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Newsblog zur Bundestagswahl+++ Scholz: "Private und öffentliche Investitionen kombinieren" +++

SPD-Kanzlerkandidat Scholz  (dpa/Kay Nietfeld)
SPD-Kanzlerkandidat Scholz (dpa/Kay Nietfeld)

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat den Vorwurf zurückgewiesen, dass bei den Ampel-Sondierungen keine Antwort auf die Frage nach der Finanzierbarkeit der Pläne geliefert worden sei. +++ Die Grünen stimmen für Ampel-Koalitionsverhandlungen. +++ Unionsfraktionschef Brinkhaus hat beim Deutschlandtag der JU eine gestaltende Oppositionsarbeit in Aussicht gestellt. +++ Mehr in unserem Newsblog.

Sonntag, 17. Oktober

+++ SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat den Vorwurf zurückgewiesen, dass bei den Ampel-Sondierungen keine Antwort auf die Frage nach der Finanzierbarkeit der Pläne geliefert worden sei. Es gehe um einen großen Aufbruch, die Modernisierung des Landes, sagte Scholz im ZDF. Dabei gehe es zu einem erheblichem Anteil darum, privatwirtschaftliche Investitionen zu ermöglichen. Klar sei aber auch, dass man zusätzliche Mittel für öffentliche Investitionen bereitstellen müsse. "Es geht also darum, die Dinge richtig zu kombinieren", betonte Scholz. "Was wir uns vorgenommen haben, ist, sehr solide zu wirtschaften und zugleich ein Jahrzehnt der Investitionen in Deutschland zustande zu bringen, privat und öffentlich.

+++ Eine Ampelkoalition wird nach Worten von FDP-Parteichef Christian Linder ein neues Ministerium für Klimaschutz einrichten. Welche Kompetenzen es vereinen solle, sagte Lindner im ARD-Fernsehen nicht. Im Sondierungspapier der Parteien wird ein Zuschnitt der Ministerien oder deren Besetzung auch nicht genannt. Lindner erwähnte des Klima-Ministerium in einem Atemzug mit Kanzleramt und Finanzministerium sowie dem Hinweis, dass alle Parteien sich an den drei Schlüsselpositionen in der Regierung wiederfinden müssten. Als sicher gilt, dass ein Klima-Ministerium von den Grünen geführt werden würde und das Kanzleramt Olaf Scholz (SPD) besetzt. Die FDP hat ihrerseits großes Interesse am Finanzministerium. 

+++ FDP-Generalsekretär Volker Wissing bezeichnet die Debatte über eine mögliche Einsetzung von Parteichef Christian Lindner als Finanzminister als verfrüht. "Ressortfragen stellen sich für uns derzeit überhaupt nicht", sagt Wissing dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. "Solche Dinge klären wir am Ende erfolgreicher Koalitionsverhandlungen." Zuvor hatten sich etwa der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki und der parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann, für Lindner als beste Besetzung für das Finanzressort ausgesprochen.

+++ Die Grünen haben auf einem kleinen Parteitag für die Aufnahme von formellen Koalitionsverhandlungen mit SPD und FDP gestimmt. In der Debatte hatte die Co-Vorsitzenden Baerbock unf Habeck um Zustimmung geworben. Sie stellten die eigenen Sondierungserfolge in den Vordergrund, stimmten die Delegierten aber auch auf harte Verhandlungen ein. Bundesgeschäftsführer Kellner verteidigte das Sondierungspapier. Es beschreibe eine "klare Reformagenda und weist den Weg für einen Aufbruch." Das Papier sei gerade beim Klimaschutz "äußerst ambitioniert". Kellner bedankte sich bei den Generalsekretären von SPD und FDP, Klingbeil und Wissing, für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. "So kann das was werden", ergänzte Kellner.

"Lasst uns die Lampen der Ampel richtig verdrahten, damit sie vier Jahre auf Aufbruch leuchten." (Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner")

+++ Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Frei, hat sich gegen eine Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre ausgesprochen.

Er sehe im Bundestag keine Mehrheit für das von SPD, Grünen und FDP in ihrem Sondierungspapier in Aussicht gestellte Vorhaben, sagte Frei der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Mehr dazu in unserer Meldung.

+++ Der Fraktionschef von CDU und CSU im Bundestag, Brinkhaus, hat das Ergebnis der Union bei der Bundestagswahl als vernichtende Niederlage bezeichnet und eine gestaltende Oppositionsarbeit in Aussicht gestellt.

Ralph Brinkhaus, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, spricht beim "Deutschlandtag" der Jungen Union. (dpa / Bernd Thissen)Brinkhaus beim Deutschlandtag der Jungen Union (dpa / Bernd Thissen)Beim "Deutschlandtag" der Jungen Union sagte der CDU-Politiker, man könne hinfallen - jetzt gehe es darum, wieder aufzustehen. Nötig sei nun eine neue Kultur des Zusammenhalts und der Loyalität. Diese konservativen Eigenschaften habe man in der Union verloren. Das habe die SPD besser gemacht.

Der 26. September müsse korrigiert werden, ergänzte Brinkhaus. Man dürfe nie wieder abhängig sein von nur einer Person. Die Union müsse in der Breite sichtbar sein. Sonst werde die Rückeroberung des Kanzleramts nicht gelingen. Die Union brauche auch neue Formate, um gute Ideen von unten nach oben zu tragen. Für die nächste Legislaturperiode stellte er eine gestaltende Oppositionsarbeit in Aussicht. Er wolle die anderen nicht mit Kritik treiben, sondern bessere Konzepte vorlegen. Dafür müsse man auch anders arbeiten als in der Vergangenheit, ergänzte Brinkhaus. Dazu gehöre auch, mehr Debatte zulassen zu müssen.

"Das ist die strammste Linksagenda, die wir seit Jahrzehnten in Deutschland gehabt haben." (Ralph Brinkhaus (CDU) über die Sondierungsergebnisse von SPD, Grünen und FDP)

Mit Blick auf die Sondierungsergebnisse von SPD, Grünen und FDP sprach der Unions-Fraktionschef von der "strammsten Linksagenda, die wir seit Jahrzehnten gehabt haben". Es sei ein "soziales Wünsch dir was" – allen werde alles erfüllt. Die Pläne seien zudem nicht gegenfinanziert. Auch im Bereich der Sicherheitspolitik sollte man SPD, Grünen und FDP nicht die Entscheidungen überlassen, so Brinkhaus.

Der ehemalige CDU-Generalsekretär Polenz riet nach der Aussage von Ralph Brinkhaus, die Union sollte mit ihrer Kritik bis zum Koalitionsvertrag warten. Ein Umsturz sei von der Ampel nicht zu erwarten.

+++ Politiker von SPD, Grünen und FDP haben die Ergebnisse der Sondierungsgespräche für eine Ampelkoalition gegen Kritik verteidigt.

Der SPD-Vorsitzende Walter-Borjans und der Grünen-Politiker Trittin verteidigten Zugeständnisse gegenüber der FDP wie den Verzicht auf Steuererhöhungen auch für Reiche. Walter-Borjans sagte der "Bild am Sonntag", der Weg in die Ampel sei für die FDP der längste, und dies hätten alle am Verhandlungstisch anerkannt. Trittin sprach von einem ordentlichen Kompromiss und verwies darauf, dass es auch keine Steuersenkungen für Besserverdienende geben werde. Der FDP-Vorsitzende Lindner verteidigte die Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro, ein Schritt, den die freien Demokraten eigentlich abgelehnt hatten. Lindner sagte, diese einmalige Ausnahme sei vertretbar und entspreche der Meinung der Bevölkerungsmehrheit.

Hier finden Sie unser Archiv des Blogs der vergangenen Tage.

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