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Newsblog zum Coronavirus+++ Russland schlägt Konferenz zur Kooperation bei Impfstoffen vor

Russlands Präsident Putin bei seiner virtuellen Rede vor der UNO-Generalversammlung. (dpa / Pool Sputnik Kremlin)
Russlands Präsident Putin hat eine Konferenz zur Kooperation bei Impfstoffen vorgeschlagen. (dpa / Pool Sputnik Kremlin)

Russlands Präsident Putin schlägt eine Konferenz zur Kooperation bei Impfstoffen vor. In den USA hat die Zahl der Corona-Todesfälle die symbolische Schwelle von 200.000 überstiegen. Zur Eindämmung einer zweiten Virus-Welle führt Schottland landesweite Beschränkungen für private Treffen ein. Weitere Entwicklungen in unserem Newsblog.

Dienstag, 22. September

+++ Russlands Präsident Putin schlägt eine Konferenz zur Kooperation bei Impfstoffen vor. "Wir sind bereit, unsere Erfahrungen zu teilen und mit allen Staaten und internationalen Instanzen bei der Entwicklung von Corona-Impfstoffen zusammenzuarbeiten", sagt Putin bei seiner virtuellen Rede vor der UN-Generalversammlung. Die Weltgesundheitsbehörde WHO solle gestärkt werden. Russland sei auch bereit, seinen Impfstoff zur Verfügung zu stellen. Das Paul-Ehrlich-Institut hatte vor dem russischen Corona-Impfstoff gewarnt. Präsident Cichutek sagte, die Zulassung sei mit Vorsicht zu betrachten. Dabei verwies er auf eine geringe Transparenz bei der Freigabe.

Wir erklären in unserem Beitrag, wie weit die Impfstoffforschung gegen das Coronavirus ist.

+++ In den USA hat die Zahl der Corona-Todesfälle die symbolische Schwelle von 200.000 überstiegen. Die Marke wurde nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität am Dienstag überschritten. Die USA stehen damit für rund jeden fünften Todesfall weltweit, seit Beginn der Pandemie wurden in dem Land rund 6,86 Millionen Infektionsfälle bestätigt - auch das ist ein internationaler Höchstwert.

+++ Zur Eindämmung einer zweiten Virus-Welle führt Schottland landesweite Beschränkungen für private Treffen ein. Diese seien ähnlich wie die am Montag ausgerufenen Beschränkungen in Nordirland, sagt schottische Regierungschefin Sturgeon. Dort dürfen sich inzwischen die Bürger in geschlossenen Räumen nur noch mit einem anderen Haushalt treffen. Im Freien sind zwei Haushalte mit maximal sechs Personen erlaubt.

+++ Schweden erwägt die Einführung neuer Maßnahmen zur Virus-Eindämmung in der Hauptstadt Stockholm. Hintergrund ist ein Anstieg der Neuerkrankungen. Schweden hat sich bislang in der Virus-Krise weitgehend gegen staatlich verfügte Einschränkungen entschieden und vielmehr an die persönliche Verantwortung der Bürgerinnen und Bürger appelliert.

+++ Der britische Premierminister Johnson hat eine ungewöhnliche Erklärung für die Unterschiede im Infektionsgeschehen zwischen den europäischen Ländern gefunden: Die Corona-Infektionszahlen seien in Großbritannien höher als in Deutschland oder Italien, da es ein "freiheitsliebendes Land" sei, sagte er im britischen Parlament. Die Opposition hatte Johnson vorgeworfen, die Zahlen im Königreich seien so hoch, weil - anders als in anderen Ländern - die Kontaktverfolgung und das Testprogramm nicht richtig funktionierten. Johnson wies dies zurück: Es gebe "einen wichtigen Unterschied zwischen unserem Land und vielen anderen Ländern der Welt, nämlich dass unser Land ein freiheitsliebendes Land ist", erklärte er.

+++ US-Präsident Donald Trump fordert die Vereinten Nationen auf, China wegen des Umgangs mit der Virus-Krise zur Verantwortung zu ziehen. In der im Weißen Haus aufgezeichnete Rede wirft Trump China und auch der Weltgesundheitsorganisation WHO vor, falsch über den Charakter der Ausbreitung des Coronavirus informiert zu haben. Sie hätten zunächst erklärt, es gebe keine Belege für eine Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch. "Später haben sie fälschlicherweise gesagt, Personen ohne Symptome würden die Krankheit nicht verbreiten. Die Vereinten Nationen müssen China für sein Verhalten zur Rechenschaft ziehen", so Trump.

+++ In Spanien übernehmen Arbeitgeber die durch Homeoffice anfallenden Kosten. Darauf einigt sich die Regierung in Madrid mit Gewerkschaften und Unternehmern. "Es war von grundlegender Bedeutung, die Heimarbeit zu regulieren, um die Rechte der Arbeitnehmer zu schützen" sagt der stellvertretende Ministerpräsident Pablo Iglesias. Drei Monate nach dem Ende der Corona-Lockdowns arbeiten in Spanien Millionen von Arbeitnehmern immer noch zu Hause.

+++ Großbritanniens Premierminister Johnson hat wie erwartet neue Alltagsbeschränkungen angekündigt, um die im Land zuletzt stark beschleunigte Ausbreitung des Coronavirus wieder einzudämmen. Im Parlament in London sprach er angesichts der gestiegenen Neuinfektionszahlen von einem "gefährlichen Wendepunkt", den die Pandemie in Großbritannien erreicht habe. Büroangestellte sollten wann immer möglich wieder von zuhause aus arbeiten. Restaurants und Pubs müssten ihren Betrieb auf Gäste am Tisch beschränken. Anfang kommender Woche werde sich das Parlament mit möglichen weiteren Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie befassen. In Großbritannien gab es in den vergangenen Tagen fast täglich zwischen 3.500 und 4.000 neue Corona-Fälle. Das ist ungefähr eine Verdoppelung innerhalb von sieben Tagen.

+++ An den weiterführenden Schulen der Stadt Hamm gilt ab morgen für Lehrer und Schüler auch im Unterricht wieder eine Maskenpflicht. Grund ist die stark gestiegene Zahl der Corona-Neuinfektionen. Oberbürgermeister Hunsteger-Petermann (CDU) sagte in einer Video-Pressekonferenz, die Maskenpflicht gelte für zunächst zwei Wochen - immer dann, wenn ein Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen Schülern und Lehrern nicht gewährleistet sei.

+++ In Österreichs Hauptstadt Wien sollen Schüler und Lehrer bei Verdacht auf eine Corona-Infektion künftig direkt an den Schulen getestet werden. Wie Gesundheitsstadtrat Hacker mitteilte, werden kommende Woche 600.000 Testkits ausgeliefert. Sie beinhalten eine spezielle Salzlösung, die eine Minute lang gegurgelt werden muss und dann als Probe ins Labor gebracht wird. Partikel aus dem Rachen bleiben darin hängen und können auf Sars-CoV-2 analysiert werden. Die Salzlösung ersetzt also den sonst üblichen Rachenabstrich.

+++ Der Rettungsplan für die skandinavische Fluggesellschaft SAS hat die Zustimmung der Aktionäre erhalten. Nach Angaben der Fluglinie wurde er auf einer Hauptversammlung in Solna bei Stockholm abgesegnet und kann nun in die Tat umgesetzt werden. Ziel ist eine Rekapitalisierung von SAS, die in der Corona-Krise in existenzielle Bedrängnis geraten war.

+++ In Deutschland haben die Gesundheitsämter binnen 24 Stunden 1.821 neue Corona-Infektionen gemeldet. Wie das Robert Koch-Institut weiter bekanntgab, stieg die Zahl der Menschen, die an oder mit dem Coronavirus starben, um zehn auf 9.396. Bundesgesundheitsminister Spahn am Abend im ARD-Fernsehen, Deutschland sei im Kampf gegen den Krankheitserreger inzwischen besser gerüstet als im Frühjahr. Das gelte beispielsweise für den Umgang mit den Intensivkapazitäten, die man nun zielgenauer steuern könne, sagte der CDU-Politiker.

+++ Die Corona-Krise hat vor allem in den unteren Einkommensgruppen auf die Brutto-Entgelte gedrückt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, lagen die Nominallöhne im zweiten Quartal des Jahres 4,0 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Stärkere Rückgänge hat es seit Beginn der Statistik im Jahr 2007 noch nie gegeben. In den unteren Lohngruppen für ungelernte Arbeitnehmer waren es sogar 7,4 Prozent weniger.

+++ Wegen der geringen Nachfrage dünnt der Reiseveranstalter TUI sein Angebot für den Winter 2020/21 aus. Die Kapazitäten seien zuletzt um ein weiteres Fünftel auf 40 Prozent reduziert worden, teilte der weltgrößte Tourismuskonzern mit. Hintergrund sei die anhaltende Unsicherheit im Hinblick auf Reisebeschränkungen.

+++ Im Süden des Jemens ist ein Feldhospital insbesondere für Coronavirus-Patienten in Betrieb genommen worden. Das Krankenhaus in Aden habe 60 Betten, Notfalleinrichtungen, Wachstationen, eine Röntgenabteilung und ein Labor, erklärte das Internationale Komitee des Roten Kreuzes. Finanziert wurde es unter anderem von Norwegen, dem finnischen Roten Kreuz und dem jemenitischen Roten Halbmond. Der Bürgerkrieg im Jemen hat das Krankenhaussystem des Landes geschwächt. Spitäler in Aden sind geschlossen, Angestellte geflohen, Kranke werden abgewiesen.

+++ In den Philippinen ist der wegen der Corona-Pandemie ausgerufenen Katastrophenzustand um ein Jahr verlängert worden. Er gestattet den Behörden bis September 2021 Preiskontrollen für wichtige Versorgungsgüter wie Reis oder Öl für Kochstellen. Das Ausreiseverbot für philippinische Ärzte, Krankenpfleger und andere Mitarbeiter im Gesundheitswesen wird aufgehoben - unter der Bedingung, dass die betreffenden Personen einen abgeschlossenen Arbeitsvertrag im Ausland haben. Alle anderen müssen im Land bleiben, damit die medizinische Versorgung in den Philippine gesichert bleibt.

+++ Die 800.000 Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland sollen möglichst zügig mit Dienst-Laptops ausgerüstet werden. Bei einem Treffen in Berlin verabredeten Bundeskanzlerin Merkel, Bildungsministerin Karliczek, SPD-Chefin Esken und die Kultusminister der Länder entsprechende Schritte zur Finanzierung. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Hubig, begrüßte, dass die Beschaffung der Geräte noch in diesem Jahr ermöglicht werde.

Eine Schülering sitzt am Laptop und unterhält sich mit ihren Schulkameraden und der Lehrering im gemeinsamen Videochat. (picture alliance / IPA / Riccardo Giordano)Die Lehrer in Deutschland sollen mit Dienst-Laptops ausgestattet werden, um besser mit ihren Schülern zu kommunizieren (picture alliance / IPA / Riccardo Giordano)

+++ In Großbritannien werden angesichts stark steigender Infektionszahlen die Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus wieder verschärft. Von Donnerstag an müssen alle Restaurants, Pubs und Bars spätestens um 22 Uhr schließen, wie die Regierung in London mitteilte. Premierminister Johnson will sich heute mit einer Rede an seine Landsleute wenden, um weitere Einschränkungen bekannt zu geben.

+++ Nach Ansicht von Kanzleramtsminister Braun sollten die Grenzen Deutschlands trotz steigender Infektionszahlen in den Nachbarländern offen bleiben. Man habe keine guten Erfahrungen mit Grenzschließungen gemacht, sagte der CDU-Politiker im ZDF. Deutschland brauche die Pendler wie etwa Krankenschwestern aus Frankreich, die im Saarland arbeiteten, ebenso wie den freien Warenverkehr. Vielmehr müssten die Arbeitgeber der Pendler Hygienekonzepte erarbeiten, um die Mitarbeiter zu schützen und die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern, betonte Braun.

+++ Zur Abmilderung der Folgen der Corona-Krise hat die israelische Regierung weitere milliardenschwere Hilfen für Unternehmen und Angestellte beschlossen. Das Kabinett billigte Ausgaben von umgerechnet rund 2,6 Milliarden Euro. Dazu zählt eine Einmalzahlung an Firmen für die Weiterbeschäftigung von Angestellten im September und Oktober. Seit vergangener Woche gelten in Israel mindestens dreiwöchige Ausgangsbeschränkungen. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen hatte zuvor Rekordwerte erreicht.

+++ Für die Corona-Impfstoff-Allianz "Covax" unter Führung der Weltgesundheitsorganisation fehlen noch mindestens 700 Millionen Dollar. Die bisher gemachten Zusagen im Volumen von 1,4 Milliarden Dollar für die Forschung und Entwicklung eines Impfstoffs reichten nicht aus, erklärte die WHO. Bislang beteiligen sich den Angaben zufolge 156 Länder. Ziel der Initiative ist es, dass reichere Länder gemeinsam einen Impfstoff kaufen, um ihn dann auch an ärmere Staaten weiterzugeben.

Montag, 21. September 

+++ Bundesgesundheitsminister Spahn will Deutschland mit Fieber-Ambulanzen und einer Ausweitung der Corona-Schnelltests für den Winter wappnen. Er sagte im DLF, Deutschland sei deutlich besser auf alles vorbereitet als man das im Frühjahr war.   

+++ Regierungssprecher Seibert hat angesichts steigender Infektionszahlen zu "höchster Achtsamkeit" aufgerufen. Es komme aktuell vermehrt zu Ansteckungen und Übertragungen innerhalb Deutschlands, sagte er. Politik und Bürger hätten es jetzt in der Hand,  ob sich das Virus wiedcer unkontrolliert ausbreite. Deutschland sei in einer Phase der Pandemie, "in der sich entscheiden wird, wie wir in diese Winter- und Herbstmonate hineingehen".

+++ Bundeskanzlerin Merkel will kommende Woche mit den Bundesländern über Maßnahmen gegen die weiter steigenden Corona-Infektionszahlen beraten. Hintergrund sei der besorgniserregende Umstand, dass mehrere große Städte den wichtigen Grenzwert von 50 Neuerkrankungen pro 100 000 Einwohner in einer Woche überschritten hätten, meldet die Deutsche Presse-Agentur. 

+++ München führt eine Maskenpflicht auf bestimmten öffentlichen Plätzen und Straßen der Innenstadt ein. Das beschloss der Krisenstab. Die Regelung soll ab Donnerstag gelten. Zudem soll es wieder Beschränkungen im öffentlichen und privaten Leben geben."Es dürfen sich dann nur noch fünf Personen treffen, oder zwei Haushalte oder Verwandte in direkter Linie", sagt Oberbürgermeister Reiter. 

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