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StartseiteVerbrauchertippErste-Hilfe-Set im Auto regelmäßig kontrollieren31.01.2019

NotfälleErste-Hilfe-Set im Auto regelmäßig kontrollieren

Erste-Hilfe-Koffer im Auto sind Pflicht und sollten immer wieder überprüft werden - auch wenn man sie noch nie benutzt hat. Verbände haben ein Verfallsdatum und können porös werden, daher müssen sie ab und zu ausgetauscht werden. Auch für daheim lohnt es sich, ein Notfallset anzuschaffen.

Von Angelika Gördes-Giesen

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Ein Mann holt den Verbandkasten aus seinem Auto.  (picture-alliance / dpa / Christin Klose)
Der Verbandskasten im Auto sollte immer wieder gecheckt werden (picture-alliance / dpa / Christin Klose)
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Wenn es passiert ist, sollte man schon wissen, wo der Erste-Hilfe-Kasten ist, rät DRK-Ausbilder Benedikt Sturm allen seinen Teilnehmern im Erste-Hilfe-Kurs. Das gilt auch für das Erste-Hilfe-Set im Dienstwagen. Hier ist zwar grundsätzlich die Firma zuständig, trotzdem sollte man sich als Fahrer vor der Abfahrt vergewissern, ob alles da ist.

"Vorgeschrieben ist für die Erste Hilfe ist im Fahrzeug ein Verbandskasten nach der Din 1364 und der sollte vollständig vorhanden sein und auch regelmäßig überprüft werden, ob Verfallsdaten vorhanden sind und ob auch alle Materialien noch vollständig vorhanden sind."

Bei Unvollständigkeit drohen 5 Euro Strafe

Wenn etwas fehlt oder das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, dann sind 5 Euro Strafe bei der Kontrolle fällig. Einmal im Jahr sollte man deshalb mindestens nachschauen, ob alle Teile im Kasten vollständig und in Ordnung ist und natürlich auch, wenn man denn Verbandskasten gebraucht hat.

"Der Inhalt ist vorgegeben, wie der verpackt ist, ob das ein Kasten ist in einem Kissen, ob das in einer Weste verpackt ist, das ist vollkommen egal."

Mit der Checkliste, die in jedem Verbandskasten liegt, alles ergänzen oder austauschen. Das kann allerdings unter Umständen teuer werden. Oft sind Sonderangebote kompletter Erster Hilfe-Sets billiger. Man kann aber auch mit dem Verbandkasten einfach in die Apotheke gehen, rät Andreas Bohn, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes in Münster:

"Dann ist das hoffentlich alles sauber eingepackt und dann schauen Sie mal darauf, wenn Sie es ausgepackt haben, da haben Sie ein Verfallsdatum. Das bezieht sich auf steril eingepackten Verbandsmittel, die werden porös und gehen kaputt und deshalb muss das regelmäßig ausgetauscht werden."

Medikamente gehören nicht ins Set

Wenn es passiert ist, sorgt ein Gurtscheider als Ergänzung des Erste-Hilfe-Kastens dafür, dass Verletzte schnell gerettet werden können ebenso wie scharfe Verbands-Scheren. Rad- und Motorradfahrern empfiehlt Benedikt Sturm immer, ein Erste-Hilfe-Set mitzunehmen, auch wenn es nicht Pflicht ist. Bei Medikamenten aber ist Vorsicht geboten:

"Medikamente und Desinfektionsmittel haben im Rahmen der Ersten Hilfe gar nichts verloren. Ich weiß gegenüber Dritten nie, ob jemand allergisch reagiert. Deswegen gehören Medikamente und Desinfektionsmittel nicht in den regulären Verbandkasten."

Auch zu Hause sollte die Erst-Hilfe-Notfall-Ausrüstung regelmäßig überprüft werden.

"In Ihrer Hausapotheke sollten Sie die Dinge haben für Ihren eigenen Gesundheitszustand, wenn Sie chronisch krank sind und Medikamente brauchen oder aber auch für Ihre Hobbies. Dann würde ich Ihnen empfehlen, dass Sie mit Ihrem Arzt besprechen, was Sie für ihren persönlichen Gesundheitszustand brauchen. Vielleicht hat der eine oder andere ein chronisches Leiden, Herz-Rhythmus-Störungen oder Diabetes. Dann muss man auf andere Dinge vorbereitet sein, das gilt auch für den Partner."

Vorbereitung am Arbeitsplatz

Und auch am Arbeitsplatz sollte man vorbereitet sein. Die Verbandkästen im Betrieb gleichen weitgehend denen im Auto. Auch hier gibt es Checklisten, die bei der regelmäßigen Kontrolle helfen.

"Es geht nicht nur darum, dass sie ein gutes Material haben. Es geht um den Menschen, der das Material zum Einsatz bringt. Das wichtigste für mich ist, das wir uns vorbereiten müssen auf Notfallsituationen. Da geht es gar nicht so sehr um die Frage, welches Material ich dabei habe, sondern dass ich mir Gedanken mache, wie verhalte ich mich in Notfällen, kenne ich die Notrufnummer. Da kann man Sie auch unterstützen mit zahlreichen Hinweisen. Zuletzt sollten Sie sich selbst überprüfen und einen Erste-Hilfe-Kurs machen."

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