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StartseiteHintergrundDer Aufstand von Derry und seine Folgen11.08.2019

Nordirland und der BrexitDer Aufstand von Derry und seine Folgen

1969 eskaliert der Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken in Nordirland - über 30 Jahre lang kam es immer wieder zu Anschlägen, fast 3.000 Menschen starben. Ende der 1990er-Jahre wurde ein Waffenstillstand vereinbart. Mit dem anstehenden Brexit haben viele Angst vor einem Aufreißen alter Wunden.

Von Martin Alioth

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Polizisten stehen Demonstranten 1969 in einer zerstörten Szenerie im nordirischen Derry gegenüber (imago images / United Archives)
August 1969: Im nordirischen Derry eskalierte der Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken   (imago images / United Archives)
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Die Bogside ist ein katholisches Viertel der zweitgrößten Stadt Nordirlands, Derry - offiziell Londonderry - gleich unterhalb der historischen Stadtmauer. Zusammen mit den Vierteln Creggan und Brandywell beherbergte die Bogside vor fünfzig Jahren mehr als 30 000 Katholiken, die klare Mehrheit der Stadtbewohner.

Countdown zum Brexit (AFP / Tolga Akmen) (AFP / Tolga Akmen)

Drei Tage lang, vom 12. bis zum 14. August 1969, erhob sich diese Bevölkerung gegen die einseitig protestantisch gesinnte Polizei. Barrikaden verweigerten den Ordnungshütern erfolgreich den Zugang, Steine und Brandsätze hagelten von Hochhäusern herab. Am zweiten Tag der Revolte meldete sich Jack Lynch, der Premierminister der benachbarten Republik Irland, zu Wort:

"Die gegenwärtige Lage darf so nicht weiter geduldet werden. Die nordirische Regierung hat die Kontrolle verloren, ja, die jüngsten Ereignisse sind das direkte Resultat des Verhaltens nordirischer Regierungen über Jahrzehnte. Die irische Regierung kann nicht tatenlos zusehen, wie Unschuldige verletzt werden und möglicherweise Schlimmeres."

Eine Gruppe Polizisten beobachtet eine Gruppe von Demonstranten, die im nordirischen Londonderry vor einer Wolke aus Tränengas stehen (picture alliance / AP Images / Peter Kemp)Vom 12. bis zum 14. August 1969 erhob sich im nordirischen Derry die Bevölkerung gegen die einseitig protestantisch gesinnte Polizei (picture alliance / AP Images / Peter Kemp)

Die irische Armee erschien tatsächlich an der Grenze, beschränkte sich aber auf die Versorgung von Verletzten. Tags darauf erschien erstmals die britische Armee auf dem Schauplatz, um die Polizei von den Aufständischen zu trennen. Gleichzeitig kam es zu schweren Krawallen und pogromartigen Übergriffen gegen Katholiken in Belfast. Dort gab es - im Gegensatz zu Derry - Tote. Eamonn McCann war vor fünfzig Jahren einer der Organisatoren der Krawalle in Derry, die als "The Battle of the Bogside" in die Geschichte eingegangen sind.

"Es mag ungehörig klingen, aber die Schlacht in der Bogside machte Spaß. Junge Leute, die ganze Nacht auf der Straße an den Barrikaden, trinkend und rauchend, dann gelegentlich ein Schamützel mit der Polizei - das war abenteuerlich."

McCann, der unlängst für eine kleine Linkspartei in den Stadtrat von Derry gewählt wurde, war und ist ein revolutionärer Trotzkist, der sich der katholisch-protestantischen Schablone zeitlebens verweigert hat.

"Das war nicht einfach eine weitere Episode in der traurige, von Religionskonflikt geprägten Geschichte Irlands. Wir waren Teil einer riesigen Bewegung, die weltweit stattfand. Das verlieh uns Würde und Tiefgang."

Friedlicher Marsch einfach niedergeknüppelt

Britische Soldaten umzingeln während der blutigen Auseinandersetzungen eine Gruppe von Demonstranten. Am 30. Januar 1972 wurden 13 katholische Demonstranten während einer friedlichen, jedoch verbotenen Kundgebung in der nordirischen Stadt Derry von britischen Fallschirmjägern erschossen. (dpa / picture alliance / UPI)30. Januar 1972 in Derry: Britische Soldaten umzingeln eine Gruppe von Demonstranten. 13 katholische Protestierer wurden an diesem Tag während einer friedlichen, jedoch verbotenen Kundgebung erschossen (dpa / picture alliance / UPI)

Die Welt war im Aufruhr und wir waren Teil dieser umwälzenden Entwicklungen, sagt McCann und verweist auf Frankreich, Deutschland, die Vereinigten Staaten in diesem Sommer vor fünfzig Jahren, auch wenn die Gründe für diesen Protest andere waren.

In der Chronologie des Nordirlandkonflikts liegt die kommunale Revolte der Katholiken von Derry zwischen zwei historischen Wegmarken. Am 5. Oktober des Vorjahres hatte die Polizei in Derry einen friedlichen Marsch der Bürgerrechtsbewegung unprovoziert niedergeknüppelt. Der protestantische Staat, der nach der Teilung Irlands 1921 aufgebaut worden war, hatte seine Maske fallengelassen. Und zweieinhalb Jahre nach dem "Battle of the Bogside" kam 1972 "Bloody Sunday", ebenfalls in Derry: Britische Fallschirmjäger erschossen 14 unbewaffnete Teilnehmer eines Bürgerrechts-Protests. Warum Derry? McCann erklärt, dass die Katholiken von Derry nie so exponiert waren wie ihre Glaubensbrüder in Belfast, die von Protestanten umzingelt waren. Derry grenzt an die Republik Irland, die ebenfalls katholisch und ähnlich gesinnt war. Aber weil die Katholiken in Derry die klare Mehrheit bildeten, war ihre offene Diskriminierung im Wohnungsbau, im Arbeitsmarkt und beim Wahlrecht unübersehbar.

"Diese beiden Faktoren: das Selbstbewusstsein der Katholiken von Derry auf der einen Seite und ihre eklatante Diskriminierung auf der anderen Seite: das ist ein Rezept für eine Kampagne für Gleichberechtigung. Deshalb brach die Bürgerrechtsbewegung in Derry aus und nicht anderswo."

Eamonn McCann beschreibt die Organisatoren des Aufstandes als überaus bunten Haufen. Von respektablen Sozialdemokraten bis hin zu Anarchisten und Kommunisten. Aber die Irisch-Republikanische Armee und ihr politischer Zwilling, Sinn Féin, waren damals erst marginale Statisten; historische Relikte. Erst nach dem Blutbad von "Bloody Sunday" wurden die moderaten Bürgerrechtler endgültig von den Guerilleros und Bombenlegern verdrängt. Trotzdem wird McCann nachdenklich:

Alle Beteiligten von damals trügen eine gewisse Mitverantwortung für das, was nachher geschah. Und er zitiert den irischen Dichter, William Butler Yeats:

"Haben meine Worte Männer ausgesandt, die von den Engländern erschossen wurden?"

Marisa McGlinchey ist Politikwissenschafterin an der Universität Coventry. Ihre Eltern wurden in jenen Augusttagen vor fünfzig Jahren aus ihrem Belfaster Haus vertrieben. McGlinchey sagt, Schlüsselereignisse wie die "Battle of the Bogside" seien bis heute meinungsbildend und umstritten:

"Bis zum heutigen Tag wird darüber gestritten, wer am Ursprung dieser Ereignisse stand und wer die nordirischen Katholiken anschließend führte. Natürlich wehren sich die gemäßigten, gewaltlosen Katholiken dagegen, dass Sinn Féin nun den Mantel der Bürgerrechtsbewegung beansprucht."

Trauer um die Journalistin Lyra McKee (AFP)Trauer um die Journalistin Lyra McKee: Sie wurde im April 2019 in Derry von der sogenannten Neuen I.R.A. während einer Konfrontation mit der Polizei getötet (AFP)

McGlinchey sitzt in einem Café in der Linenhall Library im Herzen von Belfast, der alten Bibliothek, die über die größte Sammlung von Papieren, Pamphleten, Büchern und dergleichen über den Nordirlandkonflikt verfügt. - Die Nordiren sind ohne Zweifel geschichtsbewusst. Für niemanden gilt das mehr als für die militanten Republikaner in der Tradition der I.R.A. McGlinchey hat dieses Jahr ein Buch über diese dissidenten Republikaner geschrieben, die Epigonen der I.R.A. Die 2012 gegründete so genannt Neue I.R.A.ermordete im April dieses Jahres in Derry die Journalistin Lyra McKee während einer Konfrontation mit der Polizei.

"Die Neue I.R.A. lehnt diesen Namen ab und kritisiert Journalisten und Akademiker, die sie so nennen. Denn sie halten sich nicht für etwas Neues, sondern nur für die jüngste Manifestation desselben. Sie betonen, sie seien bloß die letzte Phase in der langen Kampagne irischer Republikaner für die Wiedervereinigung."

Tiefes Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen

Diese Gruppen erkennt weder das britische Nordirland noch die Republik Irland als legitime Staaten an und könnten daher nicht mit politischen Konzessionen abgespeist werden, erklärt McGlinchey. Aufgrund ihrer empfundenen historischen Mission bedürften sie daher auch keines Wählermandates:

"Sie leiten ihre Legitimation aus der irischen Oster-Rebellion von 1916 ab. Sie gehen sogar bis zur irischen Revolte von 1798 zurück."

Numerisch sind diese und andere Splittergrüppchen klein und oftmals von Polizei- oder Geheimdienstspitzeln durchsetzt. Der Rückhalt in der Bevölkerung für ihre Methoden ist gering, was aber nicht bedeutet, dass die Sicherheitskräfte auf die aktive Mithilfe der Zivilbevölkerung zählen dürfen. Der Instinkt, dem Staat und seinen Organen eine nur sehr beschränkte Loyalität zu zollen, sitzt tief in den nordirischen Katholiken. - Marisa McGlinchey hatte eingangs betont, wie wichtig und umstritten Schlüsselereignisse des Konflikts für das heutige Verständnis seien. Ian Paisley junior, Unterhausabgeordneter für den Wahlkreis North Antrim und Sohn des gleichnamigen Pfarrers, der die nordische Politik für eine Generation geprägt hatte, stimmt zu:

"Die "Battle of the Bogside" war ein seismisches Ereignis, prägend für - das Wort mag nicht ganz passend sein - für die Folklore der nationalistischen Identität und ihre Sicht auf den ganzen Konflikt."

Paisley erinnert daran, dass zahlreiche Katholiken die traumatischen Konsequenzen von Ereignissen wie "Bloody Sunday" beklagten, mahnt aber:

"Es gilt für beide Seiten: Man hat die Wahl, fernzubleiben, die Wahl, die Leute nicht auf die Straße zu schicken. Auch unbeabsichtigte Konsequenzen bringen Verantwortung."

Hilfsmannschaften und Polizei suchen nach dem Bombenanschlag am 15. August 1998 in der nordirischen Stadt Omagh nach Überlebenden. Die Explosion tötete 29 Menschen und verletzte mehr als 220. (picture alliance/dpa/epa afp Alan Lewis)Der Bombenanschlag von Omagh 1998 war einer von vielen während des Nordirlandkonlikts. Insgesamt verloren mehr als 3.000 Menschen ihr Leben. (picture alliance/dpa/epa afp Alan Lewis)

Bereitwillig räumt Paisley ein, das gelte selbstverständlich auch für die handgreiflichen Überfälle auf Studierende an der Brücke von Burntollet zu Beginn des Jahres 1969. An diesen Attacken war sein Vater maßgeblich beteiligt gewesen. Dreißig Jahre lang blutete Nordirland. Aus dem friedlichen Begehren nach Gleichberechtigung wurde ein Bürgerkrieg, an dem sich der britische Staat einseitig beteiligte. Über 3.000 Menschen verloren ihr Leben. Erschöpft einigten sich alle Beteiligten am Karfreitag 1998 auf ein Ende. Der politisch kreative, aber gleichwohl fragile Friedenspakt erlaubte eine beschränkte Rückkehr zur Normalität, sagt die Politikwissenschaftlerin McGlinchey:

"Seither haben wir einen Normalisierungs- und Entmilitarisierungsprozess gesehen. Die Grenze zwischen Nord und Süd wurde unsichtbar. Nur Dein Telecom-Anbieter und die Währung ändern sich. Der Brexit hat das alles wieder hochgespült."

Brexit. 56 Prozent der Nordiren stimmten dagegen. Denis Bradley, einst ein katholischer Priester, später der geheime Meldeläufer zwischen der I.R.A. und der britischen Regierung, und schließlich stellvertretender Vorsitzender der Polizeikommission in Nordirland, erinnert sich an das britische Brexit-Referendum:

"An jenem Abend dachte ich: Nun ist alles anders. Eine schreckliche Schönheit ist geboren."

Auch Bradley zitiert William Butler Yeats. - Er räumt ein, derzeit sei alles friedlich und normal in Nordirland, Derry sei eine wunderbare Stadt.

"Warum? Wir sind im Auge des Orkans, der sich Brexit nennt. Im Auge ist alles ruhig, denn was da draußen vorgeht, ist derart überwältigend."

"Das ist neuartig, denn bisher waren unsere Kriege klein und provinziell. Das hier betrifft ganz Europa."

Widerstand gegen Backstop

Nordirland und die irische Grenze sind, pikanterweise, zur Achse geworden, um die sich der Brexit seit gut zwei Jahren dreht. Der "Backstop" soll sicherstellen, dass die Grenze zwischen Irland und Nordirland offen bleibt, es ist die Rückversicherung für den Fall, dass das endgültige Verhältnis nicht rechtzeitig vereinbart wäre. Aber der Backstop erregte derartigen Widerwillen im Unterhaus, dass Theresa Mays Scheidungsvertrag mit der EU scheiterte. Der Abgeordnete Ian Paisley, zusammen mit seinen nordirischen Parteikollegen Teil der inzwischen hauchdünnen Regierungsmehrheit im Unterhaus, hatte 2016 den Brexit vehement unterstützt:

"Wir wollten die Wirtschaftsbeziehungen Nordirlands und des Vereinigten Königreichs neu definieren. Die Grenze wurde während der Kampagne nicht einmal erwähnt."

Für Paisley und seine Democratic Unionist Party, die als einzige in Nordirland den Brexit unterstützen, ist die Grenzfrage ein böswilliges Komplott der Republik Irland:

"Der einzig qualvolle Aspekt des Ganzen ist doch, dass unsere Nachbarn, anstatt die sich bietende Chance für sie selbst am Schopfe zu greifen, die Grenze politisiert haben. Das schürt die Flammen von Zorn und Frustration unter kleinen Grüppchen in Nordirland."

Ian Paisley äußert sich geringschätzig über die blühende Wirtschaft der Republik Irland und wagt eine kühne Prophezeihung:

"Wenn wir das nächste Mal miteinander reden, wird die Republik Irland dem Britischen Commonwealth verpflichtet sein und die EU verlassen haben."

In der Republik dagegen vertritt niemand diese Perspektive. Die weit verbreiteten Ängste in beiden Teilen Irlands vor einem Absturz in einen vertragslosen Brexit hält Ian Paisley für einen Sturm im Wasserglas. Wie sieht er den Tag danach, den 1. November, wenn der Brexit an diesem Tag tatsächlich eingetreten sein sollte?

"Wir werden aufwachen und die Champagnerkorken und die Ballons wegräumen. Es erinnert mich ein bisschen an den Millenium Bug, die digitale Umstellung im Jahre 2000: da ist ja nicht wirklich etwas geschehen. Ja, es wird anders werden - und hoffentlich besser."

An der Grenze zwischen Nordirland und Irland in der Stadt in Jonesborough. Ein LKW fährt eine Straße entlang und auf einem Plakat steht: "Keine EU-Grenze in Irland". (picture alliance/dpa/Artur Widak)An der Grenze zwischen Nordirland und Irland in der Stadt in Jonesborough. Auf einem Plakat steht: "Keine EU-Grenze in Irland". (picture alliance/dpa/Artur Widak)

Paisley wischt die vom Brexit ausgelöste, breite Diskussion über eine Wiedervereinigung Irlands vom Tisch. Er benutzt dafür das Argument, Nordirland sei zu teuer, und nicht die britische Identität der Protestanten. Eamonn McCann sieht das anders:

"Brexit stellt die Existenzfrage an das Vereinigte Königreich: Kann es zusammenbleiben? Ich glaube nicht. Und das kann Nordirland durchaus zurückversetzen in die altmodische protestantisch-katholische Konfrontation. Wenn alles auf dem Spiel steht, ist niemand zimperlich."

Denis Bradley, Vorsitzender der Polizeikommission dagegen hofft auf neue Paradigmen:

"Schottland könnte wegbrechen, Irland wird anders, England im politischen Chaos - da ist es kein Wunder, dass es um mehr als Nordirland geht. Der größere Rahmen ist eigentlich gut für Nordirland."

Mögliche, gravierende Konsequenzen durch Brexit

Doch was ist mit McCanns Befürchtung, dass dies keine neue Welt sei, sondern eine Rückkehr in alte Muster?

"Das ist meine Angst. Ich glaube nicht, dass das eintreten wird, aber wenn ich Unrecht habe, sind die Konsequenzen gravierend."

Bradley und McCann kommen aus gänzlich unterschiedlichen Ecken der katholisch geprägten Erfahrungswelt in Nordirland. Dennoch denken sie, dass sich alles ändern kann. Bradely geht davon aus, neue Regeln gelten werden:

"Die nordirischen Nationalisten beziehungsweise Republikaner müssen unglaublich großzügig gegenüber den Unionisten sein. Und wenn sie dafür auf die Knie gehen müssen. Sie hatten immer behauptet, die Protestanten seien ihre irischen Brüder und Schwestern. Und sie werden großzügig sein, weil sie das wollen."

McCann sagt letztlich dasselbe, wenn er daran erinnert, dass das abgetrennte Nordirland im Jahre 2021 seinen hundertsten Geburtstag feiern sollte:

Er würde keine Wette darauf abschließen, dass Nordirland seinen 100. Geburtstag überlebe.

Bradley verweist darauf, dass die beiden Glaubensgemeinschaften in Nordirland derzeit politisch etwa gleich stark sind. Unter Schulkindern sind die Katholiken bereits weit zahlreicher.

Wenn die Demografie sich verschiebt, sagt er, verändert sich die Politik. Eamonn McCann, denkt, dass die Nordiren nicht mehr nur katholisch oder protestantisch sind, sondern vielfältiger:

"Im letzten Wahlgang hier stimmte ein Drittel grün-katholisch, ein Drittel orange-protestantisch und ein Drittel weder-noch. Nordirland ist nicht mehr binär. Politisch schon, aber ansonsten ist es zerbrechlicher als je zuvor."

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