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Newsblog zum Coronavirus+++ Lage im brasilianischen Manaus dramatisch +++

Das Foto zeigt eine Hand, die eine Ampulle mit Impfstoff hält. (AFP / Marcio James)
Die Corona-Lage im brasilianischen Manaus ist "fast aussichtslos". (AFP / Marcio James)

Die Corona-Lage im brasilianischen Manaus hat sich dramatisch verschlechtert. Die Lieferengpässe bei den Corona-Impfstoffen in der EU waren nach Einschätzung der Ständigen Impfkommission am RKI nicht abzusehen. Die Pandemie verschärft laut Oxfam die Ungleichheit. Mehr in unserem Newsblog.

Montag, 25. Januar

+++ Die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag hat die Forderungen von Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbänden nach einer Anhebung der Hartz-IV-Sätze abgelehnt. Der arbeitsmarkt- und sozialpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Weiß, sagte im Deutschlandfunk, trotz der Corona-Pandemie funktioniere das soziale Auffangnetz hervorragend. Das Arbeitslosengeld sei genau berechnet und kein Willkürsystem, bei dem man einfach Geld drauflegen könne. Sonst gehe das System auf Dauer kaputt. Eine kostenlose Bereitstellung von FFP2-Masken für Grundsicherungsempfänger schloss der CDU-Politiker hingegen nicht aus.

+++ Die Bundesregierung sieht angesichts der sinkenden Zahl an Corona-Neuinfektionen eine erfreuliche Entwicklung. Regierungssprecher Seibert erklärte in Berlin, man sei auf einem guten Weg. Diesen jetzt zu verlassen, wäre wegen der Mutationen des Virus falsch. Die Zahlen müssten weiter gedrückt werden. Zugleich fordert er Länder und Kommunen auf, einen Bedarf für Hilfseinsätze in Alten- und Pflegeheimen zu melden. Dies sei Voraussetzung dafür, dass Freiwillige bei den Testungen zielgenau eingesetzt werden können. Er kündigte eine Hotline an, bei der sich Freiwillige melden können und dann vom Roten Kreuz geschult werden.

+++ Der Erzbischof der brasilianischen Großstadt Manaus, Steiner, hat wegen der dramatischen Entwicklung in der Corona-Krise um Hilfe gebeten. Die Lage sei fast aussichtslos, sagte der Erzbischof. Die Menschen stürben, nur weil es an Betten und Sauerstoff fehle. Nach Angaben des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat ist das Gesundheitssystem in Manaus komplett zusammengebrochen. In den ersten drei Januar-Wochen seien mehr als 1.400 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Laut Adveniat leiden in dem Amazonasgebiet inzwischen viele Menschen auch unter Hunger.

+++ Die Landesvorsitzende der nordrhein-westfälischen Grünen, Neubaur, hat den Start der Termin-Vergabe für die Corona-Impfzentren harsch kritisiert. Neubaur sprach in Düsseldorf wörtlich von einer "Voll-Katastrophe". Jetzt müsse dringend nachgesteuert werden, damit ausreichend Server-Kapazitäten zur Verfügung stünden. Zu Beginn der Terminvergabe waren beide Hotline-Telefonnummern sowie die Webseite www.116117.de zunächst nicht erreichbar. Neubaur forderte zugleich, alten Menschen auch die Möglichkeit zu bieten, sich bei Hausarzt impfen zu lassen.

+++ Die Bundesregierung hat Länder und Kommunen aufgerufen, einen Bedarf für Hilfseinsätze in Alten- und Pflegeheimen zu melden. Dies sei Voraussetzung dafür, dass Freiwillige zielgenau eingesetzt werden können, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Er kündigte eine Hotline an, bei der sich Freiwillige melden können und dann vom Roten Kreuz geschult werden. Die Infos finden Sie hier.

+++ Der niederländische Ministerpräsident Rutte hat die gestrigen Krawalle in seinem Land wegen der Corona-Einschränkungen verurteilt. Rutte sagte in Den Haag, hier handele es sich nicht um Protest, sondern um kriminelle Handlungen. Er verteidigte die seit dem Wochenende geltende nächtliche Ausgangssperre als nötig, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

+++ Die Stimmung der deutschen Unternehmen hat sich vor dem Hintergrund der Verlängerung von Corona-Beschränkungen eingetrübt. Wie das Institut für Wirtschaftsforschung in München mitteilte, fiel der Ifo-Index, Deutschlands wichtigster Konjunkturindikator, im Monatsvergleich um 2,1 Punkte auf 90,1 Zähler.

Der Streit um die verzögerte Lieferung des AstraZeneca-Impfstoffes an die EU zieht immer weitere Kreise. Nicht nur in der EU-Kommission herrscht Empörung. Welche Druckmittel hat Brüssel gegenüber dem Pharmakonzern? Und was steht genau in den Verträgen mit AstraZeneca?

+++ Die Lieferengpässe bei den Corona-Impfstoffen waren nach Ansicht der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut nicht abzusehen. Der Chef der Kommission, Mertens, sagte im ZDF, als die Vorverträge mit den Herstellern gemacht worden seien, habe man nicht gewusst, welcher Impfstoff zuerst zur Zulassung komme. Deshalb habe man mehrere Katzen im Sack kaufen müssen. Die jetzigen Probleme seien sehr unerfreulich, könnten aber nur von den Herstellern selbst gelöst werden, betonte Mertens.

+++ In mehreren israelischen Städten ist es erneut zu Krawallen strengreligiöser Juden wegen der Corona-Schutzmaßnahmen gekommen. In der Stadt Bnei Brak nahe Tel Aviv griffen gestern Abend Anhänger der ultraorthodoxen "Jerusalem-Fraktion" Busfahrer, Journalisten und Polizisten an. Die Polizei setzte Blendgranaten ein. Hunderte Anhänger der radikalen Gruppierung blockierten die Hauptverkehrsstraßen der Stadt. Sie warfen mit Steinen auf die Beamten und entzündeten Feuer.

Israelische Polizisten halten einen ultra-orthodoxen Juden am Boden fest. (AP/Oded Balilty)In Israel gab es Krawalle gegen die Corona-Schutzmaßnahmen. (AP/Oded Balilty)

+++ In fast allen Bundesländern gilt ab heute eine strengere Maskenpflicht. Dadurch soll das Ansteckungsrisiko reduziert werden. Beim Einkaufen sowie in Bussen und Bahnen müssen vielerorts FFP2-Masken oder OP-Masken getragen werden, Stoffmasken sind nicht mehr erlaubt.

+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut innerhalb eines Tages 6.729 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet. Das sind rund 400 weniger als am Montag vor einer Woche. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 217 auf insgesamt 52.087. Da am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln, liegen die Zahlen des RKI montags in der Regel niedriger als an anderen Wochentagen. Die bundesweite Sieben-Tages-Inzidenz beträgt 111,2 Infektionen pro 100.000 Einwohner. Angestrebt wird ein Wert unter 50.

Weitergehende Zahlen und Informationen zur Ausbreitung des Virus in Deutschland finden Sie hier.

+++ Bei Protesten gegen Corona-Einschränkungen sind in mehreren niederländischen Städten Krawalle ausgebrochen. Im Zentrum von Amsterdam setzte die Polizei Wasserwerfer, Hunde und berittene Beamte ein. Die Einsatzkräfte wurden nach eigenen Angaben mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen. Aus Eindhoven zeigte das Fernsehen Bilder von Jugendlichen, die Geschäfte plünderten, Fahrräder warfen und Brände legten. Auch Autos sollen angezündet worden sein. Der Sender NOS meldete, in mindestens zehn Städten seien gestern Abend Bereitschaftspolizisten mobilisiert worden. Die Militärpolizei teilte auf Twitter mit, dass sie lokale Polizisten in mindestens zwei Städten unterstütze. Landesweit wurden mehr als 240 Menschen festgenommen. Die Proteste richteten sich gegen die nächtliche Ausgangssperre, die am Wochenende in Kraft getreten ist.

+++ Die Corona-Pandemie verschärft einem Bericht der Entwicklungshilfsorganisation Oxfam zufolge weltweit die soziale Ungleichheit. In dem Bericht heißt es, das Vermögen der zehn reichsten Männer der Welt sei seit Februar 2019 trotz Corona um fast eine halbe Billion US-Dollar gewachsen. Die Ärmsten der Welt dagegen würden weiter abgehängt. Zum ersten Mal seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen vor über einem Jahrhundert drohe eine Verschärfung der wirtschaftlichen Ungleichheit in fast allen Ländern. Oxfam veröffentlichte den Bericht anlässlich des Beginns des Weltwirtschaftsforums, das erstmals komplett digital stattfindet. Vor der Pandemie fand es im schweizerischen Davos statt.

+++ Ein Bündnis aus Gewerkschaften, Sozialverbänden und Initiativen fordert angesichts der fortdauernden Corona-Pandemie Hilfen für die Bedürftigsten. Die Regelsätze für Hartz-Vier und Altersgrundsicherung müssten auf mindestens 600 Euro im Monat steigen, heißt es in dem gemeinsamen Aufruf von 36 Verbänden und Gewerkschaften. Derzeit liegen sie für Alleinstehende bei 446 Euro. Darüber hinaus müsse ein pauschalen Zuschlag von 100 Euro monatlich gezahlt werden, damit die Menschen die zusätzlichen Belastungen tragen könnten. Für Kinder und Jugendliche fordern die Verbände Computer und Lernmittel als einmalige Leistung der Jobcenter für den digitalen Unterricht.

+++ In Großbritannien gibt es seit Beginn der Corona-Krise deutlich mehr Hinweise auf Gewalt und Missbrauch in der Familie. Die Zahl der Anrufe von um das Kindeswohl besorgten Erwachsenen habe um 53 Prozent im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie zugelegt, teilte die Kinderschutzorganisation NSPCC mit. Jeden Tag gingen mehr als 30 Notrufe ein. Das Risiko von häuslichem Missbrauch habe in den vergangenen neun Monaten zugenommen, da Familien unter zunehmendem Druck und hinter verschlossenen Türen lebten. Außerdem falle eine Gefährdung von Kindeswohl nun häufiger auf, weil die Nachbarn wegen der Pandemie zu Hause arbeiteten.

+++ Mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer hat Australien erstmals ein Vakzin gegen den Erreger Sars-CoV-2 zugelassen. Mit den Impfungen solle gegen Ende Februar begonnen werden, teilte das Büro von Premierminister Scott Morrison am Montag mit. Australien ist bisher vergleichsweise glimpflich durch die Corona-Pandemie gekommen. In dem Land mit rund 25 Millionen Einwohnern wurden laut Johns-Hopkins-Universität bisher erst 28.777 Ansteckungen und 909 Todesfälle registriert. Vor Weihnachten hatte es während rund sieben Wochen überhaupt keine nachgewiesenen Neuinfektionen gegeben.

+++ Mehr als 40 Prozent der Menschen in den USA leben einer Analyse der Nachrichtenagentur AP zufolge in einem Gebiet mit überlasteten Intensivstationen mit höchstens 15 Prozent freien Betten. Besonders hart getroffen sind Einrichtungen im Süden und Westen des Landes. Allein im Staat Texas etwa wurden zuletzt durchschnittlich 20.000 Neuinfektionen pro Tag verzeichnet, mehr als 13.000 Menschen liegen dort mit Symptomen der Krankheit Covid-19 in Krankenhäusern. Insgesamt gibt es im Süden und Westen der USA nach Angaben der AP derzeit mehr als 80.000 Corona-Patienten in Krankenhäusern.

Sonntag, 24. Januar

+++ Israel stellt ab Montag für eine Woche fast alle Passagierflüge ein. Damit solle die Ausbreitung der neuen Virus-Varianten bekämpft werden, sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor einer Kabinettssitzung: "Wir schließen unsere Himmel hermetisch, außer für wirklich seltene Ausnahmen, um das Hereinkommen von Virus-Mutationen zu verhindern." Ausnahmen gebe es lediglich für Frachtflüge und wenige etwa medizinisch begründete Einzelfälle. 

+++ Großbritannien meldet einen neuen Tagesrekord von 491.970 Impfungen. Insgesamt haben damit mehr als 6,3 Millionen Briten die erste Impfung erhalten bei einer Bevölkerung von knapp 67 Millionen. In den vergangenen sieben Tagen wurden 251.504 Neuinfektionen verzeichnet, wie aus den amtlichen Daten weiter hervorgeht. Das ist ein Rückgang von 22 Prozent zum gleichen Zeitraum davor.

+++  Beim Flugzeugbauer Airbus in Hamburg hat es einen Corona-Ausbruch gegeben. Insgesamt 21 Mitarbeiter wurden positiv auf das Coronavirus getestet, wie ein Pressesprecher der Gesundheitsbehörde bestätigt. Für rund 500 Mitarbeiter sei Quarantäne angeordnet worden. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

+++ Nach dem Auftreten einer Corona-Mutation in Norwegen macht Schweden die Grenzen für Reisende aus dem Nachbarland dicht. Laut Innenminister Mikael Damberg gilt das Verbot bis 14. Februar, wobei es Ausnahmen für Pendler und einige andere Gruppen gibt. Damit soll auch Shopping-Tourismus über die lange gemeinsame Grenze unterbunden werden, da in Norwegen zuletzt wegen des Auftretens einer ansteckenderen Virus-Variante verschärfte Lockdowns verhängt wurden - so in der Hauptstadt Oslo und im Umland. (Auf dem Bild unten sehen sie die Hafenansicht der norwegischen Grenzstadt Halden.)

Hafenansicht der norwegischen Grenzstadt Halden. (Deutschlandradio / Michael Frantzen)Grenzstadt zu Schweden - Halden hat 30.000 Einwohner und liegt rund einhundert Kilometer südlich von Oslo. (Deutschlandradio / Michael Frantzen)

+++ Großbritannien kommt mit den Corona-Impfungen älterer Leute voran. Mittlerweile hätten drei Viertel der über 80-Jährigen eine erste Impfdosis erhalten, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock. Genauso hoch sei die Rate bei Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeheimen. Insgesamt seien bis Samstag knapp 5,9 Millionen Impfdosen verabreicht worden. Die britischen Gesundheitsbehörden wollen bis Mitte Februar 15 Millionen Menschen impfen, darunter alle über 70.

Als hoffnungsvollstes Mittel gegen Sars-CoV-2 und die von dem Virus ausgelöste Erkrankung Covid-19 gelten Impfstoffe. Inzwischen sind erste Präparate zugelassen. Doch die weltweite Forschung geht weiter.

+++ Der ehemalige Handball-Bundestrainer Brand hält die Weltmeisterschaft in Ägypten zu Pandemiezeiten für unpassend. Auch in anderen Sportarten seien große Turniere abgesagt worden, sagte Brand der Zeitung "Welt am Sonntag". Das hätte man auch im Handball so handhaben müssen. Zudem sei es für die Außendarstellung der Sportart nicht förderlich, dass die Teams aus Tschechien, den USA und Kap Verde aufgrund mehrerer Corona-Fälle ihre Teilnahme hatten absagen müssen. Dadurch habe etwa Uruguay die Hauptrunde erreicht, ohne einen Punkt geholt zu haben.

+++ Viele Ämter in Deutschland sind nicht in der Lage, ihren Mitarbeitern durchgängig das Arbeiten im Homeoffice anzubieten. Eine Umfrage der "Welt am Sonntag" bei 14 großen Städten und 16 Bundesbehörden ergab, dass dort teilweise weit weniger als die Hälfte der Innendienst-Mitarbeiter von zuhause aus arbeiten kann.

Die befragten Bundesbehörden sind demnach besser aufgestellt als die Stadtverwaltungen. Als Gründe für die Umsetzungsprobleme gaben die Behörden überwiegend an, erst kürzlich Arbeitsgeräte wie Laptops bestellt zu haben, bei denen es Lieferengpässe gebe. Zudem seien viele Akten nach wie vor nicht digitalisiert, was Präsenzarbeit notwendig mache.

+++ Als eines der ersten Länder weltweit hat Israel mit der Impfung von Teenagern gegen das Coronavirus begonnen. Die ersten Jugendlichen im Alter von 16 bis 18 Jahren wurden am Samstag geimpft, wie israelische Medien am Sonntag berichteten. Erforderlich ist eine Genehmigung der Eltern. Damit soll Schülern, die vor dem Abitur stehen, wieder die Teilnahme an Präsenzunterricht in den Schulen ermöglicht werden.

+++ Der Hirnforscher Gerald Hüther warnt vor dramatischen Konsequenzen der Corona-Schutzmaßnahmen für die soziale und neurobiologische Entwicklung von Kindern. Junge Menschen unterdrückten seit fast einem Jahr massiv ihre tiefsten Bedürfnisse, sagte Hüther im Deutschlandfunk. Dieser Zeitraum sei für ein siebenjähriges Kind etwa so lang wie zehn Jahre für einen siebzigjährigen Menschen. Das habe auch Veränderungen im Gehirn zur Folge. Wenn Kinder über eine längere Zeit gegen innere Bedürfnisse ankämpften – etwa jemanden in den Arm zu nehmen, zu spielen oder sich zu bewegen – dann würden die Motivationszentren im Hirn mit hemmenden Verschaltungen geradezu eingekapselt. Damit sei das Bedürfnis nicht mehr spürbar. 

Ein jugendliches Kind sitzt in einem roten Kapuzenpullover mit dem Rücken zum Betrachter auf einer Wiese. Im Hintergrund ist ein Plattenbau zu sehen.  (imago images / Thomas Eisenhuth)Kinder brauchen soziale Kontakte und Berührungen. (imago images / Thomas Eisenhuth)

+++ In Neuseeland ist erstmals seit mehr als zwei Monaten wieder eine Corona-Infektion außerhalb einer Quarantänestation gemeldet worden. Es handle sich um eine 56-Jährige, die vor kurzem aus Europa zurückgekehrt sei, sagte Gesundheitsdirektorin Bloomfield. Die Frau sei wie üblich 14 Tage in Quarantäne gekommen, wo sie zweimal negativ getestet worden und am 13. Januar entlassen worden sei. Erst danach habe sie Corona-Symptome gezeigt und sei positiv getestet worden.

Die zuerst in England nachgewiesene Mutation des Coronavirus ist nach britischen Erkenntnissen offenbar nicht nur deutlich ansteckender, sondern womöglich auch tödlicher als frühere Varianten. Premierminister Johnson sprach in einer Pressekonferenz in London von entsprechenden Hinweisen auf eine höhere Letalität. Allerdings sehen das nicht alle Experten so.

+++ Das Robert-Koch-Institut meldet für Deutschland 12.257 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden. Das sind etwa 1.600 Ansteckungen weniger als am vergangenen Sonntag. 349 weitere Menschen starben an oder mit Covid-19. Damit stieg die Zahl der Todesfälle insgesamt auf 51.870.

Die ausführlichen Zahlen zum Infektionsgeschehen können Sie hier nachlesen.

+++ Die Bundesregierung hat für Deutschland ein neues Corona-Medikament auf Antikörper-Basis gekauft. Gesundheitsminister Spahn sagte "Bild am Sonntag", man habe 200.000 Dosen für 400 Millionen Euro erworben. Das Medikament werde von nächster Woche an in Deutschland und damit erstmals in der EU eingesetzt, und zwar zunächst in Uni-Kliniken. Der CDU-Politiker erläuterte, die Antikörper wirkten wie eine passive Impfung. Das Medikament könne bei Risikopatienten helfen, einen schweren Verlauf zu verhindern.

+++ Die Bundesregierung befürchtet offenbar erhebliche Störaktionen während der laufenden Corona-Impfkampagne. Die Zeitungen der Funke-Mediengruppe zitieren aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion. Darin heißt es, die Gefahr von Cyberangriffen müsse als hoch eingestuft werden. Als potenzielle Ziele für Spionage und Sabotage durch fremde Nachrichtendienste nennt das Ministerium Einrichtungen zur Impfstoffforschung, -produktion oder -zulassung

+++ Für mehr als 20 Länder mit besonders hohen Corona-Infektionszahlen gelten seit Mitternacht strengere Regeln bei der Einreise nach Deutschland. Zu diesen Hochrisikogebieten zählen unter anderen das Nachbarland Tschechien, die Urlaubsländer Portugal, Spanien und Ägypten sowie die USA. Wer von dort einreisen will, muss an der Grenze einen negativen Corona-Test vorweisen können.

+++ Die Große Koalition erwägt, die Steuerbefreiung für Corona-Bonuszahlungen von Arbeitgebern zu verlängern. Der stellvertretende Unions-Fraktionschef Jung sagte der Zeitung "Welt am Sonntag", dafür gebe es gute Gründe. Der Bonus biete einen Anreiz, den herausragenden Einsatz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Krise zu honorieren

+++ In den Niederlanden ist erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg eine nächtliche Ausgangssperre in Kraft getreten. Sie begann um 21 Uhr und endet am frühen Morgen um 4 Uhr 30. Dies gilt täglich zunächst bis zum 9. Februar.

Samstag, 23. Januar

+++Die US-Seuchenbehörde CDC gibt die Auslieferung von bislang insgesamt 41,4 Millionen Impfdosen bekannt. Davon seien 20,5 Millionen verabreicht worden, dabei hätten drei Millionen Menschen auch die zweite Impfung erhalten. In den USA leben etwa 328 Millionen Menschen. 

+++ Israel hat mit der Corona-Impfung von Jugendlichen begonnen. Am Wochenende erhielten zum ersten Mal auch Teenager die erste Dosis der Corona-Schutzimpfung. Wenige Tage zuvor hatte das israelische Gesundheitsministerium angekündigt, die Impfung von Jugendlichen zu genehmigen, wenn die Zustimmung der Eltern vorliegt. Seit Beginn der Impfkampagne vor einem Monat wurde die Altersgrenze für Impfungen in Israel kontinuierlich gesenkt. Mittlerweile haben bereits fast 30 Prozent der Einwohner Israels die erste Impfdosis erhalten.

+++ Der Deutschland-Chef des Telefonkonzerns Vodafone schlägt vor, Mobilfunkdaten stärker zur Pandemiebekämpfung einzusetzen. "Mobilitätsdaten können helfen, die Krise schneller und besser zu bewältigen – man sollte also überlegen, ob man sie nicht besser nutzen könnte", sagte Hannes Ametsreiter dem "Spiegel". Aktuell gestatte das der Datenschutz nicht, sagte der Manager. Er frage sich angesichts der aktuellen Fallzahlen aber, "ob wir jetzt nicht mal über unseren Schatten springen sollten". Weitere Begründungen lesen Sie hier.

Ein Mobilfunkmast ist vor weiß-blauem Himmel zu sehen. (picture alliance / Eibner-Pressefoto / Koch)Mobilfunkmast im Wald gegenüber dem Baufeld der Tesla Gigafactory in Brandenburg (picture alliance / Eibner-Pressefoto / Koch)

+++ Das Robert-Koch-Institut meldet 16.417 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden. Das sind etwa 2.500 Ansteckungen weniger als am vergangenen Samstag. Vorgestern lag die Zahl bei 17.862. Mit 879 wurden allerdings einige Todesopfer mehr registriert als vorgestern. Damit stieg die Zahl der Todesfälle insgesamt auf 51.521. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt das RKI mit 112,6 an.

+++ In Simbabwe sind binnen kurzer Zeit weitere zwei Minister im Zusammenhang mit Corona-Infizierungen gestorben. Die Regierung gab den Tod von Verkehrsminister Matizas bekannt. Außenminister Moyo war weniger als zwei Tage gestorben. Bei beiden wurde eine Covid-19-Erkrankung diagnostiziert. Seit Beginn der Pandemie sind insgesamt vier Minister nach Infektionen mit dem Virus gestorben. Örtlichen Medienberichten sollen sich mehrere weitere Kabinettsmitglieder in einer Privatklinik in lebensbedrohlichem Zustand befinden.

Das Standbild eines Videos zeigt Simbabwes Generalmajor Sibusiso Moyo am 15.11.2017 in einer Ansprache im staatlichen Fernsehen. Das Militär hat im Kampf um Präsident Mugabes Nachfolge nach eigenen Angaben zeitweise die Kontrolle über Simbabawe übernommen. Es handle sich jedoch nicht um einen Militärputsch, betonte Moyo. Es gehe darum, Verbrecher in Mugabes Umfeld zur Strecke zu bringen. (dpa)Sibusiso Moyo, der frühere Generalmajor, amtierte seit 2017 als Außenminister in Simbabwe. (dpa)

+++ In der norwegischen Hauptstadt Oslo und neun umliegenden Gemeinden ist ein harter Lockdown verhängt worden. Die Regierung reagierte damit auf einen Ausbruch mit der britischen Coronavirus-Variante. Ab heute Mittag müssen in Oslo und Umgebung alle Einkaufszentren und Geschäfte schließen, mit Ausnahme von Supermärkten. Auch alle organisierten Sportangebote sind vorerst verboten, Schulen müssen Distanz-Unterricht anbieten.

+++ Aus Furcht vor einer sprunghaften Verbreitung des Coronavirus ist ein besonders dicht besiedelter Stadtteil der Millionenmetropole Hongkong seit Samstagfrüh (Ortszeit) abgeriegelt worden. Tausende Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Einwanderungsbehörden wollen rund 10 000 Bewohner des Jordan-Viertels, das zu den ärmsten in Hongkong zählt, nach und nach alle auf den Erreger testen. Das Gebiet werde bis Montagmorgen hermetisch abgeschottet, teilte die Regierung mit. Es handelt sich um den ersten Lockdown in Hongkong seit Beginn der Corona-Pandemie vor einem Jahr.

+++ Die Corona-Pandemie hat in Portugal dramatische Ausmaße erreicht. Rettungswagen mit Corona-Patientinnen und -Patienten standen vor den Notaufnahmen von Krankenhäusern Schlange. Das Land mit 10,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern vermeldete fast 14 000 offizielle neue Fälle, die zweithöchste Zahl seit Beginn der Pandemie. Die Corona- und Intensivstationen waren durchschnittlich zu rund 90 Prozent gefüllt.

+++ Die Zahl der Autodiebstähle ist nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) wegen der gesunkenen Mobilität in der Coronakrise zuletzt gesunken. Autos seien  angesichts der verstärkten Nutzung des Homeoffice eher in den Garagen geblieben, das habe sich in der Statistik niedergeschlagen, sagte BKA-Chef Münch der "Heilbronner Stimme". Vor allem während des Frühjahrslockdowns seien weniger gestohlen worden.

Freitag, 22. Januar

+++ Die EU-Kommission bestätigt die Kürzung der Liefermengen durch den Impfstoff-Hersteller Astrazeneca und übt deutliche Kritik. Gesundheitskommissarin Kyriakides schrieb auf Twitter, die Staaten seien für die Planung ihrer Impfkampagnen auf einen genauen Zeitplan der Produzenten angewiesen. 

+++ Bundesgesundheitsminister Spahn hat auf die Mitteilung des Impfstoffherstellers Astrazeneca reagiert, wonach Europa weniger Impfstoff erhalten soll als erwartet. Spahn zeigte sich trotz der Fertigungsprobleme optimistisch: Er sei zuversichtlich, dass es Lieferungen in einer Größenordnung geben werde, die schon im Februar einen Unterschied machen würden, sagte der CDU-Politiker im ARD-Fernsehen.

+++ FDP-Chef Lindner fordert Bewegungsfreiheit in Deutschland und Europa für Menschen, die gegen das Coronavirus geimpft sind. Im Interview der Woche des Deutschlandfunks sagte Lindner, durch ein europäisches Impfzertifikat könne Handlungssicherheit wiedergewonnen werden. Voraussetzung dafür sei, dass die Impfung wirklich verhindere, dass man andere Menschen anstecken könne. 

+++ Forschungsergebnisse aus Großbritannien geben erste Hinweise darauf, dass die dort verbreitete Virus-Mutation nicht nur ansteckender, sondern auch tödlicher sein könnte. Darüber berichteten Premierminister Johnson und der wissenschaftliche Chef-Berater seiner Regierung, Vallance, in einer Pressekonferenz.

+++ In Griechenland sollen Anfang Februar die Schulen wieder vollständig geöffnet weden. Bildungsministerin Kerameus teilte mit, dann werde erstmals seit Mitte November auch an weiterführenden Schulen wieder Unterricht stattfinden. Die Grundschulen sind schon seit zwei Wochen wieder geöffnet. Für Februar stellte die Regierung in Athen auch begrenzte Lockerungen für den Einzelhandel in Aussicht. Die landesweite nächtliche Ausgangssperre sowie Reisebeschränkungen bleiben in Kraft.

+++ Wegen besonders hoher Corona-Infektionszahlen hat die Bundesregierung ab Sonntag erstmals mehr als 20 Länder als Hochrisikogebiete eingestuft, für die dann leicht verschärfte Einreiseregeln gelten (offizielle Bezeichnung: Hochinzidenzgebiete). Dazu gehören nach RKI-Angaben das Nachbarland Tschechien, die Urlaubsländer Portugal, Spanien und Ägypten sowie die USA. Zur Liste

+++ Der Impfstoff-Hersteller Astrazeneca hat sich zu Berichten über Lieferschwierigkeiten geäußert. Das Unternehmen erklärte, der geplante Beginn der Auslieferung in die Europäische Union nach der erwarteten Zulassung verschiebe sich nicht. Es könnten aber zunächst nur geringere Mengen abgegeben werden als vereinbart. Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, das Unternehmen habe die EU-Kommission bereits über die Probleme informiert.

Die Regierung in Japan bekräftigte heute erneut, dass die Olympischen Spiele von Tokio in diesem Sommer stattfinden sollen. Mehr Informationen: Mega-Events trotz Pandemie? Was wird aus Olympia und der Fußball-EM?

+++ Die in Brasilien kursierende Coronavirus-Variante ist erstmals in Deutschland nachgewiesen worden. Diese sei bei einem hessischen Patienten festgestellt worden, sagt Hessens Sozialminister Kai Klose. Die infizierte Person sei gestern aus Brasilien eingereist, sagt Virologin Sandra Ciesek.

+++ Bundespräsident Steinmeier hat eine zentrale Gedenkfeier für die Toten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie angekündigt. Wie das Bundespräsidialamt mitteilte, soll die Zeremonie nach Ostern in Berlin stattfinden. Es gehe darum, gemeinsam mit den anderen Verfassungsorganen ein Zeichen zu setzen, dass die Toten und das Leid der Hinterbliebenen nicht vergessen seien.

+++ Die Polizei hat in Essen einen Gottesdienst mit etwa 90 Teilnehmern aufgelöst. Die Gottesdienstbesucher hätten weder Masken getragen noch den vorgeschriebenen Abstand eingehalten, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Es habe auch keine Teilnehmerliste gegeben. Alle Teilnehmer erhielten Anzeigen und müssten mit Bußgeldern rechnen.

+++ Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Manuela Schwesig ist derzeit dagegen, Corona-bedingte Einschränkungen von Grundrechten für Geimpfte aufzuheben. Man benötige dazu zunächst gesicherte Erkenntnisse, sagt die SPD-Politikerin im Deutschlandfunk. "Und die haben wir nicht. Und dann halte ich immer nichts davon, darüber zu spekulieren."

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte gesagt, wenn sicher feststehe, dass von Geimpften keine Gefahr für andere ausgehe, "fällt ein wichtiges Begründungselement für den Grundrechtseingriff weg."

+++ In Deutschland sind seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 50.000 Menschen im Zusammenhang mit einer Infektion mit dem Virus gestorben.

Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut 859 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden, wie das RKI mitteilte. Damit stieg die Gesamtzahl auf 50.642. Die Zahl der Neuinfektionen lag bei 17.862. Vor einer Woche hatte das RKI 22.368 Ansteckungen verzeichnet. Die Sieben-Tage-Inzidenz geht bundesweit weiter zurück. Sie liegt jetzt bei 115,3 - bei starken regionalen Schwankungen.

Die ausführlichen Zahlen zum Infektionsgeschehen finden Sie hier.

+++Frankreich verlangt von Reisenden aus anderen EU-Staaten ab Sonntag die Vorlage eines negativen Corona-PCR-Tests. Ausnahmen gelten demnach beispielsweise für Pendler, die in Frankreich arbeiten. 

Auch die EU verschärft die Regeln für nicht notwendige Reisen. Kommissionspräsidentin von der Leyen erklärte nach einem Videogipfel, es solle eine neue Kategorie von Zonen mit besonders hohen Inzidenzwerten eingeführt werden. Von Reisenden aus diesen Regionen könne ein Corona-Test verlangt werden. Außerdem könne für sie eine Quarantäne angeordnet werden.

Die vollständige Meldung können Sie hier nachlesen.

+++ Der weltberühmte Karneval in Rio de Janeiro fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Der Bürgermeister der brasilianischen Metropole erklärte, es sei unsinnig, weiter darauf zu hoffen, dass im Juli die Voraussetzungen für den Karneval bestünden. Er stellte Finanzhilfen für alle in Aussicht, die monatelang an der Vorbereitung des Karnevals gearbeitet hatten. Normalerweise findet der Karneval von Rio im Februar oder März statt. Die Sambaschulen, die die prachtvollen Umzüge organisieren, hatten aber bereits im September beschlossen, den Karneval auf den Juli zu verschieben.

+++Die japanische Regierung hat einen Pressebericht dementiert, nach dem sie zu dem Schluss gekommen sei, dass die verschobenen Olympischen Sommerspiele wegen der Corona-Pandemie ganz abgesagt werden müssten.

Ein Sprecher erklärte, der Bericht sei falsch. Premierminister Suga sagte im Parlament, er sei entschlossen, die Spiele in Tokio durchzuführen. Das Organisationskomitee teilte mit, man unternehme alle Anstrengungen, um sichere Wettbewerbe zu gewährleisten. Die Olympischen Spiele sollten ursprünglich im vergangenen Jahr stattfinden und waren bereits auf den kommenden Sommer verschoben worden.

Donnerstag, 21. Januar

+++ US-Präsident Biden hat seine nationale Covid-Strategie vorgestellt. "Die Dinge werden schlimmer werden, bevor sie besser werden", sagt Biden in einer Ansprache. Vermutlich werde die Zahl der Toten in den USA im kommenden Monat die Marke von 500.000 übertreffen. "Wir sind nicht über Nacht in diesen Schlamassel geraten und es wird Monate dauern, um das umzukehren", sagte Biden. Aber Hilfe sei unterwegs, versprach er den Amerikanern. Die Exekutivanordnungen, die Biden unterzeichnete, sollen die Impfstoffproduktion und die Testmöglichkeiten erhöhen, die Grundlage für die Wiedereröffnung von Schulen und Geschäften legen und unmittelbar die Verwendung von Masken verstärken. 

+++ Die EU-Kommission hat grünes Licht für die Corona-Sonderhilfen der Bundesregierung für die Monate November und Dezember gegeben. Bislang waren hier nur für kleinere Unternehmen Unterstützungen unbedenklich. Nun hat die Brüsseler Behörde, die Wettbewerbsverzerrungen durch staatliche Eingriffe in Märkte verhindern soll, auch Hilfen von über vier Millionen Euro genehmigt. "Das ist ein wichtiges Signal für Unternehmen und Beschäftigte und dringend notwendig, um die Substanz unserer Wirtschaft zu erhalten", sagte Bundeswirtschaftsminister Altmaier nach der EU-Entscheidung.

+++ Frankreichs Gesundheitsminister Veran schließt einen weiteren Lockdown nicht aus, sollte sich die Lage weiter verschlechtern. Die Regierung werde zudem an öffentlichen Orten medizinische Masken vorschreiben, da Stoffmasken keinen ausreichenden Schutz böten.

+++ Im Kampf gegen die Corona-Pandemie sollen die Ergebnisse bestimmter Corona-Schnelltests künftig in allen EU-Staaten anerkannt werden. Auch für den bevorzugten Einsatz dieser Tests wurden gemeinsame Kriterien entwickelt, wie der Rat der EU-Staaten am Donnerstagabend mitteilte. Eine entsprechende Ratsempfehlung sei einstimmig verabschiedet worden - rechtlich bindend ist sie aber nicht.

Coronavirus-Testauswertung in einem Labor in Geesthacht in Schleswig-Holstein. Eine Person mit blauen Schutzhandschuhen befüllt Teströhrchen. (dpa/Daniel Bockwoldt)Coronavirus-Testauswertung in einem Labor in Geesthacht in Schleswig-Holstein (dpa/Daniel Bockwoldt)

+++  Spanien meldet mit 44.357 neuen Positv-Tests einen neuen Höchstwert. Zudem steigt die über 14 Tage gemessene Inzidenz auf 796 Fälle je 100.000 Einwohner, ebenfalls der höchste jemals verzeichnete Wert.

+++ In den Niederlanden gilt ab Samstag erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg eine nächtliche Ausgangssperre: Eine Mehrheit der Abgeordneten stimmt für die Maßnahme von 21.00 bis 04.30 Uhr, die mindestens bis zum 09. Februar gelten soll. Zwar sind die Infektionszahlen seit drei Wochen rückläufig. Gesundheitsexperten fürchten jedoch die neuen, ansteckenderen Virus-Varianten.

+++ Die US-Demokraten wollen Anfang Februar einen Gesetzentwurf für ein weiteres Hilfspaket ins Repräsentantenhaus einbringen. Das kündigt die Präsidentin der Kongresskammer, Pelosi, an. Der neue Präsident Biden hat ein Paket von 1,9 Billionen Dollar vorgeschlagen. Allerdings haben seine Demokraten im Senat eine so kleine Mehrheit, dass sie vermutlich Kompromisse mit den Republikanern werden eingehen müssen.

+++ Das Bundesgesundheitsministerium weist Klagen aus den Bundesländern zurück, dass sich aus den Ampullen von Biontech/Pfizer nur fünf Dosen des Corona-Impfstoffes ziehen lassen. "Mit geeigneten Spritzen und Kanülen sind sechs Dosen kein Problem", sagt ein Sprecher. "Sonst hätte die EMA auch nicht die Zulassung entsprechend geändert", fügt er mit Blick auf die europäische Arzneimittelbehörde hinzu. Etliche Bundesländer hatten geklagt, dass sie weniger Impfstoff als geplant erhielten, weil sich nur fünf Dosen aus den Ampullen gewinnen ließen.

Christine Helbig (l), Pflegekraft am Klinikum Stuttgart wird im Impfzentrum des Klinikum Stuttgart von einer Ärztin mit einer Dosis eines Covid-19 Impfstoffes geimpft. Helbig hatte am vormittag Dienst in einer Covid-19 Station des Klinikum Stuttgart und kam direkt von der Arbeit zur Impfung. Sie ist eine der ersten Menschen in Baden-Württemberg, die geimpft wurden. Am Sonntag haben die Corona-Impfungen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer in Deutschland begonnen. (picture alliance / dpa / Marijan Murat)Coronavirus – Impfbeginn Baden-Württemberg (picture alliance / dpa / Marijan Murat)

Mehr zum Thema Impfen finden Sie hier.

+++ Die britische Regierung vervierfacht die Strafen für Corona-Verstöße in England. Künftig sollen 800 Pfund (gut 900 Euro) statt 200 fällig werden, wenn Menschen trotz Verbots Partys besuchen, wie Innenministerin Patel ankündigte. "Diese schweren Verstöße kosten Leben", sagte Patel. Die Strafe verdoppele sich bei jedem weiteren Verstoß bis zu einem Höchstbetrag von 6.400 Pfund.

+++ Wegen der sich drastisch zuspitzenden Corona-Krise werden in Portugal alle Kindertagesheime, Schulen und Universitäten geschlossen. Die Maßnahme werde ab Freitag und für die nächsten zwei Wochen gelten, erklärte Ministerpräsident António Costa in Lissabon. Costa begründete die umstrittene Schließung mit dem starken Anstieg der Ansteckungen im Zusammenhang mit der in Großbritannien aufgetretenen Virus-Mutation. Nach amtlichen Angaben macht diese derzeit 13 Prozent der Neuinfektionen aus.

+++ Weitere EU-Staaten berichten von den Folgen des Impfstoff-Produktionsrückgangs bei Pfizer und BioNTech. Rumäniens Gesundheitsminister Andrei Baciu sagt Reuters, in dieser Woche werde man nur die Hälfte der zugesagten Menge erhalten. Mit einer Normalisierung sei erst Ende März zu rechnen. Sein tschechischer Kollege Jan Blatny sagt Reportern, in den kommenden drei Wochen dürfte es weniger Impftermine geben.

+++ Die spanische Staatsanwaltschaft ermittelt in mehr als 200 Fällen von mutmaßlichem kriminellen Fehlverhalten in Pflegeheimen während der Pandemie. Fast die Hälfte davon befassten sich mit Todschlag durch Vernachlässigung der Sorgfaltspflicht, teilt sie mit. Während der ersten Welle von März bis Mai starben in spanischen Pflegeheimen nach offiziellen Angaben fast 43.000 Menschen.

+++ Der Maschinenbauverband VDMA warnt vor unabsehbaren wirtschaftlichen Folgen von Grenzschließungen. "Die jetzt in einigen EU-Mitgliedsstaaten wieder vermehrt aufkommenden Forderungen nach Grenzschließungen müssen schleunigst begraben werden", sagt VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. "In der ersten Pandemiewelle haben wir schmerzvoll lernen müssen, dass geschlossene Grenzen zentrale Wertschöpfungsketten beeinträchtigen und zu Engpässen bei wichtigen Gütern und Dienstleistungen führen können."

Sperrschild und Barrikaden: Geschlossener Grenzübergang an der deutsch-polnischen Grenze in Brandenburg (picture alliance / Andreas Franke)Noch sind die Grenzen zwischen Polen udn Deutschland geschlossen - wegen des Coronavirus'. (picture alliance / Andreas Franke)

+++ Das Bundeskanzleramt hat seine Vorbereitungen zur Rekrutierung Tausender freiwilliger Helfer für die Abnahme von Corona-Schnelltests in den Alten- und Pflegeheimen deutlich vorangebracht. Die Helfer sollen pro Stunde eine Vergütung von 20 Euro erhalten, sagte eine Regierungssprecherin der "Rheinischen Post". Alle Freiwilligen sollen zuvor in jedem Fall vom Deutschen Roten Kreuz oder einer anderen Hilfsorganisation geschult werden, hieß es weiter.

+++ Die Nachfrage nach medizinischen Masken ist nach dem Bund-Länder-Beschluss zur Neuregelung der Maskenpflicht stark gestiegen. Das berichteten Drogeriemarktketten und Apotheker bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die Nachfrage nach Textilmasken sei dagegen gesunken. Vereinzelt habe es vorübergehende Engpässe gegeben, teilweise sei die Abgabe von FFP2-Masken deshalb auch eine Packung pro Kunde beschränkt worden. 

+++ Das Glastonbury-Musikfestival im Süden Englands muss zum zweiten Mal in Folge wegen Corona ausfallen. Vorbestellungen für das bereits im März 2020 ausgefallene Festival sollen jetzt für 2022 angerechnet werden. 

+++ In der russischen Hauptstadt Moskau werden einige Beschränkungen in der Corona-Pandemie wieder gelockert. Vom kommenden Freitag an dürfen in Theatern, Kinos und Konzertsälen die Hälfte der Plätze genutzt werden, wie Bürgermeister Sobjanin mitteilte. Bislang galt eine maximale Auslastung von 25 Prozent. Zudem dürfen auch Museen und Bibliotheken unter Einschränkungen wieder öffnen.

+++In Afrika ist die Todesrate im Zusammenhang mit dem Coronavirus mit 2,5 Prozent inzwischen höher als die weltweite Rate von 2,2 Prozent. Immer mehr afrikanische Staaten verzeichneten eine überdurchschnittliche Todesrate, teilte die Afrikanische Seuchenbehörde mit. Derzeit liege sie in 21 Ländern bei über drei Prozent, darunter in Ägypten, der Demokratischen Republik Kongo und im Sudan. Die Zahl der Infektionen in Afrika liege bei 3,3 Millionen, 81.000 Menschen seien gestorben.

+++Der amerikanische Regierungsberater für die Corona-Pandemie, Anthony Fauci, hat mitgeteilt, dass die USA sich an der internationalen Impfallianz Covax beteiligen werden. Ziel des Zusammenschlusses ist es, Corona-Impfstoffe weltweit zugänglich zu machen. Dazu werde Präsident Biden heute einen Erlass veröffentlichen.

+++ Im Landtag von Baden-Württemberg verteidigt Ministerpräsident Kretschmann das Vorhaben, Grundschulen schneller wieder zu öffnen als bundesweit vorgesehen. Unsere Landeskorrespondentin berichtet:

+++ In Portugal breitet sich die vermutlich ansteckendere Variante des Coronavirus rasch aus, die zuerst in Großbritannien beobachtet wurde. Etwa 20 Prozent aller neuen Infektionsfälle gingen auf diese Variante zurück, sagte Gesundheitsministerin Temido dem Sender RTP. Der Anteil könne bereits nächste Woche auf 60 Prozent steigen. Das Gesundheitssystem könne dieses Ausmaß an Infektionen nicht handhaben. 

+++ Die Gesundheitsämter haben 20.398 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Wie das Robert Koch-Institut weiter mitteilte, gab es im Zusammenhang mit dem Virus 1.013 weitere Todesfälle. Vor einer Woche waren 25.164 Ansteckungen verzeichnet worden. Die so genannte 7-Tage-Inzidenz sinkt weiter und liegt bundesweit nun bei 119. Dabei gibt es zwischen den Bundesländern erhebliche Unterschiede: Die höchsten Inzidenzen hat Thüringen mit 225, den niedrigsten Wert Bremen mit rund 77.

Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland im Überblick

Die Entwicklung spiegelt sich auch bei der Positivquote der Corona-Tests wider. In der zweiten Kalenderwoche wurden rund 1.150.000 Tests auf das Coronavirus gemacht. Von diesen waren 10,5 Prozent positiv. In der Vorwoche waren es noch 12,8.

+++ Der Außenminister von Luxemburg, Asselborn, ist gegen neue Grenzschließungen oder Kontrollen innerhalb der EU. Asselborn sagte im Deutschlandfunk, das sei nicht zielführend, um die Corona-Pandemie zu bekämpfen. Grenzschließungen hätten weitreichende negative Auswirkungen für die etwa 30 Prozent der Menschen in der EU, die in Grenzregionen lebten. Für Luxemburg beispielsweise würde die Schließung der Übergänge zu einem Zusammenbrechen des Gesundheitssystems führen. Zur ganzen Meldung.

+++ Wissenschaftler der Bundeswehr beteiligen sich an der Suche nach Mutationen des Coronavirus. Das sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München leiste einen Beitrag zur Genomsequenzierung und werde damit intensiver in die wissenschaftliche Arbeit bei der Bewältigung der Pandemie eingebunden. Vor wenigen Tagen hatte das Bundesgesundheitsministerium eine Verordnung erlassen, um die Sequenzierung deutlich zu verstärken.

Eine technische Assistentin trägt einen blauen Schutzhandschuh und hält ein kleines Reaktionsgefäß aus Plastik in der Hand. In der anderen Hand hält sie eine Pipette.  (dpa /Andreas Arnold)Eine Probe wird zur DNA-Sequenzierung vorbereitet. (dpa /Andreas Arnold)

+++ Viele Covid-19-Patienten sterben nach Auskunft der deutschen Sepsis-Stiftung an einer unerkannten Blutvergiftung. Der Vorsitzende Reinhart sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, ein solcher Verlauf könne durch eine bessere Früherkennung und eine angepasste Behandlung oft verhindert werden. Nach wie vor gebe es eine weit verbreitete Unkenntnis über das Thema Sepsis in der Bevölkerung, zum Teil aber auch beim medizinischen oder pflegerischen Personal. Auch sei es ein großes Problem, dass viele Patienten, die sich mit einer unkomplizierten Covid-19-Erkrankung zu Hause kurieren wollten, nicht rechtzeitig bemerkten, wenn diese in eine Sepsis übergehe. Zur ganzen Meldung.

+++ Der Deutsche Lehrerverband schlägt vor, lernschwachen Kindern und Jugendlichen eine freiwillige Wiederholung des Schuljahrs anzubieten, ohne dass sie dadurch als nicht versetzt gelten. Verbands-Präsident Meidinger sagte dem "Tagesspiegel", es gebe eine Schülergruppe, die ein zusätzliches Jahr brauche. Spätestens bei den Abschlussprüfungen oder im Abitur würden diese Jugendlichen sonst scheitern, gingen in der Folge mit weniger Rüstzeug ins Leben und hätten schließlich schlechtere Chancen. Dagegen wies Meidinger andere Ideen zurück. Zur Meldung.

Mittwoch, 20. Januar

+++ Vor dem EU-Gipfel haben sich die Mitgliedstaaten auf die gegenseitige Anerkennung von Corona-Schnelltests verständigt. Die EU-Rat der Mitgliedstaaten leitete ein schriftliches Verfahren ein, um eine entsprechende Einigung auf Botschafterebene zu bestätigen, wie die Nachrichtenagentur AFP erfuhr.

Antigentests erfordern keine Laboranalyse, Ergebnisse liegen bereits nach zehn bis 30 Minuten vor. Sie sind allerdings weniger zuverlässig als PCR-Tests, bei denen ein Abstrich im Labor untersucht wird - insbesondere, wenn der oder die Getestete keine Symptome zeigt. 

+++ In Baden-Württemberg ist ein registrierter Corona-Patient nach einer zweiten Infektion mit dem Virus gestorben. Es ist möglicherweise der erste derartige Fall in Deutschland, der bekannt geworden ist. Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes in Stuttgart lebte der 73 Jahre alte Mann in Landkreis Freudenstadt. Im April 2020 sei erstmals eine Corona-Infektion bei ihm nachgewiesen worden. Ende Dezember 2020 habe er sich erneut angesteckt, was Anfang Januar festgestellt worden sei. Der Patient sei dann im weiteren Verlauf an einer Lungenentzündung und Sepsis mit Multi-Organversagen gestorben.

Die Chance, dass sich ein Mensch ein zweites Mal mit dem Coronavirus anstecke, sei bislang sehr gering, hieß es weiter.

+++ Der neue US-Präsident Joe Biden hat sich zu Beginn seiner Amtszeit zuversichtlich gezeigt, dass die USA die Pandemie hinter sich lassen können. "Wir können das todbringende Virus besiegen", sagte Biden nach seiner Vereidigung vor dem Kapitol in Washington. Die USA müssten der Pandemie als geschlossene Nation begegnen, appellierte er. Biden will die Amerikaner unter anderem aufrufen, zunächst 100 Tage lang Masken in der Öffentlichkeit zu tragen.

Präsident Joe Biden spricht während der 59. Amtseinführung des Präsidenten im US-Kapitol. (AP Pool)Der neue US-Präsident Joe Biden (AP Pool)

+++ Die russischen Behörden haben eine Zulassung des Corona-Impfstoffs Sputnik V in der EU beantragt. Der Antrag sei bei der Europäischen Arzneimittelagentur eingereicht worden, teilte ein Sprecher des russischen Staatsfonds RDIF mit, der die Entwicklung des Vakzins finanziert hatte. Es handle sich um "einen wichtigen Meilenstein". Die EMA bestätigte ein Treffen mit den russischen Impfstoff-Entwicklern am Dienstag. Sie will weitere Angaben machen, sobald die wissenschaftlichen Begutachtungen starten.

Zuletzt hatte Argentinien "Sputnik V" für Menschen über 60 Jahre zugelassen.

+++ Rund die Hälfte der Deutschen hält die von Bund und Ländern beschlossenen Corona-Schutzmaßnahmen für angemessen. Das geht aus einer Umfrage des Instituts Forsa für die Sender RTL und n-tv hervor. Einem Viertel der Befragten gehen die Maßnahmen demnach zu weit - ebenfalls etwa einem Viertel nicht weit genug. 70 Prozent sagten zudem, sie rechneten mit einer weiteren Verlängerung des Lockdown über den 14. Februar hinaus, wenn nicht sogar mit einer weiteren Verschärfung. 

Zwei Tauben sitzen auf dem Pflaster in der Innenstadt von Hannover vor der Öffnung der Geschäfte.  (dpa / Ole Spata)Die menschenleere Innenstadt von Hannover. (dpa / Ole Spata)

+++ Großbritannien hat am Mittwoch den zweiten Tag in Folge einen Höchstwert an Corona-Todesfällen registriert: Innerhalb von 24 Stunden wurden 1820 Todesfälle gemeldet. Premierminister Boris Johnson sprach am Abend von "entsetzlichen" Zahlen.

+++ Portugal verzeichnet seit Weihnachten eine rasante Zunahme von Coronavirus-Fällen und hat nun den höchsten Sieben-Tage-Durchschnitt neuer Infektionen weltweit. Wie aus amtlichen Zahlen und Daten der Johns-Hopkins-Universität weiter hervorgeht, ist derzeit zudem die Zahl täglicher Todesfälle mit dem Virus in Bezug auf 100.000 Einwohner im internationalen Vergleich am höchsten. Die Gesundheitsbehörden meldeten am Mittwoch 14.647 Neuinfektionen - rund 3.600 mehr als der erst vor vier Tagen vermeldete Höchststand.

+++ In Madrid haben die Gesundheitsbehörden damit begonnen, Hunderte von jungen Menschen an Universitäten auf das Coronavirus zu testen. Damit hoffen die Behörden, asymptomatische Träger in einer der Gruppen mit den höchsten Übertragungsraten zu erkennen.

+++ Die Regierung von Dubai hat die Krankenhäuser angewiesen, alle planbaren und nicht unbedingt notwendigen Operationen für die kommenden Monate zu verschieben.

+++ In der vergangenen Woche ist ein 73-jähriger Mann aus Baden-Württemberg nach einer schweren Covid-19-Erkrankung verstorben. Wie das Landesgesundheitsamt bestätigte, soll der Mann sich ein zweites Mal mit dem Corona-Virus angesteckt haben. Demnach handelt es sich um mutmaßlich den ersten tödlichen Verlauf einer Reinfektion mit dem Virus in Deutschland.

+++ Der Impfstoff von Biontech und Pfizer schützt voraussichtlich auch gegen die Corona-Mutation, die zunächst in Großbritannien aufgetreten war. Darauf deutet eine erste Labor-Studie der beiden Pharmaunternehmen hin. Die Studie ist allerdings noch nicht in einem Fachjournal veröffentlicht und damit auch noch nicht objektiv begutachtet worden.

+++ Auf einer Berliner Krankenhausstation ist bei vier Patienten und zwei Mitarbeitern die zunächst in Großbritannien entdeckte Corona-Variante nachgewiesen worden. "Es besteht keine Kenntnis von vorherigen Aufenthalten in Großbritannien", teilte die Berliner Gesundheitsverwaltung mit. Alle Fälle betreffen eine Station der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie des Humboldt-Klinikums im Bezirk Reinickendorf, wie der kommunale Vivantes-Konzern mitteilte.

+++ Coronabedingt verschiebt Sachsen-Anhalts Linke den für den 29. Januar geplanten Parteitag zum Wahlprogramm für die Landtagswahl. Er soll jetzt im März stattfinden - wie genau, hänge aber von der Weiterentwicklung der Pandemie ab, teilte die Partei in Magdeburg mit.

+++ Bei den besser schützenden FFP2-Masken kommt es derzeit offenbar vereinzelt zu Lieferengpässen. Bundesgesundheitsminister Spahn sagte in Berlin, es könne "regional, lokal oder zeitlich" Schwierigkeiten geben, wenn alle an einem Tag das Gleiche kaufen wollten. Er sei aber optimistisch, dass grundsätzlich ausreichend Masken zur Verfügung stünden. Spahn verwies darauf, dass neben den FFP2-Masken auch jene vom Typ KN95 einen hohen Schutz böten.

Bundesgesundheitsminister mit Mund-Nasen-Schutz (picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Hendrik Schmidt)Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, besucht das Werk des Impfstoffherstellers IDT Biologika in Dessau-Roßlau und trägt dabei eine Maske. Im Ringen um einen künftigen Impfstoff gegen das Coronavirus unterstützt die Bundesregierung auch IDT Biologi (picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Hendrik Schmidt)

+++ Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier will über die Tafeln eine Million medizinische Masken an Bedürftige verteilen lassen. "Bedürftige bekommen damit eine besondere Unterstützung", sagte Bouffier am Mittwoch nach einer Sitzung des hessischen Corona-Kabinetts in Wiesbaden. Anspruch darauf sollen alle Menschen haben, die Hilfe von den Tafeln erhalten.

+++ Im Saarland sind die corona-bedingten Kontaktbeschränkungen für Familien teilweise aufgehoben. Nun dürfen sich dort vorläufig wieder mehr als zwei Haushalte und auch mehr als fünf Personen treffen. Das saarländische Oberverwaltungsgericht gab einer Frau Recht, die durch die Regelung daran gehindert wurde, gemeinsam mit ihrem Mann ihre Enkel und deren Eltern persönlich zu sehen. Das Gericht war der Ansicht, dass sich in der Verordnung des Saarlandes zwei Regelungen widersprechen. Eine Vorschrift erlaube Ausnahmen vom Kontaktverbot, wenn dies Familien betreffe, eine andere wiederum beschränke die Kontakte auf den eigenen Hausstand und eine weitere Person. Verordnungen müssten aber eindeutig sein, so das Gericht. Zudem genieße die Familie einen besonderen Schutz.

Gezielte Lockerungen oder No-Covid - Wissenschaftler streiten über die Wege aus der Coronakrise

+++ Italien droht dem US-Pharmakonzern Pfizer mit rechtlichen Schritten, weil sich die Lieferungen des Corona-Impfstoffs verzögern. Der zuständige Notfallschutz-Beauftragte sagte in Rom, der Gesundheitsschutz der Bevölkerung sei nicht verhandelbar. Fast ein Drittel der zugesagten Impfdosen seien nicht geliefert worden. Die Impfkampagne in Italien könne nicht verlangsamt werden, vor allem nicht für diejenigen, die nach der ersten Dosis nun die zweite benötigten. Pfizer hatte vor einigen Tagen angekündigt, die Lieferungen vorübergehend zu verringern. Begründet wurde dies mit Umbaumaßnahmen in seiner Produktionsstätte in Belgien.

+++ In der Türkei sind innerhalb von sieben Tagen eine Million Menschen gegen das Corona-Virus geimpft worden. Das teilte das Gesundheitsministerium in Ankara mit. Die Türkei hatte am vergangenen Donnerstag mit Massenimpfungen begonnen. Zum Einsatz kommt der Wirkstoff des chinesischen Hersteller Sinovac

+++ Israel gewährt nun auch Schwangeren vorrangig Zugang zu Covid-Impfungen. Laut dem nationalen Pandemie-Koordinator ist die Entscheidung mit der Einschätzung verbunden, dass keine Risiken für die Frauen und den Fötus bestünden. Israel hatte am 19. Dezember mit seiner Impfkampagne begonnen und dabei einen Fokus auf Ältere, Personen mit erhöhten Gesundheitsrisiken und medizinischem Rettungspersonal gelegt.

+++ Der US-Virologe Anthony Fauci wird Ehrenbürger von Sizilien. Das teilte die Gemeinde Sciacca nahe Agrigent mit, aus der die Großeltern des 80-Jährigen stammen. Außerdem soll er die Ehrenmitgliedschaft in der italienischen Gesellschaft für Medizin-Geschichte erhalten. Der in Brooklyn geborene Fauci leitet das Nationale Institut für Allergien und Infektionskrankheiten und hat während der Regierungszeit von Präsident Trump oftmals Widerspruch gegen dessen Krisenmanagement erhoben. Im neuen Regierungsteam von Präsident Biden wird Fauci als wissenschaftlicher Berater tätig sein.

Der amerikanische Virologe Anthony Fauci (r) neben US-Präsident Donald Trump während einer Pressekonferenz im Weißen Haus (dpa / picture-alliance / Consolidated News Photos / Kevin Dietsch)Der amerikanische Virologe Anthony Fauci (r) neben US-Präsident Donald Trump während einer Pressekonferenz im Weißen Haus (dpa / picture-alliance / Consolidated News Photos / Kevin Dietsch)

+++ Bundesarbeitsminister Heil hat die von Bund und Ländern vereinbarte Verordnung für mehr Homeoffice in der Corona-Pandemie vorgestellt. Demnach müssen Arbeitgeber ihren Beschäftigen ermöglichen, Büroarbeit oder ähnliche Tätigkeiten zuhause auszuführen, wenn keine betriebsbedingten Gründe dagegen sprechen. Die Verordnung tritt kommenden Mittwoch in Kraft. Heil appellierte an die Unternehmen, die neuen Regeln jetzt auch konsequent umzusetzen. Es müsse darum gehen, einen vollständigen Lockdown mit fatalen Folgen für die Volkswirtschaft abzuwenden. Im Notfall könnten die Arbeitsschutzbehörden der Länder auch Kontrollen durchführen und Sanktionen verhängen. Dies sei aber nur das äußerste Mittel, betonte Heil.

+++ Indien gibt im eigenen Land produzierte Corona-Impfstoffe kostenlos an andere Staaten ab. Wie das Außenministerium in Neu Delhi mitteilte, sollen zunächst Bhutan, die Malediven, Bangladesch, Nepal und Myanmar sowie die Seychellen beliefert werden. Für Lieferungen nach Sri Lanka, Afghanistan und Mauritius fehlten noch regulatorische Freigaben. Das schrieb Außenminister Jaishankar auf Twitter. Anders als reiche Staaten konnten sich die genannten Länder bei westlichen Herstellern bisher keine großen Impfstoff-Mengen sichern. Indien will ihnen deshalb mehrere hunderttausend Dosen zur Verfügung stellen und auch das Impf-Personal in den Empfängerländern schulen.

+++ In Österreich gibt es Kritik an einigen Bürgermeistern, die sich bei der Impfung gegen das Coronavirus vorgedrängelt haben sollen. So wurde aus einigen Bundesländern bekannt, dass übrig gebliebene Impfstoffe nicht an Heimbewohner, Gesundheitspersonal oder über 80-Jährige verabreicht wurden, sondern an Politiker, Gemeindebedienstete und Angehörige. Kanzler Kurz äußerte sich empört. Ein solches Vorgehen sei "moralisch enttäuschend" und mache ihn wütend und zornig", sagte der ÖVP-Politiker der "Kronen Zeitung".

+++ Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Montgomery, rechnet mit einer weiteren Verlängerung des Corona-Lockdowns über den 14. Februar hinaus. Man müsse sich daran gewöhnen, dass das jetzt die Lebensform für den Rest des Winters sei, sagte Montgomery im Südwestrundfunk. Andernfalls würde das Virus mit großer Macht zurückschlagen.

+++ Nordrhein-Westfalen verschiebt den Beginn der Corona-Impfungen für Über-80-Jährige, die zuhause leben, um eine Woche. Grund sei die verzögerte Lieferung des Impfstoffs von Biontech, teilte das Gesundheitsministerium in Düsseldorf mit. Die 53 Impfzentren im Land nähmen ihren Betrieb nun erst am 8. Februar auf. Auch die Erst-Impfungen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen müssten in der kommenden Woche pausieren.

+++ Der Verband deutscher Verkehrsunternehmen spricht sich für die Einführung einer Schweigepflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln nach spanischem Vorbild aus. Der Vorsitzende des Verbands, Wortmann, sagte im Deutschlandfunk, auch ein mögliches Telefonierverbot könne dabei helfen, die Ausbreitung potenziell infektiöser Aerosole in Bussen und Bahnen zu begrenzen. So seien in öffentlichen Verkehrsmitteln immer wieder Menschen anzutreffen, die zum Telefonieren die Maske abziehen. Wortmann räumte ein, dass eine Schweigepflicht im ÖPNV nur schwer zu kontrollieren sei. Sollte sie eingeführt werden, würde er auf die Kooperationsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger setzen. Auf der spanischen Insel Mallorca gilt seit vergangener Woche eine Schweigepflicht in Bussen und Bahnen.

Maskenpflicht im oeffentlichen Personennahverkehr. S-Bahn Muenchen am 12.10.2020. Auf dem Bahnsteig steigen Fahrgaeste mit Mundschutz,Maske in einen Zug - alle tragen Masken.  (picture alliance / Sven Simon)Soll in Bussen und Bahnen zur Eindämmung der Corina-Pandemie eine Schweigepflicht eingeführt werden? Der Verband der Verkehrsunternehmen würde das unterstützen. (picture alliance / Sven Simon)

+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut 15.974 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden 1.148 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet. Vor einer Woche waren 19.600 Neuinfektionen und 1.060 Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet worden. Die so genannte Sieben-Tage-Inzidenz liegt bundesweit im Schnitt bei 123,5 – mit erheblichen Unterschieden zwischen den einzelnen Bundesländern. Am höchsten ist sie derzeit mit 237 in Thüringen, am niedrigsten mit 78 in Bremen. Weitere Zahlen zum Coronavirus haben wir hier zusammengestellt.

+++ Die Intensiv- und Notfallmediziner dringen auf eine schnelle Entlastung der Intensivstationen in deutschen Kliniken. Dazu müssten die Infektionen mit dem Coronavirus weiter gesenkt werden, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Marx, der "Rheinischen Post". Aktuell gebe es knapp unter 5000 Intensivpatienten in Deutschland, diese Zahl müsse deutlich gesenkt werden. Zwar sei die kritische Situation zum Jahreswechsel überstanden, man dürfe aber noch nicht von einer Entspannung sprechen. Es gehe auch darum, wieder aufnahmebereit zu sein, falls sich Coronavirus-Mutationen ausbreiteten.

+++ Die Beschlüsse des Bund-Länder-Gipfels zu den Corona-Maßnahmen sind bei der Opposition auf Kritik gestoßen. Der Linken-Parlamentsgeschäftsführer Korte sagte, soziale Aspekte der Pandemie würden außer Acht gelassen. Er erneuerte die Forderung seiner Partei nach finanzieller Unterstützung für den Erwerb medizinischer Masken, deren Tragen nun verpflichtend für Geschäfte und Nahverkehr vorgeschrieben wird. Er sagte, wenn man den sozialen Status am Schutzgrad der Maske erkennen könne, laufe etwas gewaltig schief.

In der Wirtschaft herrscht Erleichterung über die Beschlüsse. Dagegen wächst der Ärger darüber, dass die Schulen weiterhin geschlossen bleiben.

+++ Die Beschlüsse des Bund-Länder-Gipfels zu den Corona-Maßnahmen stoßen bei der Opposition im Bundestag auf Kritik. Der Linken-Parlamentsgeschäftsführer Korte sagte, soziale Aspekte der Pandemie würden außer Acht gelassen. Er erneuerte die Forderung seiner Partei nach finanzieller Unterstützung für den Erwerb medizinischer Masken, deren Tragen nun verpflichtend für Geschäfte und Nahverkehr vorgeschrieben wird. Er sagte, wenn man den sozialen Status am Schutzgrad der Maske erkennen könne, laufe etwas gewaltig schief. FDP-Fraktionsvize Theurer warf Bund und Ländern Aktionismus vor.

Ein Covid-Patient aus dem brasilianischen Manaus wird auf einer Trage in ein Flugzeug gebracht. (www.imago-images.de)Covid-Patienten aus dem brasilianischen Manaus mussten per Flugzeug in andere Kliniken gebracht werden, da in Manaus die Sauerstoff-Vorräte zur Neige gingen. (www.imago-images.de)

+++ Wegen steigender Corona-Infektionszahlen warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einem Kollaps der Krankenhäuser in Nord- und Südamerika. In der ganzen Region arbeiteten viele Klinken an der Grenze oder nahe der Grenze ihrer Kapazitäten, sagte die Direktorin der Pan-Amerikanischen Gesundheitsorganisation (Paho), Etienne. Sorgen bereiteten ihr vor allem die hohen Belegungszahlen der Betten auf Intensivstationen und der Mangel an medizinischem Sauerstoff in bestimmten Regionen.

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