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NFLTrainer wegen sexistischer und homophober Äußerungen zurückgetreten

Las Vegas Raiders-Trainer Jon Gruden (AP Photo/Rick Scuteri)
Jon Gruden, Trainer der Las Vegas Raiders, tritt zurück (AP Photo/Rick Scuteri)

In der amerikanischen National Football League hat der Trainer der Las Vegas Raiders, Jon Gruden, nach umstrittenen E-Mails seinen Rücktritt verkündet.

Hauptgrund sind Recherchen der New York Times, die offenlegen, dass Gruden mehrere Jahre lang E-Mails mit sexistischer und homophober Sprache verfasst hat. Unter anderem äußerte er sich demnach abschätzig über weibliche Schiedsrichterinnen und bezeichnete NFL-Chef Roger Goodell als "Schwuchtel" und "Pussy".

Gruden erklärte nun, er wolle mit seinem Rücktritt verhindern, dass das Thema zur Ablenkung für die Mannschaft werde. Zudem entschuldigte er sich in einem vom Verein veröffentlichten Statement für die E-Mails: Er habe niemals irgendjemanden verletzen wollen.

E-Mails bei Ermittlungen entdeckt

Der 58-Jährige war seit 2018 Trainer der Las Vegas Raiders, davor viele Jahre lang als Experte beim Fernsehsender ESPN angestellt. Damals stand Jon Gruden auch in regem E-Mail-Verkehr mit Bruce Allen, dem ehemaligen Präsidenten des Washington Football Teams. Allen musste 2019 nach einer unabhängigen Liga-Untersuchung über Fehlverhalten am Arbeitsplatz seinen Posten räumen. Im Zuge dieser Ermittlungen seien auch die E-Mails von Gruden aufgefallen, berichtet die New York Times.

"Ich bin kein Rassist"

Bereits vergangene Woche waren erste E-Mails von Gruden aus dem Jahr 2011 veröffentlicht worden, in denen er den Präsidenten der Spielervereinigung, DeMaurice Smith, rassistisch beleidigt hatte. Nach einem Liga-Spiel am Wochenende bezog Gruden dann erstmals Stellung zu den Vorwürfen und sagte: "Ich bin kein Rassist. Mich widert es an, ich entschuldige mich für diese unsensiblen Bemerkungen. Ich hatte absolut keine rassistischen Absichten damit."

Mit Carl Nassib steht auch ein offen schwuler Spieler im Kader der Las Vegas Raiders. Nassib hatte sich erst im Sommer geoutet und damals auch von seinem Trainer – Gruden - viel Zuspruch erhalten.

Diese Nachricht wurde am 14.10.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.