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Newsblog zum Coronavirus+++ RKI: 15.685 Corona-Neuinfektionen +++

Eine Ärztin in einem Impfzentrum impft einen Wohnungslosen mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson.  (picture alliance / dpa /Federico Gambarini)
Auch wegen der steigenden Impfungen sinkt die Zahl der Neuinfektionen. (picture alliance / dpa /Federico Gambarini)

Robert-Koch-Institut meldet 15.685 Corona-Neuinfektionen. Schweinfurt verbietet eine Groß-Demonstration gegen Corona-Auflagen. Die Weltgesundheitsorganisation erteilt dem Impfstoff des chinesischen Pharmaunternehmens Sinopharm eine Notfallzulassung. Weitere Entwicklungen in unserem Newsblog.

Samstag, 8. Mai

+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 15.685 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind 3.250 weniger als vor einer Woche. Außerdem wurden innerhalb von 24 Stunden 238 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank weiter von 125,7 auf 121,5.

Weitere aktuelle Zahlen zum Coronavirus haben wir in diesem Artikel zusammengefasst.

+++ Der deutsche Virologe Klaus Stöhr sieht den Vorstoß der US-Regierung zur Freigabe der Patente für Corona-Impfstoffe skeptisch. Kurzfristig werde dies die Probleme in den Entwicklungsländern nicht lösen, sagte Stöhr im Deutschlandfunk (Audio-Link). Die Impfstoffherstellung sei sehr komplex, betonte der Wissenschaftler, der 15 Jahre lang für die Weltgesundheitsorganisation tätig war. Nötig sei für die Produktion von Impfstoffen ein Technologietransfer. Zudem brauche man noch die Bestandteile. Besser sei eine langfristige Zusammenarbeit mit der Impfallianz Gavi, damit die Wirkstoffe besser verteilt würden.

+++ Bundesgesundheitsminister Spahn geht davon aus, dass trotz der Corona-Pandemie Reisen innerhalb der EU im Sommer problemlos möglich sind. Dies werde voraussichtlich nicht von der Impfung abhängig sein, sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post". Auch mit den Testungen werde man sich europaweit gut bewegen können.

+++ Indien hat den dritten Tag in Folge mehr als 400.000 Corona-Neuinfektionen und mit 4.187 Todesfällen in Verbindung mit dem Virus so viele wie noch nie gemeldet. Die Zahl der bestätigten Ansteckungen stieg binnen 24 Stunden um 401.078 auf 21,9 Millionen, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Weltweit ist das der zweithöchste Wert nach den USA. Zudem zählen die Behörden nun fast 240.000 Menschen, die an oder mit dem Virus gestorben sind.

Das Foto zeigt Arbeiter in Schutzanzügen und Familienmitglieder, die in Neu-Delhi am 1. Mai 2021 einen Leichnam zur Einäscherung inmitten mehrerer Scheiterhaufen auf ein Gelände tragen, das in ein Krematorium für Masseneinäscherungen umgewandelt wurde. (imago / UPI Photo / Abhishek)Arbeiter und Familienmitglieder tragen in Indien einen Leichnam zur Einäscherung in der Nähe mehrerer Scheiterhaufen von Opfern des COVID-19 auf ein Gelände, das in ein Krematorium für Masseneinäscherungen umgewandelt wurde. (imago / UPI Photo / Abhishek)

+++ Die Stadt Schweinfurt hat eine für heute angekündigte Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen mit mehreren Tausend Teilnehmern untersagt. Begründet wird das Verbot mit einer Gefahrenprognose des bayerischen Innenministeriums. Die Rede ist von neuen polizeilichen Erkenntnissen zum Veranstalter der Versammlung. In Anbetracht der hohen Infektionszahlen sei die Demonstration mit großem Unmut aufgenommen worden, erklärte Oberbürgermeister Remelé, CSU.

+++ EU-Kommissionpräsidentin von der Leyen hat sich ablehnend zur Aufhebung des Patentschutzes von Corona-Impfstoffen geäußert. Das würde auf kurze und mittlere Sicht die Probleme nicht lösen, sagte sie beim Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Porto. Schnell helfen könnten nur eine höhere Produktion, die Beseitigung von Exportschranken und das Teilen bereits bestellter Impfstoffe.

Freitag, 7. Mai

+++  Die Weltgesundheitsorganisation WHO erteilt dem Impfstoff des chinesischen Pharmaunternehmens Sinopharm eine Notfallzulassung. Damit ist es das erste Vakzin eines nicht-westlichen Landes mit einer Notfallzulassung der WHO. In China und anderen Ländern sind bereits hunderte Millionen Menschen damit geimpft worden. Mit dem grünen Licht der WHO kann das Mittel auch in die Covax-Impfinitiative aufgenommen werden, die einen weltweit gleichmäßigen und gerechten Zugang zu Corona-Impfstoffen garantieren soll.

+++ Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) hat die Prüfung eines Medikaments zur Behandlung von Covid-19-Patienten in Gang gesetzt. Studienergebnisse des Antikörper-Mittels Sotrovimab würden nach einem beschleunigten Verfahren bewertet, teilte die EMA in Amsterdam mit. Das Präparat wird von dem britischen Hersteller GlaxoSmithKline gemeinsam mit dem US-Unternehmen Vir Biotechnology produziert. Erste Ergebnisse von Studien deuten nach Angaben der EMA darauf hin, dass das Mittel einen schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung und damit Krankenhausaufnahme und auch Tod verhindern könne. Da die EMA aber noch nicht alle Daten erhalten habe, könne man Nutzen und Risiken noch nicht gegeneinander abwägen. Wie lange die Prüfung dauern wird, ist demnach unklar.

+++ Als erstes Bundesland wird Nordrhein-Westfalen sogenannte "Lolli-Tests" an den Grund- und Förderschulen einführen. Nach Angaben von Schulministerin Gebauer sollen sie ab Montag die bisherigen Antigen-Schnelltests ersetzen. Sie seien kindgerechter und einfacher zu handhaben. Die Schülerinnen und Schüler sollen den "Lolli-Test" zweimal in der Woche vornehmen. Dazu lutschen sie 30 Sekunden lang auf einem Abstrichtupfer. In einem zweiten Schritt werden die Tupfer aller Kinder einer Lerngruppe als anonyme Sammelprobe noch am selben Tag in einem Labor ausgewertet. Diese Methode sichere "ein sehr verlässliches Testergebnis", hieß es. Zudem könne eine mögliche Infektion durch einen PCR-Test deutlich früher festgestellt werden als durch einen Schnelltest.

Im Bild sind in Schachteln verpackte sogenannte "Lolli-Tests" für Grundschüler zu sehen.  (picture alliance/dpa | Michael Reichel)NRW führt als erstes Bundesland sogenannte "Lolli-Tests" ein (picture alliance/dpa | Michael Reichel)

+++ Die Corona-Pandemie hat einer Umfrage zufolge eine neue Bescheidenheit im Konsumverhalten ausgelöst. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf eine repräsentative Umfrage des Opaschowski Instituts für Zukunftsforschung (OIZ). 61 Prozent sagten demnach, die Corona-Krise habe ihre Lebenseinstellung nachhaltig verändert, beim Konsumieren und Geldausgeben seien sie maßvoller und bescheidener geworden. OIZ-Chef Opaschowski erklärte dazu, viele Menschen könnten sich immer weniger Konsumwünsche erfüllen. Konsum nach Maß bedeute aber nicht nur Verzicht. Denn die Mehrheit der Bevölkerung stelle zugleich fest, nichts zu vermissen. Der Forscher erklärt auch, was nun an die Stelle von materiellen Werten getreten ist.

Frau trägt eine Plastiktüte mit Aufschrift "I Love Shopping"  (imago/Ralph Peters)"I Love Shopping" - gilt das auch nach der Pandemie noch? (imago/Ralph Peters)
+++ In Großbritannien soll Menschen, die jünger als 40 sind, nach Möglichkeit ein anderer Impfstoff als Astrazeneca angeboten werden. Das teilte die zuständige Impfkommission in London mit. Bisher galt die Empfehlung nur für unter 30-Jährige. Nach Angaben der Kommission sind die Ansteckungsraten in Großbritannien so weit zurück gegangen, dass man die Altersgruppe ausweiten könne, ohne die Impfkampagne zu gefährden. Grund für die Empfehlung sind die seltenen Blutgerinnsel nach einer Impfung, die vor allem bei jungen Menschen auftreten.

Der Bundesrat hat Lockerungen für Geimpfte und Genesene zugestimmt. Damit können die neuen Regeln am Wochenende in Kraft treten. Was dann für wen genau gilt, haben wir hier zusammengefasst

+++ Die Bundesregierung und das Robert Koch-Institut sehen in der aktuellen Entwicklung der Corona-Zahlen ein Zeichen der Hoffnung. "Die dritte Welle scheint gebrochen", sagte Gesundheitsminister Spahn in Berlin. RKI-Präsident Wieler erklärte, es gebe mittlerweile die Hoffnung, die Pandemie bald kontrollieren zu können. Allerdings könne für die Intensivstationen noch keine Entwarnung gegeben werden.

Polizisten in Schutzkleidung gehen durch die Straßen, ein Lautsprecherwagen macht Durchsagen (AFP/Ishara S. Kodikara)Kontrolle in Sri Lanka: Die Polizei in Colombo weist mit Durchsagen auf die Maskenpflicht hin (AFP/Ishara S. Kodikara)

+++ Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut rund 18.500 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Das sind gut 5.800 weniger als eine Woche zuvor. Die 7-Tage-Inzidenz sank im Vergleich zum Vortag von 129,1 auf 125,7. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Ansteckung lag bei 284 und stieg damit auf insgesamt 84.410.

Alle aktuellen Zahlen zum Infektionsgeschehen in Deutschland einschließlich der Genesenen, der Impf- und der Teststatistik und der Belegung der Intensivstationen finden Sie hier. 

+++ Angesichts sinkender Corona-Inzidenzzahlen und einer wachsenden Zahl an Geimpften fordert der Handelsverband Deutschland eine rasche Wiedereröffnung aller Geschäfte. Es gebe keinen Grund mehr für weitere Einschränkungen oder Schließungen im Einzelhandel, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Genth. In Gebieten mit einer Inzidenz unter 100 müsse zudem die Testpflicht vor dem Einkauf entfallen.

+++ Der Impffahrplan von NRW-Gesundheitsminister Laumann ist von verschiedenen Branchen kritisiert worden. Sowohl die Logistikbranche mit ihren vielen Lkw-Fahrern als auch die Bestatter monieren, dass sie in der Priorisierungsstufe 3 nicht vorgesehen sind. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung ist die Nachfrage nach den jetzt freigegeben Terminen in den Impfzentren des Bundeslandes immens.

+++ Vor der nahenden Urlaubssaison will Italien die Bevölkerung seiner kleinen Mittelmeerinseln coronafrei bekommen. Die Regierung beginnt heute mit Massenimpfungen gegen Covid-19 auf Capraia, südwestlich der toskanischen Stadt Livorno, und den Äolischen Inseln, nordwestlich der sizilianischen Stadt Messina.

+++ Der Corona-Notstand für die Olympia-Stadt Tokio wird weniger als drei Monate vor Beginn der Sommerspiele abermals verlängert. Man plane eine Verlängerung bis Monatsende, erklärte der zuständige Minister Nishimura. Die Regierung hatte erst kürzlich den Notstand bis zum 11. Mai verlängert.

+++ Die chinesische Wirtschaft erholt sich immer stärker von der Coronavirus-Pandemie. Nach offiziellen Angaben wuchsen die Exporte innerhalb eines Jahres um 32,3 Prozent. Von Reuters befragte Experten hatten mit einem Plus von 24,1 Prozent gerechnet. Die Importe stiegen um 43,1 Prozent. Der Handelsüberschuss betrug knapp 42,9 Milliarden Dollar.

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