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Newsblog zum Coronavirus+++ Spanien lockert Maskenpflicht +++

Menschen mit Gesichtsmasken drängen sich entlang einer Straße in Barcelona, um an behelfsmäßigen Ständen Bücher und Rosen zu kaufen. (dpa-Bildfunk / AP / Emilio Morenatti)
Menschen mit Gesichtsmasken drängen sich entlang einer Straße in Barcelona, um an behelfsmäßigen Ständen Bücher und Rosen zu kaufen. (dpa-Bildfunk / AP / Emilio Morenatti)

Die Menschen in Spanien müssen ab Samstag nicht mehr immer im Freien Maske tragen. Die Ständige Impfkommission hat ihre Empfehlung zur Priorisierung bei den Corona-Impfungen aufgehoben. Der US-Konzern Moderna will Impfstoff für Deutschland früher als geplant liefern. Mehr in unserem Newsblog.

Donnerstag, 24. Juni

+++ Die Maskenpflicht wird in Spanien erheblich gelockert. Ab Samstag müsse der Mund-Nasen-Schutz im Freien nicht mehr immer und überall getragen werden, teilte die spanische Regierung in Madrid mit. Einem Dekret zufolge müssen die Menschen unterwegs weiterhin eine Maske bei sich tragen und aufsetzen, wenn ein Mindestabstand von eineinhalb Metern zu haushaltsfremden Personen nicht eingehalten werden kann. In geschlossenen öffentlichen Räumen und in öffentlichen Verkehrsmitteln bleibt es weiterhin bei der Maskenpflicht. 

Berichten zufolge haben sich hunderte Schülerinnen und Schüler im Juni auf Mallorca mit dem Coronavirus infiziert. Die Jugendlichen aus verschiedenen Teilen Spaniens waren demnach auf Klassenfahrten. Allein in Madrid sollen mehr als 240 Jugendliche betroffen sein. Es wird vermutet, dass die meisten der betroffenen jungen Leute mit derselben Fähre von Valencia nach Mallorca gefahren sind.

+++ Die finnischen Behörden machen für einen sprunghaften Anstieg der täglichen Neuinfektionen Fußball-Fans verantwortlich, die von zwei EM-Spielen aus Russland zurückgekehrt sind. Die Zahl ist von etwa 50 pro Tag auf mehr als 100 angestiegen, wie aus offiziellen Daten hervorgeht. "Das sind Leute, die die Spiele besucht haben", sagt der für die Krankenhäuser am zentralen Grenzübergang zuständige Mediziner Risto Pietikainen der Nachrichtenagentur Reuters. Einem Mitarbeiter des finnischen Gesundheitsinstituts zufolge wurden die meisten Infektionen bei Personen festgestellt, die am 22. Juni in 15 Bussen aus Sankt Petersburg nach Hause gereist waren.

Russland, St. Petersburg: Fußball: EM, Finnland - Russland, Vorrunde, Gruppe B, 2. Spieltag im St. Petersburg-Stadion. Russlands Igor Diweew (l) und Finnlands Teemu Pukki kämpfen um den Ball. (Evgenia Novozhenina/Reuters Pool/AP/dpa)Szene aus dem Spiel zwischen Finnland und Russland - Fans haben wohl das Coronavirus verbreitet (Evgenia Novozhenina/Reuters Pool/AP/dpa)

+++ Die Ständige Impfkommission hat ihre Empfehlung zur Priorisierung bei den Corona-Impfungen aufgehoben. Das geht aus der neuesten Aktualisierung ihrer Impf-Empfehlungen hervor. Darin heißt es, die bisher erfolgreiche Priorisierungsstrategie biete inzwischen keine Vorteile bei der Prävention von schweren Verläufen und Todesfällen mehr. Die Impfung gegen COVID-19 soll demnach allen Personen ab dem Alter von 18 Jahren angeboten werden. Die Stiko stellt aber klar, dass Erwachsene, die ein erhöhtes Risiko für schwere COVID-19-Verläufe haben, bei der Vergabe von Impfterminen weiterhin bevorzugt berücksichtigt werden sollen. Das gleiche gilt für Menschen, die arbeitsbedingt besonders exponiert sind oder die engen Kontakt zu vulnerablen Personengruppen haben.

Die Priorisierung war bundesweit bereits Anfang Juni aufgehoben worden. Allerdings wurde sie in einigen Bundesländern in den Impfzentren noch aufrecht erhalten, etwa in Nordrhein-Westfalen. Dort können sich nun ab Samstag alle Impfwilligen unabhängig von Alter und Beruf in den Impfzentren melden.

+++ Während der Pandemie hat sich die Nachfrage nach Online-Beratung stark erhöht: Der Caritas-Verband im Erzbistum Köln teilte mit, die Anfragen hätten sich im vierten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum verdreifacht. Der Leiter des katholischen Hilfswerks auf Bistumsebene, Johannes Hensel, sagte, die Beraterinnen und Berater merkten, dass sich die Notlagen verschärften, und zwar finanziell, emotional und psychisch.

+++ Der Europa-Chef des US-Konzerns Moderna, Dan Staner, will den versprochenen Corona-Impfstoff für Deutschland früher als geplant liefern. "Moderna hofft, die im dritten Quartal für Deutschland geplanten Dosen früher bereitstellen zu können, um einen möglichst raschen Fortschritt bei den Impfungen zu unterstützen", sagte Staner der "Wirtschaftswoche". Einen konkreten Termin nannte er nicht. Staner versicherte aber, dass die für 2021 geplante Liefermenge von rund 80 Millionen Dosen auf jeden Fall bereitgestellt werde.

Ein Arzt zieht eine Spritze mit dem Impfstoff von Moderna aus einer Ampulle auf. (dpa)Ein Arzt zieht eine Feindosierspritze auf - der Kolben (schwarz) ist so geformt, dass der den kompletten Impfstoff aus der Spritze rausdrücken kann. (dpa)

+++ Der Virologe Klaus Stöhr sieht derzeit keine dramatischen Auswirkungen der Delta-Variante auf die Corona-Pandemie. Stöhr sagte dem MDR: "Zum Glück sehen wir jetzt, und das sind die Zahlen aus England, dass sich die Delta-Variante höchstwahrscheinlich etwas leichter übertragen lässt, aber die Erkrankungsschwere scheint vierfach geringer zu sein." Der Anteil der Delta-Variante an den Infektionen in Deutschland verdoppele sich etwa alle zehn Tage. Trotzdem gebe es einen "Sinkflug der Zahlen".

+++ Kanzleramtsminister Braun setzt angesichts der wachsenden Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus auf eine steigende Zahl Geimpfter. Man werde in diesem Sommer jedem, der es wolle, ein Impfangebot machen können, sagte der CDU-Politiker im ARD-Fernsehen. Ziel sei eine "möglichst hohe Immunität" der Bevölkerung. Eine Verkürzung der Impfintervalle lehnte Braun ab. Es gehe bei der Zweitimpfung darum, wie der Impfstoff wirke. Es habe sich gezeigt, dass ein gewisser Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung nötig sei, um die volle Wirksamkeit zu entfalten.

Unseren durchgängig aktualisierten und ergänzten Überblick zur Delta-Variante können Sie hier nachlesen.

+++ In die Debatte über die Olympischen Spiele in der Pandemie hat sich jetzt der japanische Kaiser Naruhito eingeschaltet: Er sei besorgt, dass die Spiele zur weiteren Verbreitung des Coronavirus betragen könnten, hieß es in Tokio. 

+++ Der Vorsitzende des Weltärztebunds, Montgomery, hat vor Reisen zu Spielen der Fußball-Europameisterschaft nach London gewarnt. Davon könne er nur abraten, sagte Montgomery der "Passauer Neuen Presse" mit Blick auf die Verbreitung der Delta-Variante in Großbritannien. Unverständnis äußerte er über die Entscheidung der britischen Regierung, ab dem Halbfinale deutlich mehr Zuschauer zuzulassen.

England Fans England fans on Wembley Way before their UEFA EURO, EM, Europameisterschaft,Fussball 2020 Group D match against Croatia at Wembley Stadium, London PUBLICATIONxNOTxINxUKxCHN Copyright: xStuartxGarneysx FIL-15608-0027  (IMAGO / Focus Images)Das Wembley-Stadion in London. (IMAGO / Focus Images)

+++ In Deutschland ist die Zahl der binnen eines Tages registrierten Corona-Infektionen weiter zurückgegangen. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut 1.008 Ansteckungen. Vor einer Woche waren es 1.330. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt das RKI mit bundesweit 6,6 an gegenüber 7,2 am Vortag und 11,6 vor einer Woche. Deutschlandweit wurden innerhalb von 24 Stunden 93 neue Todesfälle verzeichnet. Damit stieg deren Gesamtzahl auf 90.616.

Überblick: Alle aktuellen Zahlen zu Infektionen, Krankenhausbehandlungen, Tests und Impfungen

+++ Deutsche Ärzteverbände haben angesichts der zunehmenden Ausbreitung der hoch ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus eine Beschleunigung der Impfkampagne verlangt. Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Weigeldt, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, unter anderem müssten die niedergelassenen Ärzte mehr Impfstoff bekommen. Je mehr Menschen geschützt seien, desto geringer seien die Chancen für die Delta-Variante. 

Was bisher über Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe bekannt ist, lesen Sie hier.

+++ Der weitere Umgang mit der Corona-Pandemie ist auch ein wichtiges Thema beim EU-Gipfel, der heute und morgen in Brüssel stattfindet. Dabei geht es unter anderem um mögliche Lockerungen beim europaweiten Reisen. Die Staats- und Regierungschefs wollen zudem darüber beraten, wie man sich auf künftige Pandemien besser vorbereiten kann. 

Mittwoch, 23. Juni

+++ Laut Robert Koch-Institut nimmt der Anteil der Delta-Variante bei den analysierten positiven Coronatests zu. In der vorletzten Woche habe er bei 15,1 Prozent gelegen. In den sieben Tagen zuvor lag der Wert demnach bei 7,9 Prozent. Dominierend sei in Deutschland weiter die Alpha-Variante mit 74,1 Prozent. Die aktuelle Verbreitung zeige, dass damit zu rechnen sei, dass Delta sich gegen andere Varianten durchsetzen werde.

Mehr zur Delta-Variante können Sie in diesem Beitrag lesen.

+++ Der britischen Regierung zufolge sind in der Corona-Pandemie bereits mehr als 14.000 Leben in dem Land mit Hilfe der Impfstoffe gerettet worden. Allein in England seien damit zudem 44.500 Krankenhauseinweisungen verhindert worden, sagte der britische Impf-Staatssekretär Nadhim Zahawi. In Großbritannien haben nach Angaben der Regierung inzwischen mehr als 80 Prozent der erwachsenen Bevölkerung eine Impfdosis erhalten.
60 Prozent der Erwachsenen wurden bereits zwei Mal geimpft.

London: Am Eingang zur Underground-Station Oxford Circus werden die Menschen aufgefordert, Abstand zu halten. (AFP/Niklas HALLE'N)London: Am Eingang zur Underground-Station Oxford Circus werden die Menschen aufgefordert, Abstand zu halten. (AFP/Niklas HALLE'N)

+++ Mehrere russische Städte melden deutliche Zunahmen von neuen Todesfällen. In Moskau waren es in den vergangenen 24 Stunden 88, in Sankt Petersburg 93, wie die zuständige russische Arbeitsgruppe meldet. In beiden Fällen sind das die höchsten bislang verzeichneten Werte. Moskaus Bürgermeister Sergei Sobjanin zufolge gehen 90 Prozent der neu gemeldeten Fälle in der Stadt auf die Delta-Variante zurück.

+++ Die Schweiz treibt die Öffnung angesichts der deutlichen Abnahme der Fallzahlen schneller voran als bisher geplant. Am Samstag werden die Homeoffice-Pflicht und die Maskenpflicht im Freien aufgehoben, wie die Regierung mitteilte. In Restaurants könnten wieder beliebig viele Personen zusammensitzen. Bei Großveranstaltungen mit Covid-Zertifikat gebe es keine Personen-Beschränkungen mehr. Die Einreise in die Schweiz werde erleichtert. Bei Personen aus dem Schengen-Raum werde die Quarantänepflicht aufgehoben. 

+++ Einer US-Expertengruppe zufolge besteht vermutlich ein Zusammenhang zwischen Impfungen mit den mRNA-Mitteln unter anderem von Biontech/Pfizer und seltenen Herzentzündungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Dies geht aus einer Präsentation der Arbeitsgruppe für Covid-19-Impfsicherheit hervor, die die Seuchenbehörde CDC berät. Nach der zweiten Dosis sei bei männlichen Geimpften das Auftreten von Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen merklich höher. In einem getrennten Bericht des CDC heißt es, die Patienten erholten sich in der Regel gut. Die Behörde und das israelische Gesundheitsministerium prüfen jeweils seit Monaten entsprechende Berichte.

+++ In allen sächsischen Impfzentren sind laut Angaben des Deutschen Roten Kreuzes zurzeit Impftermine frei. Man sei froh, endlich in der Situation zu sein, jedem in den dreizehn Impfzentren in Sachsen ein Impfangebot unterbreiten zu können, teilte das DRK mit. Die Möglichkeit, sich bei Haus- und Betriebsärzten gegen Corona impfen zu lassen, habe die Zentren spürbar entlastet. Zugleich gebe es durch die Ausweitung der Serverkapazitäten für das Buchungsportal keine Warteräume mehr. Auch bei der Hotline kommen Impfwillige laut DRK sofort durch.

Eine medizinische Mitarbeiterin der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen bereitet im Rathaus den Wirkstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer für Impfungen gegen das Coronavirus vor. Die Landeshauptstadt Dresden lässt Beschäftigte durch mobilen Impfteams impfen. (dpa-Zentralbild)In den Impfzentren in Sachsen sind aktuell Termine für Impfwillige frei. (dpa-Zentralbild)

+++ Wegen eines Anstiegs von Corona-Neuinfektionen verschiebt Israel die geplante pauschale Einreiseerlaubnis für geimpfte Individualtouristen um einen Monat. Erst ab 1. August sollen Urlauber ohne vorherige Genehmigung ins Land kommen dürfen, wie eine Sprecherin des Tourismusministeriums bestätigte. Noch am Sonntagabend hatte Innenministerin Schaked von der ultrarechten Jamina-Partei auf Facebook geschrieben, geimpfte Individualtouristen dürften ab 1. Juli einreisen. Am Montag stieg allerdings die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen auf mehr als 100 innerhalb von 24 Stunden - das erste Mal seit zwei Monaten. Die meisten davon stehen nach offiziellen Angaben in Verbindung mit der Delta-Variante des Virus.

+++ Die hoch ansteckende Delta-Variante des Coronavirus breitet sich in Frankreich weiter aus. Sie stehe inzwischen für "neun bis zehn Prozent" der Neuansteckungen, sagte Regierungssprecher Attal nach der wöchentlichen Sitzung des Corona-Kabinetts unter Leitung von Präsident Macron. Am vergangenen Freitag hatte Macron ihren Anteil noch auf rund sechs Prozent beziffert. In dem Département Landes an der Atlantikküste macht die zuerst in Indien festgestellte Variante dem Sprecher zufolge sogar 70 Prozent der Neuansteckungen aus. 

+++ Bundeskanzlerin Merkel sieht eine Überwindung der Corona-Pandemie in greifbarer Nähe. Wenn die Menschen nun nach Abklingen der dritten Infektionswelle "vorsichtig und aufmerksam" blieben und weiter die Schutzregeln einhielten, "dann wird die Coronavirus-Pandemie ihren Schrecken verlieren und endgültig überwunden werden", sagte Merkel in der Fragestunde des Bundestags. Sie bitte "nachdrücklich um die Einhaltung dieser Regeln, denn auch wenn die dritte Welle eindrucksvoll gebrochen ist - vorbei ist die Pandemie noch nicht". Deutschland bewege sich immer noch auf dünnem Eis.

+++ Die Weltgesundheitsorganisation äußert Bedenken über eine Produktionsstätte des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V. Dabei geht es um eine von vier Produktionsstätten, die die WHO überprüfte. In dem Werk der Firma Pharmstandard-UfaVITA in der russischen Republik Baschkortostan seien Probleme bei der Abfüllung des Impfstoffs festgestellt worden, teilte die WHO mit. Pharmstandard-UfaVITA erklärte, die Probleme beträfen nicht die Sicherheit oder Wirksamkeit des Vakzins selbst und die Bedenken bezüglich der Abfülllinien seien vollständig ausgeräumt worden. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA überprüft gegenwärtig noch den Antrag auf eine mögliche Marktzulassung von Sputnik V in der Europäischen Union.

Eine Person zeigt ein Fläschchen mit dem Impfstoff Sputnik V.  (ZUMA Wire)Corona-Impfstoff Sputnik V (ZUMA Wire)

+++ Die Corona-Regeln am Arbeitsplatz werden ab 1. Juli gelockert. Unternehmen müssen zwar weiterhin zwei Tests pro Woche für Beschäftigte anbieten, die nicht von zu Hause aus arbeiten können. Allerdings ist dies laut neuer Corona-Arbeitsschutzverordnung nicht mehr erforderlich, wenn Arbeitgeber "durch andere geeignete Schutzmaßnahmen einen gleichwertigen Schutz der Beschäftigten" sicherstellen oder nachweisen können, zum Beispiel wenn diese vollständig geimpft sind. Das Bundeskabinett hat die neue Verordnung am Mittwoch beschlossen. Sie soll bis 10. September gelten.

Arbeitgeber sind demnach aber weiterhin gehalten, "die gleichzeitige Nutzung von Räumen durch mehrere Personen auf das betriebsnotwendige Minimum zu reduzieren". Zudem bleibt es dabei, dass betriebliche Hygienepläne erstellt und Infektionsschutzmaßnahmen ergriffen werden müssen, etwa durch Trennwände und Abstandsregeln. Wo das nicht möglich ist, müssen medizinische Masken zur Verfügung gestellt werden.

Die verbindliche Vorgabe, dass eine Mindestfläche von zehn Quadratmetern für jede im Raum befindliche Person nicht unterschritten werden darf, entfällt allerdings. Ebenso endet die Pflicht für Unternehmen, dort wo es möglich ist, Homeoffice anzubieten. Diese Regelung ist Teil der sogenannten Bundesnotbremse und läuft gemeinsam mit ihr am 30. Juni aus.

Ein zweijähriges Kind spielt im Wohnzimmer, während seine Mutter Zuhause im Homeoffice an einem Laptop arbeitet.  (picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte)Coronavirus - Homeoffice mit Kind (picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte)

+++ Der Lockdown im März hat die Deutschen offenbar weitaus stärker belastet als der Lockdown ein knappes Jahr zuvor. Nach einer Langzeitstudie der TU Chemnitz im Auftrag der Techniker Krankenkasse fühlten sich im März 42 Prozent stark oder sehr stark durch Corona belastet. Im Mai 2020 waren es lediglich 35 Prozent. Beklagt werden vor allem fehlende persönliche Treffen (89 Prozent), Angst vor der Erkrankung von Angehörigen und Freunden (60 Prozent) sowie Stress am Arbeitsplatz (49 Prozent).

Vor allem Homeoffice in Kombination mit Kinderbetreuung war dabei wohl ein entscheidender Faktor: mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Erwerbstätigen im Homeoffice mit mindestens einem Kind stark oder sehr stark belastet. Im Mai 2020 waren es lediglich 45 Prozent. Im Homeoffice ohne Kinder hatte sich die Belastung mit jeweils 31 Prozent dagegen nicht verändert.

+++ In der australischen Metropole Sydney wurden im Kampf gegen die Delta-Variante neue Schutzmaßnahmen wie eine Maskenpflicht in Büros verhängt. Zuletzt waren 30 neue Fälle binnen einer Woche registriert worden. Australien und Neuseeland hatten mithilfe frühzeitiger Abriegelung und strenger Maßnahmen größere Ausbrüche bislang vermieden. Beide Länder hatten zuletzt sogar eine weitgehend coronafreie "Reise-Blase" errichtet - Neuseeland hat nun jedoch die Einreise aus dem Großraum Sydney gestoppt.

+++ In Kolumbien liegt die Zahl der Corona-Todesfälle inzwischen bei über 100.000. Das südamerikanische Land ist das zehnte, in dem so viele Menschen an oder mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben sind.Ein Krankenhaus in Medellin (imago)Ein Krankenhaus in der kolumbischen Stadt Medellin (imago)

+++ Der Virologe Drosten plädiert angesichts der Delta-Variante dafür, die Bedeutung des Impfens noch stärker ins Bewusstsein zu rücken. Im NDR-Podcast "Coronavirus-Update" sagte der Leiter der Virologie der Berliner Charité, wenn das Impftempo nicht ausreiche, müsse man erneut mit Kontaktbeschränkungen gegensteuern. Es gebe aber auch gute Gründe zu denken, dass das in Deutschland nicht notwendig werde.

+++ Angesichts der Corona-Lage sollen die Olympischen Spiele in Tokio weitgehend alkoholfrei stattfinden. Für Zuschauerinnen und Zuschauer sollen keine alkoholischen Getränke angeboten werden, sagte die Präsidentin des Organisationskomitees, Seiko Hashimoto. Athleten, die nach dem Wettkampf feiern wollten, müssten "alleine in ihren Zimmern trinken". Darüber hinaus gilt im Olympischen Dorf ein Alkoholverbot. Auch die Kondome, die Athletinnen und Athleten traditionell erhalten, werden erst zur Abreise ausgegeben.

+++ Indien hat die Schwelle von 30 Millionen bestätigten Infektionen überschritten. Die Gesamtzahl liegt laut einer Reuters-Zählung nun bei 30,03 Millionen. Zuletzt wurden 50.848 neue Corona-Fälle binnen eines Tages gemeldet. In Indien grassieren die besonders ansteckenden Virus-Varianten Delta und Kappa.

Lesen Sie hier unseren Erklärtext zur Delta-Variante: Wie gefährlich ist B.1.617?

+++ Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist erneut zurückgegangen. Sie beträgt nun 7,2 nach 8,0 am Vortag, wie das Robert Koch-Institut mitteilte. Vor einer Woche lag der Wert bei 13,2. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI innerhalb eines Tages 1.016 neue Infektionsfälle. Das sind 439 weniger als vor einer Woche. Es wurden zudem 51 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion registriert.

+++ Der Deutsche Lehrerverband und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordern die Politik auf, Präsenzunterricht zu Beginn des neuen Schuljahrs auch im Fall einer Ausbreitung der Delta-Variante des Corona-Virus zu ermöglichen. Verbandspräsident Meidinger sagt der Funke Mediengruppe, eine neuerliche Phase des Distanz- und Wechselunterrichts wäre für alle Betroffenen ein herber Rückschlag. Daher müsse jetzt in den Ferien alles getan werden, um im Herbst auch auf eine vierte Welle vorbereitet zu sein. Die GEW-Vorsitzende Finnern betonte, Politik und Verwaltung müssen den Sommer nutzen und die Schulen – Zitat – "endlich krisenfest" machen, etwa mit Luftfiltern in Klassenräumen.

Lesen Sie hier unseren ausführlichen Hintergrund: Wie geht es im Herbst weiter für die Schulen?

+++ Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Gassen, fordert ein höheres Impftempo. Er sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", im Kampf zur Abwehr der Delta-Variante stehe man in einem Wettlauf mit der Zeit. Deren Einfluss werde umso geringer sein, je mehr Menschen in den nächsten Tagen und Wochen den vollen Impfschutz erhielten. Um aber schneller zu werden, müssten noch mehr Vakzine her, da Probleme bei der Auslieferung zulasten der Planbarkeit gingen.

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