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Newsblog zum Coronavirus+++ EU einigt sich auf gemeinsame Corona-Reisebedingungen +++

Touristen am Strand in Kardamyli, einer Stadt am Meer fünfunddreißig Kilometer südöstlich von Kalamata, Peloponnes.  (dpa / Socrates Baltagiannis)
Urlaub wie hier in Griechenland soll mit Beginn des Sommers erleichtert werden (dpa / Socrates Baltagiannis)

Die EU beschließt gemeinsame Corona-Reisebedingungen. Apotheken in Deutschland haben bereits 140.000 digitale Impfzertifikate ausgestellt. Der vom US-Hersteller Novavax entwickelte Corona-Impfstoff soll hochwirksam sein. Mehr in unserem Newsblog.

Montag, 14. Juni

+++ Die EU-Länder haben sich darauf geeinigt, Reisebeschränkungen koordiniert und schrittweise zu lockern.

Mit Beginn des Sommers werde den Bürgerinnen und Bürgern das Reisen erleichtert, mit nur begrenzten und verhältnismäßigen Reisebeschränkungen, wenn überhaupt, teilte EU-Justizkommissar Reynders mit. So sei vorgesehen, dass vollständig Geimpfte und Genesene keinen Reisebeschränkungen unterliegen sollen.

Zudem sollten Menschen aus Regionen mit wenigen Infektionen ebenfalls ohne Beschränkungen reisen können. Grundlage ist eine Einteilung des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in mehrere Farben: Grün, Orange, Rot und Dunkelrot - anhand der Fallzahlen und der Positivrate von Tests. In Deutschland ist derzeit Mecklenburg-Vorpommern als einziges Bundesland ein grünes Gebiet. Von Reisenden aus orangen Gebieten könne ein Test verlangt werden, heißt es in der Mitteilung der EU-Kommission. Wer aus einem roten Gebiet kommt, für den könne Quarantänepflicht gelten.

+++ Zum Auftakt der neuen digitalen Corona-Impfnachweise sind bis zum Mittag bereits 140.000 Zertifikate ausgestellt worden. Der Deutsche Apothekerverband teilte mit, über 13.000 Niederlassungen und damit gut zwei Drittel aller Apotheken böten diese neue Leistung in der Bundesrepublik an. Auch habe auf einem in Internet freigeschalteten Informationsportal eine extrem hohe Nachfrage bestanden, so dass die Webseite vorübergehend nicht mehr zu erreichen gewesen sei. Seit heute können sich alle Menschen mit vollständigem Impfschutz einen digitalen Nachweis ausstellen lassen. Dieser ist als Ergänzung zu der weiterhin gültigen gelben Papierversion gedacht.

Wie und wo man sich das Impfzertifikat ausstellen lassen kann.

+++ Die EU hat den Weg für das europaweit gültige Impfzertifikat freigemacht. Der Präsident des Europäischen Parlaments, Sassoli, und der derzeitige EU-Ratsvorsitzende, Portugals Premierminister Costa, unterzeichneten in Brüssel die entsprechende Verordnung. Die elektronische Plattform für die Überprüfung von Impfzertifikaten soll am 1. Juli europaweit an den Start gehen. Bei Inhabern des Zertifikats sollen die EU-Staaten von Quarantäne- und Testpflichten absehen, sofern dies die Corona-Lage erlaubt. Damit soll vor allem das Reisen innerhalb der EU wieder einfacher werden.

+++ Nach Angriffen auf kommunale Ordnungskräfte und Polizisten am Wochenende in Nordrhein-Westfalen beraten die Behörden über weitere Maßnahmen.

"Stadt und Polizei werten die Geschehnisse im Bereich des Aasees aktuell gemeinsam aus und werden hieraus Schlüsse zum zukünftigen Vorgehen ziehen, teilte die Stadt Münster mit. Die Polizei schloss sich der Aussage an. Die Öffentlichkeit werde zeitnah über das Ergebnis informiert. Die Polizei in Köln will sich nach eigenen Angaben auf den Einsatz während des Spiels der Fußball-Nationalmannschaft am Dienstagabend bei der EM konzentrieren. Da werde die Einsatzleitung mit mehr Kräften auf der Straße sein und kurzfristig auch Beamte der Einsatzhundertschaft hinzuziehen. Man werde sehen, wie man sich für das kommende Wochenende aufstelle, heißt es aus der Pressestelle.

+++ Der Corona-Impfstoff des US-Pharmaherstellers Novavax hat sich nach dessen Angaben in einer Studie als hochwirksam erwiesen. Der Impfstoff schützte Studienteilnehmer, die ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf hatten, dem Unternehmen zufolge zu 91 Prozent und zeigte eine Wirksamkeit von 100 Prozent bei der Vorbeugung mittelschwerer und schwerer Covid-19-Fälle. Gegen Varianten, die Novavax nicht identifizieren konnte, sei er zu etwa 70 Prozent wirksam gewesen. An der Studie beteiligten sich fast 30.000 Menschen in den USA und Mexiko. Bis Ende September würden Anträge auf eine Zulassung unter anderem in den USA und Europa gestellt, erklärte das Unternehmen.

Zwei Spritzen liegen vor vier Ampullen gefüllt mit dem Impfstoff des Herstellers Novavax. Sein Firmenlogo prangert im Hintergrund.  (AFP)Laut Angaben des Herstellers Novavax bietet sein Impfstoff guten Schutz gegen das Coronavirus und eine hochansteckende Variante. (AFP)

+++ Die US-Metropole New York City plant, die am Kampf gegen die Corona-Pandemie beteiligten Menschen mit einer großen Konfettiparade zu feiern. Die "Hometown Heroes Parade" sei für den 7. Juli geplant, teilte Bürgermeister de Blasio mit.

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt neue Beatmungsgeräte in Augenschein. (dpa-news / AP / Mark Lennihan)News Yorks Bürgermeister Bill de Blasio: "Die Welt, die wir kannten, ist verloren" (dpa-news / AP / Mark Lennihan)

Bereits im vergangenen April hatte de Blasio auf dem Höhepunkt der Pandemie in New York erklärt, wenn der Tag komme, an dem man "das vibrierende wunderschöne Leben dieser Stadt wieder starten" könne, "dann ist das Erste, was wir machen werden, eine Konfettiparade für unsere Gesundheits- und Rettungskräfte". Man werde diejenigen ehren, "die uns gerettet haben."

+++ Der britische Premierminister Johnson will offenbar die für kommende Woche geplante Aufhebung der letzten Corona-Restriktionen um vier Wochen verschieben. Grund dafür sei die zunehmende Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus im Königreich, berichten übereinstimmend mehrere Medien. In Großbritannien steigt die Zahl der Neuinfektionen wieder an, nachdem sie zuvor monatelang gesunken war. Zuletzt wurden täglich mehr als 7000 neue Ansteckungen registriert. Eigentlich sollen nach den Plänen der Regierung am 21. Juni die letzten Beschränkungen in England fallen. So sollen Diskotheken wieder öffnen, Hotels und Restaurants wieder mit voller Kapazität genutzt werden können. Johnson will sich am Abend zum weiteren Vorgehen äußern.

Wie gefährlich ist Variante B.1.617

+++ Im sechsten Monat nach dem Start der Corona-Impfkampagne in Deutschland hat beinahe die Hälfte der Bevölkerung mindestens eine erste Dosis erhalten. Die Quote der erstgeimpften Bürgerinnen und Bürger lag nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag bei 48,1 Prozent. 25,7 Prozent haben bereits den vollen Schutz.

+++ Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen in Deutschland sinkt weiter. Sie liegt nun bei 16,6 nach 17,3 am Vortag, wie das Robert Koch-Institut mitteilte. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 549 Corona-Neuinfektionen. Es ist das erste Mal seit mehr als acht Monaten, dass die Zahl bei unter 1000 liegt. Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge zehn neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet.

+++ Bundesgesundheitsminister Spahn hat sich für ein stufenweises Ende der Maskenpflicht ausgesprochen. Bei den fallenden Corona-Inzidenzen könne in einem ersten Schritt die Maskenpflicht draußen entfallen, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. In Regionen mit sehr niedriger Inzidenz und einer hohen Impfquote könne man nach und nach auch drinnen auf den Mund-Nasen-Schutz verzichten. Spahn sagte aber zugleich, dass das Tragen von Masken auch ohne Pflicht weiter zu empfehlen sei, etwa auf Reisen oder bei Treffen in Innenräumen.

+++ Die Menschen in Dänemark müssen ab heute kaum noch Mund-Nasen-Schutz tragen. Die seit Monaten im Kampf gegen das Coronavirus geltende Pflicht zum Tragen einer Maske oder eines Visiers ist zum Montag für fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens aufgehoben worden. Darauf hatten sich die Regierung und der Großteil der Parlamentsparteien geeinigt. Einen solchen Corona-Schutz muss man in Dänemark jetzt nur noch im öffentlichen Nahverkehr tragen, wenn man dort nicht sitzt. Bis zum 1. September soll die Maske dann gänzlich verschwinden.

Sonntag, 13. Juni

+++ US-Präsident Biden fordert von China Klarheit über die Herkunft des Virus. Dazu müsse die Volksrepublik den damit betrauten Forschern Zugang verschaffen, sagt er nach dem G7-Gipfel im britischen Cornwall. Es gehe darum herauszufinden, ob das Coronavirus natürlicher Herkunft sei oder das Ergebnis eines "Experiments, das in einem Labor schiefgegangen ist". Fehlende Transparenz könnte zu einer weiteren Pandemie führen.

+++ Auch in Baden-Württemberg lagern einem Bericht zufolge Millionen Corona-Schutzmasken, die nicht der Norm entsprechen. Dabei handle es sich um 15,2 Millionen vom Land beschaffte Masken und 4,6 Millionen Masken vom Bund, berichten die "Stuttgarter Nachrichten" unter Berufung auf das Landessozialministerium. Das Land fordere teils Schadenersatz von den Herstellern und verhandle auch mit dem Bund über eine Kostenerstattung. Weitere Informationen zu dem Thema finden Sie hier

+++ Vor dem Hintergrund niedriger Coronavirus-Infektionszahlen hat Bundesjustizministerin Lambrecht dazu aufgefordert, die Pflicht zum Tragen von Masken zu überprüfen. Die Länder müssten klären, ob und wo eine Maskenpflicht noch verhältnismäßig sei, wenn die Inzidenzzahlen niedrig seien, sagte die SPD-Politikerin der Zeitung "Bild am Sonntag". Das gelte auch für die Schulen, denn Schülerinnen und Schüler seien von der Maskenpflicht besonders betroffen. Bundestags-Vizepräsident Kubicki forderte ein komplettes Ende der Verpflichtung. Dies wurde wiederum von dem SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach kritisiert:

Mehr zum Thema: In einem ausführlichen Beitrag gehen wir im Detail auf die Debatte über einen möglichen Wegfall der Maskenpflicht ein - auch mit dem Blick von Forscherinnen und Forschern und der Lage in anderen Ländern. 

+++ Die Fußball-Nationalmannschaft aus Venezuela hat zum Auftaktspiel der Copa America 15 Spieler nachnominiert.

Der Grund sind mehrere Coronafälle im Team. Wie die südamerikanische Fußball-Konföderation CONMEBOL mitteilte, wurden insgesamt 13 Mitglieder der Delegation positiv getestet. Mindestens acht Spieler und auch Mitglieder des Trainerstabs seien betroffen. Venezuela eröffnet das umstrittene Turnier mit einem Spiel gegen Brasilien. Mehr zu den durch die Corona-Pandemie bedingten Problemen bei der Copa America lesen Sie in unserer Sportmeldung.

+++ Die Berliner Polizei hat in der Nacht zum Sonntag erneut Parks wegen lauter Musik und Verstößen gegen Hygieneauflagen geräumt. Im Vergleich zur Nacht zuvor sei es bei den Einsätzen aber entspannter zugegangen, sagte ein Sprecher. Kollegen seien nicht angegriffen worden.

+++ Die Sieben-Tage-Inzidenz von Ansteckungen mit dem Coronavirus in Deutschland ist weiter gesunken. Sie liegt nun bei 17,3 nach 18 am Vortag, wie das Robert Koch-Institut mitteilte.

Das RKI-Logo in blauer Schrift auf weißem Papier. (dpa/Marijan Murat)Das RKI-Logo (dpa/Marijan Murat)

Die Gesundheitsämter haben dem RKI binnen eines Tages 1.489 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind 951 weniger als vor einer Woche. Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge 18 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet.

Eine detailliertere Übersicht über die Entwicklungen rund um die Corona-Zahlen haben wir hier für Sie zusammengestellt. 

+++ Ganz Österreich sowie zahlreiche andere Länder und Regionen gelten seit heute nicht mehr als Corona-Risikogebiete. Die Bundesregierung strich auch die verbliebenen zwei österreichischen Bundesländer Tirol und Vorarlberg von der Liste, ebenso wie Teile Griechenlands, Kroatiens und der Schweiz. Auch die Inseln Madeira in Portugal und Zypern sowie zwölf weitere Länder geltennicht mehr als Risikogebiete, darunter die USA und Kanada. Wer aus einem dieser Gebiete auf dem Landweg nach Deutschland kommt, muss künftig keinerlei Einreisebeschränkungen wegen Corona mehr beachten. Flugpassagiere müssen noch einen negativen Test vorweisen.

Fast ein Jahr lang hatte das Auswärtige Amt wegen der Corona-Pandemie eine generelle Reisewarnung für zahlreiche Regionen in Europa ausgesprochen. Ab dem 1. Juli gilt sie erst ab einer Inzidenz von 200 und für Gebiete, in denen sich gefährliche Virusvarianten stark verbreitet haben. Von nicht notwendigen, touristischen Reisen wird dann lediglich "abgeraten". Die Liste der Risikogebiete wird aber weiterhin regelmäßig aktualisiert. Eine Übersicht über die aktuellen Einstufungen.

+++ Die große Mehrheit der jungen Europäer fühlt sich einer Studie zufolge in der Pandemie nicht wertgeschätzt. Das berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Verweis auf die repräsentative TUI-Jugendstudie "Junges Europa", die kommende Woche vorgestellt werden soll. Demnach finden mehr als drei Viertel der insgesamt mehr als 6.000 Befragten zwischen 16 und 26 Jahren, dass ihr Verzicht während der Corona-Pandemie von der Gesellschaft nicht anerkannt wird. Für die Studie waren im April 2021 junge Menschen aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland und Polen befragt worden.

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