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Newsblog zum Coronavirus+++ Entwicklungen vom 17. bis 18. Juni +++

Die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie stehen in der Kritik. (dpa / David Inderlied)
Die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie stehen in der Kritik. (dpa / David Inderlied)

Mit einer Sonderzahlung von 500 Euro will Italien der durch die Corona-Pandemie angeschlagenen Tourismus-Branche helfen. In Göttingen ist ein Hochhaus wegen eines Corona-Ausbruchs unter Quarantäne gestellt worden. Knapp 6,5 Millionen Nutzer haben laut Bundesgesundheitsministerium die neue Corona-Warn-App bis Mittwochmorgen heruntergeladen. Weitere Entwicklungen vom 17. und 18. Juni in unserem Newsblog.

Die aktuellen Entwicklungen könne Sie hier nachlesen: Newsblog zum Coronavirus.

Donnerstag, 18. Juni

+++ Mit einer Sonderzahlung von 500 Euro will Italien der durch die Corona-Pandemie angeschlagenen Tourismus-Branche helfen. Italienische Haushalte mit niedrigem Einkommen sollen für einen Urlaub in eigenen Land bis zu 500 Euro bekommen, wie die Regierung in Rom mitteilte. Insgesamt veranschlagt das Land 2,4 Milliarden Euro für das Hilfsprogramm. Mit dem Urlaubsbonus können zwischen dem 1. Juli und dem 31. Dezember Ferienunterkünfte in Italien bezahlt werden. Der Tourismus macht etwa 13 Prozent von Italiens Bruttoinlandsprodukt aus. Experten gehen von einem Umsatzrückgang von bis zu 3,2 Milliarden Euro in diesem Sommer aus.

+++ Niedersachsen warnt vor Personal-Verlegungen aus einem Schlachthof der Tönnies-Gruppe im Landkreis Gütersloh, in dem sich zahlreiche Beschäftigte mit dem Corona-Virus infiziert haben. Das Bundesland habe bereits im Mai nach dem Auftreten erster Infektionen in Schlachthöfen per Erlass das Durchwechseln von Personal in diesem Bereich untersagt, sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann und fügte hinzu, dass es für Werkvertragsbeschäftigte keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gebe. Dies könne dazu führen, dass Betroffene aus finanzieller Not auch mit Symptomen weiterarbeiten.

+++ In Göttingen ist ein Hochhaus wegen eines Corona-Ausbruchs unter Quarantäne gestellt worden. Von der Entscheidung sind knapp 700 Bewohner betroffen, wie die Stadt mitteilte. Anfang der Woche waren in dem Wohnkomplex zwei Infektionen bekannt geworden. Inzwischen sind etwa 100 Infektionen bestätigt. 60 Ergebnisse stehen noch aus. Bereits Ende Mai hatte es in einem anderen Hochhaus in Göttingen einen Corona-Ausbruch gegeben. Um die Verbreitung einzudämmen, wurden daraufhin die Schulen geschlossen.

Niedersachsen, Göttingen: Polizisten in Schutzanzug steht vor einem Wohngebäude. Angesichts von etwa 100 neuen Coronavirus-Infektionen in dem Hochhaus ist der Gebäudekomplex vollständig unter Quarantäne gestellt worden. (Swen Pförtner/dpa)Coronavirus in Göttingen (Swen Pförtner/dpa)

+++ Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts haben bisher 7,9 Millionen Menschen die Corona-Warn-App heruntergeladen. In Regionen mit hoher Bevölkerungsdichte ist der Zuspruch dabei höher als in dünner besiedelten Regionen. Nach Alter ausgewertet, stellen die 18 bis 29-Jährigen die größte Gruppe der Nutzer.

Die Corona-Warn-App steht seit Dienstag zum Download bereit. Sie soll dabei helfen, Infektionsketten nachzuvollziehen. Kritiker bemängeln, dass die Anwendung auf zahlreichen älteren Smartphones nicht funktioniert. Ausführlicher beschäftigen wir uns hie rmit dem Thema: Wie die Corona-Warn-App funktioniert.

+++ Bundeskanzlerin Merkel hat die bevorstehende deutsche EU-Ratspräsidentschaft als große Herausforderung bezeichnet. Es gehe vor allem darum, die Folgen der Corona-Pandemie zu bewältigen und Europa widerstandsfähiger und zukunftsfähiger zu machen, sagte Merkel in einer Regierungserklärung im Bundestag. In der anschließenden Debatte warf die AfD-Fraktionsvorsitzende Weidel der Kanzlerin vor, die Bürger und Bürgerinnen in der Coronakrise über die finanziellen Folgen der Maßnahmen im Unklaren zu lassen.

+++ Der Corona-Ausbruch bei dem Schlachtbetrieb Tönnies im Kreis Gütersloh hat auch Auswirkungen auf das benachbarte Bielefeld.

Nach Angaben der Stadt wurden die Schulen und Kindertagesstätten angewiesen, die Kinder von Tönnies-Mitarbeitern nach Hause zu schicken. Auch das Klinikum in Bielefeld schließt wegen der gestiegenen Corona-Zahlen bei Tönnies seine drei Häuser für Besucher und macht damit zwischenzeitliche Lockerungen der Corona-Regeln rückgängig.

Bei dem Schlachtbetrieb wurden bislang 660 Mitarbeiter positiv getestet, etwa 7.000 Menschen mussten in Quarantäne. Schulen und Kitas im Kreis Gütersloh wurden bis zu den Sommerferien geschlossen.

+++ Die spanische Regierung hat ein Hilfspaket in Höhe von 4,26 Milliarden Euro für die von der Corona-Pandemie besonders betroffene Tourismusbranche beschlossen.

Deutsche Urlauber am 15. Juni 2020 in Mallorca (JAIME REINA / AFP)Deutsche Urlauber werden in Mallorca empfangen (JAIME REINA / AFP)

Allein 2,5 Milliarden seien für Bürgschaften vorgesehen, teilte Ministerpräsident Sánchez mit. Außerdem werde Geld in Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Marketingkampagnen fließen. Der Tourismus-Sektor trägt mehr als zwölf Prozent zum Bruttoinlandsprodukt Spaniens bei. Am Sonntag öffnet das Land sich wieder für Urlauber aus den Schengen-Ländern. Bereits am vergangenen Montag reisten erste deutsche Touristen nach Mallorca, als Teil eines Pilotprojekts. Damit sollen die Sicherheitsmaßnahmen gegen Covid-19 getestet werden.

+++ Ungarns Ministerpräsident Orban hat seine umstrittenenen Sondervollmachten zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wieder abgegeben. Mit einem Regierungserlass hob er den Mitte März verhängten Notstand auf. Damit wurde ein Gesetz wirksam, das das Parlament in Budapest am Dienstag beschlossen hatte. Allerdings hatten die Abgeordneten zugleich ein Gesetz gebilligt, das es der Regierung erlaubt, wieder zu Verordnungen zurückzukehren, sollte sich die Corona-Situation verschlechtern.

+++ Die Türkei hat die Einstufung als Corona-Risikogebiet durch die deutsche Regierung kritisiert. Die türkische Botschaft in Berlin erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dies stimme nicht mit der objektiven Sachlage überein. Die Zahl der aktiven Covid-19 Fälle sei in der Türkei viel niedriger als in vielen EU-Staaten. Die Botschaft verwies zudem auf 39.000 Intensivbetten im Land.

+++ Die Umsätze der Reiseanbieter sind im ersten Quartal dieses Jahres wegen der Corona-Pandemie eingebrochen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sanken sie im Vergleich zum Vorquartal um rund 23 Prozent. Dies sei der stärkste Umsatzeinbruch in der Reisebranche seit 2008. Die kürzlich gelockerten Reisevorschriften könnten die Situation der Branche wieder etwas verbessern.

+++ Deutschland schickt eine Einsatzgruppe in andere Länder, um dort bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie zu helfen. Entwicklungsminister Müller sagte im Fernsehsender RTL, die Sondereinsatzgruppe umfasse Ärzte, Laborwissenschaftler und Material wie etwa Corona-Tests. Demnächst wolle man zudem Beatmungsgeräte liefern.

+++ In Deutschland gibt es 580 neue bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Das teilte das Robert Koch-Institut mit. Damit haben sich seit Beginn der Coronakrise 187.764 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. 8.856 mit dem Virus infizierte Menschen starben. Etwa 174.100 Personen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Damit gibt es in Deutschland rechnerisch derzeit rund 4.800 Infizierte.

Ausführlich bilden wir die Lage in Deutschland in diesem regelmäßig aktualisierten Artikel ab: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland.

+++ Nach dem Coronavirus-Ausbruch in einem nordrhein-westfälischen Schlachtbetrieb fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, Werkverträge umgehend zu verbieten. Der stellvertretende NGG-Bundesvorsitzende, Adjan, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, er erwarte von der Politik, dass diesem "kranken System" ein Ende gemacht werde. 

Auch Nordrhein-Westfalens Arbeitsminister Laumann forderte ein Ende der Werkverträge. Auch die Unterbringung der Beschäftigten müsse klarer geregelt werden, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk.

Bisher sind rund 660 Mitarbeiter der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück positiv auf das Coronavirus getestet worden.

+++ Die Weltgesundheitsorganisation hat die klinischen Studien zur Wirksamkeit des Medikaments Hydroxychloroquin gegen das Coronavirus endgültig eingestellt. Untersuchungsergebnisse hätten gezeigt, dass das Arzneimittel die Sterblichkeit von Covid-19-Patienten nicht senke, teilte die WHO mit. Das Malariamedikament ist für die Behandlung von Corona-Infizierten seit längerem umstritten. Wie weit die Suche nach Medikamenten gegen Covid-19 ist, lesen Sie hier.

Mittwoch, 17. Juni

+++ Die Corona-Warn-App der Bundesregierung ist seit ihrem gestrigen Start sieben Millionen Male heruntergeladen worden. Das teilte Digitalstaatsministerin Bär auf Twitter mit. Bundesgesundheitsminister Spahn sprach von einem starken Start. Bundeskanzlerin Merkel bezeichnete die Anwendung als "Meilenstein in der Corona-Bekämpfung" und dankte allen Bürgern, die sich die App zur Nachverfolgung von Infektionsketten schon auf ihr Handy geladen haben. Wie die App funktioniert? Lesen Sie hier! 

+++ Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov für "Handelsblatt Inside Digital Health" sind etliche Bürgerinnen und Bürger aber noch skeptisch, was die Corona-Warn-App angeht: Demnach wollen sie 39 Prozent der Befragten "sicher nicht nutzen", 32 Prozent waren noch unentschieden. 

+++ Beim Schlachtereibetrieb Tönnies im westfälischen Rheda-Wiedenbrück ist die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Mitarbeiter auf 657 gestiegen. Insgesamt liegen inzwischen 983 Testergebnisse vor, davon sind 326 negativ. Getestet wurden insgesamt 1.050 Beschäftigte der Firma.

+++ Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Laschet mahnt angesichts des Coronavirus-Ausbruchs in der Fleischfabrik zu Wachsamkeit. Das Beispiel zeige, wie schnell sich ein Virus verbreite, wenn Abstände nicht eingehalten würden, sagte der CDU-Politiker nach dem Ende der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin. Mit den Lockerungen der Corona-Maßnahmen habe der Fall aber nichts zu tun. Die Fleischindustrie als Teil der Lebensmittelindustrie habe in der gesamten Zeit des Shutdowns gearbeitet. 

+++ Bund und Länder haben sich darauf verständigt, nach den Sommerferien an den Schulen wieder den normalen Betrieb zu ermöglichen. Einigkeit bestand auch darüber, dass Abstandsregeln und die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im öffentlichen Raum für die Bürgerinnen und Bürger vorerst weiter zum Alltag gehören sollen. Großveranstaltungen wollen die Bundesländer grundsätzlich bis mindestens Ende Oktober verbieten. Mehr Details...

Schulkinder spielen in Berlin auf dem Schulhof der Paul-Klee-Grundschule. (picture alliance / dpa / Robert Schlesinger)Schulkinder sollen nach den Sommerferien wieder ganz normal lernen können - und möglichst auch spielen. (picture alliance / dpa / Robert Schlesinger)

+++ Das Bundeskabinett hat den zweiten Nachtragshaushalt beschlossen. Der Etat hat einen Umfang von rund 62 Milliarden Euro. Damit steigt die Neuverschuldung für das laufende Jahr auf 218,5 Milliarden Euro. Mit den Geldern soll das Konjunkturpaket zur Linderung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie finanziert werden. Bundesfinanzminister Scholz schloss weitere Konjunkturmaßnahmen nicht aus: Man habe für den Fall einer zweiten Corona-Welle immer noch fiskalischen Spielraum. Welche weitere Hilfen es gibt, lesen Sie hier

+++ Nach dem Corona-Ausbruch beim Schlachtereibetrieb Tönnies werden im Kreis Gütersloh alle Schulen und Kitas bis zu den Sommerferien geschlossen. Dadurch soll eine Ausbreitung des Virus in der Bevölkerung vermieden werden. 7.000 Menschen müssen in Quarantäne. Der Schlachtbetrieb bei Tönnies wurde vorerst eingestellt. Obwohl die festgelegte Marke von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohnern deutlich überschritten ist, soll es nach Angaben von Landrat Adenauer in dem Kreis keine Rückkehr zu den früheren Corona-Beschränkungen geben.

+++ Erneut wird eine Fleischfabrik in Nordrhein-Westfalen zum Hotspot von Corona-Infektionen. Beim Fleischhersteller Tönnies in Rheda-Wiedenbrück wurden 400 von 500 Menschen positiv getestet, sagt eine Sprecherin des Kreises. Die Ergebnisse von etwa weiteren 500 Tests stünden noch aus. Im Mai hatte es in einem Schlachtbetrieb im Kreis Coesfeld zahlreiche Infektionen gegeben.

+++ In Schweden sind mittlerweile mehr als 5.000 mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen stieg auf mehr als 54.000. Verglichen mit Deutschland hat Schweden mit seinen 10,3 Millionen Einwohnern auf die Bevölkerungszahl gerechnet fünfmal so viele Todesfälle. Anders als die meisten EU-Staaten hat Schweden auf strikte Ausgangsbeschränkungen wegen der Pandemie verzichtet.

Schweden und seine Nachbarländer im Vergleich anhand der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Stand: 15. Juni 2020)  (Deutschlandradio / Andrea Kampmann)Schweden und seine Nachbarländer im Vergleich anhand der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Stand: 15. Juni 2020) (Deutschlandradio / Andrea Kampmann)

+++ EU-Verkehrskommissarin Adina Valean kritisiert die aus ihrer Sicht schleppende Kostenerstattung von Fluggesellschaften nach annullierten Flügen. "Einige Fluggesellschaften halten das Gesetz und den Vertrag mit ihren Kunden nicht ein", sagt Valean der Wochenzeitung "Die Zeit". "Die nationalen Behörden müssten gegen diese Unternehmen vorgehen, um ihre Bürger zu schützen. Hier finden Sie die derzeitigen Regelungen zu Erstattungen in der Reise-Branche

+++ Das Tübinger Biotechunternehmen CureVac hat in Deutschland die Genehmigung für eine klinische Studie mit einem potenziellen Corona-Impfstoff erhalten. Das teilte das zuständige Paul-Ehrlich-Institut des Bundes in Langen mit. Mit anderen Worten darf der Wirkstoff nun an Menschen getestet werden. Erst vor zwei Tagen hatte die Bundesregierung bekanntgegeben, sich über die staatliche KfW-Bank mit 300 Millionen Euro an CureVac zu beteiligen. Wie weit die Impfstoffforschung ganz generell ist, haben wir hier zusammengefasst

+++ Knapp 6,5 Millionen Nutzer haben laut Bundesgesundheitsministerium die neue Corona-Warn-App bis Mittwochmorgen heruntergeladen. "Das sind weit über sechs Millionen Gründe, warum das Coronavirus künftig weniger Chancen hat", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin. Die App war in der Nacht zum Dienstag an den Start gegangen. Sie kann für Apple- und Android-Smartphones heruntergeladen werden und soll die Nachverfolgung möglicher Infektionsketten in der Corona-Pandemie erleichtern. Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen zur App

Zu sehen sind Hände, die ein Smartphone halten. Auf dem Display wird das rot-blaue Logo der Corona-Warn-App des Bundes angezeigt. (dpa / Michael Kappeler)Das Logo der Corona-Warn-App des Bundes (dpa / Michael Kappeler)

+++ Australien wird seine Grenzen für ausländische Reisende wahrscheinlich nicht vor kommendem Jahr öffnen. Handelsminister Simon Birmingham erklärte, geprüft werde aber eine Lockerung der Einreisevorgaben für Studenten und andere Langzeitbesucher.

+++ In Indien ist die Zahl der Toten durch das neuartige Coronavirus sprunghaft um 2.000 auf fast 12.000 angestiegen. Allein Neu Delhi verzeichnete einen Rekordanstieg von 400 Todesfällen. Damit starben in der Hauptstadt bereits 1800 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion. Unklar blieb zunächst, wie viele der neuen Todesfälle in den vergangenen 24 Stunden aufgetreten waren und wie viele erst mit mehreren Tagen Verspätung registriert wurden. Die Metropole Mumbai meldete einen starken Anstieg der Todesfallzahl von bislang 862 auf mehr als 3100. Als Begründung nannten die Behörden einen nicht näher beschriebenen Berechnungsfehler.

+++ Die Weltgesundheitsorganisation hat die vorläufigen Ergebnisse einer britischen Studie zu einem Corona-Medikament als Durchbruch begrüßt. Bei dem Entzündungshemmer Dexamethason handle es sich um das erste Mittel, das die Sterblichkeit von Covid-19-Patienten verringere, die auf Sauerstoff oder Beatmungsgeräte angewiesen seien, sagte WHO-Chef Tedros. Die vorläufigen Ergebnisse der noch unveröffentlichten klinischen Studie weisen darauf hin, dass das Mittel die Sterberate bei schweren Covid-19-Verläufen deutlich senken könnte. Bei der Behandlung von acht schwerkranken Covid-19-Patienten würde ein Todesfall verhindert, hieß es. Die Ergebnisse der Studie sind bisher noch nicht von anderen Experten begutachtet worden.

+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut 345 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 187.184 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI meldete. 8.830 mit dem Virus infizierte Menschen sind demnach gestorben. Etwa 173.600 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Damit gibt es rechnerisch derzeit weniger als 4.800 Erkrankte in Deutschland.

+++ Die Bundesregierung hat die Türkei zusammen mit 130 weiteren Ländern als Corona-Risikogebiet eingestuft. Auf der Liste, die bereits am Montag zum ersten Mal vom Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht wurde und nun regelmäßig aktualisiert wird, stehen auch andere beliebte Urlaubsländer der Deutschen wie Ägypten, Thailand und Marokko. Einreisende aus einem Risikogebiet müssen damit rechnen, dass sie 14 Tage in Quarantäne müssen.

+++ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder kommen heute um 15 Uhr zu Beratungen im Berliner Kanzleramt zusammen (15.00 Uhr). Ein solches reales Treffen hatte es zuletzt am 12. März gegeben, seitdem fanden Videokonferenzen statt. Dabei geht es um die Umsetzung des von der großen Koalition beschlossenen Konjunkturprogramms und über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie. Andere Themen sind eine unbürokratische steuerliche Entlastung für Alleinerziehende, die Bildung einer staatlichen Notfallreserve für wichtige medizinische Schutzausrüstungen und Medikamente sowie Leih-Laptops und -Tablets für bedürftige Schüler. Außerdem geht es bei dem Treffen um eine zügige Abwicklung der Überbrückungshilfen für kleine und mittlere Betriebe und um die Gewerbesteuerausfälle in den Kommunen. Thema ist auch der beschleunigte Ausbau der Mobilfunk-Netze.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, 2.v.r.) Markus Söder (CSU, l.), Ministerpräsident von Bayern, Peter Tschentscher (SPD, r.), Erster Bürgermeister von Hamburg und Regierungssprecher Steffen Seibert (2.v.l.) vor einer gemeinsamen Pressekonferenz.  (Michael Sohn/Pool-AP/dpa)Die Bundeskanzlerin berät mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten. (Michael Sohn/Pool-AP/dpa)

+++ Vor der Bund-Länder-Konferenz erwägt Sachsen ein Ende der Maskenpflicht beim Einkaufen. Die Entscheidung hänge auch von einer Einigung im Bund ab, sagte die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag. Und zumindest an den Schulen könnte nach den Sommerferien die Abstandsregel fallen. Dafür hatte sich die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) ausgesprochen. Die Bundesländer lockern seit mehreren Wochen nach und nach ihre Corona-Schutzmaßnahmen. Am Abstandsgebot und der Maskenpflicht wird bisher festgehalten.

+++ Das Bundeskabinett tagt ebenfalls heute und will den zweiten Nachtragshaushalt für dieses Jahr auf den Weg bringen. Damit wird die bereits beschlossene Finanzplanung für das Jahr erneut nachträglich korrigiert. Schon im März hatte der Bundestag einen Nachtragshaushalt über 156 Milliarden Euro zur Finanzierung mehrerer Hilfspakete in der Corona-Krise beschlossen. Nun soll sich die Aufnahme neuer Schulden zur Finanzierung von Hilfsmaßnahmen nach den Plänen von Finanzminister Scholz noch einmal um 62,5 Milliarden auf insgesamt 218,5 Milliarden Euro erhöhen. Nötig ist noch die Zustimmung des Bundestages.

+++ Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter rasant aus. Das Gesundheitsministerium meldet 34.918 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf 923.189. Die Zahl der Todesfälle legte binnen 24 Stunden um 1282 auf 45.241 zu. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf.

+++ Der Präsident von Honduras, Juan Orlando Hernández, hat sich nach eigenen Angaben mit dem Coronavirus infiziert. Dies teilte er in einer Ansprache im Fernsehen mit.

+++ Wegen des neuen Coronavirus-Ausbruchs sind in Peking die Schutzmaßnahmen weiter verschärft worden. Mindestens 1250 Flüge wurden in der chinesischen Hauptstadt gestrichen, wie die staatliche "Volkszeitung" berichtete. Damit entfielen rund 70 Prozent aller geplanten Flüge. Auch blieben die Schulen geschlossen. Den neuen Ausbruch des Erregers führen die Behörden auf den Xinfadi-Markt zurück, der nach ihren Angaben seit dem 30. Mai von rund 200.000 Menschen besucht wurde. Wie die Stadtverwaltung von Peking am Mittwoch mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 31 neue Coronavirus-Infektionsfälle in der Stadt verzeichnet. Damit stieg die Gesamtzahl der Ansteckungsfälle seit der Entdeckung des Neuausbruchs am Freitag auf 137. Zuvor waren in Peking über zwei Monate hinweg keine neuen Coronavirus-Fälle festgestellt worden.

+++ Die Grünen im Bundestag fordern, alle Hilfsmaßnahmen in der Corona-Krise darauf zu überprüfen, ob Männer und Frauen gleichermaßen profitieren. Dazu solle eine Stabsstelle im Kanzleramt errichtet werden, an die eine Arbeitsgruppe mehrerer Ministerien angegliedert ist, heißt es in einem Antrag, den die Fraktion beschlossen hat und nun ins parlamentarische Verfahren einbringt. Staatliche Hilfen für Unternehmen wollen die Grünen an die Förderung von mehr Geschlechtergerechtigkeit koppeln, zum Beispiel an Quoten.

+++ Dürfen Fans beim DFB-Pokalfinale in Berlin ins Olympiastadion? Fritz Keller, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, hat ein Pokalfinale mit Zuschauern nicht gänzlich ausgeschlossen. "Der Boss ist der Gesetzgeber", sagte Keller am Dienstagabend in der ARD. "Der Senat ist dafür zuständig. In Berlin sind Veranstaltungen bis 1000 Personen erlaubt. Wenn der Senat sagt, ja, wir können das, dann gehen wir auf 1000." Es habe dazu bereits Gespräche gegeben. Im Finale am 4. Juli stehen Bayern München und Bayer Leverkusen.


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