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Newsblog zum Coronavirus+++ USA: Maskenpflicht für vollständig Geimpfte soll weitgehend entfallen +++

Fußgänger mit Maske während der Corona-Pandemie in New York (Imago)
Fußgänger mit Maske in New York (Imago)

In den USA gibt es neue Empfehlungen der Seuchenschutzbehörde für vollständig Geimpfte. Demnach soll die Maskenpflicht für diesen Personenkreis unter freiem Himmel und in den meisten Innenräumen entfallen. In Kolumbien steht das Gesundheitssystem angesichts der Pandemie vor dem Zusammenbruch. Berlins Kassenärzte kritisieren den Vorstoß, dass jeder in Berlin ab Montag eine Impfung bei Haus- und Betriebsärzten erhalten kann. Das und weitere Entwicklungen im Newsblog.

Donnerstag, 13. Mai

+++ In den USA gibt es neue Empfehlungen der Seuchenschutzbehörde CDC für vollständig Geimpfte. Demnach soll die Maskenpflicht für diesen Personenkreis unter freiem Himmel und in den meisten Innenräumen entfallen. Gleiches soll für Abstandsregeln gelten.

+++ SPD-Kanzlerkandidat Scholz hält es für die zentrale Aufgabe der kommenden Monate, solidarische und sozialverträgliche Wege aus der Corona-Krise zu finden und zu gestalten. Verstärkt durch die Probleme der Pandemie drohe die deutsche Gesellschaft auseinanderzufallen, sagte Scholz bei einer Online-Diskussion am Rande des Ökumenischen Kirchentags. Es reiche beispielsweise nicht aus, Pflegekräften oder Verkäuferinnen im Supermarkt Beifall zu klatschen. Vielmehr brauche es bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen. Insofern sei es schlicht geschmacklos, wenn einige jetzt eine Steuersenkung für Spitzenverdiener und Großunternehmen forderten.

+++ In Kolumbien steht das Gesundheitssystem angesichts der Pandemie vor dem Zusammenbruch. In Bogota seien die Intensivbetten zu fast einhundert Prozent belegt, schreibt Gesundheitsminister Fernando Ruiz auf Twitter. 500 Patienten müssten aus der Hauptstadt in andere Teile des Landes verlegt werden.

+++ Amazon will neuen Mitarbeitern in den USA einen Bonus von 100 Dollar für einen Impfnachweis zahlen. Das teilte der weltgrößte Onlinehändler mit. Amazon hatte im vergangenen Jahr erklärt, weitere 75.000 Mitarbeiter einzustellen, um den großen Andrang von Kunden zu bewältigen. Dem US-Unternehmen wurde vorgeworfen, in der Corona-Krise nicht genug für den Schutz der Mitarbeiter zu unternehmen.

+++ Von Berlins Kassenärzten kommt scharfe Kritik an dem Vorstoß, dass jeder - unabhängig von Alter, Vorerkrankung und Beruf - in Berlin künftig eine Corona-Impfung bei Haus- und Betriebsärzten erhalten kann. Dies sei nicht abgesprochen gewesen sei und provoziere Chaos in Praxen. Bei den Menschen würden falsche Erwartungen geweckt. Die Gesundheitsverwaltung machte deutlich, dass der Schritt nicht bedeute, dass jeder sofort nächste Woche geimpft werden könne. Die verfügbaren Impfstoffmengen seien zunächst weiter relativ knapp, hieß es. Erst ab Juni werde mit größeren Mengen gerechnet. Ein Sprecher der Senatsverwaltung hatte mitgeteilt, die Priorisierung werde ab Montag für alle verfügbaren Impfstoffe aufgehoben.

+++ Das Tübinger Pharmaunternehmen Curevac testet einen weiteren Covid-Impfstoffkandidaten im Tierversuch. Das Mittel habe bei geimpften Ratten eine starke Antigenproduktion sowie starke und dosisabhängige Immunantworten hervorgerufen, erklärte Curevac. Das Unternehmen hat bereits einen Covid-Impfstoff vorgelegt. Eine Zulassung wird von der Europäischen Arzneimittel-Agentur geprüft. Die Europäische Union hat sich von dem Impfstoff schon vorab bis zu 405 Millionen Dosen gesichert.

+++ In Spanien sollen mehr als zwei Drittel der 47 Millionen Bürgerinnen und Bürger bis Mitte August gegen das Coronavirus geimpft sein, wie Ministerpräsident Sanchez mitteilte. Im Juni erhalte man 13 Millionen weitere Dosen des Biontech-Pfizer-Impfstoffs. Damit sei man auf dem Weg, die bis Mitte August angestrebte Herdenimmunität zu erreichen.

+++ Der Verband der Hausärzte in Deutschland fordert, dass Kinder ab zwölf Jahren in Arztpraxen und nicht in Impfzentren und Schulen geimpft werden. Jugendlichen sollte man gerade nach den Turbulenzen der vergangenen Monate kein Chaos bei der Impfung zumuten, sondern ihnen eine ruhige, vertrauensvolle Atmosphäre bieten, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Verbands der Hausärzte, Richter-Scheer, der Nachrichtenagentur Reuters. Das sei nur in den Haus- und Kinderarztpraxen möglich. 

+++ In den USA können sich von heute an Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren gegen das Coronavirus impfen lassen. Rund 15.000 Apotheken im ganzen Land bieten Impfungen mit Biontech/Pfizer an. Das Präparat hatte zuvor eine entsprechende Zulassung erhalten. Auch Kanada und andere Länder haben den Impfstoff für Jugendliche bereits freigegeben. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft die Zulassung noch.

Studien legen nahe, dass sich nun vermehrt junge Menschen mit dem Coronavirus anstecken – manchmal auch mit Folgeschäden. Wie weit ist Europa mit den Impfstoffen und was ist mit den ganz Kleinen? Ein Überblick.

+++ Bundesjustizministerin Lambrecht lehnt härtere Strafen für die Fälschung von Impfpässen ab. Es gehe um genaue Kontrollen, nicht um höhere Strafrahmen, sagte die SPD-Politikerin dem "Handelsblatt". Wer täusche, riskiere eine empfindliche Geldstrafe oder sogar eine Freiheitsstrafe. Einen gefälschten Nachweis zu verwenden, sei moralisch verwerflich, betonte Lambrecht. Denn wer so tue, als sei er geimpft, nehme in Kauf, andere zu gefährden.

+++ Die Berliner FDP schlägt im Zusammenhang mit Corona-Impfnachweisen einen Ausweis im Scheckkartenformat vor. Auf der Karte sollen demnach persönliche Informationen sowie die Daten von Erst- und Zweitimpfung gegen Covid-19 vermerkt sein. Dies sei eine wichtige Ergänzung zum gelben Impfheft und auch zu den geplanten digitalen Lösungen per Smartphone, hieß es zu Begründung.

+++ Der Tübinger Pharmaforscher Curevac testet einen weiteren Covid-Impfstoffkandidaten im Tierversuch. Das Mittel habe bei geimpften Ratten eine starke Antigenproduktion sowie "starke und dosisabhängige Immunantworten" hervorgerufen, erklärte Curevac. Das Unternehmen hat bereits einen Covid-Impfstoff vorgelegt, über dessen Zulassung die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) entscheidet. Die Europäische Union hat sich von dem Impfstoff schon vorab bis zu 405 Millionen Dosen gesichert.

+++ Spanien ist auf dem Weg zur Herdenimmunität. Mehr als zwei Drittel der 47 Millionen Spanier werden bis Mitte August gegen das Coronavirus geimpft sein, teilt Ministerpräsident Pedro Sanchez mit. Eine wachsende Zahl von über 60-Jährigen erhält jetzt ihre zweite Impfung, mehr als 40 Prozent sind bereits vollständig geimpft. Auch bei den über 50-Jährigen haben die Impfungen begonnen.

+++ Die Generaldirektorin der Welthandelsorganisation, Okonjo-Iweala, dringt auf eine bessere Versorgung mit Corona-Impfstoffen in Afrika. Okonjo-Iweala sagte im Interview mit dem Fernsehsender Euronews, die Herstellung von Impfstoffmengen müsse dort verbessert werden. Aktuell würden 99 Prozent der Vakzine importiert. Die WTO-Direktorin machte zugleich deutlich, dass allein die Aufhebung von Patenten das Problem nicht lösen könne. Mit den Patenten müssten auch Technologien und Wissen bereitstellen, sonst sei man nicht in der Lage die Stoffe herzustellen. 

Eine Krankenschwester gibt einem Patienten einen COVID-19 Test in der Ndlovu Klinik, 200 km nordöstlich von Johannesburg.  (AP/Jerome Delay)Testen und Impfen gelten hierzulande als Auswege aus der Pandemie. Auch der afrikanische Kontinent sollte besser mit Corona-Impfstoffen versorgt werden, fordert nun die Welthandelsorganisation. (AP/Jerome Delay)

+++ Haus- und Fachärzte melden eine stark gestiegene Nachfrage nach dem Covid-19-Impfstoff von Astrazeneca. Hintergrund sei die kürzlich erfolgte Aufhebung der Priorisierung für das Präparat, sagte der Chef des Apothekerverbands Nordrhein, Preis, der "Rheinischen Post". Die bereitgestellten Mengen reichten inzwischen nicht mehr aus.

+++ Für Einreisen aus dem Ausland nach Deutschland gilt ab heute eine neue Corona-Verordnung des Bundes. Vollständig Geimpfte und Genesene müssen grundsätzlich nicht mehr in Quarantäne und auch keinen negativen Corona-Test mehr vorlegen. Das gilt allerdings nicht, wenn man aus einem Gebiet mit neuen, ansteckenderen Virusvarianten einreist. Die Verordnung sieht auch vor, dass Nicht-Geimpfte die bisher übliche Quarantäne von zehn Tagen nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet umgehen können, wenn sie einen negativen Test vorweisen.

Die Bundesregierung hat neue Einreisebestimmungen verabschiedet, die auch Reisen zu touristischen Zwecken erleichtern. Diese sind nun in Kraft. Wir erklären, für wen die Einreisequarantäne wegfällt – und was dazu notwendig ist.

Bild vom spärlich gefüllten Strand in Es Caragol (Deutschlandradio / Oliver Neuroth)Auch in Pandemie-Zeiten sehnen sich viele Deutsche nach Urlaub - nun könnte das Reisen wieder einfacher werden. (Deutschlandradio / Oliver Neuroth)

+++ Den Impfstoff von Biontech/Pfizer nach einer Erstimpfung mit AstraZeneca oder umgekehrt? Eine Studie der Universität Oxford hat eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für milde und moderate Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung mit verschiedenen Präparaten festgestellt.

Ob Medikamente oder Impfstoffe: Nebenwirkungen gehören dazu – nicht bei allen, aber bei einigen. Ob solche Nebenwirkungen auftreten und wenn ja, welche und wie schwerwiegend sie sind, wird in Deutschland vom Paul-Ehrlich-Institut erhoben. Ein Überblick.

+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 17.419 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind rund 4.500 weniger als am Donnerstag vor einer Woche. Die 7-Tage-Inzidenz wird vom RKI mit 103,6 angegeben. Gestern lag sie bei 107,8 und in der Vorwoche bei 125,7. Alle aktuellen Zahlen rund um das Coronavirus in Deutschland finden Sie hier

+++ Deutsche Polizeivertreter warnen angesichts der Lockerungen für Geimpfte und Genesene vor gefälschten Impfpässen. Das Problem bestehe schon heute und werde noch eine ganze Weile aktuell bleiben, sagte der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Fiedler, dem "Handelsblatt". Abnehmer könnten etwa Impfverweigerer sein sowie Ein- oder Ausreisewillige, die sich Quarantänepflichten entziehen wollten.

+++ In Indien verzeichnet das Gesundheitsministerium knapp 363.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. 4.120 weitere Menschen starben mit oder an dem Coronavirus. Die Dunkelziffer in dem Land mit mehr als 1,3 Milliarden Menschen dürfte Experten zufolge deutlich höher sein. Die Versorgungslage für Kranke ist zum Teil katastrophal.

Mittwoch, 12. Mai

+++ Die durchschnittliche Zahl der Corona-Toten in den USA ist auf den niedrigsten Stand seit zehn Monaten gefallen. Knapp über 600 Tote pro Tag verzeichneten die Experten der Johns-Hopkins-Universität im Schnitt vom Mittwoch vergangener Woche bis zu diesem Dienstag. In manchen US-Staaten wurden an einzelnen Tagen gar keine Corona-Toten registriert. Mitte Januar wurden in den USA im Wochenschnitt mehr als 3400 Corona-Tote pro Tag gemeldet. Seitdem wurde aber rasant geimpft. Rund 45 Prozent der erwachsenen Amerikaner sind vollständig geimpft, fast 59 Prozent haben zumindest eine Dosis erhalten. Nach der Ausweitung der Notfallzulassung auf Kinder und Jugendliche von 12 bis 15 Jahren am Montag wurden bereits die ersten aus dieser Altersklasse geimpft. Die bestätigten Neuinfektionen fielen im Wochenschnitt auf rund 38.000 pro Tag, so wenig wie seit Mitte September nicht. Im Januar lag dieser Wert bei mehr als 250.000.

+++ Gleichzeitig zur Wiedereröffnung der Tourismus-Saison in Griechenland werden auch die inländischen Corona-Beschränkungen gelockert. Ab Freitag müssten Griechen erstmals seit November das Verlassen ihres Hauses nicht mehr per SMS ankündigen, teilten die Behörden mit. Die Reisebeschränkungen zwischen den Regionen würden aufgehoben. Wer auf eine der griechischen Inseln mit dem Schiff oder Flugzeug reise, müsse aber einen Impfnachweis oder einen negativen Corona-Test vorlegen.

+++ Wegen der dramatischen Corona-Lage in Indien fordert die EU-Kommission noch striktere Beschränkungen für Reisende aus dem südasiatischen Land. Die Brüsseler Behörde appellierte am Mittwochabend an alle 27 Mitgliedsstaaten, mit koordiniertem Handeln die Ausbreitung der in Indien entdeckten Virusvariante B.1.617.2 zu bremsen. Nur noch Menschen mit zwingendem Reisegrund solle die Einreise erlaubt werden. Dazu gehören wichtige Familienangelegenheiten sowie humanitäre Gründe.

+++ Baden-Württemberg will schon von Samstag an unter bestimmten Bedingungen die Corona-Regeln in der Gastronomie, im Tourismus und in der Freizeit lockern. Liegen die Corona-Zahlen in den Kreisen fünf Tage in Folge unter einer Inzidenz von 100, darf zum Beispiel die Gastronomie mit Hygieneauflagen und Testkonzepten wieder öffnen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen in Stuttgart. Damit beendet die grün-schwarze Regierung die sieben Monate lange Zwangspause für die Gaststätten. Im Südwesten liegen derzeit zwölf Kreise unter 100 Infektionen auf 100 000 Einwohner in sieben Tagen.

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