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Newsblog zum Coronavirus+++ WHO-Experten: "Länder müssen mehr Sequenzierungen durchführen" +++

Die Weltgesundheitsorganisation, WHO, in Genf (www.imago-images.de)
Die Weltgesundheitsorganisation, WHO, in Genf (www.imago-images.de)

Das Notfall-Komitee der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert, positiv auf Corona Getestete auch auf neue Virus-Mutationen zu testen. Für nach Großbritannien Einreisende gelten ab Montag deutlich strengere Regeln. Die FDP fordert vom Kanzleramt mehr Informationen zu Plänen für einen noch härteren Lockdown in Deutschland. Weitere Entwicklungen im Newsblog.

Freitag, 15. Januar

+++ Das Notfall-Komitee der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert, positiv auf Corona Getestete auf neue Virus-Mutationen zu testen. Die bei solchen Untersuchungen der Länder gewonnenen Daten seien notwendig, um das Virus besser zu verstehen, schrieben die Experten am Freitag in einer Empfehlung. Alle Informationen müssten auf globaler Ebene gesammelt und ausgewertet werden.

+++ Großbritannien verschärft ab Montagfrüh seine Einreiseregeln. Alle Reisenden benötigten ein negatives Testergebnis und müssten sich unmittelbar nach ihrer Ankunft in Quarantäne begeben, kündigt Premierminister Boris Johnson an. Diese dauere zehn Tage, könne mit einem weiteren negativen Test aber auf fünf Tage verkürzt werden. Bislang gab es für einige Länder Ausnahmen ohne Quarantäne. Damit solle die Einschleppung von Corona-Varianten vermieden werden, sagt Johnson.

+++ Aus einem 500 Millionen Euro umfassenden Programm zur Finanzierung von Dienstlaptops für Lehrer ist noch kein Geld abgerufen worden. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion hervor. Das Bundesbildungsministerium nannte als Grund, dass die entsprechende Vereinbarung zwischen Bund und Ländern über das 500-Millionen-Paket noch nicht von allen Bundesländern unterzeichnet worden und damit noch nicht in Kraft sei. Aus welchen Ländern die Unterschriften noch fehlen, wird nicht mitgeteilt. Der FDP-Abgeordnete Herbst bezeichnete diesen Verzug als beschämend. Das Dienstlaptop-Programm hatten Vertreter der Länder, SPD-Chefin Esken und Bundeskanzlerin Merkel im August bei einem Schulgipfel im Kanzleramt angestoßen.

+++ Vor dem Bund-Länder-Treffen in der nächsten Woche fordert FDP-Chef Lindner Aufklärung über die Pläne des Kanzleramts. Offenbar werde in der Regierungszentrale "ein sogenannter Mega-Lockdown" vorbereitet, sagte er in Berlin. Öffentlichkeit und Bundestag würden darüber aber nicht informiert, auch die Bundesländer seien nicht einbezogen. Dieses Vorgehen sei nicht akzeptabel. Die nächste Bund-Länder-Runde zu den Corona-Maßnahmen wird um knapp eine Woche auf nächsten Dienstag vorgezogen. Grund für den früheren Termin ist Regierungssprecher Seibert zufolge die Infektionslage.

+++ In einem gemeinsamen Appell haben Bundespräsident Steinmeier, der Arbeitgeberverband BDA und der Deutsche Gewerkschaftsbund die Unternehmen aufgefordert, noch mehr Beschäftigte von zuhause aus arbeiten zu lassen. Es müsse alles getan werden, um weitere Infektionen mit dem Coronavirus zu vermeiden, erklärten Steinmeier, BDA-Präsident Dulger und der DGB-Vorsitzende Hoffmann. Das gelte nicht nur für das Privatleben, sondern auch für das Arbeitsleben. Führungskräfte und Personalverantwortliche sollten deshalb, wo immer möglich, Homeoffice anbieten. Gleichzeitig appellierten sie an die Beschäftigten, solche Angebote anzunehmen. Von zuhause aus zu arbeiten, schütze auch Kolleginnen und Kollegen.

+++ Bundesjustizministerin Lambrecht sieht keine Notwendigkeit, wegen der Corona-Pandemie über eine Verschiebung der Bundestagswahl zu "spekulieren". Die SPD-Politikerin sagte dem "Handelsblatt", man habe "alle Möglichkeiten, die Wahl so vorzubereiten und durchzuführen, dass Infektionsrisiken minimiert werden". Termin ist der 26. September.

+++ Wegen einer in Brasilien entdeckten Variante des Coronavirus hat Großbritannien Einreisen aus Südamerika, Portugal und von den Kap Verden gestoppt. Der britische Verkehrsminister Shapps sagte, es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Wissenschaftler nähmen an, dass die brasilianische Mutante ansteckender sei als die ursprüngliche Form - ähnlich wie die in Großbritannien und Südafrika entdeckten Mutationen.

Auch in Deutschland sollen Labore jetzt verstärkt untersuchen, ob Covid-19-Patienten sich mit einer mutierten Coronavirus-Variante infiziert haben. Hören Sie dazu ein Interview mit dem Labormediziner Jan Kramer.

+++ Angesichts der weiterhin hohen Corona-Infektionszahlen wollen Bund und Länder schon in der nächsten Woche über weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie beraten. Das hat die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Dreyer offiziell bestätigt. Die SPD-Politikerin sagte im ZDF, das Treffen werde Anfang der Woche stattfinden, möglicherweise am Dienstag. Zunächst einmal gehe es um die Frage, ob der Lockdown über Ende Januar hinaus verlängert werden solle. Darüber hinaus wolle man erörtern, ob die Maßnahmen ausreichend seien.

Welche weiteren Beschränkungen wären in Deutschland vorstellbar? Ein Überblick

+++ Wegen eines Maskenverweigerers an Bord hat ein Pilot in München den Start zu einem Flug nach Südafrika abgebrochen. Wie die Flughafenpolizei mitteilte, hatte der aus den Niederlanden stammende Mann sich zunächst noch mit Maske auf seinen Platz gesetzt, so dass der Pilot nach dem Boarding in Richtung Startposition rollen konnte. Dann habe sich der Passagier aber geweigert, den vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz weiter zu tragen. Der Pilot fuhr das Flugzeug daraufhin zur Halteposition zurück und ließ den Mann aus der Maschine holen. Die Polizei nahm eine Anzeige wegen Verstoßes nach dem Luftsicherheitsgesetz auf.

+++ Einer Umfrage zufolge steigt in der Bevölkerung in Deutschland die Bereitschaft, sich impfen zu lassen. Laut dem ZDF-"Politbarometer" geben aktuell 67 Prozent der Menschen an, dass sie sich impfen lassen wollen. Ende November des vergangenen Jahres waren es noch 51 Prozent. Zehn Prozent lehnen derzeit eine Impfung ab, im November waren es 20 Prozent. 22 Prozent sind sich noch nicht sicher, im November gab es noch 29 Prozent Unentschiedene. Laut dem Robert Koch-Institut haben in Deutschland bisher 842.455 Menschen eine erste Impfdosis erhalten.

+++ Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 22.368 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet.  Die Gesamtzahl der seit dem Frühjahr nachgewiesenen Infektionen steigt damit auf über zwei Millionen. Zudem wurden 1.113 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gezählt. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt derzeit bei 146. Bei dem Wert handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in dem Zeitraum. Angestrebt wird ein Wert von unter 50.

+++ Die Polizei hat gestern Abend in einer Berliner Bar eine Versammlung aufgelöst. Den Angaben zufolge handelte es sich um Anhänger der Initiative "Querdenken", die eine Partei gründen wollten und weder Masken trugen noch den Mindestabstand einhielten. Das Treffen sei per Livestream bei Youtube übertragen worden - auch dann noch, als die Polizei schon angerückt war. Wegen des Verstoßes gegen die Corona-Regeln wurden laut Polizei die Personalien der Anwesenden festgestellt. Wegen des Corona-Lockdowns dürfen Bars derzeit nicht öffnen.

+++ Die ungarische Regierung setzt darauf, in Kürze auch den Corona-Impfstoff des chinesischen Herstellers Sinopharm einsetzen zu können. Ministerpräsident Orban erklärte, er hoffe, dass die Verabreichung in den kommenden Tagen von den nationalen Arzneimittelbehörden genehmigt werde. Ungarn wäre der erste EU-Staat, der einen chinesischen Corona-Impfstoff einsetzen würde. Bisher sind in der Europäischen Union nur die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna zugelassen.

+++ Bei anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen kann dem SPD-Gesundheitsexperten Lauterbach zufolge die Schließung von Betrieben drohen. Der Lockdown sei nicht so erfolgreich, wie er sein müsse, sagte der Mediziner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Unternehmen müssten stärker in die Beschränkungen einbezogen werden.

+++ Angesichts hoher Coronazahlen gibt es in vielen deutschen Wintersportgebieten auch am kommenden Wochenende deutliche Einschränkungen. Im hessischen Willingen werden sämtliche Parkplätze und Pisten von heute an bis einschließlich Sonntag gesperrt, wie die Stadt mitteilte. Bei einem Besucherandrang sei es sonst nicht möglich, die Abstands- und Hygieneregeln zu kontrollieren. Ähnliche Maßnahmen wurden für den Werra-Meissner-Kreis angekündigt.

Wintersportorte im Sauerland und in der Eifel sind abgesperrt, um Touristen während des Corona-Lockdowns fernzuhalten. Vor einem Parkplatz steht ein Metallgitter mit der Aufschrift "Skigebiet gesperrt". (dpa/Marcel Kusch)Wintersportorte im Sauerland und in der Eifel sind abgesperrt, um Touristen während des Corona-Lockdowns fernzuhalten. (dpa/Marcel Kusch)

Donnerstag, 14. Januar

+++ Die für den 25. April geplante Neuwahl des Thüringer Landtags wird wegen der Ausbreitung des Coronavirus verschoben. Darauf haben sich führende Politiker von Linkspartei, SPD, Grünen und CDU verständigt, wie die Parteien mitteilten. Neuer Termin sei der 26. September, der Tag der Bundestagswahl. Die Landes- und Fraktionsvorsitzende der Linken, Hennig-Wellsow, sagte, der September erscheine als der frühestmögliche Termin, an dem es möglich sei, wegen der Fortschritte bei den Impfungen eine Landtagswahl stattfinden zu lassen.

+++ Angesichts hoher Coronazahlen gibt es in vielen deutschen Wintersportgebieten auch am kommenden Wochenende deutliche Einschränkungen. Im hessischen Willingen werden sämtliche Parkplätze und Pisten von morgen an bis einschließlich Sonntag gesperrt, wie die Stadt mitteilte. Ähnliche Maßnahmen wurden für den Werra-Meissner-Kreis angekündigt. Auch Winterberg und Schmallenberg in Nordrhein-Westfalen halten die Sperrung von Parkplätzen sowie Betretungsverbote von Pisten aufrecht.

Nordrhein-Westfalen, Winterberg: Mit einem Absperrband der Polizei ist ein völlig zugeschneiter Parkplatz abgesperrt.    (dpa / Marcel Kusch)Winterberg: Nordrhein-Westfalen, Winterberg: Mit einem Absperrband der Polizei ist ein völlig zugeschneiter Parkplatz abgesperrt. (dpa / Marcel Kusch)

+++ Frankreich verschärft die Ausgangssperre unter Hinweis auf einen deutlichen Erfolg der Maßnahme. Sie werde für mindestens 15 Tage ab 18.00 Uhr statt wie bislang 20.00 Uhr gelten, kündigt Ministerpräsident Castex an. In den Regionen, wo bereits strengere Regeln eingeführt waren, sehe man deutlich weniger Neuansteckungen.

+++ Ein Prozent der deutschen Bevölkerung hat bis heute Mittag die erste Imfpdosis gegen das Coronavirus erhalten. Das teilten Bundesgesundheitsminister Spahn und das Robert Koch-Institut in Berlin mit. Nach Angaben des RKI wurden bislang rund 824.000 Menschen geimpft. Um die sogenannten Herdenimmunität zu erreichen, müssten Schätzungen zufolge mehr als 60 Prozent der Bevölkerung geimpft werden.

+++ Das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut hat bislang keine Hinweise auf möglicherweise vermehrt auftretende Nebenwirkungen bei Impfungen gegen das Coronavirus. Bis Sonntag seien 325 Verdachtsfälle gemeldet worden, teilte das Institut im hessischen Langen mit. 51 Fälle davon seien als schwerwiegend einzuschätzen. Die Werte seien konsistent zu den Daten aus den klinischen Zulassungsstudien und zudem statistisch unauffällig.

In Deutschland, aber auch international, sind die Immunisierungen gegen das Coronavirus angelaufen. Es stellt sich unter anderem die Frage nach möglichen Nebenwirkungen. Hier der Stand der Dinge.

+++ Die Vereinigung der Intensiv- und Notfallmediziner blickt vorsichtig optimistisch auf die Lage auf den Intensivstationen. Deren Präsident Marx sagte der "Rheinischen Post", es sehe so aus, als habe man den Höhepunkt bei den intensivpflichtigen Patienten überschritten. Zudem scheine es derzeit so, als ob sich die Lage nicht wie erwartet durch Ansteckungen an Weihnachten und Silvester deutlich verschärfe. Marx sagte, die neue Mutation des Virus könne aber noch einen Strich durch die Rechnung machen.

+++ Auch wenn Kinder weniger infektiös sind als Erwachsene, seien Schulschließungen zurzeit geboten und verhältnismäßig. Zu diesem Schluss kommt der Epidemiologe Timo Ulrichs von der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften in Berlin. Der Infektionsdruck von außen sei so groß, dass auch Schulen als Verteilungsplattformen fungierten. Sie seien zwar kein Treiber der Pandemie. Aber sie könnten dazu beitragen, dass sich das Virus noch weiter ausbreite.

+++ Die Wirtschaftsleitung in Deutschland ist durch die Folgen der Corona-Pandemie massiv eingebrochen. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte 2020 um 5 Prozent, so eine erste Schätzung des Statistischen Bundesamtes. Während der Finanzkrise 2009 lag der Rückgang bei 5,7 Prozent. Auch beim Staatshaushalt macht sich die Corona-Pandemie bemerkbar. Im vergangenen Jahr haben die öffentlichen Kassen deutlich weniger Geld eingenommen als ausgegeben. Bezogen auf die gesamte Wirtschaftsleistung lag das Defizit von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen im vergangenen Jahr bei 4,8 Prozent.

+++ Papst Franziskus und sein Vorgänger Benedikt haben die erste Corona-Impfstoffdosis erhalten. Das 84-jährige Oberhaupt der katholischen Kirche und der 93-jährige Ex-Papst bekamen die Injektionen im Rahmen des Impfprogramms in dem Kirchenstaat, das am Mittwoch begonnen hatte, wie der Vatikan mitteilte.

Papst Franziskus (rechts) beim Treffen mit seinem emeritierten Vorgänger Benedikt XVI (links). (picture alliance / abaca)Papst Franziskus beim Treffen mit seinem emeritierten Vorgänger Benedikt XVI. (picture alliance / abaca)

+++ Die Grundschulen und Kindertagesstätten bleiben auch in Baden-Württemberg vorerst geschlossen. Dies teilt Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) mit. Die Infektionszahlen seien noch zu hoch. Dies sei mit Härten für Kinder und Eltern verbunden. Es werde weiter eine Notbetreuung angeboten, aber seine eindringliche Bitte an die Eltern sei, sofern es möglich sei, ihre Kinder zu Hause zu behalten.

+++ Der Chef und Gründer der Hotelgruppe Motel One, Dieter Müller, zeigt sich enttäuscht von den Novemberhilfen der Politik. "Wir haben bislang 50.000 Euro als Abschlagszahlung erhalten. Für die gesamte Gruppe mit 75 Hotels. Das ist ein Witz", sagt er dem Magazin "WirtschaftsWoche". Besonders bitter stoße ihm auf, dass in der Öffentlichkeit suggeriert werde, dass seine Branche großzügig mit Staatsmilliarden beschenkt werde.

+++ Der Lockdown in Deutschland könnte deutlich länger dauern als bisher geplant. Immer mehr Politiker sprechen sich für eine Verlängerung der eigentlich bis Ende Januar vorgesehenen Maßnahmen aus. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Laschet sagte im "Kölner Stadt-Anzeiger",  die Lage sei sehr ernst. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig sagte im ZDF, es müsse sogar über Verschärfungen der Maßnahmen nachgedacht werden, sollte sich die Virus-Mutation aus Großbritannien in Deutschland ausbreiten. 

Zwei Tauben sitzen auf dem Pflaster in der Innenstadt von Hannover vor der Öffnung der Geschäfte.  (dpa / Ole Spata)Die menschenleere Innenstadt von Hannover. (dpa / Ole Spata)

+++ In Deutschland hat die Zahl der Menschen, die innerhalb eines Tages an oder mit dem Coronavirus gestorben sind, einen neuen Höchsstand erreicht. Das Robert Koch-Institut meldetet am Morgen eine Zahl von 1.244 Todesfällen. Die Zahl der Menschen, bei denen eine Covid-19-Infektion neu festgestellt wurde, stieg im gleichen Zeitraum um 25.164. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie damit in Deutschland rund 1,98 Millionen Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. Die Zahl der registrierten Todesfälle liegt insgesamt bei 43.881.

+++ Die Einführung einer Corona-Testpflicht für Reisen nach England ist um drei Tage aufgeschoben worden. Sie soll nun erst vom kommenden Montag an gelten. Der britische Verkehrsminister Grant Shapps begründete dies am Donnerstag auf Twitter, man wolle "internationalen Einreisenden Zeit geben, sich vorzubereiten". Künftig ist die Einreise in England dann nur noch mit einem negativen Corona-Test möglich. Die Regel soll am Montag um 4.00 Uhr Ortszeit (5.00 Uhr MEZ) in Kraft treten. Sie gilt auch für Briten.

+++ Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig hat ein höheres Tempo bei den Impfungen gegen das Coronavirus gefordert. Es nutze nichts, wenn die Versorgung sich erst im zweiten Quartal bessere, sagte die SPD-Politikerin im ZDF. Allein in der Landeshauptstadt Schwerin brauche man 600 Impfdosen pro Tag, es stünden aber nur 600 pro Woche zur Verfügung.

+++ Der Chef des Pharmakonzerns Moderna, Bancel, rechnet damit, dass die Menschheit auf Dauer mit dem Coronavirus wird leben müssen. Sars-Cov-2 werde nicht verschwinden, sagte er auf einer Fachkonferenz. Er verwies auf Einschätzungen aus der Wissenschaft, wonach das Virus sich endemisch festsetzt. Die Bedrohung werde allerdings wahrscheinlich mit der Zeit abnehmen.

+++ In der Türkei haben Massenimpfungen gegen das Corona-Virus begonnen. Nach Angaben von Gesundheitsminister Koca sollen zunächst Mitarbeiter des Gesundheitswesens geimpft werden. Die türkischen Behörden verwenden das Vakzin des chinesischen Pharmakonzerns Sinovac, das eine Notzulassung in der Türkei erhalten hatte.

+++ Die Zahl der Menschen, die in den USA eine erste Dosis eines Corona-Impfstoffs erhalten haben, liegt inzwischen bei mehr als zehn Millionen. Freigegeben worden sind für die US-Bundesstaaten bereits 30 Millionen Dosen der Impfstoffe von Moderna sowie von Pfizer und Biontech. Die USA sind das weltweit am stärksten von der Pandemie betroffene Land; nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität haben sich mehr als 23 Millionen US-Amerikaner mit dem Virus infiziert; mehr als 384.000 von ihnen sind an oder mit dem Virus gestorben.

+++ In diesem Schuljahr sollen Schülerinnen und Schüler in Deutschland nicht sitzenbleiben können. Das fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Die GEW-Vorsitzende Tepe sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland, es sei höchste Zeit, dass die Kultusminister ein Konzept vorlegten, wie Leistungsmessungen, Prüfungen und Abschlüsse unter Corona-Bedingungen zu gestalten seien. Wichtig sei auch, dass die Bundesländer beschlössen, gegenseitig alle Abschlüsse anzuerkennen.

+++ Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind in der chinesischen Metropole Wuhan eingetroffen. Sie wollen dort die Ursprünge des Coronavirus erforschen. China hat jetzt entsprechende Genehmigungen für die Forschung erteilt; diese fehlten bisher und hatten den Beginn der Mission verzögert. In Wuhan war Ende 2019 erstmals ein Corona-Infektionsherd festgestellt worden. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Fledermäuse die ursprünglichen Wirte der Coronaviren waren.

+++ Der Bundestag entscheidet heute über die Ausweitung des Kinderkrankengeldes. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass gesetzlich versicherte Eltern in diesem Jahr 20 statt zehn Tage Kinderkrankengeld pro Kind und Elternteil beantragen können. Der Anspruch soll auch für die pandemiebedingte Kinderbetreuung zu Hause gelten, etwa bei Schulschließungen.

Die aktuellen Zahlen zum Coronavirus in Deutschland finden Sie hier.

Wir haben zudem für Sie zusammengestellt, wie die Lage in den Krankenhäusern in Deutschland zur Zeit ist.

Mittwoch, 13. Januar

+++ Portugal verhängt ab Freitag einen neuen Lockdown. Dabei sei die Arbeit von zu Hause aus wo immer möglich Pflicht, sagt Ministerpräsident Antonio Costa. Schulen sollen geöffnet bleiben. "Die Regel ist ganz einfach: Wir sollten alle zu Hause bleiben." Die Pandemie habe ihre gefährlichste Phase erreicht.

+++ In Spanien steigen die Infektionszahlen weiter rasant. Das Gesundheitsministerium meldet mit 38.869 Neuinfektionen den höchsten Anstieg innerhalb eines Tages seit Ausbruch der Epidemie. Insgesamt wurden bislang 2,18 Millionen Ansteckungen bekannt. An oder mit dem Virus starben weitere 195 Menschen, insgesamt 52.878.

+++ Das zweite Jahr der Pandemie könnte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge härter sein als das vergangene. Grund seien einige Aspekte der Virusausbreitung, sagt WHO-Experte Mike Ryan. Dies gelte insbesondere auf der Nordhalbkugel angesichts der neuen, ansteckenderen Varianten. Seine Kollegin Maria Van Kerkhove verweist zudem auf die Folgen der Feiertage. "In einigen Ländern wird die Situation sehr viel schlimmer werden bevor es besser wird", sagt sie.

+++ Die Türkei kündigt ab Donnerstag den landesweiten Beginn von Massenimpfungen an. Zunächst sollten Mitarbeiter des Gesundheitswesens an der Reihe sein, sagt Gesundheitsminister Fahrettin Koca. Er selbst und die wissenschaftlichen Berater der Regierung würden sich noch im Laufe des heutigen Tages impfen lassen. Zuvor erhielt der Impfstoff von Sinovac eine Notzulassung in der Türkei.

+++ Zweieinhalb Wochen nach dem Beginn sind in Deutschland bislang knapp 760.000 Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Die Zahl ergibt sich aus den bisherigen Meldungen der Bundesländer, die das Robert Koch-Institut veröffentlichte. Der Zuwachs gegenüber dem Vortag betrug damit mehr als 70.000. Derzeit werden Menschen in Gesundheits- und Pflegeberufen sowie Bewohner von Pflegeheimen geimpft.

Wir haben außerdem für Sie zusammengefasst, was über die Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer bekannt ist.

+++ Bayern will 2,5 Millionen FFP2-Schutzmasken kostenlos an Bedürftige ausgeben. Das kündigte Ministerpräsident Söder in München an. In Bayern gilt von Montag an eine FFP2-Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen. Kinder unter 15 Jahren sollen von der FFP2-Maskenpflicht ausgenommen werden. Sozialverbände und Opposition hatten vor einer Benachteiligung von Bedürftigen gewarnt.

+++ Großbritannien meldet 1.564 Tote in Zusammenhang mit dem Coronavirus - so viele wie noch nie zuvor binnen eines Tages. Der letzte Rekord lag am 8. Januar bei 1.325. Die Zahl der Neuinfektionen stieg um 47.525.

London: Sanitäter bringen einen Corona-Patienten in das Royal London Hospital.  (PA Wire/Yui Mok)Coronavirus - Großbritannien (PA Wire/Yui Mok)

+++ US-Forscher haben eigenen Angaben zufolge in den USA eine neue Virus-Variante entdeckt. Diese habe eine identische Mutation zu der aus Großbritannien bekannten, ansteckenderen Version. Vermutlich habe sie sich jedoch aus einer bereits in den USA bekannten Variante heraus entwickelt, geben die Wissenschaftler des Wexner Medical Center der Ohio State University bekannt. Bislang sei die neue Variante bei einem Patienten im Bundesstaat Ohio nachgewiesen worden. Wie verbreitet sie in der Bevölkerung ist, sei damit noch unbekannt.

+++ Italiens Regierung will den Corona-Notstand bis zum 30. April verlängern. Das kündigte Gesundheitsminister Roberto Speranza vor dem Parlament in Rom an. Die Epidemie sei erneut in einer expansiven Phase, sagte er. Bislang war der Ausnahmezustand bis Ende Januar befristet. Rom hatte den Corona-Notstand erstmals Ende Januar 2020 ausgerufen. Seither wurde er mehrmals verlängert. Die Maßnahme gibt der Regierung besondere Rechte.

Der Staat kann Einsatzkräfte besser koordinieren und bürokratische Hürden vermeiden. Die rechte Opposition kritisiert das Vorgehen seit langem. Aus ihrer Sicht wird durch die Machtfülle der Regierung das Parlament geschwächt. Außerdem kündigte Speranza neue, zum Teil verschärfte Regeln zum Corona-Schutz an. Die Bewegungsfreiheit zwischen 20 Regionen und die persönlichen Kontakte der Bürger sollen stark eingeschränkt bleiben.

Die Behörden in Italien registrierten am Dienstag rund 14.000 Neuinfektionen mit dem Virus innerhalb von 24 Stunden. In dem 60-Millionen-Einwohner-Land starben seit Februar 2020 offiziell etwa 80.000 Menschen im Zusammenhang mit Corona.

+++ Die USA haben einen weiteren Tageshöchststand bei der Zahl bestätigter Corona-Todesfälle gemeldet. 4.327 Menschen seien am Dienstag nachweislich mit oder an dem Virus gestorben, berichtete die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore. Damit liegt die Gesamtzahl der Toten bei mehr als 380.000 - und nähert sich der Zahl der im Zweiten Weltkrieg getöteten Amerikaner: rund 407.000.

Seit rund zweieinhalb Monaten steigt die Zahl der Corona-Opfer massiv, Experten sehen das Land trotz anlaufender Impfungen aktuell in der tödlichsten Phase der Pandemie. Pro Tag werden mittlerweile durchschnittlich fast 250.000 Neuinfektionen registriert, bestätigt sind insgesamt schon mehr als 22,8 Millionen Fälle. Mehr als 9,3 Millionen Amerikaner haben eine erste Corona-Impfdosis erhalten, also weniger als drei Prozent der Bevölkerung, wie aus einer Statistik des US-Zentrums für Seuchenkontrolle und Prävention hervorgeht. Experten zufolge müssten Hunderte Millionen geimpft werden, um die Pandemie zu bezwingen. 

+++ Kramp-Karrenbauer verspricht 10.000 Soldaten für Altenheim-Hilfe: Das Verteidigungsministerium will in der Corona-Krise mit bis zu 10.000 Soldaten in den deutschen Alten- und Pflegeheimen helfen. Das kündigte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) gegenüber Bild-Zeitung an. Hierzu dürfen laut Ministerium Soldatinnen und Soldaten nach Einweisung auch Abstriche für Schnelltests machen. Bisher war dies nur Fachpersonal, also zum Beispiel Ärzten der Bundeswehr, gestattet.

+++ In Ungarn sind erstmals Infektionen mit der womöglich ansteckenderen Coronavirus-Variante B.1.1.7 nachgewiesen worden. Die aus England stammende Mutante sei bei drei Patienten festgestellt worden, sagte Cecilia Müller, die Oberste Amtsäztin des Landes, in Budapest. Angaben dazu, wie die Variante ins Land gelangt sein könnte, machte sie keine. 

+++ Im Vatikan haben die Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Als einer der ersten erhielt der 84-jährige Papst Franziskus das Vakzin von Biontech/Pfizer, wie die argentinische Zeitung "La Nacion" und die US-Zeitschrift "America" meldeten. Aus Gründen der Privatsphäre gebe es keine Fotos, hieß es. Auch der emeritierte Papst Benedikt XVI. (93) sowie dessen Haushalt um Erzbischof Georg Gänswein (64) wollen sich impfen lassen. In einem TV-Interview hatte Franziskus gesagt, aus ethischer Sicht sollte jeder den Impfstoff empfangen. Wer es nicht tue, setze nicht nur das eigene, sondern auch das Leben anderer aufs Spiel.

+++ Angesichts der drohenden Ausbreitung von hochansteckenden Virusvarianten verschärft die Schweiz die Maßnahmen zur Bekämpfung der Epidemie. Am Montag müssen Läden mit Ausnahme von Anbietern von Gütern des täglichen Bedarfs schließen. Gleichzeitig gelte neu eine Home Office-Pflicht. Zudem ordnet die Regierung an, dass an privaten und öffentlichen Veranstaltungen noch höchstens fünf Personen teilnehmen dürfen. Die Schließung von Restaurants, Kulturbetrieben, Sportanlagen und Freizeiteinrichtungen wird bis Ende Februar verlängert.

+++ In Österreich werden die Schulen am 25. Januar und damit eine Woche später als angekündigt wieder geöffnet. Der Unterricht werde dann im Schichtbetrieb und unter weiteren Vorsichtsmaßnahmen abgehalten, meldet die Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf das Bildungsministerium. 

+++ Für Einreisen nach Deutschland aus Staaten mit hohen Corona-Infektionszahlen sollen künftig strengere Test-Pflichten gelten. Das sieht ein Verordnungsentwurf des Gesundheitsministeriums vor, den das Bundeskabinett am Vormittag gebilligt hat. Wer aus einem Risikogebiet kommt, muss künftig innerhalb von 48 Stunden nachweisen, dass er nicht mit dem Coronavirus infiziert ist. Wenn man aus besonders stark betroffenen Ländern einreist, muss der Test schon vorher vorliegen. Die von den Bundesländern angeordneten Quarantänepflichten gelten weiterhin. Die Rechtsverordnung soll bereits morgen in Kraft treten.

+++ In Deutschland ist jetzt Thüringen das Bundesland mit den meisten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Wie das Robert Koch-Institut meldet, liegt die Sieben-Tage-Inzidenz dort bei 324. In Sachsen, das wochenlang bundesweit die höchste Inzidenz verzeichnet hatte, sank der Wert auf 304. Angestrebt wird ein Wert von 50.

Die Bürgermeisterin von Mumbai, Kishori Pednekar (l.), hält einen Karton des Impfstoffs Covishield von AstraZeneca, das direkt in Indien produziert wird. Am 16. Januar beginnt dort die wohl größte Impfaktion, die je ein Land unternommen hat. (AFP)Die Bürgermeisterin von Mumbai, Kishori Pednekar (l.), hält einen Karton des Impfstoffs Covishield von AstraZeneca, das direkt in Indien produziert wird. Am 16. Januar beginnt dort die wohl größte Impfaktion, die je ein Land unternommen hat. (AFP)

+++ Die künftige Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Ernst, rechnet trotz der Corona-Pandemie mit planmäßigen Abiturprüfungen. Auch in diesen Jahr werde alles dafür getan, dass sie stattfinden könnten, sagte die SPD-Politikerin im SWR-Hörfunk. Ungeachtet dessen werde an Alternativplänen gearbeitet

+++ In Großbritannien erwägt die Regierung, Patienten aus überlasteten Krankenhäusern in Hotels zu verlegen. Gesundheitsminister Hancock sagte dem Sender "Sky News", das komme allerdings nur in Frage, wo es auch medizinisch vertretbar sei. Das King's College Hospital in London hat nach eigenen Angaben bereits Partnerschaften mit Hotels in der Nähe vereinbart. Geplant sei zunächst, wohnungslose Patienten dorthin zu verlegen, die in der Lage seien, das Krankenhaus zu verlassen.

Wie ist die Lage in deutschen Krankenhäusern?

+++ Bundesgesundheitsminister Spahn stellt sich weiter gegen eine Impfpflicht. Der CDU-Politiker sagte im Deutschlandfunk, er setze auf Aufklärung und Information. Auch für Pflegekräfte werde es keine Impfpflicht gegen. Dies sei auch eine Frage der Wertschätzung gegenüber den Pflegenden. 

Der Minister geht davon aus, dass die Corona-Beschränkungen verlängert werden müssen. Es werde nicht möglich sein, im Februar alle Beschränkungen zu lockern, sagte Spahn. Dafür sei das Virus noch zu präsent. Man habe derzeit 5.000 Covid-19-Intensivpatienten und über 1.000 Todesfälle am Tag zu beklagen. 

+++ Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 19.600 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Damit stieg die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungsfälle seit Beginn der Pandemie auf rund 1.953.500. Zudem wurden 1.060 weitere Todesopfer gezählt. Die Gesamtzahl der im Zusammenhang mit dem Virus gestorbenen Menschen beträgt nun 42.637. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut den RKI-Angaben derzeit bei 155.

Weitere Informationen, auch zu den Bundesländern: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

+++ Flugreisende in die USA müssen künftig einen negativen Test auf das Coronavirus vorlegen. Die US-Gesundheitsbehörde CDC erklärte, vom 26. Januar an müsse der Test jeweils innerhalb von drei Tagen vor dem Abflug vorgenommen werden. Wer nicht negativ getestet werde, dürfe nicht an Bord eines Fluges. 

+++ Bundesjustizministerin Lambrecht lehnt eine Impfpflicht für Pflegekräfte ab. Die SPD-Politikerin sagte der "Rheinischen Post", das Wort der Bundesregierung gelte, dass es eine solche Verpflichtung grundsätzlich nicht geben werde. Stattdessen müsse man die Menschen von der Sicherheit und Wirksamkeit der Impfung überzeugen. Das gelte auch dort, wo es ganz besonders auf die Immunisierung ankomme – also in den Krankenhäusern sowie den Alten- und Pflegeheimen. Die Ministerin reagierte damit auf einen Vorstoß des bayerischen Ministerpräsidenten Söder. Er hatte gestern eine zu große Impfskepsis unter den Pflegekräften in Deutschland bemängelt und angeregt, dass der Deutsche Ethikrat eine Impfpflicht für bestimmte Gruppen erörtert. 

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