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Newsblog zum Coronavirus+++ Entwicklungen vom 19. bis zum 21. Juni +++

Menschen sitzen im Berliner Volkspark am Weinberg auf der Wiese, darunter viele junge Menschen, und genießen die sommerlichen Temperaturen bei Sonnenschein. (imago / Jens Schicke)
Im Berliner Volkspark am Weinberg (imago / Jens Schicke)

In Deutschland ist die Reproduktionszahl erneut deutlich angestiegen. In den Niederlanden hat es bei Protesten gegen Corona-Beschränkungen Ausschreitungen gegeben. Der israelische Ministerpräsident Netanjahu warnt vor einem neuen Lockdown. Weitere Entwicklungen in unserem Newsblog.

Sonntag, 21. Juni

+++ Was spielt bei der Ausbreitung des Coronavirus eine Rolle? In der Forschung wird seit einiger Zeit über die sogenannten "Superspreader" diskutiert. Das sind – verkürzt gesagt – Personen, die besonders viele Menschen anstecken. Oder Situationen, in denen besonders viele Ansteckungen geschehen. Wie groß ist die Gefahr? Was folgt aus den Erkenntnissen?

+++ Der Virus-Reproduktionsfaktor in Deutschland ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts weiter deutlich über den Wert eins angestiegen. Der 4-Tage-R werde nun auf 2,88 geschätzt, der 7-Tage-R auf 2,03, teilte das Institut in seinem täglichen Lagebericht mit. Das sei vor allem auf lokal begrenzte Ausbrüche unter anderem auf einem Schlachthof in Gütersloh zurückzuführen. Die weitere Entwicklung müsse in den nächsten Tagen beobachtet werden, insbesondere in Bezug auf die Frage, ob es auch außerhalb der beschriebenen Ausbrüche zu einem Anstieg der Fallzahlen komme.

Der R-Wert gibt an, wie viele Personen ein Infizierter durchschnittlich ansteckt. Bei einem Wert unter eins sinkt die Zahl der Ansteckungen.

+++ Wegen Infektionen mit dem Coronavirus müssen mehrere Schulen in Dortmund bis zu den Sommerferien schließen. Ein Kind an einer Grundschule in Dortmund-Eving wurde positiv getestet, wie die Stadt am Sonntag mitteilte. Kontaktnachverfolgungen hätten am Wochenende weitere Fälle ergeben. Betroffen sind neben der Grundschule drei Berufskollegs und eine Hauptschule.

+++ In den Niederlanden hat es bei Protesten gegen Corona-Beschränkungen Ausschreitungen gegeben. Mobile Einsatzkommandos der Polizei setzten in Den Haag Wasserwerfer ein, um die Menschenmenge auseinander zu treiben. Mehrere hundert Demonstranten, darunter viele Hooligans, hätten bewusst die Konfrontation mit der Polizei gesucht, heißt es. Beamte seien mit Steinen beworfen worden. Fünf Personen wurden den Angaben zufolge festgenommen. 

Wasserwerfer fährt an Menschen vorbei. (ANP / Robin van Lonkhuijsen )Mit Wasserwerfern versuchte die Polizei in Den Haag die Anti-Corona-Proteste aufzulösen. (ANP / Robin van Lonkhuijsen )

+++ Der israelische Ministerpräsident Netanjahu hat die Bevölkerung zum Einhalten der Corona-Regeln gedrängt. "Wenn wir nicht schleunigst unser Verhalten beim Maskentragen und Abstandhalten ändern, werden wir gegen unseren Willen eine Rückkehr der Abriegelungen über uns bringen", sagte Netanyahu nach einer Kabinettssitzung. "Das will niemand von uns."

In Israel waren in den vergangenen Tagen wieder deutlich mehr Neuinfektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet worden als zuvor. 

+++ Nach dem jüngsten Corona-Ausbruch hat die chinesische Hauptstadt Peking ihre Testkapazitäten deutlich erhöht. Wie die Gesundheitskommission mitteilte, können nun täglich eine Million Corona-Tests vorgenommen werden. Seit dem neuen Ausbruch hat sich die Kapazität auf über 230.000 Tests täglich mehr als verdoppelt, sagte ein Sprecher. 

Die neuen Fälle waren vergangene Woche nach einem Ausbruch auf dem Großhandelsmarkt Xinfadi in Peking aufgetreten. Der Ausbruch hatte Angst vor einer zweiten Corona-Welle in China geschürt, nachdem wochenlang kaum Neuinfektionen aufgetreten waren.

+++ Das neue Coronavirus wird unter anderem über die Tröpfcheninfektion verbreitet – da ist sich die Wissenschaft einig. Neue Erkenntnisse rücken aber auch sogenannte Aerosol-Partikel, kleine Schwebeteile in der Luft, in den Fokus. Der Berliner Virologe Christian Drosten vermutet, dass diese bei der Verbreitung von Viren eine genauso große Rolle spielen wie die Tröpfchen. Das Robert-Koch-Institut äußert sich da verhaltener.

+++ Nach Ausschreitungen rund um einen komplett unter Corona-Quarantäne stehenden Hochhauskomplex in Göttingen will die Stadt mit einer besonderen Teststrategie die Lage weiter entspannen. "Wer zwei Mal negativ getestet ist, kann die Anlage maximal in Dreiergruppen und mit An- und Abmeldungen verlassen", sagte Göttingens Oberbürgermeister Köhler (SPD). In dem Gebäude leben etwa 700 gemeldete Menschen, von denen bisher bei etwa 120 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen wurden.

+++ In der Berichterstattung über die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland und der Welt spielen Zahlen eine zentrale Rolle. Als Nachrichtenredaktion gehört es zu unseren Aufgaben, die Daten zu sichten, einzuordnen und zu entscheiden, welches die relevantesten Zahlen sind. Ein Einblick in unsere Überlegungen.

+++ Der Rückgang der Umweltverschmutzung während der weltweiten Corona-Sperren sollte Papst Franziskus zufolge zu einem größeren Umweltbewusstsein führen. Die Abriegelungen hätten die Schönheit vieler Orte frei von Verkehr und Lärm gezeigt, sagte das katholische Kirchenoberhaupt auf dem Petersplatz in Rom. Nun da die Aktivitäten wieder aufgenommen worden seien, sollten alle mehr Verantwortung für die Pflege der gemeinsamen Heimat übernehmen.

+++ Nach dem Coronavirus-Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies will der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Laschet vorerst keinen flächendeckenden Lockdown für den betroffenen Kreis Gütersloh verhängen. Solange es keinen signifikanten Übersprung des Virus auf die Bevölkerung gebe, könne man zielgerichtetere Maßnahmen ergreifen, sagte Laschet nach einem Treffen mit dem Krisenstab in Gütersloh. Das Wichtigste sei nun die Kontaktnachverfolgung von Infizierten und die strikte Einhaltung der Quarantäne.

Luftbild vom Betriebsgelände der Firma Tönnies. (dpa / David Inderlied)Coronavirus - Rheda-Wiedenbrück - Tönnies (dpa / David Inderlied)

+++ Im Landkreis Gütersloh hat die Stadt Verl eine Quarantänezone für Mitarbeiter des Fleischbetriebs Tönnies eingerichtet. Die Maßnahme gilt für mehrere Mehrfamilienhäuser im Ortsteil Sürenheide, in denen knapp 670 Menschen wohnen. Bürgermeister Esken zufolge sind auch Personen betroffen, die anderswo arbeiten und außer der Nachbarschaft keine Berührungspunkte mit dem Fleischbetrieb haben. Dennoch müssten auch diese sich an die Auflagen halten, um die weitere Verbreitung des Coronavirus so weit wie möglich zu reduzieren.

+++ In Spanien ist um Mitternacht der Corona-Notstand zu Ende gegangen. Jetzt dürfen sich die Menschen wieder im ganzen Land frei bewegen - zum ersten Mal seit 14 Wochen. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez forderte in einer Fernsehansprache dazu auf, auch in Zukunft vorsichtig zu bleiben. Das Land könne jederzeit von einer zweiten Infektionswelle erfasst werden. Im öffentlichen Leben gelten weiter Maskenpflicht und andere Einschränkungen - mit regionalen Unterschieden, ähnlich wie in Deutschland. 

+++ In Deutschland ist die Zahl der registrierten Corona-Infizierten binnen eines Tages um 687 auf 189.822 gestiegen. Das meldete das Robert-Koch-Institut heute früh. Bislang starben an oder mit dem Virus 8.882 Personen. Nach RKI-Schätzungen haben die Infektion 174.900 Menschen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag demnach bei 1,79. 

+++ Nach der steigenden Zahl der Corona-Infektionen ist der Fleischbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück für 14 Tage geschlossen worden. Das habe der Kreis Gütersloh verfügt, teilte der Leiter des Krisenstabes, Kuhlbusch, mit. Zuvor hatte der Landrat des Kreises, Adenauer, erklärt, man habe sich Zugriff auf die Personalakten der Firma verschafft. 

Samstag, 20. Juni

+++ Die Zahl der Neuinfektionen in den USA steigt auf den höchsten Stand seit Wochen. Nach Angaben der Seuchenschutz-Behörde CDC klettert die Zahl der Infizierten um 32.218 auf knapp 2,216 Millionen. Höher hatte sie zuletzt Mitte Mai gelegen. Am Freitag waren es 23.138, am Donnerstag 22.834 und am Mittwoch 27.975. Die Zahl der neuen Virus-Toten lag mit 690 etwas niedriger als an den Vortagen. Insgesamt sind bislang nach amtlichen Angaben 119.055 Menschen in den USA an Covid-19 gestorben.

+++ Bundesbildungsministerin Karliczek hält die vollständige Rückkehr zu einem normalen Schulbetrieb nach den Sommerferien nicht für gesichert. Das Coronavirus sei nicht weg, sagte die CDU-Politikerin der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

+++ Innerhalb von 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 601 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Bereits am Vortag hatte die Zahl mit 770 Fällen merklich höher gelegen als den Tagen zuvor. Die Zunahme der Fallzahlen sei insbesondere auf größere Ausbrüche in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Berlin zurückzuführen, teilte die Behörde mit. Die Reproduktionszahl (R-Wert) stieg nach RKI-Schätzungen auf 1,79, nachdem sie am Vortag mit 1,06 angeben worden war.

+++ Nach drei Monaten Lockdown wird Saudi-Arabien einem Medienbericht zufolge ab Sonntagmorgen die landesweite Ausgangssperre und die Beschränkungen für Unternehmen aufheben. Einschränkungen blieben jedoch für Pilger und Auslandsreisen sowie für gesellschaftliche Treffen von mehr als 50 Personen bestehen, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur SPA einen Vertreter des Innenministeriums. Insgesamt sind landesweit 154.223 Infektionen und 1230 Todesfälle registriert.

+++ Wegen eines Neuanstiegs von Corona-Infektionen im Westjordanland hat der palästinensische Regierungschef Schtaje neue Beschränkungen verkündet. Er appellierte an die palästinensische Bevölkerung, Masken zu tragen und sich an Abstandsregeln zu halten. Hochzeiten dürfen vorerst nicht mehr abgehalten werden. In den Palästinensergebieten war die Pandemie bislang außerordentlich glimpflich verlaufen. Beschränkungen wurden vor knapp einem Monat weitgehend aufgehoben. In den letzten Tagen stiegen die Infektionszahlen jedoch an. Im Westjordanland gibt es nach Angaben des Gesundheitsministeriums bisher 711 bekannte Infektionsfälle mit dem Coronavirus, im Gazastreifen mehr als 70, drei Infizierte starben.

+++ Berlins SPD-Fraktionschef Saleh fordert ein strengeres Vorgehen gegen Fahrgäste, die im Nahverkehr keine Mund-Nase-Masken tragen. Im Gespräch ist ein Bußgeld, über das der Senat kommende Woche entscheiden will. Wer in Bus oder U-Bahn steige und keine Maske aufsetze, handele verantwortungslos für sich und andere, sagte er dem "Tagespiegel. Hartnäckige Verweigerer müssten mit Sanktionen rechnen. Er gehe davon aus, dass die Koalitionspartner das unterstützten. "Vernünftige Entscheidungen" zu Covid-19 hätten Linke und Grüne bisher immer mitgetragen.

+++ Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies sind mittlerweile 1.029 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Landrat des Kreises Gütersloh, Adenauer, mit. Insgesamt 3.127 Befunde lägen mittlerweile vor. Adenauer betonte zudem, es gebe keinen signifikanten Eintrag von Corona-Fällen in die allgemeine Bevölkerung. Der Kreis hatte am Freitag verfügt, dass alle rund 6.500 Tönnies-Mitarbeiter am Standort Rheda-Wiedenbrück sowie alle Haushaltsangehörigen in Quarantäne müssen. Weil das auch die Konzernspitze betrifft, kann der Aufsichtsratsvorsitzende von Schalke 04, Clemens Tönnies, das nächste Heimspiel seines Vereins nicht im Stadion verfolgen.

+++ Nach mehreren Coronavirus-Ausbrüchen in Schlachtbetrieben will Bundeswirtschaftsminister Altmaier die Verantwortlichen für die Missstände in der Fleischindustrie zur Rechenschaft ziehen. Er wolle, dass das Vertrauen in Fleisch "made in Germany" erhalten bleibe, sagte Altmaier im Interview der Woche des Deutschlandfunks. Das bedeute, dass man die Missstände abstelle, indem man entsprechende Veränderungen treffe. Der CDU-Politiker hob hervor, dies gelte nicht nur für die Werkverträge mit osteuropäischen Arbeitnehmern, sondern auch für die Unterbringung und die Arbeitsbedingungen ganz konkret vor Ort.

+++ Das Europaparlament hat einen angemessenen Schutz für ausländische Arbeitskräfte vor einer Infektion mit dem Coronavirus gefordert. Dazu gehörten ein leichter Zugang zu Tests und entsprechende Wohnbedingungen, erklärten die Europaabgeordneten in einer Resolution. Auch müsse die Sicherheit und Gesundheit während der Anreise sichergestellt werden. Die Mitgliedstaaten müssten sich darum kümmern, dass die Vorgaben auch umgesetzt würden, betonten die EU-Politiker.

+++ Frankreich will die Fußballstadien ab dem 11. Juli wieder für Fans öffnen. Zunächst würden aber maximal 5.000 Zuschauer hineingelassen, teilte die Regierung mit. Zum Anstoß der neuen Saison, die am 22. August starten soll, sei eine Lockerung dieser Beschränkung möglich. Dazu werde Mitte Juli die Lage abermals geprüft.

+++ In Nord-, Zentral- und Südamerika nimmt die Corona-Krise immer größere Ausmaße an. In Brasilien wurden mehr als 54.700 neue Infektionen gemeldet. Damit durchbrach das Land die Marke von einer Million Menschen, die sich seit dem Beginn der Pandemie nachweislich angesteckt haben. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starben knapp 49.000 Patienten. Damit wurden nur in den USA bislang mehr Infektionen und Tote verzeichnet. Die tatsächlichen Zahlen in Brasilien dürften noch weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet.

+++ Nach dem neuen Coronavirus-Ausbruch in Peking ist die Zahl der Infizierten weiter gestiegen. Wie die staatliche Gesundheitskommission mitteilte, wurden in der Hauptstadt 21 weitere Ansteckungen nachgewiesen. Landesweit wurden insgesamt 27 Infizierte gemeldet. Damit ist die Zahl der registrierten Fälle nach dem Ausbruch auf einem Großmarkt auf rund 300 gewachsen.

Freitag, 19. Juni

+++ Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Laschet schließt nach dem Corona-Ausbruch bei dem Fleischproduzenten Tönnies einen regionalen Lockdown nicht mehr aus. Noch könne das Infektionsgeschehen lokalisiert werden, sagte der CDU-Politiker. Sollte sich das ändern, könne auch ein flächendeckender Lockdown in der Region notwendig werden. Man werde die Lage in einer Sondersitzung des Landeskabinetts am Sonntag erneut bewerten. Welche Maßnahmen bereits getroffen wurden, lesen Sie hier

+++ Die Infektionswelle im Umkreis des Fleischereibetriebs Tönnies in Nordrhein-Westfalen zeigt es: Bricht irgendwo ein sogenannter Corona-Hotspot aus, werden sehr schnell Schulen und Kitas wieder dicht gemacht. Eltern und Kinder sind zum Teil empört, weil andere Maßnahmen bisher ausbleiben. Was also bringen die Schließungen? 

Durch den Ausbruch bei Tönnies sind alle Schulen und Kindergärten im Kreis Gütersloh geschlossen worden.  (dpa/ David Inderlied)Corona-Demonstration in Rheda-Wiedenbrück (dpa/ David Inderlied)

+++ Die Zahl der Corona-Infektionen in Wohnblöcken in Berlin-Neukölln ist auf 94 gestiegen. Das Gesundheitsamt testet nach wie vor Bewohnerinnen und Bewohner in den betroffenen Häusern. Insgesamt hat Neukölln knapp 370 Haushalte an sieben Standorten unter Quarantäne gestellt, um eine Ausbreitung von Sars-CoV-2 zu verhindern. 

+++ Nachdem eine Studie in Italien das Coronavirus schon in Abwässern vom Dezember 2019 nachgewiesen hat - und damit weit früher als gedacht -, sollen auch in Deutschland Abwässer getestet werden. Dazu haben Forschende ein Monitoring-System entwickelt, das Proben von rund 900 Kläranlagen auswertet. Wie genau das abläuft, hat der Leiter des Monitoring-Projekts im Deutschlandfunk erklärt. 

+++ Die Weltgesundheitsorganisation hat gestern so viele neue Coronavirus-Infektionen registriert wie noch nie zuvor an einem Tag. Fast die Hälfte der 150.000 neuen Fälle wurden laut WHO-Generaldirektor Tedros auf dem amerikanischen Kontinent festgestellt. Das Virus breite sich immer noch schnell aus, es sei immer noch tödlich und die meisten Menschen seien immer noch dafür empfänglich, betonte Tedros. Die Welt trete derzeit in eine gefährliche Phase ein. Viele Menschen hätten verständlicherweise genug davon, zuhause zu bleiben. Doch Schutzmaßnahmen seien weiter nötig.

+++ Der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof hat bestätigt, dass bundesweit fast jede dritte Filiale geschlossen wird. Für zunächst 62 der insgesamt noch 172 Kaufhäuser sei das Aus besiegelt. Die Filialen könnten in der Coronakrise nicht wirtschaftlich fortgeführt werden und gefährdeten den Bestand des gesamten Unternehmens, erklärte der Generalbevollmächtigte Geiwitz. Um welche Filialen es sich handelt, sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Laufe des Tages erfahren.

+++ Nach dem Corona-Ausbruch in einem Schlachtbetrieb im Kreis Gütersloh helfen nun 25 Soldaten bei Tests und Dokumentation. Die Kreisverwaltung hatte die Bundeswehr um Hilfe bei den Tests auf Corona-Infektionen gebeten. In der Fleischfabrik der Firma Tönnies sind bislang 803 Beschäftigte positiv auf das Coronavirus getestet worden. NRW-Ministerpräsident Laschet appellierte an die Menschen vor allem in der Region Gütersloh, Hygieneregeln nun "ganz streng" einzuhalten. Konkret nannte der CDU-Politiker eine Einhaltung der  Maskenpflicht und Abstand zu anderen Menschen.

Bundeswehrangehörige stehen auf dem Betriebsgelände von Tönnies. Im Vordergrund Statuen von einem Stier und einem Schwein.   (dpa/Friso Gentsch)Die Bundeswehr hilft bei der Infektionswelle im Fleischereibetrieb von Tönnies (dpa/Friso Gentsch)

+++ Auch in Großbritannien ist es in mehreren Fleischbetrieben zu Corona-Ausbrüchen gekommen. In einer Geflügelfabrik in Wales wurden 58 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet, in einer Wurstfabrik ebenfalls in Wales waren es 38. In West Yorkshire in England musste eine Fleischfabrik schließen. Das Unternehmen machte zunächst keine Angaben zur Zahl der Infizierten, will nach eigenen Angaben aber die gesamte Belegschaft testen lassen.

+++ Die Corona-Warn-App ist nach Angaben der Bundesregierung bisher von rund zehn Millionen Smartphone-Nutzern heruntergeladen worden. Eine Sprecherin versicherte, man wolle erreichen, dass auch die Besitzer älterer Mobiltelefone die App nutzen könnten. Dort funktioniert die Anwendung bisher nicht. Die Corona-Warn-App war am Dienstag an den Start gegangen und soll dabei helfen, Infektionsketten nachzuverfolgen.

+++ Zwei chinesische Touristen, die in Italien die ersten beiden bekannten Corona-Patienten waren, haben einem Forschungsinstitut in Rom knapp 36.000 Euro gespendet. Das Paar aus Wuhan wolle damit Studien zum Coronavirus finanzieren helfen, teilte das Istituto Spallanzani auf Twitter mit.

Die beiden Eheleute waren Ende Januar in einem Hotel in Rom, als sie an Covid-19 erkrankten. Beide wurden dann wochenlang in dem Institut behandelt, bevor sie im März entlassen werden konnten. Nach Bekanntwerden des Falls stoppte Italien alle Flüge von und nach China und rief den Notstand aus. Ende Februar wurden weitere Ansteckungsherde in Norditalien bekannt.

+++ Der indische Regierungschef Narendra Modi hält Yoga für eine Möglichkeit, sich gegen das Coronavirus zu schützen. Auf Youtube riet er zu regelmäßiger Yoga-Praxis, um einen "Schutzschild" der Immunität gegen Covid-19 aufzubauen. Seine Videobotschaft wurde zum Weltyogatag veröffentlicht. Indien hat rund 1,3 Milliarden Einwohner, von denen mehr als 380.000 bisher positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden.

+++ In Italien ist das Corona-Virus einer neuen Studie zufolge schon in Abwässern vom Dezember 2019 nachzuweisen. Das berichtet die Nachrichtenagentur afp unter Verweis auf das italienische Institut für Gesundheit. Dieses entdeckte demnach in Abwässern der beiden norditalienischen Großstädte Mailand und Turin vom Dezember genetische Spuren des Erregers Sars-CoV-2. Der erste Covid-19-Patient in Italien wurde erst zwei Monate später, am 20. Februar, registriert. Als Ausgangspunkt der Corona-Pandemie gilt die chinesische Millionenmetropole Wuhan. Dort wurde das neuartige Coronavirus erstmals im Dezember festgestellt.

+++ Spanien hat die Zahl der Corona-Toten um etwa 1.200 nach oben korrigiert. Nach neuen Angaben sind es jetzt etwas mehr als 28.300. Das Gesundheitsministerium begründete die Änderung mit einer neu eingeführten Erfassungsmethode.

+++ Restaurants und Hotels in Deutschland haben wegen der Corona-Pandemie im April drei Viertel ihres Umsatzes eingebüßt. Die Erlöse im Gastgewerbe brachen um 75,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ein, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Verglichen mit dem Vormonat fiel der Umsatz um mehr als 56 Prozent. Alle Branchen des Gastgewerbes wiesen demnach die größten Einbußen seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen 1994 auf. Grund waren die coronabedingten Betriebsschließungen: Am 18. März wurden zunächst touristische Übernachtungen in Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben verboten, wenige Tage später mussten die Gaststätten schließen - mit Ausnahme von Abhol- und Lieferservices.

+++ Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Meidinger, fordert, dass nach den Sommerferien bei jedem Kind der Leistungsstand überprüft wird. Meidinger sagte der "Augsburger Allgemeinen", für Schüler mit starken Defiziten müsse es dann verpflichtende Förderangebote geben, die zum Beispiel am Nachmittag stattfinden könnten. Das "Home Schooling" in der Corona-Pandemie habe Lücken in den Wissensstand gerissen, die geschlossen werden müssten.

Stühle auf dem Tisch in einem leeren Klassenzimmer (www.imago-images.de)Stühle auf dem Tisch in einem leeren Klassenzimmer (www.imago-images.de)

+++ In Deutschland gibt es 770 neue bestätigte Corona-Infektionsfälle. Das teilte das Robert Koch-Institut mit. Damit haben sich seit Beginn der Pandemie 188.534 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. 8.872 Patienten sind an oder mit dem Virus gestorben. Etwa 174.400 Personen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Über die nachgewiesenen Infektionen hinaus ist von einer Dunkelziffer auszugehen, deren Höhe allerdings schwer zu bestimmen ist.

+++ Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union beraten heute erstmals gemeinsam über den vorgesehenen Wiederaufbauplan in der Corona-Krise. Die Videokonferenz ist für den Vormittag angesetzt. EU-Kommissionschefin von der Leyen hat einen kreditfinanzierten 750-Milliarden-Euro-Plan zur Bewältigung der Rezession vorgeschlagen. Das Geld soll teils als Zuschüsse, teils als Kredite an die EU-Staaten gehen.

+++ In Brasilien haben sich mittlerweile fast eine Million Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, registrierten die Behörden binnen 24 Stunden mehr als 22.700 neue Infektionen. Damit gebe es 978.142 bestätigte Fälle. Die Zahl der Menschen, die an oder mit dem Virus gestorben sind, stieg um 1.238. Sie liegt nun bei fast 48.000. In absoluten Zahlen weist Brasilien nach den USA weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle aus.

+++ Nach dem neuen Coronavirus-Ausbruch in Peking ist die Zahl der Infizierten weiter gestiegen. Wie die staatliche Gesundheitskommission mitteilte, wurden 25 weitere Ansteckungen in der chinesischen Hauptstadt nachgewiesen. Seit die Ausbreitung des Krankheitserregers auf einem Großmarkt vergangene Woche bekannt wurde, ist die Zahl der Infizierten damit auf 183 Menschen gewachsen.

+++ Im Kreis Gütersloh soll von heute an die Bundeswehr dabei helfen, rund 5.300 Personen auf das Coronavirus zu testen. Landrat Adenauer sagte im Deutschlandfunk, seine Mitarbeiter seien nach der Testung hunderter Personen "fix und foxi". Deshalb habe er die Bundeswehr um Unterstützung gebeten. 730 Infizierte wurden nach einem Ausbruch im Schlachtbetrieb Tönnies bereits gefunden. Laut Adenauer werden die Polizei und andere Ordnungskräfte in den kommenden Tagen verstärkt überprüfen würden, ob die Regeln zum Mindestabstand und zur häuslichen Isolierung eingehalten werden. Rund 7.000 Personen befinden sich im Kreis Gütersloh derzeit in Quarantäne.

Die Wurstfabrik B & C Tönnies GmbH & Co.KG in Rheda-Wiedenbrück. Auf der Fassade steht der Firmenname und der Zusatz "... worauf du dich verlassen kannst". Auf dem Dach stehen Tierfiguren, deren Schwänze sich zu einem Herz formen. (imago/MiS)Die Wurstfabrik B & C Tönnies GmbH & Co.KG in Rheda-Wiedenbrück (imago/MiS)


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