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Newsblog zum Coronavirus+++ Europäische Arzneimittel-Agentur überprüft Impfstoff +++

Impfung mit Einwegspritze (Symbolbild) (dpa / picture alliance / SvenSimon)
Mit Hochdruck wird weltweit an der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus geforscht (dpa / picture alliance / SvenSimon)

Erstmals beginnt eine europäische Prüfung eines möglichen Corona-Impfstoffs. Gesundheitsminister Spahn wirbt erneut eindringlich für die Vorschriften zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Im Iran stirbt statistisch betrachtet alle sieben Minuten ein Mensch an den Folgen einer Corona-Infektion. Weitere Entwicklungen in unserem Newsblog.

Donnerstag. 1. Oktober

+++ Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA beginnt mit einer Überprüfung des sogenannten Oxford-Impfstoffs gegen das Coronavirus. Es ist das erste Mal, dass dies in der Europäischen Union bei einem Corona-Impfstoff geschieht. Der Impfstoff ist von dem britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford entwickelt worden.

+++ Gesundheitsminister Spahn hat erneut eindringlich dafür geworben, die Vorschriften zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu befolgen. Gerade mit Blick auf Herbst und Winter müsse man weiter "aufeinander aufpassen", sagte Spahn im Bundestag. Die sogenannte AHA-Formel- also Abstand, Hygiene und Alltagsmasken - sei dabei "die schärfste Waffe, die wir haben", sagte Spahn und wies gleichzeitig die Kritik am Tragen von Schutzmasken zurück: Freiheit bedeute auch, die Freiheit und Gesundheit des Anderen zu achten.

+++ Im Iran hat es binnen 24 Stunden alle sieben Mininuten einen Corona-Toten und alle 23 Sekunden eine Neuninfektion gegeben. Das Gesundheitsministeriums registrierte in diesem Zeitraum 211 Tote und 3.825 Neuinfektionen. Damit liegt die aktuelle Zahl der Corona-Opfer bei insgesamt 26 380, die der nachgewiesenen
Neuinfektionen bei mehr als 460 000, wie die Ministeriumsprecherin im Staatsfernsehen sagte. Gesundheitsexperten fordern umgehend Ausgangsperren.

+++ Das Robert-Koch-Institut (RKI) und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) starten eine bundesweite Antikörper-Studie mit 34.000 Menschen. Geklärt werden solle unter anderem, wie viele bereits eine Infektion durchgemacht haben, wie hoch die Dunkelziffer ist und welche Menschen besonders häufig betroffen sind, teilen RKI und DIW mit. Die Studie soll bis Ende des Jahres laufen.

+++ Die deutschen Universitätskliniken melden wieder steigende Patientenzahlen auf den Intensivstationen. Die Situation sei "noch nicht dramatisch", bedürfe aber einer "sehr ernsthaften Beobachtung", sagte der Vorstandsvorsitzende der Berliner Charité, Kroemer, in Berlin. In den vergangenen zwei Wochen erhöhte sich laut Kroemer in der Charité die Zahl der beatmeten Patienten von sechs auf 17. Es sei extrem wichtig, jetzt am Ball zu bleiben, sagte er mit Blick auf Corona-Schutzmaßnahmen wie Abstandsregeln oder das Tragen von Masken. Die Zahlen zeigten, dass die Pandemie noch lange nicht überstanden sei. 

Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland finden Sie hier. 

+++ Die Bundesregierung hat die globale Reisewarnung für Länder außerhalb der Europäischen Union aufgehoben. Das Auswärtige Amt erklärte auf seiner Internetseite, stattdessen gelten wieder differenzierte Reise- und Sicherheitshinweise beziehungsweise Reisewarnungen für einzelne Länder.

+++ Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat zum zweiten Mal binnen weniger Tage die Schwelle von 2.500 überschritten. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter nach Angaben des Robert Koch-Instituts 2.503 neue Corona-Infektionen. Das waren 705 mehr als am Vortag. Zwölf weitere Menschen starben. Die Zahl der Menschen in Deutschland, deren Tod mit Covid-19 in Verbindung steht, stieg damit auf 9.500.

+++ Italiens Ministerpräsident Conte plädiert für eine Verlängerung des Ausnahmezustands bis Ende Januar. Er werde dies dem Parlament vorschlagen, kündigt er an. Aktuell gilt der Notstand noch bis Mitte Oktober. 

Bundeswehrsoldaten stehen mit Corona-Schutzmasken (David Inderlied/dpa)Coronavirus (David Inderlied/dpa)

+++ Der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg steht wegen seiner Weigerung, in der Coronavirus-Pandemie Hilfe der Bundeswehr anzunehmen, in der Kritik. In elf Berliner Bezirken kommen bereits Soldaten zum Einsatz, die bei der oft telefonischen Nachverfolgung der Kontakte von Infizierten oder in Teams für Tests eingesetzt werden. Zu den bisher 60 Soldatinnen und Soldaten sollen noch einmal 180 dazukommen.

+++ Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie hat Bundesinnenminister Seehofer (CSU) in den Tarifverhandlungen des öffentlichen Dienstes ein "vernünftiges Angebot" für die Beschäftigten in Gesundheit und Pflege angekündigt. Man dürfe sich nicht damit begnügen, von Helden zu sprechen, sagte er in der Haushaltsdebatte des Bundestages mit Blick auf das Engagement der Beschäftigten in der Corona-Krise.

+++ Südafrika öffnet nach mehr als einem halben Jahr wieder teilweise seine Außengrenzen. Während Reisende aus den meisten europäischen Ländern wegen der Zunahme der Corona-Infektionen weiterhin nur in Ausnahmefällen einreisen dürften, würden die Grenzen für alle afrikanischen Länder wieder geöffnet, teilte Innenminister Motsoaledi mit. Südafrika ist mit fast 675.000 Covid-19-Infektionen das am schwersten getroffene Land in Afrika.

Hier haben wir zusammengefasst, wie die Lage in den europäischen Urlaubsländern ist. 

+++ In den Niederlanden ist die Zahl der Todesfälle, die mit dem Coronavirus in Verbindung stehen, deutlich höher als ursprünglich gemeldet. Mindestens 10.000 Menschen dürften in der ersten Pandemie-Welle zwischen März und Juni an oder mit Covid-19 gestorben sein, teilte das nationale Statistikamt mit. Die Gesundheitsbehörden hatten bis Mittwoch insgesamt nur 6406 Todesfälle als Folge bestätigter Coronavirus-Infektionen gemeldet. Der Unterschied könnte auf positive Tests zurückgehen, die den Gesundheitsbehörden nicht gemeldet worden seien, heißt es.

+++ In der Corona-Krise sind im Gastgewerbe 325.000 Minijobs weggefallen. Das ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Minus von fast 36 Prozent, wie aus Daten der Minijobzentrale hervorgeht. Die Linken-Bundestagsabgeordnete Zimmermann hatte sie abgefragt und ausgewertet. Das Gastgewerbe war von den Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie vor allem im Frühjahr besonders betroffen. Weitere Branchen, in denen zahlreiche Stellen mit geringfügiger Beschäftigung wegfielen, sind unter anderem der Handel und das verarbeitende Gewerbe. Insgesamt ging die Zahl der Minijobber den Angaben zufolge bundesweit um 837.000 zurück.

Die Attrappe in Form eines Riesen- Waffeleis vor einem Eiscafe in Dettenheim bei Karlsruhe. Die Tische und Baenke sind leer, gesperrt und abgeriegelt. Au?er-Haus Verkauf ist moeglich. GES/ Taegliches Leben in Deutschland waehrend der Corona-Krise, 27.04.2020 GES/ Daily life during the corona crisis in Baden-Wuerttemberg, Germany. April 27, 2020 A big dummy of an Icecream seen in front of a Ice Cream Caf? in Dettenheim, close to Karlsruhe. Benches and Tables are closed. | Verwendung weltweit (GES-Sportfoto)Die Gastronomie und Hotelbranche ist in großer Sorge wegen der Corona-Krise (GES-Sportfoto)

+++ Israel verzeichnet trotz eines seit zwei Wochen geltenden Lockdowns erneut einen deutlichen Anstieg von Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Das Gesundheitsministerium teilte mit, binnen 24 Stunden seien 8.919 neue Fälle registriert worden. Die Zahl der Schwerkranken lag mit 810 weiterhin oberhalb einer von Experten als kritisch bezeichneten Marke. Dem Gesundheitssystem droht die Überlastung.

+++ Auch Belgien und Island werden jetzt als Risikogebiete eingestuft. Das Robert Koch-Institut hat am Abend seine Liste entsprechend aktualisiert. Mit Wales und Nordirland werden auch erstmals Teile Großbritanniens als Riskogebiet eingestuft. In Frankreich kamen die Regionen Pays de la Loire und Burgogne hinzu. Damit ist im größten Nachbarland Deutschlands nur noch die Grenzregion Grand Est von der Einstufung als Risikogebiet ausgenommen.

+++ Die Bundesregierung hat die pauschale Reisewarnung wegen der Corona-Pandemie für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union aufgehoben. Jedes Land der Welt wird nun einzeln bewertet – so wie die Länder der EU und des grenzkontrollfreien Schengen-Raums. Reisewarnungen werden nur für Länder ausgesprochen, die den Grenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten haben. Das gilt derzeit für mehr als 130 Staaten ganz oder teilweise.

+++ In Argentinien hat die Armut während der Corona-Pandemie deutlich zugenommen. Nach Angaben der Statistikbehörde leben inzwischen 40,9 Prozent der Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Die Zahl sei damit um 5,5 Prozentpunkte im Vergleich zum ersten Halbjahr des vergangenen Jahres gestiegen. Um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen, hatte die Regierung Mitte März strenge Ausgangsbeschränkungen erlassen, die zumindest im Großraum Buenos Aires noch immer gelten.

+++ Sprechen erhöht die Gefahr, eine Corona-Infektion weiter zu verbreiten. Das haben haben französische Forscher nachgewiesen. Sie haben mit Hilfe von Laserstrahlen sichtbar gemacht, wie sich Aerosole beim Sprechen im Raum verbreiten. Das Ergebnis: Mit den Aerosolen können die Vren schnell zu zu zwei Meter weit getragen werden. Das ist allerdings auch davon abhängig, was gesprochen wird.

Mittwoch, 30. September

+++ Streit in Spanien: Die spanische Zentralregierung hat ungeachtet des Widerstands mehrerer Landesregionen die Abriegelung von Großstädten im Falle hoher Corona-Infektionszahlen angekündigt. "Die Anordnung wird mit Veröffentlichung im Amtsblatt in den nächsten Tagen in Kraft treten", sagte Gesundheitsminister Salvador Illa. Nach den aktuell vorliegenden Zahlen wären von den Abschottungsmaßnahmen auch Madrid und neun weitere Städte im Großraum der Hauptstadt betroffen. Doch die Regionalbehörden in Madrid sind nicht einverstanden. Die Entscheidung sei rechtlich nicht gültig, hieß es. Auch stabilisiere sich die Lage in der Stadt.

+++ Der britische Premierminister Boris Johnson hat angesichts steigender Infektionszahlen die Briten erneut zu mehr Disziplin aufgerufen. "Wenn die Zahlen es erfordern, werden wir nicht zögern, wieder schärfere Maßnahmen einzuführen", sagte Johnson in London. Ob dies nötig werde, hänge einzig und allein davon ab, "wie effektiv wir dieses Virus unterdrücken". 

Die Coronavirus-Pandemie kann auch für die Galopprennbahn Iffezheim Konsequenzen haben. Auf dem Bild ist ein Galopper auf einem Pferd zu sehen.  (dpa/Uli Deck)Die Coronavirus-Pandemie kann auch für die Galopprennbahn Iffezheim Konsequenzen haben. (dpa/Uli Deck)+++ Die Corona-Krise bedroht Deutschlands wichtigste Galopp-Rennbahn in Iffezheim vor den Toren Baden-Badens. Man habe wegen der dramatischen finanziellen Verluste den Pachtvertrag mit der Gemeinde gekündigt, teilte der Veranstalter der dortigen Rennen, Baden Racing, mit. Das außerordentliche Kündigungsrecht gelte zum Ende dieses Jahres.

+++ Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern bereiten den zunehmenden Einsatz auch von Schnelltests zur Feststellung von Infektionen mit dem Coronavirus vor: "Wir möchten gern den Schnelltest zu einem Baustein machen", erklärte Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) nach einer Videokonferenz der Ressortchefs. Entscheidungen solle es bis zum 15. Oktober geben. Dabei gehe es unter anderem um die Kostenübernahme. Laut Spahn könnten auch bald Tests für Zuhause zum Einsatz kommen: "Es wird - ich kann Ihnen nicht genau sagen wann, aber absehbar, weil die Unternehmen daran arbeiten - auch den Heimtest geben können."

+++ In Bayern wird es doch keine Verlängerung für die Corona-Teststationen an Autobahnen geben. Sie werden in der Nacht auf Donnerstag abgebaut. Das teilte das Gesundheitsministerium im München mit. Die Landesregierung hatte wegen der gestiegenen Infektionszahlen in Österreich und Tschechien zuletzt erwogen, die Teststationen vorerst weiterzubetreiben.

+++ UNO-Generalsekretär António Guterres hat angesichts der Corona-Pandemie zu einer besseren Finanzierung des Impf-Programms der Vereinten Nationen aufgerufen. Es brauche einen "Quantensprung" an Unterstützung über die zugesagten drei Milliarden Dollar für das ACT-Programm hinaus. Für seine maximale Wirkung brauche es 35 weitere Milliarden, sagte er auf einer Digital-Veranstaltung, auf der weitere Zusagen erwartet werden.

+++ Die Opposiionsparteien im Bundestag haben sich in der Haushaltsdebatte wie erwartet kritisch mit der Politik der Großen Koalition auseinandergesetzt. Die AfD-Fraktionsvorsitzende Weidel sprach mit Blick auf die Unterstützung für die Wirtschaft von "Corona-Sozialismus". Sie bezeichnete die Maßnahmen als überzogen und warf der Regierung vor, damit eine Rezession ausgelöst zu haben und Panik zu schüren. FDP-Chef Lindner forderte eine Rückkehr zur Haushaltsdisziplin und die Einhaltung der Schuldenbremse.

+++ Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga im Norden hat die geplanten hohen Bußgelder in Schleswig-Holstein kritisiert. Dort soll, wer bei einem Restaurantbesuch falsche Kontaktdaten hinterlässt, 1.000 Euro zahlen. Hauptgeschäftsführer Scholtis sagte der dpa, es gehe um Gastsstätten und nicht um "hochsensible Bereiche". Auch sei es praktisch nicht möglich, Namen und Anschriften der Gäste auf ihre Korrektheit zu überprüfen.

+++ Bundeskanzlerin Merkel hat im Bundestag die Bevölkerung zum Durchhalten aufgefordert. "Geben wir alle als Bürgerinnen und Bürger dieser Gesellschaft wieder mehr aufeinander acht." Die Kanzlerin betonte, sie erlebe derzeit, dass die Vorsicht der Menschen nachlasse. Man dürfe jetzt "nicht alles riskieren", was man in den letzten Monate erreicht habe.

+++ Nach dem massiven Ausbruch des Coronavirus im Tiroler Skiort Ischgl im vergangenen Winter haben die österreichischen Behörden Ermittlungen gegen vier Personen aufgenommen. Das teilte die Innsbrucker Staatsanwaltschaft mit ohne Einzelheiten zu nennen. In Ischgl hatten sich Tausende Urlauber infiziert und das Virus in ihren Heimatländern verbreitet.

+++ Das Tübinger Pharmaunternehmen Curevac startet in die zweite Phase bei der Prüfung seines möglichen Corona-Impfstoffs. Die Studie laufe in Peru und Panama mit 690 gesunden Teilnehmern. Erste Daten werden im vierten Quartal erwartet. 

+++ In der Adventszeit dürfen die Geschäfte in Nordrhein-Westfalen sonntags von 13 bis 18 Uhr öffnen. Gesundheitsminister Laumann sagte, damit solle das Gedränge in den Fußgängerzonen entzerrt werden. Es handle sich um eine einmalige Maßnahme wegen der Corona-Pandemie. Auch Weihnachtsmärkte werden unter Auflagen erlaubt. 

+++ In Tschechien haben knapp 80 "Drive-in-Wahllokale" geöffnet. Vor den Regional- und Senatswahlen am Freitag und Samstag können Wähler dort bereits vorab ihre Stimme abgeben und müssen dafür ihr Auto nicht verlassen. Das Angebot richtet sich ausschließlich an Menschen, die sich in Quarantäne befinden

+++ In Deutschland haben die Gesundheitsämter innerhalb eines Tages 1.798 neue Corona-Infektionen gemeldet. Wie das RKI weiter mitteilte, stieg die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind, um 17 auf 9.488.  

+++ In Belgien ist die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind, über die Marke von 10.000 gestiegen. Das teilten die Gesundheitsbehörden mit. In dem Land mit 11.5 Millionen Einwohnern wurden insgesamt 117.115 Menschen positiv getestet. 

+++ Die Gesundheitsminister der Länder beraten am Mittag mit Bundesgesundheitsminister Spahn über neue Maßnahmen gegen die Corona-Krise. Gestern hatten sich die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin auf strengere Corona-Auflagen verständigt.

+++ Israel hat das Demonstrationsrecht beschränkt. Bürger dürfen nur noch in einem Umkreis von einem Kilometer um den Wohnort demonstrieren. Damit soll die Ausbreitung des Corona-Virus eingedämmt werden. Kritiker sagen dagegen, damit sollen die Proteste gegen Ministerpräsident Netanjahu unterbunden werden. Stunden vor der Abstimmung protestierten Hunderte von Israelis vor dem Parlament. Seit Wochen versammeln sich Demonstranten unter anderem vor dem Wohnhaus von Netanjahu und fordern wegen Korruptionsvorwürfen und dem Umgang mit der Corona-Krise dessen Rücktritt.

+++ Der Pflegebevollmächtige der Bundesregierung, Westerfellhaus,  fordert bei den Corona-Schutzmaßnahmen in Pflegeheimen mehr Mitsprache von Bewohnern und Angehörigen. Ihn erreichten Beschwerden, "dass die Angehörigen noch immer regelrecht aus- und die Bewohner eingesperrt" werden, sagte er dem Evangelischen Pressedienst. Zudem müssten systematische Tests von Pflegekräften und Pflegebedürftigen auf den Weg gebracht werden.

+++ Düsseldorf erwägt Rosenmontagszug im Fußball-Stadion. Noch handelt es sich um eine "Ideenskizze" - wie der Chef der städtischen Event-Tochter "D.Live", Brill, der Deutschen Presse-Agentur sagte. Es gebe dazu Gespräche mit dem Düsseldorfer "Comitee Carneval". Der CC-Geschäftsführer Tüllmann sprach gegenüber der "Rheinischen Post" von einem Zug aus 70 Wagen. 17.000 Menschen könnten mit einem entsprechenden Schutzkonzept in der Arena von den Rängen aus den Zug verfolgen. Zum Rosenmontagsumzug in der Landeshauptstadt kommen normalerweise Hunderttausende Menschen.

Dienstag, 29. September

+++ UNO-Generalsekretär Guterres fordert mehr Unterstützung für Länder, die der Corona-Krise wegen ihrer geringen Wirtschaftskraft besonders wenig entgegenzusetzen haben. Die Mittel des Internationalen Währungsfonds sollten aufgestockt werden, verlangte Guterres. Außerdem verlangte er mehr Hilfe zur Bewältigung der Schuldenlast. Die ärmsten Länder der Welt sollten vorerst keine Schulden zurückzahlen müssen. Für 20 Staaten wurde die Pflicht dazu bereits ausgesetzt. Diese Maßnahme solle nun über das Jahresende hinaus verlängert und auf alle bedürftigen Entwicklungs- und Schwellenländer ausgedehnt werden, forderte der UNO-Generalsekretär.

+++ In Großbritannien sind zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie binnen eines Tages mehr als 7.000 neue Corona-Fälle gezählt worden. Insgesamt gab es nach Angaben der Behörden 7.142 Neuinfektionen. Die Zahl der neuen Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus hat sich innerhalb einer Woche fast verdoppelt: von 37 auf 71. Auch die Zahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern stieg merklich an.

+++ Zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Herbst und Winter haben sich Bund und Länder auf einheitliche Regeln verständigt. Die sogenannte Hotspot-Strategie sieht mehrere Stufen vor, wie auf das Infektionsgeschehen reagiert werden soll. Bundeskanzlerin Merkel sagte nach einem Treffen mit den Regierungschefs der Länder, man wolle regional und zielgenau handeln. Einen Shutdown für das gesamte Land müsse man verhindern. Die Teilnehmerzahl bei Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen werden beschränkt, wenn sie in Orten mit mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen stattfinden. In privaten Räumen werden Höchstzahlen nur empfohlen.

+++ Der Berliner Virologe Christian Drosten hat Zweifel an der Zuverlässigkeit von PCR-Tests zurückgewiesen. Er reagierte damit auf Äußerungen in sozialen Netzwerken, in denen behauptet wird, die Tests auf das Coronavirus Sars-CoV-2 seien oft falsch positiv und wiesen mitunter nur Fragmente des Virus nach. Dazu sagte Drosten im NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update": "Ohne ein volles Virus-Genom gibt es keine Virus-Reste."

+++ Nutzer von Corona-Warn-Apps sollen noch in diesem Herbst in elf EU-Staaten ihre Kontakt-Daten anonym länderübergreifend abgleichen können. Eine entsprechende Schnittstelle für Smartphones in einer ersten Staatengruppe sei seit Anfang dieser Woche aktiv, hieß es aus Kreisen der Europäischen Kommission in Brüssel. Das sogenannte Gateway soll demnach am 17. Oktober mit den Datenbeständen der jeweiligen nationalen Corona-Warn-Apps verbunden werden. Anwender müssen dazu ihre Apps aktualisieren und dem Datenaustausch auf EU-Ebene explizit zustimmen.

Informationen zur Lage in den europäischen Urlaubsländern haben wir hier zusammengefasst.

+++ Die Stadt New York ergreift Maßnahmen gegen Maskenverweigerer. Bürgermeister de Blasio erklärte, dass künftig eine Geldstrafe fällig werde, wenn jemand in der Öffentlichkeit keine Maske trägt. Wie hoch sie sein soll, sagte er nicht. New York war im Frühjahr besonders stark von der Pandemie betroffen.

+++ Der britische Premierminister Boris Johnson hat fehlerhafte Angaben zu Corona-Beschränkungen im Nordosten von England richtiggestellt. Dabei geht es um den Unterschied von Innenräumen und Aufenthalten draußen.

+++ Vor den Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer Verschärfungen der Auflagen in seinem Land eine Absage erteilt: "Das ist eine Diskussion, die kommt aus anderen Bundesländern", sagte Kretschmer im Mitteldeutschen Rundfunk. Dort seien Gesundheitsämter offensichtlich nicht mehr in der Lage, "die Erkrankungen nachzuvollziehen".

+++ Bei einem Besuch in Münster hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die deutsch-niederländische Freundschaft als beispielgebend für Europa hervorgehoben. Unter anderem dankte er am Dienstag den Mitarbeitern des Universitätsklinikums für ihre unbürokratische Hilfe für das Nachbarland, als die dortigen Kliniken mit hohen Patientenzahlen belastet waren. Die Einrichtung hatte im Auftrag der Landesregierung die Verteilung von insgesamt 58 niederländischen Patienten auf deutsche Krankenhäuser übernommen.

+++ Die Neuverschuldung im kommenden Jahr ist nach den Worten von Bundesfinanzminister Scholz die Voraussetzung dafür, dass Deutschland gut durch die Corona-Krise kommt. Die Hilfsmaßnahmen dürften nicht abrupt enden, sagte der SPD-Politiker bei der Einbringung des Haushaltsentwurfs für 2021 im Bundestag. In der Krise müsse man zeigen, wer man sei, betonte der Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten. Der Haushaltsentwurf sieht eine Neuverschuldung von rund 96 Milliarden Euro vor.

+++ Die Schulden des deutschen Staates sind durch die Coronakrise und die damit verbundene Wirtschaftsschwäche so hoch wie nie. Das Statistische Bundesamt meldet, dass die finanziellen Verbindlichkeiten von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung Mitte des Jahres bei mehr als 2,1 Billionen Euro lagen - ein neuer Rekordwert.

+++ Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 2089 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts damit mindestens 287.421 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert

+++ Das Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 6" mit mehreren Corona-Infizierten an Bord hat in der griechischen Hafenstadt Piräus angelegt. Medienberichten zufolge sind Experten der Gesundheitsbehörde an Bord gegangen, um alle Reisenden und Crewmitglieder auf eine Infektion mit dem Coronavirus zu testen. Die ersten Schnelltests seien negativ ausgefallen, berichtete das griechische Staatsfernsehen.

Das Kreuzfahrtschiff «Mein Schiff 6». (dpa)«Mein Schiff 6» der Reederei Tui Cruises hat in Piräus festgemacht (hier ein Archivbild aus Hamburg). (dpa)

+++ Die Gesamtzahl der weltweiten Todesfälle, die mit dem Corona-Virus in Verbindung gebracht werden, hat die Schwelle von einer Million überstiegen. Experten gehen allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus. UNO-Generalsekretär Guterres sprach von einem "qualvollen Meilenstein". Um die Herausforderungen der Pandemie zu bewältigen, seien verantwortungsbewusste Führungskraft und weltweite Zusammenarbeit erforderlich, sagte er in New York.

+++ Der US-Regierungsberater und Immunologe Fauci hat die Befürchtung geäußert, dass Präsident Trump von einem Fachkollegen falsch über die Corona-Pandemie informiert wird. Ziel der Kritik ist der Radiologe Atlas, der wie Fauci zur Corona-Taskforce der Regierung zählt. Atlas ist gegen strenge Corona-Schutzmaßnahmen und gilt als Vertrauter Trumps.

+++ Vor der heutigen Bund-Länder-Videokonferenz zum weiteren Vorgehen in der Coronavirus-Pandemie sind Details der Beschlussvorlage bekannt geworden. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, schlägt die Bundesregierung angesichts andauernd hoher Infektionszahlen für Feiern in privaten Räumen eine Beschränkung auf maximal 25 Teilnehmer vor. In öffentlichen Räumen soll die Beschränkung bei maximal 50 Personen liegen.

+++ US-Präsident Donald Trump hat die Verteilung von 150 Millionen Coronavirus-Schnelltestsätzen durch seine Regierung angekündigt. 50 Millionen der Testsätze sollen an Altenheime, Einrichtungen zum betreuten Wohnen und andere besonders durch das Virus gefährdete Institutionen ausgegeben werden, wie Trump am Montag mitteilte.

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