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Newsblog zum Coronavirus+++ Spahn will Testpflicht für Reiserückkehrer ausweiten +++

Reisende am Flughafen Frankfurt, im Hintergrund ist ein Schild zu sehen mit der Aufschrift "Covid-19-Test". (picture alliance / Daniel Kubirski)
Sollen die Einreiseregeln nach Deutschland strenger werden angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus? (picture alliance / Daniel Kubirski)

Gesundheitsminister Spahn will die Test-Pflicht bei Einreise deutlich ausweiten +++ Der Virologe Stürmer warnt wegen der Delta-Variante +++ Die EU hat nach eigenen Angaben ein selbstgestecktes Impfziel erreicht +++ Mehr in unserem Newsblog.

Montag, 26. Juli

+++ Gesundheitsminister Spahn strebt eine deutliche Ausweitung der Testpflicht für Reiserückkehrer an.

Die Abstimmung dazu laufe derzeit innerhalb der Regierung, meldet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Ministerium. Zuvor hatten die Zeitungen der Funke Mediengruppe darüber berichtet. Bisher müssen Flugpassagiere und Einreisende aus Hochrisikogebieten einen negativen Corona-Test vorlegen – es sei denn, sie sind vollständig geimpft oder genesen. Künftig wolle Spahn einen Test offenbar unabhängig davon verlangen, aus welchen Gebieten und mit welchen Verkehrsmitteln die Reisenden nach Deutschland kommen, heißt es. Wie AFP weiter schreibt, gibt es offenbar aus dem Bundesjustizministerium Bedenken gegen die geplante Neuregelung.

Bayerns Ministerpräsident Söder kritisiert das "Tauziehen" um verpflichtende Corona-Tests für Reiserückkehrer. Spahns Vorschlag, ab dem 11. September alle Heimkehrer auf das Virus zu testen, laufe ins Leere, sagte Söder nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts. Bis dahin seien auch die Ferien in Bayern zu Ende. "Es ist halt alles sehr spät. Die Ferientermine sind ja nicht vom Himmel gefallen", ergänzte Söder.

Mit Blick auf verpflichtende Tests für alle Reiserückkehrer sagte der Virologe Stürmer im Deutschlandfunk, wenn man darauf verzichte, "riskieren wir das Einschleppen von Infektionen, für die wir erst einmal blind sind". Denn man dürfe nicht davon ausgehen, dass Menschen mit einer doppelten Impfung sich nicht doch noch einmal ansteckten.

+++ Die EU hat nach den Worten von Kommissionspräsidentin von der Leyen ein selbstgestecktes Impfziel erreicht.

Ein Mitglied des medizinischen Personals impft einen Mann mit dem Impfstoff von Astrazeneca in der South Ile-de-France Hospital Group in Melun am Stadtrand von Paris. (Thomas Samson / POOL AFP via AP / dpa)Corona-Impfung in Frankreich am Stadtrand von Paris (Thomas Samson / POOL AFP via AP / dpa)

Geplant sei gewesen, im Juli 70 Prozent der Erwachsenen durch mindestens eine Impfung zu schützen. Das Ziel habe man heute erreicht. 57 Prozent der Erwachsenen sind demnach bereits vollständig geimpft. Von der Leyen rief dazu auf, sich impfen zu lassen. Man müsse sich weiter anstrengen. Die Delta.Variante sei sehr gefährlich. 

+++ Der Oberbürgermeister von Solingen, Kurzbach, fordert mit Blick auf Herbst und Winter klare und einheitliche Corona-Regeln.

Der SPD-Politiker sagte im Deutschlandfunk, man erlebe wegen der steigenden Infektionszahlen gerade, wie man schnell durch die einzelnen Inzidenzstufen mit den jeweiligen Auflagen wechsle. Man könne den Menschen aber nicht innerhalb von wenigen Tagen immer neue Vorschriften erläutern. Das gehe zu schnell und sei für viele nicht nachvollziehbar. Solingen hat mit 60,9 aktuell die bundesweit höchste Inzidenz

+++ Die USA verweigern Europäern und anderen Ausländern wegen der Coronavirus-Pandemie weiter die Einreise ins Land. Gründe seien die hoch ansteckende Delta-Variante und die steigenden Infektionszahlen in den Vereinigten Staaten, sagte Präsidialamtssprecherin Psaki in Washington. Für wie lange das Einreiseverbot voraussichtlich noch gilt, ließ Psaki offen. Fluglinien und Touristik-Konzerne hatten massiv für eine Aufhebung der Beschränkungen geworben, die für Europäer seit mehr als einem Jahr in Kraft sind. 

+++ Der SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach warnt davor, nach den Sommerferien den Schulbetrieb ohne Corona-Schutzmaßnahmen wieder aufzunehmen. Aus den Bundesländern habe er schon von der Idee gehört, den Unterricht ohne jede Einschränkung auch bei hohen Inzidenzen durchzuführen, sagte Lauterbach der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Dies sei gefährlich, weil sich sehr viele Kinder infizieren könnten. Es sei unklar, wie viele nach einer Covid-19-Erkrankung mit Spätfolgen oder gar einem schwächeren Immunsystem zu kämpfen hätten, betonte Lauterbach. Er fordert deshalb, an Schutzmaßnahmen wie Masken, Tests, Quarantäne und Wechselunterricht festzuhalten.

Eine Frau unterrichtet ihre beiden Töchter während der Coronapandemie zu Hause. (imago-images / photothek / Ute Grabowsky)Wie geht es nach den Sommerferien weiter? Wenn es nach SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach geht, auch im Wechselunterricht. (imago-images / photothek / Ute Grabowsky)

+++ Patientenvertreter haben sich kritisch zur Debatte über eine Impfpflicht in Deutschland geäußert. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Brysch, sagte der "Rheinischen Post", es sei brandgefährlich, öffentlich über eine Impfpflicht zu sinnieren. Vielmehr gelte es, die Skeptiker mit Argumenten zu überzeugen. Kern einer solchen Debatte müsse der Selbstschutz vor Corona sein. Brysch warf der Bundesregierung vor, diese Debatte zu scheuen. Damit überlasse sie den Impfgegnern und Verschwörungstheoretikern das Feld.

Sollte es für Nicht-Geimpfte Einschränkungen geben? Kanzleramtschef Braun (CDU) hat das vorgeschlagen und damit eine kontroverse Debatte ausgelöst. Justizministerin Lambrecht (SPD) etwa lehnt seinen Vorstoß ab – andere stimmen Braun zu. Die Bundesregierung stellte nochmals klar: Eine allgemeine Impfpflicht wird es in Deutschland nicht geben. Hier die wichtigsten Standpunkte in der Debatte zusammengefasst.

+++ Die Sieben-Tage-Inzidenz der in Deutschland nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen ist erneut leicht gestiegen. Sie liegt jetzt bundesweit bei 14,5 nach 14,3 am Vortag, wie das Robert Koch-Institut mitteilte. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI 1.545 weitere Infektionsfälle innerhalb der vergangenen 24 Stunden. 38 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus.

+++ Mediziner rechnen bei einer möglichen vierten Corona-Welle mit weniger Patienten auf den Intensivstationen als in der letzten Hochphase. Er sei sich sicher, dass die Patienten-Zahlen auf den Intensivstationen und in den Krankenhäusern bei einer vierten Welle nicht so hoch sein werden wie bei der dritten Welle, sagte das Vorstandsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Kluge. Im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland verwies er aber zugleich darauf, dass einige Regeln - wie etwa das Maskentragen in Supermärkten - weiter nötig seien.

 

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