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NordpolAlfred-Wegener-Institut berichtet von großem Ozonloch über der Arktis

Aufnahme von arktischem Meereis - hier aus dem Spätsommer 2015. (Foto: Stefan Hendricks/Alfred-Wegener-Institut/dpa)
Arktisches Meereis (Foto: Stefan Hendricks/Alfred-Wegener-Institut/dpa)

Über dem Nordpol hat sich nach Angaben eines Forschers des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven erstmals ein großes Ozonloch gebildet.

Wie der Leiter der Abteilung Atmosphärenphysik, Rex, sagte, wurden erhebliche Verluste in der Ozonschichtdicke über der Arktis registriert. Die für ein Ozonloch definierten Werte seien in den vergangenen zwei Wochen durchgehend unterschritten worden. Insgesamt ist demnach ein Bereich von 20 Millionen Quadratkilometern betroffen. Das entspricht der zehnfachen Größe Grönlands. Rex begründete die Entwicklung mit einem in diesem Winter besonders stark ausgeprägten Polarwirbel und niedrigen Temperaturen in der Stratosphäre, wo die Ozonschicht liegt.

Im Moment seien diese Luftmassen noch eingeschlossen und befänden sich über der zentralen Arktis. "Deshalb braucht hier in Europa keiner Angst zu haben, dass er schneller als normal einen Sonnenbrand bekommt", betonte Rex. Es sei aber denkbar, dass Luftmassen im April aus der Zentralarktis heraustreiben und nach Europa kommen würden.

1985 wurde erstmals ein Ozonloch über der Antarktis entdeckt. Dies führte zur Verabschiedung des Montreal Protokolls und zum schrittweisen Verbot ozonschädigender Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW). Seither scheint sich dieses Ozonloch langsam zu schließen. 2019 war es so klein wie seit rund 30 Jahren nicht mehr.