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Newsblog zum Coronavirus+++ Keine Zahlen mehr aus Brasilien +++

Brasilien, Manaus: Friedhofsmitarbeiter, gefolgt von Angehörigen der Toten mit Mundschutzmasken, fahren Särge zu einem Massengrab. Angesichts der steigenden Zahl von Corona-Infektionen ist das Gesundheitswesen in Manaus am Limit. (picture alliance/Chico Batata/dpa)
Die Corona-Toten in Brasilien müssen in Massengräbern beerdigt werden (picture alliance/Chico Batata/dpa)

Brasilien hält Daten zu Infektionen und Todeszahlen zurück. Bundesgesundheitsminister Spahn sorgt sich um nicht eingehaltene Abstandsregeln bei Demonstrationen. Weitere Entwicklungen in unserem Newsblog.

Sonntag, 7. Juni

+++ Das Robert-Koch-Institut meldet 301 bestätigte Neuinfektionen für Deutschland. Die Gesamtzahl der Fälle liegt damit bei 183.979. Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit dem Coronavirus erhöht sich um 22 auf 8668.

+++ Die brasilianische Regierung veröffentlicht im Internet keine Gesamtzahl der Coronavirus-Fälle und der Toten im Zusammenhang mit Covid-19 in dem Land mehr. Das Gesundheitsministerium entfernte auch die Datensammlung, die die Entwicklung der vergangenen Monate aufzeigte, aus dem Netz.

Zuletzt meldete die Johns Hopkins University 672.846 bestätigte Infektionen. 35.930 Menschen starben nach einer Erkrankung mit Covid-19.

+++ Bundesgesundheitsminister Spahn hat sich nach den jüngsten Demonstrationen gegen Rassismus besorgt gezeigt über dichte Menschenmengen während der Corona-Pandemie. "Der Kampf gegen Rassismus braucht unser gemeinsames Engagement. Jeden Tag", erklärte Spahn auf Twitter. "Doch dicht gedrängte Menschenmengen mitten in der Pandemie besorgen mich." Zehntausende Menschen in Deutschland hatten am Samstag gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. Allein am Berliner Alexanderplatz waren es nach Polizeiangaben rund 15 000 Teilnehmer.

Samstag, 6. Juni

+++ Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther will in der Urlaubszeit während der Corona-Krise auf die Buchung von Küstenabschnitten per Smartphone setzen. Man könne über eine App anmelden, dass man in einem bestimmten Zeitraum an einen Strandabschnitt wolle und erhalte so eine Zugangsberechtigung. Außerdem kündigte der CDU-Politiker intensive Kontrollen an

+++ Die Lufthansa will Sorgen von Reisenden in der Corona-Krise mit einer neuen "Rückflug-Garantie" entgegentreten. Wer nach Deutschland zurückwolle, den bringe man auch zurück, sagte der Vorstandsvorsitzende Spohr der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Er sprach in diesem Zusammenhang von einer "abgesicherten Garantie", nannte aber keine weiteren Details. 

Lufthansa-Flieger stehen still, 06. Mai 2020 in Frankfurt am Main (dpa / Boris Roessler)Lufthansa-Flieger stehen still (dpa / Boris Roessler)

+++ Nach der Häufung von Corona-Neuinfektionen in Göttingen sind etwa die Hälfte der 600 offiziell gemeldeten Bewohner eines Hochhaus-Komlexes getestet worden. Wie das Sozialdezernat mitteilte, wurde das Corona-Virus bei drei weitere Menschen nachgewiesen. Allerdings liege die Auswertung der meisten Untersuchungen noch nicht vor. Der Gebäudekomplex am Rande der Göttinger Innenstadt gilt als Schwerpunkt des Ausbruchs. Die Stadt geht davon aus, dass Regelverstöße bei Privatfeiern von Großfamilien die Ursache sind. Bis Freitag waren bei 120 Menschen Infektionen bekannt geworden, darunter 39 Schulkinder.

+++ in Mecklenburg-Vorpommern müssen sich rund 350 Menschen in häusliche Isolation begeben. Ein Priester, der in Grimmen einen Pfingstgottesdienst gehalten hatte, war positiv auf das Corona-Virus getestet worden. 

+++ Im Iran steigt die Zahl der Infektionen mit dem Corona-Virus wieder - die Rede ist bereits von einer zweiten Welle. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gab es im Vergleich zum Vortrag erneut mehr als 2.260 registrierte Neuinfektionen und 75 neue Todesfälle. Präsident Ruhani setzt dennoch auf weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen. Er sagte, es bleibe der Regierung nichts anderes übrig, als gleichzeitig mit dem Kampf gegen die Pandemie den Menschen auch die Aufnahme ihrer Arbeit zu ermöglichen. Ab Mitte Juni sollen Kitas und Kinos wieder öffnen, auch Konzerte sollen wieder möglich sein. Außerdem sollen die Moscheen aufmachen und wieder Freitagsgebete veranstaltet werden.

+++ In Moskau hat trotz weiter hohen Corona-Infektionszahlen mitten auf dem Roten Platz eine Buchmesse mit zahlreichen Besuchern begonnen. Es sei wichtig, wieder ins Leben zurückzukehren, teilten die Veranstalter mit. Bei den Besuchern werde am Eingang die Temperatur gemessen. Zudem müssten die Gäste wie in der ganzen Stadt vorgeschrieben Mund-Nasen-Schutz sowie Handschuhe tragen.

+++ Der Vatikan ist nach eigenen Angaben wieder Corona-frei. Bei der letzten als erkrankt gemeldeten Person sei der Covid-19-Erreger nicht mehr nachweisbar gewesen. Zeitweise waren zwölf Vatikanmitarbeiter erkrankt. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl nahm der päpstliche Kleinstaat damit einen der obersten Ränge weltweit in der Durchseuchungsstatistik ein.  

+++ Nach Corona-Ausbrüchen in mehreren Nerzfarmen wollen die niederländischen Behörden mehrere tausend Tiere töten. Die Tötungen in einer Zuchtanstalt in Deurne im Süden des Landes hätten bereits begonnen. Zwei Tierrechtsgruppen waren vor Gericht gegangen, um die Maßnahme zu verhindern, ihre Klage wurde jedoch abgelehnt.

+++ Ungarn hebt alle Beschränkungen im Personenverkehr mit Deutschland auf, die das Land im März wegen der Corona-Pandemie verhängt hat. Dies gab der ungarische Außenminister Peter Szijjarto am Samstag auf seiner Facebook-Seite bekannt. Deutsche Staatsbürger können ab dem 7. Juni (Sonntag) um 08.00 Uhr ohne Auflagen in Ungarn einreisen. Ungarn, die aus Deutschland zurückkehren, brauchen sich nicht mehr einer 14-tägigen Heimquarantäne zu unterziehen.

+++ Die französische Coronavirus-Warn-App "StopCovid" hat eine erste Schwelle überschritten. Wie der zuständige Staatssekretär auf Twitter mitteilte, wurde sie in den ersten drei Tagen seit Inbetriebnahme eine Million Mal aktiviert. Die kostenlose Anwendung steht seit Dienstag zum Herunterladen bereit. Um in der Pandemie wirksam helfen zu können, muss sie nach Angaben der Regierung aber von mehreren Millionen Menschen genutzt werden. Frankreich hat knapp 67 Millionen Einwohner.

+++ Boliviens Übergangsregierung schafft mehrere Ministerien ab und begründet dies mit finanziellen Zwängen infolge der Corona-Krise. Wie bolivianische Medien berichten, sind die Ressorts Sport, Kultur und Kommunikation betroffen. Übergangspräsidentin Añez wird mit den Worten zitiert, das gesamte eingesparte Geld werde in das Gesundheitssystem und in den Kampf gegen das Coronavirus fließen.

+++ In Deutschland ist die Zahl der gemeldeten Infektionen mit dem Coronavirus im Vergleich zu gestern um 407 gestiegen. Damit haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts seit Beginn der Corona-Pandemie 183.678 Menschen nachweislich angesteckt. An oder mit dem Coronavirus gestorben sind bisher 8.646 Menschen, das ist ein Zuwachs von 33. Die Zahl der Genesenen liegt bei etwa 168.900. Damit gibt es rechnerisch derzeit etwa 6.100 Erkrankte in Deutschland.

Warum die Infektions- und Todeszahlen in Deutschland verhältnismäßig niedrig sind, erklären wir in dem Beitrag: Warum die Todesrate durch das Coronavirus in Deutschland (noch) so niedrig ist.

+++ Der Deutsche Lehrerverband hat sich dafür ausgesprochen, in den Schulen eine Maskenpflicht einzuführen - auch während des Unterrichts. Verbandschef Meidinger sagte der "Bild"-Zeitung, er halte das für sinnvoll, auch wenn es den ordentlichen Unterricht erschweren würde.

+++ In welchem Umfang die zum 1. Juli geplante Mehrwertsteuersenkung an die Kunden weitergegeben wird, ist noch nicht klar. Aus der Wirtschaft gibt es Kritik - die kurzfristige Senkung würde für zahlreiche Abrechnungsprobleme sorgen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag teilte mit, zahlreiche Betriebe würden darauf hinweisen, dass die Umnstellung der Mehrwertsteuersätze für sie einen erheblichen Aufwand bedeute.

+++ Brasiliens Präsident Bolsonaro hat damit gedroht, dass sein Land aus der Weltgesundheitsorganisation austreten könnte. Er sagte, die WHO müsse aufhören, eine "parteiische politische Organisation mit ideologischer Voreingenommenheit" zu sein. Zudem betonte Bolsonaro, das Medikament Hydroxychloroquin sei "zurück", nachdem "falsche Studien" über seine Wirksamkeit zurückgezogen worden seien.

Freitag, 5. Juni

+++ In Spanien ist die Corona-Pandemie nach Angaben der Behörden inzwischen weitgehend unter Kontrolle. Die Zahl der Neuinfektionen sei niedrig, die Zahl der Patienten auf Intensivstationen sinke und es werde weiter massiv auf Sars-CoV-2 getestet. Inzwischen seien eher importierte Infektionsfälle ein Risiko. Deshalb müssten die Kontrollen bei der Einreise "so gut wie möglich" sein. Europas beliebtestes Urlaubsland lässt ab dem 1. Juli wieder ausländische Touristen einreisen. Mit mehr als 27.000 Covid-19-Toten ist Spanien eines der am schwersten betroffenen Länder. 

+++ Die Weltgesundheitsorganisation hat ihre Richtlinien zum Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken aktualisiert. Die WHO rät nun, Masken besonders an Orten zu tragen, an denen das Virus weit verbreitet ist und wenn Abstand halten nur schwer möglich ist: zum Beispiel im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften. Außerdem sollten Menschen über 60 Jahren oder Menschen mit Vorerkrankungen eine medizinische Maske tragen. Nicht-medizinische Stoffmasken sollten aus mindestens drei Lagen unterschiedlichen Materials bestehen. WHO-Chef Ghebreyesus warnte davor, sich ausschließlich auf Masken zu verlassen. Diese könnten Abstandhalten und Handhygiene nicht ersetzen. 

+++ In den USA ist die Zahl der Menschen, die nachweislich an einer Coronavirus-Infektion gestorben sind, wieder stärker gestiegen: um 1.035 auf 108.064. Am Donnerstag hatte das Zentrum für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) 827 neue Todesfälle gemeldet, am Mittwoch 1045, am Dienstag 761 und am Montag 696. Die Zahl der Infizierten stieg um 20.555 auf 1.862.656. 

+++ Die Zahl der gestorbenen Corona-Infizierten ist in Großbritannien auf mehr als 40.000 gestiegen. Das teilte das Gesundheitsministerium in London mit. Damit ist Großbritannien nach offiziellen Zahlen das am schwersten von der Pandemie betroffene Land Europas. Zählt man die Todesfälle hinzu, bei denen eine Covid-19-Erkrankung erst nach dem Tod diagnostiziert wurde, liegt die Zahl nach Angaben der Statistikbehörde ONS sogar bei mehr als 48.000.

+++ Die Kultusministerkonferenz fordert eine rasche Rückkehr zum normalen Schulbetrieb. Jugendliche hätten ein Recht auf Bildung, heißt es in einem Beschluss des Gremiums. "Deshalb streben die Bildungsministerien der Länder im Interesse der Schülerinnen und Schüler so schnell wie möglich eine Wiederaufnahme des schulischen Regelbetriebs an, sofern das Infektionsgeschehen dies zulässt."

+++ US-Präsident Donald Trump will im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie künftig vor allem Hochrisiko-Gruppen schützen. Dazu zählten Senioren und Mitarbeiter in Pflegeheimen. Trump sagte im Weißen Haus, dann könnten die jüngeren und gesunden Amerikaner sofort zur Arbeit zurückkehren. Der US-Präsident will die Corona-Beschränkungen möglichst bald im ganzen Land beenden.

+++ Die nordrussische Hafenstadt Sewerodwinsk wird wegen stark steigender Corona-Zahlen in der Nacht zum Samstag vollständig abgeriegelt. Die 180.000-Einwohner Stadt ist als Standort für die Produktion atomarer U-Boote bekannt. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden stieg die Zahl der bestätigten Infektionen in Sewerodwinsk zuletzt auf mehr als 1000. 

+++ Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) ist dagegen, Grundschüler noch vor den Sommerferien wieder im normalen Klassenverband zu unterrichten. Komplette Schulöffnungen unter Aufgabe von Abstandsregeln, wie sie jetzt auch Nordrhein-Westfalen verfügt habe, seien "ein Spiel mit dem Feuer", erklärte der Verbandsvorsitzende Udo Beckmann. Mit Kindern und Jugendlichen sowie den Beschäftigten in Schulen dürften keine Experimente gemacht werden. In Nordrhein-Westfalen sollen alle Grundschulkinder ab dem 15. Juni wieder täglich zur Schule gehen. Das hatte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Freitag angekündigt. Sachsen war diesen Schritt als erstes Bundesland gegangen, andere Länder planen nachzuziehen. 

+++ Die Ostfriesischen Inseln halten am Zugangsverbot für Tagestouristen fest. Der Landkreis Wittmund veröffentlichte eine Allgemeinverfügung, wonach auf Langeoog und Spiekeroog bis 22. Juni der Aufenthalt von Touristen für nur einen Tag ohne Übernachtung untersagt bleibt. Beim Tagestourismus seien Infektionsketten nicht nachvollziehbar, sagte der Bürgermeister der Stadt Norderney, Frank Ulrichs. Bei gutem Wetter kommen sonst bis zu 10.000 Tagestouristen auf die Insel.

+++ Wer aus dem Nicht-EU-Ausland zurück nach Nordrhein-Westfalen fliegt, muss wegen Corona nicht mehr automatisch in häusliche Quarantäne. Das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht hat die pauschale Verordnung des Landes in einem Eilverfahren außer Vollzug gesetzt. Das Land dürfe aber Risikogebiete ausweisen, bei denen die Verhängung einer Quarantäne gerechtfertigt sei (Az.: 13 B 776/20.NE).

+++ Die durch die Corona-Pandemie bedingte Phase der Übersterblichkeit in Deutschland ist nach Einschätzung des Statistischen Bundesamtes beendet. Anders als noch im April lagen die Sterbefälle in der Woche vom 4. bis 10. Mai nicht mehr über, sondern unter dem Durchschnitt der Vorjahre. Erhöhte Zahlen hatte es seit Ende März gegeben. Teilweise lagen sie 13 Prozent über dem Durchschnitt. Im europäischen Vergleich war das Ausmaß der Übersterblichkeit in Deutschland aber vergleichsweise gering.

+++ Die im Zuge der Corona-Krise eingeführten Grenzkontrollen von Deutschland zu anderen europäischen Staaten sollen nach dem Willen von Bundesinnenminister Seehofer Mitte des Monats wegfallen. Einen entsprechenden Vorschlag werde er nächsten Mittwoch dem Bundeskabinett vorlegen, sagte der CSU-Politiker in Berlin nach Video-Beratungen mit seinen EU-Kollegen. Auch ein Großteil der anderen EU-Staaten wolle die Kontrollen Mitte des Monats aufheben. Der Rest wolle dies Ende Juni tun. Dann soll im gesamten Schengen-Raum wieder Reisefreiheit herrschen. Für Drittstaaten werde es unterschiedliche Regelungen je nach Epidemie-Lage geben, sagte Seehofer. Er nannte als Beispiele Brasilien, die USA und Russland, wo noch viele Corona-Fälle verzeichnet werden.

+++ Der italienische Außenminister Di Maio hat während eines Besuchs in Berlin die deutsche Hilfe für Italien gewürdigt. Die Unterstützung Deutschlands für Italien habe in der gesamten Zeit der Pandemie "eigentlich nie gefehlt", sagte er nach einem Treffen mit Bundesaußenminister Maas. Di Maio sprach von "umfangreichen Bezeugungen der Unterstützung und der Solidarität". Zu Beginn der Pandemie im Februar und März hatte es aus Italien scharfe Kritik an Deutschland gegeben. Vor allem ein von der Bundesregierung verhängter Exportstopp für Atemschutzmasken, Schutzanzüge und -brillen sorgte für Unmut. Dass in Deutschland italienische Covid-19-Kranke behandelt wurden, wurde in der Öffentlichkeit weniger stark wahrgenommen.

+++ Spanien lockert weitere Beschränkungen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie in den besonders stark betroffenen Metropolen Madrid und Barcelona. Wie Gesundheitsminister Illa mitteilte, müssen sich Besucher von Restaurants und Bars ab Montag nicht mehr nur auf die Außenbereiche beschränken. Außerdem dürfen Kinder den gesamten Tag über draußen spielen und müssen sich nicht mehr an bestimmte Zeiten halten. Ab dem 1. Juli sollen die Grenzen wieder für Touristen geöffnet werden.

+++ Die Grundschulen in Nordrhein-Westfalen werden am 15. Juni wieder für alle Schülerinnen und Schüler geöffnet. Das kündigte das Schulministerium in Düsseldorf an. Bis zu den Sommerferien sollen die Kinder an allen Wochentagen die Grundschulen besuchen. Derzeit ist in NRW und allen anderen Bundesländern in allen Schulformen Präsenzunterricht nur tageweise möglich, weil Abstandsregeln und Hygienevorschriften anders nicht eingehalten werden können.

+++ Bundesbildungsministerin Karliczek mahnt die Bundesländer, bei der Wiederaufnahme des Schulbetriebs nicht zu schnell vorzugehen. Die CDU-Politikerin sagte dem Magazin "Der Spiegel", solange es noch keinen Impfstoff gegen Covid-19 gebe, müsse an den Schulen weiter allergrößte Vorsicht herrschen. Karliczek bezieht sich dem Bericht zufolge auf Erkenntnisse des Berliner Virologen Christian Drosten. Seiner Einschätzung zufolge gibt es keine Hinweise darauf, dass Kinder nicht genauso ansteckend sind wie Erwachsene. Vertreter mehrerer Bundesländer haben angekündigt, dass sie nach den Sommerferien wieder einen Normalbetrieb an den Schulen anstreben.

Wie können die Schulen dann wieder öffnen und welche Rolle muss digitaler Unterricht spielen? Wir geben einen Überblick.

+++ Brasilien hat innerhalb eines Tages 1.473 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Insgesamt sind in dem südamerikanischen Land jetzt etwas mehr als 34.000 Menschen gestorben, die nachweislich mit dem Coronavirus infiziert waren. Das ist die dritthöchste Zahl weltweit. Mehr Corona-Tote verzeichnen nur die USA (mehr als 108.000) und Großbritannien (fast 40.000). Am Donnerstag vermeldeten Brasiliens Behörden zudem den dritten Tag in Folge einen Höchstwert an nachgewiesenen Neuinfektionen. Insgesamt sind es jetzt knapp 615.000. Nur die USA melden mehr, nämlich 1,87 Millionen.

+++ Südafrika hat heute 3.267 neue Coronavirus-Fälle gemeldet - so viele wie noch nie zuvor an einem einzelnen Tag. Insgesamt lag die Zahl der bestätigten Infektionen bei 40.792, mehr als 27.000 davon in der Provinz Westkap mit der Metropole Kapstadt. In Südafrika wurden bislang die meisten Virusfälle des Kontinents verzeichnet, afrikaweit liegt die Zahl inzwischen bei mehr als 163.000. Auf den afrikanischen Kontinent mit seinen 54 Staaten entfallen weniger als drei Prozent der bestätigten Virus-Infektionen weltweit, allerdings werden pro eine Million Einwohner auch nur etwa 1.700 Tests durchgeführt.

+++ Der pazifische Inselstaat Fidschi hat sich für coronavirusfrei erklärt, nachdem alle 18 dort positiv getesteten Personen wieder genesen sind. Der letzte akut Erkrankte sei gerade für wieder gesund erklärt worden, teilte Ministerpräsident Bainimarama mit. Und obwohl die Zahl der Tests täglich steige, sei der letzte Infektionsfall vor 45 Tagen entdeckt worden, schrieb er auf Twitter. Der Inselstaat in der Südsee hat 900.000 Einwohner. Einreisesperren gelten weiterhin.

+++ Die EU-Innenminister beraten heute über weitere Lockerungen der Grenzkontrollen in Europa. Die Maßnahmen waren wegen der Corona-Krise eingeführt worden. Deutschland und andere Länder streben an, die Kontrollen an ihren Grenzen zum 15. Juni wieder aufzuheben. Dann könnten Urlauber aus EU-Staaten und anderen europäischen Ländern wieder einreisen. Tschechien öffnet seine Grenze für Bürger aus Deutschland, Österreich und Ungarn sogar voraussichtlich schon ab Samstag. Das kündigte Ministerpräsident Babis an. Andere Länder wie Italien und Österreich gehen hingegen deutlich strikter vor.

+++ In Deutschland sind derzeit etwa 6.200 Menschen nachweislich mit dem Corona-Virus infiziert. Das ergibt sich aus der neuesten Statistik des Robert-Koch-Instituts. Danach stieg die Zahl der Neuinfektionen im Vergleich zu den gestern vorgelegten Daten um 507 auf rund 183.200. Gestorben sind weitere 32 Menschen. Rund 168.500 Erkrankte sind nach Schätzungen des Instituts bereits genesen. Alle Zahlen aus Deutschland gibt es hier.

+++ Rund zwei Drittel der Menschen in Deutschland würden sich einer Umfrage zufolge gegen das Coronavirus impfen lassen. 67 Prozent seien "sicher" oder "wahrscheinlich" bereit, ein Impfangebot anzunehmen - zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar, wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten. Das sei der zweitniedrigste Wert innerhalb der G7-Länder der großen westlichen Industrienationen. Nur Frankreich liege mit 58 Prozent unter der Zahl in Deutschland. Ein klares Nein zur Impfung komme von zehn Prozent der Deutschen. In keinem anderen G7-Land gebe es so viele Verweigerer. Die größte Impfbereitschaft herrsche bei den Briten (78 Prozent) vor den Italienern (74 Prozent). Linktipp zum Thema Impfung: So weit ist die Forschung. 

+++ Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung geht von einer sich noch stärker abschwächenden Konjunktur aus als bislang prognostiziert. Der Vorsitzende des Beratergremiums der Bundesregierung, Feld, sagte der "Funke Mediengruppe", in diesem Jahr sei ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts zwischen minus sechs und minus sieben Prozent zu erwarten. Im März hatten die sogenannten Wirtschaftsweisen drei mögliche Szenarien vorgelegt und für den negativsten Fall einen Rückgang um 5,4 Prozent prognostiziert. 

+++ Die medizinische Fachzeitschrift "The Lancet" hat eine Studie zum Einsatz von Chloroquin und Hydroxychloroquin gegen das Coronavirus zurückgezogen. In der Studie war behauptet worden, dass die Mittel bei Infizierten schwere Nebenwirkungen auslösen könnten - die Daten hatten zudem ein höheres Sterberisiko der Patienten angedeutet. Wenig später stoppten einige Staaten die Behandlung von Covid-19-Patienten mit dem Malariamittel. Die Weltgesundheitsorganisation WHO setzte klinische Tests mit dem Mittel unter Verweis auf die Studie vorübergehend aus. Drei der vier Autoren der Studie räumten nun Zweifel an der Richtigkeit der von ihnen genutzten Daten ein. Das Unternehmen, das die Daten erhoben hätte, weigere sich, den vollständigen Datensatz zur Prüfung weiterzugeben, hieß es.

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