museen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wieder zu öffnen. Allerdings müssten die täglich gemeldeten Neuinfektionen deutlich sinken, sagte Kurz. So lange blieben Ausgangsbeschränkungen in Kraft und Schulen im Fernunterricht.

+++ Großbritannien hat die Hoffnung, im März Lockerungen der Corona-Beschränkungen erwägen zu können. "Wir wollen den Lockdown so schnell wie möglich beenden", sagt Außenminister Dominic Raab dem TV-Sender Sky News. Ab März sollte sich das Land hoffentlich in einer Lage befinden, die Entscheidungen dazu ermöglichten. Es könne natürlich nicht alles auf einmal gelockert werden, sondern müsse schrittweise geschehen, sagt Raab. In keinem anderen Land in Europa sind so viele Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben wie in Großbritannien.

+++ Die Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn kamen nach Angaben des Staatskonzerns im vergangenen Jahr so selten zu spät wie seit 15 Jahren nicht mehr. Auch wegen der verringerten Kapazitäten in der Corona-Krise seien 81,8 Prozent aller ICE- und IC/EC-Züge pünktlich gewesen, teilte die Bahn mit. Das sei eine Steigerung von 5,9 Prozentpunkten gegenüber 2019. Im Regionalverkehr sei mit einer Pünktlichkeit der Züge von 95,6 Prozent sogar das beste Ergebnis seit Bestehen der Deutschen Bahn AG erreicht worden.

10.11.2020, Bayern, München: Sicherheitsmitarbeiter der Deutsche Bahn kontrollieren zusammen mit Polizisten der Bundespolizei die Einhaltung der Maskenpflicht am Hauptbahnhof. Die Maskenpflicht gilt an allen Bahnhöfen, auf Bahnsteigen und auch in Bussen und Bahnen. Foto: Sven Hoppe/dpa | Verwendung weltweit (dpa)Schwerpunktkontrollen Bundespolizei und Deutsche Bahn (dpa)

+++ Das für Sonntagabend angesetzte WM-Vorrundenspiel der deutschen Handballer gegen Kap Verde ist abgesagt worden. Diese Entscheidung traf das Competition-Management des Weltverbands aufgrund der neuen Coronafälle beim Turnieraußenseiter. Das Spiel wird mit 10:0 Toren und 2:0 Punkten für Deutschland gewertet, die DHB-Auswahl von Bundestrainer Alfred Gislason steht in Ägypten somit vorzeitig in der Hauptrunde.

+++ Die evangelische Theologin Margot Käßmann fordert eine familienfreundlichere Corona-Politik. Die neue Regel, wonach sich ein Haushalt nur mit einer weiteren Person treffen darf, sei "lebensfremder Unsinn", schrieb die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in der "Bild am Sonntag". Nach einer Woche sei klar, dass dies nicht funktioniere. Corona-Regeln seien notwendig, damit die Zahl der Infizierten und der Toten endlich zurückgehe, betonte Käßmann. "Aber sie müssen einleuchten!" Bei Entscheidungen über Corona-Maßnahmen müssten künftig genauso viele Familienexperten mit am Tisch sitzen wie Virologen, forderte Käßmann. "Sonst werden Maßnahmen verabschiedet, die Familien endgültig fix und fertig machen."

+++ Die Hamburger Polizei hat eine Party im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg aufgelöst, bei der mehr als 30 Menschen seit möglicherweise zwei Tagen zusammen gefeiert haben. Passanten hatten das in der Pandemie illegale Zusammentreffen in einer Halle am späten Samstagabend gemeldet, wie ein Polizeisprecher am Sonntagmorgen berichtete. Vor Ort hörten die Beamten laute Musik aus dem Gebäude.

+++ Der FDP-Politiker und Bundestags-Vizepräsident Kubicki hat Überlegungen der Bundesregierung kritisiert, die Corona-Maßnahmen weiter zu verschärfen. Kubicki sagte der Funke Mediengruppe, es sei nicht rational zu erklären, dass trotz sinkender Zahlen und größer werdenden Intensivkapazitäten über Verschärfungen geredet werde. Die Tatsache, dass Ende März bereits die gesamte Bevölkerung Israels geimpft sein werde und Deutschland über einen Lockdown bis Ostern diskutiere, zeige das – Zitat – "Komplettversagen der Regierung Merkel".

Ein Schneemann mit Maske ist auf dem Großer Feldberg zu sehen. (imago-images / Marcel Lorenz)Winter 2020 (imago-images / Marcel Lorenz)

+++ Der SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach rechnet wegen der Coronavirus-Pandemie mit einem Ausfall der Fußball-Europameisterschaft auch in diesem Jahr. Er gehe davon aus, dass die EM komplett abgesagt werde, sagte er dem Nachrichtenportal "t-online". Im März werde man eine Situation haben, die in vielen Ländern Europas schlechter sein werde als heute.

+++ Der Verantwortliche für die internationalen Pisa-Studien, Schleicher, plädiert trotz der hohen Corona-Zahlen für die Öffnung von Grundschulen und Kindergärten. "Selbst in der gegenwärtigen Infektionslage habe ich wenig Verständnis dafür, dass Grundschulen und Kindergärten flächendeckend geschlossen werden", sagt der Leiter des Direktorats Bildung bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Schulschließungen haben langfristig schwerwiegende Folgen, vor allem in den ersten Schuljahren und vor allem für Kinder aus sozial benachteiligtem Umfeld." 

+++ Auf Eiscreme aus dem Osten Chinas ist nach Regierungsangaben das Coronavirus festgestellt worden. Zunächst gab es demnach am Sonntag keine Hinweise darauf, dass sich jemand das Virus von dem Eis zugezogen hat. Das Unternehmen "Daqiaodao Food" in Tianjin bei Peking sei abgeriegelt worden, teilte die Stadtregierung mit. Die Mitarbeiter würden auf das Coronavirus getestet. Die Mehrheit der 29.000 Behälter der betroffenen Eiscreme seien noch nicht verkauft gewesen, teilte die Regierung mit.

+++ Der Pharmakonzern Bayer hat Unterstützung bei der Impfstoffherstellung in Deutschland zugesagt. Man sei bereit, dafür alle Hebel in Bewegung zu setzen, sagte Konzernchef Baumann der Welt am Sonntag. Bayer prüfe intensiv, ob man neben der bereits vereinbarten Entwicklung und Bereitstellung eines Impfstoffs auch bei der Produktion helfen könne. Anfang Januar hatte Bayer eine Vertriebs- und Entwicklungsallianz mit dem Tübinger Impfstoffhersteller Curevac angekündigt. Dessen Impfstoff ist allerdings noch nicht marktreif.

Logo des Bayer-Konzerns (Michael Sohn/AP/dpa)Logo des Bayer-Konzerns (Michael Sohn/AP/dpa)

+++ Als erster Bundesminister hat sich Außenamtschef Maas in der Corona-Pandemie dafür ausgesprochen, Geimpfte und Nicht-Geimpfte unterschiedlich zu behandeln. Personen, die gegen das Virus geimpft seien, könnten beispielsweise wieder ins Kino, ins Museum oder in ein Restaurant gehen, sagte Maas der "Bild am Sonntag". Wenn klar sei, dass ein Geimpfter niemandem ein Beatmungsgerät wegnehme, dann falle zumindest ein zentraler Grund für die Einschränkung der Grundrechte weg.

+++ Noch vor den Bund/Länder-Beratungen am Dienstag über weitere Corona-Beschränkungen fordert die FDP eine Sondersitzung des Bundestags dazu. "Die Bundeskanzlerin sollte das Parlament und die Öffentlichkeit vor den Gesprächen mit den Ministerpräsidenten umgehend informieren", sagte FDP-Chef Lindner der "Bild am Sonntag". Lindner hält besonders nächtliche Ausgangssperren für unverhältnismäßig: "Auf keinen Fall dürften sie ohne Befassung des Bundestages beschlossen werden", sagte er.

+++ Österreich soll seinen harten Lockdown um zwei weitere Wochen bis zum 7. Februar verlängern, wie die Nachrichtenagentur APA aus Verhandlerkreisen erfuhr. Handel und Gastronomie blieben demnach weiter geschlossen, Schulen bieten weiter Distanzunterricht an. Aufgrund der mittlerweile auch in Österreich festgestellten und wohl ansteckenderen Virus-Mutation aus Großbritannien haben Experten eindringlich vor zu frühen Öffnungsschritten gewarnt. Bundeskanzler Kurz kündigte für Sonntagvormittag eine Pressekonferenz an.

Samstag, 16. Januar 

+++ Die zuerst in Südafrika aufgetretene Variante des Coronavirus ist zum ersten Mal in Dänemark nachgewiesen worden. Der Fund der Variante B.1.351/501Y hänge mit einer Reise nach Dubai zusammen, teilte das dänische Gesundheitsinstitut SSI am Samstagabend mit. Die aus England stammende andere Corona-Mutante war bereits vor Wochen im nördlichsten deutschen Nachbarland eingetroffen: Sie wurde bisher 256 Mal im Land nachgewiesen. Südafrika hatte Ende vergangenen Jahres die Entdeckung der neuen Corona-Variante bekanntgegeben. Sie hat Experten zufolge Ähnlichkeiten mit der Virus-Mutation aus Großbritannien, hat sich aber demnach unabhängig entwickelt.

+++ Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther fordert eine Perspektive für Lockerungen in der Pandemie. Natürlich sei die Zahl der Neuinfektionen nach wie vor zu hoch, aber sie gehe zurück, sagt der CDU-Politiker dem Sender Phoenix. Daher dürfe beim Treffen von Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder am Dienstag nicht nur über weitere Verschärfungen der Auflagen gesprochen werden. Es gehe jetzt auch darum, "dass wir sehr viel klarer auch beschreiben müssen, wie geht es eigentlich in den nächsten Wochen und Monaten weiter".

+++ Die Zahl der Corona-Schutzimpfungen in Deutschland hat die Marke von einer Million überschritten. Das Robert Koch-Institut meldeteeine Gesamtzahl von 1.048.160 Impfungen, 79.759 mehr als am Vortag. Die Impfquote stieg damit auf 1,26 Prozent. Bislang wurde fast ausschließlich die erste von zwei Impfdosen verabreicht. 

+++ Tennisprofi Angelique Kerber muss nach ihrer Anreise zu den Australian Open in strikte Quarantäne. Ebenso wie 46 weitere Spieler und Spielerinnen darf sie in den nächsten 14 Tagen ihr Hotelzimmer in Melbourne nicht verlassen. Der Grund: Bei zwei Charterflügen waren drei Reisende positiv auf das Coronavirus getestet worden.    

+++ Aus Sicht von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther soll es beim Bund-Länder-Treffen am kommenden Dienstag nicht allein um neue Beschränkungen gehen. Er sagte dem Sender Phoenix, die Zahl der Neuinfektionen sei nach wie vor zu hoch, aber sie gehe zurück. Er forderte eine Perspektive für Lockerungen: "Wir müssen auch beschreiben, was heißt das in den Monaten Februar, März, April, wenn bestimmte Inzidenzwerte unterschritten werden, welche Bereiche können wir auch dann dauerhaft wieder öffnen."

+++ Das Präparat der Hersteller Biontech und Pfizer kann künftig einfacher eingesetzt werden. Wie aus aktualisierten Handlungsempfehlungen des Unternehmens hervorgeht, kann der Impfstoff auch schon als fertige Dosis in der Spritze bis zu sechs Stunden bei 2 bis 8 Grad transportiert werden. Bundesgesundheitsminister Spahn sagte der Deutschen Presse-Agentur, dies sei eine gute Nachricht besonders für Pflegebedürftige, die zu Hause auf eine Impfung warten. 

Leere Ampullen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer gegen das Corona-Virus SARS-CoV-2 stehen in einem Impfzentrum nach der Vorbereitung der Spritzen auf einem Tisch. (dpa/Sven Hoppe)Leere Ampullen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer gegen das Corona-Virus SARS-CoV-2 stehen in einem Impfzentrum nach der Vorbereitung der Spritzen auf einem Tisch. (dpa/Sven Hoppe)

+++ Vorsitzende des Weltärztebundes, Montgomery, hat Bußgelder für Unternehmen gefordert, um mehr Homeoffice durchzusetzen. Er sagte der "Saarbrücker Zeitung", Strafzahlungen dürften kein Tabu sein. Zudem müssten die Hygiene-Konzepte in den Unternehmen noch einmal auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.    

+++ Die Linken Im Bundestag fordern einen Gipfel zur Lage in den Heimen.  Fraktionschef Bartsch sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", das Thema müsse bei den nächsten Bund-Länder-Gesprächen ganz oben auf die Tagesordnung.  "Das Sterben in den Heimen ist das vielleicht dunkelste Kapitel der letzten Jahrzehnte."

+++ Arbeitnehmer über 50 Jahre sind von der Corona-Pandemie in der zweiten Welle deutlich härter getroffen als Jüngere. Das geht aus einer Datenanalyse der Krankenkasse Barmer hervor, die dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" vorliegt. Danach stieg die Zahl der Krankschreibungen bei den über 50-Jährigen zwischen Ende Oktober und Mitte Dezember um 44 Prozent, bei den 30- bis 49-Jährigen um 25 Prozent. Bei den unter 30-Jährigen sei sie sogar um 18 Prozent gesunken. Nach Angaben der Barmer waren die Unterschiede in der ersten Pandemiewelle nicht so groß.

+++ Der Virologe Herbert Pfister sieht "striktestes Quarantäne-Verhalten" als einzige Möglichkeit, die Pandemie in den Griff zu bekommen. Der langjährige Chef der Virologie an der Universität Köln sagte im Deutschlandfunk (Audio-Link), der Lockdown in Deutschland habe nie richtig funktioniert. Die Zahlen müssten nun unbedingt runter. Mit den Mutationen des Corona-Virus werde dies noch schwieriger.

+++ Indien beginnt heute mit den Impfungen gegen das Coronavirus. Es dürfte sich um eine der größten Impfkampagnen weltweit handeln. Das Land hat 1,3 Milliarden Einwohner. Bis Juli sollen zunächst 300 Millionen Menschen geimpft werden. Als erstes sind Mitarbeiter im Gesundheitswesen und aus anderen Risikobereichen an der Reihe.

+++ Corona-Schnelltests dürfen auch von Zahnärzten und Apothekern durchgeführt werden. Eine entsprechende Verordnung des Gesundheitsministeriums tritt heute in Kraft. Außerdem wird die Zahl der Tests im Pflegesektor erhöht. Die Verordnung ermöglicht auch, dass Bewohner von Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe getestet werden können.

+++ In Deutschland sind binnen eines Tages 18.678 neue Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Wie das Robert-Koch-Institut weiter mitteilte, gab es 980 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus. Die Sieben-Tages-Inzidenz liegt bei 139,2.

Mehr aktuelle Zahlen zur Entwicklung der Corona-Pandemie in Deutschland - zum Beispiel zur Situation in den einzelnen Bundesländern und zur Auslastung der Intensivbetten - finden Sie hier

+++ Vor den Bund-Länder-Beratungen über die Corona-Auflagen am Dienstag mehren sich Forderungen nach strengeren Regeln. Unionsfraktionschef Brinkhaus sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", man müsse versuchen, die neuen Virus-Varianten durch konsequente Maßnahmen rechtzeitig einzudämmen. Lieber jetzt einmal richtig anstatt eine Endlosschleife bis in den Sommer hinein, meinte der CDU-Politiker. Der saarländische Ministerpräsident Hans sagte der "Rheinischen Post", es dürfe keine Diskussionsverbote geben - weder beim Thema Homeoffice noch beim Thema Ausgangssperre. Linksfraktionschef Bartsch verlangte mit Blick auf die Virus-Mutationen eine Beschränkung des Flugverkehrs. Dagegen warnte der Chef der Wirtschaftsweisen, Feld, vor einer Überreaktion bei den Corona-Auflagen. Eine Verschärfung dürfe nicht zu einem Problem für die Versorgungslage der Bevölkerung werden.

Der System-Immunologe Michael Meyer-Hermann hält angesichts der hohen Zahlen an Neuinfektionen mit dem Coronavirus einen koordinierten Lockdown in ganz Europa für erforderlich. Warum er glaubt, dass man die Pandemie nur auf diese Weise in den Griff bekommen kann, lesen Sie hier.

+++ Der Impfstoffhersteller Biontech hat der EU zugesichert, trotz einer zwischenzeitlichen Produktionssenkung die für dieses Quartal zugesagte Menge an Corona-Impfstoff zu liefern. Das Unternehmen erklärte in Mainz, man könne vom 25. Januar an zum ursprünglichen Zeitplan für die Lieferungen an die EU zurückkehren und die Produktionsmenge ab Mitte Februar sogar erhöhen. Biontech reagierte damit auf eine vorherige Ankündigung seines US-Partners Pfizer, wonach die Impfstoff-Lieferungen für die EU-Staaten zwischenzeitlich gekürzt werden. Begründet wurde dies mit einem Ausbau der Produktionskapazitäten in einem Werk in Belgien.

+++ Der künftige US-Präsident Biden will die Impfkampagne in den Vereinigten Staaten beschleunigen. Unter anderem würden tausende Impfzentren im ganzen Land eingerichtet, kündigte er in Wilmington an. Außerdem sollen 100.000 Mitarbeiter des öffentlichen Gesundheitswesens für die Impf-Aufklärung und Kontaktverfolgung sorgen. Bereits zuvor hatte Biden erklärt, dass 100 Millionen US-Bürger in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit geimpft werden sollten.

Joe Biden bekommt eine Spritze in den Oberarm gesetzt. (AP / Carolyn Kaster)Der künftige US-Präsident Joe Biden wurde bereits gegen Corona geimpft. (AP / Carolyn Kaster)

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