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Newsblog zum Coronavirus+++ Spahn: Betriebsärzte sollen ab Juni impfen +++

Vorbereitete Spritzen mit dem Coronaimpfstoff liegen in einer Schüssel. (picture alliance / dpa / Jens Büttner)
Bundesgesundheitsminister Spahn erklärte, die Kampagne gewinne im zweiten Quartal deutlich an Geschwindigkeit. (picture alliance / dpa / Jens Büttner)

Ab Juni sollen auch die Betriebsärzte in die Corona-Schutzimpfungen eingebunden werden. Die WHO ist gegen einen obligatorischen Nachweis von Impfungen bei grenzüberschreitenden Reisen. Die geplante bundesweite Regelung zur Ausgangssperre soll nun erst ab 22 Uhr greifen. Weitere Entwicklungen in unserem Newsblog.

Montag, 19. April

+++ Die Menschheit muss sich nach Ansicht des Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, auf ein dauerhaftes Leben mit Corona einstellen. "Ein Virus, das eine Menge Tierarten infizieren kann, das lässt sich nicht ausrotten", sagte Wieler anlässlich des 127. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin in Stuttgart. Generell müsse man Tierhaltung und Tierhandel in den Griff bekommen, sagte der Tierarzt mit Blick auf die Ausbreitung von Krankheiten. Gerade der illegale Tierhandel sei ein Problem.

+++ Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich gegen einen obligatorischen Nachweis von Impfungen gegen das Coronavirus bei grenzüberschreitenden Reisen ausgesprochen. Es gebe nur begrenzte Erkenntnisse, ob eine Impfung die Gefahr senke, andere anzustecken, erklärte die Organisation. Außerdem würden Ungerechtigkeiten durch eine solche Nachweispflicht verstärkt: Vor allem wohlhabende Länder haben schon Millionen von Menschen geimpft, während viele ärmere Länder noch auf Impfstoffe warten.

+++ Ab Juni sollen auch die Betriebsärzte in die Corona-Schutzimpfungen eingebunden werden. Bundesgesundheitsminister Spahn erklärte, die Kampagne gewinne im zweiten Quartal deutlich an Geschwindigkeit. Zu den Lieferzusagen der Impfstoffhersteller Hersteller Biontech und Moderna kämen noch Astrazeneca und Johnson & Johnson hinzu.

Langsam, aber stetig – seit Ostern sind auch Hausarztpraxen in die Impfkampagne gegen das Coronavirus eingebunden. Zwar stehen ihnen im Moment nur wenige Dosen pro Praxis zur Verfügung. Doch die Mengen sollen auf absehbare Zeit steigen. Was heißt das für die Patienten?

+++ Griechenland hat die Quarantäne-Pflicht für Reisende aus EU-Staaten aufgehoben, die einen vollen Corona-Impfschutz haben oder einen negativen Test vorweisen können. Das teilte die Luftfahrtbehörde in Athen mit. Bislang galt in Griechenland eine siebentägige Quarantäne-Pflicht. 

+++ Die Türkei meldet weiter hohe Corona-Fallzahlen. Gestern waren es 318 Todesopfer, so viele wie noch nie an einem Tag. Zugleich wurden mehr als 55.000 neue Infektionen registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz erreicht regional Werte von mehr als 900. 

Auf einem Brückenpfeiler ist eine Ärztin in Schutzkleidung dargestellt, die in der Pose einer Superheldin eine Mauer durchbricht (AFP/Adem Altan)In Ankara sollen Graffiti auf die Leistung von Medizinern und Pflegekräften hinweisen (AFP/Adem Altan)

+++ Die bundesweiten Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie sollen weniger streng ausfallen als ursprünglich geplant. Das teilten Abgeordnete von Union und SPD nach Beratungen mit. Demnach sollen Ausgangsbeschränkungen von 22 bis 5 Uhr verhängt werden können. Joggen und Spaziergänge sollen aber bis Mitternacht erlaubt sein. In einem früheren Entwurf waren Ausgangsbeschränkungen ab 21 Uhr vorgesehen. Für Kinder im Alter bis 14 Jahren soll Sport in Gruppen weiter möglich sein. Arbeitgeber müssen zwei Corona-Tests pro Woche bereitstellen.

Alle Regelungen sind zunächst bis zum 30. Juni befristet und sollen bundesweit einheitlich angewendet werden, falls die Sieben-Tage-Inzidenz in einer Stadt oder einem Landkreis drei Tage hintereinander über 100 Fällen pro 100.000 Einwohnern liegt. Der Bundestag will am Mittwoch über die Änderungen abstimmen. Anschließend befasst sich der Bundesrat damit.

+++ Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff befindet sich vorsorglich in Quarantäne. Nach Angaben eines Regierungssprechers gab es im erweiterten Umfeld des CDU-Politikers vermutlich zwei Corona-Fälle. Der Ministerpräsident sei zuletzt gestern negativ getestet worden. Nun werde man mehrere Tage abwarten bis zu einem neuerlichen Test. Eine Regierungspressekonferenz für morgen wurde abgesagt. 

Haseloff steht im Landtag am Rednerpult  (picture alliance / dpa / Klaus-Dietmar Gabbert)Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt (picture alliance / dpa / Klaus-Dietmar Gabbert)

+++ Wegen einer goßen Zahl an Corona-Neuinfektionen gilt in der indischen Hauptstadt Delhi von Montag an eine einwöchige Ausgangssperre. In dem Land mit mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern wurden nach Angaben aus dem Gesundheitsministerium innerhalb von 24 Stunden insgesamt 274.000 neue Corona-Fälle erfasst - ein Höchstwert. Mehrere indische Städte waren deshalb bereits am Wochenende in einen neuen Lockdown gegangen. Der britische Premierminister Johnson sagte einen für Ende April geplanten Besuch in dem asiatischen Land ab.

+++ Jeder zweite erwachsene US-Bürger hat mindestens eine Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten. 50,4 Prozent der Erwachsenen - rund 130 Millionen Menschen - wurde bis gestern mindestens eine Dosis verabreicht, wie die Gesundheitsbehörde CDC mitteilte. Vollständig geimpft ist demnach bereits fast jeder dritte. In der besonders gefährdeten Altersgruppe ab 65 Jahren haben 81 Prozent eine erste Dosis erhalten, rund zwei Drittel in dieser Gruppe sind vollständig immunisiert. Zuletzt wurden in den USA im Schnitt mehr als drei Millionen Menschen pro Tag geimpft

+++ Die Zahl der vom Lockdown betroffenen Betriebe in Deutschland ist einer Umfrage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zurückgegangen. Aktuell seien 23 Prozent der Betriebe in ihrer Geschäftstätigkeit eingeschränkt, ergab die Umfrage. Sie mussten demnach ihre Tätigkeit ganz oder teilweise einstellen. Im Januar waren es noch 28 Prozent. 

+++ Die Beratungen über eine bundesweite Corona-Notbremse gehen in die möglicherweise entscheidende Woche. Die Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und SPD sprechen heute in Videokonferenzen über Änderungen am Infektionsschutzgesetz. Ziel des Gesetzes ist es, Einschränkungen des öffentlichen Lebens bundesweit einheitlich zu regeln. In einigen Bundesländern gelten bereits ab heute strengere Regeln, in Brandenburg etwa Ausgangsbeschränkung zwischen 22 und 5 Uhr für Regionen, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz drei Tage lang über 100 liegt. Ab einer Inzidenz von 200 sollen Schulen geschlossen werden. Mecklenburg-Vorpommern ist seit Mitternacht in einem Lockdown. Schulen, Kitas, Museen, Bibliotheken und die meisten Geschäfte dürfen nicht öffnen. Auch für Corona-Hotspots in Baden-Württemberg gelten von heute an schärfere Vorschriften.

Grafik-Karte Nr. 101290, Hochformat 110 x 135 mm, Corona-Fälle der letzten 7 Tage (nur in Farbe, Taktung: täglich außer samstags) (dpa Grafik)Corona-Fälle der letzten 7 Tage (18.04.2021) (dpa Grafik)

+++ Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie sind wieder quarantänefreie Reisen zwischen Australien und Neuseeland möglich. Der erste Flug bediente heute die Route zwischen Sydney und Auckland. Australiens Premierminister Morrison und Neuseelands Regierungschefin Ardern sprachen von einer Win-win-Situation. Beide Staaten hatten ihre Grenzen für Reisende im März 2020 geschlossen.

+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 11.437 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind rund 1.800 weniger als vor einer Woche. Seit gestern wurden außerdem 92 neue Todesfälle verzeichnet. Die Gesamtzahl der Corona-Toten in Deutschland stieg damit auf 80.006. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz gibt das RKI mit 165,3 an. 

Weitere aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland finden Sie hier.

+++ Angesichts drohender Schulschließungen durch das geänderte Infektionsschutzgesetz haben Politiker mehrerer Fraktionen gefordert, Alternativen zum Distanzunterricht zu finden. Unterricht im Freien oder die weitere Reduzierung der Lerngruppengrößen seien zu durchdenken, bevor Schulen geschlossen werden, sagte der familienpolitische Sprecher der Unions-Fraktion im Bundestag, Weinberg, der "Bild"-Zeitung. Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Bas argumentierte, dass die Wissenschaft belegt habe, dass Aktivitäten unter freiem Himmel sicherer seien als in geschlossenen Räumen. 

+++ Hamburgs Erster Bürgermeister Tschentscher will bei der geplanten Neufassung des Infektionsschutzgesetzes auch eine deutliche Einschränkung der Versammlungsfreiheit vornehmen. Mit Blick auf Großdemonstrationen sagte der SPD-Politiker, in dieser sehr ernsten Lage gehe es nicht, "dass Tausende Menschen unterwegs sein können".

Sonntag, 18. April

+++ Der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach hat sich für einen "letzten strengen Lockdown" ausgesprochen. Auf diese Weise halte er bis Ende Mai ein "starkes Senken der Infektionszahlen und der Sterblichkeit" für erreichbar, schrieb Lauterbach auf Twitter. Erfahrungen aus Israel zeigten, dass dies erreicht werden könne, sobald mehr als die Hälfte der Bevölkerung die Erstimpfung erhalten habe. Hierzulande also fehlten bis zu einem solchen Zustand nur noch sechs Wochen. Weiter erklärte der Sozialdemokrat, mit einem strengen Lockdown ließen sich "weit über 10.000 Menschen" im Alter von meist 40 bis 60 Jahren retten.

+++ Die Hälfte aller Erwachsenen in den USA hat mindestens eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Das gab die Regierung in Washington bekannt. Mindestens eine Dosis eines Vakzins hätten fast 130 Millionen Menschen ab 18 Jahre bekommen, erklärten die Zentren für Krankheitskontrolle und -vorbeugung. Das entspreche 50,4 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Fast 84 Millionen Erwachsene, 32,5 Prozent der Bevölkerung, seien vollständig geimpft.

Der US-Immunologe Anthony Fauci rechnet spätestens Anfang kommenden Jahres mit Coronavirus-Impfungen für Kinder aller Altersstufen. "Ich denke, bis zum ersten Quartal 2022 werden wir in der Lage sein, Kinder praktisch jeden Alters zu impfen", sagte der Corona-Berater von US-Präsident Joe Biden dem Sender CNN.

+++ Die Kassenärztliche Bundesvereinigung erwartet, dass die Praxen im nächsten Monat erstmals mehr Covid-Impfungen verabreichen können als die Impfzentren. Entsprechend äußerte sich der Vorsitzende der Organisation, Gassen, in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er rechne zudem damit, dass im Mai auch die Priorisierungsvorschriften sukzessive fielen. 

Langsam, aber stetig – seit Ostern sind auch Hausarztpraxen in die Impfkampagne gegen das Coronavirus eingebunden. Zwar stehen ihnen im Moment nur wenige Dosen pro Praxis zur Verfügung. Doch die Mengen sollen auf absehbare Zeit steigen. Was heißt das für die Patienten?

+++ Der Ökonom Felbermayr hat die ab Dienstag geltende Testpflicht für Unternehmen scharf kritisiert. "Mit der Angebotspflicht von Tests für Unternehmen lenkt der Staat von seinem eigenen Versagen ab", sagte der Chef des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) dem Tagesspiegel. Im Kampf gegen die Pandemie sei das "nicht der Gamechanger, auf den die Politik hofft". Nach Ansicht Felbermayrs wäre es zielführender gewesen, "wenn Coronatests grundsätzlich für jedermann jederzeit kostenlos wären". Dann hätten sich auch Arbeitnehmer problemlos vor der Arbeit testen lassen können. "So aber tragen die Unternehmen die Kosten und die Risiken." 

+++ In Italien sind wegen verbesserter Corona-Zahlen von Montag an nur noch drei Regionen als Rote Zonen ausgewiesen: Apulien, Sardinien und das Aosta-Tal. Ab dem 26. April soll die Außengastronomie in bestimmten Regionen möglich sein. Vorgesehen ist ein Stufenplan mit Lockerungen von April bis Juli.

+++ Das Bundesumweltministerium unterstützt Tierheime in der Corona-Krise finanziell. Ab Ende der nun beginnenden Woche könnten entsprechende Förderanträge gestellt werden, bestätigte das Ministerium einen Bericht der "Bild am Sonntag". "In vielen Fällen fallen Spenden weg und können entsprechende Vereinsaktivitäten nicht durchgeführt werden." Auch die fehlenden Vermittlungsmöglichkeiten für Tiere und der dadurch erhöhte Betreuungsbedarf während des Lockdowns seien für viele Vereine schwer zu bewältigen, so das Ministerium weiter. 

+++ Zentrales Gedenken in Berlin: Die Spitzen des deutschen Staates erinnern heute gemeinsam mit den christlichen Kirchen an die Menschen, die seit dem Beginn der Corona-Pandemie gestorben sind. Die Krisenerfahrung der Pandemie lege sich wie ein Trauma auf die Seele und schreie nach Heilung, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bedford-Strohm, in einer Predigt in Berlin. mehr

+++ Simbabwe entlässt zahlreiche Häftlinge, um eine weitere Verbreitung des Coronavirus in überfüllten Gefängnissen einzudämmen. Einige hundert Menschen kamen bereits an diesem Wochenende frei, insgesamt sollen 3.000 Menschen von der Corona-Amnestie profitieren, wie örtliche Medien berichten. Schwerverbrecher sind davon ausgeschlossen. 

+++ Leere Straßen in der 20-Millionen-Stadt Delhi: In der indischen Hauptstadt und weiteren großen Städten des Landes gilt für dieses Wochenende ein strikter Lockdown. Indien verzeichnete zuletzt mehr als 250.000 Neuinfektionen und mehr als 1.500 Corona-Tote an einem einzelnen Tag. In den Krankenhäusern ist der Sauerstoff knapp. Ärzte berichten, in dieser Welle behandelten sie mehr junge Leute als im vergangenen Jahr und erstmals auch  schwer erkrankte Kinder. 

Bewaffnete Sicherheitskräfte kontrollieren Fahrzeuge an einer Straßensperre in Delhi (AFP/Sajjad Hussain)Wochenend-Lockdown in Delhi (AFP/Sajjad Hussain)

+++ Der Verfassungsrechtler Christoph Möllers hat die geplante Änderung des Infektionsschutzgesetzes als problematisch bezeichnet. Möllers sagte im Deutschlandfunk, man sehe dem Gesetz zur "Bundesnotbremse" an, dass es sehr schnell geschrieben wurde. Es sei eine "selbstgemachte Eile" entstanden, die mit schlechter Vorbereitung zu tun habe und nicht mit der Pandemie.

+++ Während der ersten abendlichen Ausgangssperre in Köln hat die Polizei nach eigenen Angaben eine illegale Examensfeier mit rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aufgelöst. Mehrere Partygäste hätten versucht, sich zu verstecken oder zu fliehen. Mehrere von ihnen seien Mediziner gewesen, die ihr bestandenes Examen feiern wollten. Bei anderen Gästen handelte es sich um Lehrkräfte. Betroffene Schulen und Krankenhäuser sollen informiert werden.

+++ In Israel ist die Maskenpflicht im Freien aufgehoben worden. Auf den Straßen waren am Sonntagmorgen bereits viele Menschen ohne Mundschutz unterwegs. In Innenräumen, die öffentlich genutzt werden, gilt die Pflicht weiterhin. Experten gehen aber davon aus, dass sie angesichts der stark gesunkenen Infektionszahlen in einem Monat ebenfalls aufgehoben werden kann.

+++ Dem RKI wurden 19.185 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Das sind 1.330 mehr als vor einer Woche. 67 Menschen starben binnen eines Tages im Zusammenhang mit dem Virus. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist leicht gestiegen - von 161 gestern auf 162,3.

Mehr Informationen über die Infektionszahlen, die Zahl der belegten Intensivbetten und die Impfquote in Deutschland finden Sie hier.

+++ Mit einer zentralen Veranstaltung wird heute der Menschen gedacht, die während der Corona-Pandemie gestorben sind. An der Zeremonie im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt nehmen Bundespräsident Steinmeier, Bundeskanzlerin Merkel, Bundestagspräsident Schäuble, Bundesratspräsident Haseloff und der Präsident des Bundesverfassungsgericht, Harbarth, sowie fünf Hinterbliebene teil. Wie das Bundespräsidialamt mitteilte, soll mit dem Innehalten gezeigt werden, dass die Gesellschaft Anteil nimmt und die Toten und das Leid der Hinterbliebenen nicht vergessen würden.

+++ Bundesfinanzminister Scholz ist trotz der gegenwärtigen Entwicklung in der Corona-Pandemie zuversichtlich, dass die Menschen im Sommer in den Urlaub fahren können. Es sei mitten in der Dritten Welle noch zu unklar, um genauere Prognosen abgeben zu können, sagte der SPD-Kanzlerkandidat der "Welt am Sonntag". Er rechne aber fest damit, im Sommer im Biergarten zu sitzen und die nächste Bundesliga-Saison auch mal im Stadion verfolgen zu können, so Scholz.

In Köln kontrollieren Mitarbeiter des Ordnungsamtes die Einhaltung der nächtlichen Ausgangsbeschränkungen. (picture-alliance/dpa )Ausgangssperre in Köln (picture-alliance/dpa )

+++ In Köln haben Bürger gegen die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen demonstriert. Unter dem Motto "Nein zu Ausgangssperren! Gesundheitsschutz statt Einschränkung unserer Grundrechte!" kamen auf dem Heumarkt etwa 250 Teilnehmer zusammen. Laut Polizei verlief die Kundgebung friedlich und weitestgehend unter Einhaltung der Corona-Auflagen. Vor dem Beginn der Ausgangssperre wurde die Demonstration beendet. In der größten Stadt Nordrhein-Westfalens gilt bis auf weiteres eine Ausgangsbeschränkung von 21.00 Uhr abends bis 5.00 Uhr morgens als Schutzmaßnahme gegen die weitere Corona-Ausbreitung.

Samstag, 17. April

+++ Brandenburg hat im Kampf gegen die Corona-Pandemie eine Ausgangssperre verhängt. Sie gilt zwischen 22.00 und 5.00 Uhr für Regionen, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz mindestens drei Tage lang über 100 liegt. Ab 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in einer Woche sollen in Landkreisen und kreisfreien Städten die Kitas und alle Schulen mit Ausnahme der Abschlussklassen geschlossen werden, wie Ministerpräsident Woidke erklärte.

+++ Die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD wollen den Entwurf der Bundesregierung zum Infektionsschutzgesetz verschärfen. Der Zeitung "Welt am Sonntag" zufolge haben die Fraktionen bei erneuten Verhandlungen ihre Positionen angenähert. Die Union bestand nach Informationen von Reuters aus Koalitionskreisen darauf, dass die Schulen nicht erst ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 200 schließen sollen. Am Sonntag wollen sich die Koalitionsfraktionen einigen. Am Montag soll es sowohl bei der SPD als auch bei der CDU/CSU Sonder-Fraktionssitzungen zum Infektionsschutzgesetz geben. 

+++ In mehreren Bundesländern ist die Polizei gegen verbotene "Querdenken"-Demonstrationen vorgegangen. In Stuttgart stoppten Sicherheitskräfte einen Aufzug mit rund 100 Teilnehmern. Die "Querdenken"-Initiative hatte dazu aufgerufen, in die Innenstadt zu kommen, obwohl die Kundgebungen von der Stadt untersagt worden waren. Auch in Heidelberg wurde eine verbotene Demonstration aufgelöst. In Dresden versammelten sich ebenfalls kleinere Gruppen zu Corona-Protesten. Die Polizei schritt ein und sprach Platzverweise aus. Wegen Aufrufen zu unangemeldeten Versammlungen gegen die Corona-Maßnahmen verstärkte die thüringische Polizei ihre Einsatzkräfte in Erfurt und Jena.

+++ Zur Entlastung der Gefängnisse inmitten der Corona-Pandemie hat Simbabwe mit der Freilassung von rund 3000 Häftlingen begonnen. Sie kamen in den Genuss einer Amnestie von Präsident Mnangagwa. Die Haftanstalten des Landes haben eine Kapazität von 17 000 Gefangenen, zuletzt saßen dort aber etwa 22 000 Menschen ein. Die Amnestie werde zu einer Kostenreduzierung beitragen und die Gefahr verringern, dass sich das Coronavirus in Gefängnissen ausbreite, hieß es.

+++ Im Saarland wird das Modellprojekt mit Corona-Lockerungen auf der Basis von Schnelltests um eine Woche verlängert. Das teilte die Staatskanzlei in Saarbrücken mit. Somit bleibt es bei der bisherigen Ampelstufe Gelb, aber das Testangebot und die Testpflicht sollen ausgeweitet werden. 

Ein Mann trainiert mit Mund-Nasen-Schutz in einem Fitnessstudio.  (dpa)Im Saarland sind auch Fitnessstudios wieder geöffnet. (dpa)

+++ Angesichts der geplanten Reform des Infektionsschutzgesetzes blicken die Theater in Deutschland mit großer Sorge auf die bevorstehenden Monate. In den Plänen der Bundesregierung werde nicht zwischen Veranstaltungen drinnen und draußen differenziert, sagte der Präsident des Bühnenvereins, Hamburgs Kultursenator Brosda, der Deutschen Presse-Agentur. Er verwies darauf, dass viele Theater spätestens ab dem Frühsommer vieles nach draußen verlagern wollten. Er hoffe, dass noch ein "kluger Weg" gefunden werde, den Theatern die Unsicherheit zu nehmen und das Planen für die Wiederaufnahme des Kulturbetriebs zu erleichtern. Modellprojekte mit einem überzeugenden und wirkungsvollen Hygienekonzept müssten umsetzbar sein, erklärte der SPD-Politiker.

+++ Das für Samstag und Sonntag geplante Top-Four-Turnier um den deutschen Basketball-Pokal ist kurz vor Beginn verschoben worden. Nach zwei positiven Coronatests bei namentlich nicht genannten Personen aus dem Kreise der BG Göttingen wurde aufgrund einer Quarantäne-Anordnung des Münchner Gesundheitsamtes das zweite Halbfinale am Samstagabend gegen Titelverteidiger Alba Berlin abgesagt. 

+++ "Campen statt Malle" - In Berlin haben viele hundert Camping-Anhänger für eine sofortige Öffnung der Campingplätze demonstriert. Sie versammelten sich mit Wohnmobilen und Wohnwagen vor dem Olympiastadion, um in einem Korso zum Reichstagsgebäude zu fahren. Die Initiative betonte: "Camping ist mit Abstand die beste, sicherste und kontaktärmste Regenerationsform". 

+++ Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bätzing, hat einen jährlichen nationalen Gedenktag für die Toten der Corona-Pandemie angeregt. Er schlug als Datum den Tag der ersten Impfung in Deutschland vor - als Zeichen dafür, wie "mit Wissen, Vernunft, Mut  und politischer Klugheit der Weg aus der Krise gefunden wurde". Morgen gedenken die Spitzen des deutschen Staates all jener, die während der Pandemie in Deutschland gestorben sind.

+++ In einer Hamburger Unterkunft für Obdachlose wurden 42 Personen positiv auf Covid-19 getestet. Das zuständige Gesundheitsamt ordnete für alle 150 Bewohner eine mindestens zweiwöchige Quarantäne an. Es bestehe der Verdacht auf die britische Variante B.1.1.7.

+++ Weltweit sind inzwischen mehr als 3 Millionen Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Das geht aus neuesten Zahlen der Johns-Hopkins-Universität hervor.  Die meisten Opfer haben die USA zu verzeichnen mit mehr als 566.000 Opfern. Gefolgt von Brasilien, Mexiko und Indien.  

Beerdigung in den USA (www.imago-images.de)In den USA soll von Seiten des Staates an die Corona-Toten erinnert werden (www.imago-images.de)

+++ Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Müller, hat mehr Unterstützung für Verbraucherinnen und Verbraucher in der Pandemie angemahnt. Die bisherige Krisenpolitik sei einseitig auf Unternehmen und Branchen ausgerichtet, sagte der dem "Handelsblatt". Müller plädierte für einen "Rettungsschirm für Verbraucher". Konkret fordert Müller wirksame Regeln gegen Kostenfallen, geringere Inkassogebühren, eine Beschränkung der Vorkasse bei Reisen und mehr Wettbewerb im Online-Handel. 

+++ Linken-Chefin Wissler fordert härtere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Sie sagte der "Augsburger Allgemeinen", ein konsequenter und solidarischer Lockdown mit dem Herunterfahren der meisten Bereiche über zwei, drei Wochen wäre deutlich sinnvoller, als sich im halbherzigen Dauer-Lockdown weiterzuschleppen.   

+++ Auf das Auto des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach haben Unbekannte in der Nacht einen Farbanschlag verübt. Lauterbach schrieb, er könne seinen Wagen nicht mehr benutzen. Der SPD-Politiker zählt zu den exponiertesten Persönlichkeiten in der Debatte um die Maßnahmen gegen das Coronavirus.

+++ Der US-Bundesstaat Alaska will Touristen mit einer Impfung gegen das Coronavirus locken. Gouverneur Dunleavy kündigte an, an den Flughäfen Anchorage, Fairbanks, Juneau und Ketchikan solle ab dem 1. Juni geimpft werden. Beschränkungen für Kreuzfahrtschiffe hatte die Tourismusbranche in Alaska schwer getroffen.       

+++ Die Jugendämter in Deutschland rechnen aufgrund der Coronakrise mit einem drastischen Anstieg der Zahl an Schulabbrechern. Es drohe eine Verdoppelung, sagte der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter, Bahr, der Funke Mediengruppe. 2020 und in diesem Jahr dürften es jeweils 210.000 Schülerinnen und Schüler sein, sagte Bahr. Diese Entwicklung ziehe sich durch viele soziale Schichten. Auch Kinder aus der Mittelschicht würden einen Karriereknick erleben. 

+++ Der saarländische Ministerpräsident Hans sieht die Pläne für härtere Maßnahmen in der Corona-Krise kritisch. Wenn man erneut völlig unkreativ in einen weiteren "Voll-Lockdown" gehe, werde das zwar irgendwie helfen, sagte Hans der Zeitung "Die Welt". Aber es werde auch für viel Verdruss sorgen.

+++ Bundesjustizministerin Lambrecht hat die Polizei aufgefordert, bei Demonstrationen gegen die Corona-Politik konsequent durchzugreifen. Das Verhalten vieler Teilnehmer sei nicht hinnehmbar, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Sie sprach von einer Gefahr für Meinungsfreiheit und Demokratie und verwies auf Bedrohungen von Wissenschaftlern oder Politikern und gewaltsame Angriffe gegen Journalisten.

+++ Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat das Verbot von zwei Demonstrationen der so genannten Querdenker-Bewegung in Kempten bestätigt. Die Richter teilten gestern Abend mi, dies sei notwendig, um Infektionsgefahren zu verhindern. An der Veranstaltung sollte auch der Gründer der Querdenken-Initiative, Ballweg, teilnehmen.

+++  Im Zusammenhang mit den Soforthilfen aus dem Frühjahr 2020 gibt es rund 15.000 Strafanzeigen und Ermittlungsverfahren. Das schreibt das Bundeswirtschaftsministerium auf eine Anfrage der AfD-Fraktion, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Es wird von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen.

+++ Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 23.804 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind rund 2.000 weniger als gestern und rund 300 weniger als am Samstag vor einer Woche. Die Zahl der Todesfälle stieg um 219. Gestern waren es 247. Die Sieben-Tage-Inzidenz erhöht sich leicht von 160,1 auf 160,7.

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