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Newsblog zum Coronavirus+++ Gesundheitsministerkonferenz für Impfungen von Kindern und Jugendlichen +++

Ein Arzt Tim impft einen Jugendlichen. Hausärzte haben begonnen, Kinder und Jugendliche gegen das Coronavirus zu impfen. (Oliver Berg/dpa)
Coronavirus - Impfungen von Jugendlichen (Oliver Berg/dpa)

Die Bundesregierung und die Landesgesundheitsminister wollen offenbar Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche ab 12 empfehlen +++ Die Impfstoffhersteller Pfizer und Moderna haben einem Bericht zufolge in für die EU die Preise angehoben +++ Die USA rechnen trotz der Ausbreitung der Delta-Variante nicht mit einem erneuten Lockdown +++ Mehr in unserem Newsblog

Sonntag, 1. August

+++  Der Bundesverband der Luftverkehrswirtschaft rechnet für die ersten sechs Monate des laufenden Jahres mit einem größeren Minus als im Vorjahreszeitraum. "Der Rückgang der Passagierzahlen an den deutschen Flughäfen für das erste Halbjahr 2021 gegenüber 2019 wird deutlich über 80 Prozent liegen und damit noch einmal größer sein als im ersten Halbjahr 2020, wo der Rückgang bei 66 Prozent lag", sagte ein Sprecher. 

Flugzeuge am Boden (picture alliance / Daniel Kubirsk)Geparkte Flugzeuge der Lufthansa am Frankfurter Flughafen (picture alliance / Daniel Kubirsk)

+++ Bundestagspräsident Schäuble (CDU) hat die sogenannte Querdenker-Szene scharf kritisiert: "Wenn weltweit praktisch alle Fachleute sagen, Corona ist gefährlich und Impfen hilft, wer hat dann eigentlich das Recht zu sagen: Ich bin aber klüger?", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Das ist für mich ein nahezu unerträgliches Maß an Überheblichkeit. (...) Meine Botschaft an diejenigen, die sich für Querdenker halten oder die Querdenker genannt werden: Bitte schauen Sie sich die wissenschaftlichen Erkenntnisse an, lassen Sie sich nicht von billigen Parolen hinter die Fichte führen!" Der 78-jährige CDU-Politiker ergänzte: "Auch bei den Querdenkern sollte die Betonung auf 'Denken' liegen und nicht auf 'Quer'."

+++ Die Corona-Impfstoffhersteller Pfizer und Moderna haben einem Zeitungsbericht zufolge in den jüngsten Lieferverträgen für die Europäische Union die Preise angehoben. Wie die "Financial Times" unter Berufung auf Vertragsunterlagen berichtet, kostet eine Dosis des Vakzins von Pfizer und Biontech nun 19,50 Euro statt bisher 15,50 Euro. Der Moderna-Impfstoff kostet demnach je Dosis nun 25,50 Dollar statt bisher 19 Euro (22,55 Dollar). Der neue Preis von Moderna liege aber unter dem ursprünglich vereinbarten Betrag von 28,50 Dollar, weil das Auftragsvolumen gestiegen sei. Von beiden Unternehmen waren zunächst keine Stellungnahmen zu erhalten.

+++ Ungeachtet eines Demonstrationsverbots haben sich in Berlin hunderte Menschen zum Protest gegen die Corona-Maßnahmen versammelt. Nach Agenturberichten gab es mehrfach Auseinandersetzungen mit der Polizei. Ein Protestzug erreichte am frühen Nachmittag die Siegessäule an der Straße des 17. Juni. Dort sollte es ursprünglich eine Großkundgebung geben. Diese war aber von den Behörden untersagt worden. Die Polizei rückte mit Wasserwerfern an. Sie würden eingesetzt, falls die versammelten Menschen den Platz nicht verlassen wollten, hieß es.

+++ Die USA rechnen trotz der Ausbreitung der Delta-Variante des Corona-Virus nicht mit einem erneuten Lockdown. Das sagt US-Präsident Joe Bidens medizinischer Chefberater Anthony Fauci dem Sender ABC News.

+++ Mit seinen demonstrativen Zweifeln an Corona-Impfungen stellt sich Freie-Wähler-Chef Aiwanger nach Ansicht von Ministerpräsident Söder zunehmend ins politische Abseits. "Meine Sorge ist, dass er sich in eine Ecke manövriert, aus der er selber nicht mehr herauskommt", sagte CSU-Chef Söder im ZDF-Sommerinterview. Er mache sich "a bissl" Sorge um Aiwanger, der auch bayerischer Wirtschaftsminister in Söders Kabinett ist.

Söder betonte, es gehe dabei nicht um die Frage, ob er sich impfen lassen wolle oder nicht, dies stehe jedem frei. Aber der Sound und der Sprech dahinter seien problematisch. Wenn Aiwanger etwa von Nebenwirkungen spreche, bei dem ihm "die Spucke wegbleibt" oder er beispielsweise sage, es sei nicht bewiesen, ob die Impfstoffe wirkten. "Da muss man aufpassen", sagte Söder.

+++ Wie "Bild am Sonntag" berichtet, sollen ab September vor allem Hochbetagte, Pflegebedürftige und Menschen mit geschwächtem Immunsystem ein drittes Mal geimpft werden.

Vollständig Immunisierte, die zuvor einen Vektorimpfstoff - also Astrazeneca oder Johnson & Johnson - bekommen hatten, sollen demnach die Möglichkeit bekommen, sich mit Biontech/Pfizer impfen zu lassen. Für Pflegeeinrichtungen und Altenheime werde man mobile Impfteams einsetzen.

Blick ins Ausland: In Israel können sich fortan alle Menschen ab 60 Jahren zum dritten Mal gegen das Coronavirus impfen lassen, sollte ihre zweite Impfung mindestens fünf Monate zurückliegen.

+++ Der Direktor des Pathologischen Instituts am Universitätsklinikum Heidelberg, Schirmacher, plädiert für mehr Obduktionen verstorbener Geimpfter.

Peter Schirmacher, Geschäftsführender Direktor des Pathologischen Instituts am Universitätsklinikum Heidelberg, aufgenommen im Eingangslabor der Pathologie. (Uli Deck/dpa)Peter Schirmacher, Chef-Pathologe am Universitätsklinikum Heidelberg (Uli Deck/dpa)

Er sagte der Deutschen Presse-Agentur, neben Corona-Toten müssten auch die Leichname von Menschen, die im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung sterben, häufiger untersucht werden. Schirmacher warnte vor einer hohen Dunkelziffer an Impftoten. Widerspruch erhält Schirmacher von anderen Wissenschaftlern.

+++ Die Bundespolizei hat mit Kontrollen der Test- und Nachweispflicht für Einreisende begonnen.

Einreisekontrolle der Bundespolizei an der deutsch-niederländischen Grenze. (dpa / Guido Kirchner)Einreisekontrollen der Bundespolizei (dpa / Guido Kirchner)

Es erfolgten stichprobenartige Kontrollen" sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Pirna. Man versuche aber so viele Einreisende wie möglich zu überprüfen. Bayerns Innenminister Herrmann (CSU) sagte, die bayerische Grenzpolizei werde in enger Zusammenarbeit mit der Bundespolizei Reiserückkehrer aus dem Ausland "im Rahmen der stichprobenartigen Schleierfahndung kontrollieren, um die Einhaltung der verschärften Regeln zu überprüfen. Zum Auftakt der Einreise-Testpflicht hatte Bundesinnenminister Seehofer umfangreiche Kontrollen angekündigt.

+++ Die Medizinethikerin Claudia Wiesemann hat die neue Testpflicht für Reiserückkehrer scharf kritisiert.

Die Regelung sei "im Augenblick unsozial", sagte die Professorin von der Universität Göttingen im Deutschlandfunk. Sie müsse "wirklich dieses starke Wort gebrauchen", weil mitten in der Ferienzeit die Urlauberinnen und Urlauber - und vor allem die Familen - damit konfrontiert seien, "ein solches praktisches Problem für sich zu lösen".

+++ Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter.

Das RKI-Logo in blauer Schrift auf weißem Papier. (dpa/Marijan Murat)Die Inzidenz wird heute mit 17,5 angegeben. (dpa/Marijan Murat)

Sie liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts nun bei 17,5 - nach 16,9 gestern und 13,8 vor einer Woche. Der Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Krankheitserreger angesteckt haben.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 2.097 Corona-Neuinfektionen. Das waren 710 mehr als am vergangenen Sonntag. Außerdem wurde 1 weiterer Todesfall im Zusammenhang mit einer Ansteckung verzeichnet.

Unser ausführlicher Blick: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland.

+++ Die Bundesregierung und die Gesundheitsminister der Länder wollen offenbar Impfungen für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren empfehlen. Wie die "Bild am Sonntag" mit Verweis auf eine Beschlussvorlage schreibt, soll allen über 12-Jährigen die Impfung angeboten werden.

Eine Kinderärztin impft einen Jungen mit dem Corona-Impfstoff Comirnaty von Biontech-Pfizer. (picture alliance/dpa / David Young)Sollten Kinder ab 12 generell gegen Covid-19 geimpft werden? (picture alliance/dpa / David Young)

Dem Bericht zufolge sollen Kinder und Jugendliche sowohl bei Haus- und Betriebsärzten als auch in Zentren geimpft werden. Zudem wollten die Länder allen jungen Erwachsenen in Universitäten, Berufsschulen und Schulen ein entsprechendes Angebot machen.

Zuletzt hatte es um diese Frage eine kontroverse Debatte gegeben.

Mehr zum Thema: Wie schwer erkranken Kinder an Covid-19?

+++ In Deutschland gilt seit heute eine allgemeine Nachweispflicht für Einreisende.

Ein Schild mit der Aufschrift "Einreise nur mit negativen Corona-Test" steht an der deutsch-tschechischen Grenze. (dpa)Geimpft oder genesen? Falls nicht, ist seit heute ein negativer Corona-Test bei Einreise nach Deutschland nötig. (dpa)

Alle Personen ab zwölf Jahren müssen bei ihrer Ankunft in Deutschland belegen können, dass bei ihnen das Übertragungsrisiko verringert ist, wie es in der Verordnung der Bundesregierung heißt. Dieser Nachweis kann durch eine vollständige Impfung, durch eine Bescheinigung als genesen oder durch ein negatives Testergebnis erbracht werden. Zum Auftakt der Einreise-Testpflicht kündigte Bundesinnenminister Seehofer umfangreiche Kontrollen an.

+++ Angesichts der nachlassenden Impfbereitschaft in Deutschland hat die Kanzlerkandidatin und Ko-Vorsitzende der Grünen, Baerbock, Nachteile für Ungeimpfte ins Gespräch gebracht.

Berlin: Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Parteivorsitzende und Kanzlerkandidatin, geht nach einer digitalen Pressekonferenz zur Vorstellung eines Impulspapiers für eine nationale Bildungsoffensive.  (dpa/Christophe Gateau)Digitale Pressekonferenz mit Grünen-Kanzlerkandidatin (dpa/Christophe Gateau)

Wenn alle Bürger ein Angebot bekommen hätten, sei nicht auszuschließen, dass Geimpfte mehr Dinge tun könnten als diejenigen, die die Impfung verweigerten, sagte Baerbock dem "Tagesspiegel". Es könne nicht sein, dass die Freiheitsrechte aller eingeschränkt würden, weil sich ein Teil der Bevölkerung nicht impfen lassen wolle. Wie sie zu einer Impfplicht steht, ließ Baerbock der Zeitung zufolge trotz Nachfragen offen, forderte aber mehr Anstrengungen bei der Kampagne. So müssten Bund und Länder etwa die weitere Finanzierung von mobilen Impfteams sicherstellen.

+++ In Israel können sich fortan alle Menschen ab 60 Jahren zum dritten Mal gegen das Coronavirus impfen lassen, sollte ihre zweite Impfung mindestens fünf Monate zurückliegen.

Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, sind zudem Impfungen von solchen Kindern im Alter zwischen fünf und elf Jahren erlaubt, die ein besonders hohes Risiko eines schweren Infektionsverlaufs haben. Kindern ab zwölf Jahren stehen die Immunisierungen bereits seit Anfang Juni offen. Trotz einer intensiven Impfkampagne steigt auch in Israel die Zahl der Neuinfektionen wieder an. Deshalb hatte sich die Regierung zu den Auffrischungsimpfungen mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer entschlossen.

Samstag, 31. Juli

+++ Der Protest gegen den Gesundheitspass und die Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen in Frankreich hält an. Insgesamt gingen im Laufe des Tages rund 200.000 Menschen auf die Straße, um gegen die neuen Bestimmungen zu demonstrieren. Allein in der Hauptstadt Paris versammelten sich 14.000 Menschen. Insgesamt waren in mehr als 150 Städten, darunter Toulon, Montpellier, Bordeaux, Marseille und Nizza, Kundgebungen angemeldet. Die neuen Bestimmungen in Frankreich sehen eine Corona-Impfpflicht etwa für Gesundheits- und Pflegekräfte sowie Feuerwehrleute vor. 

+++ Bei den Protesten in Paris kam es nach Polizeiangaben zu Ausschreitungen. Dabei wurden drei Polizisten verletzt und 19 Demonstranten festgenommen.

+++ Die Aufwertung des Gesundheitspasses in Frankreich wirkt sich auch auf den Fußball aus. Sportler brauchen künftig eben diesen Pass, um am Vereinsfußball teilnehmen zu können. Das gab der französische Fußballverband (FFF) bekannt. Nur mit diesem Ausweis, in dem Negativ-Tests, Impfungen oder eine überstandene Corona-Infektion vermerkt sind, sei es künftig möglich, Fußball zu spielen, die Umkleideräume zu nutzen und die Tribünen zu betreten.

+++ China verzeichnet den stärksten Ausbruch des Coronavirus seit Monaten. In insgesamt 14 Provinzen meldeten die Behörden einen Anstieg der Infektionsfälle. Derzeit zirkuliere vor allem die Delta-Variante, erklärte der Sprecher der Nationalen Gesundheitskommission. Im Juli registrierten die Behörden 328 symptomatische Infektionen. Das sind fast genauso viele wie im gesamten Zeitraum von Februar bis Juni.

Der verwaiste Busbahnhof von Nanjing: Ein rundes Gebäude mit chinesischen Schriftzeichen auf dem Dach.  (HPIC)Das Virus breitete sich von der Neun-Millionen-Metropole Nanjing ausgehend über ganz China. Fernreisen wie hier vom Busterminal aus wurden verboten. (HPIC)

+++ Trotz des Verbots von Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen ist die Berliner Polizei mit mehreren Hundertschaften im Stadtgebiet unterwegs. Die Polizei hatte für das Wochenende mehrere Demonstrationen verboten, darunter eine Kundgebung auf der Straße des 17. Juni. Das Oberverwaltungsgericht bestätigte das Verbot in einem Fall, andere Entscheidungen stehen noch aus.

+++ Die ab Sonntag geltende neue Corona-Einreiseverordnung bringt nach Darstellung des Deutschen Kulturrats Verbesserungen für Künstlerinnen und Künstler mit sich. Grund sei eine Regelung zur Erleichterung der Einreise aus Hochrisikogebieten, die eine Ausnahme von der Quarantänepflicht vorsehe. Die Ausnahme gilt demnach für nicht vollständig geimpfte Personen, die auf der Grundlage vertraglicher Verpflichtungen an künstlerischen oder kulturellen Produktionen oder Präsentationen teilnehmen.

+++ Die britischen Gesundheitsbehörden haben alle Schwangeren aufgefordert, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Hintergrund ist die vermehrte Ausbreitung der Delta-Variante, wie in einem offenen Brief an schwangere Frauen, Hausärzte und Geburtshelfer der leitenden Hebamme des Gesundheitsdienstes in England, Jacqueline Dunkley-Bent, deutlich wird. Der Impfstoff könne Schwangere davor schützen, ins Krankenhaus zu müssen, erklärte Dunkley-Bent in dem Schreiben.

Nach dem Willen mancher Politiker sollten alle Kinder und Jugendlichen gegen Corona geimpft werden. Dabei hat eine Ansteckung mit dem Virus für sie kaum ernsthafte gesundheitliche Folgen. Oder doch? Wir haben den aktuellen Forschungsstand für Sie zusammengefasst

+++ Jeder fünfte Jugendliche in Deutschland zwischen 12 und 17 Jahren hat mittlerweile eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Das teilte Bundesgesundheitsminister Spahn per Twitter mit. In absoluten Zahlen sind es 900.000. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hatte im Mai den Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen, vor wenigen Tagen folgte auch die Freigabe für Moderna.

Wie geht es nach den Sommerferien in den Schulen weiter? Diese Frage treibt nicht nur viele Eltern um, sondern auch Politik und Wissenschaft. Klare Antworten sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, weil die Entwicklung der Pandemie nur zu modellieren, aber keineswegs vorherzusehen ist. Dennoch ist es das erklärte Ziel der Politik, dass das Schuljahr so "normal" wie möglich beginnt. Ein aktueller Überblick zu einem Zeitpunkt, an dem die Sommerferien in einigen Bundesländern zwar gerade erst beginnen, in anderen aber beinahe schon enden.

+++ Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Fischbach, fordert vor dem neuen Schuljahr eine Corona-Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission für ab 12-Jährige. Es gebe inzwischen zahlreiche Studien, die die Impfung positiv bewerteten, sagte Fischbach der "Ärzte Zeitung". Die Eltern brauchten eine klare Perspektive, wie es weitergehe. Für Deutschland empfiehlt die Stiko die Impfung bisher nur Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Vorerkrankungen.

Testzentrum am Flughafen in Düsseldorf (dpa/picture alliance/Rupert Oberhäuser)Werden Corona-Tests demnächst kostenpfichtig? (dpa/picture alliance/Rupert Oberhäuser)

+++ Die Bundesregierung plant ein Ende der kostenlosen Coronatests. "Bundesgesundheitsminister Spahn hat schon vor Wochen gesagt, dass er es für denkbar hält, die Tests zu einem späteren Zeitpunkt für Ungeimpfte nicht mehr kostenlos anzubieten", teilte das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage mit. Der genaue Zeitpunkt sei noch festzulegen. Wie aus Regierungskreisen verlautete, gibt es dazu allerdings noch keine Einigung.

+++ Ab dem 1. August gilt nicht nur eine generelle Testpflicht für Einreisende. Der Bund hat auch die Einstufung von Ländern geändert - die Kategorie "Risikogebiet" gibt es nicht mehr, dafür aber "Hochrisikogebiete" und "Virusvariantengebiete". Was das bedeutet und welche Länder aktuell wie bewertet werden, haben wir in diesem Beitrag zusammengefasst.

+++ Die US-Gesundheitsbehörde CDC hält die Delta-Variante des Coronavirus für deutlich gefährlicher als frühere Varianten. Sie werde so leicht übertragen wie die Windpocken, zitieren mehrere Medien aus einem unveröffentlichten Papier. Zudem sei die Delta-Variante eher in der Lage, auch Geimpfte anzustecken. CDC-Direktorin Walensky sagte der "New York Times", neue Forschungsergebnisse zeigten, dass geimpfte Menschen, die mit der Delta-Variante infiziert waren, große Mengen des Virus in Nase und Rachen trugen. Die Zahlen zeigten jedoch auch, dass Impfungen vor schweren Verläufen und Krankenhausaufenthalten schützten.

+++ Der Medizinstatistiker Gerd Antes unterstützt die Forderung, neben der Inzidenz auch andere Kennzahlen zur Bewertung der Corona-Lage heranzuziehen. Ein Modell dazu hatte die Deutsche Krankenhausgesellschaft vorgestellt. Zugleich kritisiert Antes, die Politik verlasse sich zu sehr auf Tests. Die derzeit genutzten Tests übersähen teilweise jeden zweiten Infizierten. "Zu glauben, dass die Testerei uns den Rücken freihalte, wird uns im Herbst schwer auf die Füße fallen", sagte der Freiburger Wissenschaftler im Deutschlandfunk (Audio-Link). Das Wichtigste sei, sich impfen zu lassen.

+++  Im Umfeld der Olympischen Spiele sind 21 weitere Corona-Fälle registriert worden. Der Höchstwert war am Freitag mit 27 Neuinfektionen erreicht worden. Athleten sind dieses Mal nicht betroffen. Die Zahl der positiven Tests rund um die Wettkämpfe in Japan stieg damit auf 241.
Insgesamt infizierten sich demnach bislang 23 Sportlerinnen und Sportler mit dem Coronavirus. 

+++ Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen steigt weiter. Sie liegt nun bei 16,9 - nach 16,5 am Vortag, wie das Robert Koch-Institut mitteilt. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 2.400 Corona-Neuinfektionen, das waren rund 480 mehr als vor einer Woche. Zugleich wurden 21 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet.

Mehr aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland können Sie in diesem Artikel lesen.

+++ Die Deutsche Krankenhausgesellschaft fordert eine Abkehr von der Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuansteckungen als maßgeblichen Richtwert in der Pandemie. Die Politik müsse endlich handeln und einen Indikatoren-Mix festlegen, sagte der Chef der Krankenhausgesellschaft, Gaß, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Es könne doch nicht sein, dass das Robert Koch-Institut auf allen Daten sitze und keine neuen Vorschläge mache, kritisierte er. 

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