Ehrung für den „Vater“ von ERS-1Nobelpreis auch für die Erdbeobachtung

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr auch an den Hamburger Klimaforscher Klaus Hasselmann – er gilt als „Vater“ des ersten europäischen Erdbeobachtungssatelliten ERS-1. Der ist 1991 gestartet, gefolgt vom Schwestersatelliten ERS-2 vier Jahre später. Mit diesen Satelliten begann die Routinebeobachtung der Erde.

Von Dirk Lorenzen | 09.12.2021

Der Erdbeobachtungssatellit ERS-1 (Illustration), an dessen Planung Klaus Hasselmann entscheidend beteiligt war, ist am 17. Juli 1991 gestartet.
Der Erdbeobachtungssatellit ERS-1 (Illustration), an dessen Planung Klaus Hasselmann entscheidend beteiligt war, ist am 17. Juli 1991 gestartet. (ESA)
Zwei Jahrzehnte lang – viel länger als ursprünglich geplant – haben die Satelliten den Wasserdampf in der Atmosphäre erfasst, die Oberflächentemperatur präzise gemessen, den Ozongehalt bestimmt und vieles mehr.
Zu den führenden Persönlichkeiten, die die ESA beim Bau ihrer bis dahin technisch aufwendigsten Satelliten unterstützt haben, gehört Klaus Hasselmann. Er war seit 1981 Mitglied des Beratungskomitees für Erdbeobachtung.

ESA-Informationen zu Klaus Hasselmann und dem Beginn der Erdbeobachtung
Der Nobelpreis für Physik des Jahres 2021

Für die ESA war die Beobachtung unseres Planeten Neuland. Die Fachleute erkannten aber schon damals, wie wichtig Satelliten für die Erde werden sollten. Die beiden ERS waren der Auftakt für Europas weltweit führende Rolle in der Erdbeobachtung – auch dank Klaus Hasselmann.
Er hat zudem Methoden entwickelt, wie sich aus Radarbeobachtungen dieser Satelliten die Wellenhöhen auf dem Ozean rekonstruieren lassen. Diese Technik ist wichtig für die Meeres- und Klimaforschung und für die Sicherheit des Schiffsverkehrs.
Heute ist Europas Sentinel-1 einer der besten Radarsatelliten im All. Er nutzt dabei Verfahren, die auf Ideen von Klaus Hasselmann zurückgehen. Auch das gilt vielen Fachleuten der Erdbeobachtung als nobelpreiswürdig.