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Newsblog zum Coronavirus+++ RKI meldet 2.153 neue Infektionen in Deutschland +++

Es wird weiter nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus gesucht. (imago/Sven Simon)
Es wird weiter nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus gesucht. (imago/Sven Simon)

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus bleibt in Deutschland über der 2.000er-Marke. Auf der Suche nach einem Impfstoff wollen Forschende in Großbritannien eine umstrittene Methode anwenden. Rio de Janeiro verschiebt den Karneval. Weitere Entwicklungen in unserem Newsblog.

Freitag, 25. September

+++ Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus bleibt in Deutschland über der 2.000er-Marke. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut binnen 24 Stunden 2.153 neue Fälle. Die Zahl der Menschen, die an oder mit dem Virus starben, stieg um 15 auf 9.443. Damit sind rechnerisch derzeit etwa 22.280 aktive Infektionsfälle bekannt. 

+++ In London sollen einem Bericht zufolge Menschen für Impfstoff-Tests absichtlich mit dem Coronavirus infiziert werden. Gesunde, erwachsene Freiwillige sollen dabei im neuen Jahr unter kontrollierten Quarantäne-Bedingungen dem Coronavirus ausgesetzt werden, nachdem sie einige Wochen zuvor einen potenziellen Impfstoff verabreicht bekommen haben, wie die "Financial Times" unter Berufung auf Projektbeteiligte schreibt. Man arbeite mit Partnern zusammen, um mithilfe von "Human Challenge"-Tests die Entwicklung von Impfstoffen zu beschleunigen, bestätigte ein Regierungssprecher der Deutschen Presse-Agentur in London. "Human Challenge Trials" - so lautet der englischsprachige Fachbegriff - haben den Vorteil, dass die Wirksamkeit eines Impfstoff unmittelbar festgestellt werden kann. Im Gegensatz dazu sieht das übliche Verfahren vor, oft Zehntausende Menschen zu impfen und dann zu schauen, ob sich weniger Menschen auf natürliche Weise infizieren als in einer ungeimpften Kontrollgruppe. "Human Challenge Trials" sind unter Wissenschaftlern allerdings umstritten. Einige betonen den großen Nutzen. Andere äußern ethische Bedenken und verweisen auf enorme gesundheitliche Risiken, die die Infektion haben könnte.

+++ Rio de Janeiro verschiebt seinen weltberühmten Karneval wegen der Coronavirus-Pandemie für unbestimmte Zeit. Das kündigte die Stadtverwaltung der brasilianischen Metropole an. Die Sambaschulen teilten mit, die anhaltende Ausbreitung des Virus mache es unmöglich, die traditionellen Paraden auf sichere Weise abzuhalten. Beim Karneval von Rio feiern jedes Jahr Millionen von Menschen in den Straßen und an den Stränden. Brasilien ist eines der Länder, die am stärksten von der Pandemie betroffen sind.

+++ Frank Ulrich Montgomery, der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebundes, hat die Austragung des Supercup-Finales des FC Bayern München gegen den FC Sevilla (2:1 n. V.) im Corona-Risikogebiet Budapest kritisiert. "Der Fußball scheint offenbar Narrenfreiheit zu genießen. Das ist kontraproduktiv und ein falsches Signal", sagte Montgomery der "Passauer Neuen Presse". "Wenn die Bürgerinnen und Bürger nicht mehr ihre Ferien im Ausland verbringen können, aber Bosse und Spieler des FC Bayern in Hochrisikogebiete fliegen, ist das ein verheerendes Zeichen", kritisierte der 68 Jahre alte Montgomery. Die Partie wurde trotz hoher Infektionszahlen im Corona-Risikogebiet Budapest vor Publikum ausgetragen. Nach Angaben der UEFA wurden 15.500 Karten verkauft.

+++ Angesichts wieder zunehmender Reisewarnungen in der Corona-Krise sieht die deutsche Tourismusbranche ihr Überleben in Gefahr und äußert Kritik an der Bundesregierung. "Die Situation in der Reisewirtschaft ist existenzbedrohend", sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Fiebig, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Umsätze lägen derzeit lediglich bei einem Viertel der Vorjahreserlöse. Eine Besserung sei nicht in Sicht. "Knapp 70 Prozent der von uns jüngst befragten Reisebüros sehen sich massiv in ihrer Existenz bedroht, bei den Reiseveranstaltern sind es mehr als die Hälfte", führte Fiebig aus. Er sprach angesichts der vermehrten Ausweisung von Risikogebieten von teilweise absurden Vorgaben. "In Spanien beispielsweise gibt es zahlreiche Inseln wie Lanzarote, Formentera und Menorca, auf denen es keinen einzigen Corona-Hotspot gibt, trotzdem werden sie als Risikogebiet geführt", erläuterte der Verbandspräsident. "Finca-Urlaub ist in keiner Weise gefährlicher als eine S-Bahn-Fahrt in Berlin", betonte er. 

+++ Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie haben Gegner der Maßnahmen in Frankreich zu einer größeren Protestaktion aufgerufen. In der Hafenstadt Marseille wollen Gastronomen am Freitag gegen die angekündigte Schließung von Bars und Restaurants auf die Straße gehen. Hotelbesitzer und andere Wirtschaftsvertreter wollen sich der Kundgebung anschließen. Sie fürchten massive Einbußen, wie zuletzt unter der Ausgangssperre im Frühjahr. Marseille und das Umland sind am stärksten von der zweiten Welle der Corona-Infektionen in Frankreich betroffen. 

+++ Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Schweitzer, hat angesichts steigender Infektionszahlen davor gewarnt, dass weiter Produktions- und Geschäftsausfälle Unternehmen in ihrer Existenz gefährden und die Politik zu "Beschränkungen mit Augenmaß" aufgerufen. "Steigende Infektionszahlen machen natürlich auch den Unternehmen Sorge", sagte Schweitzer der "Rheinischen Post". Viele Betriebe stünden schon jetzt mit dem Rücken zur Wand, denn die Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen hätten seit März tiefe Spuren in den Bilanzen hinterlassen. 

+++ China hat empört auf die Kritik von US-Präsident Donald Trump an seinem Vorgehen in der Corona-Krise reagiert. "Ich muss sagen: Genug ist genug!" sagte Botschafter Zhang Jun in einer Sitzung des UNO-Sicherheitsrats. Er verwies darauf, dass die USA die höchsten Coronavirus-Infektionszahlen und -Todesopfer der Welt verzeichnen. "Wenn jemand zur Rechenschaft gezogen werden sollte, sollten dies einige US-Politiker selbst sein", sagte Zhang. Trump hatte China am Dienstag in seiner UNO-Debattenrede erneut vorgeworfen, "die Welt infiziert" zu haben.

Donnerstag, 24. September

+++ In Frankreich haben sich binnen 24 Stunden mehr als 16.000 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert. Seit Mittwochabend seien 16.096 neue Infektionsfälle registriert worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Abend mit. Dies ist ein neuer Rekord seit Einführung der großflächigen Tests auf das neuartige Coronavirus. In den vergangenen Tagen waren in Frankreich mehr als 13.000 Neuansteckungen binnen 24 Stunden registriert worden - dies waren die höchsten Werte seit Beginn der Pandemie. 

+++ Paris erwägt wegen der angespannten Corona-Lage die Zahl der Operationen zu verringern. Wie der Pariser Krankenhausverbund mitteilte, werde die Entscheidung von Fall zu Fall auf den betroffenen Stationen getroffen. Zuvor hatte der Vizedirektor des Gremiums, Crémieux, eine pauschale Kürzung der Operationen um ein Fünftel ins Gespräch gebracht. Die aktuelle Situation sei jedoch nicht mit der im März vergleichbar, teilte der Verbund mit. Frankreich registriert derzeit einen starken Zuwachs an Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Der Wert lag zuletzt bei 13.000 neuen Fällen binnen eines Tages. Die Pariser Kliniken rechnen bis kommende Woche mit mindestens 200 Patienten, die in auf ein Intensivbett angewiesen sein könnten.

+++ Die EU-Kommission hat die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union angesichts steigender Coronavirus-Infektionen aufgefordert, sofort gegenzusteuern. Das sei womöglich die letzte Chance, eine Wiederholung des Geschehens vom Frühjahr zu vermeiden, sagte Gesundheitskommissarin Kyriakides in Brüssel. Die Zahlen seien seit August stetig gewachsen und lägen nun teils höher als zu Beginn der Pandemie.

+++ Österreichs Bundeskanzler Kurz kündigte in Wien an, die - so wörtlich - berühmt-berüchtigten Après-Ski-Partys solle es in den Urlaubsorten in seinem Land im Winter nicht geben. Viele Menschen wollten noch immer nicht wahrhaben, dass die Infektionszahlen zu hoch seien, betonte Kurz.

+++ Am Flughafen der finnischen Hauptstadt Helsinki helfen Hunde dabei, Corona-Infizierte zu identifizieren. Wie der Flughafen auf seiner Webseite mitteilte, wurden zehn Hunde trainiert, das Virus Sars-CoV-2 zu entdecken. Vier von ihnen seien schon im Einsatz, hieß es. Es werde erwartet, dass die empfindlichen Nasen der Hunde die Identifizierung von infizierten Personen beschleunigten.

Der Covid-19-Spürhund K'ssi schnüffelt während einer Pressekonferenz hinter einer Absperrung am Flughafen Helsinki-Vantaa. (dpa-Bildfunk / Lehtikuva / Antti Aimo-Koivisto)In Helsinki helfen Hunde, das Virus zu erschnüffeln. (dpa-Bildfunk / Lehtikuva / Antti Aimo-Koivisto)

+++ Die seit heute in der Altstadt von München geltende Maskenpflicht trifft beim Präsident des Städtetags, Jung, auf Verständnis. Berlins Regierender Bürgermeister Müller ist dagegen skeptisch. Mehr dazu hier.

+++ In Remscheid hat sich die Corona-Lage nach den offiziellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) etwas entspannt - Hamm bleibt hingegen bundesweit an der Spitze aller großen Städte und Kreise. 88,2 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen pro 100 000 Einwohner registrierte das RKI am Donnerstag für Hamm. Am Vortag waren es 80,4. Die Stadt Hamm selbst hatte schon von 94,9 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen berichtet. Die Differenz kommt durch unterschiedliche Meldewege und -zeiten zustande.

Das Auswärtige Amt hat Reisewarnungen für mehrere Regionen in Europa ausgesprochen. Dabei orientiert es sich an der Einschätzung des Robert Koch-Instituts, das in diesen Regionen die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus für besonders hoch hält. Wir haben die wichtigsten Informationen zu den Risikogebieten zusammengestellt und erklären, was das aktuell für das Reisen bedeutet.

+++ Auch in Nordrhein-Westfalen steigen die Infektionszahlen, mehrere Städte haben schon strengere Regeln erlassen. Nun meldet sich auch der Gesundheitsminister im WDR zu Wort.

+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen 24 Stunden 2.143 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Zahl der Menschen, die an oder mit dem Virus starben, stieg um 19 auf 9.428.

Jeden Tag fassen wir die aktuellen Zahlen zum Coronavirus in Deutschland zusammen. Dort finden Sie auch Angaben über das Geschehen in den Bundesländern und die Statistik der Tests sowie Hinweise zu den Kapazitäten an Intensivbetten. Hier geht es zu dem Artikel.

+++ Das israelische Kabinett hat wegen der Corona-Pandemie einen erneuten Lockdown verhängt. Nach ARD-Informationen sind die Beschränkungen noch strenger als beim ersten Lockdown im Frühjahr. So sollen Synagogen geschlossen und das Demonstrationsrecht eingeschränkt werden.

Eine Frau mit Mundschutz wartet vor einer Wand mit einem musikalischen Graffiti auf den Bus. (AP/Ariel Schalit)Der Lockdown in Israel soll strenger werden als im Frühjahr. (AP/Ariel Schalit)

+++ Nach Außenminister Maas hat sich nun auch Bundeswirtschaftsminister Altmaier in Corona-Quarantäne begeben. Der CDU-Politiker teilte per Twitter mit, dass er beim Handelsministerrat am Wochendende in Berlin Kontakt zu einem Mitarbeiter eines EU-Ministers hatte, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Deshalb habe er sich vorsorglich in häusliche Quarantäne begeben. Noch am Freitag habe er sich einem Coronatest unterzogen, der negativ ausgefallen sei. Altmaier betonte, es gehe ihm sehr gut. Zuvor hatte das Auswärtige Amt mitgeteilt, dass Außenminister Maas in Quarantäne gegangen sei. Einer der Personenschützer des SPD-Politikers sei mit dem Virus infiziert, hieß es zur Begründung

+++ Ärztevertreter halten die Warn-App im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Deutschland für nahezu wirkungslos. Die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitssystems, Teichert, sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, die Daten der App würden nicht automatisch an die Gesundheitsämter weitergeleitet. Deshalb sei dieses Instrument in seiner derzeitigen Form keine große Unterstützung bei der schnellen Bekämpfung und Eindämmung von Corona-Ausbrüchen. Es komme äußerst selten vor, dass sich ein App-Nutzer wegen eines entsprechenden Warnhinweises bei den Gesundheitsbehörden melde.

+++ Kanzleramtschef Braun hatte die App zuvor als großen Erfolg bezeichnet. Mit rund 18 Millionen Downloads sei sie öfter heruntergeladen worden als alle anderen Corona-Apps in Europa. Auch die Entwickler der App, SAP und Deutsche Telekom, haben 100 Tage nach dem Start der Anwendung eine positive Bilanz gezogen. Die App funktioniere und man arbeite weiter an Verbesserungen, hieß es.

+++ In München gelten seit Mitternacht verschärfte Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie. In Teilen der Altstadt muss ab heute eine Mund-/Nasenbedeckung getragen werden. Außerdem dürfen sich nur noch fünf Personen oder Mitglieder maximal zweier Haushalte treffen, unabhängig, ob diese Treffen zu Hause, im Freien oder in einem Restaurant stattfinden. Private Feiern bleiben erlaubt, jedoch dürfen maximal 25 Personen daran teilnehmen und der Gastgeber ist für ein Corona-Hygienekonzept verantwortlich. Diese neuen Vorschriften gelten in München zunächst eine Woche lang.

+++ In der Schweiz sind rund 2.500 Studentinnen und Studenten einer Hotelfachschule in Lausanne unter Corona-Quarantäne gestellt worden. Sie müssten in ihren Wohnungen bleiben, die teilweise auf dem Campus liegen. Die Quarantäne gilt bis Montag. Elf Personen des Studiengangs hatten sich mit dem Coronavirus angesteckt, vermutlich auf einer oder mehreren Partys.

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