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Newsblog zum Coronavirus+++ Entwicklungen vom 28. September +++

28.09.2020, Berlin: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kommt mit Mund-Nasen-Schutz zur Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion am Bundestag an.  (dpa / Michael Kappeler )
Bundeskanzlerin Merkel warnt vor steigenden Infektionszahlen in Deutschland. (dpa / Michael Kappeler )

Bundeskanzlerin Merkel hat vor einem rasanten Anstieg der Corona-Infektionszahlen in Deutschland gewarnt. In Bielefeld befinden sich mittlerweile 1.700 Menschen in Quarantäne. In Österreich hat eine Fachkommission das Ausbruchsgeschehen im Skiort Ischgl aufgearbeitet. Diese und weitere Entwicklungen in unserem Newsblog.

Montag, 28. September

+++ Bundeskanzlerin Merkel hat sich besorgt über die steigenden Zahlen der Corona-Infektionen in Deutschland geäußert. Wenn sich diese wöchentlich so weiterentwickeln würden wie bisher, könnte es zu Weihnachten 19.200 Neuinfektionen am Tag geben, sagte Merkel nach Angaben aus Teilnehmerkreisen in einer Videokonferenz des CDU-Präsidiums. Bei der Eindämmung des Infektionsgeschehens müssten Prioritäten gesetzt werden. Die Wirtschaft müsse am Laufen gehalten werden, Schulen und Kitas offen bleiben, erklärte Merkel demnach weiter. 

+++ Nach dem Anstieg der Corona-Fallzahlen in Bielefeld infolge einer Familienfeier befinden sich dort mittlerweile rund 1.700 Menschen in Quarantäne. Darunter seien allein 1.100 Schüler und Lehrer, sagte ein Stadtsprecher am Montag. Betroffen seien zehn Schulen. Der Anstieg der Fallzahlen sorgte am Montag für lange Staus vor einer einer städtischen Drive-In-Teststation. Die Stadt bat die Bürger darum, die Station nicht mehr anzufahren.

Wie und wo kann man sich auf Corona testen lassen? Wir haben die wichtigsten Fakten für Sie zusammengestellt. 

+++ Der Konzern TUI nimmt trotz einer Reisewarnung vom 3. Oktober an wieder Pauschalreisen auf die Kanarischen Inseln ins Programm. Ein Sprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur, man tue das, weil es auch von Kunden gewünscht worden sei. TUI hatte die Flüge auf die Kanaren stark reduziert. Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren, müssen sich 48 Stunden vor oder nach der Einreise auf das Coronavirus testen lassen und mindestens bis zum Ergebnis in Quarantäne bleiben.

(picture alliance / dpa / Lehtikuva Pasi Joronen)Der Urlaubsort Playa de las Americas im Süden der spanischen Insel Teneriffa. (picture alliance / dpa / Lehtikuva Pasi Joronen)

+++ Deutsche Unternehmen haben sich vor der Corona-Krise ihre Geschäftsreisen so viel kosten lassen wie noch nie. Das ergaben Berechnungen des Geschäftsreiseverbandes VDR. Demnach gaben sie im vergangenen Jahr 55,3 Milliarden Euro (+3,5 Prozent) für 195,4 Millionen Trips (+3,1 Prozent) ihrer Mitarbeiter aus. Pro Tag und Reisendem habe der Aufwand unverändert 162 Euro betragen. Für die Unternehmen, ihre Mitarbeiter und die gesamte Geschäftsreisebranche sei die Corona-Pandemie eine "historische Zäsur", erklärte die VDR-Vizepräsidentin Inge Pirner. 

+++ Die Stadt Hamm kämpft weiter mit der Corona-Welle nach einer Großhochzeit Anfang September. Von Sonntagmittag bis Montagmittag registrierte die westfälische 180 000-Einwohner-Kommune 37 neue Corona-Fälle. Akut infiziert sind derzeit 229 Menschen. In den vergangenen sieben Tagen verzeichneten die Behörden insgesamt 170 Neuinfektionen. Daraus errechnete die Stadt am Montagmittag einen Sieben-Tage-Wert von 94,9 pro 100 000 Einwohner. 17 Menschen lagen laut Stadt im Krankenhaus, einer davon auf der Intensivstation. Fast 2800 Menschen befanden sich in Quarantäne.

+++ Fußballspiele der niederländischen Ehrendivision werden vorerst wieder vor leeren Rängen stattfinden. Die Maßnahme wurde als Teil neuer Regeln zur Bekämpfung der Corona-Pandemie vom Kabinett um Ministerpräsident Rutte erlassen. An den ersten drei Spieltagen waren Zuschauer in den Stadien zugelassen gewesen, solange sie Abstand hielten und auf Gesänge verzichteten. Die Zahl der Corona-Infektionen war in den Niederlanden im September stark angestiegen.

Eine Übersicht über die Reisewarnungen und Länderhinweise des RKI haben wir hier für Sie zusammengefasst.

 +++ In Österreich hat eine Fachkommission das Corona-Ausbruchsgeschehen im Skiort Ischgl aufgearbeitet. Der Bericht soll am 12. Oktober vorgestellt werden, kündigte die Kommision in Innsbruck an. Es gehe vor allem um die Rolle der Tiroler Behörden und um das Krisenmanagement der Landesregierung. Die Verantwortlichen sollen nicht schnell genug auf die Ausbreitung des Coronavirus reagiert und den Skibetrieb zu spät gestoppt zu haben.

 Eine Luftaufnahme vom Tiroler Skiort Ischgl.  (picture alliance / EXPA / APA / picturedesk.com)Im Tiroler Skiort Ischgl haben sich wohl hunderte Touristen mit dem Coronavirus infiziert. (picture alliance / EXPA / APA / picturedesk.com)

+++ EU-Kommissionsvize Timmermans ist nach eigenen Angaben in häuslicher Quarantäne, weil es in seinem Umfeld eine Coronavirus-Infektion gegeben hat. Er arbeite von zuhause, warte auf die notwendige Testung und werde die Quarantänezeit einhalten, schrieb Timmermans auf Twitter. Bereits seit Sonntagabend ist EU-Gesundheitskommissarin Kyriakides in Quarantäne. 

+++ Einige Stunden später als üblich hat das Robert Koch-Institut die heutigen Coronazahlen für Deutschland bekanntgegeben: Seit gestern wurden demnach 1.192 neue Infektionen von den Gesundheitsämtern gemeldet. Die Zahl ist montags allerdings weniger aussagekräftig, weil am Wochenende nicht alle Daten zeitnah übermittelt werden.

+++ Wegen der Wirtschaftskrise in der Corona-Pandemie haben viele Unternehmen offenbar Probleme, für ihre Beschäftigten die fälligen Beiträge an die Krankenkassen zu zahlen. Lesen Sie hier mehr zu diesem Thema.

+++ In Indien sind seit dem Beginn der Pandemie mehr als sechs Millionen Infektionen mit dem Coronavirus festgestellt worden. 

+++ Die britische Regierung plant einem Bericht der "Times" zufolge schärfere Beschränkungen für das gesellschaftliche Leben in einem Großteil des Nordens des Landes und möglicherweise London. Nach den neuen Regelungen, die die Regierung erwäge, sollen etwa Pubs, Bars und Restaurant zunächst für zwei Wochen komplett schließen. Schulen und Geschäfte sollten geöffnet bleiben, ebenso wie Fabriken und Büros, in denen die Mitarbeiter nicht von zu Hause arbeiten könnten, schreibt die Zeitung unter Berufung auf eine Person aus der Regierung.

Auf der Terrasse des Restaurants stehen in einer Reihe mehrere gläserne Rundbauten, in denen jeweils ein Tisch Platz findet.  (dpa/XinHua/Han Yan)Zum Lunch ins Glashaus: Ein Restaurant in London bietet Tische in einzelnen Pavillons an. (dpa/XinHua/Han Yan)

+++ Der SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach plädiert für weniger Personen bei privaten Feiern. Eine Obergrenze von 25 Personen sei richtig, sagte er "Bild live". So würden sogenannte Superspreader-Ereignisse, bei denen sich besonders viele Menschen ansteckten, unwahrscheinlicher. Zudem sprach er sich für eine Maskenpflicht im Freien aus für Situationen, in denen kein Abstand eingehalten werden könne.

+++ China meldet 21 neue Coronavirus-Infektionen. Einen Tag zuvor waren es 14 gewesen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde sollen alle Neuansteckungen auf Reisende aus dem Ausland zurückzuführen sein. 

+++ Die australische Biotechfirma Ena Respiratory hat in Tierversuchen festgestellt, dass ein von ihr entwickeltes Nasenspray das Wachstum von Coronaviren hemmt. Das Spray sei eigentlich entwickelt worden, damit das menschliche Abwehrsystem besser gewöhnliche Erkältungs- und Grippeviren bekämpfen könne. In einer Studie an Frettchen habe sich gezeigt, dass das Medikament die Menge der Coronaviren um bis zu 96 Prozent senken könne, teilte Ena Respiratory mit. In einigen Monaten könne man mit Tests an Menschen beginnen. Das Spray könne etwa in Kombination mit einem Impfstoff eingesetzt werden.

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