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Newsblog zum Coronavirus+++ Schwesig fordert strengere Regeln für Reiserückkehrer +++

Reisende am Flughafen Frankfurt, im Hintergrund ist ein Schild zu sehen mit der Aufschrift "Covid-19-Test". (picture alliance / Daniel Kubirski)
Sollen die Einreiseregeln nach Deutschland strenger werden angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus? (picture alliance / Daniel Kubirski)

In Deutschland wird über den Umgang mit Reiserückkehrern diskutiert. Kanzleramtschef Braun bringt Einschränkungen für Ungeimpfte ins Gespräch und erfährt dafür Kritik. Dänemark, Malta und weitere Länder gelten seit heute als Risikogebiete. Mehr in unserem Newsblog.

Sonntag, 25. Juli

+++ Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Schwesig fordert verschärfte Regeln für Reiserückkehrer.

Die SPD-Politikerin sagte dem "Handelsblatt", schon bei der Rückkehr aus einem Risikogebiet sollten zwei Tests und eine Quarantäne bis zum zweiten Test verpflichtend sein. Ein Test bei der Rückkehr sei nicht aussagekräftig genug.

Bayerns Ministerpräsident Söder hatte zuvor erklärt, der Plan des Bundes, eine Einreiseverordnung erst ab dem 11. September einzuführen, sei "sinnlos", da dann die Sommerferien schon wieder vorbei wären. Gerade der Reiseverkehr in den Sommerferien werde aber vermutlich wieder ein Treiber bei den Corona-Infektionszahlen sein. Zudem müsse die Verordnung eine Testpflicht für alle Rückkehrer vorsehen, unabhängig vom Land, aus dem eingereist werde.

+++ Nach Protesten gegen die Corona-Beschränkungen in Frankreich hat Staatspräsident Macron die Bevölkerung zur Einheit aufgerufen.

Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Paris (AP)Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Paris (AP)

Beim Besuch eines Krankenhauses im Überseegebiet Französisch-Polynesien sagte er, es gebe Leute, die eine irrationale und manchmal zynische Mobilisierung betrieben. Macron betonte, die Demonstranten könnten sich frei ausdrücken, aber von Protesten werde das Virus nicht weggehen. Gestern waren in Paris rund 160.000 Menschen gegen die geplante Verschärfung der Maßnahmen auf die Straße gegangen. In Frankreich soll unter anderem die Pflicht zum Nachweis eines negativen Corona-Tests, einer Impfung oder einer Genesung ausgeweitet werden. Darüber hinaus ist eine Impfpflicht für medizinisches Personal geplant.

+++ Der CDU-Vorsitzende Laschet hat den Vorstoß von Kanzleramtsminister Braun zu möglichen Corona-Beschränkungen für Nicht-Geimpfte zurückgewiesen. Laschet sagte im ZDF, er lehne sowohl eine Impfpflicht als auch indirekten Druck auf Ungeimpfte ab. Bisher gelte die Regel, dass Geimpfte, Genesene und Getestete etwa beim Zugang zu Veranstaltungen gleichgestellt seien. Dieses Prinzip sei gut, sagte der Kanzlerkandidat der Union.

+++ Von der Opposition kommt scharfe Kritik an dem Vorstoß von Kanzleramtsminister Braun zu möglichen Einschränkungen für Nicht-Geimpfte. 

Ein Kinderarzt impft ein Kind. (dpa-Bildfunk /  Julian Stratenschulte)Diskussionen über Einschränkungen für Ungeimpfte. (dpa-Bildfunk / Julian Stratenschulte)

FDP-Vizechef Kubicki sprach in den Zeitungen der Funke Mediengruppe von einer "Einführung der Impfpflicht durch die Hintertür". Überdies sei eine solche Kategorisierung von Grundrechten in eine erste und eine zweite Klasse klar verfassungswidrig. Linken-Fraktionschef Bartsch erklärte, es müsse Schluss sein mit wöchentlich neuen Ankündigungen aus dem Kanzleramt. Für die Zeit ab September müssten "klare, nachvollziehbare, verfassungskonforme Regelungen" das Ziel sein. Dies gelte vor allem für die Sicherung des Präsenzunterrichts an den Schulen.

+++ Bei Protesten gegen die Regierung ist es in Tunesien zu Zusammenstößen zwischen Demonstrierenden und der Polizei gekommen.

Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, setzten in der Hauptstadt Tunis Beamte Tränengas ein, als aus der Menge heraus Gegenstände geworfen wurden. Es habe Festnahmen gegeben. Die Sicherheitskräfte zeigten massiv Präsenz und sperrten alle Straßen zur Hauptverkehrsader Avenue Bourguiba. Die Straße galt als Zentrum der tunesischen Revolution, die vor gut zehn Jahren zum Sturz des autokratisch regierenden Staatschefs Ben Ali und zu den Aufständischen des Arabischen Frühlings führten. Die Polizei schirmte auch das Areal rund um das Parlament ab, um Demonstranten fernzuhalten. Ihr Unmut richtete sich gegen Umgang der Regierung mit dem Anstieg der Corona-Fallzahlen sowie die ökonomische und soziale Lage im Land.

+++ Seit heute gelten mehrere weitere Länder und Regionen in Europa als Corona-Risikogebiete - darunter Dänemark, Korsika, Irland und Malta. Reisende, die von dort nach Deutschland zurückkehren, müssen eine digitale Einreiseanmeldung ausfüllen und sich in häusliche Quarantäne begeben, sofern sie nicht vollständig geimpft oder genesen sind beziehungsweise einen negativen Corona-Test vorlegen. 

Eine Liste aller europäischen Risikogebiete sowie der Hochinzidenz- und Virusvariantengebiete finden Sie hier. 

+++ Nach Verstößen gegen das Maskengebot bei Olympia-Medaillenzeremonien im Schwimmen haben die Organisatoren die Sportlerinnen und Sportler ermahnt, sich an die Corona-Regeln zu halten. "Wir bitten und ermahnen jeden, die Regeln zu beachten, wer auch immer man ist", sagte ein Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees. Nach der 4 x 100-Meter-Freistilstaffel der Frauen hatten die Teams aus Australien, Kanada und den USA auf dem Podium keine Maske getragen und sich umarmt. Ähnliche Szenen gab es bei der Siegerehrung nach den 400 Meter Lagen der Männer.

+++ Bei Krawallen auf einer Demo von Impfgegnern in Griechenland sind 25 Menschen vorübergehend festgenommen worden. Zuvor hatten sich nach Angaben der Behörden mehrere Tausend Menschen auf dem zentralen Athener Syntagma-Platz versammelt, um gegen die Corona-Impfpflicht zu protestieren, die es in Griechenland inzwischen für einige Berufsgruppen gibt. Nach einer friedlichen Kundgebung eskalierte die Situation, als Demonstranten Brandsätze und Steine auf die Einsatzkräfte warfen und diese Wasserwerfer und Tränengas einsetzten.

Die griechische Polizei setzt während einer Kundgebung gegen die Corona-Regeln auf dem Syntagma-Platz im Zentrum Athens einen Wasserwerfer ein.  (dpa / AP)Proteste gegen Corona-Regeln in Griechenland: die Polizei setzte in Athen Wasserwerfer ein. (dpa / AP)

+++ Das Robert Koch-Institut hat 1.387 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind 95 mehr als vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 13,8 von 13,6 am Vortag. Außerdem starben vier weitere Menschen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Vollständig geimpft sind nach jüngsten Angaben des Robert Koch-Instituts 49,1 Prozent der Bevölkerung, mindestens eine Impfdosis haben 60,8 Prozent erhalten.

Alle aktuellen Zahlen zu den Corona-Infektionen in Deutschland, zu den Impfungen und zur Auslastung der Intensivstationen finden Sie hier.

+++ Angesichts steigender Corona-Zahlen hält Kanzleramtsminister Braun Einschränkungen für Nicht-Geimpfte für sinnvoll. Das könne etwa bedeuten, dass gewisse Angebote wie Restaurant-, Kino- und Stadionbesuche selbst für getestete Ungeimpfte nicht mehr möglich wären, weil das Restrisiko zu hoch sei, sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag". Der Staat habe die Pflicht, die Gesundheit seiner Bürger zu schützen. Braun sprach sich dafür aus, dass Geimpfte grundsätzlich mehr Rechte haben sollten als Ungeimpfte. Der Kanzleramtsminister befürchtet ein Ansteigen der Inzidenz bis zur Bundestagswahl Ende September auf 850 und damit 100.000 Neuinfektionen täglich.

23.09.2020, Berlin: Helge Braun (CDU), Chef des Bundeskanzleramtes und Bundesminister für besondere Aufgaben, bei einer Pressekonferenz  (dpa / picture alliance / Bernd von Jutrczenka)Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) (dpa / picture alliance / Bernd von Jutrczenka)

+++ Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann hält eine Impfpflicht im Kampf gegen die Corona-Pandemie für denkbar. Dies sei nicht geplant, für alle Zeiten ausschließen könne er dies aber nicht, sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. "Es ist möglich, dass Varianten auftreten, die das erforderlich machen." Es könne gut sein, "dass wir irgendwann gewisse Bereiche und Tätigkeiten nur noch für Geimpfte zulassen." Kretschmann verwies in diesem Zusammenhang auf die Masern. Auch dort gebe es eine Impfpflicht für Kitas, weil die Krankheit sehr ansteckend sei. 

+++ Die FDP ist dafür, die Corona-Impfkampagne in die Vorbereitungen zu den Bundestagswahlen mit einbeziehen. Der innenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Kuhle, begründete dies in den Zeitungen der Funke Mediengruppe damit, dass Deutschland noch weit entfernt von einer Herdenimmunität sei. Er verwies darauf, dass in den nächsten Wochen etwa 60 Millionen Menschen angeschrieben würden, um sie über die Abstimmung am 26. September und die zuvor stattfindende Briefwahl in Kenntnis zu setzen. Diese Kontaktaufnahme sollte der Staat nutzen, um zur Corona-Impfung einzuladen sowie über die Vorteile einer Impfung zu informieren, erklärte der FDP-Politiker.

+++ Zehntausende Menschen haben in Brasilien erneut für die Amtsenthebung und gegen die Corona-Politik von Präsident Bolsonaro demonstriert. Kundgebungen waren in mehr als 400 Städten im ganzen Land angesetzt. Die Demonstranten beklagten vor allem eine spät angelaufene Impfkampagne, die hohe Arbeitslosigkeit und mangelnde Unterstützung für die wirtschaftlich von der Pandemie betroffenen einkommensschwachen Bevölkerungsschichten.

+++ Algerien will künftig den chinesischen Corona-Impfstoff Sinovac im eigenen Land herstellen. Experten aus China seien dazu bereits am Freitag in dem nordafrikanischen Land eingetroffen, um die Produktionsanlagen der staatlichen Pharmafirma Saidal zu inspizieren, teilte die Regierung in Algier am Samstag mit. Ein Datum für den Produktionsbeginn wurde zunächst nicht genannt. Ab September ist in dem Land zudem die Produktion des russischen Impfstoffs Sputnik-V geplant.

+++ Tausende Italiener haben landesweit gegen die neuen Corona-Maßnahmen der Regierung in Rom demonstriert. "Freiheit" und "Nieder mit der Diktatur" skandierten die Demonstranten, die italienische Flaggen schwenkten und mehrheitlich keine Masken trugen. Die Proteste fanden unter anderem in Rom, Neapel, Turin und Mailand statt. Italien führt am 6. August einen obligatorischen Gesundheitspass für den Zugang zu geschlossenen Räumen ein, etwa für Bars und Restaurants, aber auch Schwimmbädern, Sporthallen, Museen, Kinos und Theatern sowie Spielhallen. 

Samstag, 24. Juli

+++ In mehreren Städten Frankreichs haben erneut Tausende gegen die Verschärfung der Corona-Regeln demonstriert. Dabei kam es in Paris zu Ausschreitungen. Die Polizei setzte Tränengas ein.

Die Nationalversammlung hatte unter anderem beschlossen, dass etwa für die Fahrt mit Fernzügen oder den Besuch eines Restaurants ein Impfnachweis oder ein negativer Coronatest vorgelegt werden muss. Außerdem stimmten die Abgeordneten einer Impfpflicht für Mitarbeitende im Gesundheitswesen zu. Die Regelungen bedürfen noch der Zustimmung der Senats.

Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Paris (AP)Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Paris (AP)

+++ Ungarn will von der EU keine Mittel aus dem Corona-Wiederaufbaufonds annehmen, falls Brüssel dies von einer Abschaffung des Gesetzes zur Einschränkung von Informationen über Homo- und Transsexualität abhängig macht. Das verfügte Ungarns rechtsnationaler Ministerpräsident Orban in einer Verordnung. Die EU-Kommission prüft seit Wochen rechtliche Schritte gegen das Gesetz, weil sich dieses gegen nicht-heterosexuelle Menschen richte.

+++ Nach der angekündigten Hochstufung Spaniens zum Corona-Hochinzidenzgebiet gibt es zunächst keine Hinweise, dass eine größere Zahl von Menschen ihre Mallorca-Urlaube vorzeitig abbrechen oder gebuchte Aufenthalte stornieren wollen. "Erste Informationen von der Playa de Palma deuten darauf hin, dass die Gäste weiter ihren Urlaub auf Mallorca verbringen möchten. Sie fühlen sich vor Ort gut aufgehoben, meiden größere Menschenansammlungen und sind zum großen Teil schon geimpft", sagte ein Sprecher des Reiseveranstalters TUI der Deutschen Presse-Agentur. Die Einstufung Spaniens als Hochinzidenzgebiet tritt übermorgen in Kraft.

Sie finden hier eine Liste der Risikogebiete.

+++ Angesichts einer abnehmenden Impfbereitschaft in der Bevölkerung hat der Obmann im Gesundheitsausschuss des Bundestags, Ullmann, eine Änderung der Impfstrategie gefordert. Der FDP-Politiker sagte im Deutschlandfunk, die Kampagne verlaufe noch zu konventionell. Man müsse den Menschen niedrigschwelligere Angebote machen und beispielsweise auf dem Parkplatz eines Supermarktes impfen. Auch müsse die Bevölkerung intensiver aufgeklärt werden. Impfen sei nicht nur individueller Schutz, sondern auch eine gesellschaftliche Solidaritätsleistung. Die Immunisierung gegen das Coronavirus sei der Weg aus der Pandemie. Ungeimpfte müssten damit rechnen, dass sie auch in Zukunft mit Einschränkungen ihrer Freiheitsrechte leben müssten, erklärte Ullmann.

Eine mit Schutzhandschuh bekleidete Hand hält ein Fläschchen mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson. (picture alliance/dpa | Federico Gambarini)Impfstoff von Johnson & Johnson. (picture alliance/dpa | Federico Gambarini)

Berlins Regierender Bürgermeister Müller sieht einen kurzfristigen Abstimmungsbedarf zwischen Bund und Ländern. "Auch wenn die Lage auf den Intensivstationen deutlich besser geworden ist, dürfen wir jetzt nicht die gute Ausgangslage für den Herbst verspielen", teilte er der Deutschen Presse-Agentur mit. Das Impfen müsse unkomplizierter werden. "Jede Impfung zählt, auch um die aktuellen Freiheiten zu sichern." Gleichzeitig müssten Ungeimpfte wieder umfassender mit negativen Tests nachweisen, dass sie nicht ansteckend sind, wenn sie irgendwo Zugang haben wollten.

+++ Wegen massiver Personalausfälle in vielen öffentlichen Bereichen hat die britische Regierung die Corona-Quarantäne-Regeln für weitere Berufsgruppen gelockert. So dürfen in England auch Zugführer, Grenzbeamte oder Feuerwehrleute, die Kontakt zu Corona-Infizierten hatten, sich nun täglich testen, statt in Quarantäne zu gehen. Dies gab die Regierung am Samstag bekannt. Zunächst hatten diese Sonderregeln nur für Beschäftigte des Gesundheitsdienstes und später auch für Beschäftigte der Lebensmittelversorgung gegolten.

+++ Patientenschützer werfen den jüngeren Generationen in Deutschland eine mangelnde Impfbereitschaft vor. "Obwohl mittlerweile Impfstoff für täglich zwei Millionen Menschen bereitsteht, werden nur 500.000 Dosen abgerufen, denn der Impffortschritt dümpelt in der jungen und mittleren Generation nur so vor sich hin", sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Brysch, der Neuen Osnabrücker Zeitung. "Es ist also allerhöchste Zeit, dass jetzt auch die Jüngeren ihre Impfsolidarität in der Pandemie unter Beweis stellen", fügte er hinzu.

+++ Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Bareiß, hat die Einstufung Spaniens und der Niederlande als Hochinzidenzgebiete verteidigt. Der Schritt mache das Reisen sicher und - soweit es in einer Pandemie gehe - planbar, sagte der CDU-Politiker der "Bild"-Zeitung. Es sei zwar bedauerlich, dass die Inzidenzen in den beiden Ländern so stark gestiegen seien. Die Einstufung erfolge aber nach transparenten Regelungen. Bareiß hob hervor, dass Geimpfte keine nennenswerten Einschränkungen beim Reisen hätten. Der Deutsche Reiseverband hatte die Entscheidung der Bundesregierung, die ab dem kommenden Dienstag gilt, kritisiert. Damit mache man mitten in der Ferienzeit die Urlaubspläne insbesondere von Familien mit Kindern zunichte, sagte der Vorsitzende des Verbands, Fiebig.

Hier finden Sie eine Übersicht über die vom Robert-Koch-Institut gelisteten Risikoländer und Hochinzidenzgebiete.

+++ Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Laumann hat sich dafür ausgesprochen, Entscheidungen über künftige Corona-Beschränkungen nicht nur an der Sieben-Tage-Inzidenz auszurichten. Der CDU-Politiker sagte im Deutschlandfunk, man brauche eine neue Formel, die berücksichtige, dass es mittlerweile sehr viele geimpfte Menschen gebe. Dies betreffe besonders die Älteren, die in den vergangenen Corona-Wellen vor allem die Krankenhäuser beschäftigt hätten. Neben der Situation in den Kliniken sollten nach den Worten Laumanns auch regionale Faktoren eine Rolle spielen, da gerade in Flächenländern die Lage nicht überall gleich sei. Derzeit gebe es eine gemeinsame Arbeitsgruppe von Bund und Ländern. Er hoffe, dass Mitte August eine Entscheidung falle.

+++ Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen in Deutschland ist weiter gestiegen. Das Robert Koch-Institut gibt den Wert mit 13,6 an - nach 13,2 am Tag zuvor. Die Zahl beschreibt, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen eines Tages 1.919 neue Infektionen. Das sind 311 mehr als am Samstag vor einer Woche. 28 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Krankheitserreger.

+++ Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat angesichts der Corona-Pandemie die Anschaffung von Luftfiltern für alle Klassenräume in Deutschland gefordert. So könne man die Schulen krisenfest machen und nach den Sommerferien wieder regelmäßigen Präsenzunterricht ermöglichen, sagte Gewerkschaftschefin Finnern der "Rheinischen Post". Auch der Präsident der Bundesärztekammer, Reinhardt, rief dazu auf, noch in den Ferien die Infektionsschutzmaßnahmen für Schulen und Kindertagesstätten vorzubereiten. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Meidinger, verwies darauf, dass man im letzten Sommer im Hinblick auf die erhoffte Normalität eines vollständigen Präsenzunterrichts nicht genug für einen ausreichenden Hygieneschutz an den Schulen getan habe.

Ein Luftfilter steht in einem Klassenraum. (imago)Luftreinigungsfilter sollen im Zusammenspiel mit den üblichen Hygieneregeln das Risko einer Corona-Ansteckung senken. (imago)

+++ Bei den Olympischen Spielen in Tokio wurden 17 weitere Sportler positiv auf Corona getestet. Die Gesamtzahl steigt damit auf 123 an, berichten die Organisatoren. Die Spiele waren gestern offiziell eröffnet worden und finden wegen der Pandemie ohne Publikum statt. Viele Japaner haben trotzdem eine der wenigen Chancen genutzt, olympischen Sport live zu verfolgen. Beim Radrennen der Männer waren zahlreiche Zuschauer am Straßenrand zu sehen, mitunter standen die Fans in mehreren Reihen an der Strecke. 

+++ In der Debatte um Impfungen für Kinder gegen das Coronavirus hat der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Fischbach, die Ständige Impfkommission scharf angegriffen. Im Gespräch mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe bezeichnete Fischbach das Vorgehen der Stiko als intransparent. Es werde lediglich gesagt, dass man die Datenlage nicht für ausreichend halte, aber nicht, warum man das so einschätze, kritisierte Fischbach. In anderen Ländern würden Millionen Kinder über zwölf Jahren geimpft. Es müsse inzwischen Daten geben. Obwohl die Vakzine von Biontech und Moderna durch die Europäische Arzneimittelagentur EMA für 12- bis 17-Jährige zugelassen sind, empfiehlt die Stiko die Impfung für Jugendliche nur in Ausnahmefällen.

+++ Die Wirtschaftsweise Grimm befürchtet wegen der steigenden Infektionszahlen und einem erneut drohenden Unterrichtsausfall an den Schulen von Herbst an erhebliche wirtschaftliche Langzeitfolgen. Der Ausfall an Wirtschaftsleistung durch Bildungsverluste könnte nach Berechnungen bis zum Ende des Jahrhunderts in die Billionen gehen, sagte Grimm der Deutschen Presse-Agentur. Anhaltender Bildungsverlust sei das größte Risiko einer vierten Corona-Welle in Deutschland. Politisch sei es dennoch vermutlich keine Option, im Falle stark steigender Infektionszahlen die Schulen ohne Einschränkungen offen zu halten - zumal ein Großteil der Schülerinnen und Schüler nicht gegen Covid-19 geimpft sei.

Lesetipp: Wie geht es im Herbst in den Schulen weiter?

+++ Laut Bundesarbeitsminister Heil belaufen sich die Gesamtausgaben für das Kurzarbeitergeld in der Corona-Krise seit Anfang 2020 auf 38 Milliarden Euro. "Das ist verdammt viel Geld. Die Alternative Massenarbeitslosigkeit wäre aber für unser Land sehr viel teurer", sagte der SPD-Politiker der Rheinischen Post. Dem Bundesarbeitsminister zufolge habe der Bund 26 Milliarden Euro an Rücklagen aus guten Arbeitsmarktzeiten gehabt und die Bundesagentur für Arbeit habe schnell und unbürokratisch geholfen. 

+++ Saarlands Ministerpräsident Hans hat sich dafür ausgesprochen, Impfverweigerern nicht die gleichen Freiheiten zurückzugeben wie Geimpften. "Mit Impfen zeigt man Solidarität, mit Impfverweigerung zeigt man Egoismus", sagt der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Laut dem Ministerpräsidenten sollten Impfverweigerer beispielsweise für Schnelltests zahlen oder nicht an jeder Veranstaltung teilnehmen dürfen. Es könne nicht sein, dass sich für Geimpfte nichts ändere, nur weil die Gesellschaft dauerhaft Rücksicht auf die Verweigerer nehmen müsse.

Freitag, 23. Juli

+++ In der Türkei ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Monaten gestiegen. Das Gesundheitsministerium meldete am Freitag 11.094 Neuinfektionen - so viele wie seit Mitte Mai nicht mehr. Innerhalb eines Tages starben 60 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19. Das 82 Millionen-Einwohner-Land hatte Anfang Juli alle Ausgangsbeschränkungen wegen der Pandemie aufgehoben. Seitdem steigen die Fallzahlen wieder.

+++ Die US-Regierung kauft weitere 200 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Pfizer und Biontech. Davon sollen 110 Millionen bis Ende Dezember und die übrigen 90 Millionen bis Ende April kommenden Jahres geliefert werden, wie die beiden Unternehmen mitteilen. Damit summiert sich die Gesamtzahl der von den USA bestellten Dosen auf 500 Millionen. Die USA sichern sich außerdem eine Option auf eine mögliche aktualisierte Fassung des Impfstoffs, um auch gegen neue Virusvarianten gewappnet zu sein. In den USA haben nach Behördenangaben bisher rund 86 Millionen Menschen den vollen Impfschutz erhalten.

Das Foto zeigt eine Impfstoffdose von Pfizer-BioNtech. (imago)Das Foto zeigt eine Impfstoffdose von Pfizer-BioNtech. (imago)

+++ Bundesärztekammer und Lehrerverband fordern mit Blick auf die steigende Inzidenz in der Corona-Pandemie und die Verbreitung der Delta-Variante verstärkte Schutzmaßnahmen an Schulen. Der Präsident der Bundesärztekammer, Reinhardt, sagte den Zeitungen der "Funke Mediengruppe", zur Verringerung der Infektionsdynamik und um Wechselunterricht zu vermeiden, müssten tägliche Testungen vor Unterrichtbeginn ermöglicht werden. Lehrerverbandspräsident Meidinger sprach sich zum Start des Schuljahres für eine Phase mit erhöhten Infektionsschutzmaßnahmen an Schulen aus - unter anderem eine vollständige Maskenpflicht auch während des Unterrichts für alle Altersstufen.

Grundschülerinnen sitzen mit Mund-Nasen-Schutz in einem Klassenraum in Düsseldorf, vor ihnen liegen die Corona-Teststäbchen für den sogenannten Lolli-Test  (Imago/ Political Moments)Lolli-Test an einer Grundschule (Imago/ Political Moments)

+++ In den Bundesländern wird über Anpassungen im Corona-Stufenplan nachgedacht, um baldige Lockdowns zu verhindern. Bayerns Ministerpräsident Söder sagte dazu bei der Klausur des Parteivorstands in Gmund, man müsse jetzt die Zeit nutzen, um die Frage zu klären, ab wann man eingreife. Für die Entscheidungen müssten neben der Inzidenz auch die erfolgten Impfungen und die Krankenhauszahlen zugrunde gelegt werden. Niedersachsens Wirtschaftsminister Althusmann hatte vorgeschlagen, die bisherigen Regeln der Inzidenz-Stufen zu verschieben. 

+++ In mehreren europäischen Staaten haben Impfgegner und Kritiker von Corona-Maßnahmen gegen die Einführung schärferer Regeln protestiert. Vor dem slowakischen Parlament in Bratislava setzte die Polizei Tränengas ein, um hunderte Demonstranten an der Stürmung des Nationalrats zu hindern. Hintergrund ist ein Gesetzesvorhaben, das Erleichterungen für Geimpfte zum Beispiel beim Einkaufen in Geschäften ermöglichen soll. In Italien protestierten etwa 2.000 Gegner des sogenannten Grünen Passes gegen strengere Zutrittsregeln zu Restaurants und Bars. Auch in Frankreich und Griechenland gingen Menschen gegen die Corona-Politik auf die Straße. 

+++ Angesichts drohender Engpässe in der Lebensmittelversorgung lockert die britische Regierung ihre Corona-Quarantäneregeln für Beschäftigte des Sektors. Demnach sollen Angestellte etwa von Supermärkten, Verteilzentren und in der Logistik nicht mehr in eine zehntägige Selbstisolation gehen, wenn sie von der Covid-App des Nationalen Gesundheitsdienstes über einen Kontakt mit einer infizierten Person unterrichtet werden. Stattdessen sollen in diesen Bereichen täglich Tests der Beschäftigten gemacht werden.

+++ Die Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut 2.089 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das waren rund 200 mehr als gestern und 633 mehr als vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg weiter. Sie liegt nun bei 13,2. Gestern betrug der Wert 12,2 und am vergangenen Freitag 8,6. Außerdem wurden 34 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert.

+++ Von dem Anstieg der Corona-Fallzahlen in Deutschland sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bisher vor allem junge Menschen betroffen. Wie aus dem aktuellen Lagebericht des RKI hervorgeht, liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in der Gruppe der 15- bis 24-Jährigen bei 32. In dem Alter sind schwere Krankheitsverläufe selten. Bei Menschen über 60 liegt die Inzidenz bei fünf. Die Unterschiede zwischen den Altersgruppen werden darauf zurückgeführt, dass die Impfquoten bei Jüngeren deutlich geringer sind. In dem Lagebericht heißt es, der bei weitem größte Teil der übermittelten Covid-19-Fälle sei nicht geimpft gewesen.

Die Apotheken in Deutschland können wegen einer Sicherheitslücke momentan keine digitalen Corona-Impfzertifikate mehr ausstellen. Viele Geimpfte müssen sich deshalb bei Reisen zunächst mit ihrem Impfpass behelfen. Wann der Service in den Apotheken wieder aufgenommen werden kann, steht nach Angaben des Branchenverbandes noch nicht fest. Ein Überblick

+++ Am Mittag werden die Olympischen Spiele in Tokio offiziell eröffnet. Die Veranstaltung mitten in der Corona-Pandemie steht in der Kritik. Die Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, Freitag, bezeichnete die Veranstaltung als "eigentlich nicht verantwortbar". Sie verstehe zwar den Wunsch der Athleten, an den Spielen teilzunehmen, sagte die SPD-Politikerin dem rbb-Hörfunk. Wenn man aber sehe, was in der Welt los sei, passe die Veranstaltung nicht in die Zeit einer Pandemie. Der frühere Generaldirektor des DOSB, Vesper, dagegen verteidigte die Spiele im DLF.

Ein paar macht ein Foto vor den Olympischen Ringen in Tokio. (IMAGO / Agencia EFE / Kai Föersterling)Zuschauer*innen sind bei den Wettbewerben nicht zugelassen, auch die Eröffnung findet weitgehend ohne Publikum statt. (IMAGO / Agencia EFE / Kai Föersterling)

+++ Die Vorsitzende des Europäischen Ethikrats, Woopen, ruft dazu auf, die Corona-Pandemie weiter ernst zu nehmen. Ermüdung und Überdruss seien inzwischen weit verbreitet, sagte sie der "Rheinischen Post". Zudem würden viele Menschen nur das tun, was vorgeschrieben sei. Woopen betonte, man brauche eine neue Form geteilter Verantwortung von Staat, Gesellschaft und jedem Einzelnen - zum eigenen Schutz und dem Schutz anderer. Generell gelte es, weniger in Kategorien von Einschränkungen und Lockdown zu denken: Nicht Gesundheit oder Freiheit, sondern Gesundheit in Freiheit. So könnten regelmäßige Tests und Masken hilfreich sein, um eine vierte Welle flach zu halten - auch wenn diese nicht mehr vorgeschrieben seien.

+++ Angesichts der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante fordert der Präsident der Bundesärztekammer, Reinhardt, mehr Schutzmaßnahmen für Schüler zu Beginn des neuen Schuljahres. Wie Reinhardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe erklärte, müsse es Ziel sein, tägliche Testungen vor dem Unterrichtsbeginn zu ermöglichen. So könne man die Infektionsdynamik verringern und Wechselunterricht vermeiden. Reinhardt schlägt dafür die Nutzung von leicht durchführbaren, sogenannten Lolli-Tests vor. Diese sollten flächendeckend für alle Schüler zur Verfügung gestellt werden.

Im Bild sind in Schachteln verpackte sogenannte "Lolli-Tests" für Grundschüler zu sehen.  (picture alliance/dpa | Michael Reichel)Lolli-Tests kommen bislang vorwiegend in Grundschulen und Kitas zum Einsatz. (picture alliance/dpa | Michael Reichel)

+++ Neuseeland wird quarantänefreies Reisen zwischen Australien und dem eigenen Land ab Freitagabend für mindestens acht Wochen aussetzen. Wie Regierungschefin Ardern mitteilte, habe man die Entscheidung getroffen, weil Australien gegen einen Ausbruch der hochinfektiösen Delta-Variante kämpfe. "Wir haben immer gesagt, dass sich unsere Reaktion mit der Entwicklung des Virus weiterentwickeln würde. Dies ist keine Entscheidung, die wir leichtfertig getroffen haben, aber es ist die richtige Entscheidung, um die Neuseeländer zu schützen", so Ardern.

+++ Intensivmediziner fordern eine Erhöhung des Impftempos, um eine vierte Welle mit der hochansteckenden Delta-Variante besser unter Kontrolle zu halten. "Es ist das Wichtigste, dass sich möglichst viele vollständig impfen lassen. Das ist unsere effektivstes Mittel gegen die Pandemie. Nur so lässt sich die vierte Welle abschwächen", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Marx, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Um gegen die Delta-Welle gerüstet zu sein, sei eine Impfrate von 85 Prozent nötig. Marx sei besorgt, weil etwa zehn Millionen Menschen in Deutschland nicht vollständig und 32 Millionen gar nicht geimpft seien.

+++ In Italien ist angesichts zunehmender Corona-Infektionen für viele Alltagsbeschäftigungen künftig ein so genannter Grüner Pass nötig. Er soll ab 6. August eingeführt werden, wie die Regierung in Rom mitteilte. Das landesweit gültige Dokument gibt Aufschluss über Corona-Impfungen, vergangene Infektionen sowie Tests. Er wird benötigt, um Sportveranstaltungen, Konzerte, Theateraufführungen, Messen oder Kongresse zu besuchen. Auch für den Innenbereich von Restaurants und Bars müssen Gäste das Zertifikat vorweisen. Ministerpräsident Draghi rief die Italiener auf, sich impfen zu lassen.

+++ Die australische Arzneimittelbehörde lässt den Impfstoff vom Biontech und Pfizer nun auch für zwölf bis 15-Jährige zu. Laut Gesundheitsminister Hunt habe sich die Behörde alle Bewertungen gründlich angeschaut und dann für eine Zulassung entschieden. Bisher war das Vakzin in Australien nur für Personen ab 16 Jahren zugelassen.

Ein Jugendlicher kurz vor einer Impfung, im Vordergrund sind Hände in Handschuhen zu sehen, die eine Spritze halten.  (imago images / Sven Simon )Australien genehmigt Corona-Impfung von Kindern. (imago images / Sven Simon )

+++ Spanien will diese Woche damit beginnen, 7,5 Millionen Impfdosen an ärmere Länder zu spenden. Wie Regierungschef Sanchez dem Sender CNN erklärte, sollen die Vakzine vor allem nach Lateinamerika gehen. Die Impfstoffe werden demnach über die internationale Impfallianz Covax verteilt. 

+++ Die Bundesregierung will offenbar Spanien und die Niederlande als Corona-Hochinzidenzgebiet einstufen. Nach Informationen der Zeitungen der Funke-Mediengruppe soll der Schritt heute verkündet werden. Das Robert-Koch-Institut veröffentlicht jeden Freitag die neuen Corona-Einstufungen der Bundesregierung für das Ausland. Die endgültige Entscheidung der zuständigen Ministerien fällt in der Regel kurz vorher. Beide Länder sind derzeit Risikogebiet. Wer aus einem Hochinzidenzgebiet zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann diese aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzen.

Hier finden Sie die Liste der Risiko- und Hochinzidenzgebiete des Robert-Koch-Instituts.

Donnerstag, 22. Juli 

+++ Apotheken in ganz Deutschland können derzeit keine sigitalen Corona-Impfzertifikate mehr ausstellen. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) teilte mit, dass die Ausstellung von Zertifikaten in Rücksprache mit dem Bundesgesundheitsministerium vorerst gestoppt worden sei. Hintergrund ist, dass es dem "Handelsblatt" gelungen war "mithilfe von professionell gefälschten Dokumenten" auf dem Server des Verbands einen Gastzugang für einen nicht existierenden Apothekeninhaber zu erzeugen, mit dem dann zwei Impfzertifikate ausgestellt worden seien. Aktuell würden deshalb die angemeldeten Betriebsstätten einer Überprüfung unterzogen.

Ein Handy mit einem digitalen Impfnachweis auf dem Display. (dpa/picture alliance/Matthias Balk)Digitaler Impfpass - zur Zeit nicht in der Apotheke zu bekommen. (dpa/picture alliance/Matthias Balk)

+++ Die EU-Kommission hat 120 Millionen Euro für elf neue Forschungsprojekte zur Bekämpfung des Coronavirus und seiner Varianten zugesichert. An den Projekten seien mehr als 300 Forschungsteams aus 40 Ländern - darunter auch Deutschland - beteiligt, hieß es in Brüssel. Viele der Projekte dienen den Angaben zufolge dazu, klinische Prüfungen für neue Therapien und Impfstoffe zu unterstützen. Andere wiederum wollten sich mit dem Austausch von Daten, Fachwissen und Forschungsressourcen beschäftigen.

+++ Wegen eines als wahrscheinlich eingeschätzten Anstiegs der Corona-Fälle im Herbst und Winter dringt das RKI darauf, jetzt vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Als Handlungsempfehlungen werden eine erfolgreiche Impfkampagne und die Beibehaltung der Grundregeln wie Abstand, Maske und Lüften genannt. Das Erreichen einer Herdenimmunität sei nicht realistisch, heißt es.

+++ Bundeskanzlerin Merkel hat den Anstieg der Corona-Infektionszahlen als besorgniserregend bezeichnet. Die CDU-Politikerin sagte in ihrer voraussichtlich letzten Sommer-PK in der Bundespressekonferenz in Berlin, es gebe ein exponentielles Wachstum. Man müsse damit rechnen, dass es in weniger als zwei Wochen jeweils eine Verdopplung der Sieben-Tage-Inzidenz gebe. Es sei nötig, Schutzmaßnahmen wie Masken, Abstand und Lüften weiter zu beachten. "Wir wollen alle unsere Normalität zurück", sagte die Kanzlerin. "Aber diese Normalität erhalten wir nicht allein, sondern nur als Gemeinschaft zurück." Dazu werde ein deutlich höherer Impfschutz benötigt: "Jede einzelne Impfung zählt."

+++ Deutschlandfunk-Wissenschaftsredakteurin Kathrin Kühn fasst zusammen, welche Informationen und welche Fragen in der Debatte über das Coronavirus aus ihrer Sicht zu wenig Beachtung finden. In einem längeren Twitter-Thread verweist sie zudem auf Quellen, die es sich lohnt, zu diesen Themen zu verfolgen. 

+++ In Nordrhein-Westfalen können 12- bis 15-Jährige jetzt auch die Impfzentren nutzen. Bisher durften sie nur von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten geimpft werden. Dem besonderen Beratungsbedarf der Eltern und Kinder sollten die Impfzentren "bei der Terminplanung Rechnung tragen", heißt es in einer Mitteilung der Landesregierung. 

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