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StartseiteVerbrauchertippElektroschrott richtig entsorgen02.04.2020

Nichts für den Hausmüll Elektroschrott richtig entsorgen

Alte Kabel, Laptops, Smartphones, Tablets: Elektroschrott ist lästig und gehört nicht in den normalen Restmüll. Doch, wohin damit? Nach Angaben des Umweltbundesamts werden nur 45 Prozent des umliegenden Elektroschrotts von den Verbrauchern richtig entsorgt.

Von Ann-Kathrin Stracke

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Bildnummer: 51101968 Datum: 28.05.2001 Copyright: imago/bonn-sequenz Ausgedient: veraltete Haushaltsgeräte liegen auf einem Haufen, Objekte; 2001, Symbolfoto, Studioaufnahme, Fernseher, Fernsehgerät, Fernsehgeräte, Haushaltsgeräte, TV, Tastatur, Tastaturen, Bügeleisen, Toaster, Kassettenrecorder, Ventilator, Ventilatoren, Telefon, Telefone, Müll, Sperrmüll, Entsorgung, entsorgen, Elektrogerät, Elektrogeräte, Schrott, Elektroschrott, ausrangiert, ausrangierte, Müllentsorgung, Elektromüll; , quer, Kbneg, , Deutschland, , / Totale, Elektronikschrott (imago / bonn-sequenz)
Wenn die Geräte an den zugelassenen Sammelstellen zurückgeben werden, dann gehen sie auch den richtigen Weg (imago / bonn-sequenz)
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Bevor das alte Bügeleisen, das HDMI-Kabel oder der Laptop im Elektroschrott landen, sollten die Menschen erst prüfen, ob sie das Produkt nicht reparieren lassen oder möglicherweise im Freundes- oder Bekanntenkreis weitergeben können, raten Verbraucherschützer. Philipp Sommer, stellvertretender Leiter für den Bereich Kreislaufwirtschaft bei der Deutschen Umwelthilfe empfiehlt nach sogenannten Repair-Cafés zu schauen oder einfach nach einer Reparaturanleitung des jeweiligen Geräts im Netz zu suchen.

"Zum einen gibt es speziell zugelassene Sammlungen, die einen Fokus auf die Reparatur, auf die Wiederverwendung von Geräten legen. Da ist etwa die Sammlung Handys für die Umwelt, die sind besonders zu empfehlen, wo man Smartphones und alte Handys abgeben kann." 

Eine weitere gute Anlaufstelle für alte Elektrogeräte sind die kommunalen Wertstoffhöfe. Auch beim Einzelhändler können Verbraucher ihre ausgedienten Elektrogeräte loswerden. Allerdings gilt bei ihnen nach dem Elektronikgerätegesetz: Nur Geräte mit einer Kantenlänge ab 25 cm können hier abgegeben werden. Hinzu kommt dem Gesetz nach: Die Händler müssten Platz haben, erklärt Philip Heldt, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Umweltgruppe bei der Verbraucherzentrale NRW. 

"Händler, die die Fläche von 400 Quadratmetern haben, sind wirklich dazu verpflichtet: sie müssen diese Altgeräte annehmen. Da kann keiner sagen: Mir ist das zu teuer oder ich habe keinen Platz. Diese Ausrede zählt da nicht."

Vor allem auf lange Sicht hin elementar

Häufig sei der Platz beim Einzelhändler für Kunden von außen nicht einsehbar. Daher rät er jeder Person, die dort Elektro-Altgeräte abgeben möchte, explizit im Geschäft nachzufragen. Grundsätzlich gilt bei Einzelhändlern das Eins-zu-eins-Prinzip: kauft der Kunde beispielsweise eine neue Waschmaschine, kann er seine alte dort kostenlos zurückgeben. Recycling der Altgeräte sei vor allem auf lange Sicht hin elementar, betont Philip Heldt von der Verbraucherzentrale NRW: 

"Wenn die Elektro-Altgeräte nicht recycelt werden, dann bedeutet das einen enormen Materialverlust und die ganzen Metalle, die da drin sind, die man sonst wieder in einen Kreislauf führen könnte, die sind verloren. Das heißt: Man muss woanders in der Welt wieder neue Bergwerke eröffnen, neue Metalle ausgraben. Der Bergbau ist mit Umweltverschmutzung verbunden und häufig auch mit Menschenrechtsverletzungen."  

Große Handelsketten und kommunale Wertstoffhöfe würden bei der Entsorgung überwacht. Dort könne man sicher sein, dass Elektro-Altgeräte in Europa entsorgt würden, so Philipp Sommer, stellvertretender Leiter für den Bereich Kreislaufwirtschaft bei der Deutschen Umwelthilfe.

"Grundsätzlich können wir davon ausgehen, dass, wenn wir die Geräte an den zugelassenen Sammelstellen zurückgeben, dass sie dann auch den richtigen Weg gehen. Denn dieser illegale Export von Elektroschrott, der findet vor allem über diese Straßensammlungen statt. Wenn man vor dem Wertstoffhof noch Händler findet, die einem für wenig Geld oder kostenlos noch versuchen Geräte abzunehmen." 

Sein Tipp für die Verbraucher: Alles in einer Kiste sammeln und in regelmäßigen Abständen zum kommunalen Wertstoffhof fahren.

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