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Nord Stream 2Graf Lambsdorff: Umweltstiftung für Nordstream 2 ist "Fake Stiftung"

Der FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff gibt zu Beginn der Sitzung der FDP-Bundestagsfraktion ein Pressestatement. (picture alliance/dpa/Kay Nietfeld)
Der FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff (picture alliance/dpa/Kay Nietfeld)

Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Graf Lambsdorff, hat die vom Land Mecklenburg-Vorpommern gegründete Umweltstiftung für den Weiterbau der Erdgas-Pipeline Nordstream 2 als "Fake Stiftung" bezeichnet.

Lambsdorff sagte im Deutschlandfunk, es handele sich faktisch um eine Stiftung des russischen Unternehmens Gazprom. 99 Prozent des Geldes kämen direkt von der Nordstream 2 AG, die Gazprom gehöre. Zudem dürfe Gazprom die Geschäftsführung und die Grundsätze des Geschäftsbetriebs bestimmen. Man dürfe dabei nicht übersehen, dass Gazprom ein Instrument der russischen Außenpolitik sei, da das Unternehmen zu über 50 Prozent dem russischen Staat gehöre.

Zudem glaube er, dass das Ziel der Stiftung - die am Bau beteiligten Unternehmen von möglichen US-Sanktionen abzuschirmen - nicht erreicht werden könne. Die USA seien trotzdem in der Lage, ihre Sanktionen durchzusetzen. Die FDP spreche sich daher für ein Moratorium aus; man solle den Weiterbau der Erdgas-Pipeline vorerst stoppen, so Lambsdorff.

Auch die Parteichefin der Grünen, Baerbock, kritisierte die Gründung der Umweltstiftung. Sie sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", es sei ungeheuerlich, dass unter dem Deckmantel des Klimaschutzes eine Stiftung gegründet worden sei, die einzig und allein der Fertigstellung der Pipeline diene.

Diese Nachricht wurde am 14.01.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.