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Newsblog zum Coronavirus+++ Sieben-Tage-Inzidenz steigt leicht auf 65,6 +++

Ein Mitarbeiter zeigt in der Corona-Abstrichstelle einen Abstrich für einen Corona-Test.  (dpa / Tom Weller)
Abstrich für einen Corona-Test (dpa / Tom Weller)

In Deutschland wurden laut Robert-Koch-Institut 9.557 Neuinfektionen gemeldet. Die Ständige Impfkommission erwartet nach April ein deutlich höheres Impftempo. Im Zoo von San Diego im US-Bundesstaat Kalifornien sind die ersten Menschenaffen gegen Covid-19 geimpft worden. Weitere Entwicklungen im Newsblog.

Samstag, 6. März

+++ In Deutschland steigt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz leicht auf 65,6, wie das Robert-Koch-Institut mitteilt. Der Wert gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche rechnerisch neu positiv getestet werden. Laut RKI wurden in 9557 neuen Fällen Menschen positiv auf Corona getestet. Außerdem werden 300 weitere Fälle gemeldet, in denen Menschen starben, die positiv getestet wurden.

+++ Im Zoo von San Diego im US-Bundesstaat Kalifornien sind die ersten Menschenaffen gegen Covid-19 geimpft worden. Das bestätigte der Betreiber des Zoos, die San Diego Zoo Wildlife Alliance, auf Twitter. "Der Impfstoff wurde speziell für Tiere entwickelt", hieß es weiter. Geimpft wurden laut "National Geographic" vier Orang-Utans und fünf Bonobos, demnächst sollen vier weitere Affen an der Reihe sein. 

Gorillas im Zoo in San Diego (Gorillas im Zoo in San Diego)Gorillas im Zoo in San Diego (Gorillas im Zoo in San Diego)

+++ In Paraguay ist es wegen des Umgangs der Regierung mit der Corona-Krise zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Die Polizei setzte Gummigeschosse und Tränengas ein, Demonstranten brannten Barrikaden ab und warfen Steine. In dem südamerikanischen Land haben die Neuinfektionen einen Rekordwert erreicht. Am Freitag musste bereits der Gesundheitsminister zurücktreten.

+++ Der Chefvirologe am Heidelberger Universitätsklinikum, Kräusslich, hat Sorge, dass sich in der Phase zwischen Erst- und Zweitimpfung weitere Corona-Varianten bilden könnten. Mit Blick auf die von Bund und Ländern geplanten Lockerungen sagte er der Rhein-Neckar-Zeitung: "Besorgniserregend wäre insbesondere, wenn wir in den nächsten Wochen in eine Situation kämen, dass zahlreiche Menschen nach der Erstimpfung einen nicht kompletten Schutz haben und gleichzeitig sehr viele Infektionen stattfinden." Das wäre eine Brutstätte für die Selektion von Varianten, die möglicherweise dem Impfstoff entkommen könnten.

+++ Der Chef der Ständigen Impfkommission, Mertens, erwartet nach April ein deutlich höheres Impftempo in Deutschland. Er verstehe den Frust der Menschen über das Impfmanagement, sagte Mertens der Augsburger Allgemeinen. Er gehe jedoch davon aus, dass im zweiten und dritten Quartal so viel Impfstoff zur Verfügung stehen werde, dass ihn die Zentren nicht mehr verimpfen können und die Arztpraxen aushelfen müssten, sagte der Vorsitzende der am Robert Koch-Institut angesiedelten Expertengruppe.

Ein Polizeibeamter wartet in einem Impfzentrum auf seine Corona-Impfung. (picture alliance / dpa / Marijan Murat)Impfen gegen Coron. (picture alliance / dpa / Marijan Murat)

+++ Kanzleramtschef Braun macht wenig Hoffnungen für Reisen über Ostern und bleibt auch mit Blick auf den Sommerurlaub vorsichtig. "Ich bin sehr skeptisch, was Reisen an Ostern angeht", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Für den Sommerurlaub sei es "ein bisschen kühn, darüber schon zu spekulieren". Braun betonte aber, er sei sich ziemlich sicher, dass man sich im Sommer draußen wieder normal bewegen könne.

+++ CSU-Generalsekretär Blume wirft dem Bundesgesundheitsministerium Versäumnisse beim Thema Schnelltests vor. "Tests sind die Brücke bis zum Impfangebot für alle. Aber leider sehen wir auch hier wieder: Es wurde zu spät, zu langsam, zu wenig bestellt", sagte Blume der Zeitung "Die Welt". Man müsse deutlich sagen, es seien wohl Fehler im Bundesgesundheitsministerium passiert. Kritik an der Teststrategie der Regierung kommt auch von den Grünen. Längst hätte diese eine Teststrategie vorlegen und viele Millionen Tests kaufen können, aber nach Monaten gründe die Regierung jetzt erst eine Task Force, sagte Grünen-Parteichefin Baerbock dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

+++ In Brasilien hält eine von der Regierung eingesetzte Expertengruppe hält laut Insidern 3.000 Corona-Tote pro Tag für möglich. Sollten keine ernsthaften Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in dem südamerikanischen Land ergriffen werden, sei dieses Szenario möglich. Krankenhäuser ständen vor dem Kollaps. Brasilien ist weltweit eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder.

+++ Weltweit haben sich seit Beginn der Pandemie fast 116 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. An oder mit dem Virus gestorben sind mehr als 2,7 Millionen, wie eine Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten ergibt. Am stärksten betroffen sind die USA mit knapp 29 Millionen Infektionen und rund 520.000 Toten.

Freitag, 5. März

+++ Die Olympia-Stadt Tokio bleibt für zwei weitere Wochen im Corona-Notstand. Das hat der japanische Ministerpräsident Yoshihide Suga erklärt. Die medizinische Versorgung im Großraum der Millionenstadt sei noch immer stark durch Corona-Patienten belastet. Der am 7. Januar verhängte Notstand für Tokio und drei Nachbar-Präfekturen gilt nun bis mindestens 21. März.

Tokio ist im Sommer Gastgeber für die Olympischen Spiele und die Paralympics. Die Spiele waren wegen der Corona-Krise um ein Jahr verschoben worden.

+++ Der Allgemeinmediziner Fabian Holbe sieht im Impfen gegen das Coronavirus in Hausarztpraxen eine große Chance. Holbe verabreicht bereits seit Januar in seiner Praxis in Nordwestmecklenburg Coronaimpfungen im Rahmen eines Pilotprojekts. Im Deutschlandfunk sagte er, durch Immunisierungen beim Hausarzt werde man einen enormen Geschwindigkeitsbonus erreichen. Ein großer Vorteil sei zudem, dass die Hausärzte die Informationen über die Vorerkrankungen der Patientinnen und Patienten vorliegen hätten.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz geht davon aus, dass alle Kinder und Jugendlichen noch in diesem Monat an die Schulen zurückkehren können. Einige Bundesländer haben dafür bereits Pläne entwickelt, andere sind noch zurückhaltend. Ein Überblick.

+++ Der Verkauf von Corona-Selbsttests im deutschen Einzelhandel startet am Samstag. Zunächst bieten die Unternehmen Aldi Nord und Aldi Süd eine Packung pro Kunde an. Eine Packung kostet rund 25 Euro und enthält fünf Tests. Mehrere Konkurrenten sowie Drogeriemärkte wollen bald nachfolgen. Apotheken wollen die Produkte ebenfalls anbieten.

+++ Die Bundesregierung will sich angesichts der unsicheren Infektionslage derzeit nicht festlegen, ob und wie in der Osterzeit Reisen ins In- und Ausland möglich sind. Regierungssprecher Seibert verwies auf die nächsten Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Politik, die für den 22. März vorgesehen sind. In diesem Rahmen werde man auch über die Osterferien sprechen.

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Bareiß, mahnte im ARD-Fernsehen die Bürgerinnen und Bürger weiterhin zur Vorsicht, um dann "nach dem 22. März in den Urlaub gehen zu können". 

+++ Bundespräsident Steinmeier hat zum gemeinsamen Gedenken an die bislang mehr als 70.000 Corona-Toten in Deutschland aufgerufen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zündet eine Kerze vor einem Fenster an (picture alliance / dpa / Bundespresseamt / Jesco Denzel)Licht in einem Fenster von Schloß Bellevue: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier setzt ein Zeichen des gemeinsamen Gedenkens und ruft zur Aktion #lichtfenster auf. (picture alliance / dpa / Bundespresseamt / Jesco Denzel)

Das sei und das bleibe eine erschütternde, verstörende Dimension, sagte er bei einem Gespräch mit Hinterbliebenen, die während der Corona-Pandemie Angehörige verloren haben, im Schloss Bellevue in Berlin. Noch immer würden Tag für Tag hunderte Menschen an oder mit einer Covid-19-Infektion sterben. Hinter jeder Zahl stehe ein Schicksal und ein Mensch. Steinmeier betonte, er halte es für sehr wichtig, innezuhalten, um gemeinsam in Würde Abschied zu nehmen.

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