Die Nachrichten
Die Nachrichten

Newsblog zum Coronavirus+++ Heil für Testpflicht am Arbeitsplatz +++

Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales, wartet auf den Beginn der wöchentlichen Kabinettssitzung im Kanzleramt. (dpa/Michael Kappeler)
Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales (dpa/Michael Kappeler)

Bundesarbeitsminister Heil will im Kabinett eine Testpflicht in Unternehmen durchsetzen. Das Robert Koch-Institut meldet knapp 18.000 Corona-Neuinfektionen, gut 5.600 mehr als am Sonntag vor einer Woche. In Indien sind inzwischen mehr als 100 Millionen Impfdosen verabreicht worden. Weitere Entwicklungen in unserem Newsblog.

Sonntag, 11. April

+++ In Indien sind mehr als 100 Millionen Corona-Impfdosen verabreicht worden. Die Regierung in Neu-Delhi erklärte, dies sei in nur 85 Tagen geschafft worden. Damit sei man schneller als in den USA, wo die gleiche Zahl nach 89 Tagen erreicht worden sei. Allerdings hatte es diese Woche Meldungen aus mehreren indischen Bundesstaaten gegeben, wonach der Impfstoff knapp werde. Indien hat bisher das Vakzin von Astrazeneca und einen Impfstoff des heimischen Unternehmens Bharat Biotech mit dem Namen Covaxin zugelassen. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Indien hat ebenfalls ein Rekordhoch erreicht. Am Sonntag wurden mehr als 150.000 neue Fälle an einem Tag gemeldet, so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Indien hat mehr als 1,39 Milliarden Einwohner. 

Was über die Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe bekannt ist, finden Sie in dieser Übersicht.

+++ Bundesarbeitsminister Heil will eine Corona-Testpflicht am Arbeitsplatz durchsetzen. Das Kabinett solle am Dienstag einen entsprechenden Beschluss fassen, sagte der SPD-Politiker der "Bild am Sonntag". Alle müssten jetzt ihren Beitrag im Kampf gegen Corona leisten, auch die Arbeitswelt. Finanzminister Scholz (SPD) sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", nur sechs von zehn Beschäftigten erhielten bislang ein Angebot ihres Arbeitgebers, sich regelmäßig testen zu lassen. Das sei deutlich zu wenig. Die Pläne des Bundesarbeitsministeriums sehen vor, dass alle Mitarbeiter, die nicht im Homeoffice sind, das Recht auf einen Corona-Test pro Woche bekommen. Wer viel Kundenkontakt habe oder mit Lebensmitteln arbeite, solle Anspruch auf zwei Tests pro Woche haben. Die Union lehnt eine Testpflicht für Betriebe bislang ab.

+++ Die Bildungsgewerkschaft GEW und der Kinderschutzbund warnen vor der Benachteiligung der aktuellen Schulabschlussjahrgänge auf dem Ausbildungsmarkt. "Die Politik darf nicht zusehen, wie Jugendliche in die künftige Arbeitslosigkeit abgleiten", sagte der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Hilgers, dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland". Es sei zu befürchten, dass wegen der Pandemie vor allem die Chancen leistungsschwächerer Schüler auf dem Ausbildungsmarkt sinken. Auch die Unternehmen wüssten von den Nachteilen des aktuellen Distanzlernens.

+++ In den vergangenen Tagen ist so gut wie gar kein Impfstoff mehr über die internationale Initiative Covax an ärmere Länder geliefert worden. Weniger als zwei Millionen Impfdosen für 92 Länder zählte das Kinderhilfswerk Unicef innerhalb von zwei Wochen, in den USA werden so viele an einem Tag gespritzt. Bis zu 60 Länder weltweit müssen nach Recherchen der Nachrichtenagentur AP möglicherweise noch bis Juni auf neue Lieferungen warten. Für die wenigen Erstgeimpften in diesen Staaten bedeutet das auch, dass sie die zweite Dosis möglicherweise erst später bekommen.

Eine Lieferung Astrazeneca für Ghana aus dem Covax-Programm. (AFP/Nipah Dennis / AFP)Eine Lieferung Astrazeneca für Ghana aus dem Covax-Programm. (AFP/Nipah Dennis / AFP)

+++ Der erste parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Bundestag, Buschmann, hält eine rasche Änderung des Infektionsschutzgesetzes für möglich. Wenn es um punktuelle Änderungen gehe, könne der Bundestag vernünftig sehr schnell entscheiden, sagte Buschmann im Interview der Woche des Deutschlandfunks. Ein Verfahren innerhalb einer Woche sei denkbar. Allerdings müsse eine vernünftige Beratung möglich sein. Der FDP-Politiker mahnte eine Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen an. Man dürfe nicht das ganze Land über einen Kamm scheren, sondern müsse den Weg der Regionalisierung gehen.

+++ China hat erstmals öffentlich eine vergleichsweise geringe Wirksamkeit der eigenen Impfstoffe eingeräumt. Staatsmedien zitieren den Leiter des Zentrums für Krankheitskontrolle und -prävention, Gao, mit den Worten, die Behörden müssten darüber nachdenken, wie das Problem einer geringen Wirksamkeit der existierenden Impfstoffe gelöst werden könne. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP wird diesbezüglich erwogen, verschiedene Präparate zu mischen. Gao betonte bei einer Konferenz in Chengdu, man dürfe die Vorteile von mRNA-Impfstoffen nicht außer Acht lassen, auch, wenn man bereits mehrere eigene Arten von Impfstoffen habe.

+++ Die Preise für Baustoffe sind aufgrund der Corona-Pandemie deutlich gestiegen, wie das Deutsche Baugewerbe betont. Der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz sieht eine "beispiellose Welle von Preiserhöhungen bei Rohstoffen und Materialien für den Ausbau". Er warnt vor einem "Preisschock" für Häuslebauer

+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 17.855 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind mehr als 5.600 mehr als am Sonntag vor einer Woche. Seit gestern wurden außerdem 104 neue Todesfälle verzeichnet. Damit sind bisher etwa 78.350 Menschen an oder mit einer Covid-19-Infektion gestorben. Die bundesweite Inzidenz gibt das RKI mit 129 an. Gestern lag sie bei bei knapp 121.

+++ Südkorea impft ab Montag auch wieder jüngere Erwachsene mit dem Vakzin von AstraZeneca. Am Mittwoch hatte das Land wie andere Staaten die Verabreichung des Mittels bei unter 60-Jährigen vorläufig ausgesetzt. Hintergrund waren Berichte über seltene Thrombose-Fälle bei jüngeren Erwachsenen nach Impfungen in Europa. Nun sei beschlossen worden, den AstraZeneca-Impfstoff bei allen infragekommenden Personen, die mindestens 30 Jahre alt seien, wieder einzusetzen, teilen die südkoreanischen Behörden mit.

+++ Der Deutsche Lehrerverband will die durch die Schulschließungen im Corona-Jahr entstandenen Lernrückstände bei Schülern mit einem zwei Milliarden Euro teuren Förderkonzept ausgleichen. Es sieht vor, dass Kinder und Jugendliche mit eher geringen Lücken im nächsten Schuljahr eine individuelle Zusatzförderung erhalten sollen. Schülerinnen und Schülern mit größeren Defiziten soll die Möglichkeit eines freiwilligen zusätzlichen Lernjahres angeboten werden. Das berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe, denen das Papier vorliegt.

Ein Schulkind sitzt an einem Tisch und macht Hausaufgaben im Homeschooling, im Hintergrund sitzt die Mutter des Kindes an einem Laptop und macht Homeoffice. Auf dem Tisch liegen Schulutensilien und ein weiterer aufgeklappter Laptop. (www.imago-images.de / Fotostand / K.Schmitt)Im Winter fand lange nur Distanzunterricht statt - viele Schülerinnen und Schüler haben deshalb Lerndefizite. (www.imago-images.de / Fotostand / K.Schmitt)

+++ Angesichts steigender Impfstofflieferungen hat sich Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Laschet für ein Ende der Corona-Impfreihenfolge bis zum Sommer ausgesprochen. "Wenn zum Ende des Frühjahrs die großen Impfstoffmengen kommen, sollten die Impfprioritäten fallen und die Impfungen für alle Menschen geöffnet werden. Das wäre ein wichtiger Baustein für die Brücke zu einem Sommer mit viel mehr Freiheit", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag". Dennoch sei die bisherige strenge Priorisierung wichtig gewesen und habe unzählige Leben gerettet.

+++ Die deutsche Tourismusbranche schlägt Alarm. Die Buchungen für 2021 seien deutlich schlechter als die schon niedrigen Zahlen vom Vorjahr, sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft, Frenzel, der Zeitung "Welt am Sonntag". Für die Sommersaison lägen die Buchungen gemessen am Umsatz um 76 Prozent unter den Zahlen im Vorjahreszeitraum. Für die Monate September und Oktober seien die Rückgänge geringer.

Für welche Länder und Regionen in Europa gelten aktuell Reisewarnungen? Hier finden Sie eine aktuelle Übersicht

+++ Die deutschen Landkreise lehnen die Pläne zur Vereinheitlichung der Corona-Schutzmaßnahmen ab. Der Präsident des Deutschen Landkreistages, Sager, betonte in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, der vorliegende Entwurf sei ein in Gesetz gegossenes Misstrauensvotum gegenüber Ländern und Kommunen. Damit verlasse der Bund den Modus gemeinsamer Krisenbekämpfung.

Samstag, 10. April

+++  In Italien sind die Zahlen rückläufig. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen sank auf 17.567 von 18.938 am Vortag, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. In den Krankenhäusern wurden außerhalb der Intensivstationen 27.654 Corona-Patienten behandelt, nachdem es am Vortag noch 28.146 gewesen waren. Die Zahl der Intensivpatienten sank auf 3588 von 3603. An oder mit dem Coronavirus starben 344 Menschen nach 718 am Vortag.

+++ Thailand will in der Hauptstadt Bangkok 10.000 Feld-Lazarettbetten aufstellen. Damit solle die Versorgung sichergestellt werden, sagt ein Vertreter der Gesundheitsbehörde. Mindestens ein Dutzend Krankenhäuser in Bangkok hatten erklärt, seit Freitag nicht mehr auf das Coronavirus zu testen, weil entweder die Tests oder die Kapazität in den Kliniken fehlten. In Thailand müssen einer Anordnung der Behörden zufolge positiv Getestete stationär aufgenommen werden.

+++ Die Bundesschülerkonferenz fordert eine bundesweite Corona-Testpflicht für Schülerinnen und Schüler. Angesichts der gestiegenen Infektionsgefahr durch die Virusmutation reichten freiwillige Testangebote nicht aus, sagte Generalsekretär Schramm den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Jede Schülerin und jeder Schüler müsse mindestens drei Mal die Woche in der Schule auf Corona getestet werden, möglichst sogar jeden Tag. Wer den Corona-Test verweigere, solle in den Distanzunterricht wechseln. Schramm erklärte, diese Forderung falle der Bundesschülerkonferenz nicht leicht, aber es gehe darum, das Recht auf Bildung und Gesundheitsschutz möglichst gut zusammenzubringen.

+++ In Paris sind in der vergangenen Nacht 110 Personen gebührenpflichtig verwarnt worden, die trotz des Lockdowns heimlich in einem Restaurant zu Abend gegessen hatten. Der Inhaber des Restaurants und der Organisator des Abends seien vernommen worden, erklärt die Polizeipräfektur der französischen Hauptstadt. Den Beteiligten würden Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen zur Last gelegt. Bars und Restaurants dürfen in Frankreich derzeit aus Infektionsschutzgründen nicht öffnen.

Das Foto zeigt einen Radfahrer vor dem Eiffelturm. (AFP / Ludovic Marin)Das Foto zeigt einen Radfahrer vor dem Eiffelturm. (AFP / Ludovic Marin)

+++ Der Iran ordnet nach staatlichen Angaben im Großteil des Landes einen zehntägigen Lockdown an. Betroffen seien 23 der 31 Provinzen. Unternehmen, Schulen, Theater und Sporteinrichtungen müssen schließen, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Versammlungen seien verboten.

+++ Die Berliner Charité reagiert auf die steigende Zahl von Corona-Patienten. Eine Reserve-Intensivstation wurde wieder vollständig geöffnet, planbare Operationen, die aufgeschoben werden können, wurden abgesagt. Das erklärte Martin Kreis, Vorstand für die Krankenversorgung in Deutschlands größter Uniklinik. Nach seinen Angaben hat sich die Zahl der Neuzugänge auf den Intensivstationen der Charité in den vergangenen beiden Wochen deutlich erhöht. Besonders betroffen sei nun die Altersgruppe zwischen 30 und 60, die bislang wenig Chancen auf Impfungen hatte. Der Trend sei eindeutig und zwinge die Charité zu reagieren, erklärte Kreis.

+++ Der Corona-Impfstoff des Tübinger Impfstoffherstellers Curevac könnte nach Einschätzung des Unternehmens schon im Mai in Europa zugelassen werden. Ein Sprecher von Curevac sagte der "Augsburger Allgemeinen", man befinde sich bereits in der dritten klinischen Testphase und erwarte jetzt die Daten für das abschließende Zulassungspaket. Man hoffe daher auf eine frühere Zulassung. Bisher war Curevac von einer Genehmigung durch die europäische Arzneimittelbehörde EMA bis Ende Juni ausgegangen. Das Unternehmen plant die Produktion von bis zu 300 Millionen Impfdosen in diesem Jahr. Für das kommende Jahr seien dann eine Milliarde Impfstoffdosen vorgesehen, hieß es.

Hier finden Sie die Corona-Impfstoffe in der Übersicht.

+++ Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnt vor einem mehrwöchigen Produktionsausfall infolge einer Verschärfung der Corona-Maßnahmen. Ein harter Lockdown mit Betriebsschließungen könne "uns leicht das komplette Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr kosten - und wir würden dann vom Absturz im vergangenen Jahr nichts wieder aufholen", sagte BDI-Präsident Russwurm den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Ihmzufolge würde es mindestens eine Woche dauern, die Industrie "stillzulegen", da viele Lastwagen noch auf der Straße seien und chemische Anlagen nicht von heute auf morgen heruntergefahren werden könnten. Am Ende eines harten Lockdowns würde es laut Russwurm mehrere Wochen dauern, bis die unterbrochenen Lieferketten wieder funktionierten.

+++ Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut innerhalb eines Tages 24.097 neue Corona-Infektionen gemeldet. Das sind knapp 6.000 mehr als eine Woche zuvor. Die 7-Tage-Inzidenz stieg im Vergleich zum Vortag auf 120,6. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Ansteckung lag bei 246 und damit insgesamt bei 78.249. Wegen der Feiertage und der Schulferien sind die Zahlen des RKI möglicherweise noch nicht vergleichbar mit den Werten vor Ostern.

Weitere aktuelle Zahlen zum Coronavirus haben wir hier zusammengestellt.

+++ In Deutschland sind 42 Verdachtsfälle einer Sinusvenenthrombose nach einer Corona-Schutzimpfung mit dem Präparat von Astrazeneca bekannt. Das teilte das Paul-Ehrlich-Institut mit. In 35 Fällen seien Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren betroffen gewesen. Allerdings seien Frauen auch häufiger als Männer mit dem Produkt geimpft worden. Die Männer seien 24 bis 58 Jahre alt gewesen. Acht Betroffene seien gestorben. Inzwischen wird der Impfstoff in Deutschland in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahren verwendet.

+++ Thüringens Bildungsminister Holter hat sich besorgt geäußert, dass durch die geplanten Änderungen im Infektionsschutzgesetz das Mitspracherecht der Bundesländer eingeschränkt werden könnte. Er fürchte, dass der Bund den Ländern die Kompetenzen und die Entscheidungshoheit entziehe, sagte Holter im Deutschlandfunk. Der Linken-Politiker betonte, dass es durchaus sinnvoll sei, regional unterschiedlich auf die Corona-Pandemie zu reagieren. Der Vorsitzende der Ministerpräsidenten-Konferenz, Berlins Regierender Bürgermeister Müller, sagte hingegen im ZDF, eine Novellierung des Infektionsschutzgesetzes durch Bundestag und Bundesrat könne einen verbindlicheren Rechtsrahmen schaffen im Vergleich zu den Verordnungen der Länder. Der erste Schritt zur Gesetzesänderung soll am Dienstag im Bundeskabinett vollzogen werden. Geplant ist unter anderem die Möglichkeit von nächtlichen Ausgangssperren ab einer 7-Tage-Inzidenz von 100.

Freitag, 9. April

+++ In den USA ist inzwischen etwa jeder Fünfte vollständig gegen Corona geimpft. Von den rund 330 Millionen Einwohnern des Landes sind 66 Millionen abschließend geimpft, wie Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC zeigten. In Bezug auf die Zahl der bislang impfberechtigten Erwachsenen - rund 260 Millionen Menschen - ergebe sich eine Impfquote von 25 Prozent. Der Corona-Koordinator des Weißen Hauses, Jeff Zients, sprach von bedeutsamen Fortschritten bei der Impfkampagne. Zuletzt seien pro Tag im Schnitt drei Millionen Impfdosen verabreicht worden.

+++ In Italien werden am Montag die Beschränkungen in sechs der 20 Regionen gelockert. Von der Entscheidung des Gesundheitsministeriums ist auch die Lombardei betroffen, wo die Finanzmetropole Mailand liegt. In den vergangenen fünf Tagen ist in Italien die Zahl der Neuinfektionen im Vergleich zur Vorwoche um 30 Prozent gefallen.

+++ Trotz hoher Zahlen an Todesfällen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie lockern der brasilianische Bundesstaat Sao Paolo und die Stadt Rio de Janeiro die Beschränkungen des öffentlichen Lebens. Der Betrieb von Gaststätten wird mit Einschränkungen wieder erlaubt. Am Donnerstag verzeichnete Brasilien eine Höchstzahl von 4249 Sterbefällen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, davon mehr als 1500 in Sao Paolo und Rio de Janeiro.

+++ Die Hersteller Pfizer und Biontech wollen ihren Corona-Impfstoff in den USA künftig auch bei Jugendlichen ab zwölf Jahren einsetzen. Ein Antrag auf die Erweiterung der bestehenden Notfallzulassung für den Impfstoff sei bei der Arzneimittelbehörde FDA eingereicht worden, erklärte Pfizer. Ähnliche Anträge sollten in den kommenden Tagen weltweit auch bei anderen Zulassungsbehörden eingereicht werden.

Mehr zum Thema Corona-Impfung bei Kindern und Jugendlichen finden Sie hier. 

+++ Für vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Menschen gelten in Rheinland-Pfalz künftig Ausnahmen von der Testpflicht und der Absonderungspflicht nach der Einreise aus einem Risikogebiet. Das beschloss das Kabinett, wie das Gesundheitsministerium in Mainz mitteilte. Fünf Prozent der Rheinland-Pfälzer haben laut Robert Koch-Institut bislang zwei Impfungen bekommen. Als vollständig geimpft gelte nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission derzeit, wer vor 14 Tagen die zweite Impfung bekommen habe und keine typischen Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus aufweise. Der Nachweis über den vollständigen Impfschutz müsse den Betreibern - also etwa den Anbietern körpernaher Dienstleistungen oder der Außengastronomie - schriftlich oder digital nachgewiesen werden. Diese Änderung gilt ab Sonntag, zunächst bis zum 25. April.

+++  WHO-Generaldirektor Ghebreyesus hat ein "schockierendes Ungleichgewicht" bei der weltweiten Verteilung der Impfstoffe gegen das Coronavirus beklagt. Mehr als 87 Prozent der mehr als 700 Millionen bislang verabreichten Impfdosen entfielen auf wohlhabendere Länder, sagte Tedros am Freitag in Genf. In reichen Ländern habe durchschnittlich jeder Vierte bereits mindestens eine Dosis eines Corona-Impfstoffs erhalten, in Ländern mit niedrigem Einkommen sei es lediglich einer von 500 Menschen, erklärte er.

+++ Die EU-Kommission will offenbar weitere 1,8 Milliarden Dosen Impfstoff für die Mitgliedstaaten kaufen. Sie sollten für Auffrischungsimpfungen auch gegen neue Varianten des Coronavirus und Impfungen von Kindern eingesetzt werden, berichten mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Kommissionskreise. Bestellt werden sollten dabei Impfstoffe der neuartigen mRNA-Technik. Erste Dosen sollten ab diesem Jahr bis zum Jahr 2023 geliefert werden.

Corona-Impfung beim Hausarzt (picture alliance/dpa - Christoph Schmidt)Corona-Impfung beim Hausarzt (picture alliance/dpa - Christoph Schmidt)

+++ Die Europäische Arzneimittelbehörde prüft nun auch beim Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson einen Zusammenhang mit Thrombose-Fällen. Dies teilte die EMA in Amsterdam mit. Demnach gibt es Berichte über vier Thrombose-Fälle nach einer Impfung mit dem Vakzin, drei davon in den USA. Ein Mensch starb. 

+++ Die EU-Arzneimittelbehörde untersucht einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Corona-Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca und dem Kapillarlecksyndrom. Es gehe um fünf Fälle der auch als Clarkson-Syndrom bekannten Gefäßerkrankung. Bei dem nur sehr selten auftretenden Leiden ist die Durchlässigkeit der Kapillargefäße zu hoch, so dass Plasma austritt und es zu Ödemen und einem Abfall des Blutdrucks kommt.

+++ FDP-Chef Lindner stellt sich grundsätzlich hinter die von der Bundesregierung geplanten einheitlichen Corona-Regeln, mahnt aber Augenmaß an. "Einheitliche Wenn-Dann-Regeln wären gut", sagt er. Aber wenn es bereits bei einer Inzidenz von 100 Ausgangssperren geben solle, sei dies unverhältnismäßig. Auch Modellprojekte müssten weiter möglich sein. "Aus einer Notbremse darf kein Anlass für einen unverhältnismäßigen Lockdown werden."

+++ Die im hessischen Dillenburg ansässige Firma CoviMedical hat die Arbeit ihrer bundesweit mehr als 60 Corona-Testzentren drastisch eingeschränkt, weil ihr entstandene Kosten für das Testmaterial nicht schnell genug erstattet werden. Wer bereits einen Testtermin erhalten habe, könne diesen noch wahrnehmen, teilte ein Unternehmenssprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit. Die Vergabe neuer Testtermine sei jedoch in den meisten Teststellen vorerst eingestellt worden. Das Unternehmen betreibt unter anderem Testzentren in Mainz, Frankfurt, Darmstadt und Wiesbaden.

Ein Apotheker, der den Schnelltest durchführt, wartet vor seiner Kabine auf die nächste Testperson. (imago images / Rupert Oberhäuser)Corona-Testzentrum in der Essener Grugahalle (imago images / Rupert Oberhäuser)

+++ Die Bundesregierung stuft nun auch die Türkei und Kroatien als Corona-Hochinzidenzgebiete ein. Dies gilt von Sonntag an, wie das Auswärtige Amt in Berlin mitteilte. Es verwies darauf, dass die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den beiden Ländern die Schwelle von 200 Fällen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten habe. Aus diesem Grund wurden auch Armenien und die Ukraine zu weiteren Hochinzidenzgebieten erklärt. Die Einstufung zieht besondere Beschränkungen bei der Einreise nach Deutschland nach sich. Als Hochinzidenzgebiet gelten unter anderem bereits die Niederlande, Frankreich, Tschechien und Polen.

+++ Bundesgesundheitsminister Spahn hat angesichts der Corona-Lage einen strengen Lockdown gefordert. Die sozialen Kontakte müssten eingeschränkt werden, notfalls auch mit nächtlichen Ausgangssperren, sagte Spahn bei einer Pressekonferenz in Berlin mit RKI-Chef Wieler. Nur so könne die dritte Infektionswelle gebrochen werden. Es gebe schon wieder fast 4.500 Patienten auf Intensivstationen. Wenn sich diese Entwicklung fortsetze, seien es zu viele Intensivpatienten für das Gesundheitssystem. Er halte die aktuell niedrigen Infektionszahlen wegen der Osterfeiertage nicht für verlässlich, machte der Minister klar.

+++ Das Infektionsschutzgesetz soll im Eilverfahren geändert werden, um die Corona-Regeln in Deutschland zu vereinheitlichen. Regierungssprecherin Demmer sagte, Bund und Länder hätten sich mit den Fraktionen im Bundestag über das Vorgehen verständigt. Nach ihren Angaben soll das Kabinett am kommenden Dienstag über den Entwurf entscheiden. Der für Montag geplante Bund-Länder-Gipfel fällt aus. 

+++ Bundestagsabgeordnete im Alter von über 60 Jahren können sich ab der nächsten Woche mit dem Mittel von Astrazeneca impfen lassen. Wie Bundesgesundheitsminister Spahn in Berlin mitteilte, werden dem Parlament entsprechend Dosen zur Verfügung gestellt. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut hatte nach dem Auftreten von Hirnvenenthrombosen insbesondere bei jüngeren Frauen die Empfehlung für den Impfstoff geändert. Er soll im Prinzip nur noch für über 60-Jährige verwendet werden. 

Der Plenarsaal im Reichstagsgebäude vor einer Sitzung des Deutschen Bundestages.  (dpa / picture alliance / Sonja Wurtscheid)Astrazeneca-Impfungen für Bundestagsabgeordnete (dpa / picture alliance / Sonja Wurtscheid)

+++ Die Krankenhäuser in Belgien stehen wegen hoher Corona-Infektionszahlen unter großem Druck. "96 Prozent der Intensivbetten sind im Moment durch Covid- und Nicht-Covid-Patienten belegt", sagte der belgische Corona-Sprecher Yves Van Laethem, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Erstmals seit 27 Tagen ging die Zahl der Krankenhausaufnahmen den jüngsten Daten zufolge jedoch leicht zurück. Man sei zwar auf dem richtigen Weg, doch die Strecke sei noch lang, sagte Van Laethem.

+++ In Indien hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen einen Rekord erreicht. Das Gesundheitsministerium in Neu Delhi nannte einen neuen Höchstwert von knapp 132.000 Fällen für die vergangenen 24 Stunden. Demnach wurden auch 780 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona registriert. In absoluten Zahlen ist Indien mit insgesamt mehr als 13 Millionen erfassten Infektionen das am drittstärksten von Corona betroffene Land - nach Brasilien und den USA.

+++ Bundeswirtschaftsminister Altmaier hat sich dafür ausgesprochen, die Überbrückungshilfe III für Firmen bis zum Jahresende zu verlängern. Es gebe dazu Gespräche in der Regierung, sagte der CDU-Politiker in Berlin. Die Überbrückungshilfe III ist bisher bis Mitte des Jahres befristet. Es werde auch bei einem zu Ende gehenden Lockdown einige Monate dauern, bis sich das wirtschaftliche Leben normalisiert habe, sagte Altmaier. Deshalb sollte die Überbrückungshilfe III verlängert werden. Er strebe an, dazu noch vor der Sommerpause Klarheit zu erzielen. Firmen, die in der Corona-Krise besonders belastet sind, bekommen Zuschüsse.

+++ Die Intensivmediziner in Deutschland haben die Corona-Lage als "dramatisch" bezeichnet. Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Marx, sagte im ZDF, bis Ende dieses Monats werde sich die Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen auf mehr als 5.000 erhöhen. Aktuell sind es rund 4.500. Nötig sei ein harter Lockdown. Es habe überhaupt keinen Sinn, über Öffnungen nachzudenken, betonte Marx. 

+++ Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz und Berliner Regierungschef, Müller, rechnet nicht damit, dass der Corona-Gipfel von Bund und Ländern am Montag wie geplant stattfindet. Es werde bestenfalls eine kurze Rücksprache zwischen den Ländern und dem Kanzleramt geben, erklärte der Regierende Bürgermeister von Berlin im ZDF. Der SPD-Politiker begründete seine Einschätzung unter anderem mit dem Wunsch des Bundestages nach einer stärkeren Beteiligung. Außerdem sei noch nicht hinreichend geklärt, was die Überlegungen aus dem Kanzleramt für einen kurzen, harten Lockdown wirklich bedeuten sollten.

+++ In Brandenburg lernen Schülerinnen und Schüler an den weiterführenden Schulen ab kommenden Montag wieder zu Hause - der Distanzunterricht wird wegen der hohen Zahl neuer Corona-Infektionen ausgeweitet. Der Gesundheitsausschuss des Landtages gab seine Zustimmung für eine entsprechende Änderung der Eindämmungsverordnung. 

+++ Bundeswirtschaftsminister Altmaier wurde am Freitag mit AstraZeneca geimpft. Das teilt das Ministerium nun mit. Der 62-Jährige habe seine erste Dosis in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin erhalten.

+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 25.464 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 3.576 mehr als am vergangenen Freitag. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 296 neue Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet - nach 232 vor einer Woche. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner beträgt laut RKI nun 110,4. Gestern lag die Inzidenz bei 105,7. Die Zahlen sind wegen der Osterfeiertage und des Meldeverzugs immer noch nicht belastbar.

Weitere Zahlen zum Coronavirus in Deutschland haben wir hier zusammengestellt.

+++ Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Prien hat sich zufrieden über die Ergebnisse der gestrigen Kultusministerkonferenz geäußert. Die CDU-Politikerin sagte im Deutschlandfunk, man sei sich einig gewesen, dass die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs trotz der Corona-Pandemie wichtig sei. Zudem gebe es Klarheit bei den flächendeckenden Tests und beim Abitur. Prien verteidigte den unterschiedlichen Umgang der Bundesländer mit der Frage des Präsenzunterrichts. Die Kultusministerkonferenz hatte gestern unter anderem beschlossen, dass die Abitur-Prüfungen trotz der Pandemie stattfinden sollen.

+++ Die Weltgesundheitsorganisation spricht keine Empfehlung für songenannte Kreuzimpfungen gegen das Coronavirus aus. Es lägen noch keine ausreichenden Daten für mögliche Risiken einer ersten Impfdosis mit Astrazeneca und einem anderen Mittel als Zweitimpfung vor, sagte eine WHO-Sprecherin. Demnach solle vorläufig das gleiche Produkt für beide Teilimpfungen gespritzt werden. Die Experten forderten weitergehende Forschungen, um die Mischung von Vakzinen zu überprüfen. In Deutschland gibt es eine gewissen Druck, genau solche Kreuzimpfungen vorzunehmen. Der Grund: Seit kurzem bekommen Menschen unter 60 den Astrazeneca-Impfstoff wegen Thrombosegefahr nicht mehr gespritzt. 

+++ Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Laschet unterstützt den Unionsvorstoß für mehr Rechte des Bundes im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Der CDU-Bundesvorsitzende sagte der Deutschen Presse-Agentur, die vergangenen Tage und Wochen hätten gezeigt, dass zu wesentlichen Fragen keine Einigkeit unter den Ländern bestehe. Abstandsgebote, Maskenpflicht, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen sollten bundeseinheitlich geregelt werden, so Laschet. Die einzelnen Länder müssten weiterhin die Verantwortung für Maßnahmen der Pandemiebekämpfung übernehmen, die keine länderübergreifenden Auswirkungen hätten, wie etwa die Öffnung von Museen.

+++ In Chile befinden sich inzwischen mehr jüngere als ältere Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen. Das südamerikanische Land verzeichnet trotz des hohen Impftempos derzeit drastisch steigende Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen, was vor allem auf die Verbreitung der in Brasilien entdeckten Virusmutation zurückgeführt wird. Die rasche Impfkampagne ändert allerdings die Alterstruktur der schwer Erkrankten, wie das Gesundheitsministerium in Santiago de Chile mitteilte. Demnach geht die Zahl der über-70-jährigen Intensivpatienten zurück, bei den 60- bis 70-Jährigen stabilisiert sich die Zahl, bei Menschen unter 59 steigt sie aber dramatisch an. Inzwischen gebe es mehr Patienten unter 39 als über 70. Chile befindet sich seit einigen Tagen wieder in einem totalen Lockdown mit Ausgangssperren, die Grenzen des Landes sind geschlossen.

+++ Nachdem die Zahl der am Coronavirus Verstorbenen in Brasilien einen neuen Tagesrekord von 4.249 erreicht hat, will der Senat das Vorgehen der Regierung zur Coronavirus-Bekämpfung untersuchen lassen. Der brasilianische Senat plane, nächste Woche einen Sonderausschuss einzurichten, sagte Senatspräsident Rodrigo Pacheco. Der Oberste Gerichtshof Brasiliens entschied am Donnerstag (Ortszeit) außerdem, dass staatliche und kommunale Verbote von religiösen Versammlungen legal sind. Ministerpräsident Bolsonaro hatte dies zuvor als Angriff auf die Religionsfreiheit bezeichnet.

Mitarbeiter eines Friedhofs tragen einen Sarg, um eine an Covid-19 verstorbene Person zu beerdigen. Es ist Nacht, im Hintergrund sind Lichtstrahler aufgestellt, man sieht mehrere ausgehobene Gräber hintereinander. (dpa)Friedhofsmitarbeiter beerdigen Corona-Tote in Brasilien wegen der hohen Zahlen auch nachts. (dpa)

+++ In den USA ist inzwischen etwa jeder Fünfte vollständig gegen Corona geimpft. Nach Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC haben von den rund 330 Millionen Einwohnern des Landes 66 Millionen bereits alle Dosen erhalten. In Bezug auf die Zahl der bislang impfberechtigten Erwachsenen ergebe sich eine Impfquote von 25 Prozent. Ein Drittel der Gesamtbevölkerung habe zumindest eine Erstimpfung erhalten. In den USA wird neben den Impfstoffen von Moderna und Biontech/Pfizer auch das Vakzin von Johnson & Johnson eingesetzt, das bereits nach einer Dosis seine volle Wirkung entfaltet. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer ist in den USA ab 16 Jahren zugelassen, die übrigen nur für Erwachsene.

Hier geht es zum Archiv

Nachrichtenportal