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Newsblog zum Coronavirus+++ Trotz Corona volle Strände in Brasilien +++

Rio de Janeiro, Brasilien: Menschen liegen in der Corona-Pandemie dicht an dicht am Strand von Copacabana. (dpa/Fernando Souza)
Rio de Janeiro, Brasilien: Menschen liegen in der Corona-Pandemie dicht an dicht am Strand von Copacabana. (dpa/Fernando Souza)

In Brasilien verzweifeln Experten, weil viele Menschen sich nicht mehr an die Corona-Beschränkungen halten. Die Bundesregierung will derzeit nicht über mehr Reisefreiheit nach einer Impfung diskutieren. In Deutschland wird künftig gezielt nach hochansteckenden Coronavirus-Varianten gesucht. Mehr in unserem Newsblog.

Montag, 18. Januar

+++ In Teilen Brasiliens kollabiert wegen hoher Neuinfektionszahlen das Gesundheitssystem, doch die Strände der Metropole Rio de Janeiro sind voll. Sonnenbadende lagen am Wochenende an den Stränden von Copacabana, Ipanema und Leblon dicht an dicht - die meisten ohne Maske. Das Nachrichtenportal "G1" zitiert die Wissenschaftlerin Chrystina Barros von der Bundesuniversität Rio de Janeiro mit den Worten, die Menschen hätten die Pandemie "völlig banalisiert". Sie seien der Corona-Beschränkungen müde, und man habe keine Hoffnung mehr, die Menschen zur Vernunft bringen zu können. Brasilien hat mit knapp 8,5 Millionen die weltweit dritthöchste Zahl an Infizierten, fast 210.000 Menschen sind an oder mit dem Virus gestorben. Vor allem in der Amazonas-Metropole Manaus ist die Situation dramatisch. Dort fehlt Sauerstoff zur Beatmung der Corona-Patienten. 

+++ Am Klinikum Garmisch-Partenkirchen ist eine möglicherweise neue Variante des Coronavirus entdeckt worden. Derzeit würden Proben an der Berliner Charité untersucht, teilte das Klinikum mit. Nach einem Ausbruch in dem Krankenhaus habe der Verdacht bestanden, dass es sich bei den aktuellen Infektionen um eine veränderte Variante handeln könnte. Dies habe sich in einer ersten Zwischenmeldung der Charité bestätigt. In dem Klinikum waren 52 Patienten und 21 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden. Zunächst hatte der "Münchner Merkur" darüber berichtet.

+++ Die Polizei in Berlin hat am Sonntagabend wegen Missachtung der Corona-Schutzauflagen einen Gottesdienst mit rund 170 Erwachsenen und mehreren Kindern aufgelöst. Keiner der Anwesenden habe eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen, Abstände seien nicht eingehalten worden. Bei der Gemeinde soll es sich um eine freikirchliche Pfingstgemeinde gehandelt haben. Alle Erwachsenen müssen nun mit Anzeigen wegen einer Ordnungswidrigkeit rechnen. Laut aktueller Corona-Schutzverordnung sind in Berlin Gottesdienste unter strengen Hygieneauflagen erlaubt.

+++ Im Schweizer Nobelskiort St. Moritz haben die Behörden zwei Luxushotels unter Quarantäne gestellt, nachdem sich dort zahlreiche Menschen mit einer hochansteckenden Coronavirus-Variante infiziert hatten. Rund 95 Gäste und 300 Angestellte dürfen die Hotels Badrutt's Palace Hotel und Grand Hotel des Bains Kempinski vorerst nicht verlassen. Die Schulen und Skischulen wurden geschlossen.

+++ Die Debatte über eine mögliche Aufhebung von Reisebeschränkungen für Menschen mit Corona-Impfung ist nach Auffassung der Bundesregierung verfrüht. Man brauche mehr Informationen über die Wirkung, sagte Europastaatsminister Roth am Rande einer Videokonferenz mit EU-Kollegen. Als Beispiel nannte er die noch offene Frage, ob der Impfstoff nur den Geimpften schützt oder auch dafür sorgt, dass andere Menschen nicht mehr infiziert werden können. Es sei konsequent, wenn das gemeinsame Vorgehen der EU bei der Pandemiebekämpfung auch in eine gemeinsame Impf-Zertifizierung münde, erklärte Roth.

In einigen EU-Staaten, in denen der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist, gibt es Forderungen nach einem Impfpass und die Aufhebung von Reisebeschränkungen für Geimpfte.

+++ In Deutschland wird künftig gezielt nach hochansteckenden Coronavirus-Varianten gesucht. Bundesgesundheitsminister Spahn stellte dazu in Berlin eine Verordnung zur Gen-Sequenzierung vor. Ziel ist es demnach, mindestens fünf Prozent der Positivproben auf Mutationen zu untersuchen. So sollen die Behörden mehr Klarheit darüber bekommen, wie stark sich etwa die zuerst in Großbritannien und Südafrika aufgetretenen Virusvarianten auch hierzulande ausbreiten. Beide gelten als ansteckender als das ursprüngliche Virus, verursachen nach bisherigen Erkenntnissen aber keine schwereren Krankheitsverläufe. Die Labore erhalten pro untersuchter Probe 220 Euro für Mehraufwand und Meldung der Daten. 

+++ In England sollen nun auch die Über-70-Jährigen sowie medizinisch besonders gefährdete Menschen eine Einladung zur Corona-Impfung erhalten. Mehr als die Hälfte der Über-80-Jährigen in Großbritannien haben nach Angaben der Regierung bereits ihre erste Dosis bekommen. Die übrigen sollen bei Terminen weiterhin Priorität genießen, genauso wie Personal in Pflegeheimen oder medizinischen Berufen.

+++ Die heute früh vom Robert Koch-Institut veröffentlichten Corona-Infektionszahlen sind möglicherweise nicht vollständig. Man prüfe derzeit, was der Grund für die niedrigen Zahlen aus Bayern oder Rheinland-Pfalz seien, sagte eine Sprecherin des Instituts. Aus Bayern wurden rund 270 Fälle gemeldet, aus Rheinland-Pfalz nur zwei. Auch die Zahlen aus Schleswig-Holstein waren auffällig niedrig.

+++ Bundesgesundheitsminister Spahn hält weitere Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie für nötig. Der CDU-Politiker sagte in der ARD, zwar deuteten die aktuellen Zahlen eine erste Entspannung an. Grund zur Entwarnung gebe es aber nicht. Die Mobilität der Menschen und die Zahl der persönlichen Kontakte müssten verringert werden, vor allem privat aber auch beruflich, forderte Spahn und sprach von zwei bis drei Wochen.

Die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Göring-Eckardt, plädierte im Deutschlandfunk dafür, wo immer möglich die Arbeit im Homeoffice einzufordern und deren Konsequenzen zu regeln. In einer kritischen Phase der Pandemie wie dieser sei auch eine Schließung von Betrieben denkbar, erklärte sie.

+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut innerhalb eines Tages 7.141 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet. Am Montag vor einer Woche waren es etwa 5.300 mehr gewesen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 214 auf insgesamt 46.633. Da am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln, liegen die Zahlen des RKI montags in der Regel niedriger als an anderen Wochentagen. Die bundesweite Sieben-Tages-Inzidenz beträgt 134 Infektionen pro 100.000 Einwohner.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff (CDU) erwartet von dem Bund-Länder-Treffen morgen eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen - "damit wir das, was wir in anderen Ländern erlebt haben, in Deutschland vermeiden helfen", sagte er im Deutschlandfunk.

+++ Brasiliens Gesundheitsbehörde Anvisa hat die Coronavirus-Impfstoffe des chinesischen Herstellers Sinovac und des britisch-schwedischen Konzerns Astrazeneca zugelassen. Damit kann die Immunisierung der Bevölkerung beginnen. Einen Antrag zur Anwendung des russischen Impfstoffs Sputnik V hatte Anvisa abgelehnt. Zur Begründung hieß es, der Antrag habe die Mindestanforderungen nicht erfüllt.

+++ Die Europäische Kommission hat zu einem verstärkten Kampf gegen Coronavirus-Mutationen aufgerufen. Die Mitgliedsstaaten müssten mehr testen und die Kapazitäten in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen erhöhen, sagte EU-Gesundheitskommissarin Kyriakides der Zeitung "Welt". Zugleich forderte sie mehr Genom-Sequenzierungen, um die verschiedenen Virus-Mutationen zu identifizieren. Die Informationen darüber müssten zwischen den Ländern ausgetauscht werden. Die EU sei bereit, ihre Mitglieder mit Expertise, Infrastruktur und Geldern zu unterstützen. Ein deutlich ansteckendere Mutation war zuerst in Großbritannien entdeckt worden.

+++ Die chinesische Wirtschaft ist im vergangenen Jahr um 2,3 Prozent gewachsen. Das teilte das Statistikamt in Peking mit. Prognosen zufolge ist China damit die einzige große Volkswirtschaft, die im von der Coronapandemie geprägten Jahr nicht geschrumpft ist. Allerdings fällt das Wachstum deutlich geringer aus als in den Vorjahren. 2019 hatte die Wirtschaftsleistung noch um 6,1 Prozent zugelegt. Für das laufende Jahr sagt der Internationale Währungsfonds für China einen Zuwachs von knapp acht Prozent voraus.

+++ Die Slowakei verschärft im Kampf gegen die Corona-Pandemie ihre Ausgangsbeschränkungen. Wie Ministerpräsident Matovic am späten Abend nach einer Sondersitzung der Regierung in Bratislava bekannt gab, werden schon ab heute wieder Corona-Massentests im ganzen Land durchgeführt. Gesundheitsminister Krajci sprach von einer freiwilligen Testmöglichkeit, die bis zum 26. Januar bestehe. Danach werde der Weg zur Arbeit - anders als bisher - nur noch mit einem negativen Corona-Test erlaubt sein. Die Verschärfung der Ausgangsbeschränkungen für Personen ohne negativen Corona-Test soll vorerst bis zum 7. Februar gelten.

+++ Bundeswirtschaftsminister Altmaier spricht sich für Verschärfungen der Alltagsbeschränkungen in der Coronakrise aus. Der CDU-Politiker sagte der "Rheinischen Post", was Deutschland sich wirtschaftlich am wenigsten leisten könne, sei eine Verschärfung der Pandemie. Man müsse die Weichen jetzt so stellen, dass man in den nächsten Wochen die Infektionswelle endgültig breche. Finanzminister Scholz sagte, er gehe davon aus, dass noch einmal für 14 Tage weitere Maßnahmen dazu kämen.

+++ Die Forderung der FDP nach einer Sondersitzung des Bundestages zu weiteren Corona-Maßnahmen ist auf ein unterschiedliches Echo gestoßen. Die Linksfraktion teilte mit, sie halte den Vorstoß für gerechtfertigt. Von Seiten der Grünen hieß es dagegen, Sondersitzungen der Ausschüsse für Gesundheit und Wirtschaft seien ausreichend, ohne dass gleich das gesamte Plenum für lediglich zwei Stunden zusammentreten müsse. Ablehnung kam auch aus der Union. Die FDP-Fraktionsspitze hatte in einem Schreiben an die anderen Fraktionen mit Ausnahme der AfD betont, etwaige weitere Einschränkungen von Grundrechten müssten im Parlament Gegenstand der öffentlichen Debatte sein - und zwar noch bevor Bund und Länder mit ihren Beratungen darüber beginnen.

+++ Australien wird seine Grenzen in diesem Jahr aller Voraussicht nach nicht mehr für Reisende öffnen. Wie der medizinische Chefberater der australischen Regierung, Murphy, dem Fernsehsender ABC sagte, sind Reisen im Jahr 2021 trotz eines baldigen Starts der Impfkampagne gegen das Coronavirus nicht zu erwarten. Selbst wenn ein großer Teil der Bevölkerung geimpft worden sei, wisse man nicht, ob das die Übertragung des Virus verhindern werde, betonte er. Australiens Grenzen sind seit März 2020 für Reisende geschlossen.

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