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Newsblog zum Coronavirus+++ Weihnachtsferien sollen wegen Corona bereits am 19. Dezember beginnen +++

Ein Tannenbaum, geschmückt mit bunten Kugeln und goldenem Lametta, steht in Köln am Rheinufer unter der Deutzer Brücke. (dpa/Horst Ossinger)
Tannenbaum am Kölner Rheinufer (dpa/Horst Ossinger)

Die Beschlussvorlage für das morgige Bund-Länder-Treffen wurde aktualisiert und betrifft nun auch den Einzelhandel. Die Zahl der Toten in Italien steigt auf das Niveau vom Frühjahr. Söder bringt Aus für Ski-Urlaub ins Gespräch. Die EU-Kommission schließt einen Impfstoff-Vertrag mit Moderna. Das RKI meldet 13.554 Corona-Neuinfektionen. Weitere Entwicklungen im Newsblog.

Dienstag, 24. November

+++ Nach den Ländern hat nun auch der Bund Vorschläge für eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen gemacht. Die Vorschläge sind aber noch nicht vollständig mit den Ländern abgestimmt, sondern sollen in die morgigen Beratungen von Bundeskanzlerin Merkel mit den Ministerpräsidenten einfließen. Nach derzeitigem Stand wird ab dem 1. Dezember für den Einzelhandel gelten, dass sich in den Geschäften nicht mehr als ein Kunde pro 25 Quadratmeter Verkaufsfläche statt bisher 10 Quadratmeter aufhalten darf. Die Weihnachtsferien sollen bundesweit auf den 19. Dezember vorgezogen werden. Die Länder lehnten offenbar den Wunsch des Bundes für den 16. Dezember ab. Private Zusammenkünfte werden laut den Überlegungen des Kanzleramts auf den eigenen und einen weiteren Hausstand beschränkt, insgesamt auf maximal fünf Personen, wobei Kinder bis 14 Jahren ausgenommen sind. Über die Feiertage läge die Grenze bei zehn Personen, auch aus mehreren Haushalten. In Ländern oder Regionen mit vielen Corona-Infektionen sollen in den Schulen ab Jahrgangsstufe 7 zudem Konzepte erarbeitet werden, wie ein Wechselunterricht umgesetzt werden. Auch soll der Unterricht gestaffelt beginnen, damit die Anfahrt der Schüler morgens entzerrt wird. Das Konzept des Bundes geht damit in mehreren Punkten über die Vorstellungen der Länder hinaus.

+++ Frankreich kündigt Lockerung der Corona-Auflagen an. Ab Samstag sollten alle Geschäfte unter strengen Hygiene-Auflagen wieder öffnen, sagte Präsident Macron in einer Fernsehansprache. Restaurants und Bars blieben dagegen voraussichtlich bis Januar geschlossen. Die Ausgangsbeschränkungen für die Bürger sollen am 15. Dezember enden, wenn die Infektionszahlen weiter sinken. 

+++ Großbritannien will seine Corona-Beschränkungen über Weihnachten lockern und bis zu drei Haushalte unter einem Dach erlauben. Die Ausnahmeregelung gelte vom 23. bis zum 27. Dezember, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung der Landesteile England, Schottland, Wales und Nordirland. 

+++ Italien hat einen Höchstwert an Corona-Toten seit dem März dieses Jahres verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden seien etwas mehr als 850 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in Rom mit. Es ist der höchste Wert seit Ende März, als an zwei aufeinander folgenden Tagen 969 und 889 Tote gemeldet wurden. Damit starben bislang insgesamt etwa 51.300 Menschen an oder mit Sars-CoV-2.

+++ Bayerns Ministerpräsident Söder plädiert wegen der Corona-Pandemie für eine vorübergehende europaweite Schließung von Skigebieten und Skiliften. Wenn man die Grenzen offen halten wolle, seien klare Übereinkünfte nötig, sagte der CSU-Chef in München. Auch Italiens Ministerpräsident Conte hatte in einem Fernsehinterview gesagt, man könne wegen der Corona-Pandemie keinen Winterurlaub zulassen. Kritik kam dagegen aus Österreich. Finanzminister Blümel sagte der Nachrichtenagentur Reuters, sollte die EU dem Wintertourismus tatsächlich einen Riegel vorschieben, wolle man eine Ausfallentschädigung.

Urlauber im Skigebiet Pejo 3000 (Tourismusverband Val di Sole)Urlauber im Skigebiet Pejo 3000 sollen auf Plastik verzichten. (Tourismusverband Val di Sole)

+++  Die Hotel- und Gastronomiebranche sieht eine Verlängerung des Teil-Lockdowns mit großer Sorge. Die Hauptgeschäftsführerin des Dehoga-Bundesverbandes sagte, Hartges, bezeichnete den befürchteten Ausfall des Weihnachtsgeschäftes als Katastrophe. Für den Fall forderte sie eine Verlängerung der Novemberhilfen.  

+++ Die EU-Kommission hat einen Rahmenvertrag über bis zu 160 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs des US-Herstellers Moderna ausgehandelt. Das teilte Kommissionspräsidentin von der Leyen in Brüssel mit. Moderna hatte in der vergangenen Woche erklärt, sein Impfstoff habe in der letzten klinischen Testphase eine Wirksamkeit von fast 95 Prozent gezeigt. Die EU-Kommission hat nun Verträge mit den Herstellern aller drei Impfstoffe, denen die besten Chancen für eine schnelle Zulassung eingeräumt werden. Neben Moderna sind dies Biontech/Pfizer und AstraZeneca.

+++ Die Coronapandemie führt zunehmend zu Personalengpässen in deutschen Unternehmen. Das zeigt eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, die dem Deutschlandfunk vorliegt. Demnach hätten 24 Prozent der befragten Unternehmen angegeben, dass bei ihnen derzeit Beschäftigte fehlen. Besonders betroffen seien Industriebetriebe, das Baugewerbe und Unternehmen der Gesundheitswirtschaft. Nach Unternehmensgröße betrachtet, beklagt vor allem der Mittelstand mit 250 bis 499 Beschäftigten, dass Personal ausfalle – hier sei mehr als jedes zweite Unternehmen betroffen.

+++ In Nordrhein-Westfalen wird es keine verkaufsoffenen Sonntage im Advent geben. Das Oberverwaltungsgericht Münster gab einer Klage der Gewerkschaft verdi statt. Die Richter äußerten erhebliche Zweifel, dass eine Sonntagsöffnung zur Eindämmung des Virus beitragen könne. 

+++ Unionsfraktionschef Brinkhaus hat sich gegen Lockerungen auch an Silvester ausgeprochen. Alles, was an Silvester nicht stattfinde, sei infektionstechnisch gut, sagte er dem "Spiegel". Es sei wichtig, dass sich Bund und Länder auf konsequente Maßnahmen verständigten. Sollte im Januar und Februar das öffentliche Leben wegen der Infektionslage noch weiter eingeschränkt bleiben, dann müssten die Länder bei den Milliardenhilfen mitmachen.

+++ Bundespräsident Steinmeier hat ermahnt, über die Coronakrise nicht "die anderen großen Aufgaben der Menschheit" aus den Augen zu verlieren. An erster Stelle nannte er dabei die Erderwärmung: "Was auf dem Spiel steht, ist nicht weniger als die Zukunft unserer Kinder und Enkel, das Überleben der Menschheit auf diesem Planeten." Steinmeier sprach auf dem zehnten Forum Bellevue zur Zukunft der Demokratie. 

+++ Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder haben sich auf einheitliche Kontaktregeln für Weihnachten und Silvester geeinigt. Das meldet die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf die Beschlussvorlage der Länder für das morgige Treffen mit Bundeskanzlerin Merkel. Danach sind vom 23. Dezember bis 1. Januar Treffen eines Haushaltes mit haushaltsfremden Familienmitgliedern oder haushaltsfremden Menschen bis maximal zehn Personen erlaubt. Kinder bis 14 Jahren zählen nicht mit.

+++ In Australien sollen weitere coronabedingte Beschränkungen zwischen den Bundesstaten gelockert werden. Die Regierung von Queensland kündigte an, dass Bewohner des Großraums Sydney ab kommenden Dienstag wieder einreisen dürfen. Für die Bürgerinnen und Bürger Victorias wurde für morgen eine gleichlautende Ankündigung in Aussicht gestellt, sofern es dort bis dahin nicht zu weiteren Corona-Fällen komme.

Zuvor hatten die Bundesstaaten Victoria und New South Wales nach fast 140 Tagen ihre wegen der Corona-Pandemie geschlossene gemeinsame Grenze wieder geöffnet. Die Einwohnerinnen und Einwohner der beiden bevölkerungsreichsten Regionen des Landes können damit erstmals seit Anfang Juli wieder quarantänefrei reisen.

+++ Die australische Fluglinie Qantas denkt über eine Impfpflicht für Interkontinentalflüge nach, sobald Corona-Impfstoffe zur Verfügung stehen. Man werde dann von international Reisenden verlangen, dass sie geimpft sind, bevor man sie an Bord lasse, sagte Qantas-Chef Joyce dem Sender Channel Nine. Die Allgemeinen Geschäftbedingungen könnten entsprechend angepasst werden.

+++ FDP-Generalssekretär Wissing hält Kontaktbeschränkungen an Weihnachten für "überzogen". Engste Familien müssten eigenverantwortlich entscheiden können, in welchem Umfang sie feiern wollten, sagte er im DLF. Ein Verbot für Feuerwerk an Silvester nannte er absurd. Man könne in einer aufgeklärten Gesellschaft Menschen nicht vermitteln, dass man sich infizieren könne, wenn man ein Feuerwerk zünde. 

+++ Auch Bayern zieht wegen der Corona-Pandemie die Weihnachtsferien um zwei Tage vor. Sie beginnen nun schon am 21. Dezember. Baden-Württemberg will nachziehen. Nordrhein-Westfalen hat dies schon beschlossen.

+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut innerhalb eines Tages 13.554 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet. Das sind fast 900 weniger als am Dienstag vor einer Woche. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg den Angaben zufolge um 249 auf 14.361.

+++ Papst Franziskus hat die Proteste gegen die staatlichen Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie kritisiert. Die von den Regierungen zum Schutz der Bevölkerung angeordneten Einschränkungen seien von einigen Gruppen fälschlicherweise als politischer Angriff auf ihre persönliche Freiheit betrachtet worden, schreibt der Papst in einem neuen Buch. Zudem übte das Oberhaupt der katholischen Kirche Kritik an Demonstranten, die die Maskenpflicht als ungerechtfertigte Zumutung anprangerten. Die Demonstranten würden sich nicht in gleichem Maß gegen gesellschaftliche Probleme wie Rassismus und Kinderarmut einsetzen, betonte Franziskus. Diese Menschen seien unfähig, sich außerhalb ihrer kleinen Welt der Interessen zu bewegen.

In seinem Buch berichtet der Papst auch von seiner Lungenkrankheit 1957 während des Priesterseminars in Buenos Aires. Ihm musste deshalb im Krankenhaus der obere rechte Lungenflügel entfernt werden. "Ich kann mitfühlen, wie es Menschen geht, wenn sie mit dem Coronavirus am Beatmungsgerät um Atem ringen", schreibt der Papst.

+++ Die Bundesländer halten an ihrem Plan fest, den Teil-Lockdown angesichts anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen bis zum 20. Dezember zu verlängern. Die Ministerpräsidenten stimmten sich gestern Abend in dieser Frage nochmals ab. Eine endgültige Entscheidung soll es bei den Beratungen von Bund und Ländern morgen geben. Bei einer Verlängerung des Teil-Lockdowns bleiben Gastronomiebetriebe sowie Freizeit- und Kultureinrichtungen weiter geschlossen. Auf Kritik stoßen die von den Ministerpräsidenten vorgeschlagenen Kontaktbeschränkungen für Weihnachten auf maximal fünf oder zehn Personen.

+++ Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Westerfellhaus, hat dafür plädiert, Besuche in Pflegeeinrichtungen weiter zu ermöglichen. Er sagte der "Passauer Neuen Presse", die Pflegebedürftigen sollten selbst entscheiden können, ob sie Besuch empfangen möchten. Man sollte älteren Menschen nicht die Fähigkeit absprechen, ihre eigenen Prioritäten zu setzen. Westerfellhaus betonte weiter, es gebe ausreichend medizinische Schutzausrüstung. Ein Mangel existiere nicht mehr. An die Heime appellierte er, mit einem vernünftigen Pflegekonzept auch künftig Besuche von Angehörigen möglich zu machen.

Montag, 23. November

+++ Schweden geht neue Wege zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Ab morgen gelten nach offiziellen Angaben zum ersten Mal Auflagen für Treffen in der Öffentlichkeit; nur noch acht Menschen dürfen zusammenkommen. Bisher konnten dies je nach Anlass 50 bis 300 Menschen sein. Schulen und Restaurants bleiben laut der Regierungsanordnung weiter geöffnet. Betreiber von Restaurants müssen allerdings darauf achten, dass pro Tisch nicht mehr als acht Gäste Platz nehmen. Schweden ging seit Beginn der Corona-Pandemie einen weniger restriktiven Weg als die meisten anderen europäischen Länder. Kritiker warfen den Behörden des skandinavischen Staats deshalb vor, mit ihrer Strategie Menschenleben zu gefährden.

Eigenverantwortung der Bürger*innen statt strenge Restriktionen: wie Schwedens "Sonderweg" aussah

+++ In Italien hat die Zahl der Menschen, die nachweislich an oder mit dem Coronavirus gestorben sind, die Marke von 50.000 überschritten. Nach Angaben vom Montag starben seit Beginn der Pandemie 50.453 Personen in Zusammenhang mit Covid-19. Nur im Vereinigten Königreich sind es noch mehr - nämlich mehr als 55.200. 

+++ In England soll der wegen der Corona-Pandemie verhängte Lockdown wie geplant in der kommenden Woche enden. Der britische Premieriminister Johnson sagte in London, ab dem 2. Dezember könnten Geschäfte, Friseur- und Schönheitssalons sowie Fitnessstudios wieder öffnen. Auch gemeinsame Gottesdienste, Hochzeitsfeiern und Sportveranstaltungen im Freien sollen dann wieder erlaubt sein. Allerdings wird der vierwöchige Lockdown von lokalen Beschränkungen gemäß einem Drei-Stufen-System abgelöst - abhängig vom Ausmaß der Corona-Ausbrüche in den jeweiligen Regionen. Laut Regierung wird ein Großteil Englands zu Beginn in den beiden höchsten Stufen sein. Genaueres soll im Laufe der Woche bekanntgegeben werden.

+++ Nach mehreren bestätigten Corona-Infektionen im Umfeld des Schanghaier Flughafens Pudong haben die Behörden Tausende Beschäftigte testen lassen. Die Tests wurden laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AP innerhalb weniger Stunden bei mehr als 17.000 Personen durchgeführt. Mit Verweis auf Videos im Internet, die offenbar von Angestellten stammten, wird von chaotischen Szenen berichtet. Es sei zu Rangeleien gekommen zwischen größeren Menschengruppen und Gesundheitsbeamten in Schutzanzügen.

Personen in Schutzanzügen am Schaghaier Flughafen Pudong. (imago images / ZUMA Wire)Corona-Massentest am Flughafen in Schanghai (imago images / ZUMA Wire)

+++ Die ungarische Regierung hat Tests mit dem russischen Corona-Impfstoff Sputnik-V angekündigt. Außenminister Szijjarto erklärte, man habe vergangene Woche Proben des Impfstoffs erhalten und werde die ersten zehn Dosen auf Verträglichkeit und Wirksamkeit prüfen. Die klinischen Studien mit Sputnik-V sind noch nicht abgeschlossen und die Europäische Arzneimittelagentur hat den Impfstoff noch nicht bewertet. In Russland wird er allerdings schon Beschäftigten im Gesundheitswesen und Risikopersonen verabreicht. Laut Szijjarto verhandelt Ungarn außerdem mit drei chinesischen Herstellern über den Ankauf von Imfstoffen.

+++ In Litauen schränkt das Parlament seine Arbeit wegen eines Corona-Ausbruchs unter Abgeordneten für knapp zwei Wochen stark ein. Das Präsidium der Volksvertretung Seimas beschloss in Vilnius, alle Parlamentssitzungen bis zum 3. Dezember zu vertagen und weitere Corona-Schutzmaßnahmen einzuführen. Morgen sollen sich die Abgeordneten aber noch einmal versammeln, um über die Kandidatur von Ingrida Simonyte als neue Regierungschefin des Landes abzustimmen.

Verlängerung und/oder Verschärfung des Teil-Lockdowns: So könnte es in Deutschland bis Ende des Jahres weitergehen.

+++ Mit einem emotionalen Appell hat der Bürgermeister von Arnheim das Böllerverbot in den Niederlanden angesichts der Corona-Krise verteidigt. Das Krankenhaus sei voll mit Corona-Patienten und selbst für Herzinfarkte, Beinbrüche und Unfallopfer gebe es kaum Betten, schrieb Ahmed Marcouch auf Facebook. Dieses Jahr gebe es deshalb an Silvester keinen Platz für hunderte Verletzte, "für abgerissene Finger und verbrannte Augenlider". Es sei wirklich nicht der Moment, um über das Verbot von Böllern und Raketen zu jammern. Marcouch rief die Bevölkerung auf, den illegalen Handel mit Böllern den Behörden zu melden. Am Sonntag hatten Jugendliche in Arnheim den vierten Abend in Folge mit schweren, illegalen Böllern für Verwüstungen gesorgt. Bushaltestellen wurden zerstört und Müllcontainer brannten aus. 

+++ In der Diskussion über eine Verlängerung und Verschärfung des Teil-Lockdowns in Deutschland können sich die Befürworter auf die europäische Gesundheitsbehörde ECDC stützen. Nach Berechnungen der Behörde reichen in vielen europäischen Ländern die derzeit geltenden Corona-Maßnahmen nicht aus, um die Inzidenz-Zahlen vor Weihnachten zu senken. Dazu gehört auch die Bundesrepublik. In einem Bericht hat die ECDC simuliert, wie sich die Zahlen entwickeln würden, wenn die derzeit geltenden Corona-Maßnahmen in Deutschland unverändert beibehalten würden. Demnach würde sich bis Weihnachten bei den Inzidenz-Zahlen kein Abwärtstrend einstellen. Würden die Maßnahmen am 7. Dezember gelockert, müssten die Kliniken bis Weihnachten mit einer Zunahme der Krankenhaus-Einweisungen rechnen.

+++ In Nordrhein-Westfalen sind von April bis Oktober mehr als 3.500 Krankenhaus-Mitarbeiter zurückgerufen worden, die wegen eines Corona-Kontakts eigentlich in Quarantäne waren. Diese Zahl nannte das Gesundheitsministerium in Düsseldorf nach einer Anfrage der SPD-Landtagsfraktion. Arztpraxen und Krankenhäuser können Mitarbeitende nach einer Empfehlung des Robert Koch-Instituts aus der Quarantäne zurückrufen, wenn es einen relevanten Personalmangel gibt und die Betreffenden symptomfrei sind.

+++ Da die Weihnachtsferien in NRW dieses Jahr zwei Tage früher starten, wird es für Schüler von der 1. bis zur 6. Klasse am 21. und 22. Dezember eine Notbetreuung geben. Das teilte das Schulministerium in einer Mail am Montag an alle Schulen mit. Lehrer haben laut der Mail normalen Dienst an den beiden Tagen.

+++ Deutschland hat sich dem Bundesgesundheitsministerium zufolge rund 23 Millionen Schnelltests auf das Coronavirus gesichert. Die Verfügbarkeit dieser Tests steige aber schnell, sagt eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Schnelltests hätten den Vorteil, dass kein Labor dafür nötig sei. Allerdings brauche es dennoch geschultes Personal.

+++ Das UNO-Kinderhilfswerk Unicef will zwei Milliarden Impfdosen in insgesamt 92 einkommensschwächere Länder liefern. Die logistischen Vorbereitungen liefen bereits, teilte Unicef mit. Seit Januar hat Unicef eigenen Angaben zufolge rund um die Welt schon Materialien wie Masken, Kittel, Sauerstoffgeräte und Tests im Wert von 160 Millionen Euro geliefert. 

+++ In den USA erhöht sich die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter rapide. Binnen 24 Stunden meldeten die Behörden 142.732 neue Fälle, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore hervorgeht. Am gleichen Tag der Vorwoche waren es noch rund 133.000 gewesen. Der bislang höchste Wert war am Freitag registriert worden, als rund 196.000 Neuinfektionen gemeldet wurden.

+++ Der Pharmakonzern AstraZeneca und die Universität Oxford melden einen Durchbruch bei Entwicklung von Corona-Impfstoff. Nach Angaben des Unternehmens zeigt der Impfstoff im Durchschnitt eine 70-prozentige Wirksamkeit gegen das Virus. Dies sei in zwei unterschiedlichen Studienabschnitten belegt worden. Man sei sehr zufrieden mit der Effektivität des Impfstoffkandidaten, sagte Andrew Pollard aus dem Forscherteam. Die Zahl sei sogar auf mehr als 90 Prozent gestiegen, wenn den Probanden erst eine halbe Dosis und dann eine ganze verabreicht worden sei anstatt zwei vollen Dosen.

Die Mitbewerber Pfizer/Biontech und Moderna hatten zuletzt bei ihren Impfstoffen eine noch höhere Effektivität von fast 95 Prozent gemeldet.

Corona-Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna – Wie mRNA-Impfstoffe funktionieren und wirken

+++ Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bestätigt Pläne für eine Verlängerung der Corona-Maßnahmen. Die Infektionszahlen seien zwar gedämpft worden, blieben aber weiter hoch, sagt die SPD-Politikerin im Deutschlandfunk. Daher müsse nach Auffassung vieler Länder der November-Shutdown fortgeführt werden. Insbesondere in den Risikogebieten müssten die Kontaktbeschränkungen im Dezember und im Januar verschärft werden, damit sie über die Weihnachtszeit und nach ihren Vorstellungen möglichst auch über den Jahreswechsel gelockert werden könnten. Sie sei dafür, dass zu Weihnachten zehn Personen zusammenkommen könnten. Die Lockdown-Maßnahmen müssten aber an die Infektions-Inzidenz geknüpft werden. In Bundesländern, die keine Risikogebiete seien, müssten schon vorher Lockerungen möglich sein. Weitere Details zu den Plänen der Länder finden Sie hier

+++ Grünen-Chefin Annalena Baerbock spricht sich gegen eine Lockerung der Corona-Einschränkungen aus. Die beschlossenen Maßnahmen dürften derzeit nicht zurückgenommen werden, sagt sie im Deutschlandfunk. "Die Situation in den Krankenhäusern ist dramatisch." Baerbock warnt zugleich vor "Pauschallösungen" in den Schulen und plädiert für ein differenziertes Vorgehen. Auf Kinder wirkten sich die Corona-Maßnahmen am stärksten aus, sagt sie.

+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut innerhalb eines Tages 10.864 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet. Das sind 40 mehr als vor einer Woche und knapp 4.900 weniger als gestern. An Montagen sind die gemeldeten Zahlen stets geringer, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg den Angaben von heute zufolge um 90 auf 14.112.

+++ Angesichts anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen warnen Intensivmediziner weiterhin vor einer Überlastung der Krankenhäuser. Weitere Infos können Sie hier nachlesen.

+++ Die beiden bevölkerungsreichsten Staaten Australiens haben nach vier Monaten wieder ihre Grenzen geöffnet. New South Wales und Victoria hatten Anfang Juli - zum ersten Mal seit dem Ausbruch der Spanischen Grippe 1919 - ihre Grenzen zur Eindämmung der zweiten Welle in Melbourne geschlossen. Victoria verzeichnet den 24. Tag in Folge ohne Ansteckungen.

+++ Bundesbildungsministerin Karliczek spricht sich für eine teilweise Rückkehr zum Homeschooling aus. Schülerinnen und Schüler in den höheren Klassen könnten in den Wechselunterricht, wenn in der jeweiligen Region die Infektionsbelastung sehr hoch sei, sagte die CDU-Politikerin den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". 

Ein Jugendlicher macht Schulaufgaben am Rechner und chattet dabei mit einer Lehrerin. (imago images / Jochen Tack)Ein Jugendlicher macht Schulaufgaben am Rechner und chattet dabei mit einer Lehrerin. (imago images / Jochen Tack)

+++ Indien meldet 44.059 bestätige Coronavirus-Fälle binnen 24 Stunden. Die Gesamtzahl der Ansteckungen beläuft sich damit auf über 9,14 Millionen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Indien weist nach den USA weltweit die zweitmeisten bestätigten Ansteckungen auf, verzeichnet aber seit September einen Abwärtstrend bei den Neuinfektionen.

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